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Sprachliche Untersuchungen zu Christian Wierstraats Chronik der Stadt Neuss : ein Beitrag zur Sprachgeschichte des Mittelfränkischen im XV. Jahrhundert
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Flexion der Verba.

Die T. Pers. Sing. Praes. hat entweder in Folge der weit-greifenden Aprokope das e abgeworfen, ich saigh: daigh oderdas e behalten, ich melde 721: velde oder sie zeigt dieEndung -011

ich schrijven: drijven 652 (Inf.)ich gewagen: gedragen mi.

Die alte Endung-n, die sieh ursprünglich auf die unthema-tischen Verba beschränkte, wurde somit von den schwachenVerben her auf die starken ausgedehnt.

Die II. Pers. Sing. Praes. hat in der Eegel die alteEndung -es, -s, bewahrt. Aber schon fangt die Sprache an,einem t Eingang zu verschaffen, so in byst «2, um, 'bis ver-einzelt neben häufigerem bys auftaucht.

In der IIT. Pers. Plur. ist das Schwinden des urspr. indo-gerni. t bereits zur Kegel geworden. kommen: Ironien i«/ 2 ,aber die Periode des Ueberganges von den vollen zu den ab-geschwächten Formen kennzeichnet sich auch hier wiederdurch die theilweiso Erhaltung der ersteron; am längsten haf-tet t noch an haynt 3044, 2812^5^, gaynt. 575, synt (neben häufi-gerem syn); dann noch je einmal in dryngent 1001 cygent 203,vloyckent 422

II. Pers. Sing. Pract. Ohne t bleves 502 , hyeldes 993.

III. Pers. Sing. Praet. Auch liier zeigt sich das bereits

oben erwähnte -en. Von den hierhergehörenden Formen seiennur die Reime

machten 775 (Sing.): verachten (Inf.)brachten (Plur.): wachten 2411 (Sing.) angeführt.Zu beachten ist sodann noch eine Erscheinung, die aller-dings bei Wierstraat, noch eino ganz vereinzelte ist, aber inspäterer Zeit, z. B. bei Luther ein weites Gebiet sich eroberthat, dass nämlich im Sing, des Praet. der starken Verba,gerade so wie bei den schwachen sich ein auslautendes eeinstollt, bei Wierstraat einmal hielte 2888