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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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168
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168 Eintheilung der Beckenendlagen.

wegen die Vermutkung, dass die Ursache für die grössere Letalität derFusslagen gegenüber den Steisslagen anders liege, dass bei den ersterendie günstige Gelegenheit zum Ziehen den Hebammen, welche doch mei-stens die Entbindungen leiten, zu verlockend erscheint, als dass sie nichthäufig darin fehlen.

Die Tractionen sind aber nichts weniger als harmlos und gleich-gültig. Ihre Folgen können sich erst später in unheilvoller Weisegeltend machen, wenn um der gestörten Haltung des Kindes willendie Arme emporgeschlagen sind und Schultern und Kopf stecken bleiben.Ich bin als poliklinischer Assistent wiederholt zu dieser Situation ge-rufen worden, wo eingestandenermassen die Hebammen an den Füssengezogen hatten. Weil bei den Steisslagen ein solches Anziehen schwie-riger und den Hebammen nicht so nahe gelegt ist, verlaufen sie unge-stört und besser.

Das einzig rieht ige Verfahren bei Beckenendlagen ist,strengstens exspeetativ zu bleiben, die Lagen in des Worteswahrer Bedeutung als noli me tangere zu behandeln, bisdas Kind spontan bis zum Nabel durchgetreten ist. Sollteaber dann eine Zögerung kommen, so muss ebenso ent-schlossen eingegriffen werden, als bis dahin standhaft ge-wartet wurde.

Ein stets unschädliches Mittel gibt es, das auch den Heb-ammen zur Beförderung empfohlen werden könnte der Druckvon oben her auf den Fundus uteri, natürlich aber nur währendder Wehen.

Mir ist es nicht fraglich, dass sich für eine rationellere Behand-lung der Beckenendlagen noch viel thun und deren Prognose sichwesentlich bessern lässt.

Von Beckenendlagen gibt es nur zwei Arten, je nachdem derRücken des Kindes beim Durchschneiden nach links oder nach rechtssteht. Die erstere ist häufiger und heisst erste. Für den Geburts-mechanismus ist es ganz gleichgültig, ob der Rücken über dem Beckenoder beim Eintritt in dasselbe mehr nach hinten gerichtet sei odernicht. Man hat deswegen die Unterscheidung in Unterarten ganz fallenlassen. Wenn der natürliche Mechanismus im weiteren Verlauf nichtbeeinträchtigt wird, so dreht sich später der Rücken stets so, dassschliesslich das Hinterhaupt unter die Symphyse, das Gesicht nachhinten zu stehen kommt. Das ist aber gerade der wesentliche Punkt.Der Austritt aus dem Becken ist aber für die Bestimmung der nor-malen Lagen massgebend.

Dagegen unterscheidet man die Beckenendlagen in Steisslagen,die vorwiegen, und in Fusslagen. Diese letzteren heissen vollkom-mene, wenn beide Füsse vorliegen, und unvollkommene, wenneiner derselben zurückgeschlagen ist.

Was das Vorkommen dieser Lagen betrifft, so sind dabeidie frühreifen, lebensunfähigen und die unreifen, aber lebensfähigenKinder ganz auffallend stark vertreten (erstere Kategorie 17°/o, zweite