8 II. Die Überlieferung.
ziehen, daß in der Originalaufzeichnung (oder Vorlage) die Interpunktionbesser, regelmäßiger gehandhabt ward, unser Schreiber aber darinallmählich nachlässiger wurde. Moderne Zeichen wie Doppelpunkt,Strichpunkt, Ausrufungs- und Fragezeichen treten überhaupt nichtauf, wohl aber — allerdings wieder ganz unregelmäßig — die An-wendung von = als Bindezeichen durch den Zeilenschluß gebrochenerWörter (y — me, aber auch br — achte).
2. Die Sprache der Handschrift.
a) Zur Lautlehre.A. Vokale.
Gemeinmhd. ä ist geblieben; a steht durchaus in M, /alt. Derjüngere Umlaut wird stets durch e bezeichnet; vgl. vor den Suffixen-lieh und ig: federlich l r u. ö., engeßlichen angeß l v , 4 r , geweidigen15 v , dann erbeit 12 r und erbete {arbeite vb.) 3', echte (octo) 10 v , vn-gewefchin 12 T , aber stets antwurten; s. H. Paul, Mhd. Gr., § 40,Anm. 2. 9. 10; PBB. 4, S. 17. 18.
Altes und Umlaut-e (e, e) erscheinen, obschon selten, als i: libin-der 2 r , mirhete 3 V . 4 r . 9 V und y geschrieben in ynlende (eilende) 2 r . 6 T ,ynlendecliche 2 r . — -i ist Regel in schwach oder unbetonten Ableitungs-und Flexionssilben: z. B. habin, lagin, geßozin, rechinunge, erniße,eyginlich, ebenso in den unbetonten Partikeln in(t), -ir, -vir: intwych(neben entvichen), iebermeclich, virfmacheit, inphahin und in der Ne-gation in, yn. — Selten findet sich als Bezeichnung eines zwischene und i schwankenden Lautes ei: gefeitze V (aber gefeeze 10 r ), gegei-gintmirtigit 4 r und in unbetonten Silben fleckeide ll r , allein (allen) 1 T .
1. Ziemlich häufig tritt e für i ein: vneemelich l v , gefchreben 2 r ,(ich) geneßn T, rethe (rihte) 4 T , brengin 2 r , fullbrengen 4 r . IT,drenckere T, (ich) geben 12 r , remftin 6 r , virdrebin 17 r und öfters en(ihn) und eme, je einmal 8 r . 15 r der (d'), w'er (w') für dir, wir. Da-neben die Schreibung ie (Wh. § 48): gelieden 2 r . 3 r , gefchrieben 2 r ,liede (Conj. Prät.) 4 r ; riethin (rihten) 2 V . 5\ 18 v , niem (Imp.) 3 r . 3 T ,