Druckschrift 
Kriegsschauplatz an der Erft und Roer im Sommer 1758 : nebst einer Uebersichtskarte
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

12sich hatten zu Schulden kommen lassen. So mußten die armenUnterthanen den Schaden der undeutschen Politik ihrer FürstentragenKehren wir nun zur Erzählung der ferneren Begebenheitenauf dem Kriegsschauplatze zurück, so finden wir zunächst die Ex-pedition gegen Düsseldorf. Schon zwei Tage nach der Schlachtbei Crefeld hatte der Herzog den hannoverschen General vonWangenheim mit 4 Bataillonen und 5 Schwadronen nebst schwererArtillerie dorthin entsendet. Den 27. Juni erschien dieses Trup-pencorps bei dem Dorfe Heerdt, nachdem schon Tages vorherdas Scheitersche Freicorps bei Bilk über den Rhein gegangenwar, um die Stadt auf dem rechten Ufer einzuschließen. Kur-pfälzische Infanterie, welche zwischen Ober= und Nieder=Cassel imLager stand, hatte sich schon am 25. Juni, als die erste Nachrichtvon dem bei Crefeld errungenen Siege der Verbündeten nachDüsseldorf gelangte, in die Festung zurückgezogen, wo sie nunmit 4 Bataillonen Franzosen unter dem Grafen von Bergeyk dieetwa 8000 Mann zählende Besatzung ausmachte. Commandantwar der kurpfälzische General von Isselbach, welcher bei der An-näherung der Verbündeten schleunigst die Geschütze auf die Wällebringen und alle Anstalten zur Vertheidigung treffen ließGeneral von Wangenheim schickte den Oberstlieutenant vonWaldhausen in die Stadt und forderte den Commandanten zurUebergabe auf. Als diese Aufforderung zurückgewiesen wurdeschritt man in der Nacht vom 27. zum 28. Juni zum Bau derBatterieen, welche Arbeit durch den damals schon vorhandenenRheindamm sehr erleichtert wurde. Am 28. mit Tagesanbruchwurde das Feuer aus 6 schweren Geschützen und 4 Mörserneröffnet, wodurch der nördliche Stadttheil hart mitgenommenward, denn etwa 180 Häuser und mehrere Kirchen erlitten starkeBeschädigungen. Bis zum 29. Nachmittags ließ General Wangen-heim das Feuer ununterbrochen fortsetzen, welches von den Be-lagerten nur schwach erwiedert ward, und sendete dann denOberstlieutenant von Waldhausen abermals in die Stadt zurWiederholung der Aufforderung zur Uebergabe. General vonIsselbach war geneigt darauf einzugehen, wenn die anfänglichharten Bedingungen gemildert würden, und General von Wan-genheim machte nun keine Schwierigkeiten zum Abschluß einesVergleichs, da er wußte wie sehr es dem Herzog darum zu thun