109Als auch der Pächter diese Wundermähr vernahm,ergriff ihn ein Schrecken, daß er den Hirten so schlechtgehalten und ihm weder Lohn noch Kost, sondern nurein elendes Kleid gegeben hatte. Er beugte sein Knievor dem Grafen und erfihlte Vergebung. Eberhardaber schalt ihn und nannte ihn einen Narren, daß erso viel Aufhebens von seinem Sauhirten mache.Der Pächter lief in's Kloster und erzählte demAbt, welch einen vornehmen Sauhirten er sieben Jahrelang gehabt habe. Der Abt glaubte, sein Pächtersei plötzlich übergeschnappt und hatte nicht übel Lust,ihn in eine Zelle einsperren zu lassen, bis sein Verstandzurückkehre. Aber der Pächter bestand auf dem, waser gesagt hatte und beschrieb die Ritter und Knappenso genau, daß der Abt sich entschloß, mit eigenen Augenzu ſchauen.Er kam noch zeitig genug, um zu sehen, wie dieRitter und Knappen sich tief vor dem Hirten verneigten,in größter Ehrfurcht Abschied nahmen und dann hinwegtrabten.Er redete Eberhard in tiefer Unterwürfigkeit anund war erstaunt, in ihm nicht allein einen hochgebornenGrafen, sondern auch einen tiefgelehrten und sehr from-men Mann zu finden. Lange führte er mit ihm ein
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Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
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109
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