34in große Verlegenheit gerieth, da die Verpflegung nur nothdürf-tig noch bis zum 5. August ausreichte, und die Meldung, daßauch schon über Crefeld feindliche Abtheilungen vorgingen unddie Transporte angriffen, welche von Rees zur Armee geführtwurden.Nur zwei Auswege blieben übrig, um sich aus der augen-blicklich schwierigen Lage herauszuziehen: entweder mußte er denGegner zur Schlacht zwingen, deren Ausgang alsdann das Wei-tere bedingen werde, oder schleuniger Abzug und Rückmarsch überden Rhein. Welchen dieser Auswege der Herzog wählte, kannnach dem, was wir bisher von Ihm gesehen, kaum zweifelhaftsein. „Der Faden scheint mir sehr verwirrt zu sein“ — schreibter am 30. Juli an den König — „um ihn mit Leichtigkeit wie-der entwirren zu können; sollte ich denselben jedoch mit Gewaltzerschneiden müssen, welche Hoffnung auf Erfolg läßt sich wohlhegen, wenn ich mit so ungleichen Kräften, besonders an Caval-lerie, mich zu schlagen gezwungen bin und wenn noch außerdemdiejenige, auf welche ich am meisten zählen muß, abberufen wird?") — — Doch gebe ich mich noch immer der Hoff-nung hin, daß die Dinge eine bessere Wendung nehmen werden.Meine Bewegung nach der Maas scheint den Feind in Verwir-rung zu bringen; sollte es nothwendig werden ihm eine Schlachtzu liefern, so habe ich allen Grund zu hoffen, daß ich mit Glückaus derselben hervorgehen werde, nachdem ich ihn der Vortheileberaubt habe, die ihm seine hinter der Erft genommene Stellunggewährte“ 2c.Die Besetzung von Brüggen, ganz in der linken Flanke derArmee, war dem Herzog höchst ungelegen; der Feind mußtenothwendig dort vertrieben werden. Da die Brücke über dieSchwalm bei Brüggen vom Feinde abgebrochen war, so konnteGeneral Wangenheim von Elmpt aus keinen günstigen Angriffauf die Stellung unternehmen. Wiederum war es der junge Erb-prinz, dem die Ausführung dieser Expedition anvertraut wurde.) Es bezieht sich diese Stelle auf die vom Könige verlangte Rücksendung der 15 preußischen Escadrons. Unter dem 14. August antwortet Friedrich aus Liegnitz, daß er vorläufig noch davon absehen wolle, und fügthinzu: „Wenn es auf eine Schlacht ankommt, so werde ich mit Vergnügenerfahren, daß Sie sich meiner Dragoner bedient haben.“ 2c.
Druckschrift
Kriegsschauplatz an der Erft und Roer im Sommer 1758 : nebst einer Uebersichtskarte
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