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Kurze Vocale.
Mhd. a. In der Regel entspricht ihm auch in unseren)Denkmale ä. Bemerkenswert!! ist der Umlaut in dein Ver-bum sagen. Diese Erscheinung zeigt sieh nicht bloss imSachs., sondern auch im Ndfr., wo seggen schon früh, dieallein berechtigte Form ist; in der Neusser Chronik, die hartan der Grenzscheide des Mf'r. und Ndfr. entstand, hat einefeste Norm sich noch nicht gebildet. Neben sag (I. Pers.Sing.): dag923 und gesacht: macht701 erscheint 278 und 2604gesecht: knecht. Für den Umlaut von haben vermag ichReimbelege nicht beizubringen, jedoch dürfte die Thatsache,dass hebben in den Urkunden des Grenzdistrikts, ja noch süd-licher (Lacomblet, ndrh. Urkundenbuch II No. 435 aus Cöln,Grimm, Weisthümer S. 777 aus Stommeln bei Cöln) sieh vor-findet, es wahrscheinlich machon, dass wir in du heelt's «u,man heefit^asi sy heefftgjee lautliche Formen, wie sie in Neussgesprochen wurden, zu erblicken haben. Viel häufiger erschei-nen dagegen die gemeindeutschen, nicht umgelauteten. Nebenman 315, 350 etc. tritt das auch in cöln. Schriften (z. E. inKoelhoffs Chronik) sehr häufige men auf: 521 52!) u. s. fAuch im Oberdeutsch, kommt diese Form vor (et'. Lexer mhd.Wb. I 2022). Altes a, gemeindeutsch gewöhnlich zu e geschwächt,hat sich stets erhalten in niemantz 501 59a etc., ebenso ist altesa gewahrt im Substant. viant: vianden: bestanden 1723; ausder lat. Form saneti wird durch Umlaut sent.
Mhd. r. Das aus a umgelautete e ist fast völlig durchge-drungen. Beweisende Reime sind
steed: med ( = mit) 2 iu, wellen: gesellen 279, hende: eilende^,stellen: wellen «18, geschefft: getrefft 1210, necht: knecht 803,bevesten: esten 1577, siegen: degen 1921.
Wenn hier und da die nicht umgelautete Form zumVorschein kommt am Schlüsse der Verszeile, so wird bei derWahl dieser Form das vorhergehende oder folgende Reim-wort nicht ohne Finfluss gewesen sein:
vasser: wasser 2663) basser: wasser 2417, magen (Flur): ver-
aragen um-
JWJ.