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Sprachliche Untersuchungen zu Christian Wierstraats Chronik der Stadt Neuss : ein Beitrag zur Sprachgeschichte des Mittelfränkischen im XV. Jahrhundert
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durchgemacht. Während tuon im Ahd. und Mlid fast ineiner unabsehbaren Menge von Füllen verwandt wird (siebeGrimm Gr. IVsimr.) ist machen mit Acc. nur auf vereinzelteWendungen beschränkt (Grimm Gr. IV 597). Nachdem aberdas tuon im Laufe der Zeit überhandgenommen und in Folgeder allzuhäufigen Anwendung eine gewisse Abneigung einge-treten sein mochte, fühlte der Sprachgeist das Bedürfniss nachAbwechselung und man griff nunmehr zu dem früher seltene-ren machen, während tuon last ganz in den Hintergrund tratund im Nhd. nur in wenig Redensarten sich hat behauptenkönnen. In unserer Chronik finden wir beides vertreten.

Der Dichter sagt sowohl1 Gli.'J ind machen dem fürst frewden sohyn

als auch

1G22 den deden sy truwen schyn.

Aber aus dem oftmaligen Vorkommen von thun nebeneinmal auftretendem machen, dürfen wir wohl die Schluss-folgerung ziehen, dass das letztere Wort zu jener Zeit sichnoch nicht hatte einbürgern können, sy dacden zeychen 2001,eyn procession doyn 2:124, ein offerhaude doyn *8t u. oft.

Unser jetziger Sprachgebrauch verlangt gewichtigere Worte,das thun ist zu verblasst: ein Zeichen geben, eine Processionveranstalten, ein Opfer darbringen.

Bisher haben wir thun nur soweit berücksichtigt, als esmit einem substantivischen Objecto im Accusativus verbundenwar. Ist thun mit dem Inf. vorknüpft, so sind zwei Fälle zuunterscheiden:

1. das thun hat seine selbständige Function und entsprichteinem got. taujan, gataujan, einem frz. faire, einem grieeh.-oiav. In diesem Sinne fasse ich das doen an der Stelle2148 auf:

idt, deed dair manchen beven.

Es (nämlich die vorher geschilderten Unglücksfälle) be-wirkte, dass da manche bebten.

Hier das doen als rein auxiliar aufzufassen, wird nurstatthaft sein, wenn der Nachweis erbracht wird, dass bebenauch als unpersönliches Verbum vorkommt.