184 Die Lagerung der Kreissenden.
Kehr er: Ueber Dammrisse. Der prakt. Arzt. 1878. — Lieb mann: Z. f. G. u.G. Bd. I. p. 393. — Veit, X: Deutsche med. Woch. Bd. VII. p. 20. 1881. — Va-lenta: A. f. G. Bd. XVII. p. 45. — Reamy, Th. A.: Verhandl. der amerik. Ge-sellschaft f. Gynäk. 1878. p. 576. — Dyhrenfurth: C. f. G. 1882. p. 305. —Behm: Z. f. G. u. G. Bd. IX. p. 76. — P- Johnson Alloway: Behandlung desDammrisses mittelst einer einzigen Sutur. Amer. Journ. of obstetr. Jan. 1884.p. 16. — Schatz: A. f. G. Bd. 22. p. 298. — Bröse: Die fortlaufende Catgutnaht(Juniperusöl-Catgut). C. f. G. 1883. p. 777. — Crede u. Colpe: Ueber die Zweck-mässigkeit der einseitigen seitl. Incision beim Dammschutzverfahren. A. f. G.Bd. 24. p. 150. — Keller: A. f. G. Bd. 26. p. 283, fortlaufende Catgutnaht. —Mekerttschiantz: Zerreissungen u. Schutzmittel des Dammes. A. f. G. Bd. 26.p. 327. — v. Krusenstern: Einige kritische Bemerkungen über die von Mekert-tschiantz vorgeschlagene Dammschutzmethode. A. f. G. Bd. 27. p. 453- — Schrö-der: Fortlaufende Catgutnaht. Z. f. G. u. G. Bd. XII. p. 213. — Schultze, B.S.: Erleichterung d. Geburt durch Verminderung d. im Becken gegebenen Wider-stände. Jenaische Zeitschr. f. Med. u. Naturw. Bd. III. 272 ff. 1867. — Michaelis:PL v. Sieboldt's Lucina. Bd. VI. 1810. p. 23. — Ritgen: Ueber sein Dammschutz-verfahren. M. f. G. 1855. Bd. VI. p. 323 u. M. f. G. 1856. Bd. VIII. p. 123. —Schultze: Ueber Erhaltung u. Zerreissung des Dammes bei der Geburt. M. f. G.Bd. XII. 1858. p. 241 u. ff. — Ahlfeld: Ueber das Dammschutzverfahren vonRitgen. A. f. G. Bd. VI. p. 279. 1874. — Zweifel: Die Krankheiten der äusserenGenitalien und die Dammrisse im Handbuch der Chirurgie von Billroth-Lücke.
Die Hauptaufgabe des Geburtshelfers besteht bei den normalenGeburten — im Nichtsthun, solange der regelrechte Gang nicht gestörtwird. In Wirklichkeit ist das, was gewöhnlich geschieht, nur allgemeinePflege. Man schafft für die Kreissende ein gutes Lager, das zur Ver-meidung von Durchnässung mit einem undurchdringlichen Stoffe belegtwird, sorgt für Entleerung der Blase und des Rectums und gibt ihrdies und gibt ihr jenes, meistens nur des moralischen Eindruckes wegen.Eine wirkliche kunstgerechte Thätigkeit besteht einzig in der Damm-stützung und der Abnabelung. Wie wichtig eine regelmässige Ent-leerung der Blase ist, werden wir später nochmals betonen müssen.
Die Lagerung der Kreissenden ist im allgemeinen nichtvon besonderer Bedeutung. Man hat schon Vorschriften darüber gegebenund hatte diese für nothwendig erachtet in Rücksicht auf die Becken-neigung. Aber alle wissenschaftlichen Untersuchungen über diesenGegenstand zeigten die Inconstanz der Beckenneigung und die häufigenVariationen je nach der Körperstellung, ja sogar nach den verschiedenenBewegungen der unteren Extremitäten.
Unter dem Ausdruck „Beckenneigung" versteht man die mehr oderweniger steile Stellung des Beckeneingangs zum Horizont. Dieselbe wird stärker,also der Winkel zur Horizontalen grösser, wenn das Promontorium höher rückt.Die Bewegung der Lendenwirbelsäule ist aber viel ausgiebiger, als man gewöhn-lich anzunehmen geneigt war (B. S. Schultze). Als Durchschnittsmaass hatH. Meyer die Winkel der Beckenneigung zu 60 ° angegeben. Die grosse Excur-sionsfähigkeit ergibt sich aus der Differenz zwischen Minimum und Maximum(von 30-100°).
Von der Variationsfähigkeit der Beckenneigung, die bei jedem Becken exi-stirt, ist aber die von vornherein gegebene Stellung des Beckens verschieden. Beizu geringer Beckenneigung kommt beim ruhigen Stehen mit nicht rotirten Schenkelndie Symphyse mehr nach vorn. Das Promontorium ist tiefer. Die Druckaxe desUterus geht bei diesen Frauen unter einem kleineren Winkel zur Lendenwirbelsäule