26 Erstes Kapitel.
7) Der Tumen-kiang, die nordwestlichste Grenze desLandes bildend, scheidet Corea von den jetzigen russischenBesitzungen, welche früher zu China gehörten; er entspringtwie der Yalou im Weissen Gebirge und mündet unter42° 19'nördl. Br. in das Meer. Im Jahre 1854 wurdeer von der russischen Fregatte „Pallas" ungefähr 10 Meilen(englisch) oberhalb seiner Mündung besucht; aber auchhier stellten sich in starkem Maasse dieselben Uebelständeeinein weitern Vordringen in den Weg, die in sämmtlichencoreischen Flüssen die Schiffahrt zu einer so schwierigenund gefährlichen machen. Auf der ganzen untersuchtenund befahrenen Strecke fanden sich in beträchtlicher Mengeund Ausdehnung Saudbänke und Untiefen vor; nach denersten. zurückgelegten 10 Meilen wurde das Fahrwasser soseicht, dass sich das Befahren des Flusses als für fremdeFahrzeuge ganz unpraktikabel herausstellte.
C. An der Südküste:
8) Hier ist der einzige nennenswerthe Fluss der Tsin-kiang, der bei Chosian Harbour in die Coreastrasse mündet.Ueber denselben ist uns nur bekannt, dass er an Länge undBreite hinter den bedeutendem Flüssen Coreas zurückbleibt,und ebenso wenig wie die meisten andern von europäischenFahrzeugen besucht worden ist.
Die heutige Hauptstadt des Königreichs, über derenLage bis vor wenigen Jahren noch gar nichts Bestimmtesbekannt war, liegt unter 37 ° 31 ' nÖrdl. Br. und124 ° 30' östl. L. (Paris) etwa drei englische Meilen vonden Ufern des Kang-kiang entfernt, bis zu welchem eineseiner Vorstädte sich ausdehnt. Von den Chinesen Wang-tchingoder llang-tching genannt, findet man sie unter diesem, undauch unter dem Namen Kin-ki-tao in den Karten aufge-führt, auf allen jedoch in ganz falscher und imaginärerLage. Ebenso wenig ist sie im Lande unter einem dieserangeführten Namen bekannt, deren letzter wol überhaupt