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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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264
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264 Die Behandlung der zurückgebliebenen Eireste.

Gebilde durch ihre Grösse wohl geeignet erscheinen sollten, Contractionenauszulösen, bleibt diese Erscheinung doch aus. Die Haupterscheinungist die Blutung. Die Tumoren müssen um ihrer hartnäckigen Haft-fähigkeit willen unbedingt künstlich entfernt werden.

Neben diesen mehr oder weniger aseptisch bleibenden Metamor-phosen von Eiresten kommt auch die Fäulniss derselben und der umsie angelegten Blutgerinnungen vor.

Die Behandlung besteht gleichmässig in der voll-Pie 112 kommenen gründlichen Ausräumung der Gebärmutter unter^. genauen antiseptischen Massregeln. Meistens wird man gar

keine Erweiterung des Cervicalkanales brauchen. Sollteaber dies nothwendig werden, so sind die verschiedenenDilatatorien empfehlenswerth. Auch Quellmittel kann manverwenden, wenn man aus bestimmten Gründen eine Ver-schiebung der eigentlichen Gebärmutterentleerung will unddie Erweiterung nicht ohnedies genügend wäre. Hierzu sindaseptisch gemachte Pressschwämme empfehlenswerth (siehekünstliche Frühgeburt).

Das Ausräumen braucht nur bei sehr ängstlichen undempfindlichen Individuen in Narkose zu geschehen. DieUterushöhle und die Scheide muss voran mit Carbolsäurevon 25°/o oder Sublimatlösung von 0,5°/o<> ausgespült unddann der Uterus durch Einführen von 12 Fingern durchäusseren Druck übergestülpt und dessen Höhle genau ab-getastet werden. Besondere Beachtung verdienen die Tuben-ecken. An die hervorragenden Stellen wird darauf eineRe'camier'sche Curette oder ein Simon'scher scharfer Löffelaufgesetzt und abgeschabt. Nach nochmaliger gründlicherAusspülung der Gebärmutterhöhle ist die Procedur vollendet.Alle Patientinnen müssen danach ruhig zu Bett liegen undSeeale cornutum bekommen. Wiederholte Ausspülungenmüssen dann gemacht werden, wenn voran Fieber bestandoder solches sich nach der Ausräumung einstellt. Alle solcheEingriffe wie Injectionen und Ausschaben mache man in.Steissrückenlage, indem man von zwei Gehülfinnen dieBeine vollständig zurückschlagen lässt, den Uterus mit einerST\ Kugelzange, mit Muzeux oder scharfen Häkchen vorzieht.

Scharfe ° ° '

Curette von Alles lässt sich auf diese Weise unter Leitung des Gesichtsr oamier. aus füliren. Die Steissrückenlage ist noch weit empfehlens-werther als die Seitenbauchlage.Schliesslich muss jede Frau nach einem Abortus sich als Wöch-nerin betrachten und einige Zeit unter Ruhe und Pflege zu Bett bleiben.Aber eine Behandlung pflegt, wenn die Operation aseptisch vorgenommenwurde, nicht Platz zu greifen.

Man hat früher auch von der vollständigen Resorption der Placentagesprochen. Auszuschliessen sind selbstverständlich alle Fälle, in denen wochen-lang ein starker blutiger Ausfluss besteht. Man weiss zur Genüge, wie in solcher