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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Place and Date of Creation
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98 Aeussere Untersuchung.

dehnt ist. Es können zwar die gleichen oberflächlichen Zerreissungen der Hautvorkommen bei verschiedenen Erkrankungen, z. B. bei grossen Ovarial-, Uterin-tumoren und Ascites. Aber über solche Krankheiten muss die Anamnese Auf-klärung bringen. Diese Tumoren existiren in dem Umfange nicht, ohne viel Be-schwerden zu machen und gehen nicht ohne weiteres weg. Frische Streifen sindvon bläulich-rother Farbe und glatt. Aeltere zeigen in schief reflectirtem Lichtbetrachtet Sehnenglanz.

Etwas näher müssen wir auf den Stand des Fundus uteri eingehen.

Mit dem Wachsthum des Eies hält auch das Wachsthum und dieVergrösserung des Uterus gleichen Schritt. Die Längsaxe der Gebär-mutter nimmt in bestimmten Zeitabschnitten ziemlich gleichmässig zu.Dem entsprechend ist es möglich, aus der Abschätzung der Längedes Uterus den Zeitpunkt der Schwangerschaft zu bestimmen.

Da ich später noch einmal genauer auf die Bestimmung derSchwangerschaftszeit zurückkommen muss, will ich hier nur kurz dieGrössenzunahme der Gebärmutter berücksichtigen.

Am Ende des ersten Monats ist die Zunahme der Gebärmutternur schwer zu erkennen. Wenn man bedenkt, wie der Uterus selbstim nichtgraviden Zustand sein Volumen oft vor und nach der Men-struation ganz auffallend ändert, wird man mit der Behauptung zu-rückhalten, eine Schwangerschaft am Ende des ersten Monats aus derVergrösserung des Uterus erkennen zu können.

Im zweiten Monat erreicht die Gebärmutter die Grösse einesGänseeies und hat auch noch dessen Form, indem auch die Portiovaginalis an Dicke und Umfang zunimmt.

Bis Ende des dritten Monats wird die Gebärmutter so gross,dass sie beinahe den Beckeneingang ausfüllt, also beinahe kindskopf-gross. Jetzt ist der Gebärmutterkörper in der Entwicklung auch derPortio vorausgekommen. Die letztere ist noch schlanker und der Körpersitzt auf ihr wie eine Kugel auf einem dicken Stiel. Der Fundus uterifüllt das vordere Scheidengewölbe aus und ragt bis zum oberen Randder Symphyse.

Ende des vierten Monats ist er schon durch die äussere Unter-suchung über der Symphyse wahrzunehmen. Innerlich zeigt sich dasganze Becken davon ausgefüllt. Häufig lässt sich durch das Ballotte-ment schon der in seiner Hülle bewegliche Fötus nachweisen. Auchdas Uteringeräusch ist häufig zu dieser Zeit wahrnehmbar.

Ende des fünften Monats (20. Woche) steht der Fundus etwasüber der Mitte zwischen Nabel und Symphyse, also ein wenig unter-halb des Nabels, den er im sechsten Monat erreicht. Zwischen18. und 20. Woche werden gewöhnlich die Herztöne hörbarund die Kindesbewegungen bemerklich.

Sechster Monat. Der Fundus uteri steht in der Höhe des Nabels.

Siebenter Monat. Der Fundus uteri ist 2 Querfinger breit überdem Nabel.

Achter Monat (32. Woche). Fundus uteri in der Mitte zwischenNabel und Processus ensiformis.