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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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300 Die Missbildungen der Genitalien in ihrer Bedeutung zur Schwangerschaft.

Die kleinere d. h. die bei einer Gravidität nicht vom Ei besetzteHälfte hypertrophirt mit. Die Höhle dehnt sich sehr in die Länge,die Wandungen verdicken sich und es bildet sich in derselben eineDecidua. In der Nachgeburtsperiode können, besonders wenn die Pla-centa an dem Septum sass, durch Hinderung energischer Contractionenschwere Nachblutungen entstehen.

Zweihörnige Gebärmutter, Uterus bicornis, heisst diejenige Miss-bildung, bei der ein Mutterhals gebildet wurde, aber höher oben dieMüll ersehen Gänge nicht zur Vereinigung gelangten. Es stehen dann

Fig. 119.

Puerperaler Uterus trilocularis (nach Späth), a Rechter Loeulus, welcher das Ei enthielt.

b Linker leerer Loeulus. c Sonde, durch den Muttermund der leeren Hälfte in die Vagina geführt.

d Rechte Vagina, e Linke Scheide, f Scheidewand des Uterus, g Septum der Vagina.

die zwei Körper der Gebärmutter oben auseinander. Es ist, was dieKörper betrifft, wieder Aehnlichkeit gegeben mit dem Uterus didelphys,aber es ist meistens die Höhle beider Cervicalkanäle verschmolzen.(Uterus bicornis unicollis.)

Hier machen sich in der Puerperalfunction doch gelegentlichStörungen geltend in Beziehung der Kindeslagen, indem, wenn dasSeptum nicht weit herunterreicht, Steiss- und Querlagen überwiegen.

Ueberhaupt kommen bei den Geburten häufiger Schwierigkeiten,übermässige Verzögerung, Blutungen, Zerreissungen des unteren Uterin-