Er studirte zu Duisburg die Arzneikunde, und genoß dortdie besondere Freundschaft des bekannten Dichters Johann PhillippLorenz Witthof, der zu Duisburg die Professur für Beredsamkeitund griechische Sprache bekleidete und sich durch seine inhaltreichenLehrgedichte einen ehrenvollen Namen in der deutschen Literaturerworben hat. Dieser Umgang war vielleicht die einzige unmittel-bare Aufmunterung, welche Kortum zu Theil wurde.Im Jahre 1767 erhielt Kortum den Doctor=Gradund verließ noch im selbigen Jahre die Universität, um die prac-tische Laufbahn zu beginnen. Er ließ sich zuerst in seiner Vater-stadt als Arzt nieder, zog aber 1771 nach Bochum, wo er bis zuseinem Tode (15 Aug. 1824) der Ausübung der Arzneikunst und denWissenschaften lebte. Er verfaßte mehrere Werke, welche ebenso sehrden denkenden Arzt als den gemeinnützigen Mann verrathen. Soerschienen von ihm: Geschichte der Arzneikunde von ihrem Ursprungebis zum Anfang des 19. Jahrhunderts; (Unna 1809. zweiteAuflage 1819.) Der Bienen=Kalender (Wesel 1776) Grundsätzeder Bienenzucht (Wesel 1776) und verschiedenes über antiquarischeGegenstände. Diese und mehrere andere wissenschaftliche Werkegaben ihm Ruf, aber mehr noch als sie, haben ihn seine humo-ristischen Schriften hochgestellt. Dahin gehören: die MagischeLaterne (4 Hefte Wesel 1784—1786) Adams Hochzeitfeier (Wesel1788) und vor Allem die „Jobsiade oder Leben, Meinungen undThaten von Hieronimus Jobs dem Kandidaten 2c., ein groteskkomisches Heldengedicht in Knittelversen (Münster 1784 jetzt fünfteAuflage 1839), welche er sämmtlich ohne sich zu nennen, herausgab.Kortum war ein sehr fein fühlender, äußerst gemüthlicherund mit geselligen Tugenden reich begabter Mann. Sein Herzwar Allen geöffnet, sein Wort jedem ein Trost, dabei hatteer ein sehr lebendiges Gefühl für Recht und Gerechtigkeit undeine stets thätige Moral. Während diese letztere ihm den seltenenund überall ausdauernden Muth gaben, das mittelbar und un-mittelbar Schädliche zu bekämpfen und zu züchtigen, traf sein Herzimmer den richtigen Ton, sein Gefühl den richtigen Zeitpunkt.Alle Lebensverhälnisse standen ihm gleich nahe. Er zeichnete ebensotreffend und mühelos den Gelehrten wie den Stümper, den feinenMann wie den Bauer, den Hof wie den Pöbel und nahm siealle mit derselben gemüthlichen Laune unter das Objectivglas. Undwo seine Worte straften, da waren sie doch Worte der Er-munterung, sie kamen aus Wohlwollen und schafften Wohlwollen;ja es gewann sich Kortum, und dies ist gewiß interessant zuwissen, selbst in dem Gestraften häufig einen Freund. Wahrlichschöner aber auch seltner kann man sich die Stellung des Satyrikersnicht denken. Durfte man bei ihm auch sagen: facit indignatioversum, so mußte man doch dabei seiner Thätigkeit die Wirkung
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