23 —
sohut (nom. Sing.=8chuz): put(=phütze) 2485, hurst (mhd.hurst): vurst (mhd vürste) gros, huld (mhd. hulde): vuld (mhd.vüllede) 3n aj , knipbussen: vlussen 3120. Sodann die Bindungenbegorden (mhd. begürten): worden (mhd. Worten) 400, kortzenistortzen (mhd. sti'irtzen) 712 geboeron (mhd. gebürn): hoerenrio, 1353.
Da also in unserer Chronik der dem gemeindeutschen üentsprechende Laut mit gemeindeutsch, u zusammenfallt, sokann auch der erste vor Explosivlauten und vor v, das ausbh hervorgegangen, zu 0 verdumpfen. Beispiele hierfür sindschon zum Theil oben beigebracht worden: begorden 40,3, geboe-ren (=gebüren) 710 u. s. w.
Der Vocal in wünschen, obwohl graphisch durch u aus-gedrückt, muss ein mehr nach i neigender Laut gewesen sein(vergl. das ndl. 11, das wie ü ausgesprochen wird), daraufweist der Reim inynschen: wünschen hin. Gestützt wird diese It v •ZJ^'J £4Annahme auch durch den Umstand, dass auch in der leben-den Neusser Mundart eine solche Aussprache dos Stammvocalesin wünschen üblich ist.
Lange Vocale.
Mhd. ä. Kaum zu erwähnen ist, dass wie im Gemein-deutschen, so auch im Mir. eine Anzahl langer a durch Zu-sammenziehung entstellen: slayn: miasdayn «3, slayn: gedayn 025u. s. ferner.
Mhd. 06. Der Umlaut von a ist tief eingedrungen.Beweise dafür sind die zahlreichen Stellen, an denen ae aufe reimt seer: erveer (=ervaere) 794, meer: weer (=waere) 1759,smelich: vlelich 2215.
Das umgelautete ä reimt sogar auf kurzes e bevell (= bevclh):feel (=vaele) 24g, lieir (her): wer ( = waere) 1042, recht: echt( = achte) 3022, knechten: brechton (=brachten) 624 etc.
An zwei Stellen ist ae durch den Reim mit dem aus ientstandenen e gebunden reed (= raete): meed (= mit) 28«; beste-digen: vredigen «sei; gräve, das auf ein lat. gravio zurückgeht, iststets umgelautet, nicht bloss.im Plural. Nur das Nieder- undMitteldeutsche lautet den Stammvocal in diesem Worte um.