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Hasenclever's Illustrationen zur Jobsiade
Entstehung
Seite
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man bei ihnen nur ganz leicht und ohne es zu wissen die Seitenhinunter und fühlt sich am Ende in dem Maaße unbehaglich undunerquickt, je weniger man nach den glänzenden Ueberraschungenin dem Fortgange der Darstellung darauf gefaßt sein konnte.Auch diesen hat sich die Blume der Nacht noch nicht im vollenLichte gezeigt.Der ächte Humorist, und deren gibt es sehr wenige, geselltzum Witz die Fülle der Anschauung mit Geschmack und Feinheit.Seine Laune, selbst wenn sie von den Flügeln der überschwäng-lichsten Phantasie getragen scheint, steht fest als das besonneneProduct des Verstandes. Ihm liegen die Seiten des Lebens biszur tiefsten Tiefe klar vor Augen, und in dieser Stellungweiß er dem unscheinbarsten Dinge sein Wesen abzugewinnen.Er zeichnet die zartesten Nüancen und feinsten Beziehungen, erpaart die Zustände auf die überraschendste Weise und bringt dasLeben in ganz neue Beziehungen und zu einer neuen Anschauung.Er ist schnelldenkend, überall spielend und doch mit dem Innerstender Zeiten und Zuständen vertraut. Naiv wie das Kind, kühnund trotzig wie der Jüngling, überlegend wie der Mann undgutmüthig wie das Alter, so steht er den Thorheiten seiner Mit-welt nahe, aber parteilos über ihnen durch diejenige Divina-tions=Gabe, welche, ein Problem der Philosophie, ihn wie einahnendes Gefühl durchweht, und untrüglich das Rechte und dasSchöne lehrt, Er ist kein Spielball der Leidenschaften, er ist bei demGewöhnlichen groß, bei dem Erhabenen nie verletzend. SeineSchöpfungen sind nie ermattend, sie sind erregend und daher stetsinteressant.Zu diesen Humoristen gehört auch unser Kortum, fürdessen Buchdie Jobstade die Illustrationen vor uns liegen; undals solcher ist er eine merkwürdige und beachtenswerthe Erschei-nung. Sein Buch ist eine Schule, die uns zwar, wie Kantsagt, nicht witzig machen, aber wohl witzigen kann. Es ist eineharmlos lächelnde Größe, eine parteilos kämpfende Geißel, einBuch, welches selbst den Narren nicht abstößt, wenn auch dergrößte Narr darin abgebildet steht.Kortum stammt aus einer sehr alten, adlichen Familie,welche früher in Friesland, in Mellum und Kortum am Dollart,ihre Sitze hatte, von dort, durch die Ueberschwemmungen undUnterspülungen der See, um ihre Besitzungen gebracht, verarmtanderweitige Wohnsitze suchen mußte, und zu einem Theil nachMecklenburg und zu einem andern nach Westphalen auswanderte.Unser Kortum, aus der zuletzt genannten Linie entsprossen, wurdeam 5. Juli 1745, also zu einer Zeit, wo der östreichische Erb-folgekrieg begann, der für das bergische Land im. Allgemeinen undfür Kortums Vaterstadt besonders verheerend und verderblichwar, zu Mülheim an der Ruhr, im Herzogthum Berg, geboren.