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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
162
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162 Bedeutung der Stirnlagen.

halte ich auch die Berechnung Hecker's auf 1 : 957 für zu häufig.Thatsächlich kommen Stirnlagen als Ueb ergangslagen ausSchädel- in Gesichtslagen geradezu häufig vor, theoretisch in jedem Falleiner Positio facie praeversa. Und ein solcher Uebergang in Gesichts-oder Schädellage kann bis zuletzt, sogar noch auf dem Beckenbodenstattfinden. Ich erinnere mich recht lebhaft einer Stirnlage, welche da-durch vielleicht mit veranlasst war, dass bei einem platten Becken, wonach vorzeitigem Blasensprung die Geburt ins Stocken gerathen war, aufdie Kristeller'sche Expression hin der Kopf zwar durch den verengtenEingang getrieben wurde, aber in Stirnlage auf dem Beckenboden an-langte. Es stand wegen drohender Erscheinungen von Seiten der Mutterschon der Entschluss fest, die Perforation auszuführen, als noch auf demBeckenboden der Stellungswechsel unter stürmischen Wehen sich vonselbst vollzog und das Kind spontan geboren wurde. C. Braun er-wähnt 3 solche Fälle.

Jede Drehung um die Längsaxe des Kindes macht ausder Stirn- eine Gesichtslage und jede Rotation um dieQueraxe des Kopfes eine Schädellage.

. Der Mechanismus ist bei Stirnlagen erst auf dem Beckenbodenund beim Durchschneiden ganz irregulär. Durch die Beckenhöhle gehtder Kopf mit querstehender Stirnnaht und lässt nach einer Seite nochdas Gesicht bis etwa zur Nasenwurzel, nach der anderen die Schädelflächedes Stirnbeines bis zur grossen Fontanelle fühlen. Quer kommt nun derKopf zum Einschneiden. Auffallend ist es, dass die zweite Stirnlage(Rücken rechts) häufiger vorkommt als die erste. (Hecker und Spiegel-berg I : II = 15 : 21.) Das eine Tuber frontale stellt sich in die Scham-spalte, der Supraorbitalrand unter den Schambogen, während Oberkiefer-gegend einerseits mehr nach vorn hinter einem Schambeinast, dasSchädeldach auf der andern Seite nach dem Damm hin verläuft. DerKopf kommt mit dem allergrössten Umfang und in ungünstig-ster Stellung zum Durchschneiden; denn bei keiner anderenphysiologischen Lage geht der Umfang über die Supraorbitalränder zurProtuberantia occipitalis durch, bei keiner anderen ist die Möglichkeitzur Extension des Kopfes so eingeschränkt als hier.

Darum geht es so schwer, trotzdem die Kinder meistens klein sind.Um den erwähnten Stützpunkt wird dann das Kind so ausgetrieben, dassdas Hinterhaupt über den Damm und nachher Gesicht und Kiefer unterder Symphyse zum Vorschein kommen. Nach v. Helly kann die Aus-treibung auch so geschehen, dass die Pfeilnaht quer stehen bleibt, undsich alsdann das Gesicht mit Ausnahme des Unterkiefers auf der einenund das Hinterhaupt auf der anderen Seite unter dem Schambogen her-vorwälzt.

Noch bedenklicher ist eine Stellung des Kindes schräg nach rück-wärts. Hier erfolgt die Ausstossung noch schwieriger. Meistens mussdabei durch Kunsthülfe entbunden werden.

Aehnlich, aber noch ungünstiger ist die Einstellung bei einer G e-sichtslage mit nach hinten gerichtetem Kinn. Der Unterschied