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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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277
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Neurosen und Hautkrankheiten. 277

Die Epilepsie beruht als Krankheit auf ganz anderer Grund-lage; kommt Gravidität hinzu, so scheinen die Anfälle etwas seltenerzu kommen. Später stellt sich die Krankheit in alter Weise wieder ein.

In der Erlanger geb. Klinik kam vor Kurzem ein Fall von Gravidität beieiner Epileptischen vor, der nach der oben angegebenen Regel verlief, aber insofernein besonderes Interesse bot, als das Kind, wie es den Anschein hatte, auch schonvon Epilepsie befallen war. Das Kind bekam Anfälle von Zuckungen und Cyanose.

Unter den Hautkrankheiten, zu denen die Gravidität nichtsehr selten Anlass gibt, sind zu nennen Herpes, Impetigo herpeti-formis, Pigmentanomalien, Gefässneubildungen mit Pruritus. Wieder-holt sind solche Erkrankungen mit der Schwangerschaft gekommen,im Wochenbett verschwunden und bei neuer Conception recidivirt.

Die Behandlung ist nicht verschieden von der gewöhnlichenTherapie dieser Affectionen.

Die Complication mit zufälligen Krankheiten.

Die Hauptbedeutung kommt unter den hierunter gemeinten Er-krankungen den acuten und chronischen Infectionskrankheiten zu. Unterden letzteren verstehen wir Tuberkulose und Syphilis.

Die acuten Infectionskrankheiten.

Literatur.

Acute Infectionskrankheiten.Fiedler: Arch. der Heilkunde. 1852. 3. Heft. Winckel: Der Fötalpulsbei Fieber der Mutter, klin. Beobachtungen zur Pathol. d. Geburt. Rostock 1869.p. 196. Goldschmidt: Ueber die Häufigkeit einiger acuten Infectionskrank-heiten während der Schwangerschaft. Diss. inaug. Kopenhagen 1879. Kaminsky:Deutsche Klinik. 1856. Nr. 47 u. Petersb. med. Zeitschr. 1868. Heft 2 p. 117.Runge: Die acuten Infectionskrankheiten in ätiologischer Beziehung zur Schwanger-schaftsunterbrechung. Volkmann's klin. Vortr. Nr. 174 u. A. f. G. Bd. XII. p. 16u. Bd. XIII. p. 143 u. A. f. G. Bd. 25. p. 1. Runge hält darin im wesentlichenan seinen früheren Resultaten fest. Hol'meier : Z. f. G. u. G. Bd. XI. S. 349.Doleris: Sur l'influence de l'hyperthermie sur les femelles en gestation. Compt.rend. de la Societe de biolog. 1883. p. 508. Dore: E.: Recherches experimentalessur Finfluence de la temperat., des femelles en gestation sur la vitalite du foetus.These. Paris 1883. Beide Autoren kamen zu dem Resultat, dass hohe Tempera-turen bei langsamer Steigerung nichts schaden. Strauss und Chamberland,Archives de physiol. 1883. I. C. f. G. 1883. S. 800, fanden für Milzbrand gelegent-lich nicht immer Uebergang auf den Fötus. Birch-Hirschfeld: Ueber pla-centare Infection mit Milzbrand. Referat der Versamml. deutscher Naturf. undAerzte in Köln 1888. Münch. med. Wochenschr. S. 711, konnte für verschiedeneFälle den Uebergang nachweisen, und zwar, wie es scheint, gerade da, wo dasChorionepitliel erkrankt war. In anderen Fällen und bei anderen Thieren warenkeine Milzbrandbacillen übergegangen.

Typhus:Kaminsky: Petersb. med. Zeitschr. 1868. Heft. 2. Wallichs: M. f. G.Bd. 30. p. 253. Zülzer: M. f. G. Bd. 31. p. 419. Gusserow: Berl. klin.