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Sprachliche Untersuchungen zu Christian Wierstraats Chronik der Stadt Neuss : ein Beitrag zur Sprachgeschichte des Mittelfränkischen im XV. Jahrhundert
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diesem Vorgänge entziehen können. Von den zahlreichenFällen seien nur einige angeführt:

hoird 370, would 154, ich Sprech i3is , loeff (Dat.) oft, steed(Nom. Plur.) oft, vyaudt (Gen. Plur.) oft. Neben den apoko-pirten Formen haben wir auch noch die volleren, aber in ge-ringerer Anzahl, z. B. were 025, soulde 943 etc.

Ebenfalls findet sich Synhope des e: gestylt 2373 (gestillet) esi,vindt i8!)2 (vyndcti 7 ), nempt i 80 , wunten 321 ( = wundeten),engelseh 1819, Elysszbeth 1067 (Elisabeth 1073). Vereinigung vonxVpokope und Synkope: vuld sui (=vüllede), sterkt 614,2352(= sterkede), genaed 807. Die Vorsilbe ge bleibt in der Hegelganz erhalten, doch findet hier und da gewissermassen ein Ver-schlucken des e statt: gnaed 8 o7 (genaede 535), gleufflich 1921(geleufft io 6 ).

Bisweilen ist die Kürzung so weit gegangen, ganze Flexions-silben zu tilgen, mynsch (Gen. Plur.j/g, 30«, dagegen myn-schen i 2S b, 21ms. mag 1297 (Acc. Sing.) ( = niagen); graiff 2302 (Acc.Sing.), aber graven als Dat. Plur. H7 8 , schad als Acc. Sing.8013070, daneben schaden u«, 1919 u . öfter, vyand (Dat. Plur.) 343,nach jag (=uachen): dach, juedschaft 423 (judenstiegh 1450),heick 22113 (Dat. Plur.).

Inclination.

Während die Inclination im Hochdeutschen zwar auchstattfindet, aber in der älteren Periode meistentheils unbezeichnetgelassen wird, tritt sie in unserer Chronik, wie im Mnd. und Mnl.auch äusserlich oft zum Vorschein. In eine solche enge Ver-bindung mit dem folgenden oder vorhergehenden Worte könnennatürlich nur Satztheile von geringerem Gewichte gebrachtwerden, vor allem Pronomina und die Praeposition zo.

darp (die Arp), apertzvleysch, twasser, ast (als es), mant(man es), shogeu (des hohen), smaendaigs (des Montags), tieson(zu diesen), tallre (zu aller) etc.