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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
103
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Uterin- und Nabelschnurgeräusch. 103

Schnur am Nabel, bei starker Spannung eines vielfach gewundenen Stranges undähnlichem. Diese Annahmen erklären es, dass in einzelnen Fällen das Geräuscherst entsteht nach und durch die Fruchtwasserentleerung, in anderen aber geradedanach verschwindet.

In practischer Beziehung ist erwähnenswerth, dass das Bestehen desGeräusches kein für das Kind gefährliches Symptom ist. Die Gefahr gibt sichhier wie bei den Herztönen durch die veränderte Stärke und Frequenz zu er-kennen.

Wer sich die Mühe nimmt, die Palpation etwas genauer auszu-führen, dem wird es bei massig fetten Frauen leicht gelingen, auchnoch manche Einzelheiten durchzufühlen. Einen practischen Nutzenkann diese detaillirte Untersuchung nicht stiften, doch vermag sie einemdidactischen Zweck zu dienen.

Stellt sich der Arzt so, dass er die untere Bauchgegend bequemmit der Volarfläche seiner Finger betasten kann und schiebt er dichtüber der Mitte des Ligamentum Pouparti die Finger mit massigemDrucke hin und her, so fühlt er unter den Fingern einen bleistiftdickenStrang. Dies ist das Ligamentum rotundum uteri, welchesaufwärts an der Kante des Uterus bequem zu verfolgen ist. Wennman wieder über dem Ligamentum Pouparti die Finger aufsetzt undetwas hinter dem Lig. rotundum uteri in die Tiefe des Beckens hinein-fühlt, so gelingt es leicht die spindelförmige Anschwellung desOvariums zu fühlen. Der genaue Nachweis desselben durch starkesGegendrücken von unten ist nicht eben so leicht und schmerzlos.Endlich ist auch der Urachus in der Linea alba regelmässig zubetasten.

b) Die innere Untersuchung

wird gewöhnlich mit zwei Fingern (Zeige- und Mittelfinger) ausgeführt.Die Nothwendigkeit einer strengen Desinfection wollen wirhier nur andeuten und für alles weitere auf die Desinfectionslehreim Anfange des Buches verweisen. Nur dies sei hier nochmals wieder-holt, dass die innere Untersuchung bei Schwangeren oder Kreissen-den niemals als Kleinigkeit betrachtet- werden soll. Erst wenn dasGefühl allgemein in succum et sanguinem übergegangen ist, dass dieseran sich kleine Eingriff nichts weniger als harmlos sei, sondern eine soernste Vorbereitung erfordere, als ob der Arzt oder die Hebamme voreiner grossen Operation ständen, werden die Erfolge der Geburtshülfesich noch günstiger gestalten als bisher und schliesslich ideal werden.Das Verlangen nach dem Fett wird im Privathause regelmässig alsdie Vorbereitung zum Touchiren verstanden, so dass dem Arzt dieFrage, ob er innerlich untersuchen dürfe, erspart bleibt, wenn dasselbeanstandslos gereicht wird.

Um sicher und rasch in die Vaginalöffnung zu kommen, drückeman den ausgestreckten Zeigefinger gegen die Raphe und ziehe ihnnach vorn. Es wird dabei die Spitze ohne Weiteres über die hintere Com-missur weg in das Ostium vaginae gelangen. Jetzt folgt die Senkung des