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Sprachliche Untersuchungen zu Christian Wierstraats Chronik der Stadt Neuss : ein Beitrag zur Sprachgeschichte des Mittelfränkischen im XV. Jahrhundert
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2653/54 Mit oerloeff moys ich gewagen

Mallich will mich schymps erdragen.

Ein wirksames poetisches Mittel sind die Dialoge zwischenden Neussem und Burgundern, worin ev mit anerkennenswerthemGeschick die Stimmung im Lager der beiden Gegner treffendcharacterisirt, den Uebermuth auf Seiten der Burgunder, diezuversichtlich die Stadt Neuss 7,u erobern hoffen , die Stand-haftigkeit der Neusser, die unentwegten Muthes, im Vertrauenauf ihre Tapferkeit und die Umsicht ihres Feldhcrrn in dieZukunft schauen. Es fehlt bei ihm nicht an Stellen, in denener seiner Darstellung einen höheren Schwung zu geben sucht,hierher gehört die Bitte der aufs Aeusserste bedrängtenNeusser an Maria:

2340 behued dyess stat, dyess portz ind wall

vur schad, vur schand, vur nedervall.

(man beachte die nachdrückliche Wiederholung desselbenWortes und die Allitteration).

Nachdem die Noth der Belagerten auf's Höchste gestiegen,kündet endlich der Wächter vom Thurm herab frohe Märe,der Kaiser rücke mit Heeresmacht zum Ersatz heran:

250911'.: Erfrewd uch fürst uyss Hesserlanterfrewd uch all dye syn tohantin Nuys belacht mit swaerem mögterfreuwd uch yr j unekheren go'iterfreuwd uch burger in knecht.

Neuss wurde vom Kaiser mit besonderem Lobe bedacht,weil es sieh auch iu Zeiten der schwersten Noth gehaltenhatte:3058/59 des geefft man bogen loff

der stat van Nuyss dorch's Keysers loff.

Es zeigen sich auch mannichfache Spuren von Allittera-tion: an und äff 121, sehymp ind schertz g«, heufft ind hyrnen n9 8 ,vrysch ind vroelieh 755, vro ind vrysch 2222-Er ist ein treuer Sohn seiner Kirche, der mit franzerSeele dem Glauben an Heilige und Wunder anhängt, nurmit Worten tiefster Ehrfurcht des Pabstes und der Geistlich-keit gedenkt. Sein Werk lässt er beginnen mit der Anrufung