14
Die Bilder und Vergleiche, deren sich Wierstraat bedient,sind zum grössten Theile nicht sein Eigenthum, sondern erverwerthete nur die in der Kunst überlieferten Mittel, wieeine gedrängte Uebersicht darthun möge.
Christus erscheint als höchster Kaiser x , als himmlischerKönig, an dessen Seite als Kaiserin Maria thront. Sie wirdauch der Engeln Königin, Fürstin genannt. Auf sie häufter eine Fülle ehrender Bezeichnungen: Mutter Gottes, unsereFrau, Vorstand alles Frauengeschlechtes, auserkorene Magd.
Sogar aus dem Reiche der edeln 2 Gesteine entlohnt ei-serne schmückenden Beiworte. Sie ist der himmlische Kubin 32o:i8, des Himmels Saphir 4 2 3io. Einer der Gott zunächststehenden Vertrauten ist der Himmelsfürst St. Quirin, der amHofe des himmlischen Kaisers die Dienste eines Marschallsdas, (»8, versieht. Er wird, so hoffen die Neusser, ihnen Banner-träger 2004 sein, um die Feinde ritterlich zu besiegen. Als dieNeusser, „sent Quiryns froeme Knechte" 023, die Feinde heran-rücken sahen, da brannten sie vor Kampfbegier wie Feuers-glut 72, sie streiten wie „unverzagte Löwen" 693j wie „starkeBären" nse- Der Kampf selber ist ein Spiel, dessen Ausgangunbestimmbar ist:
083/84. Och wie wenich wüsten die getruwen ind fromen hartdat do alreyrst umb den steyn gedobbelt wart.
Der strenge Tod 031 Hess manche Wangen erbleichen 1132,
1 Diese irdischen Herrscherprädicate wurden schon früh auf Gottund Maria übertragen, im Heliand sehr oft heban kuning,
Otfr. I 3 3: 111 meinu soft Marina
Kunigiu thiu riohun.
2 lieber derartige Epitheta vergl. Glimm in der Einleitg. ■/.. „gold.Schmiede" S. XLI ff., den Rubin führt er nicht an.
8 Muskatblut VIII 40 (nachdem er unmittelbar verlier den Kubinerwähnt hat) von Maria:
darumb hau ich gediehet dich des stoynes rot.Zu der „Ursula" 353 (Schade ndrh. Ged.j: Ursula die fijn robin, dieedel smaracht. Uebertragen auf Venus in einem niittelnioderla'ud. Liede(bor. belg. XI 214) Venus, die ciaer Robijn.8 Muscatblut, VIII 133 _
du bist der steynder kusche saphir