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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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594
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594 Die combinirte Wendung.

Man könnte also die Unterscheidung weiter treiben und die combinirte-Wendung auf das Beckenende von derjenigen auf den Kopf gesondert behandeln.Da jedoch die Grundbedingungen für beide vollkommen gleich sind, so wäre esganz graue Theorie, diese Unterscheidung auch auf die combinirte Wendung aus-zudehnen.

Die Zweckmässigkeit, welche in dem einen Fall zur Wendungauf den Kopf, im anderen zur Wendung auf die Füsse veranlasst, ent-scheidet natürlich für das erstere, wenn der Kopf dem Beckeneingangnäher steht, also Schief- oder Schulterlage vorhanden ist. Nur wo manzur eventuellen späteren Beschleunigung einen Fuss herunterholen will,.wird man den vorliegenden Theil in dem Sinn zurückschieben müssen,dass der Kopf höher und nach vorwärts kommt. Die äussere Handbringt zu gleicher Zeit den Steiss nach hinten und unten.

Die Vorbedingungen für die combinirte Wendung sind:

1) Die Eröffnung des Muttermundes muss ausreichen für12 Finger.

2) Die Beweglichkeit des Kindes muss recht gut sein. Eswäre kein Erfolg von der combinirten Wendung zu erwarten, wenn dieWehen die Schulter schon tief in das Becken getrieben hätten. Er-wünscht ist es, wenn die Blase noch steht, doch muss man erst rechtdie Operation zu machen versuchen, wenn das Fruchtwasser schleichendabgeht.

Die Ausführung der Operation. Die Kreissende wird aufein recht hohes Querlager, am besten auf einen Tisch gebracht. Wennauch nur 12 Finger in den Uterus kommen, so muss doch dieganze Hand in die Vagina eingeführt werden. Das ist soschmerzhaft, dass man ebensogut und aus denselben Gründen wie beider inneren Wendung die Chloroformnarkose braucht. Wir gebenzu, dass bei noch stehender Blase, also bei leicht beweglichem Kinde,dies nicht nöthig ist, wohl aber nach dem Fruchtwasserabgang. Dienicht ausgestreckten Finger müssen in die Hand eingeschlagen werdenund so bleiben. Diese Haltung der Hand ermüdet sehr. Haben wireine Schief läge des Kindes mit nach links abgewichenem Kopf, sowürde der Theil, welcher sich in den Beckeneingang eingestellt hat,von den 2 Fingern zurückgeschoben, um dem Kopfe Platz zu machen.Den Kopf drängt die äussere Hand auf die Mitte des Beckeneingangesund ist dieser bis dahin gelangt, so wird die Blase gesprengt. Liegteine Querlage vor, so kommen die Finger der inneren Hand auf dieSchulter und schieben diese nach aufwärts nach der Seite, in welcherder Kopf liegt, während die äussere Hand den Steiss gegen denBeckeneingang befördert.

III. Die äussere Wendung.

Die Wendung durch alleinige äussere Handgriffe ist nur möglichbei noch stehender Blase. Ebenso wichtig als das Schieben und Drückender beiden auf das Abdomen gelegten Hände ist eine entsprechende