Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
175
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Siebenter Abschnitt.175stürzten sich auf das indische Fußvolk, und richteten Un-ordnung und Verheerung an. Jezt war Craterus mitder Abtheilung des Heeres, das im Lager zurükgebliebenwar, an dem östlichen Ufer gelandet, und griff die be-reits in Unordnung gebrachten Indier mit frischen Trup-pen an; hiedurch wurde die Flucht allgemein. Porus, deran diesem Tage die Pflichten eines Heerführers in ihremganzen Umfang erfüllt hatte, verließ erst dann das Schlacht-feld, als er die gänzliche Auflösung seines Heeres sah.Sein persönlicher Muth war durch den Verlust seiner bei-den Söhne und seines Heeres, selbst durch den Schmerzseiner Wunde an der Schulter nicht gebrochen, als er sei-nen Elephanten vom Kampfplaz wenden ließ. Alexan-der befahl dem Taxiles, dem Porus sogleich zu folgen,denn Taxiles war der Sprache des Landes kundig. Po-rus, der diesen Fürsten als einen Verräther seines Vol-kes und als einen Ueberläufer verachtete und haßte, wand-te schnell seinen Elephanten zum Kampf. Aber Alexan-der sandte sogleich andere Ossiziere, unter diesen den Me-roe ab, der vormals in vertrauter Freundschaft mit demindischen Könige gelebt hatte. Nach vielem Zureden undVersprechen willigte Porus ein, sich zu Alexandern füh-ren zu lassen. Der König, der die Tapferkeit seines Geg-ners bewunderte und ehrte, gieng ihm, umgeben von sei-nen Gefährten, entgegen. Porus näherte sich entschlos-sen, wie ein tapferer Krieger, der in ehrenvoller Ver-theidigung seiner guten Sache blos dem Unglücke gewi-chen war. Der Sieger betrachtete ihn aufmerksam undfragte, wie er wünsche, daß man ihm begegne? Königlich,antwortete der hochherzige Indier. Das werde ich schonwegen mir selbst, sprach Alexander, aber verlangst dunichts für dich? Nein, versezte Porus, dies Wort be-greift Alles. Der König erstaunte über die Standhaf-tigkeit dieses Fürsten; er gab ihm seine Besitzungen zu-rük, und erklärte ihn für seinen Freund und Bundesge-nossen. Kurz nachher erweiterte er das Gebiet desselbengegen