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Sprachliche Untersuchungen zu Christian Wierstraats Chronik der Stadt Neuss : ein Beitrag zur Sprachgeschichte des Mittelfränkischen im XV. Jahrhundert
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Gottes, der Jungfrau Maria und des hl. Quirinus, des Schutz-patrones der Stadt Neuss. So oft die Neusser einen Angriffvon ihren Feinden zu erwarten haben, lässt er sie inbrünstigden hl. Quirinus anflehen. Er ist durchaus ein Mann derFriedensruhe, die er sowohl für die Stadt Neuss, als auch fürdie Feinde vom Herrn erbittet. Hass die Neusser von schwerenKriegsnöthen bedrängt sind , haben sie , so glaubt er, selbstverschuldet, denn Gott hat sie für ihre Sünden züchtigenwollen; daran anknüpfend fügt er die ernste Mahnung hinzu,fortan die bösen Sünden zu lassen und dem Mitmenschen nurGutes zu thun. Jedesmal wenn die Neusser bei einem Sturmedie Feinde von den Mauern ihrer Stadt glücklich zurück-geschlagen haben, lässt er sich die Gelegenheit nicht entgehen,nachdrücklich darauf hinzuweisen: hier hat wiederum sichtbarGott und der Id. Quirin zu unserem Heile gewirkt.

Die Treue, mit der sich Cöln der belagerten Neusser an-nahm, weiss er nicht genug zu rühmen:

262 ff. Dye froemen wyssz van Colne schoen

sy eygent prijssz zo draegen kroenall up dem rijn der duytscher steedeyn hoefft zo syn

und öfter.

Von seiner Objectivität legt ein schönes Zeugnis« ab, dasser auch bei den Feinden die guten, lobenswertheil Eigenschaftenanerkennt. Als der Kaiser mit grosser Macht gegen Karlvon Burgund rückt und dieser kein Bedenken trägt, demReichsheere sich entgegenzustellen, rühmt Wierstraat des Her-zogs Muth. V. 1922 preist er die Tapferkeit der Gegner mitden Worten:

Vur wair et waren frome degendye engelschen ind stoulze manyr werck sy stalten gleufl'lich an.

Hie aufopferungsfähige Treue, welche die gefangenenBurgunder ihren kranken Leidensgenossen gegenüber an denTag legen, hebt er lobend hervor:

1389 ff. dye gud getruw gesellen (d. fliehend. Burgund.)

droegen oever Nuysser wellendie anderen die niet mochten gayn.