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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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Bildung von Eotoderm und Entoderni.

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des Säugethiereies zu der höheren Organisation kann nur ein Blickauf die vergleichende Embryologie verhelfen. Doch würde es denRahmen des klinischen Lehrbuches weit überschreiten, wollte ich denüberaus interessanten Auseinandersetzungen über die Bildung derKeimblätter im Einzelnen folgen. Für die Details verweise ichauf die vorzügliche Darstellung im Lehrbuch der Embryologie vonOscar Hertwig und beschränke mich hier auf die Angabe der einzelnenWandlungen.

Die erste und einfachste Anlage des Thierkörpers, die wir bis zudiesem Stadium schon verfolgt haben, ist eine Blase (Blastula). Ausihr entsteht durch Einstülpung die Gastrula (Darmlarve nach Haeckel).Diese einfachste Anlage findet sich nur bei dem Knorpelfisch (Amphioxuslanceolatus). Bei allen höheren Wirbelthieren ist auf dem Grund der

Fig. 19.

Fig. 20.

Fig. 19. Keimblase des Amphioxus nach Hatsohek und Hertwig. az Animale Zellen,dz Dotterreiche Zellen, fh Furchungshöhle.Fig. 20. Gastrula des Amphioxus lanceolatus nach Hätschelt, alt Aeusseres Keimblatt, ilt In-neres Keimblatt, u Urmund. ud Urdarm.

Keimblase nicht nur eine einfache Lage etwas grösserer Zellen, sonderneine Masse von Dotterkugeln angelegt. Die Einstülpung, d. i. die Ur-mundbildung, gestaltet sich dann nicht ganz so einfach. So z. B. be-ginnt dieselbe bei den Amphibien, dem Wassersalamander (Triton tae-niatus) am hinteren Körperende. Des Verständnisses wegen ist dieDarstellung in Fig. 22 im Durchschnitt von der Seite aus gezeichnet.

Mit Bildung der Gastrula ist aus der einfachen Zellenlage derursprünglichen Keimblase eine doppelte Zellenlage entstanden auseinem Keimblatt sind 2 entstanden, ein äusseres, das Ectoderm, undein inneres, das Entoderm. Die mittleren Keimblätter entstehendurch Faltungen, auf welche wir nicht weiter eingehen können.

Die Urmundbildung findet sich nun in der Thierreihe bis zu denhöchsten Vertebraten, und nur das Zurückgreifen auf die Embryologiedieser tiefer stehenden Thiere vermag die sonst unverständlichen Bilderbei den höheren zu erklären.

Der Urmund stellt beim Wassersalamander, von hinten angesehen,eine Querspalte mit eingeschlitzter Oberlippe dar.