Lexicographisches.
Wie schon in den lautlichen und synthetischen Verhält-nissen der Wierstraatschen Chronik die nahen Beziehungenzum Niederdeutschen, vor Allem zum Niederländischen sichkundgaben, so zeigt auch der vorliegende Wortschatz man-oichfache Berührungen mit jenen Dialecten, und wir wollenaus ihm im Folgenden das Bemerkenswerthe hervorheben,indem wir zugleich auf solche Wörter Rücksicht nehmen, diein der Elüthezeit des Mhd. noch nicht in Anwendung gebrachtwurden.
Alassij 101, o lassij m.
Der Ausdruck ist nicht wie Groote annehmen möchte,mit dem frz. ä l'assant, zu den Wallen! oder ä l'assassin,Mord, Gewalt! verwandt, sondern wir müssen nach einen Aus-drucke suchen, der den Begriff des Jammers in sich enthält.Wir linden das Wort mit der gewünschten Bedeutung im Mnl.
hör. belg. XI^Eylacen (wehe) wat is mi geschiet.,, ,, XI 7 Aylaes ic mac wel wonen.Ferner X 94 och lacy gotX Hg o lacy11 51 ey laesII so he laas,die letzte Form gibt uns zugleich einen. Anhalt für die Ety-mologie des Wortes. Es ist dasselbe, wie das frz. helas, ital.ahi lasso, prov. ai las, altfrz. ha las, engl, alas, vom lat.lassus. Näheres über die Bedeutung Diez, Etym. Wb. 189.
kallen is98, ahd. challön, mhd. kallen, im heutigen Ndl.und zum Theil im Nd. erhalten Hildebrand im Deutschen