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Ein verschlossenes Land
Entstehung
Seite
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32 Zweites Kapitel.

sondern sie hatten Sorge getragen, reelle Vortheile zu er-halten — es wurde ihnen daher die früher zu Corea ge-hörende Provinz Leau-tnng, die schon mehrfach der Zank-apfel zwischen den beiden Ländern gewesen war, endgültigabgetreten. Ausser der damals wiederholt eingegangenenVerpflichtung der Tributzahlung an China, welcher wenig-stens für einige Zeit Corea mit Gewissenhaftigkeit nachge-kommen zu sein scheint, hatte sich der chinesische Kaiserdas Recht vorbehalten, den jedesmaligen König zu be-stätigen; ausserdem soll damals nach Aussage der Coreerein geheimer Specialvertrag abgeschlossen worden sein, derausser einigen wenigen unwichtigem Bedingungen eineClausel enthalten haben soll, welche dem Kaiser von Chinadrei Provinzen zugestand, falls er selbst durch innere Wirrenseines eigenen Thrones verlustig werden würde. Ob dieseClausel nur für den damals regierenden Kaiser gültig war,oder auch auf seine Nachfolger Anwendung finden sollte,darüber ist nichts Bestimmtes in Erfahrung zu bringen ge-wesen; im Grunde genommen hat dies auch heute garkeinen Werth, denn dass die coreische Regierung, fallsüberhaupt ein solcher Vertrag existirte, denselben nur unterdem Druck der Ereignisse eingegangen war, und niemalsbeabsichtigte, ihm Folge zu geben, ist durch die Thatsacliebewiesen, dass als kurz darauf wirklich die derzeitig herr-schende Mingdynastie durch die Tartaren vom Thron ge-stürzt wurde, an dieses Inkrafttreten eines derartigen Ver-trages gar nicht mehr gedacht worden zu sein scheint,derselbe keinenfalls aber in Ausführung gekommen ist.

Der König von Corea herrscht als völlig unumschränkterGebieter in seinem Lande, in welchem sein Wille alleinGesetz ist. Einer der höhern Hof beamten bekleidet freilicheine Charge, deren besondere Befugniss sein soll, die könig-lichen Handlungen zu controliren; es bedarf indess kaumder Erwähnung, welche Bedeutung ein solches Amt einem