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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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753
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Biographische Uebersioht. 753

Lorenz Heister (16831758) aus Frankfurt a./M. Professor der Chirurgieim der Nürnbergischen Universität Altdorf und später an der BraunschweigischenHelmstedt. In der 2. Auflage seiner Chirurgie 1724 p. 631 wurde zum ersten Maldie Palfyn'sche Zange erwähnt und abgebildet.

Regner de Graaf, geb. 30. Juli 1641, bis 17. August 1673, Arzt im Haagund zu Delft. Hauptwerk: De mulierum organis generationi inservientibus trac-tatus etc. Leiden 1672. Nach ihm sind die Eibläschen (Graafschen Follikel) be-nannt. Er wusste nach seinen Untersuchungen an Kaninchen, dass es die Eiernicht selbst seien,weil die nach der Conception in den Tuben und Gebärmutter-hörnern getroffenen Eier viel kleiner waren".

Andre Levret, geb. 1703, bis 22. Januar 1780, gab der Zange zuerst dieneue" Krümmung (Beckenkrümmung) 1748. Die Verbesserungen der Zange unddie Lehre vom Zangengebrauch waren epochemachend. Von Levret rühren dieSchlagwörter Zug in I. Position abwärts, in II. Position horizontal etc. her.

Er war bestrebt, die Indicationen zur Wendung genau abzugrenzen, ermahntedringend, im Beginn der Wendung den Kopf erst aus dem Becken zu heben.Levret anerkennt nur dann Gebärunmöglichkeit durch enges Becken, wenn dieHand des Geburtshelfers nicht in die Höhle des Beckens gebracht werden könne,oder wenn dieselbe nicht zurückgezogen werden könne, sobald sie die Füsse desKindes ergriffen hat. Levret bestimmte schon richtig die Beckenmittellinie (Becken-axe). Ihm ist die Placenta praevia bekannt. Die Retention der Placenta nach derGeburt leitet er von unregelmässigen Contractionen ab. Dagegen will er beiBeckenendlagen immer gleich extrahiren und hat er hauptsächlich die zu activeBehandlung dieser Lagen veranlasst.

Smellie, William, prakticirte von 1722 bis 1739 auf dem Lande und dannzu London, starb zu Lanerk, 5. März 1763. Ein grosser Meister der Zange. DieBeckenkrümmung hat er von Levret angenommen, aber keine so starke, als dieserhatte. Sein Hauptverdienst besteht darin, die Geburtshülfe auf einfachere Regelnzurückgeführt zu haben, einem conservativen Vorgehen und dem Waltenlassen derNatur das Wort geredet zu haben.

Er beschrieb zuerst den Geburtsmechanismus, lenkte zuerst die Geburtshelferdarauf, nach den Nähten und Fontanellen die Stellung des Kopfes zu erkennen.

Schon Smellie hatte die grosse Vorliebe für Entbindung in der linken Seiten-lage. Er gab für Anlegung der Zange sehr präcise Vorschriften. Seine Zangeliess er mit Leder überziehen, was zur Vermeidung von Unreinlichkeit bald ver-lassen wurde. Für die Steisslage hatte er schon diejenige Behandlungsmethode,die noch heute als die beste anerkannt werden muss. Von ihm kommt die Em-pfehlung zur Extraction des Steisses mit stumpfen Haken. Bei Zwillingen willSmellie das zweite Kind gewendet wissen, wenn dasselbe nicht sofort folgt, eineActivität, die mit den übrigen Lehren Smellie's nicht in Harmonie steht.

Hunter, William, geb. 23. Mai 1718,. gest. 30. März 1783 in London.Rivale von Smellie, berühmt durch sein Prachtwerk über den menschlichen Uterus.Birmingham 1774.

Thomas Denman, geb. 27. Juli 1733, gest. Dec. 1815. Am MiddlesexHospital London. Sein Lehrbuch der Geburtshülfe erschien London 1788.

Joh. Jac. Fried, geb. 1689 zu Strassburg. Der erste Lehrer in deutscherSprache an einem klinischen Institute für Geburtshülfe. Die Gebäranstalt inStrassburg wurde zuerst erwähnt im Jahre 1732. Fried starb 1769.

Johann Georg Röderer, Schüler Fried's, nachdem er schon vorher unterLevret und Smellie Geburtshülfe studirt hatte. Geb. 15. Mai 1726 zu Strassburg,1749 durch Haller als Professor der Anatomie und Geburtshülfe nach Göttingenberufen. Starb 6. Dec. 1751.

J. Fr. Meckel. Der erste Professor der Geburtshülfe an der am 30. Oct.1751 errichteten neuen Hebammenschule an der Charite in Berlin.

Zweifel, Geburtshülfe. 2 Aufl. 48