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Sprachliche Untersuchungen zu Christian Wierstraats Chronik der Stadt Neuss : ein Beitrag zur Sprachgeschichte des Mittelfränkischen im XV. Jahrhundert
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Umgekehrt zeigen schwache Substantiva mitunter starkeFormen. Wenn auch hei der Mehrzahl der hierher gehörigenFülle /. B. hei den Acc. Sing, katz 647, noch 170, kann n;i i,schad SM u. s. w. wohl Apokope der Flexionsendungen anzu-nehmen ist, eine Voraussetzung, deren Wahrscheinlichkeit nochverstärkt wird durch den Umstand, dass neben diesen kürzerenFormen die volleren gar nicht selten sind, (schaden ue«, 19:19,2704, 29ot, katzen H89,1212,66i), so ist doch hei dem Gen. borch-graiffs 2039 die Annahme eines solchen Ueberganges nicht vonder Hand zu weisen.

Ein Substant., das mehrere Male vorkommt, bezeugt uns,dass man bereits angefangen, im Gen. Sing, der schwachenDeclin. die starke mit der schwachen zu verbinden: desvredens 655,2687, sie*fn^vröden^oas- Das Genetivus-s, das innominalen Zusammensetzungen, deren ersten Theil ein starkesMase. oder Neutr. bildet, durchaus berechtigt ist, drang auchin solche Composita ein, welche als erstes Element ein Femin.der starken oder ein Nomen der schwachen Declination auf-weisen, indem das Sprachbewusstsein in jenem s nicht mehrden Flexionslaut, sondern einen compositenbildenden Laut sah:upfartz (fäch «ins, Lumbartz lochet. / w<? l ';'~

Gebrauch der Adjectiva.

Wie schon seit Alters im Mittel- und Niederfränk. (cf.Braune in seiner Ztschr. I u f.), so ist auch in vorliegendemWerke der Gen. und Dat. Sing. Fem., sowie der Gen. Flur,aller drei Geschlechter in der schwachen Adjectivdeclinationausser Brauch gekommen; zur Vertretung dient die starkeForm: in der alder ee 9, unser liever frauwon 23<;o, der groisserswaerer smertzen 550 u. s. f.

Anwendung der schwachen Form.

1. Nach Pronom. du hoeghste keysei^ syn moedige hertz es,yr fromen ritter «g§ etc.

2. Nach dem bestimmten Artikel, sehr oft. Ob dieschwache Form in der Anrede und nach dem unbestimmtenArtikel gebraucht ist, liisst sich wegen der weitgehendenund willkürliehen Apokope in den meisten Fällen nicht ent-