6 Erstes Kapitel.
des 14. Jahrhunderts n. Chr. die Familie der Ni fehin. Li)sich der Regierung des Königreichs Korio oder Kaoli be-mächtigt hatte, änderte der Gründer dieser Dynastie unterZustimmung des Kaisers von China, dem dazumal, einemalten Vertrage zufolge, noch die Bestätigung des jeweiligenKönigs von Corea zustand, den Namen des Reiches inTschao-sian oder Tschao-sien um, welchen schon früher einim 12. Jahrhundert gegründetes Reich innegehabt hatte,bedeutend: „Das der Morgenröthe zunächstliegende Land."Eine bestimmte Ansicht über den Ursprung und dieAbstammung der Stämme, aus welchen das coreische Volkzusammengesetzt ist, auszusprechen, hält um so schwerer,als weder chinesische noch coreische Quellen über diesenPunkt irgendwelchen Aufschluss zu geben im Stande sind.Befragt man die Eingeborenen darüber, so erhält man zurAntwort, dass sie selbst es nicht wissen und ganz vergessenhaben, woher sie stammen, und diese Unwissenheit ist aller-dings durch die Mangelhaftigkeit ihrer Literatur, die nament-lich betreffs der Geschichte des Landes sehr lückenhaft undärmlich bestellt ist, leicht erklärlich. Dass sie einem andernStamm als dem der Chinesen und Japanesen entsprungen,deutet schon ihre Gesichtsbildung an, wie letztere wiederumdeutliche Kennzeichen ihrer Abstammung; von zwei eänzverschiedenen Rassen an sich trägt. Grösser und stärkergebaut als die Bewohner Chinas und Japans, von durch-gehends angenehmerm Gesichtsausdruck und mit einem festenund energischen Charakter begabt, erinnern sie bei weitemmehr an die halbwilden Horden und Nomadenvölkerschaftender Mongolei und des nördlichen Asiens, als an ihre beiden
Wortes ist (bekanntlich ersetzen die Chinesen den Buchstaben r, densie nicht aussprechen können, durch Z), so scheint die im Text ge-machte Annahme wol die richtige zu sein. Die coreisehen Namen
sind E Hl 2 3) Kokorc, und 2 H Ü j Korie oder Korio, woraus dasjapanesische Koorai entstanden ist.