626 Joulin's Zangenapparat.
für 5 cm Durchmesser im Mittel ein Gewicht von 4289 g; als Minimum1700, als Maximum 6037 und berechnete daraus, dass der Kopf mit-einer Kraft von 4—19 Pfund durch das Becken gehe. Duncan fandfür 11 cm Durchmesser eine Resistenz der Eimembranen, welche als diezum Blasensprung nothwendige Kraft 4—37 x /2 Pfund berechnen liess,
Die andere Methode zur Bestimmung der Kraftäusserung bei dernormalen Geburt ist das Tokodynamometer von Schatz 1 ). Er misstden Uterusdruck direct durch Quecksilbermanometer und lässt ihngraphisch aufschreiben. Die zur Beendigung einer Kopfgeburt nöthigeKraft berechnet sich nach dem Manometerstand zu 17—55 Pfund.
Wir wiederholen schliesslich, was wir Eingangs gesagt haben —es sind dies theoretische Forschungen, die an sich sehr werthvoll sindund für die Praxis einen ungefähren Anhalt geben können; aber imEinzelfalle kann man mit diesen sonst so schätzenswerthen Ergebnissennicht auskommen. Der Practiker gewinnt die nothwendige Sicherheit,nur durch die Erfahrung.
Nie dürfen 2 Menschen, nie Maschinen zum Zug ver-wendet werden. Wo ein starker Mann mit dem Aufgebotseiner ganzen Kraft nicht genug leisten kann, soll maneinfach die Zange ausser Gebrauch setzen und auf andereWeise entbinden.
Die Annäherung und das Auseinanderweichen der Griffe,
Bei jeder Zangenextraction müssen sich die Enden der Zangen-griffe einander nahem — schon weil jede gut gearbeitete Zange etwasfedert und weil sich die Löffel beim Anziehen fester an den Kopf legen.Diese Annäherung der Griffe kann noch etwas zunehmen durch einenstarken Druck auf die Zange.
Schon früher wurde der Versuche Baudelocque's, Delore's undJoulin's gedacht, welche nachwiesen, dass sich bei der grösstmöglichenCompression die Zangengriffe der französischen Zangen im Maximum4—5 cm (0,9—1,13 cm Baudelocque) annähern Hessen. Natürlichsind diese Zahlen gar nicht zu vergleichen, weil die Zangencon-struction nicht berücksichtigt ist und am längeren Hebelarm die An-näherung viel grösser erscheinen muss, als am kurzen Griff. Nursoviel lässt sich aus den Ergebnissen schliessen, dass die Annäherung,,welche durch Compression des Kopfes erreicht werden kann, eine sehrgeringe ist. Weiter weiss man, dass zwar einzelne Kinder bei so hohemDruck, besonders wenn derselbe rasch vorübergeht, noch am Lebenbleiben, die Mehrzahl aber dem Untergang geweiht ist. Durch dieCompression selbst wird das Volumen des Kopfes vermindert und einekleine Quantität Blut und Cerebrospinalflüssigkeit aus dem Schädel-innern verdrängt, wie dies Fehling und Keller nachgewiesen haben.
A. f. G. Bd. III. p. 58 u. Bd. IV. p. 34.