XCT BAMBERGER GLAUBE UND DEICHTE 445
Verfeinerung der sinne, freude an gaslerei poesie jagd und festlichkeilen,in adelcs giluste 118 scheint sieh das emporstreben der dienstmannschaftzu spiegeln, gimeitheit, welche hier 134 neben ubercierida und wÄttiu-rida als verwanter begriff steht, wird gleichzeitig oder nicht viel späterin der genesis als schmückendes beiwort des ritterlichen gefolges derherscher gebraucht: Joseph reitet seinem valer entgegen mit ime manichriter gemeit 5068, Esau will Jacob begleiten mit sinen heliden gemeitcn3158, und hundert jähre später im priesterleben 537 ist gemeitheit fastso viel als höfsclieit. was die poesie anlangt, so ist 192 mit der lügen-haften wohl die nationale oder spielmannsepik, mit den hurliedem undschandgesängen die lyrische, etwa lanzlieder, gemeint, vgl. was Schmellerl 2 , 811 (605) aus einem beichtspiegel anführt (tu confessor) quacrc decantationibus in clioreis et quaestionibus lascivis. auch die weltliche con-versalion erregt den hass des Verfassers (192 virchrönide, 194 lurap-cliosen) und ein starkes element des scherzes und spolles (191 in huohc,in spotte, 193 in honreden mdnigen) tritt darin hervor, vgl. die zu XXVIII*angeführte stelle aus Nolker. man bemerkt, dass in dem System dersündenlehre dieselbe sache mehrere seilen hat. hönchose erscheint auchz. 161, aber als quelle von zorn und streit, und wiederum uppichose 155(vgl. 194 tumpchösen) im Zusammenhang der trägheit. die anspruchs-volle Verfeinerung der sinne sowohl 195/7". »'* ouch 153 senftigerni,156 in senflimo legere, die Verachtung des heiligen, des kirchlichen,des göttlichen, der priesler, die feindseligkeil des laienlums überhauptgegen den stand und die Interessen des Verfassers erscheint unter superbia125, vana gloria 137, avaritia 181. sogar gotlesverläugnung und Un-glaube kommt vor 138, aber heidenlum und abgölterei nicht in derselbenreihe, sondern nur als ein mittel, wie es scheint, des habsüchtigen Schatz-gräbers 169. 170. doch hält es in dem ganzen denkmal schwer, zwischendem traditionellen und dem, was für die zeit characlerislisch ist, zuscheiden, aus der 149 nicht eben reich ausgeführten traditionellen tri-stitia dürfen wir kaum auf gesteigerte Sentimentalität raten, jedesfallsist der reichlum moralischer anschauungen selbst, den uns diese formeterschliefsl, für den geisl des Jahrhunderts bezeichnend, die beslimml-heit übertragenen sinnes, welche viele wörler hier erlangt haben, selzl&Neine lange auf besserung des lebens gerichtete beichl- oder vielmehrprediglpraxis voraus, vgl. Gervinus {•', 171. und selbst in der vor-liegenden trockenen aufzählung empßndel man einen hauch von leiden-schafl, welche sich, ohne je genüge zu finden, in mafslosen häufungenergeht und weniger begrifflich streng sondernd als synonyma an einanderreihend die eigene anschauung der Sünde zu steigern sucht, dass wireinen geüblen redner vor ung haben, zeigt in glauben und beichte, diedoch wohl von einem Verfasser herrühren, die bewundermigswürdige kühn-heil und sicherheil des periodenbaues, die gelegentlich hervortritt, jawo die rede sich höher erhebt, in der sündenklage, schlägt deutlich vier-taktiger rhylhmus durch, z. 233 wände bis z. 236 sind mit leichtigkeildarnach zu lesen, wenn man nur z. 233 die form meindätön wählt,diese reimlosen verszeilen sowie die verwanle Sinnesart, welche hier