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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
736
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736 Kaiserschnitt mit Entfernung der Gebärmutter und Versenken des Stieles.

8) Der Cervicalkanal wird mit einem Thermocauter oder Glüh-eisen bis auf die Tiefe des Kautschukschlauches ausgebrannt und tüchtigverschorft. Wo die Glühhitze fehlt, würde der Cervicalkanal aus-geschnitten und mit Carbolsäure oder Sublimatlösung ausgeätzt.

9) Nun folgt die Unterbindung des Gebärmutterhalses in einigenPartieen. Links beginnend wird das vordere Ende des noch nichtgeknoteten linken Fadens in das Oehr der Schiebernadel gelegt undeine fingerbreite Partie dicht unter der Wundfläche abgestochen.Hinten kommt das Ende aus dem Oehr, ein neuer herein u. s. w. Fürdie letzte Partie kommt das hintere Ende des frei liegenden Fadensder rechten Uteruskante in das Oehr der Schiebernadel.

10) Alle Fäden werden fest geknotet, der Schlauch gelüftet undweggehoben.

Da vom linken Lig. latum beginnend und am rechten endendalles unterbunden ist, kann kein Tropfen Blut hervorquellen.

Fig. 236.

Fig. 237.

Ü

11) Die Wundfläche wird mit Jodoform eingerieben, das Gewebebis auf die Ligaturen herausgeschnitten und mittels einer fortlaufendenNaht durch die Peritonealmanschetten gedeckt.

Nachdem alle Fäden kurz geschnitten sind, der Stiel versenktund die Bauchhöhle gereinigt ist, kommt der gewöhnliche Schluss derBauchwunde und Verband so wie oben beschrieben. Das Nähmaterialist gleichwerthig, wenn es nur vollkommen aseptisch ist.

Die Vortheile der Stielversenkung sind vollkommener Abschlussder Bauchhöhle mit Vollendung der Operation. Jede Nachbehandlungfällt weg. Die Kranken bekommen keine Bauchhernie an der Stelledes eingeheilten Stumpfes, sie sind geschützt vor der Spätinfectiondurch den abzustossenden Stiel, sie leiden nicht unter der Hochzerrungdes Gebärmutterhalses, und die Heilung ist sicherer.

Mit dem gewöhnlichen Porro'schen Kaiserschnitt hat auch dieStielversenkung alle übrigen Vortheile gemein, (vergl. oben'Seite 367die Beschreibung der Operation für Totalexstirpation des puerperalenUterus).