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Hasenclever's Illustrationen zur Jobsiade
Entstehung
Seite
22
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22und eine literärische Celebrität: denn folgende Abhandlungenhaben ihn, jedem der davon Kenntniß nehmen will, namhaft ge-macht.1. Ob ein Geistlicher mit gutem Gewissen Tabak rauchendürfe.2. Ob man, wenn zwei Frauenzimmer neben einanderständen, von der einen allein sagen dürfe, sie sei tugendhaft.3. Ob es eine Injurie sei, wenn jemand in einer öffent-lichen Gesellschaft eines andern Gesundheit nicht trinken wolle.4. Ob der Eigenthümer eine Baumes gestatten müsse, daßein Missethäter daran aufgehangen werde.5. Ob derjenige, der einem Wolf eine geraubte Gans ab-jage, diese behalten dürfe, oder dem Eigenthümer geben müsse.6. Ob der Mann seine Herrschaft der Frau übertragenkönne.7. Ob derjenige, der für Geld einem Maler als Modellsitzt, diesen injuriarum verklagen könne, wenn er sich später alsSchuft unter die Verdammten abgebildet finde.8. Ob eine Frau, welche auf einem Schiffe niederkomme,auch für das Kind Fährgeld zahlen müsse.Sämmtliche Abhandlungen schrieb er ohne Honorar, denner, fühlte daß Boileau Recht habe, wenn er sagt:Traivaillez pour la gloire, et qu'un sordide gainNe soit jamais l'object d'un illustre écrivain.Daß Keffer Jobs' Antwort lächerlich findet, läßt sich nun-mehr wohl begreifen. Um aber sein volles Urtheil in dieserSache zu haben, muß ich noch Folgendes hinzufügen. Keffersitzt nicht an seiner rechten Stelle, er hat einen höhern Rang inder Hierachie, und heute nur, versteht sich unter Vorbehalt derPraecedenz im Protokolle, darauf verzichtet. Hierzu bewog ihnFolgendes. Er hat sich durch scharfe Beobachtungen überzeugt,daß die Seele in den Mienen und Gebährden der Menschen sichtreulich abdrücke. Keffer ist nun aber unglücklicher Weise kurz-sichtig und hat daher schon manchen Fehlgriff gethan. Heutein einer so wichtigen Sache, will er nicht in einen ähnlichen Fallkommen; darum ist er dem Examinanden nahe gerückt aber immernoch nicht nahe genug um die Brille entbehren zu können. Diesezu putzen ist er beschäftigt, wenn er sie aufgesetzt hat, wird er eswohl zu einem festen Urtheil bringen.Keffer gegenüber am andern Ende des Tisches sitzt HerrBeff, eine unabsehbar lange Gestalt, durch und durch knöchern,selbst das Gesicht. Sein Rücken ist steif und unbiegsam. Er istder größte Pedant, rücksichtslos gegen sich und andere, ungerechtgegen alles Individuelle und daher höchst brauchbar als Präseseines Richtercollegiums, jetzt indessen erst Pfarrer und daher