Lautlehre.
Auf mf'r. Boden, hart an clor Grenze vor. Niederfrankenentstanden, zeigt die Chronik eine eigentümliche Mischungvon Hoch- und Niederdeutsch in ihren Lauten, keineswegs istsie, wie Groote in der Einleitung S. V annimmt, ein reinniederdeutsches Gedicht. Auch darin irrt Groote, dass erS. 95, die Verse 387 ff. kommentirend, von einem „gebrochenenDeutsch der Burgunden" redet. Der Dialect vielmehr, dessensicli die Belagernden bedienen, ist niederfränkisch, woraufschon Braune a. a. (). aufmerksam gemacht hat. Es istübrigens, um dies beiläufig zu bemerken, ein beliebter Zug,besonders auf der Bühne, dass Dichter, die sonst überall dasallgemein gangbare Hochdeutsch schrieben, hier und da einesanderen Dialeetes sich bedienten, so schon im Meier Helm-brecht, zumal aber im XVI. Jahrh. Auch Luther fuhrtBauern in ihrer Mundart redend an. Ferner lässt FranzOmichius in seiner Komödie von des Dionysii Syracusani undDamonis und Pythiae brüderschaft (a. 1578) die auftretendenBauern plattdeutsch reden, ebenso bedieuen sich dieser Mund-art die Bauern in E. Stapels Irenaromachie (a. 163Q). Andere
Anmerkung'. Abweichungen vom correoten Niederfränkisch, dievielleicht auf die Schuld des kölnischen Druckers zu setzen sind, be-merke ich nur folgende: dem 1624 statt ndfr. den; 1637 zo statt to; fernerwürde das Ndfr. statt strunt 2072, uns 2073, 2078 u. oft., malcli 2680, sich 2080,entreent 2(582, stront, ons, nialek, siek, ontreent erfordern, wenn uueh zu-gegeben werden muss, dass z, B. in Klever Urkunden das u vor folgendemNasal sieb erhält. Der Vers 416, wo das strenge Ndfr. is statt ist undItaers statt yrs gesetzt haben würde, halte ich für einen nicht zur Rededer Burgunder gehörigen parenthetischen Zwischensatz.