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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
316
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316 Kolpitis emphysematosa.

für das wahrscheinlichste, dass Keime, von der Scheide aus eindringend,im Gewebe in präformirten Räumen ein Zersetzungsgas bilden undtheilweise die Räume unter starker Spannung dann bersten und dasGas erst nachträglich interstitiell sich verbreitet.

Die Untersuchungen von ekel, die in Genf unter ZahnsLeitung ausgeführt wurden, stimmen mit meiner oben angegebenenAnsicht. ekel fand zunächst für die Cystenwand ein cubischesEpithel, das auf Drüsen zu beziehen ist, und stimmt darin mitv. Preuschen überein. Nur stellenweise und meist bei den tiefer indas Gewebe gedrungenen und unter der Schleimhaut verbreiteten Luft-cysten fehlte das Epithel. Das wichtigste Ergebniss war das Auffindeneines Kanales aus der Cyste nach der Scheide hin, vermittelst Her-stellung von Serienschnitten. Bisweilen war der Kanal gewunden. Diekleinzellige Infiltration deutet auf einen lange vorher bestandenenKatarrh und rechtfertigt die Bezeichnung Vaginitis oder Kolpitis em-physematosa.

Chiari und Fischl halten alle Fälle für Lympheetasien. Einenebensolchen Fall, wo nirgends eine Drüsenepithelzelle in den Serien-schnitten zu finden war, bekam ich im verflossenen Sommer aus einerLeiche zur Untersuchung. Andererseits behandelte ich eine Kranke,wo sicherlich der gasige Inhalt der Cysten Trimethylamin enthielt.

Behandlung. Die Scheide wird mit Desinfectionsmitteln undspeciell mit salzsäurehaltigem Wasser bespült. Uebrigens scheinen diemeisten Cysten während der Geburt zu platzen und im Wochenbett vonselbst zu schwinden.

Ganz bedeutunglos sind die gewöhnlichen Parasiten der Vagina.Davon kommen vor die Trichomonas vaginalis und Soorpilze. Wirgeben umstehend von beiden zum Zweck allfälliger Orientirung Ab-bildungen.

Inhaltsübersicht.

1) Für die Endometritis deeidua in der Gravidität, die dieser Hauteine knollige Beschaffenheit verleiht, ist in einer grossen Zahl Syphilisals Grundursache erkannt worden. Sie führt häufig zu Abortus.

2) Eine zweite katarrhalische Form der Endometritis ist harmloserund besteht in Hypersecretion (Hydrorrhoea gravidarum).

3) Die Entzündungen der Scheide sind häufig die Folge vonGonorrhoe.

4) Es kommen ferner Gascysten der Scheide, endlich Trichomonasvaginalis und Soor als Parasiten vor.

Die Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter(Extrauteringravidität).

Literatur.

Wegen des grossen Interesses, das die Extrauteringravidität darbietet, istdarüber schon so viel publicirt worden, dass es von vornherein unmöglich ist,