Vorwort. XI
Eine Glacehandschuh-Politik ist nirgendwo schlech-ter angebracht als bei Asiaten, und die Befolgungeiner solchen hat die Interessen der Fremden stets undauf das empfindlichste geschädigt. Eine Mandarinver-götterung, wie sie in China zum Beispiel häufig statt-gehabt, kann und wird immer nur zu einem und dem-selben Resultat führen: zu einer maasslosen Selbstüber-hebung derer, die Wohlwollen und Güte seitens frem-der Regierungen nur für einen Beweis von Schwächeund Furcht halten — zu daraus sich ergebenden Schwie-rigkeiten und schliesslich und unausbleiblich zum Kriege.
Jene Mächte, deren Interessen mit denen üstasienseng verbunden sind, werden sich früher oder später,mit oder gegen ihren Willen, gezwungen sehen, diesich entwickelnde „coreische Frage" in ernste Erwägungzu ziehen. Es bedarf nur einer sehr geringen Kraftan-strengung seitens Russlands, dessen Grenzen sich bereitsbis zum Turnen erstrecken; — eine unbedeutende Land-und Seemacht unter guter Leitung würde genügen, umsich in den Besitz Coreas zu setzen, und sich da-durch zum unbestrittenen Herrn der ganzen OstküsteAsiens bis zur japanischen See zu machen. Wie dieVerhältnisse dort augenblicklich liegen, und bei der ge-ringen Aussicht eines energischen Vorgehens der West-mächte für die Eröffnung dieser wichtigen Halbinsel —würde der Verfasser in einer solchen Besitzergreifungeher ein Glück als das Gegentheil erblicken; die russi-sche Colonialpolitik ist selbst gegen Ausländer durch-