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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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333
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Ausführung der Laparotomie. 333

nicht immer so vollständig aus, als bei der normalen Schwangerschaft.Besonders ivichtig sind Harndrängen, Stuhlbeschicerden und heftigeSchmerzanfälle.

7) Die objectiven Zeichen sind objective Graviditätssymptome(Colostrum, Pigmenfationen, leichte Vergrößerung des Uterus) und einTumor neben dem Uterus.

8) Sind alle Zeichen gegeben, so vermag eine (natürlich aseptischausgeführte) Sondirung des Uterus volle Gewissheit der Extrauterin-gravidität zu geben.

9) Da alles gut werden kann, wenn das Kind im Anfang derSchivangerschaft abstirbt, sucht man künstlich dahin zu wirken durchFunction des Fruchtsackes bezw. Morphiuminjectionen oder durch denfaradischen Strom.

10) Das andere Ziel ist, durch Laparotomie Tube und Ei zu ent-fernen, ivenn möglich präventiv vor dem Bersten des Fruchtsackes.

11) Wird ein Arzt erst nach dem Zerreissen des Fruchtsackes ge-rufen, so ist, weil ohne Zuthun der Tod in der Regel eintritt, die schiennigste Vornahme der Laparotomie mit Abbinden und Excision des Frucht-sackes und Ausräumen der Bauchhöhle indicirt.

12) Die interstitielle Gravidität kann die merkivürdigsten üeber-raschungen veranlassen: Zerreissen des Fruchtsackes und Verblutung indie Bauchhöhle, Durchbrechen des Kindes in die Uterushöhle und Zurück-bleiben der Nachgeburt (Resorption). Geburt einer Placenta, ohne dassein Kind erscheint, weil dieses in die Bauchhöhle tritt und- Steinkindwird (vergl.Lithopädion" und unterbrochene Geburt = missed labour).

13) An dem Eierstock kommen Schwangerschaften vor, bei welchensich der Graafsche Follikel wieder schliesst und solche, bei denen dieEientwicklung sich auf der Oberfläche des Ovariums abspielt.

14) Der Verlauf ist ziemlich ebenso wie bei der Tubargravidität;das gleiche gilt für die Therapie.

15) Bei der Bauchhöhlenschwangerschaft bildet sich die Placentaauf dem Peritoneum und zwar in ungewöhnlich grosser Fläche. Hierkann sich das Kind bis zur Reife entwickeln.

16) Am normalen Ende der Schwangerschaft stirbt das Kind ab,die Gebärmutter macht Expuhivbestrebungen und stösst die Decidua aus.Das todte Kind kann in der Bauchhöhle zum Steinkind werden, weithäufiger geht es in Fäulniss über und bringt der Mutter die grösstenGefahren.

17) Nach 8 10 Wochen, wenn die Placenta verödet ist, sollte dasKind durch die Laparotomie entfernt werden. Die primäre Laparotomiebei noch lebendem. Kind ist wegen der Blutungsgefahr aus der Placentaäusserst gefährlich.

18) Die Laparotomie muss in jedem solchen Fall mit besonderenVorsichtsmassregeln ausgeführt werden.