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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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254 Der Abortus.

sehen scharfen Löffel ohne Dilatation und Narkose auskratzen. Munde (NewYork) spricht sich in gleichem Sinn aus. C. f. G. 1878. p. 121. Meyer: UeberPlacentarpolypen. Diss. Berlin 1880. Allez: Du Placenta etc. These. Paris 1880. Billroth: Allg. Wiener med. Zeitung. 1882. Küstner: A. f. G. Bd. XVIII.p. 2 u. C. f. G. 1883. Nr. 8. p. 53. Egbert, H., Grandin: Amer. Journ. ofObstetr. 1883. Dec. p. 1253. Ueber Ursachen etc. des habituellen Abortus.Schwarz, E.: Zur Behandlung d. Fehlgeburt. Samml. klin. Vortr. Nr. 241.Southwick, G. R.: Amer. Journ. of Obstetr. 1885. Sept. p. 932. Jacob, E. H.:The Lancet. 1881. Aug. 27. p. 374. Jastrebow: C. f. G. 1882. p. 45. Polypen-förmige Vorragung der Placentarstelle (Sectionsbefund). Dührssen: A. f. G.Bd. 31. p. 161.

Der Abortus hat eine ganze Zahl von synonymen Bezeichnungen:Abgang, Fehlgeburt, unzeitige Geburt, Missfall, Umschlag, unrichtigeWochen, Verschüttung, Fausse-couche. Der Abortus im engeren Sinnedes Wortes findet statt bis zur 16. Woche. Es wird dabei das Ei inder Regel in toto ausgestossen. Nach Ablauf des vierten Schwanger-schaftsmonates stellt sich die Blase, spannt und springt, der Fötus trittdurch den Riss und die Eitheile folgen ihm nach. Je später dieUnterbrechung erfolgt, um so ähnlicher gestaltet sich der Vorgang wiebei der rechtzeitigen Geburt und man kann diesen im Unterschied zumAbortus als Partus praematurus oder immaturus bezeichnen, wobeinoch zu bemerken ist, dass vor dem Ablauf des siebenten Monates derFötus niemals lebensfähig ist, dagegen lebend geboren werden kann(foetus vivus, sed non vitalis).

Es hat mehr praktischen Werth, nach dem Act der Geburt ein-zutheilen, je nachdem das Ei gewöhnlich in toto oder der Fötus erstnach dem Springen der Eiblase ausgestossen wird J ).

Der Zeitpunkt des Eintrittes eines Abortus. Um diesespraktischen Gesichtspunktes willen trennen wir die Besprechug zwischenAbortus im engeren Sinn und Frühgeburt. Gewöhnlich wird jedeUnterbrechung bis zur Lebensfähigkeit des Kindes (28. Woche) Abortusgenannt. Am häufigsten kommen die Abgänge vor im dritten Schwanger-schaftsmonat, d. h. 9.16. Woche, und ganz besonders kritisch sinddie Tage, wo der Berechnung nach die Menstruation wiederkehrensollte. In der späteren Zeit der Schwangerschaft nimmt die Dispositionzur Unterbrechung ab.

Sicher liegt der Grund für die grosse Häufigkeit der Schwanger-schaftsunterbrechung im dritten und Anfang des vierten Monates in derzur gleichen Zeit vor sich gehenden Placentarbildung. Die Chorion-zotten an der Peripherie des Eies atrophiren, nur an der Decidua in-sertionis s. serotina hypertrophiren sie. Das Ei verliert an Insertions-fläche, schlägt aber da, wo es noch haftet, wo sich die Placenta bildet,um so tiefere Wurzeln.

') H. Meyer hat nachgewiesen, dass sehr häufig auch in den verfilztenBlutklumpen sich ein feiner Kanal vorfindet, durch den der Fötus voran geschlüpftist. Es ist aber nach dem 4. Monat entschieden eine sehr seltene Ausnahme, dassnoch der Fötus im geschlossenen Ei ausgestossen wird.