Anomalien der Wehentbätigkeit.
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Die Anomalien der Wehenthätigkeit.
Literatur.
Kilian: Organ f. d. ges. Heilkunde. Bonn. Bd. I. Heft 2. 1842 hat nebenanderen gegen Krampfwehen brauchbaren Mitteln auch colossale Aderlässe vor-geschlagen , bis sich der Puls auffallend verändere, selbst bis zu einer Blutmengevon 30 und mehr Unzen, also bis zu 900g und mehr. Von diesen heroischenMitteln ist man zurückgekommen und ebenso auch von den Belladonnasalben undAehnlichem. - Lahs: A. f. G. Bd. III. p. 195. - Schatz: A. f. G. Bd. III.p. 58. — Hofmeier: Z. f. G. u. G. Bd. VI. p. 138.
Die elektrische Reizung ist zur Anregung von Wehen oft empfohlen worden,hat aber doch keinen Eingang in die Praxis gefunden.
I. Die Wehenschwäche. (Inertia oder Atonia uteri.)
Um eine präcise Definition des Begriffes geben zu können, mussman für die richtigen und die schwachen Wehen ein bestimmtes Maasshaben.
So verwickelt die Verhältnisse bei der Gebärmutterthätigkeitscheinen, so haben doch die Physiologen schon vorgearbeitet undSchatz in einer überaus fleissigen Arbeit die Methode für die Ge-burtshülfe verwerthet. Die Arbeitsleistung wird so berechnet, dassman den Druck der Gebärmutter während der Wehen auf eine ein-geschobene Blase wirken und die Arbeitsleistung auf communicirende,
Fig. 132.
hustet. Wehe schmerzlos, also ohne
Spannung der Bauchpresse
Stück einer normalen Wehencurve (nach Schatz). A. f. G. Bd. III. Tafel II. Curve II, vergl. ibid.
p. 12S. Zeigt die Dauer von Oontraction und Pause in Minuten (53—59) und die Höhe des Draekes
in Millimeter Quecksilber his 96 mm.
mit Quecksilber gefüllte Glasröhren wirken lässt. Aus der Hubhöheder Quecksilbersäule und aus. der Berücksichtigung des Rohrdurch-messers etc. lässt sich die vom Uterus bewirkte Arbeit wissenschaft-lich genau bestimmen. Auf einer rotirenden Kymographiontrommelwird die Hubhöhe für jeden Augenblick genau aufgezeichnet undwerden Curven hergestellt, von denen wir eine stückweise aus derSchatz'schen Arbeit entlehnen, um die Begriffe der einzelnen Wehen-Störungen daran zu illustriren.
Die herausgegriffene Curve ist von Schatz selbst als eine Normalcurve be-zeichnet worden. Die einzelnen Zahlen der Abscissenaxe 53, 54 u. s. w. gebendie einzelnen Minuten an, die Zahlen der Ordinaten 90, 96, 18 die Hubhöhe derQuecksilbersäule in Millimetern (vergl. A. f. G. Bd. IH. p. 128). Die Blase [zur