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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
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Die Selbstentwicklung.

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Becken hineingetrieben. Die Wirbelsäule wird mehr und mehr zu-sammengebogen. Es findet eine Hypomochlionbewegung bei dem Durch-gang durch das Becken statt, ähnlich wie beim normalen Geburts-mechanismus. Aber der Stützpunkt ist die Schulter, und um diesenPunkt muss das ganze Kind zusammen- und herausgepresst werden.Es ist dies nur möglich bei einem geräumigen, weiten Becken und nach-giebigen Geschlechtstheilen, also bei Mehrgebärenden, beim zweitenZwillingskind und so weiter.

Was neben der äussersten Kraftanstrengung des Uterus und dergrösstmöglichen Compression des Kindes nothwendig ist zur Begünsti-gung einer Selbstentwicklung, ist die besondere Drehung und Stellungdes Kopfes. Der Rumpf kann nur dann durch den engen Raum des

Fig. 158.

Schulterlage mit Armvorfall.

Beckens hindurch, wenn der Steiss hinten über die Symphysissacro-iliaca geht und der Kopf auf der entgegengesetztenSeite vorn ausweicht.

Wenn auch nicht immer, so ist das Kind in der überwiegendenMehrzahl schon vor dem Beginn der Selbstentwicklung abgestorben.Wenn der Steiss durch die Wehen bis in den Beckeneingang hinein-gedrängt wurde, so geht er gewöhnlich wegen der Elasticität der kind-lichen Wirbelsäule sehr rasch durch. Er schnellt förmlich hinaus, undwo dem Kopfdurchgang kein Hinderniss bereitet wird, folgt auch diesersofort nach. Die Austreibung verläuft in den letzten Stadien oft über-raschend schnell, so dass die dabei Stehenden kaum das Durchzwängenvon Hals und Kopf beobachten können.

Da so viele Bedingungen an das Zustandekommen einer Selhst-entwicklung geknüpft sind, so wird es sofort verständlich, dass diese