r • \ L %-4 . -V .*-., &o>VH &fFWJ ■'*.-.. ■# i Ä # li : ' ULB Düsse Idor f +4016 726 01 'V, *A: •<• DENKMÄLER DEUTSCHER POESIE UND PROSA AUS DEM VIII—XII .JAHRHUNDERT HERAUSGEGEBEN VON K. MÜLLENHOEF UND W. SCHEKEB DRITTE AUSGABE VON E, STEINMETER ZWEITER BAND: ANMERKUNGEN BERLIN WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG 1892 -D ■ CQ I DAS WESSOBUUNNER. GEBET. 251 Cod. lat. 22053 (Wessobr. 53), cimel. 20 der k. bibliothek zu München aus dem ehemaligen klosler Wessobrunn in Oberbaiern, über de invenlione s. crucis cum aliis variis, 100 bl. Mein 4°— am Schlüsse die annalislische noliz Ali incarnalione domini anni sunt DCCCXUU —, enthält das gedieht auf bl. 65 b . G6 a unter der Überschrift De poe.ta. UPez thesaurus aneedolorumnovissimus] (Auguslae Vindelicorumet Graecii 1721), 417.418. monumenla boica VII (Monachii MDCCLXV1), 377. FDGräler Dragur 5 (Leipzig 1797), 118 — 155 mit einem faesimile vom paler Ellinger. UJDocen miscellaneen, München 1807, 1, 20—25; 2, 290. 291. die brüder Grimm die beiden ältesten deutschen gedickte aus dem achten jh.: das lied von Ilildebrand und TIadubrand und das Weifsen- brunner gebet zum erstenmal in ihrem metrutn dargestellt, Cassel 1812, s. 80—88. WWackernagel das Wessobrunner gebet, Berlin MDCCCXXVII. MAGesserl de codice Wessofonlano (mit faesimile) in Naumanns serapeum 2, Leipzig 1841, 1—8. Silvestre palcographie universelle. qualrieme parlie, Paris 1841, faesim. KMüllenhoff de carmine Wessofonlano et de versu ac stropharum usu apud Germanos anliquissimo, Derolini 1861. WScherer in der zs, für die österreichischen gym- nasien 1870, 53 — 59. die verse sind in der hs. nicht abgesetzt, aber durch punkte, oft auch in der caesur, so abgeteilt, dass unsere Interpunktion sich genau daran anschliefsen konnte, aufser v. 2 (s. anm.), v. 7, wo ein punkt die zeile schliefst, und v. 9, wo die halbzeilen nicht abgeteilt sind. Den inhall der hs. verzeichnet Gesserl. nach Scherers Untersuchung 252 besteht sie aus drei ursprünglich verschiedenen teilen, der mittlere teil, von bl. 22*—66 1 ', eine arl geographie des heiligen landes, theologische ex- cerple zu prediglzwecken, metrologische und geographische nolizen und dergleichen über die sieben arles liberales, zum teil mit deutschen erklär- ungen (Germ. 2, 89 — 95), zuletzt das gedieht enthaltend, darf für eins der ältesten denkmäler gelehrter Studien in llaiern gelten, wenn auch der auf der ursprünglich leer gelassenen seile 66 b von einer andern hand nachgetragene freilassungsbrief cum licentia Riholfo magislro noslro ei rege noslro Carolo aus den jähren 788—S00 nicht unbedingt beweist, dass die vorhergehende samlung noch im achten Jahrhundert geschrieben ist, da die Urkunde nicht notwendig hier zum ersten male aufgezeichnet worden ist. durch die Überschrift De poela sollte das gedieht den bemerkungen DENKMÄLER II. 1 2, I DAS -\YESSOBRUKNER GEBET über die artes liberales angereiht werden; sie ist kaum unpassender als die nächst vorhergehende De chronica von den menschlichen lebensaltern, vielleicht selbst nur ein Überrest einer erklärung poelica de poeta wie bl. 64" calcnlus ile cathalogo [diese worle gehören nicht zusammen, Decalhalogo, entstellt aus De decalogo, findet vielmehr seine erklärung in dem folgenden de decem uerba legis], aber auch in dem nach einer leer gelassenen zeile dem gedickte hinzugefügten, sich deutlich auf seinen schluss beziehenden salze qui uon uult peccata sua penitere, ille uenit iterum ubi iam amplius illum non penitebunt nee illorum se ultra erubeseit tritt dieselbe praclisch geistliche absieht hervor wie etwa bl. G3 1 ' am Schlüsse des salzes über die giammalica non est sapientia qui coequari possit carilati et Immililate quod est radix omnium bonorum, ein und dieselbe hand hat das gedieht und den übrigen zweiten teil aufser der Urkunde geschrieben: der G-rune bedient sich der Schreiber auch schon bl. 63" vor kazungali; ebenso bl. 37 b in der halbuncialen Überschrift des Zeichens für et wie im gedieht für enti. dass es mit der ganzen samlung nur aus einer allem vorläge (für eine solche spricht noch der umstand, dass die bemerkungen über ISaue- ueri bl. 60 b und die Städtenamen bl. 62 b von Argentoratensis an auf f. 47 a des clm. 14689 (Graffs Bib. 7) unabhängig von unserer hs. wiederkehren, vgl. auch Germ. 7, 470) abgeschrieben ist, macht auch die aus- lassung und der Schreibfehler in z. 3 wahrscheinlich, durch die mit rot ausgezeichneten grofsen anfangsbuchslaben der v. t. 5. 9 sind drei leite des gedichls angedeutet, und man kann sich der prüfung, ob sie eines oder verschiedenes Ursprunges sind, hier um so xceniger entziehen, weil ohnehin bei jedem litterarischen producl dieselbe frage zu stellen und zu prüfen ist. die prüfung ergibt auch alsbald die innere verschiedenheil der teile. Der erste teil 1—4 ist der eingang eines alten heidnischen sächsischen gedicktes, das vom anfang der dinge ähnlich wie die Yöluspa handelte, wie diese in slr. 3 Ar var alda bar er Ymir bygdi: vara sandr ne saer, ne svalar unnir, iörd fannsk aeva, ne uppbiminn: gap var ginnunga, en gras hvergi —, so beschreibt er die uranfängliche leere, aber zugleich die abwesenheit alles lichtes, nicht auf die bibel oder wie im muspilli auf gelehrte theologen beruft sich die dar Stellung, sondern vielmehr auf die allgemeine Überlieferung und aussage der menschen, und das gedieht ist auch deshalb für heidnisch zu hallen, weil es, gegen ende des achten jh. in Baiern aufgezeichnet, seinem aller nach noch weiter hinaufreicht und sächsisches Ursprunges ist. es liefert uns einen beleg für die Wanderung der lieder von stamm zu stamm, ebenso wie die gleichzeitigen und späteren Zeugnisse für die heldensage (zs. 12, 285. 300/". 313—317 usw.). für das aller und die sächsische Herkunft spricht mancherlei; für jenes schon die sonst in der deutschen poesie und selbst in der ags. nur spurweise (de carm. Wessof. p. 17 un d anm. zu IV, 3) vorkommende form des liottahdlls, auf 253 den hier die kritik mit notwendigkeil hinführt. reinsächsisch ist gleich I DAS WESSOBRUNNER GEBET ö v. 1. 2 das zweimalige Dal für Daz, dasselbe tvorl, das sich auch in dialeklen am längsten unverschoben erhall (vorr. xvii vgl. ix) und als characterislisch für die ursprüngliche mundarl sich am ersten noch in den oberdeutschen abschriften der lieder des Veldekers findet. dann ist gilYagn ic, gefragn ic eine alts. ags. ganz gewöhnliche formet, in oberdeutschen quellen aber gafragn ih nicht nachweisbar, und wenn auch der umlaul in gafregn ih durch die enclise des pronomens wie in Olfrids meg ih, scel iz sich erklärte, so spricht doch die vocalisierung der con- sonanlverbindung nicht eben dafür, dass die formet dem Schreiber geläufig war; bereits Lachmann (über das Hildebrandslied s. 132) erkannte in gafregin ili das praelerilum. ferner ist alts. mid firahon, mid man- noii, mid eldioD, ags. mid yldum udglm. häufig, während es ahd. sonst — doch vgl. frgm. theot. 33, 16 II. mit mannum, Olfr. 1, 2, 40 mit druton — unlar mannum, unlar manne heißt, s. zu musp. 111,93. in firahim ist nur die hochdeutsche flexion hergestellt. firiuuizzo meista erklärte Schmeller baier. wb. 1, 155 zuerst richtig nach gl. I'rud. ahd. gl. 2, 419, 37. 475, 20 dei viriuuizzi portenta sommorum (Graff 1, 1099). firiuuizzo aber verglichen mit enleo, uuenleo scheint gen. plur. von firiuuiz (Wiener gen. 19, 10 Hoffm. virwilz: biz), gleich ags. fyrvet, alts. firiuuit. dass nur die persönliche bedeulung 'curiositas', nicht die sächliche 'wunder' alts. und ags. zu belegen ist, steht dem sächsischen Ursprünge des ge- dichtes nicht entgegen, weil diese zweiseiligkeit der bedeulung im characler der allem spräche überhaupt begründet ist (de carm. Wessof. p. 22). 2 dos metrisch vollkommen gesicherte ero kommt in keiner andern quelle vor; das merkwürdige worl beweist dalier für das aller des gedicktes. ere in der Wien. gen. 74, 14 Hoffm. (Milsl. hs. 104, 16 Diem., Vor. Joseph 903 Diem.) scheint ein fem. qri zu sein und nur arvum, pflugland zu bedeuten, ere in den hss. des Iwein 3989 (mhd. wb. 1, 50) ist nur 'ein aller fehler' für erhe, s. Lachmanns anm. die Tegerns. gl. hero solum zu Yirg. Aen. 7, 111 = aM. gl. 2, 658, 63 ist wahrscheinlich nur verschrieben für herd (Schmeller baier. wb. 2, 236, Graff 4, 999, zs. 15, 84. 117). JGrimm (gramm. 3, 221) denkt bei ioner uioner an ero und hält dies für eine einfachere und ältere form von erda, wie schon früher Wackernagel. für die vergleichung ist außer gr. zqcc (c(>«£e) sanskr. iri ir. ire besonders lal. arvum und altn. iörvi locus arenosus (Egilsson 45t b ) zu berücksichtigen, [ob ere der Wiener genesis aus ari hervorgegangen, bleibt allerdings nach einem weiteren mhd. beleg, den ich Roediger verdanke, kehr. 70, 32 ere (erde hs.): gere, zweifelhaft; aber kaum wird man mit Bremer zs. 31, 206, der noch andere spuren des subsl. nachweist, ero als regulären nom. sg. eines kurzsübigen fem. ansprechen dürfen, vgl, auch Kögcl in Pauls grundriss 2, 1, 196. EvdHellens Vorschlag ero 'einst' Germ. 31, 274//'., den bereits Füglistaller (anz. 10, 149) machte, verbietet ua. die Wortstellung.] die bedeulung lässt der Zusammenhang und die Übereinstimmung der formein ertha endi upphimil Hei. 88, 15, eorde and uplieofon oder uprador Andreas 799, Grimms mylh. 1186, gen. 99, exod. 26. 76. 429 usw., iörd ue (eda, ok) uphiminn Völusp. 3, Hamarsh. 2, Vafpructn. 20, Oddrunar gr. 18 nicht 1* 4 I DAS WESSOIiRUNNER GEHET zweifelhaft, dass üfhimil und composila mit üf in ähnlichem sinn außer iii'lih supcrnus (Graff 1, 172) und etwa tifhüs ahd. nicht wiederkehren, mag in der dürftigkeil unserer quellen seinen grund haben. Dat ero ni uuas noh üfhimil kann nur für einen halbvers gellen und metrisch nicht nach der inlerpunktion der hs. in zwei hälflen geteilt werden, noh paum noh pereg ni uuas ist damit durch allilleration nicht verbunden und fällt aus dem Zusammenhang des übrigen heraus, man kann wohl positiv sagen wie C, 2 got der himel unde erdin gescür, louh, bliiinen unde gras udgl., aber nicht füglich negativ 'es gab weder erde noch himmel, noch auch bäume und berge'; und wer, um die anfängliche leere und finslernis zu schildern, erst die abwesenheil der erde und des himmels, als des Inbegriffs aller dinge, dann die abwesenheil der großen leuchtenden korper, Sterne, sonne, mond und meer hervorhob, kann natürlicher und verständiger weise, während sein augenmerk den erhabensten gegenständen der sinnlichen anschauung sich zuwendet, nicht dazwischen zu bäumen und bergen abgeirrt sein und die einfache anordnung jener sich grillenhaft zerstört haben, die worle noh paum noli pereg ni unas sind 2öiohne zweifei von dem ersten aufzeichnet des Stückes hinzugesetzt, um einen langvers herzustellen; entfernt man sie wieder, bleibt die erste Hälfte eines regelrechten lioäahdlls übrig. 3 zwischen ni . . . nohheinig ist das Substantiv, ausgefallen und notwendig sterro, stenio oder stern, welche form Graff mehrmals belegt 6, 722. 723 (vgl. Wackernagel wb. id. dxix), zu ergänzen, die herkömmliche Ordnung, sonne mond und Sterne, ist mit absieht verlassen und sehr schön sind zuerst Sterne und sonne, dann mond und meer geparl und einander entgegen gestellt, die regel der allilleration, die st und s zu binden verbietet, aber verlangt zu dem Substantiv noch ein mit s beginnendes episches epilheton, und dafür steht, zur besläligung der herkunft des gcdichles, nur das. alls. adjeeliv suigli 'hell' zu gebot: suigli lioht sconi, suigli sunnün lioht oder sein IM. 168, 6. 109, 20. 171, 13; svegle searogimmas ßeöv. 2749. 1157?; siö reäde röd ol'er ealle svegle selned on baire sunnan gyld Crist 1103; vgl. der liehte Sterne, der hehle sunne bei Spervogel MSF. 28, 24. 24, 4, daz geslirne heiter Servalius 3117, the berhto, huuito sterro, that hedra, torhta tungal IM. 18, 11. 20, 3. 18, 6. 19, 11. 170, 1. 2. 111, 6, se leöhla steorra, Jiät beorhte, hoedre, torbte, svegltorhte tungol gen. 256, Daniel 369, Crist 693. 934, gnom. Exon. 1, 40, heidar sliörnur Völusp. 51. ist das fragmenl aber ursprünglich sächsisch, so ist sterro noliheiu zu schreiben, da die Allsachsen, so viel wir wissen, nur sterro ags. steorra und kein abgeleitetes nigenig kannten, das der poetischen spräche ohnehin wenig zusagende nohheinig wird erst von dem hochdeutschen aufzeichne)' herrühren, dessen hand auch noch weiterhin in dieser zeile sich bemerklich macht, abgesehen davon, ob noh sunna ni seein metrisch genügt oder nicht, so ergibt noh nein in der caesur und seein am Schlüsse '■I ßs langverses einen üblen reim und seein aufserdem eine ungeschickte Häufung der a-anlaule. der anslofs, den selbst der aufzeichner durch nohheinig teilweise vermied, verschwindet völlig, sobald man ni liuhta aus z. 4 für n ; S cein herübernimml, und es ist nicht zu besorgen, dass I DAS WESSOBRÜNNER GEBET t> der dichter, der sachlich die Strophe so ausgezeichnet gliederte und ni liiihta im sinne halle, anders gedichtet hat. der hochdeutsche aufzeichner wollte abermals v. 4 durch die Umstellung, wie v. 2 durch den zusalz, einen langvers herstellen, ni lmlila aber an die richtige stelle gesetzt ergibt in 3 und 4 die regelrechte zweite hälfle eines lioäahdlls. 4 niareo- seo als compositum gleich dem gol. marisaivs zu nehmen geht nicht an, weil dies ahd. mindestens niariseo oder meriseo heifsen würde, auch Wackernagel im alld. leseb. 1859 nimmt märeo richtig als adjecliv. sein früherer einwand (das Wessobrunner gebet s. 55), dass im ahd. nur märo, märro als schwache form von märi statthaft sei, ist schon fürs ahd. nicht ganz stichhaltig (Ilaupt in den Wiener jahrb. 67 (1834), 195/"., llolz- mann Isid. s. 141 f., Grimm gramm. 1 (1870), 64S, Henning Sand- gallische sprachdenkm. s. 94), fällt aber ganz hin, wenn das fragment allsächsisches Ursprungs ist, da sie alls. släls märio märeo lautet, der märeo seu — seu ist hier und im Hildebrandsl. nur, um die einsilbige ausspräche zu erleichtern, geschrieben — ist 'das grofse, herliche meer', wie alls. ihea märiün eriha, tliat märio lioht Hei. 39, 5. 105, 24 und an zahlreichen anderen stellen auch ahd. das adjectiv diese erweiterte be- deulung zeigt, und daher zu vergleichen mit thie gröto seu Hei. 131, 22, sc bn'tda, so sida sae Crist 1145, lieöv. 507. 2394, aldinn marr Havam. 62. im innern südlichen Deutschland, wo die unmittelbare anschauung des ineeres fehlt, würde es nicht mit sonne, mond und Sternen zusammen genannt und dem mond mit ehrendem behvorl gegenüber gestellt sein, in mlid. gedickten führen meer und see nur den beinamen wilde d. i. wüst, öde, unbewohnt; im alls. abecedarium nordmannicum aber V, 10 finden wir die formet lagu Uie leohto, die von derselben unmittelbaren anschauung ausgeht, wie die verszeile hier, so gibt diese zu allem übrigen noch einen entscheidenden beweis für die herkunfl der Strophe aus Norddeutsch- 255 land. das gedieht, dem sie angehörte, ivar zu seiner zeit in Deutschland wohl ebenso berühmt und angesehen wie die Völuspa im norden, und es erklärt sich daraus seine Verbreitung bis nach Baiern. Das zweite stück z. 5—8 besieht aus vier langversen, von denen nur die zweite hälfle von 7 durch das überflüssige dar iniarun eine un- gebürliche Verlängerung erfahren hat, wie schon die Grimm 1812 er- kannlen. es ist christliche poesie und leitet eine Schilderung der wellschöpf ung ein, der nach der schon in der ags. genesis und später in allen mittelalterlichen darstellungen beobachteten Ordnung v. 7 f. der stürz der engel voraufgieng. in meiner abhandlung habe ich noch die ansieht festgehalten, dass der christliche dichter dieses Stückes den anfang des berühmten heidnischen liedes von ähnlichem inhalt benutzt habe, um daran eine forlselzung zu knüpfen, wie ja auch die bekehrer heidnische heüigtümer und feste dem christlichen cullus anpasslen; aber auffallend bleibt dabei der Wechsel des melrutns. da erst der hochdeutsche aufzeichner die Strophe im lioäahdlt durch Zusätze und Veränderungen auf das mafs von vier langzeilen zu bringen suchte, derselbe auch im zweiten leil v. 7 durch einen zusalz sich bemerkbar macht und noch den anfang des zweiten Stücks durch den rubricierlen grofsen buchslaben anzeigt, D I DAS WESSOBIiUNNER GEBET » so ist es viel wahrscheinlicher, dass er auch diese fragmenle zuerst aus verschiedenen gedickten zusammengestellt hat. es könnte v. 5 — 8 der anfang eines selbständigen hochdeutschen, vielleicht baierischen gedichls oder doch aus dem anfang eines solchen entnommen sein, spuren des niederdeutschen sind nirgend darin zu entdecken. die meinung JGrimms gramm. 3, 65, dass niwfhl nur in positiven salzen ohne begleitendes ni stehe, veranlasste Lachmann vor vierzig oder mehr jähren zu der an- merkung 'niwfht ist gegen den sinn, nöowiht gegen die allilleralion, das richtige wird sein wiht'; aber Graft 1, 732 belegt noch mehrere niwiht ni. zu der reimenden formel enleo ni wenteo lässl sich nur aus späterer zeit vergleichen bei dem Meisner wende au ende HMS. 3, 93 b (102" die vier wende (demente) : ende an ende), van ende bei lo wende brem. wb. 1, 307. 5, 227. Kögel aao. 6 enli ist für den sinn, wie für den vers gleich entbehrlich, und kann daher eingeflickt sein, in jedem falle aber gibt es einen merkwürdigen beleg ab für das schwanken zwischen paralactischer und hypotactischer Satzverbindung, da es den nachsalz einleitet, wofür Kblbing zs. f. d. phil. 4, 348 alle beispiele beibringt und das mhd. wb. 3, 183 b , 15 noch ein sehr spätes hat. es muss darnach de carm. Wessof. p, 31 heißen 'Als da nichts war . . . (und) da war . . .' 7 im Bcöv. 3182 steht nicht manna, wie Kemble und Thorpe angeben, sondern, wie mir ESievers bestätigt, mannü, also mannum mildust in der hs. [Wülker und Zupilza lesen indes manna]. aber in der exodus 549 heißt Moses als lehrer manna mildust und golt wird noch im Orendel 3450 (3447) himeüscher man angeredel, ein epischer ausdruck ist hier übertragen und gemeint ist der müdeste herr und fürst. Spervogel klagt MSF. 29, 6 Ich hau gedienet lange leider einem manne der in der helle umbe gilt. über mit c. occ. gramm. 4, 707, Dietrich zs. 11, 393 ff., hislor. declinal. theot. p. 29 und alemannische psalmen (sprachprJ s. 20) 129, 4 mitlih, 7 mit truhtinan, mit inan. der vers hat vier gleiche liedstäbe, wie auch Lachmann annahm (vgl. zu Hildebr. 12), und am natürlichsten betont man mit inän, wie bei Olfrid 4, 24, 15 nim inan und im Ludwigsl. XI, 40 gilönön iinöz, s. über ahd. betonung und verskunsl s. 257 f. die andere mögliche betonung mit (nan hätte ihre analogie in mit ir, mit im vor den caesuren des vierten liedes der Nibelungen 333, 4. 401, 3 und wäre ebenso zu beurteilen, Lachmann zu Nib. 118, 2; vgl. musp. 111, 7 5. Der gro/'se buchslab v. 9 bezeichnet genau den punkt, wo die er- zählung, die v. 8 noch mit enti cot heilac fortfährt, abbricht, und in die 2ö6anrufung und ein gebet übergeht, und damit den anfang des drillen teils, derselbe, der das erste und zweite fragment zusammenstellte und interpolierte, machte hier den versuch eigner produclion. die arl der anknüpfung lässl vermuten, dass erst die formein almahtico cot v. 6 und cot heilac v. 8 ihn auf den gedanken brachten, ein gebet hinzuzulun: u)iire die abfassung desselben von vorneherein seine absieht gewesen, so würde er nicht den erzählenden eingang gewählt haben. das gebet ist nur aus sonst bekannten und geläufigen formein und reminis- cenzen zusammengesetzt, wie die vergleichung von LVIII. LXXV111 B, 13. I DAS WESSOBRUNNER GEHET / LXXI1I, 20 f. LXVII, 17 f. ergibt, der compilalor behielt sogar aus einem metrischen gebet ähnliches Inhalts, das Scherer mit hilfe des fränkischen LVI11 reconslruierle, zwei durch reim und allilleralion gebundene, ganz richtig gebaute verszeilen 12. 13 bei, war aber des Versbaues so unkundig, dass er ihnen hinten und vorn 11.14 noch einige worte anfügte, womit das mafs der verse um je zwei hebungen überschritten ward, ein unvers ist auch die halbzeile 9, 2, und nicht minder sind 15, 1.2 nach hochdeutschem mafse überladen, aber dass er verse machen wollte, erhellt aus seinem bemühen, die allilleralion durchzuführen, die freilich z. 15 misriel, weil uuidar in der verbalcomposition nur minder betont ist (Lachmann ahd. belonung s. 240 f.). da in der inlerpolalion der beiden ersten fragmenle dasselbe technische Ungeschick sich zeigt, so ist nicht zu bezweifeln, dass der Verfasser des gebeis auch der inlerpolalor und erste aufzeichner jener stücke ist. 12 über in cum acc. in adverbialen formein Graff 1, 293/". [Ausgehend von der praemisse, dass die zeile Dat ero ni uuas noh üfhimil nur einen halbfers bilden könne, gelangle Müllenhoff für die vordere hälfle seiner ersten Strophe folgerichtig zur annähme des lioita- hdtts, den er dann auf grund minder stichhaltiger argumente auch in dem resl der Strophe durchzuführen trachtete, aber Dat ero ni unas noh Üfhimil ist ein correcter langvers, bestehend aus einer halbzeile des tgpus U und einer des gekürzten tgpus C. damit entfällt jede notwendigkeil, das sonst der ahd. und alls. poesie fremde melrum hier oder vollends mit Möller zur ahd. allillerationspoesie 1888 s. 51 f. auch in der folgenden slr. zu statuieren, unabhängig davon ist die frage, ob die Worte noh paum noh pereg ni uuas echt sind, bedenken erwecken sie in der lat. denn tiimmt man mit Müllenhoff an, dass der erste teil zwei gedanken ausdrücken sollte: 1) die sichtbare well existierte nicht, 2) es herschle dunkel, so durfte nicht blofs die erde mit detail ausgestaltet werden; fasst man aber mit Wackcrnagel (zs. f. d. phil. 1, 295) bäum und berg als ausführung der erde, sterne, sonne, mond als ausführung des himmels, so schleppt das meer nach, indes ein anwohner der see konnte wohl das meer als drittes dem himmel und der erde hinzufügen und als ihm bedeutsamstes an das ende der aufzählung stellen, gehörte der vers von anfang an zu dem gedichle, so bedarf er einer ergänzung, welche freilich in Greins noh pulga (Germ. 10, 310) oder gar in Pipers noh pah nicht gefunden werden kann, auch Wackernagels noh stein, dem muspilli entnommen, befriedigt darum nicht, weil es neben pereg nichts neues bietet, gegen Eögels ansprechende Vermutung, es habe noh paum ni slönt (alls. stört) geheifsen, muss ich einwenden, dass sonst jede lang- zeile dieser negativen Schilderung nur ein verbum enthält, alle glieder der aufzählung sind mit noh aneinandergereiht, jede halbzeile von der vierten an beginnt mit der parlikel: darum teile ich die unvollstätidige zeile ni nohheinig unter tilgung des aus ni uuas vielleicht nur wiederholten ni (vgl. auch den zusatz von ni z. 6) in noh einig und nehme dazwischen eine lücke an, die ich am ehesten mit Eögels swegelstern ausfüllen möchte; denn MüllenhofJ's suigli slerro häuft die s-anlaute und Wackernagels sim- 8 I DAS WESSOBRUKNEB GEBET plex swrgel hat nicht die hier erforderliche specielle bedeulung 'Stern', es läge nahe, nohheinig zur vorhergellenden zeile zu ziehen und nach paum einzusetzen: aber dann fehlte zu noli sunna ni seein der correspon- dierende halbvers; und wiederum zwei versc nacheinander mit nohheinig zu schliefsen, wie vdllellen tut (noli paum nohheinig noh pereg ni unas, noli suigli tungal nohheinig), wäre wenig schön. ■ — Müllenhoffs zweite slr. setzt etwas voraus , will man nicht die zurückverweisenden dar streichen, sichere spuren sächsischer abfassung, falls man nicht enteo ni uuenteo hierher rechnet, sind allerdings nicht vorhanden, aber auch keine, welche dawider zeugen, wunderbar wäre jedoch, dass der Schreiber des Wessobrunner codex oder vielmehr der seiner vorläge die anfange zweier die wellschö'pfung behandelnder gedichle verschiedener provenienz gekannt und von beiden gerade die erste Strophe mitgeteilt haben sollte, und dass diese zwei Strophen sich lückenlos und durchaus passend einander anschließen: unbedingt müsle ich da Müllenhoffs älterer ansieht (oben s. 255) den Vorzug geben, dass z. 6—9 die hd. forlsetzung von z. 1—5 bilden, z. 6—9 sind zweifellos christlich, aber auch in z. 1—5 kann für heidnischen Ursprung höchstens die berufung auf die künde unter den menschen gellend gemacht werden, ebenso beginnen die ags. geistlichen gedickte gern mit dem verb gefrignan 'fando aeeipere', und berufen sich nicht auf bibel oder theologen: es scheint mir irrelevant, ob gafregin allein oder niil lirahim dabei steht, dieser zusatz bringt kein neues momenl zu der Vorstellung hinzu. — dass in der letzten parlie Müllenhoff mit unrecht einen poetischen versuch erblickte — schlechthin unmöglich ist Wilkens reconstruclion zs. f. d. phil. 4, 314 —, gibt heule wohl jeder zu: es ist ein prosaisches stück, in welches zwei verse aus einem beliebten gebete eingemischt wurden. — hinsichtlich der drei grofsen rot betupften anfangsbuchslaben, denen Müllenhoff und Scherer für die kritik besonderen wert beimafsen, stimme ich durchaus vdllellen zu: die anfange der drei salze, aus denen das ganze besieht, sollten damit bezeichnet icerden.l II DAS lllLDEBHANnSLIED. Cod. theol. fol. 54 der landesbibliolhek zu Cassel, mit der allen Signatur über sapionliae XXXVII (nicht XXXVIII) ord. 1Ü, 7 6 bl. klein fol., im VJII/IX jh. wahrscheinlich in Fulda geschrieben, das lied steht auf bl. 1" und 7 6 1 ' ton zwei gleich alten händen wie prosa geschrieben mit unregelmäßiger Interpunktion. JGabEckharl commenlarii de rebus Franciae orientalis, Wirceburgi MDCCXX1X, 1,864—902: Fragmenlum fabulae romanlicae, saxonica dialecto seculo VI11 conscriplae. die brüder Grimm das lied von llildebrand und Uadubrand, Cassel 1812, 1—79. WGrimm de llildebrando anliquissimi carminis leulonici fragmenlum, Gollingae 1830. KLachmann über das Hildebrandslied in den historisch• philologischen abhandlungen der Berliner akademie 1833, 123—162. WWackemagel alldeutsches lesebuch, Basel 1839, 63—68; II DAS IIILDE1IRAKUSLIED V Basel 1859, 55—60. in rücksichl auf CWGrein das Hildebrandslied nach der hs. von neuem herausgegeben, kritisch bearbeitet und erläutert, mit einer lithographierten lafel, Marburg 1858 (unverändert — nur dass an die stelle der lafel eine schlechte Photographie der beiden bl. trat — wiederholt Cassel 1880) hat Eduard Sievers auf meine bitte die hs. von neuem mit WGrimms facsinüle verglichen, auch eine photographische ab- bildung der beiden blallseiten anfertigen lassen, welche er Halle 1872 veröffentlichte (s. zu IV, 1). OSchröder bemerkungen zum Hildebrands- liede in den symbolae Joachimicae 1, Berlin 1880, s. 1S9 — 218. HMöller zur ahd. allitleralionspoesie, Kiel und Leipzig 1888, s.55—108. RHeinzel über die ostgotische heldensage s. 39 — 55 (aus den Sitzungsberichten der lc. akademie zu Wien, philosophisch-historische klasse bd. 119), Wien 1889. alle abweichungen unseres lexles von der lesarl der hs. gehen auf Lachmann zurück, wo nicht ausdrücklich das gegenleü bemerkt wird. 1 die lücke ist vielleicht vor seggen anzusetzen und dies an den schluss des verses zu stellen; doch vgl. Oddrunar gr. 1 Heyrtta ek segja i sögmn fornum; panther 1, 8 (cod. Exon. 356, 8) Ve bi sumuni hyrdon vrätltce gecyml vihlra seegan; rebhun 1 (cod. Exon. 365, 18) Hyrde ic seegan gen bi sunmm ftigle. 4 der punkl nach sunu fatarungo deuleflal vielleicht an, dass der Schreiber das wort als apposilion zu Hiltibraht enti Hadubrant gezogen haben wollte, s. exe. 7 Lachmann änderte das conslanle her der hs. überall in er, weil es gegen die mundarl des dichlers sei, da v. 25 doppellen reim im ersten halbverse verlange, doch s. unten, vgl. Crisl 1669 bonne evid so engel (hafad yldran had), greied gaest öderne usw. 9 Olfrid 2, 4, 26 uuer Hier fäter unari. 11 du] iMchmanns belonung cnüosles du sts, die ein liefloniges e über ein selbständiges, einsilbiges worl mit vollem vocal erhöht, kann ich nicht für richtig hallen und schreibe daher du und mi, wo nicht synaloephe stattfindet. 13 cliind in chuninertche L ohne liomma. die anrede verliert ihr auffallendes, sobald i» chunincriche zum hauptsalzc gezogen wird. das Königreich ist natürlich Italien, apposilion zu de üdre kann obind ohne arlikel nicht sein, noch auch schlechthin abkömmlinge oder ungehörige eines geschlechls bedeuten. 15 über die form üser statt alls. üs gramm. 1, 783. 16 er hina verstehe ich wie Eckharl und Grimm erhina 'die früherhin lebten, deren gedäclUnis also in eine frühere zeit hinauf reichte; vgl. noch unser 'vorhin' und Olfrid an Harlm. 126 fon alten zitin hina förn. 21 harn unwahsan heißt immer 'unerwachsen', ags. hearn unveaxen JGrimm vorr. zu Andreas und Elene xlii, und noch mhd. diu kint ungewahsen in Wemhers Maria 209, 12 Hojfm. 22 arheolaosa (er ret dstar hina) det L; Wackernagel tilgte det, weil gleich Delrildie folgt; vgl. de carm. Wessof. p. 28. nun ist freilich das schwache laosa auffallend, aber nicht mehr als v. 60 güileä gimeinün, vgl. gramm. 4, 574 //'. 579. dass das kind seiner 'erbe ledig', beraubt wurde, war die folge der flucht des valers. 24 ags. freöndleäs gilt besonders von dem verbannten oder fremden, der von seinen verwanlen getrennt ist, wanderet- 28 (cod. Exon. 288, 7), Elene 925, leg. Canul. polil. 1, 32 und ebenso vineleäs Beov. 2613, genesis 1051, Daniel 569, klage der 10 II DAS IIILDEI5RANDSUED frau 10 (cod. Exon. 442, 9), wunderer 45 (cod. Exon. 289, 9), vom Schicksal 32 (cod. Exon. 329, 12). 25 Lachmann verglich schon Hei. 154, 12 irri endi enhard, inuuideas gern, uuredes uuillean; ags. eorre, yrre isl fast immer iralus. wenn übrigens im ersten halbvers Lachmanns änderung (zu 7) nicht genügt, so kann man auch die halbverse und her was in was her umstellen. 27 über at ente JGrimm zs. 2, 275. 28 die ergänzung managem isl von EMarlin gefunden. 29 in] Lachmann las das adverbium diphthongisch, weil es in den nolkerischen Schriften ausdrücklich immer so bezeichnet werde, iu; vgl. Graft 1, 577. auch schon bei Kero (im Talian) und im Heiland, meinte er, laute es so, nur schlage ein j vor, giu. allein das j gehört ohne zweifei zum pronominalslamm, gol. jü litt, jau lal. jam. die reguläre form des ad- verbs isl daher auch ahd. alls. ji'i, die Olfrids reim 2, 14, 52 im : jü 258 und die Schreibung imi, giuu im Heiland 93, 21. 23 wohl hinlänglich belegen; vgl. Graft 1, 577; Helle Otfrid 2, 470/'. 531. dies jü konnte wie du, nü leicht verkürzt werden zu ju (vgl. ags. gcö neben jü giü), aber auch aus der grundform jiu, einem Instrumentalis, wie Ämer ener aus jämer jener? das nolkerische in entstehen. XXXIV, 23, 9, XXXIX, 1, 1. 2, 1 haben wir jü geschrieben. Lachmann erklärt 'wie bei Ul/ilas (gramm. 3, 250) ju ni gaggis heifst ovxiri jtEQijtarslg, so bedeutet hier ni wänju ili iu ich glaube nicht mehr.' 30 w&tu nach Grein, und das scheint da gestanden zu haben, obgleich die stelle durch angewante reagenlien verdunkelt ist; w:tlü L. 31. 32 mit sus sippau man hielt Lachmann für 'einen reimslörenden zusalz' und nahm daher vor 33 keine lücke an; Wackcrnagel stellte um, in den zwiefach anreimenden worlen den anfang einer neuen langzeile erkennend, und wahrscheinlicher ist, dass dem Schreiber bei schwankender erinnerung sich die Ordnung der lialbzeilen der prosa gemäfs verschob, als dass ihm bei richtiger be- wahrung derselben der hauplslab entfiel, wie der Vorschlag nähsippan man voraussetzt, ilana kann gewis liedslab sein, wenn der vorliegende fall besonders betont werden soll, mag auch ags. und alls. than beim comparativ nie so vorkommen, über die lücke s. den exe. zu 17. 18. 34 cheisuringuin vermutete KUofmann in seiner und Vollmers ausgäbe (Leipzig 1850) s. 14 und Münchner gel. anz. 1855 nr. 6 s. 53/ 1 .; doch s. Dietrich histor. decl. theol. p. 11 anm. 39 vielleicht spenis mili Iistlicco, wenn nicht 38 vor du bist eine lücke ist. 43 wenlil- seo, dat L; oben zu I, 4. man WGrimm L, und so steht unzweifelhaft in der hs., inan Schmeller Hei. 2, 83 a , JGrimm myth. 2 184. 393/". der Schreibfehler hier und das puas 27 machen es zweifelhaft, ob das erste concepl der aufzeichnung vorliegt. 45 vor diesem verse bezeichnete Lachmann eine lücke. 40 'weder rhythmisch noch gereimt' L; Wackernagel nahm an, dass der zweite halbvers erhallen sei, so dass hrustim hauplslab wie 40 werpau und 00 mölti; vgl. zu musp. 111,34. dann ist im ersten halbverse wohl nur die anrede ausgelassen, helid nach wela oder lielid jung nach gisihu ih. dass als nom. hrust, nicht hrusti anzusetzen sei, darüber s. Henning Sanclgall. sprachdenkm. s. ix. 49 Hei. 135, 16 uuola uualdand god. 50 wallön heifst schon II DAS HILDE1SRANDSL1ED 11 peregrinari, vgl. ahd. gl. 2, 46, 1 exnlans auallomli, 2, 550, 19 exulat uuallola, der erklärende, den vers überfüllende zusalz ur laute ist daher entbehrlich, über die Neuberechnung JGrimm mylh. 716 f.; Hei. 14, 10 tbe habda so filu uuintro endi suiuaro gilibd. 52 banün? Graff 3, 126. KHofmann verglich Andreas 1349 him lad allaslan, svylt burh searve; Grein fügte noch hinzu psalm 77, 66 lie him älfasie ece edvSt, 108, 28. 111, 7 leönan älfästan, Elene All deäd ödfästan, Satan 445 häfde viles clommas feöndum ödfasted. 53 chind. suertu] 'den punkt hätte der Schreiber schwerlich gesetzt, wenn er nicht den widerstreit des verses und des sinnes bezeichnen wollte' L. aber der Schreiber, der den lang- vers oder den halbvers oder gar nicht interpungierl, kann hier wie 52 und 3. 4 und sonst die versabteilung damit beabsichtigt haben, der zweite halbvers verlangt wohl nicht notwendig das enjambement. 54 Grein verglich Beöv. 1713 llereuiöd breit bolgenmöd beödgeneätas, exodus 199 billum äbreötan, Andreas 51 äbreölan mid billes eege, psalm 11, 64 sveordum Abrotene udglm. aber das einfache t (s. exe. zu 2, vorr. s. ix) spricht gegen diese Zusammenstellung, dagegen ist brelön vielleicht das- 259 selbe mit, dem seltenen ags. breodvian, Güdldc 258 pa pec breodviad, trelad pec and tergad and hyra tarn vrecad, töberad bec blödgum lastum; Beöv. 2619 peäh J)e lie bis brödor bearn äbredvade. 55 Beöv. 573 bonne bis eilen deäh, Andreas 460 gif bis eilen deäh, JGrimm vorr. zu Andreas und Elene xlii. 58 Walther 58, 33 er st ein zage, der d& wenke. 60 nach JGrimm. Lachmann interpungierte stark nach 59 und zog güdea gimeinün als acc. mit zum folgenden verbum und schrieb dies niuse; doch ist niusen weder nachweisbar noch wahrscheinlich. 64 dat in dem seihim slönt nahm Lachmann als abhängigen salz, so dass er it ergänzte, was Hei. 115, 23 ebensowenig als Otfrid 2, 12, 69 ua. gestaltet (Germ. 9, 315). die stärkere inlerpunklion stellt erst das richtige Verhältnis der salze her, exe. zu 65. die vergleichung mit mhd. erwinden (Troj. kr. 12863 erwinden und geslan) bestätigen Beöv. 891 bäL sveord burhvöd vrätlicne vyrra, bat bit on vealle älslöd, 2679 slöb hildebille, |iät bit on heafolan stod uam. Völusp. 55 lüetr bann slanda hiör lil hiarta, Fafnism. 1, Siguritarqu. 3, 21. 65 alls. stopian stöpen ahd. stuopben wäre denkbar, es ist aber unerweislich und neben alls. und ags. stapan stop und ags. steppan steple, ahd. Stephen mhd, stapfen nicht einmal wahrscheinlich, ags. slepan sleple 'erheben, ehren, begaben, woran Lachmann erinnerte — dazu gehört das 'noch nicht befriedigend erklärte' fränkische sluofa, östarstuopha Wailz DVG. 2-, 560/f. ==2 3 , 2, 254 f. —, liegt der bedeulung und der elymologie nach ab. sloptun sieht also entweder für staptun (vgl. Orln. 304, 3 dö stapften si zesamene uf sorcsamen slrit) oder, wie schon Lachmann vermutete, für stöpun, und dies ist das wahrscheinlichere schon nach dem Heiland und noch mehr nach dem ags. epischen sprachgebrauche, Judith 199 veard verod gegea- revod t6 campe, stopon cyneröl'e, 212 slöpon beadorincas lö beadove, 227 stopon styrnmode, Beöv. 745 fortl neär älslop, 761 eorl furdur slöp, 1401 gumfeda slöp usw. vgl. ags. hildstapa, alls. Sigistap zs. 12, 358. aber auch dö stöpun li ist fehlerhaft, wenn nicht etwa das subjeet 12 II DAS HILDEBRANDSLIED folgte (s. exc), und entweder stöpun dö ti oder dö slöpun sie tö (li) zu lesen (Germ. 9, 3IC), staiffibort clilüdun L. 68 Kllofmann (Münchner gel. anz. 1860 nr. 24) verglich ags. vaemn veemnian stall vaepen veepuian. Über die sprachliche gestellt, die heiniat und das aller des gedichts s. vorrede s. vaif. den text habe ich im wesentlichen, icie ihn Lachmann aufgestellt, wiederholt und darin nur einige änderungen vorgenommen, die mir unzweifelhafte Verbesserungen schienen; ebenso in der anmerkung alles, was sich für die erläulerung des einzelnen seit 1833 ergeben hat und als gewinn zu betrachten ist, aufgeführt, man kann an einzelnen punkten wohl anderer meinung sein als Lachmann und zweifeln, ob er gerade das richtige getroffen hat, wird aber nach unbefangener Überlegung zugeben müssen, dass bei dem stände der Überlieferung eine andere enlscheidung auf höhere Wahrscheinlichkeit keinen anspruch hat. wer die all- und angelsächsische poesie zu seinem mafsstab nimmt, sollte billiger weise von ihrer verskunsl genaue kenninis haben und noch weniger dinge, wie den widerstreit von vers- und salzabteilung, die Lach- oeomann schon aus dem Heliand belegte, in abrede stellen, die vergleichung punkt für punkl durchgeführt, ergibt bei aller Übereinstimmung doch genug des eigentümlichen für das denkmal, wie klein es ist. wo käme in ags. poesie je ein so loser Übergang in die rede wie v. 35 vor? ein mehr oder weniger der änderungen als Lachmann mit guten gründen im handschriftlichen text vorgenommen führt, stall zu der einsieht in die wahrhaft überlieferte gestalt des gedicktes, immer nur zu leicht darüber hinaus ins bodentose oder wüste, nebst einer erörterung der anläge des ganzen sollen hier nur noch einige vorschlage für die bessere Unordnung einiger stellen gegeben und zugleich unbegründete erlilärungen, für die bedeutende auloritälen sieh ausgesprochen haben oder sonst eine gewisse Vorliebe sich gellend macht, zurückgewiesen werden. 2 stall urhettun soll in der hs. nach Grein urheitun stehen; doch ist nach seinem eigenen faesimile und Sievers Zeugnis nur der Querstrich über dem ersten t etwas erloschen, ein i und der grundslrich eines t in der hs. gar nicht zu verwechseln, und da der Schreiber überall für hd. z oder zz im inlaul tt schrieb, aufser in ninolin, wo er das wort auf zwei Zeilen zu verteilen halte, [und sceotanlero 51,] so kann er an urlieilun gar nicht gedacht haben, dies soll jedoch ein Substantiv und zwar nach Germ. 9, 308 ags. oretta sein, obgleich orelta und das verbüm oretlan, wie onettan ahd. anazzan lehrt, nur eine ableilung von der praeposition ist und die von JGrimm zu Andreas 463 hingeworfene deulung durch ahd. urheiz jeglicher stütze einer analogie im ags. entbehrt, aufserdem soll muotin verbum und zwar geschwächt aus muolun sein. Rieger aber vergisst ein zweites beispiel der Schwächung aus gleich alten quellen beizubringen und scheint durch seine berufwng auf banin und banuu in 54. 52 als einen analogen fall nur zu verraten, dass ihm der unterschied des ahd. schwachen dalivs und aecusativs masc. nicht geläufig ist. es bleibt daher dabei, dass urbeltun verbum ist, und das schlauchförmige enön kann in Verbindung mit nmoli 'begegnung' allerdings nur die gesteigerte be- II DAS H1LDEBUAKDSLIED 13 deulung von 'alleinig' singularis, snlitarius haben. 4 suuufatarungo als gen. plur. zu herjun tiiera conslruierl, wie JGrimm (kl. sehr. 5, 107, GDS. 654) und Schindler (fiel. 2, 107) wollten, erklärte Lachmann nicht zu verstehen, es müslen dann salze wie 'Cäsar und Ariovisl kamen zwischen den heeren der beiden feldherrn zusammen correel und erlaubt sem. sunufatarungo ist enliceder ein nom. plur. wie hiniilo stall himila im Isid. 12 b , 18 oder grurio statt gruriös im Hei. 4, 1 (Scherer zu alld. sprachpr.' 33, 18) oder mit Lachmann in sumifalarungös herzustellen, und da die allitteriercnde poesie ebenso wie die erzählende in kurzen reimparen die langzeile zu brechen liebt, so mag man es, wie es der Schreiber wohl beabsichtigte, als apposilion zu Hiltibraht joh lladubrant ziehen, wenn vor iro saro rihluu ebenso unbedenklich stark interpungierl werden darf, wie vor rihtun iro saro, falls dies überliefert wäre. 8 ferahes frölöro erklärt Lachmann 'an gcisl der klügere', allein ferah ist seele, leben, dann auch lebensdauer, lebensaller (on geöngum feorc, on geögodfeore Iieöv. 1843. 537 uö.) und IVotl alts. und ags., auch ahd. (Graff 4, 820) nicht blofs kundig, erfahren, sondern auch bejahrt: und der Zusammenhang verlangt 'er war der vornehmere, ehrwürdigere mann, an jähren der ältere — auf klugheil und erfahrung kommt es hier bei der ersten frage nicht an — gerade so wie es im ISyrhlnod 317 heißt frod feores. 15 reimverse kommen in fast allen, auch den kleinsten Überresten hoch- und mitteldeutscher allilteralionspoesie vor. de carm. Wessof. p. 5 f. vgl. Lachmann s. 131. 17. 18 hier muss eine lücke sein oder Hadebrand ist ein Schwätzer, der über dinge auskunft gibt, ehe er noch darum gefragt ist, und der dichter ein slümper, der auf solche weise die erkennung des sohnes durch den valer herbeiführt, man kann sich nicht auf Beöv. 260/7'. dagegen berufen (Germ. 9, 316), wo alles in schönster Ordnung ist, da Beovulf dem strandwart Hrodgars über den zweck seines kommens völlige auskunft geben muss und der dichter, um eine Wiederholung zu vermeiden, mit weiser vorsieht und richtigem takte ihn seinen eigenen namen verschweigen, dagegen seines allbekannten valers sich rühmen lässl (zs. 14, 197). nachdem Hadebrand seinen und seines valers namen genannt, musle Hildebrand ahnen, dass er seinem söhne gegenüberstehe, und nun sich darüber volle ge-261 wisheit zu verschaffen suchen, er konnte dies, da Hadebrand sich auf die aussage aller leule berufen hat, durch die frage, wie es denn komme, dass er seinen valer nicht selbst kenne, dann auch durch die aufforderung erreichen, ihm doch mitzuteilen, was er weiter von jenem habe sagen hören, v. 18—28 enthalten nur die anlworl darauf. 20 Schmeller (Hei. 2, 74'') fragt lutlila prül liellam an miserain ? Guärunarqu. 1, 19 ec |)otia oc uiodans reckom hverri ha?ri Herjans disi: im cm cc svä litil sein lauf se opl iölstrom, at iöfur daudan. vgl. gl. Ic. (Nyerup s. 255) luzilaz folch vulgus. 23. 24 hier scheint doch die Ordnung der salze M«d gedanken gestört zu sein, sie wäre jedesfalls besser, wenn 25. 26 auf 22 und dann erst 23. 24 und 27. 28 folgten: Hildebrand gieng davon und ließ weib und kind in not, weil er dem Olacker überaus ergrimmt, dem Dietrich aber der liebste degen war; Dietrich aber 14 II DAS 1IILDEI5RANDSL1ED verlor später Hildebrand, weil dieser in der fremde nicht den beistand hatte, wie daheim, und den krieg zu sehr liebte, von seinem volke, lande und söhne getrennt, kann der eilende Hildebrand recht wohl friuntlaos heißen, auch wenn ihn nach «.19 viele seiner degen begleiteten, besonders wenn diese nicht ausreichten, um seinen Untergang abzuwenden, oder selbst im kämpfe fielen, außer diesem guten Zusammenhang von 24 2 und 27. 28 spricht für die Umstellung, dass der Schreiber bei 26 wieder auf 23 zurückkam: auch wiederholen oder führen 25. 26 nur ebenso wie 22 2 den Inhalt von 18. 19 anders und weiter aus. über die anknüp/üng von 23 an 26 s. unten. 26 wenn es richtig ist (zu 43), dass uns nicht die erste aufzeichnung des liedes vorliegt, so ist eine buchslabenverwechselung möglich itnd Wackernagels änderung von unti in initi scheint ebenso zulässig wie die Schindlers von man in inan. sie ist es aber dennoch nicht, weil die Wiederholung von darba gistöntun beweist, dass hier des Schreibers gedächlnis ins schwanken geriet. Lachmann belraclUete selbst sein was er Deotriehbe, obwohl es dem sinne ganz angemessen ist, doch nur als eine aushilfe, die nach dem er was von v. 25 schwerfielt den wahren ersatz des ursprünglichen bietet, folgte 23. 24 ursprünglich auf 26, so fehlt hier ohne zweifei ein halb- vers, den man mit deuio Deolmäres sune oder suniu, sunie ergänzen mag, vielleicht selbst noch eine langzeile, so dass sid Detrilibe 23 ganz ladellos anknüpfte. 27 folcli ist wie in v. 51 heerhaufe, schar. JGrimm (Reinh. Fuchs s. 279) meinte, feh&a sei schwerlich febta, eher lehitha. aber fehitba ist 'blulfcindschafl blulrache' und davon ist hier nicht die rede, fehla ist ein gut episches wort, alls. Hei, 39, IS, ags. feoht, feohle liyrhln. 103, Valdere 1, 17. 19, Beov. 576. 959. 29 die prosaische, weder der form noch dem ausdrucke und salzbaue nach poetische zeile zeigt nur die unsicherheil der erinnerung des Schreibers an und gibt nicht einmal den Inhalt dessen wieder, was Hadebrand gesprochen haben könnte, da er nach v. 43. 44 [vgl, 23 f.) bestimmte nach- richl von seines vaters lode erhallen hat. seine rede ist mit 28 hinlänglich abgeschlossen und höchstens konnte er noch hinzufügen, dass er seinen valer nie mü äugen gesehen habe, vor 30 fehlt wohl nur Biltihraht gimahalta Beribrantes suno, und nach 32 etwa so ili dir selbo bim, und dann ili bin Hiltibrant, lleribranles suno, worauf Hadebrands tot ist Hiltibrant die anlworl ist. die beteurung 30 f. zeigt, dass dem allen jeder zweifei, dass Hadebrand sein söhn sei, benommen ist. es kann darauf nur folgen, dass er sich ihm als valer kund gibt, die anläge des liedes, wie trümmerhaft es auch überliefert, ist doch sehr wohl erkennbar: sie ist bei aller einfachheil kunstreich und ganz dramatisch. 30 wenn w&tu in der hs. stand, so bleibt zur erklärung, so viel 262 ich sehe, nichts übrig als Lachmanns 'einfall', dass wellü für wel Tili = weizgot stehe, die conlraclion des in in ü, sonst im Hede unbekannt, konnte sich längst in der formet vollzogen haben, der 'einfall' wird um so glaublicher, weil irmingot unmittelbar folgt, qnia Irmin Mars dici- tur, Widukind 1, 12. der vers verlangt ü, Lachmann zu v. 22. 36, zs. 11, 383, de carm. Wessof. p. 14. Olfrids weizen (auch mhd. klage 717) II DAS IIILDEBRANDSLIED 15 heifsl nie 'zum zeugen anrufen , sondern släts 'zeigen, beweisen. 45 Lachmann nahm vor diesem verse eine lücke an, weil er meinte s. 139, dass nach dem abschnitt, der mit 'tot ist Hildebrand, Herbrands söhn schliefst, Hildebrands rede v. 46—48 viel zu spät komme, aber wo sie früher platz finden sollte, ist nicht abzusehen, im gegenteil ist sie hier ganz am orte, nachdem Hildebrand sich nach v. 32 (s. zu 29) seinem söhn zu erkennen gegeben, reicht er ihm zum zeichen der huld und freundschafl goldne ringe dar. Hadebrand aber, der seinen vater für tot hält, sieht darin nur arglist und lücke, er meint, der alle Hüne wolle ihn nur zu sich locken und mit seinem spere werfen: nur spitze gegen spitze, im kämpf will er die gäbe empfangen [dazu aber im hand- exemplar folgende bemerkung: inlahan im kämpf = nehmen, doch unglaublich, vielmehr: wahr ist es, der sitle entspricht, s. Grimm bei Lachmann, dass man gäbe spitze gegen spitze empfange, dass gäbe auf der schwert- oder lanzenspilze dargereicht und empfangen werde; aber du bist dir, aller Htm usw.]. darauf kann Hildebrand, um den kämpf mit seinem söhn zu vermeiden, nur erwidern 'wohl sehe ich, dass du einen guten herrn daheim hast und meiner gäbe nicht bedarfst; aber wenn du so streitlustig bist und gut nur durch Waffengewalt gewinnen willst, so suche dir einen andern gegner, du findest noch ebenso vornehme wie ich bin, und erprobe an denen deine kraft und dein glück.' hier zeigt sich, dass die v. 46—48 und 55—57 zu einer und derselben rede und wohl unmittelbar zusammen gehören, ohne zweifei rief die ähnliche adversative anknüpfung von 58 der si doli nu argösto — die, wenn man umstellt doli si der nu, noch ähnlicher wird — dem schreibet- die v. 55—57 doli mahl du nu aodlihlio usw. ins gedächtnis zurück, die ihm an ihrem orte v. 48 entfallen waren, nach 57 fehlt wohl nur 'suche dir einen andern' und dann der gegensalz zur letzten halb- zeile 'nicht ist recht, dass fechte ein vater mit seinem söhne', wenn nicht schon ein vers der arl auf 32 folgte. Hadebrand konnte auf den versuch Hildebrands, ihn auf einen andern abzulenken, nach dem Vorwurf der tücke, nur noch mit dem der feigheil oder furchtsamkeil antworten, und dass er dies getan und selbst vielleicht das schlimme wort arg (RA. 644 f. Wilda slrafrechl s. 7 87. 7 89) gebraucht hat, erhellt aus der letzten rede des allen, nur 54 und 58 schließen sich hier richtig und gut an einander: 55—57 unterbrechen den Zusammenhang, da sie eben den versuch enthalten, Hadebrand zu einem kämpf mit einem andern zu bewegen, bringt man sie aber mit 46—48 zusammen, so gewinnen wir die ganze, richtige folge der gedanken und die einfache und doch kunstreiche, dramatische anläge des liedes (s. zu 29) ist klar, dass 46—48 und 55—57 zu verbinden seien, hat auch Kilofmann in den Münchner gel. anz. 1855 nr. 6. 7 s. 54—58 gesehen, aber er gieng darin fehl, dass er sie (gegen v. 45 und gegen v. 56. 57) dem Hadebrand in den inund legte — der irrtum wird auch durch die später (Münchner gel. unz. 1S60 nr. 24) vorgeschlagene änderung nicht besser —, und dass **• dann diese rede ganz gegen den Zusammenhang von 54 und 58 hier '» die rede Hildebrands einschob, auf die zeichen am rande der hs. 16 II DAS HILDEBRANDSLIED zu 55 und 49 ist kein gewicht zu legen, weil sie sich 48 und 58. 59 wiederholen und alle verse 49—54 (z. 37—42 der hs.) mit punkten versehen sein müslen, wenn der Schreiber die Umstellung halte bezeichnen wollen, dass er dennoch seines irrlums inne xoard und die Unterbrechung der letzten rede Hildebrands durch 55—57 merkte, dafür spricht die einschaltung des quad hiltibrant in 58, womit er wieder einlenkt. 49 welaga, bei Olfrid wolaga, bei andern wolago, hat wie wela wola ein kurzes ii. 51 da parlicipiale Substantive aufser friund und i'iond im 263 altsächsischen wie im ags. regelmässig im gen. plur. adjectivische jlexion haben, so erinnerte Kemble im glossar zum Beövulf bei ags. seeölend, das die allgemeinere bedeulung von vigeod krieger, kämpfe annimmt (Iieöv. 703. 1026. 1154, exodus 112, Judith 305, Crisl Ü75, genesis 20G2 sceölendra fyll), mit recht an unsere stelle, allein die erklärung, die Leo über Ueöeulf s. 66 anm. von dem wort und dieser stelle gibt, ist verfehlt. 60 daraus, dass ags. neösan, neösian alln. nysa 'versuchen' den gen. verlangt und den acc. nur etwa in der bedeulung 'besuchen, aufsuchen' zulässl, folgt noch nicht, dass ahd. niusan, niusen alls. niusian, niuson 'versuchen' schlechterdings den acc. ausschlug, zu weiter gellenden änderungen und Vermutungen (Germ. 9, 310) fehlt jedes- falls der grund, da de für dea oder deo (LIV, 1. 14. 15. 17. 19. 20. XIII, 9. 15. 21. 36 de nmozze, vgl. Lachmann) unbedenklich und das Substantiv niüli durch v. 2 und mhd. muole belegt ist. 63 Schmeller (Hei. 2, 94°) erklärte seritan durch schillere und JGrimm (gramm. 4, 7 09) behauptete 'seritan darf nicht, wie bisher geschehn, durch schreiten erklärt werden, es ist gol. skreitan seindere, oberd. schreifsen.' aber dann hätte der Schreiber (s. zu 2) scrittan geschrieben, und wer wird sagen se lclon suerdü liauwan oder Signum werpan udgl., wenn die in rede stehenden selbst es unmittelbar tun? es mäste hier ■ also ebenso notwendig der acc. aslti stehen, wie in den gramm. 4, 641 angeführten stellen der Judith 221 leton ford fleögan flAna setiras, Hei. 169, 30 liet wäpnes ord wundum snilhan, und dann würde man noch den objeclsacc. vermissen, wie passt auch zu 'schreifsen, zerreißen dat in dem seillim stönt? die Schilde werden erst nachher zerhauen, die ellipse 'arme, hände' ist gramm. 4, 710 blofs der neuen erklärung zu liebe ersonnen, und undenkbar 'sie liefsen die arme oder hände mit den lanzen (die schilde) zerreifsen'. das richtige steht noch gramm. 4, 640 f.: die ellipse der objeclsacc. beschränkt sich auf 'lauter aus dem kriegshandwerk und der Seefahrt hergenommne redensarlen'. so ist auch hier, wie in mhd. sie liezen dar gän, dar strichen, sie liezen umbe gan mit sper und mit sehilde, der acc. diu hros zu ergänzen und die alle erklärung wieder in ihr recht einzusetzen. 64 auch hier hält Schmellers von Wackernagel 1861 angenommene erklärung (Hei. 2, 94 b ) von scarpen scürim nicht stich, er suchte darin und Ilel. 156, 21 wäpnes eggiun, scarpun setirun, Jwlith 79 scearpne mece, scürum heardne, Beöv. 1033 scürheard (com schwerl) ein unerweisliches scur 'schnitt' scissura, das freilich Wackernagel in schür tonsura (Schmeller baier. wb. 3, 396) findet, setir ist aber in allen jenen stellen nichts anderes als in der zu 63 angeführten der II DAS HILIJEISRANDSLIED 17 Judith 221 oder der Elene 117 fläna setiras, Beöv. 3116 isern-scure, ponne siraela storm usw., GMldc 1116 hildescürum flacor flänpracu oder in den ahn. formein eggja, hialma, stäla, väpna skürir und den compo- silis almsktir, hialmskür, skotsktir. durch den formelhaften gebrauch stumpft sich der begriff von 'weller, schauer' allmählich ab: dem scür kommt strenggenommen das prädicat scarp kaum zu und setirum oder scürheard heifst das schwert nur, weil es sich im kämpf, in setirum, als hart bewährt, zuletzt bleibt in setirum nur der begriff der stärke und reißenden Schnelligkeit, cod. Eocon. 469, 24 sva peös voruld fared, setirum seynded and g'esceap dreöged; vgl. ags. firnum alls. firinum; ags. särum usw. 65 die sireilenden kämpfen zuerst zu pferde mit eingelegter lanze, in scharfen schauern: das prallt an den Schilden ab. dann treten sie zusammen, es versieht sich nachdem sie vom pferde gestiegen, und hauen auf die schilde ein, bis diese klein werden, vor dem einhauen aber konnten die schilde nicht zerspalten, daher ist staimbort chlubun, wie Wackernagel 1S59 für chludun vermutete, unmöglich und ebenso chluttun, wie man nach gl. Hr. (Eckharl 2, 959") devallabant (l. divellebant) 264 kluzun [überliefert ist shizun ahd. gl. 1, 101, 18] vermuten kann, vgl. Schindler wb. 2, 365. ist hier von den Schilden die rede und steckt in chludun ein verbum, so kann man höchstens an etwas ähnliches denken wie Judith 204 dynedon scildas, hlüde hlummon. aber auch staimbort ist- unverständlich, mit steinen besetzte schilde sind im heldenaller unbekannt und unerweislich: die selbst unverständliche stelle Elene 151 gibt dafür keinen beleg ab, noch auch stanfüt Valdere 2, 2 dafür, dass das compositum so aufgefassl werden kann, auch Wackernagels neuste auslegung (Pfeiffers beitrage s. 224, wb. 1861) 'kampfschild' nach mhd. steim gewühl, gedränge [vgl. alln. slim, slima dän. stime, stinicn schwed. slim, summa) entbehrt jeder Sicherheit, dass in vier versen hintereinander 64—67 von den Schilden die rede war, scheint nur möglich, wenn staimbortchludun, wie auch Lachmann annahm, ein compositum war und das subjeel zu stöpun, dem dasselbe fehlt, wenn man nicht sonst ändert, s. anm. überhaupt aber hätte man stall der viermaligen er- wähnung der Schilde hier eher ericariet 'sie zogen die Schwerter, ergriffen die harten oder dgl. dass der kämpf mit dem lode Hadebrands endete, ergibt, wie ühland (Thor s. 207. 211—213) zeigte, die nordische sage, der die ältere deutsche Überlieferung nicht fremd blieb, und welche stelle der fabel im deutschen epos zukam, ward zs. 10, 179 bemerkt, fornald. sog. 2, 485 spricht der sterbende Hildibrandr Uitnakappi Stendr nier at höftti hlff en broma: eru bar laldir tigir ens Atta manna peirra, er ek at mordi vard; lifigr bar enn sväsi sonr at höfili, eptirerfingi, er ek eiga gat, fiviljanili aldrs synjadak, - ähnliche sagen und lieder andrer Völker vergleichen Grimm 1812 s. 7 7 f. und Uhland Schriften 1, 164/". 7, 547f.,- dazu Herrigs archiv 33, 257 ff. Germ. 10, 338. DENKMÄLER II. 2 18 II DAS HILDEIiHANDSLIED \Seil dem erscheinen der zweiten aufläge der denkmaler haben krilik und erklärung des Hildebrandsliedes, abgesehen von der inzwischen gewonnenen richtigeren einsieht in seinen metrischen bau, nur wenige zweifellose forlschrilte gemacht, ich rechne dahin vornehmlich: 1) die deutung des zweiten verses, wie sie nach anderer Vorgang Paul beilr. 7, 121 anm. festgestellt hat: lirbellun ist Substantiv, rauoün cj. prael. des schul- verbs muoten 'dass sich als Herausforderer, kämpfer, allein begegneten . 2) die Interpretation von in sns beremo man v. 56, welche Edzardi beilr. 8, 486 gab: gesichert wurde sie freilich erst durch Sievers beilr. 12, 498. 3) den nachweis der durchaus sächsischen Wortwahl des liedes, welchen Kugel in Pauls grundriss 2, 1, 176 ff. den theorien Hollzmanns (Germ. 9, 2S9 ff.) und KMeyers (Germ. 15, 17 ff.) gegenüber erbrachte, allerdings stützte er mit diesem gesichlspunkt, den auch Marlin seil jähren, wie ich weifs, zu verwerten plante, nur die von Müllenhoff längst ausgesprochene tolalauffassung: das benimmt indes seinen samlungen ihre verdienstlichkeil nicht, im übrigen ist aller auf- getvanlen mühe zum trotz kaum objeeliv sicfieres erzielt icorden, am wenigsten von der hyperscharfsinnigen schrifl Möllers, deren methode ich so wenig wie ihren resultalen beizustimmen vermag, ich musle mich damit begnügen, der unverändert wiederabgedruckten recension Müllen- hoffs einen text beizugeben, welcher nur dasjenige zur anschauung bringt, was heute mehr oder minder allgemein als festes ergebnis der forschung gilt oder gellen darf; dass dieser in der Hauptsache mit dem Brauneschen übereinkommt, begreift sich, im einzelnen bemerke ich folgendes: 4 über sunufatarungo s. JSchmidt Jenaer litleraturzeilung 1877 s. 269, Möller s. 86 f. Zarncke verglich in den berichten der sächs. gesellschaft 1870 s. 197 mit der palronymischen bildung die form che- galtung (== ehegalle) eines kurmainzischen inquisilionsprolokolls aus dem XVII j/t. 6 über den nominaiiv lielklos neben dem acc. bringä, bougä s. Scherer zs. 26, 380. 13 inlerpungiert mit IJeinzel. 17 hinreichende gründe zur annähme einer lücke hinler dieser zeile liegen nicht vor, s. auch Schröder s. 202. 19 siiiero ilegano beziehen lleinzel s. 43 und Roediger zs. 35, 175 auf Dietrich: aber der halbvers kann von mili nicht abhängig sein. 22 Heinzel s. 43 setzt nach hina ein komma. dann wird jedoch dieselbe person kurz nacheinander in sehr unschöner weise verschieden bezeichnet: 'er (dh. mein vater) ritt fort nach oslen, als Dietrich meines valers bedurfte'. 26 Scherer zs. 26, 378/?". vermutete denehisto, Kögel aao. 180 dehtisto. 30 wettu liefs ich ohne quanli- lälsangabe, da seine elymologie bisher nicht feststeht, dass vor dieser zeile oder nach 32 etwas fehlen müsse, dafür sehe ich keinen zicingen- den grund: inan z. 43 (beilr. 8, 489) wird durch ein so weil von ihm getrenntes ih bin Hillibrant oder wie man sonst ergänzen mag kaum verständlicher. 31 hier und 46 setzte ich das kreuz an den anfang des verses, weil ort oder arl des fehlers sich nicht bestimmen lässt. 39 ich habe die worle lieber für eine langzeile genommen als auf die zweite Hälfte von 38 und die erste von 39 verteilt, da eine lücke hinler orte wohl denkbar ist, nicht aber hinler spaber, wo dem gedanken nach II DAS HILI)ERRAXI)SLIE1) 19 nichts fehlt. 46—48 mit EHofmann, Heinzel und Roediger (zs. 33, 413/'.) bin ich überzeugt, dass diese ivorle Hadebrand spricht, ist nem- lich die Interpretation von v. 37 f., welche oben s. 262 aus Müllenhoffs Handexemplar mitgeteilt icurde, richtig — und ich glaube das —, gibt also der söhn keine dahin gehende erklärung ab, dass er gut nur durch Waffengewalt gewinnen wolle, so fehlt jeder bezug der angeblichen anl- wort Hildebrands (46—48) auf Iladebrands rede, ferner: wenn jemand daheim einen guten herren hat, der ihn versorgt, wenn er noch nicht vertrieben und auf sich allein gestellt wurde, dann braucht er nicht nur keine gaben von anderer seile anzunehmen sondern auch nicht auf kampfgewinn auszusein, den vielmehr der reccheo, dem niemand spendet, anstreben muss. wer ist endlich der herr Hadebrands, den Hildebrand, wenn er im ernst redet und nicht ironisch, meint"! schon Lachmann s. 133 nahm an ihm anslofs. hingegen entwickelt sich alles glatt, wenn man mit Roediger, auf dessen ausführungen ich verweise, nach 45 den ausfall einer rede Hildebrands, aber nach 4S keine lücke annimmt: dann wäre das äuge des Schreibers von einem (lleribrantes) suno zu dem nächsten (Hiltibrantes) suno abgeirrt. 51 ff. die Interpunktion nach Sievers zu Bei. 148. Wilken zs. f. d. phil. 4, 315 ordnete v. 51. 52 «m. 55—57 belasse ich an ihrem platze, betrachte sie aber nicht wie Roediger als rede Iladebrands: daran hindern die worle in sus berenio man, welche im munde des sohnes geradezu geschraubt klingen müsten. der ausdruck üju ilü dar (so mit Roediger für dara, vgl. 59 wel statt wela) euic reht habfis 57 kann freilich nicht mit Edzardi und Marlin :s. 34, 280 als weiteres argumenl dafür, dass 55—57 Hildebrand gebären, ins feld geführt werden: er variiert vielmehr nur die Wendung ibu dir din eilen taue 55, vgl. Roediger zs. 35, 174. der gedankliche Zusammenhang der rede Hildebrands von 49 an, wie sie überliefert ist, scheint mir ivohl versländlich, zunächst eine art monolog: 30 jähre lang bin ich allen gefahren glücklich entronnen, jetzt ist es mir bestimmt, entweder von der hand meines kindes zu fallen oder sein mörder zu werden, aber freilich, so wendet sich Hildebrand nun an den söhn, ich bin ein aller mann, und daher wirst du leicht, wenn du kräftig bist, mir meine rüslung abgewinnen, immerhin, wie auch der ausgang sich gestaltet, wenn ich auch unterliege, würde derjenige, der dir jetzt den kämpf weigerte, nach dem dich so verlangt, der feigste der oslleule sein, das verlangen des sohnes nach dem kämpf und nach der rüslung schliefst der vater aus dessen vorwurfsvoller erwähnung der brusti v. 46. 60 niuse de multi habe ich stäls gefassl wie Grein, Rieger, Sievers zu Hei. 224, Wilken Germ. 24, 264, Möller, dh, als die aus dem ags. bekannte formet, dahinter braucht jedoch keine lücke mit Rieger zu statuieren, wer huerdar als adv., nicht als masc, somit im sinne von 'ob' nimmt, ähnlich wie es Hei. 46, 10 heifst nc ruokeat Imeder g! ihes enigan tlianc antfahan eftlia Ion an thesaro lehnun weroldi: 'erprobe, wem es beschieden, ob er sich heute der kriegsgewänder entäufsern oder diese beiden panzer besitzen soll.' allerdings erwartet man nach huerdar dann ein her. aber das fehlt ebenso v. 29 im abhängigen salze; auch 2* 20 II DAS HILDEBRANDSLIED wenn diese seile unecht ist, beweist sie doch, dass der inlerpolalor an der auslassung des pronomens nicht anslofs nahm. 63— 65 bieten unlösbare Schwierigkeiten, namentlich 64 dal in dem scillim stont, wo man nach askim den plural erwarten müsle, und stöptun 65 : mit Hollhausen (zs. 29, 365) es dem ahd. stouptun gleichzusetzen, unterliegt dem bedenken, dass zum schwerlkampf die Streiter nicht im galopp auf einander losstürmen. — in dem erhaltenen teile des gedichls nehme ich, wie man sieht, im gegensalz zu Lachmann und anderen keine größeren lacken an, außer einer auf mechanischem wege beim abschreiben entstandenen (nach 45) und dem wohl ebenso zu erklärenden mangel einer langzeile (10. 11). Obwohl das jüngere Ilildebrandslied zu dem ahd. fragment in keiner verwanlschafllichen beziehung steht, scheint mir, weil ich Edzardis be- merkungen Germ. 19, 315/7". (vgl. 20, 320. 21, 51. 25, 65) in wesentlichen punkten für verfehlt halte und über ein reicheres malerial verfüge als alle bisherigen herausgeber, der anlass günstig, das Verhältnis seiner verschiedenen recensionen kurz zu erörtern, ich benutze folgende in den siebenziger jähren gesammelte hilfsmiltel: 1), das Dresdner helden- buch bl. 345 a — 349" der valer mit dem sun, abgedruckt bei vdHagen und Iiüsching deutsche gedichte des miltelalters II, 219—21. N, die niederländische geslall, erhallen 1) im Anlwerpner Liederbuch von 1544 nr, LXXX1II und darnach in den horae belgicae XI, 122; auch horae belg. II, 1, wo die varr. des alten Amsterdamer Liederbuches angegeben sind und auf das alle Haerlemer verwiesen wird; 2) in der hs. 14275 bl. 22 b —24 b der burgund. bibliolhek zu Brüssel, mitgeteilt in Willems belgisch museum 8, 461 ff. (sein abdruck ist auf grund einer collalion Martins an folgenden stellen zu berichtigen: Überschrift Eon niu out liedeken vandcn ouden Hillehrant {so lautet der name stäts), 1, 2 Sprack, 8 ick, 2, 2 Sprack, 4 Den jonger, 5 vint, merkten, 7 twalven, 3, 2 ouelen, 3 Ick doorhoudl, schilt, 5 Ick, schilt, 7 syn, 8 clagen, 4, 1 doen, 2 Sprack joncker Diederick, 3 Ick, 7 door, 8 ick, 5, 1 nietleu, 3 merckes, 4 den ouden, 5 merckes, 7 desen ouden gryser, 6, 1 hernsch, 2 AI, 6 gemack, 8 sprack, 7, 1 ick, 2 gemack, 7 ick, 8, 1 ick, 5 uwen, 6 geltende zyn, 9, 1 hernas, 2 ick, geneirt, 3 Ick, 4 v s veirt, 5 liaer, 6 swurden, aber u undeutlich, vielleicht ac oder ie (vgl. 12, 4), 10, 1 Den jongen, 2 swaeren, 3 Maer dat, 4 verwaerl, 5 piert spronck, 11,1 Soude ick, 2 groot, 3 Ick, 4 myns, 7 ick, lieh, 8 ick, 12, 1 den ouden, 4 swiert, 5 synen , 6 hy smalsle, 13, 2 geirne, 5 Spreket nu tt, 6 ick, 14, 2 Zy, 3 deigen, 7 den ouden Hellebrant, 8 den, 15, 5 syne, 8 ick u sien, 16,2 ick, 3 ick, lanck, 6 Die, ick, 8 slerck, 17, 1 neempt, 2 eenen, 3 de lien, 6 quaeste, 18, 2 On- terent de, 3 den jongen, 4 gaerd op reyt, 5 voerden op zynen, 8 zyn, 19, 1 voerden, 2 arglist, 3 selten, zynder, 20,2 waerheyt, ick, 5 den ouden, 7 uwen, 8 zyn, 21, 1 nampi, hären, 2 cttsten, zynen, 3 danck ick, 4 ick u sien, 6 al fehlt, 7 Barnen, 8 zyn, hekant finis). eine ganz verballhornte ausgäbe lieferte derselbe Willems oude vlaemsche liederen 1848 nr. 52. die hs. bekundet allernächste verwantschafl mit dem drucke, kann aber, da sie einige bessere lesarlen zeigt, die ihr z. I. mit dem II DAS HILDEBRANDSLIEI) 21 Amsterdamer liederbuch gemein sind, nicht aus ihm abgeschrieben sein; das umgekehrte Verhältnis anzunehmen, dass der druck auf der hs. beruhe, verbietet schon der umstand, dass nach Willems ihr Schreiber Barlholomeus Boeckx zwischen 1570 und 1620 lebte, wahrscheinlich wurde die hs. aus der vorläge des Antwerpner druckes copierl. V, die ehemals Veesenmeyer gehörige papierhs. von 1459 (nicht 1359), beschrieben durch FWeckherlin beylräge 1811 s. 68 ff., jetzt auf der k. bibliolhek zu Berlin als ms. germ. 4° 1107, enthält die ersten 5'/2 Strophen, abgedruckt bei vdllagen und Büsching aao. 234. W, Wernigeroder hs. des XV/XV1 jh., besprochen von EJacobs die ehemalige büchersamlung Ludwigs grafen zu Slolberg in Königstein 1868 s. 16—18. dass die letzte str. fehle, entnehmen Jacobs und Edzardi s. 326 irrig dem schluss- Schnörkel etc. X, die beiden letzten str. auf einem papierbl. in klein 4° aus dem j. 1493, abgelöst vom decket der Wiener hs. 4889, gedruckt bei vdHagen und Büsching aao., besser im anz. des germ. museums 1863 s. 439 f. ferner die drucke, a, Der edle Hiltejbrant. | (darüber von alter hand die zahl 23, darunter ein bild). bl. 4 a Gelrucki zu Strasburg, auf der k. Universitätsbibliothek zu Erlangen; facsimiliert in Könneckes bilderatlas s. 68. b, Das lied von dem | alten lliltebrant. | (bild). am schluss Gedrückt zu Nürnberg | durch Jobst Gutknecht. | k. bibliolhek zu Berlin Yf 8201 aus Meusebachs besitz. c, Das lied vou dem alten | lliltebrant | (bild, unten von alter hand 61). am schluss bl. 4 a Gedrückt zu Nürnberg [ durch Jobst Gutkneclit. | grofsherzogl. biblio- thek zu Weimar, nr. 69 des mischbandes, der in Mones anz. 8 (1839) s. 358—SO beschrieben ist. aus diesem druck, nicht, wie Grimm s. 53 und vdHagen heldenbuch 1855 1, LXXXVI angeben, aus dem Endlerischen von 1667, rühren allem anschein nach die Varianten her, welche Herder im deutschen muscum 1781 I, 268 f. mitteilte, aus ihm wohl auch die greuliche Verunstaltung des liedes, welche AVulpius in seiner vorzeil 3 (1819) s. 296—300 zu wege brachte. FBöhme in seinem durch incorrectheil ausgezeichneten altd. liederbuch 1877 s. 4 behauptet fälschlich, dies exemplar wiederzugeben, datierte drucke Jobst Guiknechts kenne ich aus den j. 1517—39. d, Das lied von dem allen | lliltebrant | (bild). am schluss Gedrückt zu Nürnberg durch | Cbrisloff Gutknecht. k. bibliolhek zu Berlin Yf 8205 aus Heyses besitz, ein anderes exemplar halte Mallzahn (bücherschatz nr. 497), ein drittes die Wiener hofbiblio- thek, welches jetzt abhanden gekommen ist. ich halle d für einen direclen abdruck von c. e, Das Lied von dem al-|ten Ililtebrand. | (bild, darunter die zahl 27). am schluss Gedruckt zu Nürnberg | durch Friderich | Gutkneclit. | k. bibliolhek zu Berlin Yf 8209 aus Meusebachs besitz, f, Das Lied von dem al-|ten Ililtebrand | (bild, darunter druckerslock, blatt mit bordüren). am schluss Gedrückt zu Nürnberg durch | Friderich Guiknecht. I k. bibliolhek zu Berlin Yf 8211 aus Meusebachs besitz. Christoph und Friedrich Gutknecht druckten mindestens seit 1554, weil in dem aus diesem jähre herrührenden sammelbande der Berliner k. bibliolhek Yd 7829 von beiden drucke enthalten sind, g, Das Liedt von | dem Alten Hüte-1 brandt. | * | (bild). am schluss Gedruckt zu Nürnberg | durch 22 II DAS HILDEISRANDSLIED Valentin | Nevvber. | k. bibliolhek zu Berlin Yf 8215 aus Meusebachs besitz, ein anderes vorn defecles exemplar benutzte Uhlanä. datierte drucke Valentin Newbers sind mir von 1550—1574 bekannt, li, die erste slr. mit musiknoten in ßicinia, Gallien, | Latina et Germanica. | (bild, Arion) | Vitebergae apvd Georgivm Rliav | Anno M. D. XLV. | band 1 unter Joannes STIial. XC1II1; ohne nolen, mit kleinen textlichen abweichungen, in Biclnia | Galliea, Laiina, Germanica, | ex praestantissimis Musicorvm | monu- mentis collecta, & secundum seriem | tonorum disposila. | Tomvs Primvs. j Vitebergae 1545, ebenfalls unter dem namen Joannes Stahl (li-). i, Ein Hübsch Lied | Von dem Edlen | Hiklebrant | (bild). am schluss Gedruckt zu Slrau-Ibing, durch Hans | Burger. | ist nr. 74 des miscellanbandes Vd 7831 der k. bibliolhek zu Berlin, dieser druck entstammt dem jähre 1564 oder 1565. k, Ein Iliipsch | Lied, von dem Edlen | Hiltebrandl. | (bild) \ Getruckt zu Basel, bey | Samuel Apiario, | k. Universitätsbibliothek zu Tübingen Dk XI. 1088 (sammelband von 77 volksliederdrucken aus der zeit von 1564—1573, früher in Uhlands besitz). Samuel Apiarius wurde 1564 aus Bern verwiesen, druckte 1565 und 1566 in Sololhurn (anz. f. schweizer, gesch. n. f. 3, 166), von 1567 bis mindestens 1589 in Basel ([oQl gehörte die offizin seinen erben: Weiler annalen 1, 257, 311). unser druck dürfte den jähren 1572 oder 1573 aus typographischen gründen zuzuweisen sein. 1, das Frankfurter liederbuch von 1582 (erste ausgäbe 1578, s. zs. 34, 167) nr. 207, s. 261 der ausgäbe von JBergmann, Stuttgart 1845. m, Das Liedl, | von dem alten Hilde-jbrandl, etc. | (bild) | Gedruckt zu Magdeburg!;. | am schluss Zu Magdeburg, bey | Wilhelm Rofs. | k. bibliolhek zu Berlin Yf S220 aus Meusebachs besitz, datierte drucke des Wilhelm Ross kenne ich aus den jähren 1600—1605. n, Vom Alten I Hildebrandt, | Ein schöner Meister- | Gesang, | Ich will zum Landt aufzreiten j sprach sich Meister Hilde-Ibrandt, | am schluss nur ENDE. k. bibliolhek zu Berlin Yf 8225 aus Meusebachs besitz, zuerst mitgeteilt von JJEschenburg im deutschen museum 177 6 1, 392//'., dann in dessen denkmälern 1799 s. 437 ff. mit geänderter Schreibweise, o, Ein Lied von dem alten i Hildebrand | hinler dem Sigenol, Nürnberg, Endler, 1661. /£. bibliolhek zu Berlin Yf 7811. das exemplar gehörte früher Richey, dann Suhm s. Bragur 2, 446. beigeschrieben sind Varianten, wohl von n, über welche bemerkt steht: coli, cedit, circa 1600. 4 fol. p, Ein schön | Gesprach Lied, | Von dem alten Hildebrand, | mit seinem Sohne. | (bild) | lienebensl der | Sehneider Lob-Gesang. | Im Thon: Unlängst ein praver Cavallier, oe. | Gedruckt im Jahr, 1668. | früher im besitz Franz Haydingers zu Wien, s. dessen auclionscatalog 1, 1930. eine collalion mit Uhlands ausgäbe in den Volksliedern nr. 132 besorgte mir JMWagner, q, nd. druck, den man um 1560 ansetzt, Twe schone hi-| storien Lede, Dat erste | Vandem ülden Hille-|brande, Dat ander | van der eddelen | Lucrelia. | Do sc vmme er ehre quam | Do hadd sc also grote schäm. | Dat se sick siiluest dat leuenl nam. | Vnd is in des Speten Thone. | früher in KGoedekes besitz und von ihm kurz beschrieben Weimar, jalir- buch 4, 11, jetzt auf der k. bibliolhek zu Berlin Yf 8311. in ?ior- malisierler Schreibung veröffentlicht durch KRartsch Germ. 7, 284 ff. II DAS IMLDEDRASDSL1ED 23 r, dänisch: et hundrede udvalde danslie viser, Kjobenhavn 1787, s. 63, daraus wieder abgedruckt bei den Grimms s. 56, in RNyerups almin- delig morskabslcesning 1816 s. 60 uö. — aufserdem gibt es noch einen Endlerischen druck von 1667, den vdHagen besa/'s, s. heldenbuch 1855 1, LXXXV1; einen Nürnberger der Kunegund Hergotin (um 1530) nennt Weller annalen 1, 205, einen Hemer des Matthias Apiarius (1530 — 51 nachweisbar) erwähnen die brüder Grimm s. 53: ihren gegenwärtigen aufbewahrungsorl vermochte ich nicht zu ermitteln. Unsere Überlieferung zerfällt in zwei klassen, auf der einen seile DNVWX, auf der andern die drucke, die unterscheidenden merktnale der letzteren sind hauptsächlich 1) die 2 — 4 halbzeile der fünften str. ist zur 1—3 gemacht; in folge dessen musle eine neue 4 halbzeile gebildet werden, und das geschah durch Variation der fünften. 2) die beiden anfangszeilen der str. 12 sind ausgefallen, die beiden schluss- zeilen der str. 13 an das ende von str. 12 gerückt und an ihrer statt zwei neue flickverse eingeschoben, dies Verhältnis hat bereits Schade im lesebuch 339 /'. richtig dargelegt. 3) auch in der ersten zeile der 18 str. gieng ein halbvers verloren, sodass die ursprünglich drille halbzeile :ur zweiten avancierte. 4) str. 10 und 20 zeigen eine andere versfolge und der schluss der 20 str. weicht gänzlich ab. er hat, wie es scheint, in dem archelgpus der druckrecension gefehlt oder befand sich in so völliger Verwirrung, dass jede der beiden klassen der drucke einen solchen selbständig fabricierle. denn dass die inhaltlosen phrasen, , aus denen die drei letzten Zeilen in der Masse aik bestehen, nicht echt \ sind, liegt auf der hand; aber auch der schluss in der zweiten klasse kann es nicht sein: das versenken des ringes in den becher soll als erkennungszeichen dienen, ist hier aber überflüssig, da Alebrand bereits den valer recognoscierl und der muller vorgestellt hat. das moliv wurde vermutlich dem Möringerliede, wo es durchaus am platze ivar, entlehnt, die drucke sondern sich, wie bemerkt, in zwei gruppen: einmal aik, sodann die übrigen, xoelche wieder ihrerseits zwei familien bilden a) In und q, b) bcdefgmop, dh. im wesentlichen producte der Nürnberger pressen, und r; diese version gehl, soviel sich bei der freiheil, mit der sie hergestellt wurde, ersehen lässl, auf einen m nahe verwanlen druck zurück, q allerdings stellt keinen reinen lexl dar, sondern ist stark beeinflussl von der rcdaclion N, man vgl. folgende bezeichnende zusammenklänge: 3, \q Scholde he my so anrennen in einem auermot = i\ Sonde hy my aenrennen met eeneu ovelen moet; 4, 1 sprack yuncker Diderick = sprack jonkher Diederick; 4, 3 du schalt en my seer gr"öten = Gy suU liem seere groeten; 5, 4 walh deistu olde gryse in mynes vaders landt=wat doet desen ouden gryse liier in myns vaders lant; 6, 4 mit einem snellen lüde = met eeneu hübschen gheluyde; 7, 2 f. van stride vnd van rechten dar is my a(T geseeht, van striden vn van vechlen = van slryden en van vechlen daer is my äff geseeht, van stryden en van vechlen; 8, 1 vn darto sere slan = en daer toe seere slaen; 8, 4 vnd hliuen myn gefangen = en blyven myn gevangen; 10, 1 de hinge brachte dem olden man so einen swaren slag = den jongen bracht den ouden een so swaeren 24 II DAS 11ILDEISRANDSL1ED slacli. dass hier N auf q einwirkte, nicht, wie an sich ebenso möglich, q auf N, beweist slr. 13. sie lautet in q De sick an okle ketel riuet | de entfengt gerne roeck | so hefl'slu g'edan vel iunger hell | hir iegen dynen spol | nu sprick noch vp dynn si'inde | din biebluader wil ick syn | bistu vann des wulues gesiechte | dat schal batenn dal leuent dyn, in N So wie hem (seluen fügt der druck bei) aen den ketel wry'ft | bi (fehlt hs.) beeft geirne van den roet (roest die hs.) | Soe hebt ghy gedaen ghy jonge helt | hierlegen uwen (dinen der druck) wederspoet | Sprekel nu u biechte | u biechtvader wil ick sijn | Dats sijdy (bistu der druck) van den wolven | genesen moecht ghy sijn. die worte so hefl'slu gedan stammen nicht aus der druckrecension, sondern gehören der hssklasse an, vgl. W So sag du mir vil iunger, alsz haslu mir getan und auch D sag iunger wis umb dich beleibt wie sol es dir dergan. ferner befinden sich die beiden letzten langseilen nur in N an ihrer richtigen stelle, in q iciederholen sie, was schon am schluss der str. 12 der druckrecension entsprechend gestanden hatte: nu segge my vel iunger, dyn bichluader wil ick synn | bistu ein iunck wulffenger j van my machslu wol genesen, van den wolven in N erklärt sich aus dem anfang der folgenden slr. Wolven (en fügt die hs. hinzu) dat syn wolven; vann des wulues gesiechte in q ist davon eine änderung, hervorgerufen durch wulffenger; ebenso hat q die letzte halbzeile umgemodelt, weil es das verbum genesen am ende zweier sich folgender slr. nicht gebrauchen konnte. Unter sämtlichen drucken ist a der älteste und altertümlichste — er allein hat die längen i und ü, welche sonst durch die diphthonge ei und au ersetzt sind, meist bewahrt —; obwohl nicht frei von Willkür stimmt er doch mehrfach genauer zu den hss. oder zeigt fehler in unverbesserler gestall, welche die andern drucke zu verkleistern suchen, für die recon- struetion der den drucken gemeinsamen vorläge muste deshalb a zu gründe gelegt und es durfte nur dann von ihm abgewichen werden, wenn die Übereinstimmung der zweiten klasse entweder mit ik oder mit den hss. erwies, dass a geändert habe, oder wenn die Vermutung sich aufdrängle, dass eine stelle einer ähnlichen gleichgemacht sei. denn alle jüngeren hss. und drucke lieben es, parallele Wendungen auch im Wortlaut conform zu gestalten. 2, 3 und 4, 2 bieten aik din sun her Ale- brant, hingegen bcdefgmopr der jung her Alebrant; am ersleren orte zeugen VW für die ursprünglichkeil von aik, darum wurde an der zweiten stelle der lesarl der gruppe bcdefgmopr der vorzug gegeben. in einem falle liefs sich das echte erst durch combinalion beider klassen gewinnen, hüllen 5, 4 aik vorgefunden, was die zweite klasse bietet, neulich was suchst in meines vaters laut, so wäre unerklärlich, wie sie zu dem sonderbaren wie slat es in dynein lant gelangt sein sollten, wohl aber ist das begreiflich, sobald in der vorläge stand was suchst in dinem (entstellt aus disem der hss.) laut, wenn N mit der zxoeilen klasse der drucke in der lesarl in niines vaters lant übereinkommt, so haben beide unabhängig von einander nach analogie von 11, 2 geändert. Dieser reconslruierte archelypus, gewis ein auf einer hs. beruhender druck, durch manche fehler verunstaltet, ivelche die spätem drucke in II DAS HILDEBRANDSLIED 25 ihrer weise zu beseitigen bestreit waren, ersetzt uns ein ms. und sollte nun mit, den andern mss. zusammen zur herslellung des gedicktes selbst benutzt werden, aber ich halte diese nicht für möglich, zunächst weil für zwei drittel des liedes eigentlich nur die hs. W, der noch dazu slr. 11 abgehl, neben der druckrecension zu geböte steht: denn D besitzt bei ihrer besonderheit immer blofs bestätigenden wert, und N leidet an zahlreichen willMrlichkeiten und enlstellungen, abgesehen davon, dass als Übersetzung sie nicht voll in belrachl kommt, sodann aber, weil unsere ganze Überlieferung ein bereits verderbtes original voraussetzt, so grobe reime wie 3 slage: hat, 10 wit: wip, 11 hove: noch und namentlich 7 gemach: Afgesazt oder ütfgesat, 17 vesperzil: reit, aufweiche die reconstruction führt, waren schwerlich einem gedichle der guten zeit des XIII jh. — dass ein solches damals existierte, bezeugt der beruht der Thiärekssaga; weniger sicher ist, ob Wolframs zeugnis Wh. 439, 10 ff. bereits ein besonderes lied voraussetzt — gemäfs, ebensowenig die apocope 11 schand (: lanl). und wenn sowohl mehrere drucke als auch DN in slr. 2 die namenform Abelon — sonst kenne ich sie nur aus den Versionen Ell des dänischen liedes kong Diderik og hans kiemper, s. Grundtvig Danmarks gamle folkeviser 1, 72/'. — aufweisen, so muss sie bereits der gemeinsamen vorläge angehört haben, da sich zwar erklärt, dass unabhängig von einander verschiedene hss. oder drucke im reime auf jung aus Abelon wiederherstellten Abelung oder Amelung, nicht aber, dass sie gleichmäfsig ohne not Amelung mit Abelon vertauschten, darnach scheint es, dass unsere quellen über eine bearbeilung des XIV jh. nicht hinaufreichen; wo diese entstand, lässt sich ebensowenig mit sicherheil ermitteln wie ob das von der Thiärekssaga vorausgesetzte gedieht ursprünglich nd. war. — aus meiner ansieht über das Verhältnis der recensionen erhellt, dass ich in den plusstrophen von D spätere Zusätze erblicke, die allerdings der Schreiber des Dresdner heldenbuchs schon vorgefunden haben mag: sie verfolgen bei minimalem sachlichem inhalt verdeutlichende lendenz, vgl. 5 zu 4, 26 zu 11; der abgeschmackte scheinkampf zwischen valer und söhn vor frau Ute soll erklären, in wiefern Alebrand den Hildebrand als gefangenen mit sich bringen konnte. — schon Müllenhoff zGNN. s. 13 hat mit recht angenommen, dass das Hildebrandslied die erste hälfte seiner 14 slr. aus dem Wolfdielrich B 279 (in D fehlt die stelle) entlehnt habe, könig liouge behauptet Wolfdietrich ist ein kebeskint, der mac erbes niht gehan. man vant in ze walde bi jungen wolvelln und Iierchlung erwidert Waz saget ir mir von wolven die loufent da ze holz? er ist ein degen küene und ouch ein ritter stolz, hier schliefsen sich wolvelln und wolven gut an einander, die Vorstellung beider Strophen bewegt sich auf derselben ebene, während im Hildebrandsliede, wo auch die erwähnung von Krieclieu(laut) auffällt, der eigenname Wülfing erst etymologisch umgedacht werden muss, damit das Wortspiel verstanden wird, das haben dann die hss. des gedichls gefühlt, indem sie für waz saget ir mir von wolven einsetzten Wüllinge (Wülffin D, Woluen N, Wolfle W) daz sint wolve. Zum schluss dieser erörlerungen gebe ich den archetypus der druck- 26 II DAS HILDEBRANDSLIED recension in normalisierter Schreibung, alle abweichungen von a, soweit sie nicht rein orthographischer nalur sind (zb. i für y, l für i, doppelconsonanz statt einfacher und umgekehrt), wurden verzeichnet; hingegen habe ich mich, um den apparal nicht unnütz anzuschwellen, bei den übrigen drucken auf angäbe der sachlichen unterschiede (ersatz eines Wortes durch ein anderes, Umstellungen usw.) beschränkt, also nicht erwähnt, wenn zb. stall der aus a aufgenommenen formen weg, Bern, mengen in ihnen wege, Herne, manchen steht, nur die druckfehler fanden sämtlich berücksichligung, weil sie für die erkenntnis des ver- wanlschaflsverhällnisses von wichtigkeil sein können, in eckigen klammern fügte ich mehrfach die lesarlen der hss. bei, um den grund anzudeuten, der mich zur bevorzugung der einen Masse vor der andern bestimmte, dass der texl, den ich gebe, von dem Uhlandschen wesentlich verschieden ist, begreift sich: Uhland, der a nicht verwertete, gedachte eine lesbare redaction zu liefern und erzielte diese teils indem er änderungen, die über die drucke hinaufreichen, vornahm teils indem er plane besserungs- versuche der jüngeren drucke einsetzte. 1 'Ich wil zu himl usriten,' sprach sich meisler Hillebrant 'der mich ilie weg wise gen Bern wol in die laut. die sinl mir unkunt gewesen vil mengen liehen tag, in zwei und drissig jaren fraw Uten ich nie gesaeh.' 2 'Wiltu zu land usriten,' sprach sich herzog Ahelon 'was begegnet dir uf der heide? ein schneller (legen jung, was hegegnet dir uf der marke? diu sun her Alehrant. ja ritleslu selhzwelfte, von im wurdest angeranl.' 3 'Ja rennet er mich ane in sinein Übermut, ich zcrhowe im sinen grünen schilt, es tut im nimmer gut, ich zerhow im sin hrinne mit einem sehirmeschlag und das er siner muter ein ganz jar zu klagen hat.' 1, 2 mich al;[VIP], mir die andern den lopqr wise nur a, thet weysen bcdefghkl, dede vvysen q, tliut weisen hHnop, wolt weysen m, vilde vise r [wisse //'', wil wijsen N, wolt wisen V\ tho Bern q wol fehlt a die] das m, dat q 3 sie hin, fehlt k He ys q, han er )• gar vnkund a, vnkannt /.-, kundt /, unbekand /> geworden h, vorden r so lq, saa r, gar n 4 ja in op, Ey ia jnn h, Ey ja ha inn h- drey vnd in, tre og r ich fehlt m ersach /, ensach q 2, 1 lande ritte a sich fehlt I Ahelon eir, Amclon /, awelung a, Abelung bcdfgmop, Amelung knq [Abelan D, Abeloen TV, Ambelung W, Ama- lunc V\ 2 was] es k schneller] stoltzer In vgl. Unland Volkslieder nr. 104, 2 wat hejegende ein up der heide? 3 auf dein top, in der n maick a, marekte np diu sfln de Hillebrant q, der jung herr Alehrant bcdefgmopr, der junge Hildebrandt In [din sün Her ollehrant V, der sun her ollebrant W\ 4 reittest du e salb zwolffle a jn e wirst e, würdestu Imn, wurdestu a, würdestu q, würdest du o [werst JF, wirst 1), wirstu F] 3, 1 Ja fehlt kln denn ane In, nun ane k Scholde he niy so anrennen q solchem /, einem q 2 zuhaw m, dorch howde q syn a schlitz sin brune schilt { er t, das n, dat q thet?«, dede q 3 tho- howde n bringe a, hende /, bände n, brune schilt q in l scluienien- schlag n, scharmerslage o, skjeimerslag r 4 und fehlt aikl, ja q frow Gilden n ein gantzes iar fraw vten aik, ein gantzes jare seiner mutier In II DAS H1LDEBRANDSLIED 27 4 'Das ensollu nicht tun,' sprach sich von Bern her Dieterieh 'wan der jung her Alehrant ist mir von herzen lieb. du solt im frunüich zusprechen wol durch den willen min, das er dich lass riten, als lieb ich im mög siu.' 5 Do er zum rosengarlen usreil wol in des Berners marke, do kam er in gross arbeit von einem beiden starke; von einem beiden junge da wart er nngerant 'nun sag an, du vi] alter, was suchst in dinem laut? 6 Da fürest diu harnesch luter und clar recht wie du sist eins küniges kint, du wilt mich jungen beiden mit gesehenden ougen machen Mint. du sollest da heimen hüben und haben gut husgemach ob einer heissen glute.' der alle lachet und sprach 7 'Solt ich da heimen hüben und haben gut husgemach? mir ist bi allen minen lagen zu reisen ufgesatzt, zu reisen und zu fechten bis uf min hinefart. das sag ich dir, vil junger, darumb grawet mir min hart." 8 'Din hart wil ich dir usroufen, das sag ich dir, vil aller man, das dir das rosenfarbe blul über die wangen muss abgan. ganz fehlt pq liab n bab zu clagen a [das er siner mutter ein jar zu klagen hat IF, vnd das er siner mutier otten ein iore zu clagen balt F ] 4, 1 Vnd das efgklmno ensoltu nur a, soltu, solt du die übrigen nit entbö a, nit entliüne ä, niebte thun bed, yo nicht doen q, nicht tlume efgilmno sprack yuncker q 2 wenn m, denn In, dan i din sun aik her fehlt In Hildebrandt In ick liebbe den iunge Hillebrät q der ist bed van gantzem heilen q, in truwe a, in trewä ik [von herzen F/F] 3 frunt sprechen zu a wol fehlt a durch — 4 wöl fehlt o deyn willen myn a du schalt en my seer grölen all vmme den q 4 wöl lassen bcdefgvi(o)p [lasz ritten JF, lofs Ritt, F, laet rijden N] so lieb In als ich b mog a, mug ik, mag die übrigen gcsein dek 5, 1 zu dem aefgm, den q rofsgarlen a aufsbreit p, vpred q in die (der n) Berner In marck adefiklnopr 2 starck adefiklnopr 3 da fehlt aq ward er da ikln [do wurd er angerant D, da ward er an- gerant ff'] 4 an fehlt In du au p, du mir In suchst du op, suebstu Imn in meines valiers landt bcdefghnnup wie stat es in dynem land aik wath deislu olde gryse in mynes raders landt q, hvo haver dig til min faders land sendt r [wasz sust in dissem land 1F, was sucheslu in disem lant V, was suchst in dissem lant D] 6, 1 din] ein Imn clar aikq, rein die übrigen saa rent og klart r rech du syest a, recht als iq recht wie] recht k, als ob cfgmop du sisl fehlt Inq, werest i, werist k ein pq 2 iunger held q mit fehlt l gesehen ff, sehenden ikmnop, seenden q, sehender / blnid c lliland verglich. Iwein 1277. 7058 mit gesellenden ougen blint 3 solts n, solt efglmo do heyme a, da heime Inop, llior heime q, daheim k treiben o gemach al eyn gudt gemack o 4 auff/, bey n heissen g mit einem snellen lüde« alt ak 7, 1 do beyme ff, daheime Inp, ihor heime o gemach / ein gudt gemack o 2 ist mir doch n vffgesatz a van stride vnd van vechten | dar is my äff gesecht q 3 uf] an Im van slriden vii van vechten | vp mine henneuart q 4 jungen bcdefgkmop, yunger helt o darauff m, drauff n, dar äff o min] der n 6, 1 Den q dich em vfs roffen a das fehlt 1 vil fehlt I, ( 'u n alten bedefgmop vn darto sere slan q 2 dein rosenfarbes (-barbes 1) bcdefglmnop [das roszvar blut //; das plul ß] so dat dy yo dat 28 II DAS II1LDEBRANDSLIED diu harnesch und ilin grünen scliilt den imist du mir hie ufgeben, dar zu bis min gefangner, will du behalten din leben.' 9 'Min harnesch und min grüner schilt die hant mich dick ernert, ich iruwe wol Crist von himel, ich wolle mich din erweren.' sie liessen von den Worten, sie zugen zwei scharfe schwer!, was die zwen beiden begerten, des wurden sie gewert. 10 Ich weiss nichl wie der junge dem alten gab ein schlag, das sich der alle Hillebrant von herzen ser erschrack. er sprang binder sich zu rücke wol siben clafter wit 'nun sag, du vil junger, den streich lert dich ein wib.' 11 'Solt ich von wiben lernen, das wer mir immer ein scband. ich hau vil ritler und knechte in mines valers land, ich bau vil ritter und grafen an mines vaters hof: und was ich nicht gelernet han, das lern ich aher noch.' 12 Er erwischet in bi der mitte da er am scbwechslen was, er schwang in binder sich zu rücke wol in das grüne gras, •nun sag du mir, vil junger, din bichtvater wil ich wesen, bistu ein junger Wölfinger, von mir magst du wol genesen. 13 Der sich an alte kessel ribet, der enpfahet gern ram. als geschieht dir, vil junger, wol von mir allen man. rode swet g die] dein bed, dyne g wang i sol In, schal g gan lq 3 grüner a vnnde brune q den must du aik, dat schaltu q, der arlikel fehlt den übrigen hie feblt ikq laten my q 4 bis] auch In, must bodefgop, mustu m gefangner sein bcdefglmnop vnd bliuen myn gefangen q behalt n, fristen op dat luent dyn (/ 9, 1 vnde brune g die fehlt lq hont a, thon ?', thün k, haben In, helft g, theten bedefgmop [hent W, der hat D] so dick k, offt dlno, und dich /;, vaken q ernern bodefgikmop 2 wol fehlt bcdefgmnopq vom mnop hymel wol bcdefgm.no, himmel hoch p, hemmehike qr wil bcdefgmnr deiner n idt wert dy hir erwert q 3 das zweite sie fehlt efglmo, vn diknp zuckten ik, ruckten /, zugend beyd a zwei fehlt k 4 vnnd was bcdefgmo das ailmo, dat q sie] sie baid dl, die zwen bc 10, 1 nit a de hinge brachte dem olden man | so einen swaren slag q 2 sich] es /' Hildebrand der alte efgop, der II. der alte m 3 sprach / ininder sick q zu rucken u etlich n faden qr 4 sag an bcdfgmo du mir viel iklnp mi vel iunger lielt q schlag Iqr lernet bimn dir m 11, 1 leren kq wir mir b immer fehlt q ein fehlt mn 2 bab ich i knecht a, graffen n 3 hab ich i, auch sind n vnd knecht aik in iq vatern m 4 und fehlt a nit a ge- leret q dar f 1er ick Snerst q 12, 1 ewisclit g, nam ikln, grep qr in der nop, in dat q mitten an, mite i, middel g do a, dar g an d, ann dem bc smalsten gr 2 er fehlt ik, und In vnder g sich zu fehlt l zu rucken ak wol] all g vgl. dazu Uhland Volkslieder nr. 104, 4 he nam se in der midde, he schwank se binder sick to rügge wol in dat grüne gras 3 mir du bcdefgmn, an du o du fehlt g mir fehlt p wesen] sein Imnpq 4 iunck wulffenger g vor ip soltu In du feldt ik wol fehlt bcdefglmnop genesen sein (fein l) In [wol genessen D/f] 13, 1 Wer bcdefglmnop [Der W~\ der fehlt In, der selb ik enpfacht a den ram ikl, roeck q 2 als a, also die übrigen vil fehlt iklnop, wil e jungen alle aufser a wol fehlt n von] mit m so heffstu II DAS HII.DEBRANDSLIED 29 din hiebt sollu hie ufgcben uf diser beiden grün, das sag ich dir vil eben, du juuger beide kün.' 14'Du sagst mir vil von Wolfen, die loufen in dem bolz: ich bin ein edler degen us Kriechenlanden stolz, min muter heist fraw Ute, ein gewaltige berzogin, so ist Hiltebrant der alle der liebste valer min.' 15 'Heist din muler fraw Ute, ein gewallige herzogln, so bin ich Hiltebrant der alle, der liebste valer din.' ei scbloss im uf sin guldin heim, er kust in an sinen munt 'nun muss es got gelobet sin, wir sin noch beid gesunt.' 16 'Ach vater, liebster valer min, die wunden die ich dir han geschlagen, die wolt ich dristunt lieber in minem houpte tragen.' 'nun schwig, lieber sun, der wunden wirt gut rat, sid das uns got al beide zusamen gefüget hat.' 17 Das weret von der none bis zu der vesperzit, bis das der jung her Alebrant gen Bern ine reit, was furl er uf sinem helnie? von gold ein krenzelin. was fürt er an siner siien? den liebsten valer sin. 18 Er furl in in siner muter hus, er salzt in oben an den tisch, das ducbt sin muter gar unbillich. 'ach sun, min liebster sun, ist dir der eren nicht zu vil, das du ein gefangen man setzest oben an den tisch?' gedan vel iunger helt | hir iegen dynen spot q 3 bichl] geist In must du ikbi, solt efgop hie fehlt ak, mir / nu sprick noch vp dynn sflnde | din bichtuader wil ick syn q 4 vil] gar glmnop jungert b bistu vann des wulues geslecble | dat schal batenn dat leuenl dyn q 14, 1 die] sye a, sie ik, se q in das 71 2 edel q kriechen lande aglmn geborn vth Greker lant q 3 heth q. die heyst bg gwaltige i, weidige q 4 so isl] und In alt abi myn vadcr is de olde Hillebrandt | ick hebbe en nicht gekant q, vgl. r 14, 2 min fader mig aldrig saae und W 15, 1 Heth q gwaltige i, weidige j 2 hillbrät a de ohle Hillebrandt q liebe a 3 dede q im fehlt n, sich in er a, fehlt I, vnd die übrigen [er schosten JF] an] au IT Imnp, vp q 4 muss] sey iklp des q sin fehlt iklp mir synd a alle beide m 16, 1 min nur a dir] euch mn, iw q 2 dry Stent a, drey mal die übrigen 3 du lieber bcdfgmop, mein lieber elntj der] den ad ist / wurt noch gut a wol rath iklnp, noch wol ladt q 4 syte a das fehlt op al fehlt cd nun mufs es gott gelobet sein n, nun sey es gott gelobet /, vgl, 15, 4 der uns zusammen In tho hope gelinget q 17, 1 wente tho q 2 wente q iunge aikm her fehlt aikq alchrant a, Altebrant i, Hillebrandt q allda der junge Hildebrandl In [jonge er olebrant // 7 ] gon a zu Beinen In, tho Boren q eine i, inne /, einliin bcdefgmo, einher np, all in q 3 uf] an bcdefgm [vff W, op N] krcntzlin a, krentzelcn /, kreulzelein c 4 an] anff np siner] der bedefg klmop liebsteu c 18, 1 jn mit jm (mit sieh mo) in seinen (den pr) sali bcdefgmopr er a, fehlt In, vnnd die übrigen satz a oben fehlt ik den fehlt i tisch vber sich aik 2 syner q muter fraw vte (Gude q) aikq gar sehr ;', gar sehre sein k vnbillick syn q er (und In) pol im essen vnd trincken das (fehlt l) daucht sein (seiner n, die cd) mutier vnnbillich (unbillich sein /) bcdefglmnopr 3 liebster sun fehlt a min fehlt bcdefgiklmnop lieber bcdefgimop söhne mein n ists o dir fehlt bcdefgmop 30 II DAS IIILDEBRAXDSL1ED 19 'Nun schwigent, liebste muler, und land euch sagen, er liet mich uf der hciile gar nach erschlagen. und hörent, liehste muler, kein gefangner sol er nicht sin, es ist Hiltebranl der alte der liebste vater min. 20 Ach muter, liebste muler, nun biet im zucbt und er.' nit a ist dir das nit zuuil ik, der ehren ist zu viel In, is dat nicht der ehren tho vel q 4 mir ein bcdefghnopq tisch es wer nit myn wil a oben :m selzst on meinen (mein k) will ik 19, 1 schwigen a, schweiget In, swiget q, schweyge bedefgikop, schweig du m mein liebste mutter n, min leueste moder q liebe bcdefgiklmop lond vch a lafs dir die rechte warheyt sagen ik, und hört was ich euch sagen /, und höret was ich euch thu sagen n, Ich will dir (euch e) newe meer sagen bedefgmop, ick wil ym nye mer sagen q 2 hat a, liet k, hell (In kam (käme g, bekam u) mir bedefgmopr, quam tho my q gar nach (schier gar In) zu todt geschlagen ikln, vn liet mich nahent erschlagen beel efgmop, vnd hadde my na erslagen q 3 nu iq, nun kln hüre bcdfgk mop mich meine liebe n leueste q, liebe bcdefgiklmnop myn gefangen q gefanger i nit ai, nicht q, fehlt den übrigen 4 er ist no, he is q de olde Hillebrandt q 20, 1 das eiste muter fehlt a liebe bedefglop mutter mein l/cde fgmopq byt a, biet /, bietet n, bedet q, beut die übrigen ere a Da bott die selb fraw Vte | dem (Vten | de k) Hiltebranl zucht (zuch /) vnd ehr ik 2—4 geht in der Überlieferung ganz auseinander i aik bcdefglmnopqr als Hillehrant der alte mit ir lebt hinfur do buh sie auf und schenket ein und mer. trug ims selber her. in sinem hus zu Bern im oucli vil guts was het er in seinem munde'? von gold geschach. ein fingerlein. da mit Hiltebranl der alte lebt hinfur das licss er in becher sinken der lieb- mit gemach. sten frawen sein. 2 vnd lebt H. ik ihr furbas 2 sie an zu schencken (ein fehll) hin mehr ik 3 in synem husz vnd In trugs mn jhm selber Imno, getach n beschach k 4 do a em sohlest q 3 ringelein Inp hinfur] furbas ik mit] in ik 4 in den Imnq lieben n~\ III MUSP1LLI. Cod. lat. 14098 (Emm. 98), cimel. 21 der k. bibliolhek zu München, ehemals bl. 61—121 der SEmmeramer hs. ß. VI, sermo SAugustini de svmbolo contra ludaeos, am schluss bl. 120 a mit dedicationsversen des erzMschofs Adelram von Salzburg (erwählt 821, gestorben 836) an Ludwig den deutschen: das fragmenl ist auf den rändern und leeren seilen von bl. 61°, 119 b —12 1'* des schönen büchleins von einer gleichzeitigen, ungeübten hand eingetragen und wie prosa, mit ganz regelloser Interpunktion geschrieben; anfang und schluss des gedichtes fehlen, weil die hs. einmal (im XIV jh.?) mit traetaten des bruders David von Augs- III ML'SriLLI 31 bürg zusammen gebunden wurde und ihrer allen dcckel- oder vorselz- blällcr dabei verlustig gieng, die jene enthielten. JASchmellcr muspilli. bruchslück einer allilerirenden dichlung vom ende der weit, mit einem faesimile des Originals in Büchners und Zierls neuen beitragen zur vaterländischen geschickte, geographie und Statistik 1 (München 1S32), 89—11 7 ; zweiler besonderer abdruck mit faesimile und glossar, München 1832. WWackernagel alldeutsches lesebuch, Basel 1835, 17—24; 1839, 69—76; 1859, 75—82. KMüllenhoff zs. 11 (1859), 381—393. HMöller zur ahd. allilleralionspoesie, Kiel und Leipzig 1888, s. 3—51. ich kann die vcrglcichung der hs. mit dem abdruck Schindlers (S) mitteilen, die Haupt (H) im herbst 1860 anstellte, sie hat die je-265 nauigkeü der lesung Schmellers von 1832 durchweg bestätigt und was noch jelzl in der hs. lesbar ist, kann darnach kaum irgendwo zweifelhaft sein: undeutlichere oder zweifelhaft scheinende buchslaben sind nach Haupts angäbe durch cursive Schrift bezeichnet, die vielleicht bis 1817 zurückreichende abschrifl Docens hätte KUofmann in den Sitzungsberichten der Münchner akademie 1866 2, 225—234 nicht als eine neue wichtige enldeckung veröffentlichen sollen, ohne sie im angesichl der hs. selbst genau zu prüfen, es ist manches versehen darin und manches auch blofse conjeelur und ergänzung z. 10. 12. 22. 38. 45. 51. 5S. 59. 72. 91. sie war auch Schmeller nicht unbekannt, im gegenteil gieng er nur von ihr aus, da seine und Mafsmanns früheren leseversuche und abschriflen (SM, Germ. 3, 13—16), die er Graff wohl nur ebenso wie Lachmann ua. vor dem abdruck mitteilte, noch an manchen punkten mit ihr stimmen, wo er später nach längerer belrachlung und erwägung zu einer andern oder keiner bestimmten enlscheidung kam. manches freilich, namentlich gegen das ende hin, was in Schmellers hergestelltem texte (S-) Vermutung und ergänzung scheint, darf nunmehr nach Docen eher für handschriftlich überliefert gellen, [auch ich bin der Überzeugung, dass die hs. im jähre 1817 kaum lesbarer war als sie jetzt ist, und dass Docens abschrifl dort, wo sie von dem gedruckten texte Schmellers und Haupts collalion — welche nach wie vor die verlässigslen angaben über das noch sicher erkennbare gewähren — abweicht, keinen sonderlichen glauben verdient, denn gar zu oft zeigt sich, wenn man diese copie mit der hs. vergleicht, dass Docen dasjenige aufnahm, was auch heule auf den ersten blick hin zu stehen scheint, aber bei längerer belrachlung und Überlegung sich als irrig erweist, ich meine daher, dass FVetter in seiner collalion des gedichles (zum muspilli und zur germ. alliUeralionspoesie, Wien 1872, s. 84—102) dieser abschrifl und mehreren älteren Schmellers und Mafsmanns zu hohen wert beigemessen hat. freilich ist er mit weil gröfserer sorgfall zu werke gegangen als PPiper (P), dessen abdruck der hslichen geslall des gedichles (zs. f. d. phil. 15, 70—73) wenig lob verdient und gerade dort, wo er scheinbar neue lesungen bietet, fast immer fehl gehl, wie mich nachvergleichung (Sl) lehrte.] 2 vgl. v. 74. 5 vgl. 22. 26, JGrimm zu den Hymnen s. 51, mgih. 765. 13 die richtige versableilung ist von Lachmann; die um- 32 III MUSPILL! Stellung von sär üf in üf sär aber scheint notwendig, weil sär sonst höher betont wäre als üf. in habe ich hier geschrieben aus demselben gründe wie Lachmann zu Nib. 46, 4: nahe läge auch in in oder inin zu setzen [die fehlende allilleralion stellt am leichtesten Möllers liefl'ent her]. 14 Olfrid 1, 18, 3. 9. 10 Tim ni bist es, mian ih, uufs, lhaz länt thaz heizit päradis — Thar ist lib ana töd, Köln ana ffnslri, öngilli- chaz künni ioli euuinigo uuünni; s. zu SPelrus IX, 7. 8; vgl. Olfr. 5, 22, 3. 6—8 In euuinigo uuünni so ferit thaz ädalkunni — ioh sfnt tliar ana förahtun, tliie lifar 16 uuöla uuorahtun. In filu scininlaz Ifoht thes ist sie iamer filu nfol, ana töth inti ana l&d, ni mag ih gisägen thes giseeid; Nolker ps. 26, 4 dar alle taga ein däg siut, dar geron ih sfildon: dar tag äne naht ist, dar üb äne töd ist, dar lieh äne leid ist; ps. 43, 9 dar lag äne naht ist, dar uuerden uuir gelobet; ps. 118, 116 in futuro, dar lib ane töd ist; calechism. LXX1X A, 8 dar uuir dih keseben sülen unde angelis keuche uuordenc lib Ane töd bähen sülen; himmel und hölle XXX, 116. 117 (134. 135 mit anm.). die formet kehrt dann noch im zwölften jh. wieder zugleich mit einer andern allillerierenden in der sündenklage in Karajans Sprachdenkmalen 52, 20—24 = äs. 20, 262, 238/f. mit anm. {cgi. 48, 7 ff. = zs. 20, 256, 42//".) da ist liep unde lieht, da ist dehein ungnäde nieht, . . . da ist lip äne tot, da ist genäde (ruhe) äne not, und in der kehr. 74, 3 Diem. got gibet lip äne tot, er gibet genäde äne wöt; Heinrich erinn. 952 saelde an ardratze, vride äne läge, genäde an ungenäde; in Albers Tnugdalus auch 52, 20 (Wagner 955) vinster hat er äne lieht; 56, 1 (1279) hie ist vinster äne lieht; 58, 71 (1524) da was äne vinster lac; vgl. 61, 32 (1744). die andern Schilderungen des himmlischen paradieses (Olfr. 5, 23, fdgr. 1, 204. 2, 134, a. Jleinr. ISO ff. usw. vgl. gen. fdgr. 2, 36, Bf.)' bewegen sich wohl in ähnlichen gegensälzen, auch Heda de die judicii (opera ed. Giles, Londini 1843, I, 102) nox ubi nulla rapit splendorem lucis amenae: non dolor aul gemilus veniet, nee fessa senectus, non silis, esuries, somnus et 266non lahor ullus usw.; aber keine weist so sehr auf ein mit muspilli und besonders der Schilderung bei Karajan gemeinsames vorbild, als die in Cynevulfs Crisl 1650 ff. ha;r is leöfra lufu, üf bütan endedeäde, . . . geögud bütan ylde, . . . hselu bütan säre, . . . riisi bütan gevinne, . . . däg bütan heöslrum beorht blaedes füll, hlis bütan sorguni usw. so heifst es auch am Schlüsse der von Scherer zs. 12, 436/)". herausgegebenen muslerpredigt aus dem ende des XUljh. und in den ersten salzen übereinstimmend in dem daraus abgekürzten sermo VI des Bonifalius bei Marlene et Durand coli, ampliss. 9, 201 (unten s. 294. 505. 508) vom Himmelreich ubi lux sine tenebris et vita sine inorte, ubi est laelitia et gaudium sine fine, uhi iuvenlus laela sine nielu seneclulis, ubi salus sine aegritudine, uhi securitas sine timore, ubi reguum inmutabile usw. vgl. sermo V aao. s. 199 ibi erit vita cum deo sine timore mortis, ibi lux indefkiens et nunquam tenebrae, ibi salus quam nulla aegritudo conlurbat, ibi satietas indeficiens eis qui nunc esuriunt et siliunt iustitiam, ibi felicitas quam nullus timor corrumpit, ibi gaudium quod nulla trislilia consumit usw., sermo XV aao. s. 218 ibi est vita cum deo sine morle, lux sine III MDSPILL! 33 tenehris, salus sine aegritudine, satietas sine fanie, felicitas sine limore, paudium sine trislitia : diese stellen gehen auf Augustinus resp. Caesarius von Arles zurück, s. Cruel gesch. der deutschen predigt im ma. s. 17, vgl. Hahn in den forschungen zur deutschen gesch. 24, 605 f. 15 wegen der Stellung des hauplstabes s. Schmeller Hei. 2, XII. im übrigen vgl. unten XXX, 94. 95 mit anm. 17 vgl. zu 48. 18. 19 Wackernagel fasste die beiden halbverse zusammen und bezeichnete die lücke nach kispane. aber eine ergänzung ist dann schwer auszufmden und im ersten halbverse ist doch dürft eher liedstab als mihhil, ESommer in den Jahrbüchern für wissenschaftliche krilik 1842 s. 387. so ergibt sich auch die ergänzung leicht, s. unten LV, 26 f., Hei. 47, 20 Ihähtun endi thagodun: unas im tharf mikil lliat sie lhat eft geliogdin; 135, 15 for Ihiu soal allaro liudio gehuilic tlienkean fora tbemu Ihinge: Ihes is tharf mikil manno gehuilicumu; belhiu lätad iu an iuuan möd sorga; Crist 848 is üs pearf micel pät ve gaestes vlite georne bipencen; 1057 sceal gepencan gaestes pearfe; Beda bei Hattemer 1, 4 Jian him parf sie tö ymhhycganne. 20 es ist nicht notwendig kituoe und 21 piuutse zu schreiben (de carm. Wessof. p. 12. 14), sondern das unveränderliche o der adverbia war entweder noch lang oder die alle länge wirkte nach, wie in ähnlichen fällen im ags. verse. daher kann auch die in den ahd. quellen nicht mehr bezeugte länge des gen. plur. in o v. 56. 75. 100 unbezeichnet bleiben, v. 54 ziehe ich jetzt eine andre versabteüung vor. 23 Hei. 78, 23 heia lögna. 24 nach gramm. 4, 565 erwartet man allerdings hier sunligon. 25 vgl. gol. staua, slöjan stauida, bauan ahd. püan, Irauan ahd. trüen. 27 hier und in den nächsten versen liegt ohne zweifei Luc. 16, 24 zu gründe. 29 hfmülskln göte 'ein vers ohne ladel, obgleich eben nicht in Olfrids arl' Lachmann über das Hildebrandslied s. 138; vgl. gramm. 4, 575. [30 after absolut gebraucht scheint bedenklich, man muss es wohl mit hiar verbinden und dies dann umstellen: iniaula in uuerolti hiar after (bezüglich auf kihuet oder kinäda). teer hiar zu in uuerolti zog, was ja nahe lag, sah sich von selbst zu der änderung der Wortfolge veranlasst.] 34 kilih] diese änderung, die die belonung und das enjambemenl erleichtert, scheint doch das einfachste mittel, dem zweiten halbvers aufzuhelfen, gegen den frühern Vorschlag, sculi vor ze demo mahale zu stellen, ist nicht einzuwenden, dass gegen die sächsische, all- und angelsächsische regel auf den haupt- slab nur eine schwache, lieflonige hebung folgen ivürde: diese regel 267 erkennt das muspilli v. 58. 59. 78? ebensowenig als das Hildebrandslied (anm. zu 46) und der zweite hd. teil des Wessobrunner gebeis v. 5 an, vgl. IV, 4, 1.2. wohl aber würde die Umstellung gegen die regel- mäfsige Wortfolge verslofsen. 35 vgl. v. 96, Hei. 57, 16 for rikea standen. 36 das plusquamperfeel bleibt auffallend, weswegen früher (zs. 11, 385) io kinuerkola vermutet wurde, doch vgl. Vsp. 2 foedda höfdo. 37 rehtuutslih rationabile gl. Ker. (ahd. gl. 1, 156, 39), rehluuisig justus Isid. fr. theol. Graff 1, 1071; ags. rihtvis justus Crist 826 usw. auch alln. reltvis rechtfertig, rechtsinnig, wegen der allitteralion s. Lachmann ahd. belonung s. 254. 40 kösa, sonst falmla confalralatio DENKMÄLER II. 3 34 III MUSPILLI (Graff 4, 505), isl hier sächlich der Streitpunkt, die sache, um die es sich handelt (de carm. Wessof. p. 22); ags. ceäs f. sireil kämpf (Elen. 56, Ellmüller 388), allfries. käse ist dasselbe worl. 41 Hei. 28, 1 Helias (Collon. Elias) an erdagun, 93, 18. 96, lü. 19 Elias. 43 wahrscheinlich isl das prosaische pidiu hier ebenso wie 46 zu tilgen und von dem dichter nicht gebraucht. [44 f. stet pi isl zu fassen wie ahd. gl. 2, 75, 1 propiignarc bonis stan pi den guolcn.] 45 über das fehlen des arlikels bei Salanäs vgl. gramm. 4, 395. farsenkan sinken oder fallen machen, lassen. Olfrid 2, 3, 66 fägilih biuuenke tliaz 6r (der leufel) nan ni iirse'nke; predigten LXXXV1 C, 1, 11 daz er sinnn pichoräre firseuchin mahle; Wolfdielr. A 174 het ich die weit versenket; Parz. 462, 17 den der staetcn helfe nie verdroz für der sele senken. [46 er mit Kögel auf den Salanas zu beziehen, geht nicht an, weil dann der parallelismus der darslellung zerstört werden würde: Elias kämpft für die gute sache, darum erhält er hilfe von golt; der anlichrisl für das böse elemenl, darum empfängt er denjenigen lohn, welchen der Salanas allein gewähren kann, den Untergang, aber freilich wird nach der ansieht vieler Iheologen auch Elias wunden davontragen.] 48 uiiola * golmanno Wackernagel. vgl. godmalugr Hymisqu. 38, gudmseli bei Egilsson. uui- sero ward ergänzt; vgl. v. 19. 46. 57. 92. IV, 2, 2. 4, 3. 6, 7. XIII, 8 anm. wegen der verschleifung in der Senkung Lachmann zu lwein 651, de carm. Wessof. p. 11. v. 17 muss sogar inio einsilbig werden, wo fand Graff 1, 41 mo in Docens Tegernseer glossen? [gemeint isl ahd. gl. 2, 600, 32; vgl. auch 2, 30, 62. 27 5, 34. 380, 38.] 49 Mas überfüllt den vers und ist gewis nicht richtig, da der nächste vers gleich den namen wiederholt, stall iiuilio kann man auch lesen uuizago in demo [im handexemplar aber schlug Müllenhoff filjas vor, was er zs. 11,386 verworfen halte], 52 sar oder alle- wird ausgefallen sein. 54 s. zu 20. 55 Wackernagel tilgte hier ueril. vielleicht isl denne zu streichen? zweisilbiger auflakt ist hier gewis nicht zuzugeben. 56 Hei. 131, 15 firiho fandoo. 57 vgl. zu XLV11I, 9, 6. so schrieb auch Rask Havam. 125 richtig era sä vinr er vilt eilt segir stall vinr ödrum. 60 marlia •gebiet' s. Wailz DVG. 1 3 , 205 marca Childeberti regis, Parlon. 3028 sins landes marke, 3202 min volc und mine marke. 61 Haupt vergleicht Ruland 128, 19 min marke ist mir verhrunnen; 248, 32 dö man im sine marke braute; Wolframs Wh. 17 8, 13 ez brinnet al min marke; 194, 29 ir muget die kost Übte bän, swie iwer marke si verbranl; vgl. JGrimm RA. 47 /'., wo an der schon in der zs. für gesch. rechlsw. 2, 55 angeführten stelle ohne zweifei zu lesen isl oder han ich iu den rein verbrant. über pidumigan Haupt zu MSF. 16, 14. 66 Olfrid 1, 17, 51 von Herodes Löug titer umSnego man; vgl. der arme Judas, zum Fried- berger Christ XXXIII, C", 11. das masculinum urteil kommt sonst nicht vor. aber selbst wenn uu : teil nicht in der hs. stünde, wäre die ver- imutung uuarlil (FHofmann aao. s. 232) unstatthaft, da uuartil nur einen diener des richlers, nicht aber einen, der ihm auf den dienst passl, anzeigen würde [dieser einwurf gegen uuartil isl gewis unbegründet: es bezeichnet doch zunächst den 'aufpasser']. 69 über die stelle s. Wacker- III MUSPII.LI 35 nagel zs. 6, 149/'.; vgl. Ruland 228, 15, priesler ArnolC 337, 7. 70 Crisl 1053 bat hi aer odde sid vorhtun in vorulde; doch vgl. varr. zu 72 und dömes dag 12 calles be ve on eordan aer gevorhlan gödcs oddc yfles. 74 Lachmann über das Hildebrandslied s. 143 anm. fand Schmellers suanari mit rechl sehr wahrscheinlich und strich demgemäfs die auf arhevit folgenden worle icegen v. 85. 86. der versuch, den vers dadurch zu reiten, dass man für Schmellers suonnan tuoman setzt, wie Hei. 131, 6 lö äddmienne dödun endi quikun, ist aufzugeben. 82 Schlettslädter gl. 22, 7 (zs. 5, 345 = ahd. gl. 2, 93, 29) Cymi- teria, sepulture,, vcl domus mortuorum vel dornülorium i. legir (d. i. leu- uari, leir Graff 4, 1093) fazzi. I6ssan sih, das den vers überfüllt, kann doch wegen vazzön leicht zugesetzt sein. 88 Hei. 84, 24 gödaro gumono. was Schmeller in seinen texl setzte, girust so niihhil, ergibt keine allUleralion und empfiehlt sich auch nicht dem sinne nach, da girusl oder vielmehr girusti sonst nur machina inslrumenlum omameiituni bedeutet, Graff 2, 547. Wackernagel vermutete garl cliorus (Graff 4, 250), dem sinne nach sehr passend, aber gegen die spuren der hs. \dass gart, welches Vetter zu lesen glaubte und ich ohne bedenken aufnahm, gegen die spuren der hs. verslofse, kann schwerlich behauptet werden: rti und ru, rii stehen sich sehr nahe], denkbar ist garust als ein wie angust dionust ernust follust und andere im nordischen (gramtn. 2, 367. 369) von garo gebildetes Substantiv, aber freilich sonst unerweislich, da aber in der hs. oft nach u oder uu der folgende vocal übergangen ist (46. 48. 56. 61. 62. 79. 89. 98), so lässl sich garusl auch auf garu- uuist, garuuisl zurückführen, das, wie miliuuisl nahuuist samuuist zusammengesetzt, bereilschafl gegenwarl anwesenheil bedeuten würde, minder abslracl würde garust wohl 'bereite schar' sein. 89 die bclonung im ersten halbvers ist nach unserer ablcilung wie bei Olfrid warun sleininu269 tliiu faz, bihiu si irbaldöta so frara usw., Lachmann zu Iw. 33. die er- gänzung ergibt sich durch die feststehende formet, Olfrid 5, 4, 29 Krfst stuanl ir den r&tin, 11, 38 6r stuant fon then ristin; Hei. 67, 3 uppan standan, arisan fan theru reslim, 97, 14 fan döde äslande, arisc fan theru restu, 123, 24 hö lhari fan erdu scal upp astanden an tliemu dömes daga: tlian uuerdad fan döde quica thurli mahl godes mankunnies gelniilic, ärisad fan restu. 90 pimidan verheimlichen (Graff 2, 676) wie ags. immer; Crist 1049 ne magon liord veras lieortan gepohtas fore valdende vihte bemidan. 91 s. zu X, 13. 92 reden der Seelen 1, 96 bonne ne bid naenig tö Jiäs lylel lid on lime ävcaxen, |>ät |m ne scyle for acgbvylc anra onsundran riht ägildan, |>onne rede bid dryhten ät Jiäm dorne. 93 Olfrid 1, 16, 23. 2, 14, 39. 23, 13 untar mannon, 3, 14, 98. 5, 23, 74 untar uuoroltmannon, 4, 9, 27 untar menuisgon, 1, 5, 49. 15, 29. 2, 17, 8. 20, 12 untar manne, 3, 18, 56 untnr uuoroltuianne; vgl. de carm. Wessof. P- 20 f. 94 das einfache uuiht ist hier wahrscheinlicher als iouuiht. 97 stand furi megi in der hs., so ist ein guter vers leicht gemacht: uzzan er iz furimegi mit alamuasnu. aber woher das praesens 1 der vers würde auch nur dann dem dichter gehören können, wenn das verbum 'abtun, tilgen' bedeutete, bedeutet es nur 'vermögen', so dass der infiniliv 3* 36 III MIISPILLI dazu erst aus dem nächsten verse zu ergänzen ist, so ist iz mit — enli gewis nur ein prosaischer zusalz von der hand des Schreibers, der sich daran erinnerte oder darüber belehrt war, dass auch almosen von schuld frei mache, auch die beichte wird sonst genannt, fdgr. 2, 136, 22—35; biht, wäre riuwe und almuosen Basler hss. 23 b , almuosen, vasten, gebet und amlriu guoien were Grieshabers predigten s. 21 usw. [liest man nach meinem vorschlage furiviegi 'anlicipassel', so scheint es das einfachste, nach iz einzusetzen allaz und so die allilleration zu gewinnen.] 99 S' 1 und Wackernagel lassen den vers unergänzt. obgleich die spuren einige buchslaben mehr ergeben, so scheint die ergänzung (de carm. Wessof. p. 12) doch sicher, wer nach Docen ergänzte denne der palde, müste den drillen salz streichen, wo suonsteti nicht gestanden haben kann, weil dann für quiniil kein platz wäre. 102 fdgr. 2, 135, 15 so nugii er sine wndin. 103 augenscheinlich geriet das gedächlnis des Schreibers ins schwanken, weil zweimal der relalivsatz beginnt, und der zweite salz hätte dasselbe oder ein gleichbedeutendes verbum wiederholen müssen, beide salze sind daher in einen zusammen zu ziehen, aber eine sichere ergänzung fehlt, da intfenc oder gifenc dem letzten halbverse nicht genügen, darauf, dass man zuletzt noch fir, l'ar oder gin zu lesen glaubte, ist schwerlich viel zu geben. JGrimms Vermutung (Germ. 1, 237) minna ana sih ginam bleibt zweifelhaft, weil von wunden- malen die rede ist; daher auch gidoleta oder fardolela, worauf sonst 270 ähnliche stellen führen. Hei. 154, 6 bendi tbolode ibnrh mancunni, 165, 22 bie it all gitbolode llüodo droblin mabtig ihuru tbia minnia manno cun- nies; altfries. rechtsqu. 131 b mitb tbä fif wndon, tber in an tba criose tbolade fori üs and fori al mannesklik slachte; Crisl 1116 eall pis magon bim sylfe geseön [)onne open orgete, bat he for älda lufan firen frem- mendra fela brovade. die genelivform desse ist nicht anzutasten, ebensowenig als mhd. disse Erec 317, Lachm. zu Iw. 4094, gramm. 1, 796. Fast drei vierteile des fragmenls sind tadellos überliefert, in durchaus regelmäfsigen versen, falls man nur alle richtig abteilt; und die grofse mehrzahl der überlangen verse wird auf das richtige mafs zurückgeführt durch lilgung kleiner wörler, zumal der conjunctionen uuanta avar denne, womit das gedieht gegen den Stil des epos überladen ist, __ die daher auch an einigen stellen getilgt sind, wo sie metrisch nicht gerade fehlerhaft waren; dazu kommt noch der arlikel, dessen häufigkeil schon JGrimm auffiel, einiges bedenken erregt allein die Verkürzung von 82, I. die kurzen halbverse 20, 2. 21, 2 lassen sich rechtfertigen, die übrigen leicht verbessern, entweder durch herslellung der flexion oder verlauschung der worlform (46, 2. 91, 2), oder durch Umstellungen (2. 32), und zwar ein parmal so (16. 22, 2. 23, 1), dass, wenn man, was der eine halbvers zu viel hat, dem andern zulegt, beiden zugleich geholfen wird, die ergänzungen der unvollständig überlieferten verse ergeben sich bis auf 103, 2 gleichfalls ohne Schwierigkeit, die regel- mäfsigkeil des versbaues im muspilli kann daher nicht wohl einem zweifei unterliegen, der Inhalt des gedichls aber verlangt noch einige III MUSI'ILLI 37 bemerkungen. %s zerfällt in drei abschnitte und der erste gibt ge- wissermafsen das erste Zeugnis für die später hersehende Vorstellung eines kämpfe» der enget und teufet um die abgeschiedene seele. JGrimm {mylh. 392 anm. 796—798) will sie aus der deutschen mylhologie ableiten; aber hier erfahren wir nicht nur nichts von einem solchen streit der gö'tter, er ist auch nicht einmal wahrscheinlich, weil durch die lodes- art und den stand der menschen jedem gölte sein anleil an der menge der sterbenden zugewiesen und bestimmt war. dass die Vorstellung christliches Ursprungs ist, zeigte Zarncke in den berichten der sächsischen ge- sellschafl der Wissenschaften 1866 s. 202—213. aber die altern belege wissen meist nur von einer disputation der enget und teufelscharen, höchstens von einem luclamen (aao. s. 209) oder dass die guten geisler quasi contra daemones pugnam inirent (s. 211). [vgl. indes, was Vetter *• 112/". aus der visio Fursei beibringt.] wenn jedoch der deutsche dichter zwei heere mit einander streiten lässt, so konnte keiner seiner zuhörer, wie Zarncke s. 213 meinte, noch an einen bloßen Wortwechsel denken und das pägan v. 5 anders auffassen als v. 38 und 76 und die suona v. 6 nur als abschluss, enlscheidung des Streites, auch dass die seele des guten gleich nach dem lode zu den himmlischen freuden eingeht, stimmt keineswegs mit der correclen kirchenlehre: die parallelstellen zu v. 14 meinen wohl sämtlich die erst nach dem jüngsten ge- richl beginnende Seligkeit (Zarncke s. 195). noch weniger steht die dar- stellung des kämpf es des Elias und anlichrisls im zweiten abschnitt in Übereinstimmung mit der kirchlichen ansieht, die jungem dichlungen vom anlichrist (Diemer 281, 20 ff. fdgr. 1, 195, 12 ff. 2, 119, 27 ff., zs. 6, 384, Martina 196, vgl. Mones anz. 7, 316) heben den kämpf wenig oder gar nicht hervor, auch nicht Adso de antichrislo (Alcuini opp. ed. Froben II, 2, 530", zs. 10, 269/'., unten s. 400), die hauptquelle für jene dichtungen, obgleich es in der apoc. 11, 7 heifsl beslia271 quae ascendil de aliysso faciel adversum eos bellum et vincet illos et oeeidet eos; woraus wenigstens erhellt, dass die behauplung JGrimms mylh. 158, 'in der christlichen Überlieferung sei nichts, was eine Verwundung, und gar eine tätliche des Elias anzunehmen berechtigte', irrtümlich ist. unbegründet und mit der biblischen und herschenden, kirchlichen darslellung in Widerspruch ist, dass Elias den anlichrist besiegt und selbst dabei nur verwundet, nicht getötet wird, auch dass Enoch am kämpfe keinen anleil nimmt, Satan dagegen in person auf der seile des anlichrisls erscheint, und dass endlich der Weltuntergang unmittelbar auf die ver-r wundung des Elias folgt, während die apocalypse 11, 13 nur von einem verheerenden erdbeben nach der himmelfahrl der prophelen weifs, das der Linzer enlecrisl (fdgr. 2, 120, 27 ff.) unmittelbar auf ihren lod folgen lässt. ein teil der abweichungen erklärt sich wohl aus einer combinalion oder Vermischung von apoc. 11 mit 20, 7—13 (Zarncke s. 222). allein dass im VIII jh. oder überhaupt im mitlelaller jemand mit vollem be- wustsein über die biblische und kirchliche lehre in 'genialer kühnheil', u 'ie Zarncke meint, sich hinwegsetzte und eigenen eingebunden folgte, ist 9anz unglaublich, der Verfasser war nach v. 37. 48 ein ungelehrter 38 III MUSIULLI laie, der nach hörensagen und ungenauer Kenntnis dichtete, der heidnischen Mythologie gehört das wort muspilli [über seine etymologie Kögel in Pauls grundriss 2, 1, 212 anm.] an, dessen er sich noch in seiner eigentlichen bedeulung 'wellbrand, Weltuntergang durch [euer bedient, während sie im, allsächsischen Heliand 79, 24. 133, 4 schon verblasst und abgeschwächt ist. ob aber heidnische Vorstellungen bei ihm noch unwillkürlich weiter, über den ausdruck hinaus nachwirkten, lässl sich nie mit gewisheil behaupten, wenn auch nach dem richtigen zusammenhange in der Völuspa, die für die nordische mylhologie hier die allein entscheidende seugin ist, unmittelbar nach dem falle Thors durch die miägarässchlange der Weltuntergang eintritt und Elias leicht, wie namentlich bei den Slaven (mylh. 157 (f. X8. 12, 353), an die stelle des donner- golles treten konnte, darin, dass der baierische dichter in seiner Schilderung 'die flammen heraushebt' {mylh. 771), liegt gewis nichts heidnisches nach 2 Pelr. 3, 12 oder mylh. 776. fast alle ihre einzelheilen finden sich in der sechszehnten und siebzehnten fitle von Cynevulfs Crisl wieder, womit das jüngere ags. gedieht des cod. Ewon. 445 (Grein 1, 195), aufserdem fdgr. 1, 199, 39 {Diemer 287, 4). 2, 129, 33 ff., zs. 1, 125. 3, 525, Freidank 179, 4ff. HMS 3, 97", Wackernagel Basier hss. 23% Richlhofen allfries. rechlsqu. 131 usw. zu vergleichen sind, gegen eine stärkere mischung des heidnischen und christlichen spricht zweck und Ursprung des gedichtes. Das stück 37—62 unterbricht den Zusammenhang von 31—36 und 63—72 und der kämpf des Elias steht an einer falschen stelle, weil schon 31 ff. das gericht entboten wird, dem er vorhergehen sollte, da nach 31—36 alle zum gerichle kommen sollen, um sich über das zu verantworten, was jeder auf erden getan, so schliefst sich daran die ermahnung an die ungerechten und bestechlichen richler 63—72 aufs genauste an, und dass das mahal 63 das irdische ist und nicht das himmlische von 31. 34, ist nicht zweifelhaft, wenn dem verse nur die vom metrwn und vom inhalle der nächsten Zeilen geforderte Verbesserung zu teil wird. 63—72 zeichnen sich durch Wiederholung derselben formein 63. 65. 71, 64. 69 noch mehr aus als die andern teile des gedichls, die dadurch 2. 74, 10. 26, 17. 27, 30. 36, 31. 34, 70. 93, 99. 65. 71, sowie durch die ähnlichen anfange der abschnitte 31. 73 und der mahnreden 18. 63, dann durch die beziehung von 36 auf 30 sich unzweifelhaft als das werk eines und desselben dichlers ausweisen, da- Zugegen schweifen 37—62 von der 31 — 36 eingeschlagenen bahn ab und lenken erst durch die mahnende frage 60 wieder ein. der Übergang durch 61. 62 ist so, dass, wenn man den engen Zusammenhang von 35. 36 mit 63 f. ins äuge fassl, man bald erkennt, dass jene verse mit diesen nicht ursprünglich in demselben zuge gedacht und gedichtet sind, die abschwei/üng 37—62 wird daher erst eingeschaltet sein, als man in dem gedieht die Schilderung der dem Weltgericht vorangehenden ereignisse vermissle. unläugbar ist der zusalz viel besser und poetischer als namentlich die ihn umgebenden stücke, an kennlnis der kirchen- lehre ist auch nach dem vorhin bemerkten der ältere dichter dem jungem III MUSPILLI 39 nicht viel überlegen und beide richten sich an den gleichen hörerlireis. die frage nach der landschaß, um die man mit seinen magen striU, und die mahnung an die richter wenden sich beide, wie Schmeller s. 94 bemerkte, an leute der höheren stände, besonders jene an fürslen und die königssöhne, deren einer wahrscheinlich das in seiner Jugend erlernte gedieht mit eigener hand in die ihm gehörende hs. einzeichnete, in der mahnrede an die richter fand Scherer (über den Ursprung der deutschen litleratur 1864 s. 17) wohl mit recht eine hindeulung auf die zeit der abfassung. [doch bemerkte derselbe Scherer in seinem Handexemplar sehr richtig: 'die richter werden gemahnt, weil das himmlische gerichl ihnen besonders nahe lag: wie du richtest, wird dir gerichtet werden'.] sie fällt darnach in das ende des achten oder den anfang des neunten Jh., ehe Karl der grofse im j. 802 die vornehmsten des reiches, die nach dem ausdruck der Lorscher annalen iam opus non abebant super uinocentes munera aeeipere, zur Handhabung des rechtes aussandle und damit einer allgemeinen klage (Wailz BVG. 3, 379 f. ■= 'HbOff. 4, 352/'. = 2 414) zu begegnen suchte, der vor allen Theodulf von Orleans in seiner paraenesis ad judices 97 — 356 nach eigner erfahrung einen beredten ausdruck gibt, es ist auch wohl möglich, dass erzbischof Arn von Salzburg, der mit Alcuin bei Karl die Verbesserung der rechlspflege betrieb, der enlslehung des gedicktes nicht fremd geblieben ist. denn der zweifei, dass es, in Baiern aufgezeichnet, nicht auch dort entstanden sei, wäre ungerechtfertigt, obgleich v. 5. 16. 22. 26 nur den oberdeutschen Ursprung beweisen, und jener Zeitbestimmung steht das schwanken in der ausspräche des h vor consonanlen 73. 82. 7. 62. 66 nicht entgegen; man vergleiche nur die Hrabanischcn glossen und vorr. s. xiu/'. die einschaltung kann man weder anderswohin noch viel später setzen als das übrige gedieht, und gehörte der dichter demselben kreise und derselben zeit an wie der andere, wie möchte man ihm eine stärkere mischung heidnischer und christlicher Vorstellungen zuschreiben als die spraclie mit sich brachte! In dem letzten abschnitte fällt nur auf, dass, wenn 97 f. iz mit alaiiiuasuu furimegi enti von der hand des Schreibers interpoliert ist, blofs die fasten als büße der Übeltaten erwähnt iverden. sonst unterscheidet sich das stück nicht sonderlich von den übrigen darslellungen. fast alle stimmen darin überein, dass das kreuz und die wundenmale vorgezeigt werden, Crist 1085 ff., fdgr. 2, 135, 5; 130,42; 1,200, 9; 201,35 {Diemer 287, 14; 289, 8), HMS. 3, 97 a , Basler hss. 23", allfries. rechlsqu. 13l b , zum zeichen dessen, was Christus für die menschheit getan und gelitten, und zum schrecken der bösen, ivie Cynevulf, wird auch unser dichter dies in seiner weise zu einer eindringlichen mahnrede benutzt haben. denn ihr beider, sowie Olfrids vorbilä toaren lateinische homilien, in denen ermahnung und betrachlung mit erzählung u nd Schilderung wechselt, es ist am Schlüsse wahrscheinlich mehr verloren gegangen als im anfange, wo wohl nur wenige verse [doch v ül- die berechnmgen von Piper zs. f. d. phil. 15, 74] fehlen, die m an tnil hüfe der ersten Zeilen der im Exeter und Verceller codex 40 III MDSPILLl erhaltenen ags. reden der seelen an den leichnam (Grein 1, 198) leicht ergänzen kann: 273 Hüru päs behöfad häleda aeglivylc, pät he his sävle sld sylfa gejience, hü [tat Lid deöplic, bonne se deüd cynied, asyndred pa sibbe, |>e aer samod vseron, lic and sAvle. wer stall Schnellem niuspilli nach einem, den ganzen Inhalt des gedichts umschreibenden litel sucht, kann es nur 'von der Zukunft nach dem lade benennen. [Über dies verzweifeltste stück der ahd. lilleralur lässl sich nicht viel sicheres sagen. Mültenhoffs versuch, die verse dem vierhebungs- schema zu unterwerfen, und überhaupt seine lexlesconstilution muss als mislungen bezeichnet werden, abgesehen, davon, dass er sehr zahlreiche änderungen vornahm, was einem so alten denkmal gegenüber an sich höchst bedenklich ist, so konnten diejenigen darunter, welche in der tilgung von allerhand parlikeln bestanden, deshalb wenig überzeugen, weil noch genug solcher für den Zusammenhang entbehrlicher worle verblieben, zb. wurde denne 39. 77. 81 gestrichen, aber bei gleicher funetion beibehalten 75. 7 9. 100, pidiu 4 6 entfernt, 43 bewahrt (doch vgl. amn.), uuanta 2. 8 ausgeworfen, 30 conservierl. gerade das massenhaft auftretende denne ist jür die uns überkommene gestall des mnspilli so characlerislisch, dass man nicht hoffen darf, durch seine partielle elimination das echte zu gewinnen, aber mehrmals hat Müllenhoff auch den lexl, indem er von der Überlieferung abwich, verschlechtert; 1) seine Herstellung des v. 32, welche kiltbhaz von chunno trennt, erwies EHenrici beitr. 5, 55 als unmöglich. 2) z. 76 ersetzte Müllenhoff den consecu- tiven salz daz imo nioinan kipAgan ni mnk dtirch den selbständigen inio man kipAgan ni mak. doch das ganze gedieht hindurch findet sich die regel beobachtet (außer 11, wo das erste die zu streichen, und 38, wo sculi hinler pAgan einzuordnen ist), dass im nebensalze das verbum an das ende, im hauplsalze an den anfang gehört, der nunmehrige haupl- salz z. 76 besitzt also fälschlich nebensatzslellung, er müsle wenigstens lauten imo ni mak nionnui kipagan.* unter solchen umständen habe ich Müllenhoffs lexlrecension diejenige fassung des gedichts beigegeben, auf welche die Überlieferung zunäcltsl zurückweist. Möllers krilik lehne ich durchweg ab: sie ist ebenso geistvoll und scharfsinnig wie phantastisch, die erhaltene niederschrift des muspilli, welche um &S0 (Wiillner Hraban. glossar s. 130) anzusetzen ist — ob sie von Ludwig dem deutschen herrührt, lässl sich nicht entscheiden, hat aber geringe Wahrscheinlichkeit —, sehe ich für eine copie an: denn bei aufzeichnung aus dem gedächlnis würde sich der Wechsel von zu ze, na uo usw. nicht begreifen, das gedieht selbst aber, wie es vorliegt, macht einen einheitlichen ein- * aus demselben grande ist die interpretation unmöglich, welche ltoediger DLZ. 1890 tp. 1649 für e. 89 f. gibt, ferner die Interpunktion von v. 16/". bei Möller. III MDSPILLI 41 druck: der worlvorral ist ein äußerst geringer, die gleichen lermini, die gleichen syntaclischen fügungen kehren immer wieder, man vgl. aufser dem s. 271 beigebrachten die beliebte ßllung eines zweiten haibverses durch ein schw. parlicip mit dem cj. uuerde 7. 49. 84. 96, die Verbindung von uuelih mit einem gen. plur. 19. 34. 64. 69. 92, die anknüpfung einer neuen, meist nur umschreibenden langzeile ohne selbständigen Inhalt durch enli 3. 12. 21. 47. 59. 74. 84. 86. 98, so vor einem adj. 40. 63. 76. 88. 89. 94, die Vorliebe für die verba sculan (1. 25. 32. 34. 35. 38. 43. 45. 46. 72. 81. 82. 85. 86. 91), queonan (1. 4. 11. 17. 27. 63. 65. 71. 82. 89. vielleicht auch 99 a ), sten (35. 44. 45. 51. 55. 61. 68. 81. 87. 89); pägan 5. 38. 60. 76, allaz 58. 59. 71. 76. 83 usw. ein unterschied freilich tritt hervor, in dem stück 37—62, welches auch das häufige fehlen des arlikels auszeichnet, steht öfters bei hauplsälzen das subject an erster stelle und vor dem verbum: so 39. 40. 41. 44. 51. 52. 53. 54. 55. 61. diesen brauch kennt das muspilli nur noch 88 bei gart ist und sobald das subject ein pronominales ist (9. 10. 26. 76 daz, 13 die, 69. 99 der); sonst lässl es das subject dem verbum folgen: so 6. 28. 66. 72. 82, verfährt clemgemäfs wie in den unzähligen fällen, wo der Hauptsatz von den partikeln so, denne, dar, dara, pidiu eingeleitet wird, ich möchte deshalb für den bezeichneten abschnitt benulzung eines älteren liedes annehmen, vielleicht war er ein nachlrag und erklärt es sich daher, dass er den Zusammenhang störend unterbricht: denn daran muss ich festhalten, dass die verse 31—36 unmittelbar vor 63 ff. gehören, die Zeilen 37—59 handeln nur von dem kämpfe zwischen Elias und dem anlichrisl sowie von dem wellbrand; von dem jüngsten gerieht ist noch keine rede, und dazu stimmt, dass 61 die seele wie in der anfangsparlie auftritt, während für das geeicht Wiedervereinigung von seele und leib (82) vorausgesetzt wird, das uufzi 62 bezeichnet also die hölleustrafe, welche gleich nach dem lode über die seele des Übeltäters ergehl: es gähnt sohin eine kluft zwischen 62 und 63—72. allerdings ist mit dem malial rem z. 63, wie das praesens arteile z. 64 beweist, das irdische, mit dem malial von z. 34 das himmlische gerichl gemeint, und die rasche folge der beiden gleichen ausdrücke in ungleichem sinne wirkt nichts weniger als schön. aber auch das ganze muspilli ist nichts weniger als schön, wer es unbefangen liest, wird mit Kögel aao. anerkennen, dass darin nicht der slil der diihlung, sondern prosaische rede herschl, welche der Verfasser mittels der allilteralion, auf deren regeln er sich nicht verstand (Hörn beilr. 5, 189), zu einer poetischen gestalten zu können vermeinte, ilass der aulor dem laienslaude angehörte, geht wenigstens aus 48 nicht hervor , und auch aus 37 nicht, wenn man darin die berufung auf ein anderes, benutztes gedieht erblickt, mir erscheint das ganze als eine homilie im sinne der späteren geistlichen dichlnng. durch die predigt in deutscher spräche konnte sehr wohl die formet dar ist lip ftno lod, lioht äno linslrt (anm. zu 14) so fest und so verbreitet geworden sein, dass unabhängig von einander unser dichter und Olfrid ihrer sich zu bedienen vermochten.} 42 IV SJiGEN UND SPRÜCHE IV SEGEN UND SPRÜCHE. l. Hs. 58 der bibliolhek des domcapüels zu Merseburg, auf dem rücken von aller hand der titel RABANI. EXPOS. SUP. MISSAM; auf der innenseile des deckeis sind zwei zusammengehörende biälter einer lis. des IX jh. angeheftet: 1" Incipil Passio seorum raarlyrum Ualentis presbiteri alquc Ililarii diaconi. III. nonas novembris; l 1 ' links unten von andrer hand Dodda Aluiger?; 92 bl. kl. fol. oder gr. 8°. sie besteht aus sechs teilen: I. bl. 1—21 exposilio super missam usw. in ags. schrift, s. unten zu LH; II. hl. 22—38 zwei quaternionen IX jh., der erste als XV bezeichnet; 22 a — 25 b auszüge aus Jesaias, Oscas usw. mitten in einem salz beginnend; 25 b —34" memoriale qualiler in mona- slerio religiöse ac sluiliose conversari vel domino militare oportet id ipsum cotidin repelendo; 34 b von andrer hand Hymnus in natale düi ad noc- turnas: Surgentes ad te domine alre noctis silentio usw. mit neumen; 35'—38 b von driller hand Achencr capilular von 817, in der Ordnung und anzahl der capilel verschieden von MG. LL. 1, 201—204 (35 b am obern rand verwischt VVolpbero Meginhart); III. bl. 39—42, 4 Malier IX JA., begleilschreiben bei Übersendung der benedictinerregel aus Monte Cassino; IV. hl. 43—51 ein quaternio des IX/Xjh. mit einem eingehefteten hl. kl. 4° XjXljh., bruchslücke von missalen; auf dem obern rande des einzelnen blalles von einer hand des X jh. IUI kl marci of). hadebralit pr. C...; auf dem untern rande links Albsui"l.b IJöda; V. bl. 52—83, vier quaternionen, von denen der drille bezeichnet' QR • III •, ende des Kjh., ein missale; auf dem obern rande der ersten, ursprünglich leeren seile 52" steht ein bruchstück einer ahd. inleriinearversion (vorr. s. xi) Nee ii & ab inferis resurreclionis, iob ouli fon bellu arstannesses. foli ouh in himilun diurlicbes ufsliges. breugemes pclarse berebtero dinero beri. fon dinan gebon BENEDIGT10 SAL1S PRO PESTE AN1MAL1VM ac datis. inti giftin die benedielio und eine missa pro peste auimalium auf dieser seile von anderer hand; auf den rändern der folgenden Malier bis 68" sind viele gehele und Varianten nachgetragen; 77 b oben Omnipolens sempiterne deus qui nos idoneos OR IN CI10RO n esse perpendis ad maieslalem tuam sieut (liguum est exorandam, da saneto martyri luo Bonifalio cum omnibus sanclis pro nos Iris supplicare peccatis quos digne possis audire. p. (vorr. s. xi); VJ. hl. 84—92 ein quaternio von noch kleinerem formal als IV. V, die schon kleiner sind als I —111; an fang eines missales iXjh.; Yliauf dem ursprünglich leeren und vor der schrifl schon abgeriebenen vorsctzblalle stehen hl. 84 a die deutschen Zaubersprüche und ein lateinisches gebet (s. JGrimms und Sievers facsimile), erslere mit blasser dinle und zum teil sehr erloschen, von einer hand des Xjh.; auf der rückseile 84 b von andrer gleichzeitiger hand ein teilweise neumierles IV SEGEN UND SPRÜCHE 43 gloria und vollständig neumierles alleluia - Stctit iesus in medio disci- pulorum et dixit eis pax uobis; darauf ein eingeheftetes kleineres Matt, wie es scheint, als nachlrag zum missale. JGrimm über zwei entdeckte gedickte aus der zeit des deutschen Heidentums in den abhandlungen der philosophisch-historischen classe der akademie zu Berlin 1842, 1—24 (kleinere Schriften 2 (1865), 1—29) mit facsimile. WWacker- nagel vorrede von 1842 zum alldeutschen lesebuch, Basel 1839, p. ix. x; Basel 1859, 19. 20. ESievers das Hildebrandslied, die Merseburger Zaubersprüche und das fränkische taufgelöbnis. mit photographischem facsimile, Halle 1872. die verse sind nicht abgesetzt und außer einem • II • ähnlichen Schlusszeichen fehlt jede Interpunktion. 2 f. nom. plür. fem. adj. auf -a bei Graff 1,14, Kelle Ol fr. 2, 275, Sievers Talian s. 43. 4 nach insprinc glaubte JGrimm noch den köpf eines g wahrzunehmen; die wiederholte Untersuchung der hs. hat ergeben, dass hier nie ein buchstau gestanden [Sievers bemerkt indes s. 16 'nach insprinc ist ein buchstab ausradiert, vermutlich a'J. Eiris 'früher, ehedem' scheint ein adverbialer genetiv von er, nicht wie gol. airis comparativ, und ei für e geschrieben, wie gl. Rh. (Diul. 1, 501\ 513 a = a/id. gl. 2, 306, 3. 1, 447, 20) archeirit und eirina ereos, vgl. Braune ahd. gramm. § 43 a. 7 und Scherer zGDS. s. 105 f. = 2 189/. [die dort von Heinsei und später von FHolthausen in der ersten seiner habilitalionsthesen, Heidelberg 1885, vorgeschlagene änderung zu einis (neben er jisäzun) halte schon JGrimm s. 6 mit recht abgelehnt], es weist den Spruch entweder in eine spätere zeit des heidenlums, wo schon der glaube an das unmittelbare eingreifen göttlicher wesen in die menschlichen dinge minder lebendig war [? Zacher zs. f. d. phil. 4, 465 vergleicht ansprechend den gebrauch des alln. är], oder der anfang lautete ursprünglich anders und die erste zeile oder halbzeile hat in nachheidnischer zeil eine Umbildung erfahren; und dies ist ivohl das wahrscheinlichste, die beiden halbzeilen sind nur gebunden durch die Wiederholung eines und desselben worls, nicht, wie es in der ersten den anschein hat, durch vocalanlaul. sizan ist, wie noch oft im mhd., wie ein verbum der bewegung conslruierl: sazun hera ist 'setzten sich hieher, liefsen sich hieher nieder, weil die idise durch die luft gezogen kommen, am natürlichsten nimmt man darnach mit JGrimm und Wackernagel duoder als 'dorthin', aber gol. jjaprö tvrzv&tv 'daher, von da' hätte nicht verglichen werden sollen, eher ein gol. padre, das nach ags. hider jiider oder pa'der altn. hedra padra neben gol. liidre zu vermuten ist. allein auch für den ablaul von padre duoder fehlt jedes analogon, da ahd. innadiri innödili (Graff 1, 157. 298/'.) ganz anders zu beurteilen ist. sollte also hera duoder aus (duo) hera, duo dara (alts. thar) gekürzt und abgeschliffen sein? oder ist duoder nur ein verstärktes duo (duo dar?) 'damals' mit beziehung auf eiris? Graff 5, 54/'. 59. vgl. zu XI, 49. ungeachtet dieser zweifei wird niemand eine andre erklärung, wie die Ettmüllers (lex. anglosax. 607) 'sie safsen auf die erdkugel' udglm. gut heifsen. [auch nicht Zachers irra für hera (zs. f. d. phil. 4, 467), 44 IV SEGEN UND SPRÜCHE denn 'zornig' oder 'feindselig' j)asst wenig für die hilfreiche rolle, welche der spruch den idisen zuteilt, noch weniger natürlich die bedeulung 'irrend', falls sie, was ich mit Hinblick auf das mhd. nicht glaube, die im ahd. allein giltige gewesen sein sollte {Kögel in Pauls grundriss 2, 1, 178). Eolthausens (h)erad verstehe ich nicht. Wilkens behandlung dieses verses ivie überhaupt des denkmals (Germ. 21, 218) widerstreitet mehrfach den Sprachgesetzen.] die idise erscheinen in drei häufen (myth. 1181); vielleicht waren es wie Helgaqu. Hiörv. 28 hrcnnar niundir meyja, weil gewöhnlich neun zusammen austeilen, myth. 392. alle drei kann man nur in gleicher, nicht in verschiedener, dem gefangenen, der durch sie befreit zu werden hofft, feindseliger richtung tätig denken, und zwar so, dass eine Steigerung entsteht und der Spruch mit v. 4 in eine spitze ausläuft, er geht von der anschauung einer Schlacht, wo zwei kämpfende heere einander gegenüberstehen, aus und darnach ist die lätigkeit der göttlichen frauen, die, wie schon 1843 in den nord- 275 albingischen Studien 1, 211 f. bemerkt ward, der teilnähme der allgermanischen weiber an der sehlacht durchweg entspricht, zu verteilen, heften einen haft bedeutet im rennet 20132 'schließen, einen schluss, hall machet)', hier ist liapt heptidun jedesfalls wörtlich zu verstehen von dem fesseln der gefangenen und nicht, wie myth. 373, abslract und in Widerspruch mit der nächsten halbgeile 'sie taten dem kämpfe einhall', auch die altn. calkyrien Block und Herfiötr sind von der fes seiung der gefangenen benannt und die benennung nicht mit KMaurer in der :s. f. d. myth. 2, 341 ff. aus einer übertragenen bedeulung herzuleiten. der erste häufe der idise, dem das yeschäft der fesselung zufiel, ist hinter dem heer der landsleule des gefangenen zu denken, den der spruch befreien soll; wie die allgermanischen weiber hinler der schlachlreihe ihren stand hatten und hier auch die gefangenen feinde in empfang nahmen, Strabo p. 294, vgl. Germ. c. 7, hisl. 4, 18, Plul. Marius c. 27. der zweite häufe wirft sich dem andringenden heer der feinde entgegen, wie die weiber nach Plul. Marius c. 19, Germ. c. 8; vgl. Slillihere duae? Dronke cod. diplom. Fuld. n'r. 3S8 a. 819; aus Dio 71,3 und Vopiscus vil. Aurelian. c. 34 wissen wir aufserdem, dass einzelne weiber wie die männer und valkyrien vollständig gerüstet am kämpfe teilnahmen, der drille häufe erscheint endlich hinter dem heer der feinde, um den gefangenen, der sich hier befindet, zu befreien, dem vers ümhi cüuiomiidi fehlt eine hebung. sie lässt sich ergänzen, wenn man, was in einem thüringischen spruch gewis erlaubt ist, eine melir niederdeutsche form uuidilü, uuiddiä oder uuidia herstellt, noch das heutige niederdeutsch kennt neben wed = wede, das dem ahd. uuit mhd. wit wide entspricht, in besonderer bedeulung die nebenform wedde (s. glossar zum quickborn 1856 unter weed und wichet), und dem wedde steht gleich ags. vidde allfries. withlhe altn. vidja, auch wohl ahd. unilta, fahsuuitta (Graff 1, 745/'.). der thema- vocal des ersten worts aber konnte in der composilion nur i oder o für alles a sein, nicht io, das jeder analogie im ahd. und alts. entbehrt, de carm. M'essof. p. 28. anders als hier erkläre ich es mir jetzt aus einem schwanken des Schreibers, das sich auch schon in dem uo IV SEGEN UND SPRÜCHE 45 der ersten silbe verrät, ob er das eine oder das andre setzen sollte: gol. kunaveda, verschrieben für kunavida, ahd. khunauuithi sprechen für o, ags. cynevidde, das dasselbe wort zu sein scheint, für i. gol. in kuna- vedom Iv cO.voei, die gl. Ker. (Batlemer 1, 190 b = a/id. gl. 1, 204, 31. 37) Laqueari. strikhi . catena . khuna . uuitln. Loconie . uuithi. calene . khuna.uuithi, nach der Reichenauer hs. (Diuliska 1, 259 b ) Lauconie, slricki. calene, dum uuidi — sonst findet sich das wort in unsern quellen nicht — lassen die bedeulung 'helle , dann allgemeiner 'fessel' nicht zweifelhaft, der erste wortleil aber ist dunkel, ags. cyue-, das in cynebald cynegöd cyneröf cynevord den begriff erhöht, weist auf gol. kuni yivoq, und alln. bedeutet kyn auch res mira, kynjum miro modo, valde und man bildet mit dem gen. plur. in diesem sinne composila wie kynjamenn kynjalaeti kynjavelr, denen scheinbar cuniouuidi genau entspricht, aber die erklärung durch kuni scheitert an der Übereinstimmung des gol. und ahd. in dem Ihema auf -a und der rechtfertigungscersuch FJuslis (Zusammensetzung der nomina s. 52) kann sich auf kein zweites beispiel für den aus/all des i stützen, er könnte sicli nur noch darauf berufen, dass das u, wenn es kurz ist, im ahd. höchst auffallender weise vor a ungebrochen bleibt. Wackernagels deulung 'kniestricke ist sprachlich und sachlich gleich unzulässig: sprachlich, weil es in keiner germanischen spräche ein kun oder kuni 'knie' gibt, also auclt keinen gen. plur. cuniö, den Wackernagel im lesebuch 1859 ansetzt, und sachlich, weil niemand an den knien gefesselt wird, ebensowenig ist bei cuniowidi an kränze für den Sieger zu denken (mylh. 373); wie toöre276 damit dem gefangenen geholfen? auch LToblers künstliche deulung (Germ. 30, 63) befriedigt nicht, und die schwierigkeil würde nicht gelöst sondern durchhauen, wollte man mit Hollhausen aao. cuoniro schreiben. 4 um allilteralion stall des endreimes herzustellen, vertauschte Zacher aao. 463 die beiden verba, während HMöller zur ahd. aliitteralions- poesie s. 51 vor dem kühnen vorschlug infliuh vigandun, invar haptbandun nicht zurückschreckte, der sprueli führt von 1—3 in episch erzählender weise den fall vor, wo unmittelbar durch göttliche mächte die Wirkung hervorgerufen wurde, die der zaubernde in seinem falle wünscht, in der schlusszeile nimmt er ihnen gleichsam das wirksame wort aus dem munde, um es für sich anzuivenden und damit dieselbe Wirkung zu erreichen, ebenso verfährt der zweite spruch und andre zauber- lieder. dass auch im norden sprüche wie der vorliegende bekannt waren, ward in der myth. 1180 übersehen: Pat kann ec ei fiorda, ef mer fyrdar bera bönd at boglimom: svä ec gel at ec ganga mä : spretlr mer af fötom fiöturr, en af höndom hapt. Havam. 149. Pann gel ek per inn fimta: ef per fiöturr verdr borinn at boglimnm, 46 IV SEGEN UND SPKÜCHE leysigaldr last ek jier fyr legg of kvedinn, ok stökkr J>ä läss af limum, eu af fotum fiölurr. Grogaldr 10. EvdReckes einfall (zs. 23, 408), drölthvwU für den Spruch erweisen zu wollen, kommt jetzt, wo icir die strengen geselze dieses melrums durch Sievers (beilr. 5, 449 ff.) kennen, nicht mehr in belrachl. Über die hs. s. zum ersten spruch. 5 Ol fr. 1, 27, 31 sös er uuola könda. -Für z. 1—4 des Spruches bemerkte Müllenhoff: 'über Phol s. JGrimm zs. 2, 252—257, myth. 205—209. 3 4 , 79/'. was mylh. 209 anm. und sonst myth. 581. 749. 944. 948. 975 über ihn beigebracht wird, muss dahingestellt bleiben. über das asyndelon v. 3. 4 JGrimm zs. 2, 188—190. es ist notwendig anzunehmen, weil, wenn hier einem genetiv noch ein gen. des pron.pers. hinzugefügt wäre (gramm. 4, 351), man Sunnftn, Yollün statt Siiniia, V'olla zu erwarten hätte, und wenn man den beiden namen starke ßexion beimissl und an der überlieferten Ordnung festhält, unter jener Voraussetzung sogar die zwiefache Ungereimtheit sich ergibt, dass die höchste göll'in durch den namen ihrer geringeren Schwester näher bestimmt und die sonnengbllin nur durch ihre Schwester vertreten wird, wo sie selbst, bei der not des lichtgotles, nicht fehlen durfte und in eigner person zu hilfe kommen muste. JGrimm (myth. 285. 667) vermutet in Sinthgunt de« morgen- und abendslern als begleitet- der sonne und yewis ist sie die geführliu (gesindin) der sonne, wie Sindolt der geführte des Hunoll und Sinlram der geführte oder nachfolget- des Uallram (zs. 12, 353); an sich aber bedeutet ahd. sind alts. silh gol. sinjis nwr 'fahrt, weg, reise' und Sinthgunlh ist der Suttna ohne zweifei nur beigegeben, weil diese selbst als wandelnde, eilende gbltin angeschaut wurde (nordalbing. Studien 4, 209 /'.). .sie ist eine hypostase der vornehmeren Schwester, die eine 277 eigenschaft derselben in besonderer geslall darstellt, und passend ist sie zuerst zur stelle, wo es sich um die förderung des lichtgotles handelt, doch nicht minder isl Volla, die Copia nur eine polenz und hypostase der höchsten göllin, und der parallelismus zu v. 3 sowie die nalur der sache verlangen in gleicher weise, dass v. 4 die höhere macht der geringeren nachfolgt, die Umstellung der namen isl hier notwendig, nun erklärt sich auch das asyndelon aus der emphase und es darf Frija geschrieben werden, während sonst der vers Fria verlangt, auf Frija weist Frigaliolda (JGrimm kl. sehr. 5, 417), ahn. Frigg, das in der gramm. 1, 327 richtiger beurteilt wird als myth. 27 8, tangobard. Frßa, ndd. frii Freen (AKuhn und WSchwarlz nordd. sagen s. 414, HPröhle unlerharz. sagen s. 208— 211), ags. Frigedag, engl. Friday, ft-ies. Frigendei Fredci, dän. schwed. Fredag: der name ist nichts anderes als das ags. appella- livum frigu amor, ventis. dem Frija entspricht auch genau das slavische IV SEGEN UND SPRÜCHE 47 Prije (mylh. 280). Fria aber ist nur conlrahiert aus Frija. Frija zu schreiben war ein doppeller fehler, dagegen spricht für Wackernagels lesung und gegen Grimms Frua der vollständige mangel sicherer spuren und Zeugnisse für eine der nordischen Freyja entsprechende göllin im deutschen Volksglauben und in den altern quellen, ivährend das volle die fru Frier) oder Vröen, Fricke oder FrBke noch ganz wohl kennt, es kommt hinzu, dass die nordische mylhologie die Fulla wohl als dienerin d. i. als Hypostase der Frigg kennt, aber von einem näheren Verhältnis zur Freyja nichts weifs.' dem gegenüber bat aber FKauffmanu beilr. 15, 207 im anschluss an vorschlage von Scherer und Bugge sehr wahrscheinlich gemacht, dass z. 1 Pliol = Vol = nord. Fulla als n. sg. fem., z. 2 balderes als appellaliv = ags. bealdor und z. 3. 4 die ziveilen halbzeilen als opponiert, nicht als asyndelisch coordinieri zu fassen sind: Sunna era suislcr bedeutet 'der Sun ihre Schwester' und diese Sun ist nicht die sonnengöllin, sondern die alln. Syn. dann braucht man nicht mehr z. 4 die hsliche lesarl mittels Umstellung zu ändern; die erste halbzeile thü biguolen Frija ist ein vers des lypus ü, welchem derjenige, der an den 4 hebungen festhält, durch die Schreibung Fria das erforderliche mafs geben kann, ganz sicher ist allerdings diese deulung, gegen welche Miillenhoff (s. DA. 5, 51 /'.) sich ablehnend verhallen haben würde, darum noch nicht, weil 1) ein hd. appellaliv paliar bisher sich nicht nachweisen liefs, s. auch zs. 35, 243, und 2) die vielen mit Pliol componierlcn oberdeutschen Ortsnamen zu denken geben. — v. 7 bezeichnen Grimm (mylh. 1181), Wackernagel 1859, Zacher zs. f. d. phil. 4, 468 eine lücke, gewis mit unrecht: der halb vers ist ein geleil, wie im nordischen galdralag (Snorris hallalal 101 vgl. zs. 3, 108/".), das den epischen teil des Spruches abschliefst, durch den reim mit dem vorhergehenden langvers verbunden und nicht etwa ein späterer Zusatz, wie v. 9 lehn, zu den jungem fassungen des Spruchs in Grimms mylh. 1181/'. vgl. 3 4 , 369/". kommen noch Chambers populär rhymes of Scolland (1847) p. 129 anm., noles and queries 3 (1851), 258; 10, 220 = choiee noles (1859) j). 167. 64, Dalyell superslilions of Scolland (Edinburgh 1834) p. 25 (Ilagens Germania 7, 425), Thiele Danmarks foikesagn 3 (1860), 124/'., Asbjörnsen norske huldreevenlyr s. 45, Kreulzwald und Neus mythische und magische lieder der Ehslen (1854) s. 97—99. 122. 123, Kalewala übertragen von ASchiefner (1852) S. 79, aufserdem Kuhns zs. 13, 58/'. 151—153, zs. 21, 211/: 24, 68 vgl. 77, zs. f. d. phil. 4, 468/:, siebenbürg, correspondenzbl. 9, 55, Bugge Studien 1, 305 ff., auch zs. der gesellsch. f. d. gesch. der herzog- lümer Schleswig, Holstein und Lauenburg 3 (1873), 417. iveiler ab liegt der unlerfränkische segen (Bavaria 4, 1, 223) Sand Peter sass auf einem stein und halt ein böses bein: fleisch und fleisch, blut und blut, es wird in drei tagen gut, näher wieder Hohenzollernsche Ol. 1881 nr, 137. — über strophische gliederung des Spruches handelten Jessen zs. f. d. phil. 2, 126, Scherer zs. 19, 109 und Möller zur ahd. allille- ralionspoesie s. 51, der auch hier in der forderung correcter allilleration zu weit gehl. 48 IV SEGEN UND SPRÜCHE 3. Cod. 552 (olim bist, eccles. 143) der k, k. hofbibliolhek in Wien, 112 bl. klein quarl, passionen verschiedener heiligen enthaltend, hl. 107 b schluss der passion des heiligen Sebastian und seiner geführten, dann von einer besondern hand der segen und noch eine Schlangenbeschwörung (s. zu v. 12), darauf wieder von der ersten hand der anfang der ältesten passio sanctorum marlyrum Kiliani el sociorum eius; geschrieben nach Karajans Vermutung in Salzburg und der hs., in die das muspilli eingetragen ist, ungefähr gleichzeitig, obgleich die schriflzüge des facsimile und die sprachformen der deutschen vcrse, das häufige a in den endungen, der gen. sing, heido statt heida (Dietrich hislor. decl. p. 26, vgl. p. 25 über hiula statt hiulo), in eine spätere zeit weisen; vgl. überhaupt exe. zu X s. 295. ThGvKarajan zwei bisher unbekannte deutsche Sprachdenkmale aus heidnischer zeit. mit einer iafel (facsimile), Wiener 278 Sitzungsberichte, philos.-hist. classe, XXV (1858), 308 ff. KMüllenhoff zs. 11 (1858/59), 257—262. die verse sind nicht abgesetzt, aber zum teil durch punkte gelrennt. 1 gen. 31, 39 quidquid furlo peribat, fdgr. 2, 46, 20 Suaz mir wolf oder diep genam. 6 beilr. 9, 178 wird zöha angenommen. 7 über uulpa JGrimm kl. sehr. 5, 391 ff. zs. 12, 252. 9 Hei. 18, 12 uuegas endi uualdas. 12 Olfrid 2, 3, l hera heim, klage 1901 [?] her heim, g. Gerh. 6609 herheim. [mir scheint es richtiger, mit Schade decas s. 4 den plural fruman herzustellen, zwar nicht weil das subjeel ein doppeltes ist (vgl. z. 4), aber weil neben sonstigem der das im oberdeutschen seltene de auffällt.] nach einem absalz und einer Überschrift Conlria sfpe folgt noch Contra serpenle in xpi nomine quinta de s sia maria | naria. Ziso dfio Ziso pcanle ndria nariancilla siip | sargarha uidens si esse inno- minc; Dextera dni; | Sup aspide & basiliscü;: (vor b, das aus p corr. ist, rasur von s). Dadurch, dass man namen heidnischer göller an die stelle der christlichen setzte, hat man geglaubt den v. 1—3. 11. 12 ihre ursprüngliche gestall wiederzugeben, das verfahren ist tadelnswert, weil es nicht von einer genügenden prüfung des überlieferten ausgeht, der erste halbvers ist um eine hebung zu kurz und bleibt die langseile ohne Stabreim, weil uuart als minderbelonles worl nicht liedslab sein kann. Wuotan stall Christ gesetzt, würde allerdings den richtigen reim ergeben und der vers dann mit gaboran uuart ausgefüllt, aber eine unmittelbare heidnische grundtage lässl sich hier gar nicht annehmen: so geläufig den Christen die dalierung von Christi gehurt, so ungeläufig und fremd xoar den heiden die von Wuolans geburt. auch die wähl unter den deutschen gütlern an SMarlins stelle ist völlig halllos und willkürlich, außerdem sind die verse 3 und 11 ohne reim und allilteralion, wenn auch metrisch richtig, nur 12 ist unladelhaft, sobald das entbehrliche und wegen der häufung der allilteralion im zweiten halbvers fehlerhafte hera getilgt wird, dieser, vers, allesfalls auch der zweite halbvers der IV SEGEN UND SPRÜCHE 49 ersten zeile, könnte aus dem altern, heidnischen liede herübergenommen sein; aber anfang und schluss des Spruches, so wie sie vorliegen, sind augenscheinlich ein rohes flickwerk aus christlicher zeit, der älteste, best erhaltene teil des Spruches v. 4—10 kann, für sich betrachtet, ebenso gut oder eher einem sogen, den ein Jäger beim auszug auf die jagd über seine hunde sprach, angehört haben, als einem hirlensegen, loeil die erwähnung des viehes fehlt, gehörte aber dieser teil nach v. 2 schon ursprünglich einem hirlensegen an — und dafür scheinen auch spätere nachklänge zu sprechen, JGrimms mylh. 11.89 f. (Germ. 20, 437), mythJ cxxxvm (Mones ans. 1834, 279), Schneller 4, 67, Mannhardl wähl- und feldkulle 1, 274, neues archiv f. sächs. gesch. 10, 155 —, so haben wir darin wahrscheinlich nur ein bruchslück eines gröfseren, mehrslrophigen liedes, das in einer andern Strophe den segen über das rieh enthielt, das kirchliche gebot MG. IV, 2, S3 § 205 setzt bei hirlen heidnischen ruf und gesang beim aus- und eintreiben des viehes (AKuhn herabkunfl des feuers s. 183 ff. Uhlands Schriften 3, 202. 302) voraus, v. 4 —10 lassen sich, ohne der spräche und dem slil, dem vers und der Überlieferung gewall anzulun, nicht auf das gewöhnliche mafs der lang Zeilen zurückführen, mit geringer orthographischer und metrischer nachhilfe bei v. 8. 9 stellt sich eine Variation des liodahdtls heraus, zs. 3, 112 ff., de carm. Wessof. p. 18. nur ist den beiden für 279 sich stehenden halbzeilen 4. 5 und 8. 9 jedesmal noch ein geleil von drei hebungen beigegeben (vgl. zu 2, 7), das erste mal vers 6, wie es scheint, mit der vorhergehenden halbzeile durch den reim verbunden, ■jedoch nur zufällig, da das zweite mal v. 10 jede Verbindung fehlt, wenn man nicht auf die Wiederholung des minderbelonlen ode ein unerlaubtes gewicht legi. die geleile stehen aufserhalb der eigentlichen slrophenform, wie die ruf- und refrainzeilen in spätem Volksliedern, und sie lassen nach dieser analogie schließen, dass das ursprüngliche mehrslrophige lied nach einer bestimmten melodie gesungen wurde, sie für spätere Zusätze zu hallen, verbietet ihre regelmäfsige und gleichmäfsigc Wiederkehr. — Slrobls reconslruclionsversuch dieser millelparlie zs. 30, 215/'. erscheint in sachlichem wie in formellem betrachte als misglückt. um auch für die erste halbzeile 4 hebungen zu gewinnen schlug Roediger zs. 33, 414 die hinzufügung von der liciligo (wie 3. 11) vor: aber das überfüllt den vers. Cod. 751, olim iheol. 259 (Denis 1, 277), der k, k. hofbibliolhek zu Wien, 18S bl. fol., X (nach dem neuen archiv 9, 13 IX) jh.; auf hl. 132—135 wenige ahd. glossen zum Jcsaias und Ezechiel (Graff Diuliska 2, 190 = ahd. gl. 1, 618. 654), auf der letzten seile lateinische und die beiden allsächsisclien Zauberformeln 4 und 5 A. HFMafsmann in Dorows denkmälern aller spräche und kunsl. erster band zweites und drittes ließ. Berlin 1824,261 — 271; mit faesimile laf. 11. EGGraff Diuliska 2 (Stuttgart und Tübingen 1827), 189. 190. JGrimm deutsche DENKMÄLER II. 4 50 IV SEGEN UND SrRÜCHE mythologie, Göllingen 1835, anhang cxxxn; Göllingen 1844, 1183. 1184 neftst den lateinischen formein. diese beginnen: [DE EO QU0]D SPUIU- I1A1Z DIC1MUS. si in dextero peile conligerit, si in sinisiro (i. couligerit, in sinislra aure) sanguis minuatur; si in sinisiro peile, in dextero aure minuatur sanguis. Überschrift SPURIHALZ] vgl. v. 3 und, worauf schon in der myth. 1183 verwiesen ward, Martina 50, 15 ir vinde lop vi] lamer wart und darzuo spurhalz; {wegen JIMS. 3, 27 8 b s. mhd. wb. 1, 85S b ;) dazu kommt Heinrichs kröne 19864 von einem ross ez waz gebrosten nider liinden lif diu lit: spurholz was ez da mit. die nun folgenden verse sind nickt abgesetzt und die Punktierung ist ziemlich regellos. 1 vgl. after lande, alter wege, after walde usw. wahrscheinlich ist auch umzustellen after uuatare Hol. velherun] der plural lehrt, dass die flössen, flossfedern gemeint sind, Grimm d. wb. 3, 1393 ; vgl. lat. pinna (penna), ags. finn ndd. finne ndl. vin. altn. ist fiödr der schweif des walfischcs (Frilzner l 2 , 432), wie nhd. finne die spitze des Schmiedehammers, Grimm d. wb. 3, 1665. 2 die Stellung des haupt- slabs, die weder hier noch v. 1 der alls. reimrcgel (s. zu muspilli III, 34) entspricht, bleibt doch besser unangefochten. OSchade wissensch. monalsbl. 3 (1875), 62/'. stellt 2. 3 folgendermaßen um: lim gihelda ina üse druhlin. tliie tlien visc gihelda, Ihe selvo druhlin hele lhai hors theru spurihelti. 3 hers stall hors ist vielleicht doch nur ein Schreibfehler, und nicht eine dialektische neben form, wie im allfriesischen, Richthöfen wb. 797 [vgl. aber Galice alls. gramm. § 33 a. 7]. der Spruch scheint eine sage vorauszusetzen, wie sie sonst von SPeler erzählt werden, Wolf deutsche sagen nr. 31; Firmenich s. 9, 48; schleswigholst, sag. s. il. [die änderungen, welche Müilcnhoff an der Überlieferung vornahm, um vierhebige verse herzustellen, sind nicht zu billigen.] A. auf die vorhin zu 4 angeführte, erste lateinische formel in der Wiener hs. 751 folgt AD VERMES 0CC1DEND0S. Peruina dei gratia plena. tu babes triginla quinque indices et triginta quiuque meilicinas. quando dominus ascendil ad coelos ascendit memorare quod dixit. ebenso 2S0 auf 4 der alls. Spruch CONTRA VERMES. aber die den drei übrigen lateinischen AD APES CONFORMANDOS, AD PÜLLOS DE NIDO, CONTRA SAGITTA51 D1AU0L1 entsprechenden deutschen formein fehlen, doch s. zu nr. 7 und XVI. die litleratur zu 4. 1 priesler Johann v. 138//'. (alld. hl. 1, 3\lff. — Zarncke priester Johannes 1, 124, 66//'.) ein lanl liAn ich dan, da inne mac wip noch man gesiechen von vorgiflnisse, da en ist di scorpjo noch genisse, da en ist niht slange under deme grüte noch die vorhte böser lüte. die ver- mutung Moncs (anz. 1837, 463 nr. 11), dass nesso nhd. nöscb, nösch- tropf sei — Ich versegne dich, nöschtropf und gesiebt (mhd. gesühte), margschoss und wild geschoss und spitzige wiielige dischlen? usw. —, wird in der myth. 1110 mit recht zurückgewiesen, aber nöscb ohne not IV SEGEN UND SPRÜCHE 51 mit naschen zusammengestellt, [schwerlich darf Mones ansieht mit solcher beslimmlheit abgelehnt werden, ein weilerer von ihm mitgeteilter Segen besagt: ich gebeut dir, nüsch, rail allen deinen gesellen, dann mit dir ist der stech und der krampf und gespat und geseboss und geicht und ge- sicht. ebenso wird aber nessia als führerin der krankheilen nagedo, stechedo, crampho, troppho, gegihle usw. genannt in den unter sich nahe verwanten segen aus Basel, Engelberg, Rheinau Germ. 18, 4G. zs. 17, 560. 22, 246, vgl. die Admonter fassung, wo iroplio, crampho, herdo, nagado, accadens morbus der nessia folgen, Germ. 18, 234, und die Tegernseer, welche ähnlich dem mylh. 3 4 , 370 mitgeteilten segen nur nessia nennt, zs. 21, 209. außerdem begegnet nessia, nesse Germ. 25, 69. zs. 21, 210. Ahm. 10, 231. in der Wiener hs. 2505 f. 76 tt (labulae 2, 86). unten s. 282.] B. Cod. lat. 18524, 2 (Tegerns. 524, 2) der k. bibliotheli in München, IXjh., 203 bl. gr. 8°, epislola SHieroniini de ordinibus ecclesiasticis, Isi- ilorus Hispalensis über officioruiu und andre Schriften der kirchlichen lilleralur. bl. 202 Ineipit regvla formalarv, bl. 203 ab eine formala: ein empfehlungsbrief eines clericus A r . an einen bischof; am schluss darunter zunächst spealio syon, dann von besonderer hand -Pnessin. Ganguz usw. JGrimm deutsche mythologie, Göllingcn 1844, s. 1184 anm. der spruch ist wie prosa geschrieben, aber die halbzeilen meist durch punkte abgeteilt. 5 tulli = slrala A 5. mhd. tülle Nib. 897, 3, nhd. lulle, dille Grimm d. wb. 2, 1150, franz. douille; vgl. Haupt zu Engelhard 1916, mhd. wb. 3, 127 f. Kuhn in seiner zs. 13, 65 f. 72 vermutet mit grund, dass der pfeil 'in den wilden wala" geschossen werden sollte, [in beiden Sprüchen nimmt Hoediger zs. 33, 415 z. 2—5 nicht für langverse, sondern für halbzeilen und streicht A 5 üt: diese seine auffassung muss bevorzugen, wer überhaupt in solch zusammengeschrumpften und zerstörten formein wie nr. 3—7 noch die ursprünglichen verse herstellen zu können glaubt.] Varianten dieses wurmsegens laufen noch heute um als spruch gegen unreine safte JWWolf beitrage zur deutschen mythologie 1 (Göttingen und Leipzig 1852). 256, gegen wunden und geschwüre EMeier sagen aus Schwaben 1 (Stuttgart 1852), 526, gegen die geel- suchl GDTeulsch eine kirchenvisitalion (Kronstadt 1858) s. 25, gegen die schweinung (aus Schwaben) zs. f. d. mylh. 4 (1859), 416; vgl. die schwedische formet aus einem abendsegen mylh. anh. cxlvii nr. 52, 4 du skal ur ben och i kött, ur költ och i skinn, ur skinn oeb ända at helfvetes pina. Mone im anz. 1837, 470 nr. 27 hat folgende aufzeich- nung aus dem anfang des XVIIjA. als spruch 'für die wilden geschoss oder bösen Infi' Wilde seboss (böser wind, niarkhs clropf), ich gebeut dir aus dem mark in das bain, . . . aus dem bain in das flaiscb, . . .aus dem flaiscb in das bluot, aus dem bluot in die haut, aus der baut in das baar, aus dem baar in die erden, neun ciafiter tief. Kuhn in seiner zs. 13, 66 ff. vergleicht indische Sprüche. i* 52 IV SEGEN UND SPRÜCHE (i. 'Cod. Argenlor. membr. sec. XI'. JGrimm über zwei entdeckte gedichle aus der zeit des deutschen Heidentums (s. zu segen 1), Berlin 1842, s. 26; nach s. 21 nach einer mitleilung von Perlz. JGrimm. über Marcellus Burdigalensis in den abhandlungen der philosophisch- historischen klasse der akademie zu Berlin (1847) 1849 *. 29. 30. eine neue, bessere abschrifl oder durchzeichnung aus Slrafsburg zu erlangen war mir nicht gelungen, der versuch einer Herstellung der 281 ersJe?i. beiden teile, wenn überhaupt möglich, ist daher noch auszusetzen. hier nur einige bemei'kungeji. 1 der Stabreim ist in der ersten und zweiten zeile ganz richtig durchgeführt, wenigstens der sächsischen reget gemäß: Hei. 26, 12 giuuet imo tliö ^angan, al so Jordan 116t; 34, 17 tliar habda Jordan an e"fean Galileoland enna se geuuarhtah; 34, 22 #odes rikeas fordeten, al so git i i liir an Jordanes ströme llscos laliat usw. keken ist natürlich auf gegen zurückzuführen, dass aber dies mhd. giegen 'gecken sei, wie JGrimm vermutet, wird niemand dem zusammenhange nach für möglich hallen. entweder ist keken hier und z. 5 die präposilion gegen und das e drückt nur einen zweifei des ungeübten Schreibers aus, wie der laut zu bezeichnen sei: dann müsle, was wenig Wahrscheinlichkeit für sich hat. i gegen samenl soviel als gegen einander bedeuten; oder keken ist nichts anderes als giengen, wofür man auch später öfter giegen geschrieben findet, gramm. 1, 935, mhd. wb. 1, 463. im ersten fall würde sozzon in seuzzon, seuzzun, im zweiten als sciozan (üfcer-on /iür-an im infin. s. Graff 2, 912) herzustellen sein. 2 uersoz ist ohne zweifei verseöz, te der arlikel die. 3 vor dieser zeile ist wohl eine lücke anzunehmen, es müssen ein oder mehrere verse ausgefallen sein, worin erzählt wurde, wie das blul zum stehen gebracht ward. 5 ist vollständig rätselhaft und zerrüttet, weil die ullilleralion fehlt, es scheint der anfang eines zweiten, vermutlich heidnischen Spruches zu sein, der aber noch unvollkommener als der erste überliefert ist und gewis nicht zur ergänzung desselben zu benutzen ist. darauf führt schon die verschiedene nalur der namen. freilich bevor man mit JGrimm aus Vro 'eine neue be- släiigung des Froeulius' schöpft, hätte man gerne erst einen sicheren beleg für die fortdauer dieses cullus im spätem heidnischen Deutschland; aber auch Lazakere ist ohne zweifei ein name [bei dem indes die schwache form auffällt], der nach Graff 2, 316 einen mit einer hasta amentata, einem ger mit schwungriemen bewaffneten anzeigt, unmöglich aber, wie JGrimm meint, 'einen, der den speer im stich lässt, wie der nordische Freyr sein Schwert hingab', für das folgende bemerke ich nur gegen JGrimm, dass molt nur 'erde' heifsen kann, wenn in pet der zweite teil eines composilums — vielleicht eines namens? gegen moltpet? rillen — steckt oder wenn man hier die im Wiener Notker ps. 103, 29 und bei Jeroschin (mhd. wb. 2, 1, 216) vorkommende nebenform von molta, molle annimmt, und dass petrilto auch deswegen nicht peträten sein kann, weil IV SEGEN UND SPRÜCHE 53 betreten nicht soviel ist als treten, was hier,- wenn das stehen des Muts davon die folge sein soll, erwartet werden müsle. die gl. Jun. s. 239 mulcare pitrettan (Graff 5, 524; Nyerup fälschlich pilritlan) will ich nur anmerken, es scheinen drei verschiedene Sprüche, die nur in ihrem zweck und ihrer absieht übereinstimmten, oder vielmehr deren Überreste hier verbunden zu sein. 7—9 sind wohl verständlich und schon in der mylh. (1844) s. 495 vgl. 3 4 , 153 /'. von JGrimm erläutert. 9 livsa: tisa JGrimm 1844, dise 1847; vgl. dheasa Isidor 95, 16. die zeile lässt wohl den reim Tumbo: uuunda für die allilleralion eintreten, da t im anlaul für d nur dem Ungeschick des Schreibers beizumessen ist, so könnten Tumbo und das demonstrativ jedesfalls nur in einem fränkischen dialekt allillerierl haben, der nicht nur media für lenuis, sondern auch schon d für Oifrids und des Talians th setzte; s. zu IX, 7. 8. JGrimm verglich aus Marcellus Burdigalensis c. 22 ein carmen2S2 utile prolluvio muliebri: Stupidus in monte ibat, Stupidus stupuit, adiuro le, malrix, ne hoc iraeunda suseipias. die formein sind keineswegs unvollständig, wie dr. Mannhardl mir bemerkt, sondern, da lump auch ahd. noch stumm bedeutet, wie got. dumbs, so zeigen der lumlio in berge und stupidus in monte richtig das starr werden oder stocken des blules an. Hs. 218 in 4° der Universitätsbibliothek zu Bonn, 87 bl. (bl. l b von einer hand des XV jh. bezeichnet als Libcr beate Marie uirginis in lacu), geschrieben um 1070—1090 (HHoffmann ahd. glossen, Breslau 1826, einl. § 57. s. 20 — 25), bl. 41 a . WWachernagel das Wessobrunner gebet, Berlin MDCCCXXV1I, 67—70. 2 suaz: 'der fehler ist aus dem bekannten z für m entstanden; vgl. Nib. 734, 1 A gezaz für gezam' Wackernagel. 4 über die allilleralion s. zu]\, 7. 8. gituo: Olfrid 4, 19, 49 sfs, quad er, bimünigol tburuh then hfmilisgou gol, tbaz tbu unsih nü gidua uui's, vgl. JGrimm in Aufrechts und Kuhns Zeitschrift 1 (Berlin 1852), 144—148. zu tolhoupit vgl. todez haubt in einem ähnlichen segen zs. 24, 69, 125. über bimuni- gön s. JGrimms mylh. 1178. über malannus (vgl. iial. malanno) s. myth. 1113. der lateinische spruch aus cod. Vindob. 751 (s. oben nr. 4) CONTI!A SAGITTAM D1ABOLI in mythJ anh. cxxxn, mylh.'- 1184 ist in etwas abweichender fassung aus cod. lal. Monac. 100, XII jh. in den quellen und erörlerungen zur bayerischen und deutschen geschichle VII (München 1858), 319 mitgeteilt . . . Gardia. gardiana. gardentia. Domine nesiia suffonia (vgl. s. 318 anm. 23, anz. des germ. mus. 1871, 303 Caria Garadencia nostra symphonia cardulcia senffarica und zs. 21, 210), quia necesse est per istud malum malannum. quia dominus papa aposto- licus ad imperatorem transmisit (s. s. 481) ut omnis bomo super se por- taret. agios. agios. agios. sanetus. sanclus. sanetus. mit unserm lateinischen lext stimmt der spruch Ad frasin (/. i'raisin, mylh. 1111) in der hs. C 58/275 der wasserkirche zu ZüriaJi (vgl. zu XXVII, 2 C, s. 484 und 54 IV SEGEN' DND SPRÜCHE zu XL1X, 1—3): Sputo circumlinito minimo digilo et die: Adiuro te, mala malanna, per patrem et filium et spiritum sanclum, ut non crescas, sed evanescas in nomine patris et filii el Spiritus saneti usw., Wackernagel attd. predigten s. 254, zs. f. d. phil. 13, 476, KHofmann in den Münchner Sitzungsberichten von 1870 1, 518. Wackernagel verglich schon früher den schluss einer formet gegen das gerslenkorn bei Mar- cellus Ilurdigalensis c. S p. 71 (JGrimms abhandlung s. 13): nee huic morbo caput crescat, aut si creverit tabescat. Hs. Bild. nr. 25, früher K 58, aus dem klosler Weingarten, in der Ic. Handbibliothek zu Stuttgart, ein psalterium und litaneien enthaltend, 4°, X\\ jh., bl. 123\ EGGra/f Diuliska 2 (Stuttgart und Tübingen 1827), 70. WWackernagel altdeutsches lesebuch, Basel 1859, 253—255 'nach einer durchzeichnung Pfeiffers'. 2 fünfundfünfzig engel auch zs. 24, 79, 154. 3 Wiener exod. fdgr. 2, 94,43/?". {Diem. 130, 19 ff.) urloub gab ime (16 sin sweher Jeihro 'mit heile mnozzest du varen, diu got sol dicli bewaren: dich sende er mit gesunde heim ze dineme laude', vgl. auch Wiener genesis fdgr. 2, 40, 37 [Diem. 53, 9) du wis gesunde, gol sende dich gesunt ze lande. 4 JGrimtn (mylh. anh. cxxxm) vermutete slegidor oder sajlde- dor. aber die eigentliche bedeulung von slegitor (mhd. wb. 3, 49. 50) 283isl hier nicht stallhaft, es könnte nur wie sigidor, wagidor, wäfindor aufgefassl werden und würde daher den wünsch ausdrücken, dass dem reisenden schlüge zu teil werden möchten, es soll ihm das lor, das zum siege, zur Überwindung aller Hindernisse und fährlichkeiten führt, und noch ein andres tor des heiles offen stehen; dagegen der unter- gang im wasser und durch waffen versperrt sein. Wackernagel zs. 2, 535—537 verleidigle sa^ldedor und schrieb im leseb. seldi dor für seltli- dor (gloss. 242"), Wallhers und anderer der soelden lor, der sadden tür, der saelden porte und ähnliche ausdrücke (mylh. 3 4 , 261 und des lodes porte Barlaam 136, 13, der eren tor Ulrichs frauend. 81, 14) vergleichend, aber saeldedor ist zu abslract und allgemein, da saelde den sieg mit begreift, eher liefse sich an seldidor 'lor der herberge' denken, das richtige aber sah Lucae zs. 23, 94. 5 vgl. Münchner ausfahrt- segen XL VII, 3, 45/'. und im excurs dazu den segen von Muri v. 15/". und den zweiten Wormscr segen v. 9/'. 6 vgl, vom üblen weibe 131 /. ich wil im riiiwe senden neben binden für zen wenden und segen von Einsiedeln v. 5 (s. 471), von Muri v. 42 (s. 472), Tobiasseg. XLV1I, 4, 131, papsl Leos brief s. 4SI = Tegemseer hs. vom j. 1507 im anz. des germ. mus. 1869 s. 48; feuersegen bei Mone anz. 1838, 422 nr. 9 daz du zergest und Hindert mer prinst, weder hinder dich noch für dich, noch nehen dich noch über dich; JWWolf zs. 7, 537 Christi kreuz . . . sei bei mir, vor mir, hinter mir, über mir, unter mir und allenthalben um mich und bewahre mich vor all meinen feinden sichtig oder unsichtig; IV SEGEN ÜKD SPRÜCHE 55 desselben beitrage zur deutschen mylhologie 1, 259 nr. 27 In goltes namen geh ich naus, golt der vater geht vor mir naus, gott Her söhn geht neben mir her, gott der heilige geist geht hinter mir her; segen aus dem Aargau in der zs. für deutsche mylh. 4 (1859), 137 Jesus, Maria und Joseph sei vor mir, Kaspar, Welcher und Balthser sei hinter mir, die heil, drei- faltigkeit sei ob mir; im Znaimer Tobiass. von 1854 in Wagners öslerr. Idoslerleben 2, 360 das kreuz Jesu Christi sei oh mir N., unter mir, vor mir, hinter mir, neben mir und an der seilen und überwinde mir N. alle meine feinde; s. 362 gott der himmlische vater vor meiner, golt der söhn gehet neben meiner und der heilige geist beschalle mich überall. V ABECEDARIUM NORDMANNICUM. Sangaller hs. 87 8 des IX (nach Scherrer s. 309 des XI) jh., 394«. 4°, enthält s. 315 — 320 Isidorus (elymol. üb. 1 cap. 3. 18 — 20) de acceniibus, de figuris accentuum, de posiluris, de lilieris: dem hebräischen •und griechischen aiphabet sind hier p. 321 angehängt ein ags. runen- alphabet unter der Überschrift ANGUL1SCUM ohne beischriflen, dann das ABECEDARIUM NORD, dass dies NORD (der resl des Wortes nach Piper durch reagenlien verdorben) in NORDMANNICUM zu ergänzen ist, kann nicht zweifelhaft sein; 'icir erkennen auf den ersten blick die allen nordischen runen'. WGrimm über deutsche runen, Göliingen 1821, s. 138. 140—147; laf. II nach einer nachzeichnung von lldefons von Arm. WGrimm zur lileralur der runen aus dem XLI1I bände der Wiener Jahrbücher der lileralur, Wien 1828, s. 26 — 28 mit einem zweiten facsimile von IvArx (die berichligungen dazu kl. sehr. 3, 112 anm. sind, weil nur auf Mafsmanns lesung beruhend, werllos) und be- merkungen von JGrimm s. 42. HFMafsmann in Aufsess anzeiger für künde des deutschen miltelallers 1832 s. 32. £ Lachmann über das Hildebrandslied 1833 s. 129. II Hallemer denkmahle des miltelallers I (SGallen 1844) laf. I facsimile. liMüllenhojf zs. 14 (1869), 123—133.284 PPiper zs. f. d. phil. 13 (18S2), 445. die runen sind wie im texl in drei reihen verteilt, nicht ganz den nordischen prideilingar oder cellir entsprechend, von denen die erste, die Freys cell, die ersten sechs, die beiden andern, die hagals und Tijs cell, je fünf runen umfassen: auf diese einleilung, der nach dem schonischen bractealen das höchste altertum zukommt, sind die beigeschriebenen allsächsischen memorial- verse berechnet, auch die Ordnung und geslall der runen ist die des kürzeren, jüngeren nordischen alphabels, wie dasselbe um das j. 900 beschaffen war, s. LFA Wimmer die runenschrift, Berlin 1887, s. 191 #". 203 ff. auf die rune folgt in der hs. der dazu gehörige name und vers; nur stehen in der zweiten und drillen reihe die runen söl und man schon vor der conjunclion eudi. die verse sind mit ausnähme allein von v. 6 innerhalb der drei reihen, unserer inlerpunklion entsprechend, durch senkrechte striche abgeteilt, über den reihen stehen einzelne 56 V ABECBDAHIDM KORDMANHICUM ags. runen: über Y und "t - noch einmal dieselben dem alln. und ags. aiphabet gemeinsamen zeichen, links über ^ ags. hägl |a|, ebenso über + und ags. äc F* und man M (noc/t Hallemer), rechts über /k a^s. yr A; unter feu formal) s. 1 vier unverständliche ags. runen, nach vArx' 2 F'RTF* vvreawj nach Maßmann F'RTr wreal oder, wie Lachmann liest, ihreal, nac/i Hallemer PRTT wreal. ein Angelsachse hat das alphabel wohl mit den versen aus Niedersachsen nach SGallen gebracht und dort aufgezeichnet (vgl. WGrimm über deutsche runen s. 144), und von ihm rührt auch wohl die ags. form rat statt alls. red alln. reid her, da ihuris chaon naul Ar söl dafür sprechen, dass das alphabel nicht durch ags. vermillelüng, sondern unmittelbar aus dem norden nach Norddeutschland gelangt war. 'nordalbiugisch' aber möchte ich die verse nicht mit Lachmann nennen, auch wenn die stelle des Hraban mit WGrimm s. 79 ff. 149 ff. auf die Übereibischen Sachsen und nicht, wie Finn Magnusen (runamo og runerne) mit recht gellend gemacht hat, auf die Nordmannen zu beziehen wäre, aber oslfätisch oder englisch, nicht westfälisch scheint der dialekl des dcnkmals. 1 feu steht für fehu. forman aber, glaube ich, ist nicht verkürzt aus foraman, sondern ich sehe darin mit WGrimm die erste Ordinalzahl und zwar im Instrumentalis, nicht im aecusativ, und verbinde diesen mit stabu. besser wäre es, wenn nun z. 2 statt after afteran oder afteron -en folgte; aber notwendig scheint eine änderung nicht. 3 thuris: 'wohl zu merken das nordische purs, nicht das ags. born' WGrimm. 4 'oboro ist liier nicht superior, sondern ullerior, posterior' zur runenlehre s. 62 anm. 5 'rat entspricht der ags. form rätl, nicht der alln. reid' WGrimm. einlöst ist eine handschriftliche Verbesserung Lachmanns auf einem bialle, auf dem er den lexl nach vArx' 1 entworfen und die Mafsmannschen lesarten von 1832 später nachgetragen hat: gramm. 3, 587 anm. ist ndd. endest nachgewiesen, ist hinter end zu ende der zeile ein buchst ab e verwischt, so wird endröst, ahd. enlröst (Graff 1, 358) zu lesen 285sein, uritan ist pari. präl. statt giwritan, wie Hei. 171, 17, und die copula aus z. 4 zu ergänzen, der zeile fehlt aber die allilleralion, wenn man sie nicht etwa mit der vorhergehenden zu einer langzeile verbindet, oder, da sonst die in ihrem Innern bau regellosen halbzeilen jede mit zwei liedstäben für sich stehen, mit Lachmann ritan für writan schreibt, welcher bemerkt 'das \vr ist hier schon zu r geworden, wie im Hildebrandslie.de 4S receheo stall wrecehio auf riebe reimt'. 6 cliaon weist auf alln. kaun, nicht auf ags. cen. JGrimm vermutete ehuimet, Lachmann clivet: die niederdeutsche Version von psalm 62, 9 belegt das schwache cliuön adhaerere, ahd. kleben Graff 4, 545; vgl. mhd.wb. 1, 841, 32. 7 alln. naud ags. neäd alts. nöd. S alln. ar ags. ger alts. jar, ger. alln. sol, ags. sigel. muss man z. 7 mit Lachmann übersetzen 'Hagel hält Naul', der eine buchslabe hält gewissermafsen den ihm folgenden, so kann liabet das verbum von S und 9 und Is und Tiu hier subjeel sein; aber der allein stehende nominaliv z. 10 lehrt, dass bei dieser aufzählung nicht an einen regelrechten salzbau gedacht ist; auch nicht in der ersten hiilfle. 0 alln. biarkan ags. beore. V ABECEDAEIUM KOHDMAKNICUM 57 'jetzt müsle die reihe an L kommen, es stellt aber erst M, so dass diese beiden buchslaben die plälze gewechselt haben, außerdem hat M hier eine von der gewöhnlichen (Y) abweichende, doch aber nicht unbekannte gestall; nur müsle der hauplslrich ganz durchgehen, was hier, vielleicht ■weil das fehlende stück verblichen, nicht der fall ist' WGrimm, vgl. aber Wimmer aao. 235//". midi üt von Lachmann (zum Hildebrandsiiede) mit recht als .zweiler liedslab zu dem darüberstehenden vers gezogen; s. varr. zu 6. 10 s. exe. zu 1, 4. 11 JGrimm schrieb bihahendi und so auch Lachmann in seinem handschriftlichen texl, weil sie das unter der zeile stehende midi (s. zu 9) als endi oder ndi lasen und fälschlich mit biliabe verbanden, zs. 14, 131. VI HIRSCH UND HIN DE. Jls. 8860—7 der burgundischen bibliothek zu Brüssel aus dem anfang des X Jh., 76 bl. klein 8°, lateinische gedichle enthaltend, ausführlich beschrieben von üümmler neues archiv 4, 155 ff. am rande stehen mehrmals in nolen gesetzte zeilen (von einer band des XI Jh.), darunter (As. 8862 bl. 15 b oben) eine deutsche. LBethmann zs. 5 2SG (1845), 203. 204. Unmöglich kann man mit Wackernagel (lesebuch, Basel 1859, 140) diese zeilen für ein Sprichwort und für prosa oder mit AKuhn (zs. f. d. phil. 1, 109 anm.) für ein bei den heidnischen neujahrsmummereien gesungenes liedchen hallen, sondern nur für ein fragment eines beispiels: dafür spricht abgesehen von der bezeichnung mit neunten der slrcng- melrische bau. nur lässl die langzeile zweifelhaft, ob die halbverse durch reim oder allillcralion gebunden waren, doch ist das letzte wahrscheinlicher und der reim nur zufällig, die hs. scheint aus SGallen zu stammen, da EMarlin, der sie von neuem einsah, auf dem rande von bl. 74''—76 a eine neumierle sequenz auf den heiligen Olmar Mendaces ostendit dominus qui maculauerunt lieatum oilmiarum & dedit illi claritaiem a&ernam — potentiam aduersus eos qui eum deprimebanl fand und auch das letzte neumenzeichen über hinta nach Raillard nur im SGaller anti- phonar vorkommen soll, über die neumen des deutschen lexles schreibt Schcrer: es sind folgende 5 10 15 p. sal. to. porr. porr, ce. v. ce. v. lo. p ; p. ep. pr. lo. cl, über die bedeulung der zeichen p. v. ec. ep. cl s. den excurs zu IX: mit cl ist hier speciell das aus dem Sangaller anliphonar bekannte und von Raillard p. 55 besprochene zeichen gemeint, worin dem gewöhnlichen circumßex ein übergesetztes häkelten beigefügt erscheint, das Raillard für die andeuiung eines sforzando hält. sal. saiieus bedeutet nach Schubiger drei sprungweise (nicltl scalamäfsig, sondern in gröfseren Intervallen) aufsteigende töne, to. lorculus drei töne, worin der mittlere der höchste und längste (gleichsam podatus mit angehängtem herabsteigendem nach- ÜO VI HIRSCH UND HINDE schlag), porr. porreclus drei töne, wovon der mittlere der tiefste und vielleicht kürzeste (gleichsam clinis mit aufsteigendem anhang): lorculus ist, was bedeutung und zeichen anlangt, von podalus nicht streng zu sondern (vgl. den excurs zu XII), ebensowenig porreclus von clinis. pr. pressus nach Raillard p, 52 gleich 'tremolo, vibrato, trille, oft wohl nur ein pralllriller. die melodie wäre merkwürdig, in dem anfangs- worle hirez zb. fiele auf die erste silbe ein ganz kurzer ton, auf die zweite jene figur des salicus; in runeta verweilte der gesang auf jeder silbe mit drei oder wenigstens zwei tönen, usw. aber wollte der Schreiber wirklich die im umlauf befindliche und ihm bekannte melodie des von ihm aufgezeichneten gedichteinganges mitteilen? die neumicrung der deutschen worle zeigt bedenkliche ähnlichkeil mit den neumen des darauf folgenden lateinischen satzes Solne lingua mortis el beato laudes refer (hs. refert) Pelro canens: 5 10 15 p. sal. to. p. porr. porr. , ce. v. v. el. io. p. ; p. to. p. p. ep. pr. erwägt man die Verschiedenheit der Silbenzahl, die kleine abweichungen fordert; erwägt man ferner, dass ce und cl (deutsch 8, lat. 10), dass cp und po resp. to (deutsch 13. 15, lat. 14. 17) für einander eintreten können (vgl. zu IX): so stellt sich eine Übereinstimmung heraus, die so grofs ist, dass wir mindestens die möglichkeil nicht abweisen dürfen, es liege blo/'s ein selbständiger, nur etwa zum spiel und nach analogie des gegebenen melodieslückes angestellter composilions- oder neumierungs- versuch des Schreibers vor. 287 VII RÄTSEL. Reichenauer hs. 205 (3) aus dem anfang des Xjh., jetzt in Karlsruhe. FJMone anseiger für künde der leuischen vorzeil 7 (1838) s. 40 1 Nürnberger ralbüchlein (aus dem anfang des XVI jh. kl. S°) bl. 17 b , Strafsburger älterer druck (von rellelsch gedieht kl. 4°) bl. 13 b : So du es sielist, so lest dufz ligen; siehst dufz nit, so liebst dufz auf!'. Antwort. Das loch an einer haselnufz; KSimrock rätselbuch (Frankfurt 1850) nr. 56, ELllochholz alemannisches kinderlied (Leipzig 1857) s. 237 nr. 37, aus der grafschafl Mark zs. für deutsche myth. 3, 182 nr. 15; schwedisch RDybeck runa 1S-47 s. 40 nr. 4. 2 Slrafsb. 3\ ralb. 3 b f. von der eiche: Rat was das sey, do es lebt, do speyst es die lebendigen; do es todl was, do bescliirmbl es die lebendigen; es trug die lebendigen, vnd gieug auh" den lebendigenn; tiom schijf zweimal in veränderter fassung Slrafsb. 13 b . 15", ralb. 17 a . 19 b ; RChambers populär rhymes of Scolland (Edinburgh 1847) p. 324 a sliip sailing: I saw the dead carrying llie bving; runa 1847 s. 40 nr. 2: förr bade jag lif och lefvande var, och kunde de lefvande foda; men nu är jag död oeli lefvande ba'r, oeli gär öfver lefvand' och döda; Rochholz s. 261 nr. 131. MULand- slad norske folkeviser (Chrisliania IS53) p. 812 nr. 45, fwröisch in antiquarisk iidsskrift 1849—51 (Iijöbenhavn 1S52) p. 321 nr. 59, und VII RÄTSEL 59 andere schliefsen sich an, antiquar. lidsskr. p. 319 nr. 37. 38, ralb. 4 b , Slrafsb. 4 a (zs. 3, 28 nr. 3) usw. 3 ist mir ganz unverständlich. 4 das noch heule allgemein bekannte rätsei vom schnee und der sonne (ralb. 15 b , Slrafsb. 12", nd. correspondenzbl. 10, 35, Meinen aus dem Kuhländchen 1817 s. 287, schleswigholslein. sagen s. 504 nr. 1, EMeier hinderreime aus Schwaben, Tübiiigen 1851, nr. 269. 306, aus der Wellerau zs. f. d. mylh. 2, 434, Simrock nr. 62, schwedisch alld. wälder 2, 21, runa 1847 s. 40 nr. 1) kslelil in seiner vollständigsten fassung aus fünf allillerierenden halb Zeilen von vier Hebungen: nur ist z. 3 'Jungfer' mit 'mädchen ahd. magad zu verlauschen (zs. f. d. mylh. 3, 19). mit der Reichenauer stimmt allein die fwröische in anliquar. lidsskr. 1849—51 p. 315 nr. 1 genauer: Eg veil ein fugl fjadraleysan, hann seitist 4 ein gard hagaleysan: kom ein jomfrti gangaqdi, itfk hon hann hondleys, steikti hann eldleys ok :1t hann munnleys; hier ist z. 2 mit dem 'erdlosen wall' ein Schneehaufen gemeint, an dem die sonne den leichten, losen schnee schmelzt, die heule umlaufende fünfteilige fassung muss demnach für die echte ursprüngliche gellen, die in den andern nur erweitert ist. allerdings war sonne auch mascuUnum (gramm. 3, 349/'.) und hand ags. alln. mund ahd. mimt (Graff 2, 815), so dass man und muntlös für z. 3 die erforderliche allilteralion ergäbe; aber sine ore z. 6 beweist, dass das Reichenauer original nicht so lautete, ihm fehlte also wie der fwröischen fassung von 3 an der Stabreim, da man auch 4. 5 nach 1. 2 nicht als langzeile nehmen kann, zu vergleichen sind übrigens noch zwei Sprüche bei Marcellus Burdigalensis c. 21 (JGrimm über dens. s. 18): Corcedo, corcedo, slagna. pastores te invenerunt, sine manibus coilegerunl, sine foco coxerunt, sine denübus comederunt; c. 28 (JGrimm s. 21. 30): Stolpus (Stlopus?) a caelo de- eidit, bunc morbum pastores invenerunt, sine manibus collegerunt, sine igne coxerunt, sine denlibus comederunt. 5. 6 sind später, wie es scheint, unbekannt, obgleich sich manche ähnliche von der arl finden, 283 schon ags. bei Grein 2, 392 nr. 47; 2, 410; ralb. 28% Slrafsb. 21°: Es giengen zwen mann, den hegegenten zwo trauen, die sprachen zusammen, dort kuramen unser man, und unser muller man, und unser veler, wir hören zusammen; usiv. vgl. auch anz. für künde des deutschen rniltel- alters 2 (1833), 23S. VIII EIN SPIELMANNSREIM. Monachus sangallensis de rebus gestis Karoli magni I, 13 in MG. SS. II, 7 36, Jaffc bibl. IV, 642: Ex cerlis autem eausis (Karoltis) qui- busdam plurima Iribuil, ut puta Uodalrico, fralri magnae Hildigardae, geni- iricis regum et imperalorum. de quo cum post obitum ipsius Hildigardae pro quodam commisso a Karolo viduaretur honoribus, quidam scurra in auribus misericordissimi Karoli proclamavil 'Nunc habet Uodalricus honores perdilos in Oriente ei oeeidente, defuncla sua sorore!' ad quae verba illa- crimatus ille prislinos honores statin] feeit illi resiilui. 60 VIII EIN SPJELMAHNSREIM Die königin Hildegard starb am 30 april 783. Uodalrick kommt als graf des Linz- und Argengaus auf der nordseile des Bodensees urkundlich in Neugarls cod. diplorn. Alem. nr. 144 a. 802, nr. 151 o. 805 vor, Stalin wirlembergische geschickte 1, 327. sein und der königin allerer bruder war Kerolt, der mächtige freund und Heerführer Karls, der am 1 September 799 wider die Avaren fiel (Stalin 1, 246/'.), und von einem der waffenge fährten desselben halle der Sangaller mönch, der im j. 883 hundert jähr nach dem lode der königin schrieb, icenigslens seine nachrichten über Karls heerzüge. die anecdole, mag sie wahr oder falsch sein, beweist in jedem falle, wie geläufig schon im neunten jh. auch den fahrenden der endreim gewesen sein muss, vgl. exe. zu II, 15. die letzten warte defuneta sua sorore lassen sich vielleicht auf verschiedene weise zurückübersetzen, aber ganz sicher und unläugbar ist der endreim uuestar: suester. dieser ist auch in der ersten zeile, sowie er hier von Haupt gefunden ward, viel wahrscheinlicher als die vocalische allilleralion Uo : e. die concinnität der rede verlangt auch im lateinischen lext zu honores ei» quoseunque oder omnes zu ergänzen. honor ist seit der mitte des neunten jh. gleichbedeutend mit beneficium (Roth benefwialwesen s. 432 /'.) und honorem perdere mit beneficium perdere. der entsprechende deutsche ausdruck kann früher denselben sinn gehabt haben, wie der ags., Beöv. 2606 pä äre pe Iie liim ser l'or- geaf, vfcslede veligne Vsegmundinga, folcrihta gehvylc, svä his fäder alite uö. ganz ähnlich wie östar enii uuestar gebraucht die ags. poesie sud odtlc noret, Beöv. 858, Vids. 13S. es durften diese seilen-als ein merkwürdiges und wichtiges zeugnis für die geschickte der deutschen poesie in dieser samlung einen platz erhalten. ein beispiel der durchßihrung des endreims vor Olfrid gibt sonst vielleicht nur der geistliche gesang von Ckrislus und der Samariterin (X) ; s. den excurs dazu; vgl. zu IX, 7. 8. [dass Haupts reconstruetion in der hauplsache das richtige trifft, davon bin ich nach wie vor überzeugt, die einwände, ivelcke Emil Henrici zur gesch. der mhd. Igrik 1876 s. 63 erhob, habe ich meines erachlens endgillig anz. 2, 147/'. widerlegt, und wenn Ernst Henrici beilr. 5,56 mit beneidenswerter sicherheil gilili für einen Sprachfehler erklärt, ohne einen anderen beweis erbringen zu können, als dass er Verbindungen mit liuuelih herbeizieht und eine grofse gruppe von fällen als ausnähme proclamiert, so halle ich im gegenleil das von mir aao. aus dem Lanzelcl angeführte beispiel für stringenl. ich verweise ferner auf das Hohen- burger hohelied 66, 26—67, 1 so o. v; v. v. v. v. v. p. p, 2. p. pO. V. V. p. l'p. p, V. po. cl. cl. ep. p; v. v. v. v. v. p. p, ■:,. p. po. cl. ce. v. ep. v, cc. po. cl. ce. po. v; v. v. v. ce. cl. p, 30 pppp. ]). ce. cl. v. p. ep. v. p. cl. ce. p. po. v; p. ce. cl. p. po. v; p pp. p. ce. cl. v. p. ep. p. p. ce. p. p. po. p; p pp. p. ce. cl. v. p. ep. p. '.r bedeuten v. virguln — ich wähle die namen nach dem bereits a hier vier hss. von Lambillole {l'anliphonaire de SGregoire, Paris 1852, appli- calion du principe de cotlalion p. 10) und de Coussmaher (histoire de 291 l'harmonie au moyen-dge, Paris 1852, pl. 38 nr. 4. 5) herausgegebenen neumenverzeichnisse in leoninischen versen — p. punctum je einen, v einen längeren, p einen kürzeren ton: vgl. ASchubiger die sängerschule SGallens vom achten bis zwölften jh. (Einsiedeln und New-York 1858) s. 8; FRaillard explicalion des neuntes ou anciens signes de nolalion musieale (Paris [1860]) p. 20—33 und besonders die schon von GJacobslhal die mensuralnolenschrifl des zwölften und dreizehnten jh. (Berlin 1871) s. 4 hervorgehobenen äußerungen des Waller Odington bei Coussmaher scriplores de musica medü aevi 1, 235: morosa longa vocatur quae prins virga dioitur noia und velox vero vocatur brevis, quae prius dicitur puuclus. mitv bezeichne ich einen acut mit häkchen links oben, der hier am Schlüsse der halbseile und des refrains mit p, im Innern der halbzeile (2, 3. 4) mit cl und ce wechselt, cl. clinis (v -(- p). ce. cephalicus (mit v von gleicher gellung) sind ligaluren zweier absteigender, po. potlatus (p -f- v). ep. epiphonus ligaluren zweier aufsteigender töne. 1, 1 p fehlt liier und 3, 1, ist aber wohl nur verwischt. 19. 20 ebenso 3, 19. 20: nerjan und skerjan dreisilbig gebraucht: es wird, wie das spätere nerigen scerigeu beweist, noch lange ein i zu hören gewesen sein. 22 cl über o in imo, und über i nichts, also fand elision statt. 2, 22 vielleicht v. ebenso 3, 4. 25 in nerian steht v über ne, po (wie es scheint aus v corrigieri) über ri, ohne zweifei fehlerhaft: der po der ersten und drillen Strophe, den ich auch hier setzte, war aufzulösen wie 3, 12 und auf die beiden Silben zu verteilen. 3, 5 zweifelhaft, lucke im pergamenl, das sichtbare muss man für das unlere ende von v oder ce hallen. 6 ist vielleiclil po. 12 upar mit v über u und p über par, also auflösung des po in v -f- p, n('c/i( p-4-.y, wie man erwarten müste. 17. 31 vielleicht ce. vergleicht man nun die neumierung der drei Strophen und erwägt, was sonst feststeht (vgl. auch exe. zum Gallusl. XII), dass v und ce wechseln dürfen und dass cl und ce, po und ep oft ungenau für einander gesetzt werden, und sieht man von dem zweifelhaften zeichen v ab, so bleiben nur geringe Verschiedenheiten zurück und die drei melodicn dürfen um so eher für wesentlich gleich gehallen werden, als die be- trachtung der Stellung der neumen, insofern dadurch die tonhöhe ungefähr angedeutet wird, auf dasselbe resullat führt, die gleichheil aller 64 IX BITTGESANG AN DEN HEILIGEN PETRUS melodien sowohl als der umstand, dass sehr häufig auf eine silbe zwei töne kommen, zeigt, dass der geistliche deutsche gesang im IX jh. mit der scquenz (vgl. Wolf über die lais s. 101/. 104) nicht die geringste verwantschafl hatte, bemerkt man ferner, wie die kleinen unterschiede der neumierung auf der in den verschiedenen Strophen abweichenden Verteilung der Silben auf Hebung und Senkung beruhen, wie zb. an 5 und 23 stelle das p auf weniger betonten Wörtern oder auf einer unbetonten silbe steht, während das gewichtigere zeichen einer hochlonigen silbe entspricht: so ergibt sich, dass hier der lext über die melodie, das wort über den ton herscht, nicht umgekehrt wie in den Sequenzen (Wolf s. 107 /.). alles dies, wie es in voller Übereinstimmung mit dem unten zur Samariterin bemerkten steht, wird durch die melodie des Gallusliedes auch für den weltlichen deutschen gesang erwiesen. 292 X CHRISTUS UND DIE SAMARITERIN. Cod. 515 (olim hist. prof. 64G) der k. k. Iwfbibliothek in Wien, 8 bl. 8°, IX jh., W. 5 a . PLambecii commenlarii de bibliolheca caesarea Vindobonensi 2 (1669), 383/'. EGGraff Diuliska 2 (1827), 381 f. H Ho ff mann fundgruben für geschickte deutscher spräche und litleralur 1 (1S30), 1. 2. (KLachmann über Olfrid in Erschs und Grubers ency- clopaedie 3, 7 (1836), 2S0" anm. 7.) WWackernagel alldeutsches lesebuch, Hasel 1839, 103 — 106; 1859, 101 — 104. PPiper die älteste deutsche litleralur (Berlin und Stuttgart o. j.) s. 261 /'. anm. 2 ze im tarne entsprechend dem lateinischen grundtexl hier wie sonst ahä. 'millagszeit' Schmeller baier. wb. 1, 87; die eigentliche be- deulung des aus der praeposilion untar gebildeten worts ist 'Zwischenzeit' s. glossar zum quickborn 185G *'. 368. taalkundige ■ bijdragen 2 (1879), 54//'. Olfrid 2, 14, 9 umschreibt wcilläufiig: Ther euangiMio lhar quil, tlieiz möhti uuesnn scUa zil, tlieist dages heizesla ioh ärabeilo meista. das formelhafte uuizzun lliaz, sonst nur belegt durch Olfr. 4, 5, 7 Esil, uulzun uuir lliaz, tlieist liliu diu dümbaz, stellt Haupt zs. 3, 188 mit recht dem häufigeren ih uueiz gleich, ze mit acc. nach Graff ahd. praepos. s. 242, sprachsch. 6, 5 sonst nur bei Kero und in der formet zc sih mehrmals bei Nolker (auch ps. 28, 7. Boelh. prol.), bei Williram, in den Mainzer gl. Diut. 2, 286 = ahd. gl. 1, 719, 3 usw.; vgl. gramm. 4, 327; mhd. wb. 2, 2, 292". 3, 853 a ; Tnugdalus 42, 54 (126 W.)\ zs. 5, 23, 219. 30, 475; Heinrichs von Erolewiz Y(J. 46 diu minne in su zuo dich gevet; Marlin zu Dietrichs fl. 3028. _3_ Olfr. 2, 14, 5 Füar er thuruli Samäriam (so V, sämariam P: Lachmann über ahd. belonung s. 261), zi einoia bürg er lhar tlio quam. 4 die zweite vershälfte enthält einen zusalz; ähnlich bei Olfrid 2, 14, 13 ünz drühlin lhar saz eino, so quam ein uufb lliara thö, ihäz si thes gizfloli, thes uuäzares gihöloli. X CHRISTUS UND DIE SAMARITERIN 65 8 dass sich einige male in allen quellen e für eo, io gol. in findet: piflehan für pifleohan gl. Par. Diut. 1, 205 = ahd. gl. 1, 116, 25, pitrekin für pitreokin Schleust, gl. 6, 207. 234 = ahd. gl. 2, 678, 30. 59, vgl. Braune ahd. gramm. § 48 a. 3, würde nezant hier nicht rechtfertigen, zumal da ne unmittelbar voraufgehl. 10 dp die hs. nach einer arl assimüalion, vgl. zu XXXV, 4, 3 riü do virkor hast und über no statt nu Graff 2, 977, Of/V. 2, 14, 59 F. dass aier der dichter du /an^ sprach, macht v. 21 wahrscheinlich. 12 buzza /Jnde« sic/i a/«2. nur in alemannischen quellen, in fränkischen nur puzza, puzzi, pfuzzi {Graff 3, 355/'.), nicht in baierischen, womit stimmt, dass Schneller das worl nicht kennt, wohl abur Slalder 1, 252; vgl. jedoch mhd. wb. 1, 287. Olfr. 2, 14, 7 Tho gisaz er müader, so uuir gizdltun hiar nu er, bi einemo brünnen, lliaz uuir ouh püzzi nennen. 13 liabis, 24 liehili, 25. 27 liebist, 26 kebilos; vgl. 25 segist,293 24 libiti. formen erster schwacher conjugalion finden sich von haben aufs er dem lsidor häufiger nur in alemannischen denkmälern bis auf Roner, mhd. wb. 1, 595; aus baierischen, Tegernseer und Monseer quellen führt Graff 4, 729 f. 732. 734 gihcpitun, intliebit, inthepita, firhepitun an, und aus denselben oder derselben gegend angehörenden quellen schöpfte er 6, 94. 99 —103 fast allein seine belege für die erste schwache conjugalion von sagen; daher durfte auch im musp. 111, 91 sekkan geschrieben werden, dass auch die dem niederdeutschen näherstehende fränkische mundarl diese conjugalion des verbums kannte, belegt für die ältere zeit nur des Isidors saghida; erst für die spätere sind die Zeugnisse häufiger, Germ. 6, 56/. libit für lebet fand Graff 2, 41 f. sonst nur in einer Reichenauer und Junischen glosse (ahd. gl. 1, 294, 46), lipitimes in einer Tegernseer (ahd. gl. 1, 750, 24); vgl. LXVI, lü levit, alls. libbian, ags. libban. 14 hier und 16 brunnan im reim stall 2 brunnon, s. Graff 2, 961. 15 nach Wackernagel, der den salz als frage inierfungiert, müsle ne hier die unerhörte bedeulung von nuni- quid haben, es ist die frage des lateinischen lexles in eine aussage verwandelt, wie an der entsprechenden stelle bei Otfrid 2, 14, 31 Fürira, uuäu ili, thu ni bist, tbanne unser fater Jacob ist; er (ln'uik es, so ili tbir ze41u, iob sinn kfnd ellu. ebenso auch LX, 2, 25; vgl. gramm. 3, 285. 760. auch Lachmann setzte in einer uns vorliegenden aufzeichnung nach Jacob ein punklum. kelop fehlt bei Graff 2, 62. 4, 55. gegen Wackernagels auslegung 'verheißend' sträubt sich der grundlext, der ein dem maior entsprechendes worl, der Zusammenhang, der einen zweifei an der macht Christi verlangt, endlich die Wortbildung gramm. 2, 744 ff. kelop heifsl laudatus; vgl. gol. galubs noXvrtXi'iq, 1 Tim. 2, 9. 19 die. Schreibung afar sonst nur in den Ker. und Par. gl., Graff 1, 17S. 1556. 20 mit sprangot wird vena trennt glossiert, Graff 6, 399 = ahd. gl. 2, 415, 34. 594, 9, vgl. auch die mhd. bei Lexer 2, 1111 angeführte stelle aus dem wein- schlund; es ist gewählter als springit, Graff 6, 395 /T".; Olfr. 2, 14, 41 DE.NKMÄLEn II. 5 66 X CHRISTUS UND DIE SAMARITERIN' Thürst tlien mer ni thufngit, uuant er in fmo sprfngit; ist imo ki'iali drato in 6uuon niämmonto. 21 thicho slait thikko, strengahd. dikku frärik. ihiggu, wie lucheru gl. Winithar. Haltern. 1, 252 b = aM. gl. 1, 766, 48, giuuihho gl. ad leclion. l. 3 Graff 1, 672 = aM. gl. 1, 819, 56, awichi gl. Doc. misc. 1, 203 1 ', manslecho manslechin #ib. 5 Gra/f 6, Tih~ahä. gl. 1, 517, 29/'. 579, 71; vgl. gramm. 1, 193 anm. 22 ubar tac erklärte Haupt zum Engelhard 42, Sommer zu Flore 1409. 23 anneuuert: die richtige erklärung 'fort' jetzt in Wackernagels glossar 1861 s. 12 b ; sonst nur bei Notker (Graff 1, 999) als lemporaladverbium. hole] vgl. über holen neben holon Gra//' 4, 851; Kelle Otfr. 2, 68 jir. 4. zu herra der /t«. vgl. therra therrero der Freisinger hs. des Otfr. 1, 23, 49; 2, 7, 294 68. 26 her hat die hs., nur weil hebisl, hehitos eben vorhergeht; vgl. 27 hebist henin statt enin. Wachernagel setzte liera i/er/ew den sinn u/«J Zusammenhang. Olfrid 2, 14, 51 Thu sprachi in uuAr im, so zäni, thü ni habes gömman; giuuisso zdllu ih thir nü, finfi häholost thu in. vollis t (oder vollisti), wie (bliest, follust, eine Schwächung von folieist, folleisti Graff 2, 252 ff.; alts. fullesli Monac, fullisli Cotton., ags. füllest, lullest, fylst; vgl. gramm. 2, 369 anm. 27 d»z] vgl. zu XI, 21. Otfr. 4, 26, 2 F krucez statt kruoes, wie umgekehrt 1, 3, 23. 17, 58 is, 77 strasa für iz, straza. tv//. Braune ahd. gramm. § 160 a. 2. 168 a. 2. matlu] vgl. zu LXXV1I, 17. sichüre statt siehur, sichor nach Graff 6, 149 sonst nur bei Nother. nis] andre beispiele des abfalls des auslautenden t vor anlautender denlatis gewährt die Freisinger hs. des Olfrid 1, 20, 12 nis ther (fehlt zs. 12, 139); 1, 23, 25 is thar; 4, 19, 41 uih des, ob Olfrid 3, 13, 36 das is der la. sich auf ist oder iz im lexl bezieht, ersieht man weder bei Kelle noch bei Piper aus der anführung; zs. 12, 139 bleibt es unerwähnt, freilich auch ohne ein solches zusammentreffen fällt auslautendes t nach einem consonanlen in F ab 1, 3, 47 zeris; 4, 29, 39 uuih; 4, 35, 41 hial usw. vgl. Schmellers Talian s. xn, Sievers s. 11. 28 uuigie statt uuigich uuigih uuigu ih (vgl. zb. LV, 32 unsic), eine Olfrid sehr geläufige redensarl, Graff 1, 657; auch der lexl hat video. Wachernagel im gloss. folgert für wegan die bedeulung 'Vorhandensein nur aus unserer stelle. 28. 29 Olfrid 2, 14, 55 jT"- 'Min müai', quad si, 'düat mih uuls, thaz thu forasago si's: thinu imört nu zelitun, thaz man thir er ni sägetun. Unsere ällfordoron thie hfitotun hiar in bergon; giuuisso uuän ih nu Ms, thaz thü hiar bita ouh süaches. Quedet ir ouli Jüdeon nu, Hinz si zi Hierosölimu stät filu richu zi thiu gilümpflichu.' 30 Lachmann setzte suohtön und 29 betotön sowie 24 libili: hebili an nach der später von JGrimm Germ. 3, 147—151 dargelegten reget, die sich auf den alemannischen dialekt nur beschränken ivürde, wenn die formen des Isidor anders zu erklären wären. hia: Graff 4, 696 lässl unangeführt Otfr. Freis. hs. 1, 18, 20 hia; 1, 26, 6. 2, 5, 14. X CHRISTUS UND DIE SAMARITERIN 67 3, 1, 23 Iiiar; Wiener hs. 5, 22, 4 liia (mit nachgetragenem r); überall nur mit ausnähme von 3, 1, 23 vor consonanlen (vgl. jetzt Keiles Olfrid 2, 512). 31 sagant: Müllenhoff nahm nach zs. 12, S4 länge des ab- leilungsvocals an. Das gedieht von Christus und der Samariterin ist in der originalhs. der annales Laureshamenses überliefert, diese Julien hl. 1°—4 b ganz und auf bl. 5* wenige seilen, auf bl. 5 b stehen drei responsorien zum teil neumiert, auf bl. 6—S b , die eine besondere läge bilden (G und 7 zusammenhangend, 8 angeklebt), die zs. 12, 436 herausgegebene musterpredigt, die auch in der München-Freisinger hs. der auslegung des Vaterunsers enthalten ist, und große stücke mit der sechsten der dem heiligen2% Bonifalius zugeschriebeneu predigten (Marlene et Durand collect. 9, 199—201) gemein hat, s. zum musp. 111, 14. unmittelbar an die letzten worte der annales und in derselben zeile schliefst sich unser gedieht an und gehl bis ans ende der seile, wo die offenbar früher eingetragenen ■responsorien den Schreiber mitten im worte hierosol , . . abzubrechen nötigten, es ist ohne abselzung der reimzeilen von einer hand, aber sehr ungleichmäfsig geschrieben, so class mit z. 9 uuip, z. 14 vuar, s. 23 vuil), z. 28 Ueno jedesmal ein von dem vorhergehenden etwas verschiedener zug beginnt, die vielen rasuren weisen die varr. nach, die erste zeile läuft mit fartmuodi, wie alle übrigen, ganz an den rand und über muotli steht mit derselben dinte, mit der das ganze gedieht geschrieben ist, und die sich von der unmittelbar vorher gebrauchten sehr deutlich unterscheidet, die zahl dcccviiii. an eine etwa beabsichtigte forl- setzung der bis zum j. dccc reichenden annalen ist dabei nicht zu denken, weil sie dann links eine zeile tiefer stehen müsle. man kann sie nur auf das folgende gedieht beziehen, miiss dann aber annehmen, dass, wenn der Schreiber damit ein datum für seine aufzeichnung geben wollte — so unerhört dies sonst in der ahd. lilteratur ist, so konnten hier die voraufgehenden annalen einen auf diesen einfall bringen —, dass er ein c zu wenig gesetzt hat und dass statt dcccviiii vielmehr dccccviiii zu lesen ist. denn nicht nur gehören die schriflzüge nicht in den an- fang des IX jh., auch die mehrfach vorkommenden abgeschwächten icorl- formen weisen in eine spätere zeit: z. 2 einen, 27 enin, Graff 1, 314; z. 3 föne stall fona, Graff 3, 524, ico von den belegen mindestens die gl. Cass. wegfallen; Samario statt Samariu, Dietrich hisl. declin. p. 26; z. 6. 18 be, Graff 3, 6; z. 9 ohe stall oba, Graff 1, 75; z. 10 unte, nach Graff 1, 361 zuerst in den Monseer gl. [?] und der Würzburger beichte (vgl. aber auch LXXIV a . LXXV); z. 11 uunen: prunneo, vgl. zs. 12, 156/'.; z. 17 nözzer: vuazzer stall nözzir: uuazzar, Graff 1, 1127 f. 2, 333 f. 350; z. 4 uuazzer: saz er, z. 18 uuazzer: mer; z. 20 pruston (-um, -im): luston (-im); z. 23 anne stall ana, ane zuerst bei Williram nach Graff 1, 277; z. 24. 25 comnien für eomman zuerst in der Freisinger hs. des Olfrid, Graff 2, 743; z. 26 fmfe: volliste statt finfi, nach Graff 3, 542 sonst erst bei Notker; z. 27 sichnre statt sichüri udglm. daraus ergibt sich nun freilich noch nichts für das aller des gedichts, 5* 68 X CHRISTUS UND DIE SAMARITERIN und wenn die reime mehrmals z. 4. 11. 17. 26 entschieden für die geschwächten formen sprechen, so können diese hier gerade durch den reim hervorgerufen sein, wenn s. 28 richtig verbessert und ergänzt ist, wenn also der Schreiber uuigit für uuigic, uuigich verlas und von fora- sago sin auf Cor uns er giborana übersprang, so hat er das gedieht nicht zuerst aus dem gedächtnis niedergeschrieben, sondern ihm lag eii^e ältere aufzeichnung vor, deren herkunft ebenso schwer zu bestimmen ist, wie die heimal des gedichles selbst. JGrimm gramm. 11, lix glaubte darin eine mit dem Talian verwanle fränkische mundart zu erkennen; Lachmann über Olfrid s. 280 a hielt den Verfasser für einen Baier. aber die bemerkungen zu x. 12 über lmzza und zu z. 27 über siebüre sowie das auffallende tu (11. 13) für Uni, du (vgl. LXXX11 und Nolker) scheinen uns auf Alemannien zu führen, und dabei können wir wohl stehen bleiben; denn wenn die häufigen, a der flexionen auch im IX — XI jh. oft als kennzeichen baierischer herkunft gelten dürfen, so sind sie doch nicht auf Baiern beschränkt, wie umgekehrt zb. die zunächst vergleichbare Freisinger hs. des Olfrid nichts ähnliches wie berega 29, geba 7, 296prunnan 14. 16 darbietet, s. Kelle Olfrid 2, 135; 35. 89; 242. 289. der bestimmt hochdeutsche characler des denkmals, in il für th, p (kec- prunnen 11. 14, pruston 20) für b, k (ki- kc-, kerost 7, commen 24. 25) , für g, ch für k (Irinchit 19) und kk oder gg (lliicho 21) hinlänglich ausgeprägt, wird durch mehrfaches fränkisches lli nur scheinbar modifiziert, die Übermacht fränkischer schreibschule zeigt sich während der ersten häifte des IX jh. ganz ebenso auch in anderen hochdeutschen auf- zeichnungen: abgesehen von den gl. Ker. genügt es innerhalb Alemanniens auf einige beispiele der benediclinerregel und auf die hymnen22 —2C, innerhalb Baierns auf die hs. B der exhorlatio (L1V) zu verweisen (vgl. Weinhold alem. s. 134, baier. s. 148). es könnte mithin der Schreiber, den wir nirgends anders als in forsch und im anfange des X jh. zu suchen brauchen, unter einmischung jüngerer sprachformen die ältere alemannische aufzeichnung eines alemannischen gedichles im wesentlichen treu wiedergegeben Itaben. vgl. ferner Iiögel in Pauls grundriss 2, 1, 220. dass dieses gedieht bis in die mitte des IX jh. hinaufreichte und Olfrid schon bekannt war, ist sehr wohl möglich und nach der Übereinstimmung der ausdrücke namentlich in den letzten Strophen mit Olfrid 2, 14, 55/7'. sogar wahrscheinlich, zumal wegen bita, eines Wortes, das Olfrid nur hier an der z. 31 unseres gedichls entsprechenden stelle stall beta oder des sonst bei ihm gewöhnlichen gibet (Graff 3, 56. 57) gebraucht und das außerdem, wie es scheint, in der ganzen ahd. lilleralur nur noch in dem compositum uhtibila Schleust, gl. 6, 436 (zs. 5, 333 = ahd. gl. 2, 681, 53) wiederkehrt, dazu kommt, dass z. 12 dem Olfrid 2, 14, 8 vorgeschwebt zu haben scheint und ihn zu der in der nole angeführten, sonderbaren uemerkung veranlasste, dass man in seiner mundart den brunnen auch puzzi nenne, wonach er dann den ausdruck in dem stück wiederholt gebraucht, 2, 14, 29. 34. 45. auch die gedrängt- heil und simplicilät der darslellung in der Samariterin macht den ein- druck gröfserer alterlümlichlieil, obgleich Olfrids lehrhafte redseligkeil X CHRISTUS UND DIE SAMARITERIN 69 und sein Ungeschick, sich treffend und sachgemäfs auszudrücken, iceder für den Höhepunkt und abschluss, noch für den anfang einer enhvickelung gellen kann, [dem gegenüber muss ich, bei verglcichung des Tatian c. 87 und etwa einer mhd. behandlung des Stoffes, wie sie im Alsfelder passionsspiel 1307 ff. vorliegt, durchaus Erdmann zustimmen, welcher zs. f. d.phil. 11, 111 f. jede bekannlschaft Otfrids mit unserem gedickte läugnet. im evangelischen texl wechselt fons und puteus: dadurch kamen beide dichter wie auch der Übersetzer des Tatian auf buzza, puzzi, pliuzi, und Otfrid wollte v. 8 h nur andeuten, dass das wort puleiis auch im deutschen vorhanden sei.] der dichter der Samariterin schloss sich nahe an den evangelischen grundtexl an. die zusätze, die er schon des reimes wegen nötig hatte, sind meist glücklich, nur einmal leer (z. 12 b ) und einmal unpassend (z. 4 b ). sie zeugen im ganzen von einer gewissen lebhafligkeit und naiviläl der aneignung des Stoffes, so namentlich der gebrauch der formet uuizze Crisl *. 8 a und der Übergang der anrede von guot man 7. 14 (WGrimm altd. gespr. nachtrag zu 68; Ilarlmanns Gregor 2895) zu lierro 21. 28, sobald die zweifei des weibes an der macht Christi schwinden. dasselbe gilt von den auslassungen. der dichter folgt in der gestallung der wechselrede dem im strophischen ge- sange ohne zweifei uralten, volksmäfsigen brauche und übergeht die erzählenden eingänge der reden; er meidet auch die Wiederholungen des grundtextes z. 5. 10 (er. Joh. 4, 7. 10), z. 18—27, und geschickt zieht er in z. 8 die bemerkung des evangelisten non enini coutuntur Judaei Samarilanis zu der rede des weibes, wenn ihm hier nicht etwa ein irr- tum, eine falsche ableilung des Originals, zu hilfe kam. trefflich ist dies auch in z. 31 , und z. 2 die Zeitbestimmung wieder gegeben, wo man die angeführte stelle Otfrids vergleiche. etwas tatsächliches ist nur z. 6 übergangen, wo in civilalem unüberselzt blieb, vielleicht hielt der dichter Samaria für den namen der Stadt: wenigstens verleitet z. 3 jeden nicht besser unterrichteten leser oder hörer zu dieser meinung. dass z. 16 filii durch man des reimes wegen ersetzt ward, ist kaum zu tadeln; noch weniger die Umstellung in z. 12. 13; ein nachleil ist nur, dass, was der grundtexl als factisch und wirklich, z. 28 nur als mag- 297 lieh hinstellt, wozu wieder das bedürfnis des reims führte, man vgl. auch den ersten teil des manigfach ähnlichen italienischen dialogs von der Samariterin in Goethes fragm. über Italien (werke 38, 201 ff.). Lachmann teilte in der uns vorliegenden aufzeichnung und über Otfrid s. 280 anm. 7 das gedieht in Strophen von je 2 langzeilen, indem er annahm, nach z. 11 fehle eine zeile und 2. 19 sei zweimal zu lesen, dabei aber müssen die grofsen anfangsbuchslaben der hs. aufser acht bleiben, die durch den sinn nahe zusammengehörenden langzeilen aus einander gerissen und Übergänge der conslruclion aus einer Strophe in die andre zugegeben werden, nimmt man z. 30, toie Wackernagel früher (1839) tat, worauf auch die durch den grundtexl nicht veranlasste tviederholung des schon z. 29 ausgesprochenen gedankens deutet, für den anfang einer neuen Strophe, so erhält man eine Strophenordnung — 4X2. 4X3. 2 X 2. 3. 2 X 2 langzeilen — von unverkennbarer regel- 70 X CHRISTUS UND DIE SAMARITERIN mäfsigkeü. man kann entweder die letzten fünf Strophen in ein syslem zusammenfassen oder, was wahrscheinlicher dünkt, annehmen, auch die letzte dreiseitige Strophe habe noch nach den letzten zweizeiligen eine ihr entsprechende gehabt, so dass das System vollständig dies war: 2 X 2. 3. 2 X 2. 3. eine jener erstgenannten analoge form wendet Notker Balbulus in der melodie Concordia (Schubiger die sängerschule SGallens, exempla nr. 26), und in der allelujamodulalion des canlus paschalis (der sogenannten anliphona triumphalis) ebend. nr. 40 an, und zwar in der modulalion des E, deren form aabccbdd ist. die Samarilerin gehört mit den gesungen auf Ludwig III, auf Heinrich Ottos 1 bruder und den heiligen Georg zu den ungleichslrophigen gedichlen in slrenggemessenen langseilen, an welche sich aus späterer zeit zunächst die sogenannte ältere Judith anschliefst; nur dass hier bereits die rücksicht auf die melodie zu einer Verlängerung der letzten zeile der zehnzeiligen Strophe und damit zu einer Verletzung der allen regel des deutschen verses geführt hat, die noch auffallender im Salomo und den drei Jünglingen eintritt, wo auch innerhalb der Strophen Zeilen von vier hebungen mit klingendem reim geduldet werden, ganz verschieden von diesen gedichlen sind die summa theologiae, das palernosler, 'von der siebenzahl' und die ihnen zunächst verwanlen späteren leiche: sie sind wie die lateinischen Sequenzen auf eine gegebene melodie gemacht, nach deren gröfseren und kleineren abschnitten sich die grö'fse der Strophen und die länge der reimzeilen richtet, vgl. den excurs zu XXXIV. jene andern ungleichslrophigen gedichle dagegen sind nicht, wie Ferdinand Wolf (über die lais s. 118) behauptet, 'in formeller hinsieht den prosen (oder Sequenzen) nachgebildet'. denn das characlerislische ihrer ältesten form besieht in der anwendung zwei- und dreiteiliger Strophen, deren Verdoppelung, Verdreifachung und combinalion dann vier- fünf- sechs- sieben- und neunteilige Strophen ergab, und in der symmetrischen anordnung derselben, die dreizeiligen Strophen aber können nicht aus den Sequenzen stammen, da bei diesen in ihrer ältesten geslall von gegliederten Strophen gar nicht gesprochen werden kann, wenn auch innerhalb der Choräle oder langseilen, wie sie FWolf nennt, durch die pausen der melodie kleinere abschnitte entstehen, die versen vergleichbar und aus denen später wirkliche verse geworden sind. eher könnte jene dreizeilige slrophe aus der kirchlichen hymnenpoesie entlehnt sein, in welcher eine ähnliche zivar nicht häufig, aber in bekannten und vielgesungenen liedern, wie des Forlunalus Fange liiigua oder Crux fulelis (vgl. Daniel ihesaur. hymnol. 1, 14. 120. 159. 231, Mone lal. hymn. des ma. 1, 439), vorkommt, allein die Verwendung ungleicher Strophen neben einander ist ■im lateinischen hymnengesange ohne beispiel, muss daher als ein eigen- 2 ( J§lümliches kunslprincip der deutschen dichlung anerkannt iverden, das die geistlichen nur aus dem volksgesang herübergenommen haben können, war die Ungleichheit der Strophen einmal gestaltet, so ergaben sich die verschiedenen arten ihrer symmetrischen anordnung von selbst, wenn aber zu ende des VIII jh. Petrus von Metz und Romanus zu SGallen in ihren iubilis ad sequentias die parweise strophengl'eichheil, wenn auch X CHRISTUS UND DIE SAMARITERIN 71 nicht als unumgängliches geselz, doch als regel beobachteten — in der melodie Amoena Schubiger exempla nr. 3 findet sich die Ordnung abcb —, so ist der strophenparallelismus der deutschen ungleichslrophigen gefliehte gewis nicht von dorther entlehnt, da es ebenso natürlich als auch in der tat fast allen musikalischen compositionsformen gemein, ja selbst im gregorianischen recitalivgesang (Raillard cxplicalion des neumes s. 94/: vgl. 105 f.) üblich ist, längere melodische phrasen dem gedächl- nisse des Zuhörers durch Wiederholung einzuprägen. XI DAS LUDWIGSLIED. Es. 143 (B 5. 15, früher nach dr. Holder F 112) der öffentlichen bibiiothek zu Valenciennes aus dem IX jh. in 4°, ehedem eigenlum der abtei SAmand sur l'Elnon, libri octo Gregorii Nazanzeni cpi., bl. l a zehn distichen Gregors des grofsen?, bl. 140 b . 141" von einer zweiten gleichzeitigen hand Diis celirex & conditor. Maris & Lerreforoes & auctor usw., gedruckt bei Mangeart calalague de la bibliothcque de Valenciennes 18G0 s. 124, bl. 141 a von einer dritten gleichzeitigen hand in nicht abgesetzten versen Cantica uirginis eulalie. Concine suauissona cithara usiv. (s. Elno- nensia), bl. 14 l b von einer vierten gleichzeitigen hand ' Buona pulcella fut culalia usw. in 15 langversen, darauf in 59 Zeilen bis 143" von derselben hand der R1THMUS, dann noch bis 143 b von einer fünften gleichalten hand 15 distichen Uis fidei lanta est quae germine prodit amoris usw. gedruckt bei Mangeart s. 125.und zuletzt die Unterschrift Libcr S t! Amandi. JSchilter EDJNIKION rhylhmo teulonico Ludovico regi acclamalum cum Norlmannos an. DCCCLXXXI1I vicisset per domnum JMabillon de- scriplum interpretalione lalina et commenlalione historica illustravit, Argentorali MDCXCVI. editio seeunda auclior et emendatior, Ulmae 1727, in JSchülers thesaurus antiquit. teulon. II usw. Elnonensia. monu- ments des langues romane et ludesque dans le IX* siede, publids par Hoffmann de Fallersleben, avec une traduclion et des remarques par JFWillems, Gand 1837. seconde edilion, revue et corrigee, Gand 1845. beide ausgaben mit faesimile der ersten zeile der Eulalia und des rithmus. WWackernagel alldeutsches lesebuch, Basel 1839, 105—110; 1859, 103 — 10S. faesimile der Eulalia und der ersten 7 seilen des rithmus auf pl. 2 des albums zu les plus anciens monumenls de la langue francaise (Paris 1875). mir liegt vor eine neue abschrift des herrn dr. Holder, hofbibliothekars in Karlsruhe; eine andere des herrn prof. WArndt ist in der zs. f. d. phil. 3 (1871), 311—313 gedruckt, nach Hoffmann und Holders abschrift rückt die hs. meistens die zweite und dritte langzeile jeder Strophe, wie in unserem texte, etwas ein, trennt die halbverse durch einen punkt und kleinen Zwischenraum und lässt alle mit einem grofsen anfangsbuchslaben beginnen. 1 Hluduig von: s. xm. 2 über ih uueiz s. zs. 3, 187 f. und s«299 XVII, 28. 5 HLeo Beövulf 1839 s. 67 nimmt frönisc gilhigini als 72 XI DAS LUDWIGSLIED Umschreibung von dugidi und setzt dies der ags. dugucl, der auserlesenen gefolgsmannschaß gleich; aber dann würde tlugiil 100/1/ nicht im plural stehen [dagegen Kögel an dem unten angeführten ort]. 8 simo dimo mimo sind ahd. noch gar nicht nachweisbar; sonst könnte man hier sinemo = stnmo, simo nehmen und brtioder wie vers 20 erbölgän betonen, aller 'Wahrscheinlichkeit nach ist also die lieflonige kurze silbe in sinemo fälschlich für eine lange gezählt wie häufiger bei Oifrid in dem ältesten teile seines werkes. die entscheidenden belege dafür, de carm. Wessof. p. 13 leider unerwähnt, sind 1, 4, 57 ni doli irbölgono (= irbolgano), 1, 5, 6 uuega uuölkono (uuolkano), und von derselben art sind 1, 3, 27 thie uuarun vutirzelun, 1, 4, 9 kindo zeizero, 49 ju fdu manegero, V, 7,4 mit lidin lfehamen, 10 in mir ärmeru, 18 firliaz er ftale, 24 mit allen sälidon, 1, 16, 2 joli filn mdnegero, 1, 22, 1 so (so PF) er thö uuaril allero, 1, 23, 7 lhaz er thie midnege, 4, 11, 50 thaz ein (6in P) ändremo, 4, 12, 13. 5, 10, 23 sah ein zi findremo, an Harlm. 50 giniazan büilero. vielleicht schrieb Oifrid 4, 11. 12. 5, 10 andremo statt anderemo, wie F verbesserte, nur aus Unachtsamkeit, die verse lassen sämtlich bis auf 1, 7, 4 [falls dieser überhaupt hieher gehört und nicht bereits die s. 370 oben besprochene länge des a anzunehmen ist] dieselbe betonung des letzten worles zu wie 1, 20, 23 noli iz ni lesent scn'bara, 2, 14, 57 unsere ältfordoron und wie musp.Ul, 79; und 1, 3, 27. 1, 23, 7 ua. wird man gerne so lesen; aber alle mit alleiniger ausnähme von 1, 22, 1, wenn, die sgnaeresis wegfällt, auch 1, 7, 4, wenn man hier die seltsame, zu XXVI, 10 besprochene reim- art gellen lässl, nur so, dass zugleich jedesmal nach einem schwachen, minder'betonten ivort oder auch nach einer lieflonigen silbe (1, 4, 9. an Harlm. 50) die Senkung fehlt; dh. man würde sich in jedem einzelnen falle ohne not zweier freiheilen bedienen, wo man mit einer, durch 1, 4, 57. 1, 5, 6 unzweifelhaft festgestellten vollkommen ausreicht, jedermann kann sich daraus den nötigen schluss ziehen und es ist nicht zu besorgen, dass Lachmann über die sache jemals anders geurteilt hat, da er nur nach vollständigster kennlnis und genauer erwägung des materials 1832 über ahd. betonung und verskunsl s. 266 versprach, später zu zeigen, dass sich die dichter des neunten Jahrhunderts (Oifrid und der dichter des Ludwigsliedes) die hebung auf einer kürze vor der letzten silbe des verses dennoch, obgleich höchst selten, erlaubt haben, vgl. Scherer zGDS. s. 399 ='^SSO. QF. 1, 74. Vogt beilr. 2, 246. 278. 12 auch in einer Verordnung Karlmanns vom j. 884 gegen die im reiche herschende arge Unsicherheit des eigenlums (Dümmler gesch. des oslfränk. reiches 2, 232 = 2 3, 230) wird der einbruch der heiden als eine verdiente göttliche strafe dargestellt und daran die mahnung zu innerer umkehr geknüpft. 13 Uuurdun steht äxb y.oivov, es ist also nicht zu inlerpungieren. 20 a imo will Wackernagel wie Lachmann (speeim. s. 16) ergänzen, aber goll war weder speciell auf den könig, noch auf sein reich als solches erbost, wie die zweite hulbzeile lehrt, und der vers ist unladelhaft. zu den belegen de carm. Wessof. p. 1B füge ich noch Oifrid 1, 2, 14 ubar siimmn lioht, 1, 17, 9 thie irkantun XI DAS LUDWIGSL1ED I ö sünnun fart, und 3, 24, 41 ist die belonung fn thäz kastei fn ebenso unwahrscheinlich wie 1, 17, 45 bf lh<5s starren fart, so dass zweimal hinler einander die Senkung nach schwachen Wörtern fehlte; dagegen natürlich zweifelhaft 1, 2, 40 so laz mih drühtin min, 1, 5, 13 so man zi frövuun scal, 2, 8, 16 so sun zi müater scal, an Hartm. 25 so man in büachon scal, 1, 3, 42 uuant er ther drühtin ist, 5, 17, 19 uuantSOO er ist ihiarnun sun usw., tvo man mit einer fehlenden senMng ausreicht. 21 statt erbarmtes verlangt die grammalik erbarmediz oder er- barmedez und umgekehrt 40 imos wie v. 2, statt imoz. der Schreiber, der v. 1 lleizsit, 11 Lielz schrieb, wusle mit z und s nicht mehr in allen fällen zurecht zu kommen, ähnlich wie die Schreiber im XIV und XV jh. zwischen z s ss sz zs und tz für 7, sehwanken, denn gruetz, grüetze für gruoz, griieze im leich vom Niederrhein 7. 8 (zs. 3, 219) neben zflze (süeze) 8, maze: laze 107. 109, zueze (suoze) 114, drückt kaum den zweifei des Schreibers zwischen t und z aus, wie das tz in hss. des Berlold von Holle (zs. 1, 63. 65, KBarlsch s. lxiv) und das zt in den liedern des Veldeckers, icorauf das schwanken der hss. Lachmann führte, s. zu XIII, 19. Nicolaus Locke lässt, wie mir Scherer mitteilt, in seinem schaw spiel vom verlornen söhn (Lüneburg 1619) den plattdeutschen kutscher also hochdeutsch reden 3, 1 Wir komzen (statt wy kamt) an ein gutzen ort, 3, 5 Walz ist es doch? latz mir es wizen, auch dizen grotschen nem ick ock miz; ebenso den bauer Jasper 4, 6 Ilarzeleve ßekse kamzet balze her us; Ilarzn Beke, he lert noch wol en bezen, idt sunt ken bockslaven, machstu wezen. ein modernes bei- spiel Germ. 22, 107. alle beispiele von z für s und von s und tz für z, •/, s. ;uX, 27. XIII, 19. XVI, 1. s. 484. vgl. auch die Inschrift auf dem 1472 errichteten Höhlgeskreuz in Niedermendig bei Andernach, jb. der alterlumsfreunde im Rheinland 62, 180: gegrotzet = gegrüezet, gegrolz, suf'tzlen mir. 27 exodus 6881 Mafsmann ilo der heilige man ze gote urloup genam. 29 gode bancodon Beöv. 227. 1397. 1626 und sonst; JGrimm Andreas und Elene vorr. xlii, Zupilza engl. slud. 13, 402. 30 über fro min im munde vieler s. gramm. 4, 299. Hei. 122, 2. 131, 6; ebenso min Irehttn und min vrouwe zu XXXI, 29, 4. 32 hiu acc. auch 34. 35, benediclinerregel s. 46 Halt., vgl. Lachmann zu Wallher 18, 7, zu den Nib. 959, 3, Haupt zur Warnung 234, XCVI, 25 und zu XXXI11, C b , 14. 38 durch die Übereinstimmung Arndts mit Mabillon und die meinung Lachmanns von 1S32 (über ahd. belonung s. 258), dass im Ludwigs!, niemals zwei Silben in eine verschlungen würden, wird die aufser LXV, 10 erst bei Williram vorkommende form iiuil hier nicht wahrscheinlicher, [indes war vielleicht hier elision beabsichtigt, so dass gemäß den analogen fällen 2. 7. 15. 18. 21. 35. 36. 40. 43. 58 uuiler geschrieben werden sollte. Lachmanns regel bleibt bestehen, wenn man die beiden fälle vor vocal thara 28 und sum(e) 13 nicht durch verschleifung sondern durch elision erklärt, welche auch z. 4 angenommen iverden muss.] 40 s. zu 21. 42 kehr. 339, 26 er hegreif [sinen] seilt unt [sin] sper, üf ain ros gesaz er. er Ute in daz lant; Wigalois 519 üf sin ors saz er; man reichte im schilt unde sper: 74 XI DAS LUDWIGSLIED sus reit er für daz hurgelor, 6249 man reichte im schilt unde sper: von dorn hüse karte er, vgl. 1875. 1984. 2990/". und die GGA. 1887, 801 angezogenen stellen des Fleiers. Haupt vergleicht Erec 4106: 'wol üf, ir lierren', sprach er. niuwan schilt unde sper haien si ze wer genomen: daz was von ir gaehe komen. vgl. auch Roediger ans. 4, 273, zs. 33, 415, Eilhard X 1695. 9182. 44 JGrimm aao. {gramm. 2, 550), Ol/r. 2, 3, 13 iz ni uuäs mih böraläng, gen. 53, 11 porlanc iz do ne stuont, 60, 8 döne stnont iz porlanc, Rüther 1379. 5088 done stund iz borlange, Eneide 1999 doe slont enbore lanc, Trierer Aegidius (zs. 21) 1335 iz neuuas dar nach nehorlanc, Ernst D 588 darnach was ez porlanc, Ulrichs Alexander 1684. 2051. 26389, deutsche mgstiker 1, 40, 24 darnach was enborlang. 45 siliit] der gebrauch des praesens, in den alten und neuem sprachen überall gestallet, 'wo der erzähler seinen gegenständ näher bringen oder das überraschende darstellen will' (gramm. 4, 145, vgl. 142/'.), ist sonst aus unsern allen quellen nicht zu belegen (vgl. indessen Roediger zs. 33, 415/".), aber hier vollkommen angemessen und unanfechtbar. 46 zu i'rano vgl. fraono L1V, 11, vräno Frekenh. fränisco Ilel. 73, 13 Mon. 49 thSr für liier vermutet Wackernagel 1859 ohne not: oben z. 15 Ther liier lhanne thiob uuas; X, 5 lhaz ther lhara quam, zweimal steht im Georgslied XVII, 21 ler, der oder ther, dlier für dar, ebenso in der hs. von himmel und hölle XXX, 96. 98, und bei Otfrid 1, 26, 8 ihen sun llien döufla man lliar; lliar (ther P) sprah ther fäter, Bei. 140, 3 uuili imu ther (thar C) sine niman, vgl. auch LXXI, 15. 51 uuas imö Lachmann aao. gekunni nur hier ad- SOljecliv, Graf}' 4, 440; Kiigel vermutet gekundi nach ags. gecynde. 54 Otfr. 4, 33, 20 mit bftteremo h'de. 56 Sah las Mabillon, Iah Hoffmann, tote Wackernagel schon 1830 in den fdgr. 1, 345 vermutet halle, und jehan c. acc. ist nicht unmöglich, Ezzo XXXI, 3, 2. 4, Haupt zu Wallher 112, 20, Wolfram Wh. 261, 6; vgl. mhd. wb. 1, 513/'. 516, Zupilza zur Virginal 134, 11; allein nach Holder und Arndt sieht in der lis. Joh. das in der hs. (nach Holder) im anlaul gewöhnliche lange I (2. 3. 4. 6 usw.) ist hier wie auch 10. 28 bei jung und Ingagan einem 1 ähnlich, o mit a nicht zu verwechseln und daher sicher, das h nach unten geschlossen kann als h gelesen werden (vgl. im faesimile bei Willems bellezour und hluduig); aber Loh oder Loh ist völlig ohne sinn, man braucht nicht das si aus 55 zu ergänzen, sondern dieselbe ellipse kehrt hier wieder wie v. 54 und XVI, 2, wie in gote dane (Graff 5, 167), gote lop, in Olfrids 1, 2, 31 ünkust rumo si'no joh nah ginäda thinu, 7, 9 quill nämo silier und andern optaliven sülzen, gramm. 4, 132. 57 Uuolar ahm] das r ist in der interjeelion eingeschaltet wie in nurii, jara\ valerei, Lachmann zu Nib. 446, 3, vgl. zs. 12, 397//'., Schneller die mundarlen Bagerns s. 142/. 'überall wo zwei wörler mit vocalen auf einander slofsen würden, pflegt der ostländer sein r einzufügen', und Lexer kärntisches wb. einl. xn. es findet sich auch im Erfurter judeneid C, 1 des histur unschuldic. der daliv kuninge hat hier neben dem vocaliv Bludufg nicht die geringste Wahrscheinlichkeit, obgleich er sonst ebensowohl als der nominaliv oder vocaliv auf die interjeelion XI DAS LUDWIGSLIED 75 uuola euge folgen kann, Graff 1, 834/. trifft die conjeclur von Marlin und lloediger das wahre, so muss euuin ein adverbial gebrauchter acc. 'immerwährend' des sonst nur in der Verbindung mit der praeposilion in belegten subsl. sein, der dann ivolil auch im Hildebrandslied II, 41 anzuerkennen ist statt des von Lachmann statuierten adjeetivs. — weitere nachweise für den stilistischen Zusammenhang des gedicktes mit der allilteralionspoesie gibt Kögel in Pauls grundriss 2, 1, 190. JGrimm (Germ. 1, 233—235) hat in dem Hede einen historischen irrlum und sogar einen heidnischen mylhus gefunden, der gründlichste kenner dieser zelten, professor Eüümmler, schreibt mir: 'Ludwig der Stammler (f 10 april 879) war bei seinem lode nach den annal. Tedast. zum j. 879 anno aetatis suae xxxm. da er nun selbst in einer Urkunde für Tours (liouquel IX, 403) den 1 november als diem nativitalis uoslrae bezeichnet, so halte ich den 1 november 846 für seinen geburlslag. er vermählte sich 862 zu anfang der fasten mit Ansgard, einer lochler des verstorbenen grafen Harduin, s. gescliiclite des ostfränkischen reiches 1, 480 = -2, 39. von den drei hindern dieser ehe, Ludwig Karlmann und Hildegard, starb der zweite am 12 december 884 und zwar nach den annal. Vedasl. anno aelaüs snne circiter xyiji. mithin war er etwa 866 geboren und die geburl seines bruders Ludwig (des helden unseres liedes) fällt in die jähre 863—865. für das jugendliche aller der könige spricht, dass Hincmar, der später mit Ludwigs regimenle sehr302 unzufrieden war, sich 8S1 oder 882 an den kaiser Karl mit der auf- forderung wanle, die leilung und Vormundschaft für seine neffen zu übernehmen und ihnen maluros ac prudentes atque sobrios liniulos zu setzen, Hiucmari opp. ed. Sirmond 11, 185 f. vgl. Flodoardi hisl. Rem. eccl. 3 c. 20. derselbe Hincmar redet in dem schreiben der synode zu Fismes c. 8 (Sirmondi concilia Galliae 111, 514) im april 881 die könige an: quid vobis sil agendmu altendite, qui adhuc in aelale itnmalura eslis. Ludwig und Karlmann wurden im September 879 zu Ferneres zu königen gekrönt und teilten ihr reich, nachdem sie sich mit Ludwig von Ost- franken abgefunden, zu Amiens im märz SSO, nach ann. Vedasl., Hincmar, ann. Floriac. zum j. SSO MG. SS. II, 254, und dem sermo de lumu- latione ss. martyrum Quinlini et Victoria et saneli Cassiani confessoris (acta SS. ocl. XIII, 818 = MG. SS. XV, 271). rühmend gedenkt ihrer der fortsetze)- Erchanberts (MG. SS. II, 330) und Angilbert von Corbie (Mabillon analecla vel. p. 425), der Ludwigs bruderlicbe preist.' Ludwig 111 wor also hienach bei dem lode seines valers, Ludwig des Stammlers, 14—16 jähr all und damit stimmt v. 3 Kind uuarth her faterlös vollkommen: dass der zieeile nominativ und aecusaliv unseres 'als', wie im lateinischen und griechischen, nicht bedarf, belegte zuerst Lachmann für Walther 39, 24 in der auswahl \\\f, dann JGrimm in der gramm. 4, 593. 623, in der zs. 1, 208, im d. wb. 1, 255. 256; ich füge noch hinzu Olfr. ], 5, 29 er riclusöt kuning therero liulo; Melker Marienl. XXXIX, 13, 1 Chint boere dii magedtn; SLambr. Marienl. XLI, 34 meit du swanger wirst; leben Jesu 229, 7 Diem. daz man in 76 XI DAS LUDWIGSLIED menuis gesähe; Hartmanns credo 581 er sol wählen Iierre allinlhalben, 719 Jesum Cristum, den gebar si niagit reine, 2270 unde kint ir magetüm verlos; Unland 220, 32 der chunc vacht also chuoner wlgant; paler- noster XLIII, 6, 8 uns dir chint gebären diu gnade und der din gaist; fdgr. 2, 204 anm. 1 der durh uns mennisch gehorn worden ist, ebenso in der erlö'sung 995 mensche wil ich sterben, 1222. 1S99 usw. geborn mensche werden, 2607 des salin maget genesen; Servatius (zs. 5) 227 diu — ewigiu maget getruoe, 374 diu gotes reiniu maget genas; Büerolf 2985 daz ich in (den schüd) ritler tragen solde, 8946 die Hinnen gisel zouniten dan zehen wigande; Eudrun 331, 4 man mohte in einen swerl- degen vindcn; warnung 2510 der sol richer arm wesen; Erec 1522 der verlorner funden ist, 25G6 £rec der erste an si kam; Lanzelei 903 P er ir der allernächste lac: Parz. 202, 22 die künegin er maget liez; Yirginal 77, 6 der inanbeil gar ein kernen sach man den jungen Dietrich; Rudolfs g. Gerh. 1753 da si diu fünfzehende saz (zs. 1, 199); der Marner XIII, 28 Slrauch er schuof ez sus daz du meit in gebaere, vgl. ebendas. s. 15S str. 2, 7; der von Gliers HMS. 1, 106 ,J daz man si erkennt daz beste wip; Walberan 746 icli wil der erste an die vart usw. 'die v. 19 erwähnte abwesenheil des königs' schreibt Dümmler weilet- 'findet ihre erldärung durch die belagerung der aufserhalb seines reiches gelegenen Stadt Vienne (gesch. des ostfränkischen reiches 2, 147 = '-3, 146/ - .), vgl. namentlich den sermo de lumulalione (s. o.), ico es nach der erwähnung dieses zuges hei/st, dass die heiden von Gent aus Korlrijk heimsuchten et Franciam sine rege et principilms vacuam reperientes das Schottenklosler Peronne an der Somme verbrannten, quod audiens rex juvenis Ludo- vicus animi dolore permotus fratrem in Burgundia reliquit ipscque Franciam remeavit. wenn das lied den kbnig erst einige zeit nach dem beginne der normannischen Verwüstungen zurückkehren lässt, so entspricht es also auch hierin ganz der geschichle. über die schlachl selbst geben die ann. Vedasl. und der auf alten annalen beruhende sermo die beste nachrichl. aus dieser quelle erfahren wir, dass die Normannen abermals von Korlrijk ausziehend eine weite strecke verwüstet hatten: quod cum praefalus rex pro certo comperisset vallatus Francornm multitudine suffultus dei solamine super eos venit insperate. den ort nennt auch Begino zum j. 883 unabhängig davon und der fortsetzet- Ados (MG. SS. II, 325) bezeichnet den gau. Saucourl, das Lebeuf zuerst nachgewiesen in der noch jetzt Vimeux genannten gegend, habe ich auf der französischen generalslabskarte gerade auf halbem wege von Abbeville nach Eu, rechts ab von der slrafse gefunden, den lag der Schlacht 3 augusl S81 geben die annal. Blandiniens. (MG. SS. V, 39) und daraus abgeleitet die annal. Besuens. (MG. SS. II, 248) an; sie ver- 303 legen dieselbe aber auf einen dienslag, während der angegebene monals- lag auf einen freilag fiel, die zahl der gefangenen gibt Begino auf mehr als 8000, die ann. Fuldens. auf 9000 an. Hincmar gedenkt dieses Sieges in folge seines gespannten Verhältnisses zu Ludwig in einer durchaus misgünsligen weise, für das aufsehen, welches die schlachl machte, spricht aufser der erwähnung bei Begino und den ann. Fuld. besonders XI DAS LUDWIGSLIED 77 der umstand, dass man auch in England davon hörte, s. chron. anglosax., Asser de rebus gest. Älfredi, Elhelwerdi chronic, Florenlius Wigorn. 881, für die sache alle unerheblich, MG. SS. XIII, 104. 121. 123. 124, ferner der sermo de lumulalione, wo es heißt, Ludwig habe eine solche menge erschlagen, quantam in Francia alias nunquam credimus cecidisse. auch geben sie ihr lager zu Korlrijk terrore nimio perculsi auf. es lebten aber auch sagenhafte locale Überlieferungen davon fort, s. Hariulfi chronic. Cenlulens. III c. 20 (Dachery spicil. ed. pr. IV, 5IS), chronic. Alberici a. 881 (Leibniiii accession. histor. 11, 212; vgl. Pertz archiv 10, 206). mit dem Hede haben diese nichts zu tun, wie Willems s. 2'äff. ganz richtig bemerkt.' — Hanulf, der seine chronik im j. 1088 zu schreiben anfieng, beruft sich ausdrücklich auf eine chanson de gesle und gewis nicht später — au onzienie siecle selon loule apparence nach PMeyer in der bibliolheque de l'ecole des cliartes 5, 2, S5 —, so dass IJariulf sich darauf beziehen konnte, ist das alte, von Reiffenberg in der ein- leilung zur chronique de Philippe Mouskes \l (Bruxelles 183S) p. 10ff. herausgegebene stück vom lode des normannischen königs Gormond erstanden, das von der Schlacht bei Saucourt nach französischen traditionell handelt, die auch Alberich kannte; vgl. FWolf über die lais s. 189. es heifst dort bei Reiffenberg p. xxv: La balaille durra treis «lis entre Gormond el reis Lowis. al quart commencenl ä fuir Turz et Persans et Arubis, (dh. die heiden) parini Vimeu et par Pontif vers les aloes Saint-Valeri. — 'sie als historische Zeugnisse zu benutzen wie Lappenberg (geschichte von England 1, 323) und Pauli (könig Alfred 144) tun, scheint mir unkritisch. Lappenberg cilierl in den nachtragen 2, 408 auch noch Gal- frid von Monmouth XI c. S p. 159 der ausgäbe von San-Marte, der p. 439—443 weitere belege über die wunderliche Verzweigung dieser traditionell bringt, eine ähnliche erwähnung findet sich auch MG. SS. IX, 384 n. 14, von dem herausgeber nicht richtig gedeutet, dass Ludwigs lod dabei mit der Schlacht in unmittelbare Verbindung gebracht tvird, dürfte seinen grund in einer falschen auffassung der angäbe des forlselzers Ados (MG. SS. II, 325) haben, welcher sagt, er sei non mullo posl gestorben, nach der schlacht versuchten die Normannen noch einmal vorzudringen: Ludwig aber schreckte sie durch eine zu Elrun bei Arras erbaute bürg zurück, worauf sie in der tat sein reich verliefsen. Ludwig 111 starb am 5 augusl 882 nach den annal. Vedast. der fort- selzer Ados setzt seinen lod auf den 4, Hincmar überhaupt in den augusl. aufserdem melden seinen lod sermo de lumulalione, ann. SColumbae Senon., Floriac. 8S2, Lemovic. 881, Regino 883 (MG. SS. I, 103. 251. 254) usw. die regierung führten unter ihm vornemlich abl Hugo von Tours und graf Theoderich von Aulun.' nach der Überschrift ist das lied nach dem lode des königs aufgezeichnet; aber die uns vorliegende auf- zeichnung ist wohl nicht die erste, gedichtet ist es noch bei seinen 78 XI DAS LUDWIGSLIED lebzeiten, wie v. 1. 2. 6. 57—59 beweisen, also sehr bald oder unmittelbar nach der Schlacht, die Vermutung, dass der gelehrte Hucbald, der 930 neunzigjährig starb, das gedieht aufgeschrieben und verfassl 'SOihabe (s. Willems s. 22, vgl. über ihn Bahr geschickte der römischen litteralur im karolingischen Zeitalter 1840 §50. 97. 203, Eben allg. gesch. der litt, des ma. 3, 16G ff.), hat beifall gefunden; ob mit recht, lasse ich dahin gestellt, aber der Verfasser war jedesfalls ein geistlicher, und dieser wird den mgthus, durch den nach JGrimm das lied 'unserm Verständnis näher rücken' soll, doch eher aus dem alten teslament, wo goll mit den menschen oft genug verkehrt und unmittelbar auch der einzelnen sich annimmt, als aus der edda geschöpft haben, er dichtete in der mittel- oder rheinfränkischen mundarl (vorr. s. xvm. xx. xxn. xxm) und sein gedieht ist ein merkwürdiges und wichtiges zeugnis für die karlingische hofsprache. metrisch gliedert es sich in zwei teile, in dem ersten wird nur eine slrophengatiung, die zweizeilige, angewendet, in dem zweiten wechselt diese mit einer dreizeiligen und der Wechsel ist so geregelt, dass, wenn wir die zweizeiligen Strophen durch a, die dreizeiligen durch b bezeichnen, der bau des zweiten teils durch die formet bbb. aaaa. abab veranschaulicht wird, es ist anzunehmen, dass entsprechend den beiden Strophen formen im ganzen gedichle wenigstens zwei melodien verwendet wurden; möglich aber auch, dass zwei verschiedene melodien für die zweizeiligen Strophen allein in anwendung kamen, im ganzen also etwa so: 1 2 1 2 1 3 2 1313 ' aaa . aaa . aaaa . aaa . aaa . bbb . aaaa . abab. wir kennen gruppen zu vier Strophen schon aus der Samarilerin und werden sie später auch im modus Liebinc und sonst finden; gruppen zu dreien zeigt das Georgslied XVII [s. aber dazu das nachworl] und manches spätere gedieht, wie der Salomo. das letzte System abab = ab, ab enthält den keim zur fünf- oder zehnzeiligen Strophe. XII RATPERTS LOBGESANG. A Sangaller hs. 393 4° p. 247—251, der sogenannte codex bene- dictionum (lvArx geschickten des kanlons SGallen 1 (IS 10), 279; Ekke- hardi benedieliones ad niensas von FKeller in den mitleiiungen der antiquarischen gesellschafl in Zürich bd.WX (1846—47) s.99ff.; EDümmler zs. 14 (1869), 12—17. 30 ff.) von der hand Ekkehards IV (geb. c. 980 -j* c. 1060); voraufgehen p. 239 — 246 Ekkehards versus ad pieturas clauslri SGalli (zs. 14, 34—42 vgl. Ilattemer 3, 600), die auch die legende des heiligen darstellten. BC jüngere abschriflen oder redac- lionen in den sangallisehen hss. 168. 174, mit manchen abweichungen, nach Üümmler aao. von Ekkehards eigner hand. JGrimm lateinische gedichle des X und XI Jh., Götlingen 1838, vorr. xxxi—xxxm: der lexl A nach einer abschrift des freiherrn Joseph von Lassberg. HHallemer XII RATTERTS LOBGESASü 79 denkmahle des mittelallers I (SGallen 1844), 337—344: A mit den abweichungen von BC and die erste slrophe in facsimile auflaf. IV '. angaben über die rasuren von A bei PPiper die älteste deutsche lüleralur (Berlin und Stuttgart o. j.) s. 272 anm. in BC ist die prosaische ein- leilung verändert und erweitert: Ratpertus, Notkeri (ßalbuli f 912) ... coudiscipuliis, posi saneli Galli historiam (casus SGalli in MG. SS. II, Ol—74) et alia nmlta quae fecit insignia (tat. gedichte bei Canisius anliq. lect. V (1604), 736. 742—44. 750) fecit et Carmen barbaricum de sancto Gallo cantitandum tjnod postea fratrum quidam, cum rarescere qui id saperent videret, ui Lara dulcis melodia latine luderet (ne—memoriae la!)ere-S05 mr B), quam proxirne potuit transferens, talibus operain impendit (MG. II, 33, Schubiger sängerschule SGallens 1S5S s. 38 anm.). über liatperl s. Ekkehards IV casus SGalli in MG. 11, 78—80. 95—97. 100. er ist an einem 25 ocl. bald nach 8S4 gestorben, s. sangallische ge- schichlsquellen 3, 4 n. 16. seine lateinischen versus de feslivitate SGalli bei Canisius aao. 736 sind ohne historischen gehalt. in dem deutschen lobgesang, wie im eingaug seiner casus SGalli folgte er im ganzen der alten, von Wellin überarbeiteten (Waltenbach GQ.'-> 113/:) vila SGalli, MG. II, 5—21, nicht der bearbeitung von Walahfrid Sirabus, bei Goldast rer. alamann. SS. (1661) p. 142 ff., aber jener auch nicht unmittelbar, sondern mehr seinem gedächlnis und seiner erinnerung, im einzelnen auch mündlicher tradilion oder eigner Vermutung, dass die legende zum grofsen teile auch dem volke bekannt icar und liatperl dies voraussetzte, sieht man, namentlich in der zweiten hälfle des gedichts von slr. 11 an, an der kurzen, nur andeutenden erwähnung der wunder und an andern einzelheilen, um überhaupt zu zeigen, wie er gedichtet, führe ich im folgenden die stellen der vila an. die verse in A, wie oben mit einem grofsen buchst ab en beginnend, sind abgesetzt und caesur und versschluss in der regel durch einen punkl bezeichnet, die Strophen beginnen mit gröfsern oder roten buchstaben und über die ersten sechs sowie über z. 1. 2 der siebenten sind, wechselnd mit roter und schwarzer dinle, neutnen gesetzt, die die Wiederkehr der melodie nach je fünf Zeilen klar ergeben, auch die andern texte sind nach Ilallemer ganz oder teilweise neumierl. 2, 2 vila p. 5: aestimatione eienim coepta portum Hybernicum lin- quebant prosperisque succedentibus auris sinus Briltannicos tangebant; quibus peragratis landein optala arva Galliae inlroierunt. anders Walahfrid c. 2. 3 Maginold und Theodor heifsen in der vila p. 8 die zwei cleriker, die sich in Arbon an den erkrankten Gallus anschliefsen und hinfort den gollesdiensl für ihn verrichten, aber keine andre quelle kennt sie, noch auch den Kilian, der nach z. 4 erst später priesler ward, als geführten Columbans und des Gallus von Irland her. daher ände- rungen in den hss^ und die bemerkung Ekkehards zu z. 4. 4. 5 auch die in BC genannten persoueu sind als begleiler Columbans unbekannt; s. 5, 4 BC. 5 vila p. 5 /'.: arva Galliae inlroierunt ubi gubernacula regni Sigiberli (a. 561—575) diversas gentes üinc donmerunt, statimque conlidentes in Christi amore aulam regiminis eius adierunt. — regalis 80 XII HATPERTS LOBGESANG petilio eos adiit ul in terrainis Galliae convcrsationis locum eligercnt. — ingressi sunt heremum, quem vulgaris opinio nuncupat Vosagum. — rep- pererunt antiquitus habitationem diruiam, incolaeque regionis illius Luxo- vium cam vocabant. — multi Burgundioruoi gcntis nee non ei Francorum veniebant ad eos. — creverat passim opiuio eorum in finibus Galliae vel Germaniae. 3, 2 vila p. 6: nam sicut Jezabel regnum Ahab perdidit, iia et baec islum (den könig Theoderich) deeepit avertendo eum a legitimo coniugio ac vitam eins lupanaribus damnando. 4 vila p. 6: adierunl caslellum Turegum vocatum — Tucconia, quae in capite ipsius laci Tureginensis est sita, d. i. das pfarrdorf Tuggen im kanlon Schwitz; vgl. IvArx zur 30bvila, Ileltbcrg kirchengesch. 2, 39 anm, 5 vila p. 6: coepit illie gen- lilium fana incendere diisque consecrala in lacuin dimergere. erst llalperl nennt den Jupiter, dann Ekkehard in den versus ad picturas (aao. s. 36, vgl. s. 10 anm.): mersaque Neptuno iaeet obruta sub Joue Juuo. 4 die einwohner beschließen den Gallus zu löten und den Columban zu vertreiben: sanetus vero Columbanus baec audiens orabal 'Deus rector poli, in cuius arbitrio tolus mundus decurrit, fac generationem istam in inpropcriuui, ul quae inprobe exeogitant servis tuis, sentiant in capitibus suis, fianl nali eorum in inleritum usw.' vila p. 6 f. 5 vila p. 7 : per- venit in castrum Arbonam, ubi reppererunt Willimarum quendam sacerdotem. 5, 1 vila p. 7: didicerunt ab eodem presbytero civitatem quandam esse dirutam vicinam illis loeis Pregentiam. die form Brigantium gebraucht llalperl in den casus SGalli p. 61. 2 ebendas.: ecclesiae sanetau Aureliae bonorem pristinum rcsiituit ibique atblela Christi cum clientibus sibi alumuis mansit triennio. 4 vila p. 8: nam ut adderetur ad iniurias servorum dei, vacca eorum i'urto ablata ducla est in abdita heremi. cuius requirendi gralia pergenles duo fratres venerunt ad ipsos lalrones usw. 6, 3 vila p. 8: vir sanclus, causa relinendi eum secum, cum hilari- tate auimi dixil 'si laborum meorum partieeps fieri non vis, diebus meis missam non celebrabis'. Walahfrid c. 9: die vero, exislimans eum pro laboribus ibidem consummalis amore loci detenlum viae longioris detrec- tare laborein, dixit ei 'seio, fraler, iam tibi onerosum esse lantis pro nie laboribus fatigari, tarnen hoc discessurus denunlio ne nie vivenle in corpore missnm celebrare praesumas'. llalperl cos. SGalli p. 61: quem eliam ob laborem itiueris pulans sanetus Columbanus aegritudinem siniulare, officium illi altaris interdixit, dum ipse Columbanus in bac vita mansisset. 4 vila p. 8: praefalus hospes Willimarus presbyter visilalur a servo dei Gallo usw. 7, 3 Hiltibodus quidam diaconus, pracfali sacerdotis fidus socius vila p. 8, lliltiboldiis Walahfrid c. 10, Hillibalt Ekkehard in den versus aao. s. 37. 4 von dem weheruf der unholde weifs hier weder die vila noch Walahfrid etwas, wohl aber während des aufenthalls in Bregenz, vita p. 7 /'. 5 vila p. 9: corruit in vepre pedem offendens. quem diaconus nilens sublevarc, audivit 'sine nie: baec requies mea in saeculum saeculi: hie habitabo, quoniam elegi eam'. aus psalm 131, 14. Ekkehard cas. SGalli c. 10 (MG. II, 135): Purcbardus abbas (f 971) senio iam graveseens corilum illam antiquam, sub qua Gallus quondam vepribus cor- XII BATPER.TS LOBGESANG 81 mens 'haec requies moa' cecinil, consulto episcopo succidit capollaque aedi- ficaia aram in loco arboris staluit. 8, 3 psalm 115, 13. 17 nomen domini invocabo. 9, 1 das dreitägige fasten erwähnt die vila p. 10 erst jiach der Vertreibung der unholde und schlangen 11, 1. 4 ps. 28, 9 vox domini praeparantis cervos et revelabit condensa (i. silvas Nolker). 5 von dem 307 niederbrennen des waläes und dem beistände des baren dabei weifs weder die vila noch Walahfrid. der bär kommt in der ersten nacht zu ihrer lagerslälle. vila p. 9: cum membra quieli dedissent virque dci silenter levaiulo in precibus se exercuisset, conviator eius occulle inlendebat. in- tcrca ursus de raonlc adiit ac fragmenLa decerpsil (micas el fragmenta quae convivantibus deciderant caute legebal Walahfrid c. 11). cui ab eleclo dei Gallo dictum est 'beslia, in nomine domini nostri Jesu Christi praecipio tibi, sume lignum et proice in iguem'. ille aulem coulinuo reversus ad- tulit validissimum lignum et inposuil in ignem. cui ob mercedem operis aflerlur a viro dei panis, sed tarnen hoc modo et praecipitur 'in nomine domini mei Jesu Cliristi recede ab bac valle. sint tibi monles et colles communes, nee tarnen hie pecus ledas aut bomines.' 10, 3 ü. zu 9, 5. 11, 1 vila p. 9: 'fantasmata, praecipio vobis per patrem et filium et spiritum sanetum ut de hoc loco in deserla recedatis nee amplius huc in- troeatis'; p. 10: cum serpentium multitudo illic scalebat, ex illa die non conparebat. 2 Fridiburg, die lochler herzog Gunzos von Alemannien, vila p. 10. 3 vila p. 11: exivit de ore eins quasi turpissima avis, nigra et horribilis. 5 vila p. 11/'.: pater obtulit ei munera transmissa puellae a dignitate regis (Theodorici). — vir dei Arbonense castrum ingredilur paupermnque et egenorum multitudo congregatur, quibus dona a duce data penitus distribuehantur. 12, 2 vila p. 13: dux rogavit pontifices, ut per eorum canones eligerent quem voluissent. ubi totus clerus adunatus est, siinul cum eis populo proclamante 'quia iste Gallus vir dei est — talem deeet habere ponlificalum' usw. Johannes, diacon zu Grals bei Sargans, dann Schüler des Gallus, ward drei jähre nach dem tode des bischofs Gaudenlius zum bischof von Konstanz erwählt, vila p. 10. 13/'. 3 anders die vila p. 14: quodam dominico die linitis matiitinalihtis orationibus, cum repedassent requiescendi gratia, prima luce diei voeavit vir dei Maginaldum diaconem, dicens 'surge velociter et praepara mihi ad missam celebrandam'. qui respondit 'quid est hoc, doniine? numquid tu missam celebrabisT cui ille 'post nocturnam huius noctis' inquit 'revelatum est mihi migrasse prae- ceptorem meum Columbanum, pro cuius requie ofl'eram sacrificium'. 13, 1 s. zu 6, 3. 12, 3. 2 vila p. 9: pervenitur ad fluviolum nominalum Peirosa = JFaJa/i/h'd c. 11: venerunt autem adquendam fluviolum qui Steinaha nomiuatur, j. Sleinach bei SGallen. abgesandte aus Luxovium laden den Gallus ein, die leitung des Icloslers zu übernehmen; sie zu bewirten gebricht es an Vorrat, propinquus gurges visitalur ab illo cum relibus. ubi Christi ad laudem miraculiim innovalur, cum immanis piscis territus a duabus bestiis quae luderes nuneupanlur, quasi eis avidis DENKMÄLER II. 6 82 XII HATPERTS LOBGESAXG preda, conspicitur. band igitur mora. extenditur retc et refeclio servis dei trahitur ab ainnc. nürum in moduni longiludo eins xn palmaruni et lalitudo iv inventa est, cum ibi nisi brevis pisciculus anlea umquain captus sit vita q>. 15; Slagnello (in pelrosij. louffin) palmos Esox (lahs) capitur duodenos Ekkehard in den versus aao. s. 40 (Hallemer 3, 600). 3 die SOSvila berichtet dies wunder vor dem zuletzt erwähnten p. 14 f.: contigit una die, dum operaretur cum fratribus et plel)e in oratorio, ut una axis ex pariete deeurtala brevior aliis palmarum quattuqr apparuisset, quam carpentarii aestimabant proieere. — prandio ergo auclore den peracto, operis gratia avidi redeuntes invenerunt nxem praefatam longinrem aliis mensura pedis dimidii. 4 Arbon heißt castrum auch in der vita p. 16, bei Walahfrid c. 29, und sonst s. zu 11, 5. 14, 4. 5 Ekkehard in MG. II, 115: quanlus ulique dei spirilus die illa tonueril. die vita p. 16 erwähnt des Michaelisfesttages nicht ausdrücklich, sondern erzählt nur, dass Gallus von Willimar nach Arbon eingeladen, nachdem er an zwei tagen vor dem versammelten voll; gotlesdiensl gehallen, am drillen läge erkrankt und nun dort, nach vierzehn lagen am 16 oclober gestorben sei. aber Walahfrid c. 29 gibt gleichfalls den festlag genauer an: vocata mulliludine in die solemni, scilicet saneti Michaelis, vir sanetus prae- dicationis dulcedine avidorum eorda refecit. 14, 3 weder die vita noch Walahfrid hat ähnliches. 4 vita p. 17: fama nempe aures raultorum sublevans, Jolianni praefato Constan- licnsi praesuli eins inlirmiialem delulit. qui non contenlus nisi ut magistrum visilasset — ad Arbonense castrum properalur. cum ergo jiervenlum esset ad portum, — audilo igitnr transitus eventu, claviger poli imilabatur cum pontifex se prae dolore ac dileclione non continuil in navi, sed desiderio magistri misit se in aquam. 5 das wunder ereignet sich nach der vita p. 17, als der zug mit der leiche sich in beivegung setzen will: Willi- manis peragrabat pauperes, vestimenla eius distribuendo. inter quos rep- perit paraliticum qu'endam nomine Maurus, qui sie erat compage membrorum ac nervis contractus, ut gressus proprius ei denegaretur. cui caligae viri dei cum calciamenlis porreetae sunt, quae cum propler gaudium statim induisset, resolutae sunt iunclurae conpagum eius. qui laclus exilivil, clamans voce magna in laude Christi. 15, 4 nach der vita p. 17 war der sarg mit dem leichnam des heiligen bereits geschlossen, als der bischof Johannes ankam, und dieser liefs ihn wiederum öffnen, dann berichtet sie nachträglich, nachdem die leiche nach SGallen gebracht und bestallet ist, p. 18: sanetus dei capsellam ligneam habuit, quam sub clavis custodia, diseipulis interiora eius ignorantibus, usque ad finem vilae observavit. post transitum ergo elecli dei praesul cum alumnis eam aperuit. ubi reperlum esi parvum cilicium et enea catena inl'usa sanguine. anhelantes lunc ex re cerli fieri prospexe- runt ad corpus saneti dei, in quo cernebant per tracturam cinclorii carnem vulneratam per quattuor loca, in modum cinguli gyranie vulnere, usque ad interiora ossa.— capsella igitnr cum cilicio ad caput viri dei in feretro suspensa est, sieque in prael'ato exsequio usque ad cellam deportata est. rite deinum sepultura peraeta, suspcnderuut eam ad caput in parietem cum calenis et cilicio. XII RATPERTS LOBGESANG 83 16, 5 vila p. 17: muUorum manus loculum levare coepit, sed divina Providentia mansit inmobilis. — confostim equi indomiti adduci iussi sunt, sed cum nimio labore sunt praesentati, cum maiore tarnen luctamine parati 309 ad corpus sunt adducli. — elevalo igilur a pontifice nee non et a sacer- dote feretro et equis superposilo, ait episcopus 'tollite l'rena de capitibus eorum et pergant, ubi dominus volueril'. vexillum ergo crucis cum lumi- naribus adsumebalur, et per psallentes, equis praecedentibus, via ineipie- batur. mira res, et praesenli aevo inusitata: equi non declinaveruut ad dexteram ncque ad sinistram, quoadusque recto tramite pervenisseut ad viri dei cellam. 17, 1 vila p. 17: saneti corpus iam tunc in loculo erat, quod in- consideralum pontifex non sustinens arcam aperuit ac (lere bis verlas coepit 'eu, eu mi pater! cur me de domo palris mei duxisti? et iam modo orfanura et desolatum reliquisti, cum tola fiducia mea in te fuitl' diu flendo super eum ineubuit, cuius visione satiare se ntinquam credidit. 5 Jsidor. Hispal. sentenliar. Üb. I c. 27, 10 duae sunt differentiae vel ordines hominum in iudicio, id est electorum et reproborum, qui tarnen dividuntur in quatuor. perfectorum ordo unus est qui cum domino iudicat, et alius qui iudicatur usw. vgl. XXXIV, 28, 9; Honorius von Aulun im ehwidarium (Migne 172) p. 1166 tunc ab angelis lioni a maus, nt grana a paleis, secernentur et in quatuor ordines dividentur. unus ordo est perfectorum cum deo iudicantium, alter iustorum qui per Judicium salvantur usw.; enlecrisl in Hoffmanns fdgr. 2, 131, 21/7'., Wachernagel Basier hss. s. 23" usw. Über die melodie des vorliegenden gedicktes hat FWolf (über die lais s. 307 anm. 151) gehandelt, durch die von dem freiherm von Lassberg für JGrimm besorgte nachbildung der hs., in welche mir einsieht vergönnt war, bin ich in den stand gesetzt, genaueres darüber mitzuteilen, alle Strophen, soweit sie neumierl sind (1—6. 7, 1. 2), gehen nach folgender melodie. 5 5 l a v. p, v. ]i, p. p l b v', v', v', v. p, ce. p, p 2 a v. p, v. p, v', v 2 b v', v', cl, | p. ]), cl, p 3 a v', v\ ce. p, ce. p, p. 3 1 ' p, po, cl, | p. p, v. p, p 4" v. p, v. p, v', v 4 b p. v, v', v. p, v. p, cl, ö a P- v, v. p, p. po ppp 5 b v', v', v', ep ppp, cl, p Ich habe mit Zugrundelegung der neumierung der ersten Strophe (von welcher ein faesimile bei Hallemer I , lafel IV steht) eine normal- melodie zu bilden gesucht und die takleinleilung im innern der halb- zeilen durch kommata angedeutet, das Vorhandensein einer solchen war bei dem ausgeprägten rhylhmus des gedichles zu vermuten, und die möglichkeil, sie herzustellen, ergab sich aus der beobachlung einer doppelten gellung von v, auf welche die vergleichung der melodien alter Strophen führte, es ist nemlich an der stelle 2", 5. 6 slr. 1. 4 —7 v. v = g{r , 2. 3 v. p. v; 4\ 5. 6 slr. 1. 5 v. v. = slr. 3. 4 cl. v = slr. 2. 6 v. p. v, also v = 2p, oder = cl = v -4- p = 3 p , in 6* 84 XII RATPERTS LOIiGESANG welchem letzteren falle ich v' ansetzte. daraus folgt bei dem schon zum Pelrusl. erwähnten Wechsel zwischen v und ce auch dieselbe zwiefache gellung für ce: ich habe ce = 3 p = v -|- p stäls durch cl ersetzt und nach dieser analogie ebenso ep und po unterschieden, für letzteren scheint 3 b , 2 in slr. 3—5 torculus (= p -)- ce oder drei töne, wovon 310 der mittlere der höchste) zu stehen, die gellung von p schwankt am wenigsten, nur 5 a , 6 und 5 b , 5 wird man, mit bezug auf das folgende, ppp wohl für eine achteltriole hallen müssen, lässl man nemlich p eine Viertelnote gelten und untersucht die melodie zunächst unter der Voraussetzung conslanter werte für alle neunten (v und ce = 2 p), so fügt sich die überwiegende mehrheil der letzteren dem dreivierlellakle. durch die ganze melodie aller Strophen aber lässl sich dieser durchführen, wenn man an allen stellen, an denen ich es getan liabe, die anderen gefundenen werte einsetzt und am Schlüsse jeder halbzcile und in den cae- suren nach 2 b , 3 (in str. 8 nach 2 b , 5, in slr. 17 nach 2 b , 4) und nach 3\ 3 eine viertel, am Schlüsse jeder langzeile eine halbe, nur nach der vorletzten eine laklpause annimmt, dies wird aus der obigen darslellung genügend erhellen, wobei nur zu bemerken ist, dass 3 a , 7 und 3 b , 1 in einen lakt zusammengehören und dass 5", 5. 6 zwei takle bilden, so nemlich, dass die zweite nole des podalus zur hälfte dem ersten, zur hälfte dem zweiten takle zugerechnet werden muss. alle abweichungen von der aufgestellten normalmelodie sind teils unwesentlich — erlaubte freiheilen wie ce für v (slr. 2, 1", 3. 2", 2), v für oe (slr. 2 und 5, 3 b , 3) oder ungenaue Schreibungen wie v für p (slr. 4, 2", 2), p für v (str. 2, 3", 2. slr. 3, 5 a , 2), cl für ce (slr. 2, 3 a , 3. slr. 5, 5", 5) —, teils durch verschiedenheilen in der silbenzahl des lextes bedingt, ich erwähne im einzelnen: V, 1. 2 lautet in slr. 7. v. p. p (presbiter): p ist wohl als achlelnote zu nehmen. 3\ 1—4 in slr. 1 : v', v. v. v, v. p. (Misit filiuni Mi-): ich denke, die drei mittleren v unierbrechen als sgneopen den rhythmus und machen zwei takle aus. 3 b , 3 slr. 1. 3. 4. 6 haben liier ce, Str. 2. 5 v. vielleicht war also richtiger v' zu setzen; denn 2 b , 3. 6. 4 b , 8. 5 b , 5 wechseil ce nur mit cl oder v. p, 4 b , 2—5 lauten in slr. 1 v. v. v. v, in slr. 3 und 6 v. v. v. p, in slr. 4. 5 v. p. v. p; in slr. 2 endlich fehlen die zeichen 3 und 5, also gerade die wechselnden: offenbar schwankte Ekkehard selbst, was er in slr. 3 setzte, ist darum für das richtige zu hallen, weil er in slr. 6, also nach wiederholter Überlegung, dazu zurückkehrte. 5 a , 1. 2 dafür slr. 4 v. p, v' (colligit). ob nun die obige melodie von nole zu nole die von Ralperls deutschem gedichle ist, kann mit besiimmlheit weder verneint noch bejaht werden, auch der dichter des Pelrusiiedes scheint sich zb. (wenn es nicht reiner zufall ist) die beschränkung auferlegt zu haben, nach den beiden ersten hebungen der drillen halbzeile seiner Strophe keine Senkung fehlen zu lassen, aber das ist doch nicht glaublich, dass ein deutscher dichter des IX jh. an eine solche beschränkung sich in allen 170 halbzeilen seines gedichtes gebunden und aufserdem noch jede erste hälfte einer langzeile ohne auflakt, jede zweite mit ausnähme der fünften mit auflakt begonnen haben sollte, vollends die caesur XII RATPERTS LORGESANG 85 nach 2 b , 3 und nach 3 1 ', 3, die Verlängerung von slr. 1, 3 a [jetzt geändert], der eintritt eines daklylus für Irochaeus (4, 5*. 6, 5". 7, l a ) gehört ohne zweifei nur Ekkehard an. aber mit Sicherheit ist anzunehmen, dass die fünfseiligen Strophen, welche im Ludwigslied bereits vorgebildet sind, hier ohne abwechselung durchgeführt waren, es steht darin den vier ersten Zeilen die fünfte insofeme gegenüber, als niemals in jenen, aber zweimal in dieser auf einer silbe mit fünf nolen verweilt wird, blieb es auch später, als die langzeile in ihre hälflen zerfiel, noch üblich, die letzte zeile nolenreicher zu machen als die übrigen, so begreift sich, wie man bei unterlegung anderer texte unter solche melodien auf eine Verlängerung der Schlusszeilen kommen konnte, die vorliegende slrophe, ebenso im Georgslied z. 1—15, tritt in der Judith, im Salomo und in den drei Jünglingen im feuerofen als zehnteilige mit verlängerter letzter 311 zeile auf. vgl. hierzu noch zs. 19, 109 f. Nachdem durch Coussmaker die älteren mensuralisten bekannt und durch dr. Jacobsthal in der zu IX angeführten schrift sorgfältig behandelt worden sind, bedarf die vorstehende Untersuchung einer reVision, die ich für jetzt nicht zu geben im Stande bin. die annähme von syncopen wird sich nicht hallen lassen, dagegen hat die doppelte gellung der virga bestimmteste besläligung erhallen durch die Unterscheidung der longa perfecta, welche drei lempora, und der longa imperfecta, welche zwei lempora misst, bei den mensuralisten des XII und XIII jh. — über die rhythmische geslall des gedicktes handeile WMeyer der ludus de anlichrislo (1882) s. 56 a. 1. 61/'. 106/*. XIII PSALM CXXXVIII. CXXXIX. Cod. 1609 (olim tlieol. 732) der k. k. hofbibliothek zu Wien, 70 iL 4° aus dem ende des X jh., enthält bl. 17 1 '—53 die formulae Salo- monis, aufserdem mehrere kleine stücke, über ivelche die beschreibungen der hs. bei Denis codd. manuscr. theol. bibl. Palatinae Vindob. lat. 1, 3, 2977—3013 und EDümmler das formelbuch des bischofs Salomo III von Konstanz {Leipzig 1857) s. xxm—xxvi auskunfl geben, ich habe nur hinzuzufügen, dass die letzte läge der hs. aus fünf einzelnen zusammengehefteten blättern (66—70) besteht, icovon die drei ersten noch zu den 64" beginnenden prophelien des pseudo-Melhodius gehören, so aber, dass zwischen bl. 67 und 68 ein oder mehrere bläller und nach bl. 6S der schluss fehlt, bl. 69 a und zum teil 69" füllen dann, von anderer hand als das vorhergehende geschrieben, die psalmenslücke. auf bl. 70 stehen einige lateinische dislichen und federproben. Wolfgang Lazius de gentium aliquot migralionibus (Basel 1557) s. 81, unvollständig und sehr fehlerhaft, aber ganz gewis aus dieser hs. Müenis aao. (1795) *• 3011. 3012. EGGraff Diuliska 2 (1827), 374/. vgl. 3, 167. HHoffmann fundgruben 1 (1830), 3. 4. WBraune ahd. lesebuch 3 (1888) *■ 146. 171. PPiper die älteste deutsche lilleralur (Berlin und Slutt- 86 XIII PSALM CXXXV1II. CXXXIX garl o. j.) s. 264 anm. die Überlieferle Ordnung der langzeilen isl 138, 1—14. 20. 25—30 (27 wiederholt). 139, 1—4. 138, 21—24. 15—20 (18 wiederholt). 31—34, wobei die zeilen 138, 25. 32. 139, 2 natürlich abgerechnet werden müssen. 13S, 13. 14. 20. 139, 1—4. 138, 18—20. 31—34 ergeben Strophen zu drei zeilen, so dass erst auf sechs, dann auf drei zweizeilige je eine dreizeilige, endlich auf vier zweizeilige zwei dreizeilige Strophen folgen, die grofsen anfangsbuch- staben derselben sind ausgerückt, die reimzeilen aber nicht abgesetzt, die änderung geschah nach Lachmanns vorgange in einer vor 1827 gefertigten abschrifl aus Denis, es gehören nemlich z. 138, 13. 14 und 138, 15—20 offenbar zusammen, scheidet man daher die sie trennenden zeilen aus, so folgt das übrig gebliebene der Ordnung des grundlextes fast (vgl. zu 138, 15) ganz genau, das ausgeschiedene aber zerfällt nach der notwendigen enlfernung der z. 139, 1—4 (s. die anm. dazu) in zwei stücke, deren jedes für sich ebenfalls einer parlie des textes vollkommen entspricht, es kann daher nicht zweifelhaft sein, dass diesen stücken ihre stelle im ganzen gedichle auch nach mafsgabe des lateinischen anzuweisen ist. dann ergibt sich die annähme einer lücke nach z. 138, 24 von selbst und von den drei überlieferten Wiederholungen ganzer zeilen erweisen sich zwei (z. 18 und 20) als unursprünglich, 3l2weil sie nur dazu dienen, dreizeilige Strophen herzustellen, und verdächtigen dadurch auch die drille (z. 27), welche Lachmann noch beibehielt, sowie die beiden andern dreiseiligen Strophen 138, 31—34. 139, 1—4, in deren beurteilung der lateinische ■ text ps. 138 ^.24. 139 v. 5 zu hilfe kommt. Psalm 138. [3 schon zs. 16, 141 wurde darauf hingewiesen, dass die form inü, inte keineswegs dem späteren baierisch abgesprochen werden dürfe und dass es unberechtigt sei, wenn aufgrund des hier auftretenden inle die beiden früheren auflagen dieses buches alemannischen Ursprung des denkmals behaupteten, dass die spräche vielmehr auf Baiern weise, betont Braune mit recht, und gehl auch das formelbuch der hs. nach Dümmlers (aao. s. xxi. xxn) und besonders nach KZeumers {neues archiv 8, 506 ff. MG. LL. form. 392 ff.) Untersuchungen auf SGallen und speciell auf Nolker Balbulus zurück, so muss darum der Vindo- bonensis nicht in Alemannien oder gar SGallen, sondern kann sehr wohl in Baiern geschrieben sein, ebenso wie der clm. 19413, mit dem er den gleichen archelgpus teilt (Zeumer aao. 540). dass ich unter diesen umständen Baechlolds Vermutung (zs. 31, 197), der Notker Balbulus für den Verfasser der psalmenübersclzung ansieht, mit Braune und Kögel verwerfe, versteht sich.] 6 Scherer begründete seine änderung des überlieferten stiga in stigö folgendermaßen: •nicht der ungenau gebundenen zweiten silbe des zweisilbigen reimes wegen geändert, die in diesem gedichle häufiger begegnet, sondern weil z. 17 fruo: federä nicht glaublich ist. vgl. Dietrich hisl. declin. s. 7—9, wonach die endung 6 im nom. plur. fem. der A-declinalion unter die eigentümlichkeiten des alemannischen dialektes und die kennzeichen des VIII jfA., in Wahrheit höchstens der ersten hälfte des neunten, gehört.' aber in dem vorliegenden XIII PSALM CXXXV1II. CXXXIX 87 gedieht genügt für den reim die gleichheil eines vocals oder eines con- sonanlen, also z. 17 die der beiden r. vgl. z. 1. 13. 15 (wo deshalb die änderung in (instar überflüssig). 18. 8 furjuuorhtostü: Lachmann über ahd. belonung s. 250, zu Iwein 7433; richtiger Seiler zs. f. d. phil. 8, 201: dem dichter schwebte praeparare viam aus stellen wie Malth. 11, 10. Marc. 1, 2 usw. vor. 12 ce wie 31 'an, in', vgl. Graff praepos. 248 ff. ce dir also ungefähr gleich einem reflexiven dir. 15 Lachmann hat sich genau an den texl gehallen und daher diese und die folgende der 20 zeile nachgestellt, aber der parallelismus zwischen z. 13 und 15 macht es ratsam, sie, der Überlieferung näher, auf einander folgen zu lassen und dem texte gegenüber eine absichtliche änderung des dichters anzunehmen, de = diu wie z. ll b . 22 b . es erscheint aufserdem in den Slraf'sburger eiden, in Nolkers psalmen und in pseudo-Ruodperls brief (LXXX): Graff 5, 6. 10. für kurz halle ich es, weil es ebenso wie das de für die hier nur in der Senkung auftritt. 19 zu seiner Schreibung enlie enes bemerkte Scherer: 'ebenso besserte Lachmann im frühling 57, 20 dalile in dazt, 58, 10 herze in liezl, indem er annahm, der Schreiber der vorläge habe im zweifei, ob z oder t, beides gesetzt, vgl. itzs im zweiten Basler recepl (LXII) und zu XI, 21. hier schwankte er wohl zwischen daliv und aecusativ vgl. zur Samar. X, 2.' 23 trof] eine sonst nur bei Olfrid begegnende Verstärkung 313 der negaüon: Graff 5, 527; gramm. 3, 7 30; Dietrich hisl. declin. s. 27. ein späteres beispiel Germ. 19, 58. das unverkürzte ne tropfon alld. gespr. 48. 74, s. 3Grimm Germ. 3, 49. nit einen tropften weist liehrein gramm. 2, 309 aus Geiler von Kaisersberg nach. 24 nupe in der bedeulung quin und quominus belegt Graff 1, 77. dass es auch ue bedeuten konnte, wie got. nibai hvan Marc. 4, 12 firytors (gramm. 3, 284), muss man wohl aus unserer stelle folgern: wenigstens wüste ich ihr auf andere weise keinen sinn abzugewinnen. denn Erdmanns künstliche erklärung (Olfridsynlax 1 § 57. 262) befriedigt nicht, der dichter verstand den texl nicht völlig und der gedanke, durch den er ihn wiedergibt, setzte sich ihm unwillkürlich aus den salzen confitebor tibi — os meum quod fecisti in oeculto (min starchi die du mir täte tougeno über- setzi Nolker: Hallemer 2, 478 b ) — et subslanlia raea in inferioribus terrae zusammen, er verstand os meum wie Nolker und entnahm dem letzten salze das malerial zu einem ganz anderen gedanken: 'damit ich nicht, einmal geboren, wieder zur erde würde', mit gleicher, absichtlicher oder unabsichtlicher freiheil hat der dichter seine vorläge überall behandelt, es sei nur beispielsweise hingewiesen auf z. 4, welche v. 2 des psalms 138 übersetzen soll, aber eher an den übergangenen an- fang von v. 5 erinnert; auf v. 4 praevidisli, das durch furiuuorhtoslu gegeben wird und durch den Zusatz z. 8 b vollends einen andern sinn bekommt; auf die Verbreiterung, welche v. 4 quia non est sermo usw. erfährt, die praelerila v. 21. 22 sind z. 27—30 in fulura umgewandelt, vgl. noch besonders die behandlung von v. 11. 12 in z. 15. 16 und von v. 20 in z. 27, dann zu z. 15 und zu ps. 139. 31 cliius dir: Graff 4, 508 führt aus dem SGaller Boethius an daz cliius tir sus 'sie ÖS XIII PSALM CXXXVIII. CXXXIX considera'. 34 die auffallende form ginadun für ginAdon ist durch den reim nicht hinlänglich geschätzt. Psalm 139. dass diese drei seilen, die in der hs. auf z. 30 folgen und eine Strophe bilden, nicht dahin gehören, folgt aus dem zusammenhange und aus dem Singular inio, der sich auf mansleccun und alle beziehen müsle. die geringe Übereinstimmung der drei Zeilen mit 139, 5, welches doch die einzige stelle der psalmen ist, auf die sie ciniger- mafsen passen, kann nicht sehr wunder nehmen, da ebenso der 138 psalm mehr bearbeitet als übersetzt erscheint, [gewis ist die beziehung der Zeilen auf ps. 139, 5 sehr zweifelhaft; aber auch wenn man mit Braune Wiedergabe von ps. 139, 2 annimmt, findet iogiuuedre halp keine bessere erklärung.] das wesentliche des gedankens ist beibehalten, nur wird nach einer auch ps. 10, 3. 36, 14. 63, 4. 5. 119, 4. 126, 4 vorkommenden und sonst häufigen Vorstellung (Mone lat. hymnen nr. 394, 11 ayerte iaculum lioslis quo ferior vgl. nr. 480, 34. 499, 11. 569, 17 und zu 104, 9) dem feinde anstatt des supplaulare gressus ein verderbliches gesclioss beigelegt, dass das erhaltene teile einer vollständigen psalmen- übersetzung sind, ist nach dem selbständigen eingang wenig wahrscheinlich : daher wurde die irreführende Überschrift der beiden früheren auflagen'stücke einer psalmenüberselzung' aufgegeben, aber der 139 psalm muss demjenigen ganz in deutscher gereimter Übersetzung vorgelegen haben, der ein stück daraus dem vorhergehenden einfügte und vielleicht aus beiden ein allerdings wenig regelmässiges gedieht von ungleichen Strophen machen wollte. 3 scepli d. i. seephti (vgl. gl. Lips. zs. 13, 344 seepte, sagitta neben scefti und scepfli): so ist pl in deutschen quellen 3Uwohl immer aufzufassen. 4 se: eine auffallende, aber doch nicht unmögliche conslruclion nach dem sinne. Der lateinische text ist nach dem der Wiener bearbeilung von Notkers psalmen gegeben, der mit den heuligen ausgaben der vulgata ziem lieh üb er eins limml. XIV AÜGSBURGER GEBET. Cod. lat. 3851, August, eccl. 151, cimel. IIl a der k. bibliolhek in Mündten, Liber poenitentialis, Hrabani, liedae, synodus Wormaliensis usw., IX/X? [ich meine X/Xl]jA., 74 bl. 4" maj. die erste läge hatte 6 blattet; das erste gröslenteils ausgerissene war auf der rückseile von etwas späterer hand beschrieben, das zweite, jetzt bl. 1 beginnt üs cui — — haldo; dann folgt von derselben hand IIieronimi ad amandvm Presbitervm | Quesisti a nie ulrtim mulier relicio uiro adullero & sodomita usw.; s. FBöhmer im archiv der gcscllschafl für ältere deutsche geschichlskunde 7 (Hannover 1839), 808-—810; FKunslmann die lat. poenilenlialbücher der Angelsachsen, Mainz 1844, s. 32—40. 142—175. nach einer bemerkung Dümmlers (zs. für die öslerr. gymn. 1864 s. 359) sind ein par von Böhmer in der hs. aufgefundene historische nolizen (MG. SS. III, 569 anm. 2) in Westfranken kurz nach dem j. 882 niedergeschrieben, XIV AUGSBURGER GEBET 89 die hs. aber müsse frühzeitig darauf nach Augsburg gekommen sein, Sleicheles archiv 1, 48. vgl. oben vorr. s. xxi. JASchmellcr in Auf- sess anzeiger für künde des deutschen mitlelallers 1833, 176. HFMaf's- mann abschwörungs- glaubens- beicht- und belformein, Quedlinburg 1839, 52. 172. KRoih deutsche predigten des XII und XIII jh., Quedlinburg und Leipzig 1839, s, xiv und denkmähler der deutschen spräche, München 1840, xi. 30. der lateinische text, in der hs. in zwei Zeilen, ist durch punkte, wie bei uns durch kommala abgeteilt; ebenso sind auch die deutschen verse inlerpungicrt, aber nicht abgesetzt, die oralion ist uralt, sie findet sich, übereinstimmend mit unserm text, wie mir hr. prof. Floss nachweist, schon unter den oraliones pro peccatis im Über sacramenlorum Gregors des großen, opp. (1705) 3, 195 (Migne 78, 197); als Alia ad complendam einer missa pro peccalis in dem fünften teil oder dem zweiten missale der Merseburger hs. 58 (s. zu IV, 1) aus dem IX JA. bl. 58"; ebenso in einem missale des JLjh., das prof. Floss 1844 im besitz des prof. Hug in Freiburg fand; dann in einem ordo romanus ail dandam poenitenüam in Mabillons mus. ital. 2, 107. 108 mit dem zusalz nach der zweiten zeile et famuluui tuum ad confessionem et poe- nitentiam veramque emendationem et veniam tuae pietatis inspiralione com- punetum, quem deliclorum calena usw. heule steht sie, mit den Zusätzen ut nos et oiiines famulos tuos, quos zu z. 3 und elementer absolvat z. 4, in jedem brevier und gebelbuch als erste von den eilf oralionen, die sich an die allerheiligenlilanei anschliefscn. hr. prof. Reinkens schreibt, dass sie am SMarcusfesle und an den drei bittagen in der himmel- fahrlswoche zur lilurgie bei den öffentlichen processionen gehört, dass auch im privatgebete die cleriker sie noch dem brevier hinzufügen, auf jeden fall eröffnet sie passend eine samlung von poeiülenlialien. das p 1, 4 ist eine in allen allen und neuen rnissaten gewöhnliche ab~ kürzung für per Jesum Christum dominum nostrura oder, wie bei Gregor steht, per dominum uostrum. 2, 3 uns statt unsili, wohl das älteste beispiel des verkürzten occu-315 salivs im ahd., ist dem haupl- und relalivsalze gemeinsam, da das relativ fehlen muste, gramm. 3, 17. hymni p. 12. 13, wo noch jeder beleg für den casus obliquus fehlt. sundun: Talian 131, 14 allero giuuelih, thie sunta tuot, ther ist sunlün scale (omnis qui l'acit peccatum seruus est peccati); vgl. erdiin udgl. 4 mildo ist hier doch schwerlich ein gen. plur., wie de carm. Wessof. p. 19 angenommen ward, die, wie es scheint, besonders in alemannischen quellen häufigeren doppelformen DrUDua brunni, ewa ewi, Tarawa farawi, minna miuni, - nissa - nissi, -stimma - stimmt, toufa loufi, wunna wunni usw. machen neben mild! ein mildia, milda wahrscheinlich, über die gen. sing, auf o s. Dietrichs hist. declin. p. 26. lialdo erklärt Wackernagel im wb. zum leseb. 1861 'mit geneigtheil', aber es erhellt nicht, dass bald pronus proelivis im ethischen sinne gebräuchlich war. es bleibt wohl zur erklärung nichts übrig als »alto (mnd. houde gramm. 3, 241) prolinus cito bei Nolker (Graff 4, 911/'.i und ahd. gl. 2, 155, 32, so dass es für den sinn auf eins hinauskommt, ob man lialdo oder baldo liest. 90 XV GEBET DES SIGIHART XV GEBET DES SIGIHART. Am schluss der Freisinger hs. des Olfrid, cod. germ. 14, cimel. III 4. (I der k. bibliolhek zu München, bl. I25 a ; darunter die subscrip- lion Uualdo episcopus islud (il aus m corr.) euangelium fieri iussit. Ego Sigihardus indignus presbiter scripsi. Waldo, ein grofsneffe (EDümmler sangallische denkmale, Zürich 1859, s. 262 f.) des bischofs Salomon I von Konstanz (837—871), dem Olfrid als seinem lehrer und erzielter einen teil seines werkes mit einem widmungsgedichl übersandle, war Karls des dicken kanzler und von 883 — 906 bischof von Freising. Parnassus Boicus oder neueröfneter musenberg usw. (4 bde., München 1722 —1727) bd. 2 berichl 47, daraus in Gottscheds beylrägen zur kritischen hislorie bd. 4 s. 269 /'.; s. JCrüger anz. 10, 275f. EGGraff Krist. das älteste von Olfrid verfassle hochdeutsche gedieht, Königsberg 1831, s. 446. JKelle Olfrids von Weifsenburg evangelienbuch, Regensburg 1856, s. 151. 388, facsimile bd. 2 lafel 5. Sigiharl kommt in den Freisinger Urkunden bei Bleichelbeck unter Waldo nicht vor; nach Kelle Olfrid 2, xiv aber findet sich ein zeuge dieses namens unter den bei Meichelbeck nr. 936. 957 verkürzt ohne die zeugen abgedruckten lauschverlrägen in einem Freisinger iradilions- und commulationsbuche des Münclmer reichsarchivs bl. 87. 96. ESievers machte zs. 19, 145 darauf aufmerksam, dass vor z. 3 AL steht, dh. aliter: also sollten beide Strophen nicht eine einheil bilden. XV b VERS EINES SCHREIBERS. Am schluss der Sangaller hs. 623 'eines beachtenswerten Juslinus' s. 209, IXj'/t., in langen zitternden zügen geschrieben. IvArx be- richligungen und zusälze zu den geschichlen des kantons SGallen, SGallen 1830, s. 30 Zusatz zu bd. 1 s. 187 not. f. PPiper zs. f. d. phil. 13 (1882), 445 /., der mit recht darauf hinweist, dass der vers nicht von dem copislen des codex herrührt, sondern nur als federprobe zu betrachten ist. die beiden ersten worte stehen auch auf dem rande von s. 314 des Sangaller codex 166, s. ahd. gl. 2, 41, 13. facsimile von HFMafs- mann in Aufsess anzeiger für künde des deutschen millelallers 1S32, 245. 246 und von Uallemer in seinen denkmahlen des millelallers I (SGallen 1S44), laf. 11. 316 XVI LORSCHER B1ENENSEGEN. Cod. Pal. 220 der vatieanischen bibliolhek in Rom, ehedem SNazarii in Laureshara, enthaltend sermones SAuguslini und dicla SEffram, 71 bl. 8° aus dem IX jh. auf bl. 58* am untern rande, so dass man die hs. umdrehen muss, um ihn zu lesen, steht von einer hand des Xj'A. der XVI LORSCHER BIENENSEGEN 91 segen in fünf Zeilen, nach dem facsimile ohne eine andere ableilung und ohne Interpunktion bis nach v. 4 und v. G. aufbl. 62 b von einer hand des IX jh. in hochfränkischer mundarl die in Lorscher Urkunden nicht alle vorkommenden namen engilberaht: uualtger; reginger. suiiger. | gerhart: iruil; uuoto. theoiger: uuelant | reginhart: oolfriil: ilpinc: fru- raih: | hirinc. FPfei/fer forschung undkrilik auf dem gebiet des deutschen altertums 2, Wiener Sitzungsberichte, philos.-hist. klasse, LH (1866), 3—19 mit einem facsimile. 1 lürst] der erste beleg für die der mittel- wie der niederdeutschen Volkssprache gemäfse melalhesis in diesem namen; vgl. spec. eccl. s. 113 Kelle, da aber an die anrufung sich nichts weiter anknüpft, so fehlt nach liüze ohne zweifei mehr als die zweite reimzeile oder deren reitn- wort, wenn nicht der name selbst nur ein Überrest eines epischen ein- ganges (exe. zu IV, 1) ist, dessen sich der Schreiber nicht mehr entsann, hüze: vgl. 4 hurolob. Pfeiffer erinnert mit recht an die zahlreichen, mit h stall mit einem vocal anlautenden namen im codex Laureshamensis und an die erzählung Thegans (MG. II, 648 vgl. gramm. 3, 779), dass der sterbende Ludwig der fromme, von dem bösen sich abwendend, ausgerufen habe hülz! hützl (al. la'iz! hüz!), quoil significat 'foras, foras'. KHofmanns Vermutung (Münchner Sitzungsberichte 1866 2, 110/'.) im fliue du mir zi hüse stellt wohl eine zweite reimzeile her, ergänzt aber nicht, was der name oder die anrufung erwarten lässt, und erklärt nicht, wie der Schreiber, selbst wenn er blo/'s abschrieb, was er gewis nicht tat, zu nihil minaz hera kam. im eingang des unvollständig und zerrüttet überlieferten Spruches mischten sich vielleicht noch allillcration und reim (vgl. zu IX, 7.8): im fliue du, uihu minaz, hera (in) fridu fröno ist ein vollkommener slabreimender vers und leicht denkbar wäre, dass der Schreiber von demselben auf einen andern, wiederum mit iliue du hera oder mit fridu fröno beginnenden übersprang, über die form des segens äufserte Scherer zs. 19, 109: 'der Lorscher bienensegen hat wohl drei zweizeilige Strophen, im anfang der dritten wechselt die conslruclion', 2 fridu fröno im versanfang kann man nicht als Instrumentalis, sondern nur als elliptischen salz auffassen, mit auslassung von si wie XI, 54. 56 anm. 3 hina: einziger alter beleg für diese form (gramm. 3, 365/'. GDS. 1033, d. wb. 1, 1367. 1817; vgl. Pfeiffer s. 10 ff. Lexer mhd. wb. 1, 277/".) und daher zweifelhaft, ob schwach oder stark. wie mhd. sanle seilte, ndd. sinte sünte, ist ahd. sanete IV, 3, 2. 3. 11. IX, 1. XVII, 11. 5i. 5s, hei Otfrid auch saneti und ebenso saneta (Lachmann über ahd. belonung s. 260, Graff 6, 256 vgl. LXXV, 1. LXXVII, 1. XC, 12) indeclinabel, und dass Otfrid noch das geschlecht unterscheidet, ist kein grund, hier den ersten beleg von sancie (vgl. LXXXVII, 6. 20. 31. LXXXVIII, l. 9. 12. 17) für sancla zu beseitigen und saneta zu schreiben. 4 hurolob vgl. uradriz LXXXV, 1, urieundi LXXVI, 17 ua. Pfeiffer s. 13 und wegen der zweiten worlhälfte urlub XI, 27, Graff 2, 76, mhd. urlop. den imperativ in den indicaliv zu verwandeln ist unnötig: 'du sollst keine erlaubnis haben fortzufliegen'. 5 enlwinnenStt 92 XVI L0RSC1IEB. BIENENSEGEN beim Wolkensteiner 47, 1 erklärt Pfeiffer wohl richtig als 'loskommen, sich losmachen'; unbedenklich wäre intuuindan 'entkommen' (Beöv. 143 se baeui fcönde ätvand) und vielleicht spielt hier eine arl Verwechselung mit, wie umgekehrt bei dem Übergang von ubaruuinnan in ubaruuintan. ndd. untwinnea bei Frisch 2, 451°, worauf KHofmann verwies, ist transitiv 'abgewinnen, abspenstig machen, woraus man unmöglich die bedeulung 'an den unrechten ort tragen' ableiten kann, der Spruch bietet gewissermafsen den ersalz für das in der Wiener hs. (s. zu IV, 4. 5) fehlende, deutsche gegenstück zu dem lateinischen segen AD APES CONFOBMANDOS. vos esüs aneille domini, vos faciatis opera domini (vgl. v. 6). adiuro vos per nomen domini ne fugialis a filiis hominuni. ein andrer segen aus einer Sangaller hs. bei JGlimm myth. 1190, besser und vollständiger neues archiv 8, 356 /'. deutsche bienensegen wies Pfeiffer nach aus JWWolfs beitragen zur deutschen myth. 2 (1857), 450/'. (zs. 7, 533), JFLWoestes Volksüberlieferungen in der grafschaft Mark 1848 s. 53, AKuhns sagen aus Westfalen 2 (1859), 208 und FWSchuslers siebenbürgisch-sächsischen Volksliedern 18C5 s. 28S (myth. 3 4 , 371). der letzte sehr verwilderte Spruch im XVI jh. aufgezeichnet hat noch am meisten von der alten volksmäßigen arl und mahnt an v. 3: Maria stand auf eim sehr hohen berg, sie sach ein swarm bienen kommen phliegen. sie hub auf ihre gehenedeile band, sie verhot ihm da zuhand, versprach ihm alle hilen (mhd. hüle) und die beim (bäume) ver- lossen. sie satzl ihm dar ein las, das zent Joseph hat gemacht, in das sollt er phülgen (fliegen) und sich seins lehens genügen.- In nom. p. f. et sp. s. amen, dazu kommt jetzt noch ein lateinischer segen aus dem IX jh. mit der Überschrift C. Nu scel ili in N., mitgeteilt von JBaupt in den Wiener Sitzungsberichten LXIX (1871), 35 /'. ferner ein interessanter allenglischer segen und zwei weilere lateinische fassungen, veröffentlicht von JZupüza Anglia 1 (1878), 1S9—195, der zugleich auf Allöfer Germ. 1, 109 hinwies, die ae. fassung auch bei Grein-Wülker 1-, 319. s. endlich zs. f. Volkskunde 1, 321. XVII VOM HEILIGEN GEORG. Es ist uns gestallet, hier die bemerkungen, mit denen Haupt den texl des 'Georgsieichs' in den berichten der akademie der Wissenschaften zu Berlin vom j. 1854 s. 501—512 begleitete, mit einigen Zusätzen vermehrt zu wiederholen. Den althochdeutschen leich vom heiligen Georg hat von den letzten seilen der pfälzischen handschrifl des Olfrid zuerst Friedrich Roslyaard im jähre 1699 in Rom abgeschrieben, nach dieser abschrift ist dies gedieht gedruckt in dem leclionum theoliscarum speeimen von Sandvig (Kopenh. 1783), ivoraus es Nyerups symbolae ad lileraluram leulonicam anliquiorem (Kopenh. 1787) wiederholen, schon als Rostgaard sich mit dieser handschrifl beschäftigte, müssen ihre letzten seilen verblichen oder abgerieben gewesen sein: er hat in dem leiche nicht nur manches XVII VOM HEILIGEN GEOBG 93 falsch gelesen, sondern auch lacken gelassen, und ganz fehlen die letzten sieben langzeilen in der ausgäbe seiner abschrifl. sie sind gegeben in dem abdrucke des gedichles, den Wilken seiner geschichle der heidelbergischen büchersamlungen (1817) beifügte, nach einer abschrifl von Mone, die sonst wenig zu loben ist, viel besser las Hoffmann, der den (reorgsleich im jähre 1824 in einzelnem abdrucke und sechs jähre später im ersten baiide seiner fundgruben herausgab, mit dem versuche einer Herstellung, der neue bemühung erleichtert, aber nicht überflüssig macht. ich habe vor mehreren jähren die handschrifl mit Hoffmanns ausgäbe verglichen und einiges deutlicher oder richtiger erkannt, sie ist schwer zu entziffern und eine tinclur, deren anwendung schon Hoffmann 318 rügt, hat das pergamenl an mehreren stellen so schwarz gefärbt, dass das hellste Sonnenlicht, wenn man es durchscheinen lässl, viele buchslaben nicht mehr sichtbar macht, in dem texte der Handschrift, den ich vorlege, wie ich ihn gelesen habe, sind unsichere buchslaben durch liegende Schrift, unlesbare durch doppelpunkle bezeichnet: die grade der unsicherheil liefsen sich nicht andeuten, so wie ich bei den ungleichen Zügen der handschrifl nicht dafür stehen kann, dass nicht hier und da ein buchslab mehr oder weniger als die doppelpunkle angeben gestanden hat. die verse des gedichles habe ich abgesetzt, aber durch senkrechte striche angemerkt, wo die Zeilen der handschrifl endigen, die einfachen punkte stehen in der handschrifl. [bei dem beschränkten vertrauen, welches ich PPipers hssvergleichungen entgegen bringe, habe ich die resullate seiner collalion, die er bd. 1 seiner Otfridausgabe s. 48] anm. mitteilte, zwar sämtlich notiert, nicht aber für den lexl verwertet, fünf in Haupts abdruck fehlende Zeilenschlüsse trug ich auf grund freundlicher angäbe Braunes nach.] Die züge der hand, die diesen leich aufzeichnete, wohl noch im 319 zehnten Jahrhunderte, sind unfesl; dass sie zu schreiben oder doch deutsch zu schreiben wenig gewohnt war, zeigt die rohe Verunstaltung der wor.le, die an die ersten schreibversuche der kinder erinnert und in althochdeutschen Handschriften ohne beispiel ist. aber wie ungeübt auch dieser Schreiber sein mochte, so arg konnte er das gedieht nicht entstellen, wenn er es abschrieb: er schrieb aus dem gedächlnisse. aus untreuer erinnerung hat er zweimal verse an unrechte stelle gesetzt: das zweite mal scheint er gemerkt zu haben, dass er das gedieht nicht mehr ordentlich zusammenbrachte; denn dies bedeutet wohl das nequeo, mit dem er320 es vor dem Schlüsse abbricht. Hoffmanns versuch einer Herstellung des verwilderten lexles ist nicht überall gelungen und führt Schreibweise und sprachformen allzu willkürlich auf die gewöhnliche althochdeutsche reget zurück; die strophische geslall des leiches ist nicht erkannt, einen leich, das Keifst, was es bei einem althochdeutschen denkmale heifsen kann, ein gedieht aus Strophen von ungleicher zahl der verse, hat das gedieht zuerst Lachmann genannt in seiner abhandlung über singen und sagen *• 4; die Strophen hat er nach zahl und umfang angegeben in Köpkes Jahrbüchern des deutschen reiches unter der herschafl Ottos 1 s. 97. bei meinem versuche, den lexl herzustellen, habe ich einige handschriftliche 94 XVII VOM HEILIGEN GEORG andeulungen Lachmanns benutzt, die Schreibweise der Überlieferung schonte ich so weil es möglich ist; änderungcn, die blofs orthographisch sind, zu verzeichnen, scheint mir ebenso nutzlos als anzugeben, was von solchen dingen schon Hoffmann richtig gesetzt hat: aber die folgenden bemerkungen mögen versuchen den lexl, den ich gebe, zu rechtfertigen. 1 den auslernt von malo und herigo, von folko z. 2, wunterwasso swerto z. 27, darf man nicht ändern: es, fehlt nicht an beispielen dieser form des instrumentalen oder mit praeposilionen verbundenen ablativus. Otfrid 1, 4, 19 ingiang er thö scioro, goldo garo ziaro, wo Graff sprachsch. 4, 195 trotz der Zieiefalter glosse mit goldo (in Maßmanns denkm. s. 99 = ahd. gl. 1, 488, 22) wunderlich zwischen dem Instrumentalis und dem genetivus pluralis schwankt, als ob gohl einen pluralis hätte. 4, 12, 45 ni was tbar liier firstuanli waz er mit tliiu meinti, ouli lliia nmat- dali theheino mezzo irknäti, wie in der Pariser glosse Diut. 1, 213 = ahd. gl. 1, 128, 31 ea ralione vel co modo, diu rehtu edo diu mezzo; umgekehrt in der sanclgallischen bei Hallemer 1, 171 b = ahd. gl. 1, 129, 31 liiiu rebto edho tliiu mezzu. ferner bei Otfrid 5, 6, 13 in thes giscribes worlo. häufiger erscheint diese form in der Freisinger Handschrift des Otfrid: 2, 19, 4 in themo i'rislo (VP friste), 3, 25, 17 mit uuafano (VP uuafanu), 4, 5, 13 mit sero (VP seru), 4, 13, 42 mit diouosto (VP thionoslu), 5, 14, 21 mit gibratanemo fisco (VP fisge), 5, 23, 109 mit hazzo (VP hazze). andere beispiele finden sich in glossen. Monseer glosse zu Judith 5, 10 (Fez 1, 359 = ahd. gl. 1, 482, 56, vgl. Graffs sprachsch. 2, 211) in lulo, liuio. Emmeramer glosse zur passio Pelri et Pauli (Pez 1, 404 = ahd. gl. 2, 762, 35) suspeclo animo, klauu moto. glossen zum Frudenlius Diut. 2, 332 a = ahd. gl. 2, 526, 12 obice, mit krinlilo, 341 a = 2, 525, 7 aere, mit liorno. SclUellslädler glossen (zs. 5) 329, 114 = ahd. gl. 2, 677, 6 cylindro (Virg. georg. 1, 178) wellepoumo, 332, 336 = ahd. gl. 2, 680, 19 levi susurro (ecl. 1, 56) lindemo dozzo, 335, 561 = ahd. gl. 2, 683, 54 si hoc proprium fueril (ecl. 7, 31) ubi daz ei daneho wisit. bekannt sind mit allo bei Nolker und anderen (Graff 1, 206) und die nicht seltenen formen hiuro und hiuto (Graff 4, 693/'.). über diese form des inslrumenlalis ist jetzt auch zu vergleichen Dietrichs hisloria declinalionis theotiscae p. 11 f. 24 /'. 4 die eben zusammengestellten ablalive auf o können einen dativus koto nicht glaublich machen: man darf für gkoto unbedenklich kote setzen oder allesfalls kota. 7 allo und mane liä fuhren nicht auf alle und mauige, wie Hoffmann geschrieben hat, sondern auf alla und manega, eine form des männlichen nominalivus pluralis der adjeetiva, die nicht blofs sächsisch ist, sondern sich auch in hochdeutschen denkmälem findet, dieselbe form ist z. 50 durch ferloreno angezeigt und scheint in petrogena erhalten. 9 muot hat Hoffmann hergestellt, Lachmann die beleuerung seg ih guot erkannt. Nolker ps. 82, 7 (Hallemer 2, 298") ulique non deo, sed silii, so egib kuot ni gote, nube in selben. vergl. Jacob Grimms frau avenliure s. 13. Bilerolf 8026. 11. 51 321üeorjo für gorio genügt dem verse. mit Hoffmann lierro vor sanele Gorjo einzuschalten ist unnötig, wenn dies auch in der 58 zeile steht. 12 XVII VOM HEILIGER GEORG 95 nach teilton scheint si hinzugesetzt werden zu müssen: das pronomen kamt hier kaum fehlen. 14 Roslijaard hat ciliar fluiden gesetzt, Mono nur dhar f — gelesen, und auch Hoffmann, der 'dliar tunder' setzt, bezeichnet die letzten fünf buchstaben als unleserlich, ich habe nicht f, sondern f gesehen: der nächste buchslab schien auch mir u zu sein, aber über dem u noch ein buchslab zu stehen; die vier übrigen konnte ich nicht lesen. Hoffmanns Vermutung dar fand er wird durch das i oder fn der Handschrift unglaublich; für den sinn laugt sie, da die knappe erzählung es sich ersparen konnte, den hunger oder das verschmachten der beiden frauen, die Georg im kerker durch ein wunder speiste, ausdrücklich zu erwähnen, doch leitet jenes f oder fu gerade auf ein icorl, mit dem im elften Jahrhunderte und später das verschmachten vor hunger und dursl bezeichnet wird, ich wage nämlich die Vermutung, dass zu schreiben ist dar swullen zwei wtl>. so steht in der genesis (fdgr. 2) 57, 31 in den cliarcliare man si warf, in daz gebente vile slarch. Josehe wurten si bevolehen. er ne lie si nielit swellen, er gab in maz unde Iranch, er dienoie in (l. an in) gotes daneb; CO, 25 so daz cliorn zerinnet, so ist daz fibe skiere [wirl] furebrabl. so imiozzen si swellen, vore billigere ob wellen, wie mähte in wirs sin? so muozzen si irsterben; 62, 15 der billiger sieb breile in die werlt wile. er gie über al: daz liut starb unde geswal. Rüther 1204 im sint si virswellil, barte missevuorii. Ilaug von Langenstein 128, 83 er ist von Inniger geswollcn. unechter Neidhard HMS. 3, 259 1) da niahtü des bungers wol geswellen, auch nl. brabanl- sche yeeslen 2, 808 ende swollen van bongbere groot ende bleven van arinoede doot (taal- en letlerbode 5, 48). — der Schreibfehler kenerier für kenerit er oder kenerita er ist wie 29 prediio her für predijÖt er. 1 5 die unlesbaren buchstaben hat Hoffmann richtig ergänzt zu so sköno daz imbiz. 16 ciliare und gorio hat Roslgaard noch gelesen. 18 die unvollständige langzeile des Gorjo zimo digila ergänzt sich von selbst, wenn man vorher iciederholl inan drubtin al gewerela. ebenso hat der Schreiber sich in der 29 und in der 44 zeile erspart, einen vers zu wiederholen. 20 tben blinton deta sehentan Otfr. 3, 24, 78. den balcen galrnenteu] die leichteste änderung wäre gahenlen: allein der einfache und passende ausdruck ist nicht 'er machte den lahmen eilend', sondern 'er machte ihn gehend', wie blind stumm taub und sehend sprechend hörend mit den schlichtesten und richtigsten Worten einander entgegengesetzt sind, aber Hoffmanns ganten lässl dem verse einen fufs fehlen: die belonung d«Sn bäleen ganten ist hier unmöglich [?], den bälceD ganten unglaublich, die form gaeiilen, die sich einige mal in den Übersetzungen des Boethius und des organons findet, genügt dem verse: aber der Schreiber, der die buchstaben der icörler oft in falscher folge und b, mit dem er überhaupt wunderlich umgehl, mehrmals für g setzt (z. 3 rinbe und Miibenio, z. 7 niane bäj, wollte wohl gangenten ausdrückeii. einer , «. , nullit welche besiehung hätte di l T/ 0 j 3 '' • wenn die Strophe vorausgehl, in welcher nur Herodes und anfai'' emUischeH kinder vorkommen? 31 des eingerückten slrophen- silb J. 8C ' 1 m i c h jetzt bei zusammengehörigen, aber in der -au oder in der versableilung verschiedenen gesalzen, letzteres ist wer und XXIII, S. 9, ersleres XXII, 11 —IS und 43-62 der fall. hälft ^ ersle !,äl f le der Schlusszeilen ist von hieran, dh. in der zweiten m h deS - gedichtcs - um zwei silbe » verlängert, auffaltend die rhyth- ^clien eigenheilen dieser Schlussseilen in der eisten hälfle des gedicktes • 7. 10. 13. 24. 27, worüber liartseli s. 153 vorschnell urteilt: nur • 5 2 ist die belonung /nfernf wahrscheinlich. 44 vielleicht iubet sur- Rere, entsprechend 3S. 42. 50, doch vgl. Bartsch s. 154 f. 108 XIX MODUS QUI ET CARELMANNINC Die Überschrift des vorliegenden gedicktes erinnert an eine zuerst in der ersten ausgäbe des vorliegenden buches nach einer abschrifl von pro/'. Hinschius, dann (ziemlich fehlerhaft und willkürlich, wie es scheint, nur das wort barbariem 6 b habe ich daraus entnommen) von p. Gull Morel tat. hytnnen des Mittelalters (Einsiedeln, JSew-York und Cincin- nali 1868) s. 154 veröffentlichte scquenz, welche in dem namen ihrer melodie ebenfalls auf Karlmann teeist. sie steht in der von p. Joachim Brander geschriebenen, von Daniel thes. hymnol. 5, 41 ff. beschriebenen sangallischen hs. 546 fol., XVI jh. (1510 oder später), bl. 128 b . die worle stehen unter fünfliniensystemen, worauf sich leider keine nolen befinden, vgl. Daniel aao. s. 75/'. die erkennlnis der gliederung hat Bartsch s. 158/7*- gefördert, die Sequenz lautet: De sanetissimo Paulo apostolo ac gentium cloctore in commemorationem eiusdem sequencia. Liddy (7. Lidii) Karlomannici. 1 Concuirite Imc, populi et insule, 2 a Mentibus ul prouiplulis magistro gentium assfstalis, laudibus hunc super ethera clevantes. 2 b Ilic lupus licet servorum ovile domini turbaverit, micior agnelli vidiere induitur. 330 3 a Et qui nunc (l. tunc) sub umbra prisce legis, velamine Mosäico ohsitus, demoni se prebuil bospitium, 3 Ecce nunc, celesti iliuslratus ex iubare, pneum&tico agio niti- dum vas exhibet el äleclum. 4 Nee niora, ubi Christum vidit indignantem, quod sibi pre- sumpsisset contra calcitrare, se protinus coaptavit ad eius opus. 5 a Iamque baptizatus atque spiritalis unetiöne charismalis re- feclus, pldbi iuslorum iungitur. 5 b Et qui paulo ante castra ebristiana persecütor invaserat, pro isdem dimicans Signa corripit. 6° Et primo congressu rabiem iudaicam in Damasco confuderat acri bcllo. 6 b Exinde collectis viribus arabicam experiri profeetus est barbariem. 7° Denique iste belliger exitnius Asiam et Libiam indonulam monarcho primali tribntarias esse fecit, 7 b Noctibus tarn indefessus ut diebus, ad solam summi imperä- toris Iaudem arte et virtute palme gloriam assistere (l. asciscere). S a llic Cflicos et Aebaicos Rodios Iconiam Tbesalönicam Pon- llium Galaciamque vicit, S b Emäthios Tröas Epbesios Atticos Corintbicos Pampbilicos Cretas Traces el lllirieos. 9 a His pro südoribus sie eum coronavit dominus, Ü b Ut arebana celi prius intraret quam obierit. lü a Post longos in membris mundi conflictus Caput ipsum Romain in fmpetu mentis adit. lü b llanc tanto propuJsaverat triumpho, mole ut vincendi ipse quöque oppeteret. XIX MODUS QUI ET CAHELMANNINC 109 11* Quem verus tantas sibimet rex ferentem videns laureas, ll b Simoni ducum principi mox coequalus (/. coequat) in arce poli. 12" Nunc preces fündile sedulas, qui gracia vos Christi nosiis fn- dignos, quia Paulus hie magnus est apud deum, 12" Ut preces dändo coulinnas magnus ille nos in paradisiacis in que raptus est collocet secum locis. 13* Kos igitur supplices in liac die nee non omni tempore, o Paule, cum Christo reflee, 13 b Ut Studium fidei legittimum liaud Iapsis permeantes cursi- hus coronam reporlemus. bekanntlich hat uns auch Ekkehard IV (casus SGalli c. 9. MG. SS. II, 118) von einem Iidius Charromannicus (lidius dh. aus der lydischen kirchen- tonart gehend, über Charroman für Charloman s. vArx zu der stelle) nachricht gegeben, die falsche meinung, sagt er, man brauche im lateinischen keine andre als die deutsche Wortstellung zu befolgen, habe Ekkehard I noch in seinem Wallharius manu forlis irregeführt: sed poslea non sie, ut in lidio Charromannico 'mole ut vineendi. Ipse quo- que oppouam'. diese worle stimmen bis auf das letzte genau mit ab- salz 10 b der Paulussequens: vermutlich haben wir also in dieser den lidius Charromannicus des Ekkehard I vor uns, und Ekkehard IV cilierl ungenau nach dem gedächlnis: denn dass mit diesen worten das gedieht Ekkehards 1 beginne, wie Lachmann (über die leiche s. 430) und andere annehmen, folgt nicht aus Ekkehards IV worten. es kann nun kein33l zweifei obwalten, dass der modus qui et Caretmanninc, die sequenz In- clito, jünger als die Paulussequenz Ekkehards I (gestorben 973) ist. der text des modus scheint ungefähr in das zweite oder drille jahrzehend des XI jh. zu gehören; denn die frühesten datierbaren Sequenzen, in denen sich das eindringen des reimes zeigt, sind die auf den tod erzbischof Heriberts von Köln (1021: das gedieht ist aber wenigstens nicht unmittelbar darnach entstanden, vgl. z. 115/'. bei Fröhner zs. 11, 10) und die zwei (JGrimm lal. ged, s. 333—335, Fröhner zs. 11, 10—12) auf den tod Heinrichs II (1024). aber auch seine rhythmische form wird nicht viel älter sein: den Zeilen 56—59. 00—G3 und ebenso den z. 34 bis 37. 38—41. 42—45. 46—49 kann im gegensalze zur ursprünglichen sequenzenform (vgl. den excurs zur Samariterin) der characler von eigentlichen Strophen nicht abgesprochen werden, auch sind die hier, wie im modus Liebinc und modus Ollinc, auftretenden, auf eine ganze zeile oder mehr sich ausdehnenden musikalischen refrains doch etwas ganz anderes, als die anfangs üblichen in allen absälzen gleichen oder ahnlichen schlusscadenzen (Wolf über die lais s. 140). vergleicht man nun das jüngere gedieht mit dem älteren, so zeigt sich die silbenzahl der Strophen oder absälze mehrfach gleich, ohne dass rhylhmus oder •cilenablcilung übereinstimmen, so gleich der eingang: Inclild coelörnm «US sit dfgna deo neben Concurrile huc populf et fnsuläe. man sieht, dieselbe nolenreihe, welche Ekkehard iambisch behandelte, ist von dem jüngeren dichter mechanisch in Irochaeen gebracht, ja er hat sogar die Gliederung in zwei halbzeilen mit der betonung Inclitö coelörüm | laus 110 XIX MODUS QU1 ET CARBLMANKINC sit dfgna deö hineingetragen und so aus sechs takten acht gemacht, dasselbe Verhältnis wiederholt sich nun mehrfach, s. Bartsch aao. diese mechanische abhängigkeil von der sübenzahl zeigt aber, dass der Verfasser unserer Sequenz Inclilo nur nach der l'aulussequenz arbeitete, wenn partienweise die Übereinstimmung gänzlich aufhört, so spricht das nicht notwendig dagegen, die enllehnung solcher melodien mochte freie Umgestaltung, ja grofse zusätze nicht ausschließen, und selbst die Variation gegebener tonfolgen gewährt, wie sich unten zeigen wird, ziemlich weilen Spielraum. (über eine drille sehr unsichere spur derselben melodie s. Fröhner zs. 11, 29; Bartsch s. 162.) wir finden uns also auf Ekke- hards gedieht zurückgewiesen, was schon die Überschrift andeutet, 'modus Carelmanninc, von einem Carelmann erfundene form lateinischer Sequenzen erklärt Wackernagel hdtvb. s. 155\ indem er das überlieferte qui et nicht berücksichtigt, ivas besagt aber eine form lateinischer Sequenzen (melodie), die auch von einem Carelmann erfunden ist? Wackernagel hat offenbar das suffix ing zu slricl auf die abstammung, das grund- wort auf den Urheber bezogen. Carelmanninc bedeutet hier offenbar nichts anderes als Ghacromannicus in SG allen, und nichts hindert uns, gerade wie beim modus Ollinc und Liebinc nicht sowohl an einen dichter als an einen hehlen Karlmann zu denken, der zuerst in jener melodie besungen wurde, welche Ekkehard seiner Paulussequenz zum gründe legte. wer war dieser Karlmann ? Karls des grofsen bruder steht wohl der zeit nach zu fern, und die bekannte stelle des poeta Saxo 5, 117—120 (MG. SS. I, 268. 269) darf man also nicht herbeiziehen, näher liegt der söhn Ludwigs des deutschen, der seil 876 könig über Baiern und die östlichen marken, seil S77 auoh über Italien war und 880 starb, wurde etwa seine empörung gegen den valer besungen, sein entweichen aus der Regensburger haß bei gelegenheil einer jagdparlie 864 oder die Versöhnung, die ein sehr gutes Verhältnis herstellte 865 (Dümmler ostfränkisches reich 1, 528. 559 = 2 2, 87. 119)? oder wurde die dichterische phantasie durch den raschen glorreichen zug nach Italien gegen 332 seinen oheim Karl den kahlen beflügelt'! eben halte der westfränkische herscher das deutsche nalionalgefühl gegen sich erregt und in der Schlacht von Andernach eine harte lehre empfangen (8 october 876). aber seine ungemessene phantasieret zog ihn nach Italien, mit großem glänz wurde die beslätigung seiner kaiserwürde in scene gesetzt, in Pavia war er mit dem papsl zusammen, als plötzlich Karlmann mit einem heere in der Lombardei steht, um sich Italien zu erstreiten. Karl wird von seinen vassallen im stich gelassen; wie in jener Schlacht am Rhein so muss er auch hier wieder sein heil in der flucht suchen, fiebernd wird er über den mont Cenis geschafft, in einer elenden hülle stirbt er unterwegs 6 october 877 (Dümmler 2, 34—55= 2 3, 33—54). dieser 'erste erfolgreiche zug eines deutschen königs nach Italien' (Dümmler 2, 68 — 23, 67) und der sieger, der ihn führte, mochte wohl zu poetischer verherlichung auffordern, wenn das unternehmen auch in not und pesli- lenz und tod des helden auslief, genug aber, wir haben gesehen, dass das leben Karlmanns sehr wohl passenden sloff bot für ein gedieht. XIX MODUS QUI ET CABEUIAXXINC \\\ PnIl!L Wir mm " Uf (Ue form lUuses Oedichles ohne reelleres aus der JT3? «*«•/»•»? der gebrauch der sequenzenform zur behand- i ng weltlicher slojfe laust sich Überhaupi vor der otlonischen zeit nicht nau neuen und ist an sich sehr unwahrscheinlich kaum 30—40 jähre *acn erfindung derselben, als sie über das kloster SGallen schwerlich iahr?aa* aUS9 l drWngen war: dcnn ersl zwi$chen 881 und 887 (im J nre 885 nach Dümmlcr sangall. denkm. s. 259) widmete Nolker Bal- wus sein sequenliar dem erzkaplan Liutward von Vercelli. wir müsten a so, wenn es ein lateinisches gedieht war, die hymnenform voraussetzen. oer sollte Ekkehard aus einer und derselben melodie, die sich strophisch niederholte, seine dreizehn verschiedenen gebildet haben? wir werden oni au f e, n deu i scIles gedichl in ungleichen strophen> ähnlkh dem un _ c nZ rf € l T lUaen { udwi SsUede, schliefsen dürfen, jede melodie zu wealn ,7 ! ° '"" """' e durch die f reiheU *" rhythmischen be- daräu Ke*J\Ti T ^ ma *W in sich besitzen, und HclT ablZJ UrCh : a T i0n l6icM eine aröfsere anzahl zwar ahn- sichschZbj r r:f ncdmer melodien f/ewinnen - EkkM 6~v« uechTinZ clZ? r H: , Wir ßnden iamben > lrochae ™ ™* Daktylen, l^r^^Z^T^u^STert 1 . T hen r d ' S mitVerl daliylen für trochaeen «n und Ät'Ä 8£ VZ silbtger schluss mit dreisilbigem wechseln, trotzdem ist die süienal solcher correspondierender absälze in der regel gleich und variiert höchstens um eine silbe; Ekkehards verfahren gegenüber dem deutschen gedieht w>ird ein ähnliches gewesen sein, wie das des Verfassers der Sequenz In- WUo gegenüber dem lidius Charromannicus. nun finden wir bei ihm folgende sübenzahlen: 12 im absalz 1, IC in 9, 17 in 11- 2in 6 und 10, 27 oder 28 in 13, 30 in 8, 30 oder 31 in 2, 31 in 5 32 m 3 33 in 12; 38 oder 39 in 7, etwa 39 auch in dliLlen ab- Teilte tL\ 7, ^t mf ^ ^ndformen zurückführen, wovon varti^ TT „ * "f 17> ^ ZWHIC ZWÜchen 25 und 33 silben 'f ■ l""'?" 4 ° * e ™^. äer alleinstehende ab- testen L^r V? * 159 "" ve ^lehen) erinnert am bestimm, einel Zn i r T""*' SMiefsl mm aUS dcr le ^™ ^ile auf die 2 arundt aUf T W ^ ** feilen, ungefähr wLe sirophe i■ fT der einfaChen la «9*~eile, die zweite der otfridischen hätten «,,7V , einer Str ° phe VOn drei ^gzeilen entsprechen, wir "■Ta-TL^T*, W0Ä/ *" 9ediC,U «""««**. ^rin zweizeilige excurt -T T ,°P hen wechselten und zwei oder drei oder mehr (vgl. ebeZwZ L ? dm 9 slied ) Podien verwendet wurden. Ekkehard konnte 333 elwadil 1 ■] ie dner einzelnen tangzeile herausnehmen wie die m - v ™ gzeUm verschiedener melodien mit einander combinieren. «»> beste de> ' Varialion aber ' die ilm *« geböte stand, lässt sich lieh »naT a>l den sc ^ ussca denzen in vorhandenen melodien anschau- sanctificaV^ ich wahle zwe i dem Nolker Balbulus zugeschriebene: Dips us nr. 5 in Schubigers exempla und Trinilas nr. 8 bei Schubiger. 112 XIX MODUS QUI ET CAHELMANNINC in der ersleren stellen sich die schlusscadenzen in folgenden verschiedenen gestallen dar: chaaga a c h a g a a c a g a a in der zweiten ist die Variabilität eine viel gröfsere, indem geradezu crweilerung stattfindet: C a g f g g c h a g f g g fache a g f g g fach a b g f g g und aus der vorletzten schlusscadenz ist der ganze letzte absatz in dieser weise gebildet: ffachcagfggfaa g. XX MODUS FLORÜM. A Wolfenbiiltler cod. Aug. 56, 16 bl. GV. 61 b . FAEbert aao. s. 79. Dume'ril s. 276—278. CWFröhner s. 5. 6. B Cambridger hs. Gg. 5. 35 bl. 436 a . Jaffe s. 471. 472. KHofmann aao. 457 f. KBreul zs. 30, 187. 8 es fehlt wohl ein zweisilbiges wort; dann zählen die Schlusszeilen der abschnitte alle gleich viel Silben und können als musikalische refrains angesehen iverden. die Wortbetonung hier wie im Carelmanninc oft verletzt, so dass man zb. z. 12 praedieftur, fili'am lesen muss. aber schwerlich z. 1—3 dreimal hinler einander mendosilm quam, püerülis, quo modülos an derselben stelle des verses. ob die belonung puerulis cöm- mentätam oder puerulfs cötnment&tam anzunehmen sei, würde rein metrisch betrachtet hier wie in vielen fällen zweifelhaft bleiben, man würde etwa je nach der gröfseren oder geringeren schwere oder der synlac- lischen zugehörigkeil der entscheidenden silbe von einer caesur oder von einem daktylus sprechen, die sache erklärt sich leicht, wenn man weifs, dass die allen mensuralislen den daktylus, dh. longa brevis brevis, nicht anders maßen als: 3 lempora, 1 tempus, 2 lempora. so hat auch Brücke physiol. grundlagen der nhd. verskunst s. 52 beobachtet, dass die zweite kürze des daktylus eine neigung habe, sich auf kosten der ersten zu verlängern, vgl. Harlcl homerische Studien 1, 440, und MHauplmann Harmonik und metrik s. 325. 350 notiert den daktylus: punktierte achtel, sechzehnlel, achtel, was über vorliegende z. 1—3 die weise bemerkung Germ. 9, 59 anlangt, dass der daktylus einen trochaeus vertrete und daher die 10 silben nicht herauskämen, so vgl. den excurs zu XIX über die Paulussequenz Ekkehards I. 12 vielleicht praedicalur, um die ver- 33iletzung der worlbetonung nicht zu häufen. 23 das ohr braucht nicht verletzt zu sein, um eine Öffnung zu bekommen, bei der honig ausßiefsen kann, welchen sinn hätte also die hervorhebung eines solchen umstandes? XX MODUS FLOSUM 113 34 die lesarl von B versteifst gegen die zu z. 8 gemachte beobachlung. über das zugesetzte falsa s. zu XXI, 47. Der modus ßorum ist das älteste jener bekannten und verbreiteten lügenmärchen, über welche WGrimm KBM. 3, 408, Uhland 3, 223 ff. gesprochen hat. dieselbe einldeidung zeigt ein märchen aus dem münsler- ischen EHM. 3, 193/". in den Schleswigholstein, sagen nr. 209 rettet sich ein Spitzbube durch lügen vom lode: die anerkennung der lüge wird dem amimanne, wie hier dem hönige, durch eine beleidigung entlockt, die erwähnung einer Urkunde oder eines Zettels, welcher diese beleidigung enthält, und dessen seltsamer fundorl kommt auch in Wuks serbischen märchen nr. 44 (KHM. 3, 336—338) und in Schleichers litauischen märchen s. 37. 38 vor, nur dass den hasen ein fuchs oder ein hund vertritt, der modus florum kann also für die erwähnten züge die quelle repraesenlieren, wie er denn alle verwanlen erzählungen an innerer folgerichtigkeil übertrifft, er fällt, nach seiner reimlosigkeil zu schiiefsen, spätestens in den anfang des XI jh. und vor den modus qui et Carelmanninc. mit diesem stimmt er aber darin überein, dass wort- und versaccent nicht zusammenfallen, wie dort ergibt sich die regel des baues aus der betrachlung der Silbenzahl der verse, und zwar besteht der modus aus 4 X 10, 4 X 8, 8. 10. 8. 10, 3 X 6. 4 X S. 10, 2 X 6. 7X8. 10,10. 10, 8. 10 silben. die melodie wiederholte sich, wie es scheint, nur in z. 31. 32, so dass die poinle der erzählung des Schwaben und der entscheidende ausruf des königs durch die musik parallelisieri wurden, was Bartsch lat. Sequenzen s. 145/. vorbringt, ist blofs geraten ohne alle anhaltspunkle. das wesentliche der form (die sich ähnlich im Lanlfrid und Cobbo XXI11 wiederfindet), die abwesenheil eines durchgehenden parallelismus, gestattet sich schon Nolkcr Balbulus in kurzen sequenzmelodien wie In te doruine speravi, Qui timeut, Exullale deo, Con- fitemini (Schubiger sängerschule SGallens, exempla nr. 17 —19. 22). ich glaube, dass diese freieren Sequenzen in gewisser weise das vorbild abgaben für die deutschen unslrophischen gedichle. in dem ältesten stücke dieser art 'himmel und hölle', in welchem auch die reimlosigkeil auf nach- ahmung der sequenz beruhen kann, findet sich eine gewisse regelmäfsig- keil des baues und die abwesenheil jeder gliederung dicht neben einander: diese im zweiten, jene im ersten teile, dessen abschnitte nach der reihe aus 12. 14, 8. 6. 4. 6. 8, 10. 2, 10. 18. 10, 5. 2 Zeilen bestehen, in den nächställeslen gedichten ist der länge der abschnitte stäts einige beschränkung auferlegt: so zählt im Anno nur einer (z. S09 — 836) mehr als 13 reimpare. es wäre übrigens zu erwägen, ob nicht die sieben ersten Strophen des Annoliedes von 18. 18 (*. 9. 10 = 25 c. d Bezzenb. sind zu streichen). 22. 14. 22. 12. 12 zelten zu vier bis sechs hebungen ein abgeschlossenes, vielleicht dem chorgesange bestimmtes ganze bildeten, woran das übrige gedieht sich als Vortrag eines einzelnen schiiefsen mochte, in ähnlicher weise, aber nicht zu gleichem zwecke, Qehl der übrigens unslrophischen und aus regelmäßigen, viermal gehobenen Zeilen bestehenden exodus eine einleilung von drei, in der Mil-3'ib DENKMÄLER II. 8 114 XX MODUS FLORÜM stäter hs. auch äußerlich durch ein darauf folgendes Amen abgetrennten Strophen zu 10. 10. 14 Zeilen voraus (vgl, die 14 zeilige Strophe am schluss), wovon z. 1. 2 der zweiten und drillen Strophe je 5 Hebungen zählen, auch die alle Wiener genesis und wohl noch manches gedieht des frühen XII jh. gliedert sich in kurze abschnitte (vgl. zs. 20, 310/".), die in den hss. sorgfältig angegeben werden und nicht auf zufall beruhen können, die forllaufenden reimpare der höfischen poesie haben hier ihren Ursprung: das machen schon die drei reime am Schlüsse der absälze wahrscheinlich, welche Wirnl von Gravenberg aus der geistlichen poesie des XII jh. in die höfische einführte (deutsche Studien 1, 338). sie scheinen sich schon in der allen genesis z. 3611. 3620. 3661. 3746 Mafsm. zu finden und können nicht auf dem boden der deutschen melrik selbständig erwachsen sein, bemerkenswert, dass es gerade auch zwei erzählende lateinische gedichle sind, an welche wir hier anknüpfen dürfen, die verlängerten Schlusszeilen der abschnitte, die noch einen andern Ursprung haben können (s. excurs zum SGallusliede XII), sind im modus forum ebenfalls vorgebildet, man darf daher auch die über- mäfsig langen seilen innerhalb der abschnitte nicht ohne weiteres der Unwissenheit der Verfasser oder gar einer angeblichen reimprosa zurechnen, da die freiheilen der lateinischen sequenz auf die in rede stehenden gedichle ebensowohl übertragen werden mochten wie auf die von der form der summa theologiae. für die möglichkeil der reimprosa als dichterischer form schien mir die erzählung .'de Prolerii filia' bei Jaffe Cambridger lieder nr. 10 der erste beweis (vgl. Bartsch s. 144), bis ich merkte, dass die absälze parweise nahezu gleiche silbenzahl haben, das wesen der reimprosa kann man vielleicht am besten und bequemsten an des Honorius von Auiun speculum ecclesiae studieren, sie steht weil ab von den deutschen gedickten, welche Wackernagel darauf zurückführen wollte und in denen das grundmafs von vier Hebungen überall durchzuerkennen ist. vgl. zu dem hier gesagten noch die ex- curse zu XX1I1 und zu XXXIV. XXI MODUS LIEB1NC. A Wolfenbütller cod. Aug. 56, 16 bl. 61 b . 62 a . FAEberl s. 80. 81. Lachmann im rhein. mus. f. philol. 1829 s. 431. B Cambridger hs. Gg. 5. 35 bl. 435 d —436 b . Perlz archiv 7, 1002: nur die erste Strophe. PhJaffc s. 472—474. KHofmann Münchner Sitzungsberichte 1872, 459. KBreul zs. 30, 188; auch lag seine abschrifl vor. 1 die caesuren habe ich nur z. 31—46 bezeichnet, wenn man es, wie hr. Bartsch Germ. 9, 59 befiehlt, auch 'in den Schlusszeilen jeder Strophe nach der achten silbe tut, so kommt man z. 23 damit glücklich mitten in das wort extrema. so sorgfältig werden die bemerkungen überlegt, mit denen man uns meistern will. 2. 3 der rhythmus beider zeilen kehrt am ende jeder Strophe wieder. 13 B will die silben- gleichheit mit der metrisch entsprechenden, durch das interpolierte subilo XXI MODUS LIEBINC H5 xu lang gewordenen zeile 8 herstellen, aber was soll die anwesenheil der • mimi, wenn es doch nur auf die iuvenes ankommt? es liegt vielmehr in der art aller spielmannsgedichle, den fahrenden eine wichtige rolle in dem verlauf der geschickte selbst zuzuteilen, und vollends die 336 lebemanner sind gerne als spielleule hingestellt. 30 die nachträgliche Motivierung für den gang der frau in die Alpen, welche in der zusalzslr. von IS vorliegt, verslöfsl nicht blofs gegen eine vernünftige Ökonomie der erzahlung, sondern auch die dreizahl gleicher Strophen gegen diu regel wenigstens dieser Sequenzen, welche li freilich auch XIX, 30 verletzt. 33 V gi. u or carm u 1( t7 mox reficit ra(is q uassas# 47 vg i zu XX, 34. während die ursprünglichen texte sehr wohl in dem vaterlande der sequenz entstanden sein utid sich darin die Schwaben mit ihrer eigenen list und Schlauheit brüsten könnten, trägt der Überarbeiter von B den bösen leumund in die gedickte hinein, welchen der alemannische stamm bei den übrigen Deutschen zu jener zeit genoss: Anselmi CZr » "• ?6. MC. SS. VII, 204 illum perfidiae accusat et fraudis «« 1^"" r ° n - '• Laureniii Leod - c ' 9 " MG - SS.VUI, 265 de bSdZJZa äT'T" qUi , Se " ,per ' m& * et inst;lbiles "«"* fuerunt: budemal und bei derselben gelegenheil gegen bischof Kollier von Lüllich gesagt, von dem es bei Anselm c. 25 ,. 203 keift/ genorc quWem Ala- mannus, sed admodnm omn, morum deganüa insignitus; AGartneri proverl dictena bei Hone anzeige,- 7 (1838), 507, anz. 15, 141 usw. Suevia promissa perceplo miniere frangit; EManin bemerkungen zur Kudrun s. 15 führt an ThPlaller s. 54 ein unlrüwer Schwab, über den sonstigen leumund der Schwaben Wackernagel zs. 6, 258 ff. über ihre rolle im schwank Unland 7, 616 ff. Schnorr von Carolsfeld zur geschickte des deutschen meistergesangs s. 19/'. Sextus Amarcius (ed. Manilius 1, 440), der in der zweiten hälfte des XI jh. dichtete, lässt einen spielmann (iocator) vor einem vornehmen Herren unter anderem ut simili argutus uxorem Suevulus arte luserit, also das vorliegende gedieht singen, vgl. Haupt in den monalsberichlen der lerhner akademie 1854 s. IM f. zwei andere lat. poetische behand- lungen des Stoffes teilte WWallenbach zs. 19, 119 ff. (vgl 240 498) T/\n h -V' die fabel geben JGrimm myth- 1 305* (vgl. myth.* 528. 855**, Wal~V\' n dHa ° en Sesamlabenleuer 2, liii— lv, IlKurz zu Burkard Uhland* Ion £w"*! ZW volkskunde s - l 01 f- nachweisungen. vgl. ri«. „ ii '• ass von dcn beiden alldeutschen gedickten das a i gundlage nach ältere bei Lassberg lieders. 3, 513, Hagen 3, 726 " ' .77, V0ri "'0ende lateinische zurückgehe, wie Scherer meinte, ist sehr ™"l? uta fl: d ™ jüngere dagegen (zs. 7, 377, Hagen 2, 383) hatte wohl mit 3 , enei1 deulsche vor <™id Septimus (bei Goldsmilh, s. Landau quellen des decamerone 0 - s. 267/".); » den von Amicus und Amelius, Engelhard und Dietrich (die ansieht « e * hrn. RvMulh Wiener Sitzungsberichte XCI (1878), 223 — 30, der -« lolge für Engelhard eine besondere gruppe C zu statuieren wäre, entbehrt jedes halles), Ludwig und Alexander (Keller li romans des sepl 122 XXIII DE LANTl'RIDO ET COBBOXE sages s. cc\utff. FBodensledl Shakespeares zeilgenossen 1, 202), Ohcier und Artus, die letztgenannte fassung ist wenig bekannt. Fischart erwähnt an einer bekannten stelle des podagrammisch troslbüchlein (s. Wackernagel Fischart s. 91 n. 193) neben anderen volksromanen auch die geschieht von Olwier und Arlo, und eine anspielung darauf ist es, wenn nach Röhrich milteilungen 2, 151 zu Pfalzburg im j. 157 3 ein französischer pfarrer Alexandre Olivier auch Artus genannt wurde. das deutsche Volksbuch kenne ich aus einem exemplar der Dresdener biblio- thek: Ein schöne vnd | kurtzweilige History, die da | sagt vonn zweien Königs Kindern, | Welcher einer Olwyer ist genannt gewe- | seil, eins Königs Son aufs Castilia, Vnd der andere | Artus gheissen, der auch eins Königs Son aufs | Algarhia genannt wirdt, Welche beyde j Brüder sind worden, auch wie sie viel | Vnglücks mit einander erlitten | haben, Vnd doch wider zu | hohen Ehren kommen | sind, fast lieblich | zu lesen. | (vignetle) P bogen 8°. am schluss: Gedruckt zu Franckfurdt am Mayn, durch Weygandl Hau, an der Schnurgassen zu dem Krug; ein bekannter Verleger für derartige lilleratur. das buch ist laut vorrede aus dem französischen übersetzt durch Zyely von Hern aufs Ochllandt, diese history ist ihm fürkommen a° 1511 zu welcher zeit ich meiner Günstigen Herrn von Bern diener gewesen hin in jhreni Kauffhaufs. über Wilhelm Ziely von Bern, seine beiden romane und deren ausgaben s. JBaechlold im Berner laschenbuch 27 (1878) s. 45 ff. Uans Sachs hat daraus eine comödie gemacht 2, 3, 58 (31 december 1556). soviel zur Vermehrung des malerials. den kern- und ausgangspunkl der sage enthält offenbar die kurze orientalische erzählung bei WGrimm zs. 12, 188 nr. 3: ein 343 fürst aus Balch (ich nenne ihn Prophilias) liebt eine ihm unbekannte damc, die sich als frau seines Bagdader wirles (Athis) erweist. Athis ist grofsmülig, er lässl sich von ihr scheiden und überlässl sie jenem, durch einen zufall wird der grund der Scheidung entdeckt und der fürst, nicht weniger grofsmülig, gibt die frau zurück, wird die Sache anders gewendet und muss Athis wirklich verzichten, so fordert die ausgleichende gerechtigkeil des märchens, dass der glücklichere Prophilias seinerseits in die läge kommt, dem freunde ein grofses opfer zu bringen, das geschieht in A: Athis wird elend arm und unglücklich, gibt sich für einen mörder aus, Prophilias erkennt ihn im letzten augenblicke, erklärt sich selbst für schuldig, aber die wahrheil kommt heraus, indem der wirkliche mörder sich stellt, diese molive sind in B greller herausgetrieben: Athis (Dietrich) wird aussätzig, Prophilias (Engelhard) gibt seine kinder für ihn hin, diese werden durch ein wunder gerettet, der erste teil der sage ist nun aber in ß ebenfalls verändert: es findet keine ablrelung stall, sondern eine Stellvertretung, und zwar ursprünglich wohl so, dass der unverheiratete Dietrich-Amicus den ihm körperlich zum verwechseln ähnlichen Engelhard-Amelius im Zweikampf vertritt, um zu beweisen, dass letzterer kein Liebesverhältnis mit der königstochter Engellrud unterhalte, durch das glücklich ausgehende goltesurteil erringt er sie für den freund, beim beilager trennt er sich von ihr durch ein schwert. so oder ähnlich haben teir uns wohl den anfang der geschickte zu denken, XXIII DE LANTFRIDO ET COBEONE 123 in welche uns das vorliegende gedieht muten hinein versetzt, auch Lant- frid und Cobbo scheinen gestaltgleich zu sein, in omnibus similes 5, 15. Cobbo ist des regierens [vielmehr des königsdienstes] müde, er will nach hause zu brüdern und magen, wie Prophilias von dem erkrankten vater nach Rom gerufen wird und Dietrich infolge des lodes seines vaters nach Brabanl zurück muss. es stimmt mit A, dass das meer ihn von der heimai trennt, dass bei dieser gelegenheil das verlangen nach der frau (oder braut) des freundes laut wird und dass er dieses verlangen direel und mit dem bewustsein, um was es sieh handle, ausspricht; es stimmt mit der ursprünglichen orientalischen aufjässung, wenn die ab- Iretung grofsmülig nicht aeeepliert wird, das verlangen kann aber dann, nach den veränderten umständen, nur ein scheinbares, das ganze nur ein probestück der freundschafl sein, ich denke mir, Cobbo gieng etwa aus ähnlichen Verhältnissen hervor wie Engelhard (der sonst dem Lanl- frid entspricht), er ist arm und stammt aus einer kinderreichen, wenngleich vornehmen (4, 3) familie. er sucht jenseits des meeres sein glück, findet in seinem doppelgänger Lanlfrid einen bundesbruder, mit dem er sich an einen ausicärligen hof begibt. Lanlfrid (wohl der vornehmere, umgekehrt wie in B) liebt die königslochler, Cobbo hilft sie ihm erringen in der oben vermuteten weise, nur ohne scheinbeilager, was eine Wiederholung der motive gäbe und auch nicht nötig ist, wenn Lanlfrid verborgen in der nähe bleibt und gleich nach dem kämpfe des freundes stelle einnimmt, der Schwiegervater stirbt wie Frute, Lanlfrid folgt ihm in der regierung ivie Engelhard und macht Cobbo zum milregenlen [für eine königslochler und den erwerb der königlichen herschaft spricht nichts in der Cambridger, dagegen die Pariser fassung s. u.]. nun die scheinbare abreise mit der freundschaflsprobe, Cobbo bleibt und lässl etwa seine brüder kommen, um aus ihnen grafen und herzogen zu machen (vgl. Engelhard z. 5118/?".). dass hierauf noch etwas folgte, glaube ich nicht: jeder freund hat an aufopferung für den anderen das seinige getan und beidemal handelt es sich um die frau, Lanlfrid soll abtreten, was er dem Cobbo verdankt, was uns hiervon im gedieht vorliegt, hat sehr individuelle geslall gewonnen, dahin rechne ich insbesondere, dass Lanlfrid dem absegelnden freunde nachsingt und verzweiflungsvoll das saitenspiel zerschlägt: in dieser er findung verrät sich der spielmann, aber der von ihm benutzte Stoff belegt uns eine merkwürdige enlwick-Sil lungsslufe der sage, die wir bisher nicht kannten, das orientalische märchen erscheint nach der richlung von ti fortgebildet als B\ in einem früheren Stadium der forlbildung halle sich A abgezweigt, welche jassung definitive Überlassung der frau und die daran hängende aus- gleichung einführt und dann auf B* zurückwirkt, um daraus B zu machen und die doppelbeziehung der frau zu einem zufälligen moment herabzusetzen, all diese fort- und Umbildung aber vollzog sich aufserhalb eutschlands, ohne dass doch, wie es scheint, die einmal angeregte über- leferung der freundschaflssage in Deutschland völlig abbrach: denn B' fW ** UlS Lant f rid und Cobbo teilt, wenn meine herslellung nicht 11 geht - mit B des XIII jh. als Engelhard und Dietrich noch einige 124 XXIII DE LANTFRIDO ET COBBOKE besondere züge. ob nicht deutsche spielleule auch in deutscher spräche von jenen freunden sangen? ich zweifle nicht daran (vgl. deutsche Studien 1, 343), obwohl unser dichter im absalz 5 nichts von anderweitigem gesang erwähnt, sondern sich auf geschriebene freundschafts- beispiele beruft, [vorstehende ausfuhrungen werden kaum alterierl durch die metrische behandlung des gleichen themas, welche GParis 1888 im augusl-septemberheft des mögen age s. 179—84 veröffentlicht hat: sie fand sich auf leere stellen der bl. 114 ab . 113 a des ms. lat. 242 der Pariser nalionalbibliolhek von einer band des X/Xl jh. eingetragen, was ihm seitdem an besserungsvorschlägen anderer — darunter auch ein reconstruclionsversuch von mir — bekannt geworden, hat Paris in derselben monalsschriß 1889 s. 285—89 mitgeteilt, indem ich darauf ver- iceise und bemerke, dass aufserdem ein lexlenlwurf von dr. LTraube zu meiner Verfügung stand, begnüge ich mich mit einem abdrucle der mir wahrscheinlichsten fassung des ungemein verderbten Stückes unter angäbe der lesarlen des codex P. mehrere aus metrischen gründen von Paris vorgenommene und von mir früher gebilligte änderungen verwerfe ich jetzt mit Traube im Hinblick auf den durch WMeyer der ludus de anlichrislo 1882 s. 59 für iambische und trochaeische reihen als erlaubt nachgewiesenen laklwechsel. 1 Cum insignium uirorum gesla dictis fulgeant, dulcibus ecce iam decet ut modolis clareant, quatinus illorum facta fulem nobis augeant. 2 Sepe namque, que uidetur ociosa cantio, pura nobis impulatur fulei deuocio, eeu scolastici ludentes canimus in limpano. 3 Quodam tempore fnerunt duo niri nobiles, sicut fabulae testantur et scurrarum complices, unus Cobo uoeahatur Lantfridus et consoiles. 4 L'nus patria de nna natus est nobiliter, alter exul terre, nalns online Debiliter. nni donino ministrantes seruiebant pariter. 5 Primus enim unus borum dixit, Cobo nomine: 'amplius nolo morare, Lantfride carissime, nee alterius parebo dietis, frater oblime. 6 Trans maria nauigabo: proereant pericula 1, 1 gestis dictis fulgead P 2 dueibus V decem P claread P 3 augead P 2, 1 consio P 3 scolasticorum dentes canimnus impano P 3 nach der verschollenen hs. von Beauvais, ems welcher die str. bei Du- cange s. v. sodes mitgeteilt ist 1 Quadam /' 2 fabula testatur scrutare P 3 lanfridus (so immer) est consule P 4, 1 patria] patri et P 2 exul terre] ex allere P nomine P flebi- liter Traube] fleliciler M ich halte den vers aber noch für verderbt 3 in una domo P ministrantes resp. menestrantes Traube] penetrantes P 5, 1 Primmus P orum P 2 innumerare P carisme P 3 nee] sed P dictis] dixit P 6, 1 marea P proptre unc periculum P XXIII DE LANTFRIDO ET COBBOKE 125 mei send et propinqui in terra domestica; forsitan illorum sanguis erit mihi gloria. 7 Primus Cobo ad Lantfridum tlixit inier epulas: 'multas ualde tesä'urorum posui diuicias, quas tibi fieri uolo: mihi dono capias.' 8 Lantfridus ei respondit: 'meum est hoc facere. tu trans mare nie uenisti uisitando querere; ego tibi multn bona debeo rependere. 9 Die mihi, quomodo tu uis fieri placabilis?' 'uxor ad amandum lua mihi est amabilis.' 10 Cuius uxor sexu ita fulgebat in talamis, splendor solis utque luna rutilat in radiis, ac pre eunclis speciosa uidebatur feminis. 11 Cobo tantum perscrutare uolens amiciciam 12 .............. 'nam et ego tesaurorum posui diuicias, quas tibi fieri uolo : mihi dono capias.' 13 Lantfridus enim per manum uxorem aeeipiens tradidit Coboni; sedit in litus prospiciens, usque ad naues cum illa pergeret egrediens. 14 Cunique in eilarizaudo aeeepisset nenias, canticum cordarum dixit: 'Cobo, fidem teneas!' alque repetebat echo: 'Cobo, fidem teneas!' 15 In oecursum quidem suum cum uenissent inuicem, Lantfrido cum iuramenlo suam reddit coniugem: 'sine crimine ac firmus permansi in stabilem.' 6, 2 dumestica P 7, 1 Primmus P 2 ualdes tresaurorum posuit P 3 dono capias] dö cupias P; mihi = a nie 8, 1 oc P 3 rependere fehlt P 9, 1 comodo P 2 keine liieke P 3 tuam P 10, 1 sexu ita] sexsuit P 2 utque Traube] adque P 3 eunttis P uidebantur femina P 11, 1 amicicia P 2—12,1 keine lücke P, der umfang der lücke mit Traube 12, 2 tresaurorum posuit diuias P 3 do cupias P 13, t enim] ei P manu P 2 fidem illius prospiens P; sedit ist jedoch schwerlich das ursprüngliche 3 naues quobo cum P 14, 1 in] i P mumnns P: hier stecht gewis noch ein fehler 2. 3 tenead. ( l" e P 3 echo fehlt P tenead P 15, 2 lanfride con P 3 firmum P permansi Traube] permansit P instabilem P Paris nimmt vor str. 7 eine gröfsere lücke an, indem er die meinung e ü l , dass Cobbo ein erstes mal abgereist, dann mit schätzen zurückgekehrt sei und dass erst bei seinem zweiten abschied die freundschaßs- probe vor sich gehe, das kann er nur aus 8, 2 schliefsen. indessen 126 XXIII DE LANTFRIDO ET COBBONE lassen sich diese worte sehr wohl auf Cobbos erste anhunfC bestehen, welche Lantfrid als einen ihm speciell zugedachten besuch auffassl oder welche dies in der tat war, falls die freunde sich schon früher gekannt halten, dann reducieren sich die unterschiede der Cambridger und der Pariser Version darauf, dass in der ersteren Lantfrid, nachdem Cobbo das land verlassen zu wollen erklärt hat, ihn zu begleiten sich entschliefst, und erst am meeresufer von Cobbo zur rückliehr bestimmt wird, während in der andern Cobbo seine schätze dem Lantfrid anbietet, welche dieser ablehnt, um seinerseits dem Cobbo ein ähnliches angebot zu machen, da im übrigen beide gedichte die erzählung am gleichen punkte beginnen und enden, auch mehrfache wörtliche Übereinstimmungen begegnen, auf die z. t. schon Paris hinwies, so unterliegt es keinem zweifei, dass engster Zusammenhang zwischen ihnen obwaltet, man kann nur schwanken, ob beiden eine gemeinsame quelle zu gründe liegt oder ob P aus C geschöpft hat. entscheidende argumente zu gunsten der einen oder der andern alternative vermag ich nicht vorzubringen; aber wahrscheinlicher dünkt mich, dass der Verfasser von P, welcher regelmäßige verse herstellen wollte, die fassung C vor sich halle. denn P enthält kein einziges moliv, das auf größere ursprünglichkeit ansprach erheben dürfte: alles, was P berichtet, kann aus C entnommen oder gefolgert oder zum zweck planerer erzählung abgeändert sein.] Von dem metrum des lateinischen liedes war im allgemeinen schon im excurs zu XX die rede, bei 1—4, welche der dichter selbst als prooemium absondert, fühlt man sich zunächst an unrhythmische prosen erinnert, wie sie Bartsch lat. sequ. s. 142 bespricht, aber 1 und 2 sind in der silbenzahl fast gleich, 51 und 50, ausgeglichen durch den verschiedenen hier stumpfen dort klingenden schluss. analoge leilung innerhalb der absälze ist äußerlich möglich und im texte durchgeführt, aber innerlich im gründe untunlich, der sinn würde eine andere leilung verlangen. 3 und 4 zählen beide 49 silben, aber analoge leilung geht durchaus nicht an. was nun die übrigen gesälze betrifft, so fand ich parung durch gleiche silbenzahl (89) und analoge einleilung nur bei 8 und 9: öfter so, dass sich mehrfach 4 hebungen stumpf und 4 hebungen klingend entsprechen, im ganzen aber ebenso viel stumpf schließende und klingendschließende in 8 vorkommen wie in 9. zur erklärung bietet sich am einfachsten die annähme zweilönigen melodieschlusses {etwa podalus) im viermal gehobenen stumpfen verse dar, der bei unterlegung des lexles eine silbe mehr gestaltete, wir erkennen damit zugleich den Ursprung des deutschen viermal gehobenen verses mit klingendem aus- gang, der ohne zweifei auf Vorbilder wie das gegenwärtige zurückgeht, über die sonstige bildung der einzelnen Zeilen ist schwer zu urteilen, weniger als vier hebungen begegnen nur 7, 13. 10, 2: darf man lesen &n vila, nön Krens? kommen verse von mehr als vier hebungen klingend vor? in 5, 9. 6, 8. 7, 8. 9, 7. 10, 6 bietet sich der rhglhmus zweier adonischen verse als der natürlichste dar: feleo üllra märe revörtar. darf man auch 7, 3. 4. 8, 6. 7. 9, 6. 10, 7 durch annähme von daktylen auf das normale maß bringen? ebenso vielleicht XX, 10 usque ad 6o XX11I DE LAJiTFRlDO ET COBBONE 127 fastet fallendo. 10, 7 etwa iäm non est, ultra quo«! foperiüliir. in 8, 6. 9» 6 müslen wir ausgänge annehmen, die dem dreisilbigen reime {WGrimm *• 91) entsprächen. auflakC findet sich nirgends, wenn man 5, 8 uec gazarum nee servorum; 5, 13 nullo für in ntillo setzen darf, die sehluss- zeilen der absätze 5—10 sind gleich, auch die von 1—4 außer 2. über verletzte worlbelonung s. zu XXII, 63—08. XXIV ALFRÄD. 345 Cambridger hs. Gg. 5. 35 bl, 437 c ". MHaupl alld. hl. 1 (1836), 392—394 nach einer abschrift ThWrighlS. JGrimm tat. gedichte des X und XI jh. (1838) s. 337—340 'Alveradae asina nach einer abschrift JMKembles. ' Joffe s. 451. KBreul zs. 30, 187; seine abschrift lag vor. 1, 2 vgl. Höenburg, Höhenbürg in Lamberts annal. zum j. 1073. 1075 (MG. SS. V, 202. 227) und sonst. Die fünfsilbigen reimzeilen dieses und des folgenden gedicktes mit dem rhylhmus des adonisehen verses begegnen meines Wissens zuerst ziemlich regellos im Heribert (zs. 11, 7) und neben anderen versen in Joffes Cambridger liedern nr. 16. 21 und in Hermanns von Reichenau opusculum zs. 13, 385, dann in den dreiteiligen Strophen auf Heinrichs II tod (Grimm lat. ged. 333) am Schlüsse eines jeden Stollen; ihre bindung zu sechszeiligen Strophen zuerst im krönungsleich Heinrichs III (zum 14 april 1028, Joffe nr. 6), in welchem jedoch der vers noch gröfserer freiheil geniefst als hier: wie im Heribert kann der daklylus durch trochaeus, der Irochaeische schluss durch daktylischen ersetzt, ein aufloht hinzugefügt, ja der ganze vers durch einen von drei trochaeen vertreten werden, später als 1028 wird also wohl das vorliegende gedieht entstanden sein, in welchem, wie es scheint, nur 8, 4 dem eigennamen 'U liebe der rhylhmus gestört ist. zu 12, 2 vgl. die varr. 13, 5. 0 sind zwei der genannten freiheilen (aliam: asinam und däbit t/lii äsinam) benutzt, um den schluss hervorzuheben, reimlos aber und sirenge gebaut treten diese verse schon viel früher im mitlelalter auf, teils gelegentlich in sequenzen (Bartsch s. 96 /'.), teils, wie im Boethius (Leyser hisl. poel. p. in) und in der anlhol. lat. nr. 739 Riese, forllaufend ohne strophische gliederung: in der epislel 'de s. Columba ad Fetolium' (Canis. lect. anl. ed. Basnage 2, 3, 223—225), bei Paulus Diaconus vor seinem homitiarium in Mabillons vetera anal. p. 18. 73, bei Alcuin °PP- 2,235 Frohen, bei Walahfrid Slrabo Canisius 2,2, 243 = MG. poetae lat - 2, 394, bei Hartmann an Nother Canisius 2, 3, 234, bei Eugenius Vulgarius an Leo (Dümmler Auxilius und Vulgarius s. 150) und später >n den Quirinalia des Melellus von Tegernsee bei Canisius 3, 2, 150; teils mit unmittelbarer anknüpfung an die sapphische Strophe im hymnus auf den h. Magnus bei Canisius 2, 2, 208 f., Schubiger s. 34. 35 12S XXIV ALPRÄD vgl. Mone lal. hymnen 3, 401 («tropften von vier sapphischen und von fünf (Klonischen verseri); — teils in slrophen (zu sechs Zeilen) geordnet bei Alcuin opp. 2, 152 und in Mones nr. 174 aus einer hs. des XI jh. was den Schauplatz des vorliegenden gcdichles anlangt, so verbieten schon die namenformen an Hohenburg im Elsass zu denken. Haupt bemerkt 'das nonnenklosler Homburg an der Unslrut war von den vorfahren kaiscr Lothars II des Sachsen gestiftet und wurde, als es besonders durch das ausschweifende leben der Mosterfrauen in verfall geraten war, von Lothar im j. 11 32 in ein mönchsklosler benediclinerOrdens verwandelt (allg. encycl. unter Homburg), die historischen nachrichlen von der ersten Stiftung Verbesserung und gänzlichen aufhebung des ehemaligen kloslers Homburg bei Langensalza (1774) geben keinen auf- schluss über den inhall dieses liedes, das fast wie ein allegorisches Spottgedicht aussieht.' es könnte auch wohl ein wirklicher Vorgang zum Sie gründe liegen und den dichter reizte die komische Situation der zum kriege gegen den wolf ausziehenden normen, eine Magdeburger klosler- geschichle aus dem jähre 1017, welche Thielmar 7, 40. MG. SS. III, 854 meldet, erwähne ich einiger auffallend stimmender namen wegen, aber ohne dass ich etwas damit anzufangen wüsle. 'Alwred' und ihre jüngere Schwester Irmingerd dienen dem herm Christus und seiner muller non cum caeleris sanctimonialibus conversamlo, sed singulariter in erclesia quae Rotunda dicebatur. Irmingerd erblindet und stirbt, ihre Schwester nepli suac innixa 'Frilherunae' (vgl. z. 12, 2) überlebt sie nicht lange, sie hat kurz vor ihrem lode eine Vision, worin sie verschiedene bischöfe und materteras Geronis archiepiscopi (von Magdeburg), Mirisuidam ac Emnildam et 'Eddilam' (vgl. Adela 8, 1. 12, 1) erblickt. Fritherun sanclimonialis wird unter dem 16 märz, Emuild sanclimonialis unter dem zweiten december im Magdeburger nekrolog (ed. Bummler neue mitteilungen des thüringischsächsischen Vereins bd. 10), erslere auch im Lüneburger (Dümmler aao.) erwähnt, den schlechten ein fall, dass mit Alfrdds eselin die Irmingerd gemeint sei, lasse ich nur laut werden, um ihn anderen zu ersparen, das dorf Hohenberg im magdeburgischen hilft nicht weiter. XXV IIER1GER. Cambridger hs. Gg. 5. 35 bl. 43S° b . JGEccard velerum monum. qualernio (1720) s. 58. MHaupt alld. bl. 1 (1836), 390. 391 nach einer abschriß ThYVrighls. JGrimm lal. ged. (1 838), 335—337 nach einer abschrift von JMKemble. Jaffe s. 455. 456. KBreul zs. 30, 187. 1, 2 Maguntiensis: vgl. zu Alfrdd XXIV, 1, 2. wenn man 5, 1 lo- annes zweisilbig lesen darf, befolgt dieses lied die regel des verses vollständig; um so mehr muss man annehmen, was schon JGrimm vermutete, dass ein deutsches gedieht den namen des erzbischofes (reg. 913—927, Wailz Heinrich l 2 200. 120), also wohl auch den schwank von dem, der das leberlein gefressen (KHM. 3, 130 vgl. JGrimm lal. ged. s. 343. XXV HEK1GER 129 344, mylh. xxxvi), in dieser einkleidung über mehr als hundert jähre hinweggelragen habe, das lied bietet das älteste beispiel jener gemütlich-humoristischen behandlung der heiligen und ihres himmlischen haus- haltes, die sich in märchen und sagen bis auf die gegenwarl fortgesetzt hat. 7, 5 Jaffc verweist auf Luc. 1, 15, wo es von Johannes heifsl et viuum et sioerain uon bibet. XXVI AUS DER SANGALLER RHETORIK. Aus dem capilel qvid sit elocvtio der sangallischen rhelorik. A sangallische hs. des XI jh. auf der wasserkirche in Zürich C 121/462 4°, hl. 65 a — 66 a : WWackernagel altdeutsches lesebuch, Basel 1839, 109—112; zs. 4(1844), 470.471. B cod. lat. 4621, Ben. 121 (236) derk. bibliothek zu München, miscellanhs. des XI/XI1 jh., 232 bl. 4°, bl. 69 b . 7U a : BJDocen in Arelins beyträgen zur geschichle und lileraiur 7 (München 34" 1800), 292. 293. Ali lIHallemer denkmahle des millelallers 111 (SGallen 1849), 577. 578. PPiper zs. f. d. phil. 13 (1882), 4C4—6. C miscellanhs. 10615—10729 der burgundischen bibliothek in Brüssel aus dem XI/XU jh„ 231 bl. fol. (am besten beschrieben MG. poetae latini 3, 152/".), bl. 59": OSchade Genn. 14 (1869), 40—42 vgl. AI ff. AliC PPiper die Schriften Notkers 1 (1882), 673/'. 5 'lies Vesliua: so Dousa und Niebuhr röm. geschichle 1, 113. der vers wird bekanntlich dem Ennius (reliq. ed. IVahlen p. 42) zugeschrieben Haupt. 10 andremo B, wofür Lachmann (specimina linguae francicae 1825 p. 19) des verses wegen änderemb setzte = ämlermo AC, ein verschluss wie bei Otfrid 3, 15, 4S uuörton öfföuorö, 5, 6, 4 joli Wlk ouh huidiüerö (über ahd. betonung s. 268), obgleich Otfrid dreimal in demselben falle nicht anderomo sondern andremo schrieb (zu XI, 8). im ersten halbvers kann man allerdings snellemo wie engilä musp. III, 79, ps. XIII, 23 löugjuö: löuginö betonen (vgl. zu XI, 8); aber auch der bei regelrechter betonung snellemb verschleifte und verstummende vocal als reimvocal dienen, wie einige male bei Otfrid 1, 4, 9 quena: zeizero, 1, 5, 3 gole: hlmile, 2, 9, 31 uuim: meiiigi vgl. beilr.2,2Al f., und noch bei Ezzo XXXI, 13, 6 fidilä : hno [doch s. jetzt zur stelle], XXXIV, 16, 3 vtrdi: redi. diese reime sind bei Otfrid um so auffallender, weil er die in allillerierenden u «d in mhd. fersen von Ezzo an so häufige verschleifung auf der letzten nebung sonst wohl nur noch zweimal eintreten lässl, 1, 3, 37 giuuagu: uufzagbn, 2' 12, 31 quüme: üirbere; vgl. Samar. X, 25 segist: hebist, psalm XIII, 19 meres: irferist. Koberslein, der im grundriss l*, 46 zuerst einige dc '' olfridischen fälle hervorhob, zieht mit unrecht auch 4, 24, 15 hfna \ ,Ul;l «üii inäu hieher (über ahd. betonung s. 257). 14 die correclur in B spricht für Haupts ansieht, der mir schreibt: vclliu halle ich nicht DENKMlLEH II. 9 130 XXVI AUS DER SANGALLER RHETORIK für 'fällen, sondern für 'fallen, vellcn für Valien scheint mundartlich alemannisch. Lachmann führt zu missevellen im Lanzelei 6532, wo Hahn l'uozvellen aus Lanz. 6898 Mite hinzufügen sollen, zwei gevellcn = gevallen aus Ulrich von Türheim an. andere beispiele gewährt Martina 52, 29 nu lät iu wol gevellen (:zellen), lieders, 2, 252, 1472 nu sich waz dir gevelle (: geselle) und die reimchronik des Appenzellerkrieges, von einem augenzeugen verfassl und l)is 1405 fortgesetzt, herausg. von IvArx {SGallen 1830) s. 29: die red kan ich nil halb erzellen, im ward nais was missevellen; vgl. auch Vetter zum muspilli s. 82 anm. 'trotzdem dass der eher einen sper in der seile trägt, fällt er nicht': das scheint hier auch der einfachste gedanke. hat Nolker den vers im sinne gehabt, wenn er im canlicum Moysi v. 2 (Haltemer 2, 507 b ) sagte: 'sin starelif ne läzet in fallen'? die formel des ersten halbverses weist mir Haupt noch an folgenden stellen nach: Lanz. 3382 sin baldez eilen in dar truoc; Moriz von Craon 244 durch ir baldez eilen; Ulrichs von Türheim Wilh. (Heidelberger hs. 404) 172 c . 179». 185' 1 sin baldez eilen; Ulrich vom Türkin s. 12" Casp. liule laut unde hnrc erwirbet iuwer baldez eilen; 12 b iuwer baldez eilen hat nibt suon; Göltweicher Troj. krieg VII, 5 (s. 39S der Berliner abschriß) als in sin baldez eilen bat; vgl. noch Mb. 187 2, 3 waz half ir baldez eilen? Kudrun 1032, 3 waz iuwer baldez eilen mir geschadet bat; Athis C 20. A**49 durch ir baldiz ellin; Virginal 149, 13. S71, 13 als ime sin baldez eilen riet; Tandareis 34S5230. 6502 baldez eilen; frauendiensl 404, 11 balllicbez eilen. 18 dasselbe rätsei aus einer hlosterneuburger hs. des XV jh. in Mones anz. 8 (1839), 316 nr. 75; dann in zwei lateinischen dislichen im anz. 7 (1838), 48 nr. 125, deutsch ebend. 261 nr. 179 durch ein ochsen lauft das schwein und mit einem scharpfen (l. und ein scharpfes) eiserlein bereitet sieh (/. ihm) den engen weg, damit es im durchlauf nit zerbrech ; norwegisch bei Landslad norske folkeviser (ChrisHanta 1853) s. SOS nr. 17 svin drege lin gjiinum ledr og leggjer kringuni Ire; schwediscli IiDybeck rnna 1S49 s. 49 nr. 21 swine' drar line' kling trä genom fä, ui ät en järnwäg. 21—23 Virg. Arn. 3, 421—423 (s. 423 erigit edd.). 25 über fuodermaze s. WGrimm zu Cassel. G h , 11s. 42 ; mhd. wb. 2, 1, 210"; Konrads Troj. kr. 37205 fuodermsezic. 31 aus Donais ars grammalica 111, 6 s. 402 Keil chaiientismos est tropus quo dura diciu gratius proferunlur, ut cum interroganlibus nohis numquis nos quaesierit respondelur 'bona forluna'. exinde iulellegitur neminem nos quaesisse; vgl. Pompejus im commenlum arl. Don. s. 311 Keil cbarienlismos est quoliens e contrario dicimus. habemus eliani apud auctores hoc. ecce habemus in Afranio, interrogat servum adulescens 'numquis me quaesivit?' et ille seivus respondet 'bona fortuna' id est nullus; quasi rem duram diclu initius dixit. 32 Wackernagel vergleicht die anlworl des frommen köhlers in der brüder Grimm deutschen sagen nr. 572 'ick hebbe gott un allewege wol'. Dass die beiden letzten Strophen unmittelbar zusammenhangen, ist klar, die erste Strophe kann man für einen einzelnen, für sich stellenden XXVI ACS DER SA.NGALLER RHETORIK 13 L spruch halten oder auch für ein bruchslück eines liedes, nur nicht desjenigen, dem die beiden letzten angehörten, man müsle denn, und dafür könnte das in beiden herschende praesens sprechen, an ein ausgeführleres gleichnis denken, diese aber sind unserer allen poesie fremd, was Uhland (schriflen 3, 61) nicht bedachte; die hyperbolische Schilderung in der letzten Strophe würde auch über das mafs eines homerischen gleichnisses weit hinausgehen. Wackernagel zs. 6, 280 f. hat darin eine nachbildung ovidischer verse finden wollen. Ovid schildert den kalydonischen eher metam. 8, 282—289 Merkel: raisit aprum, quanto maiores herbida latiros non habet Epiros, seil babent Sicula arua minores, sanguine et igne micant oculi, riget ardua ceniix, et setae similes rigidis baslilibus borrent. feruida cum raueo latos siridore per armos spuma fluit. denies aequantur dentibus Indis: fiilmen ab ore uenit, frondes afflatibus ardent. "isii vergleiche zug für zug, und man wird sich leicht überzeugen, dass diese verse nicht das original der letzten Strophe sein können, auch im349 übrigen ist die nachahmung oder nachbildung schwer zu entdecken, wenn Ovid metam. 8, 329 ff. erzählt, dass bei der jagd der eber in einem sumpfigen lal,- natürlich zwischen waldigen bergen, aufgejagt sei, und es in unserer zweiten Strophe heifst Der lieber gäl in lilun, oder wenn v. 415 Melcager das Her mit einem wurfsper mitten in den rücken trifft und es dann auf seinen jagdspiefs auflaufen lässl, und unsere Strophe fortfährt (regit sper in stlun, sin bald ellin nc lazet in vellin. auch wenn Meleager v. 439 ff. seine oheime, die gegen die Verleihung des jagdpreises an Alalanle einspräche erheben, ohne weiteres niedersticht, ehe sie noch an eine gcgenwehr denken können, so ist es wenig glaublich, dass davon 'konnte söse snelsnellemo ff. gesagt sein'. Wackernagel (deutsche lilleralurgcsch. s. 80, 20 = 2102, 20) verkennt mit unrecht den volksmäfsigen Ursprung der Strophen, der deutlich genug ausgesprochen ist. sie werden versen des Ennius und Yirgil gegenübergestellt up worder hund kederaadig; J (GJonsson safn af islenzkum orfiskviäum 1830 s.) 37 a reimum Ifflra bundar (hvolpar) büdir ad eta; vgl. WGrimms vorr. zu Freidank (1834) civ, Slrafsburger hs. des XlVjVi, in Graffs Diuliska 1, 324, U 34, S 5034. 6276. 9894. 15 3 äiivgl. J dl argr er sä sein eugu verst; argr er saraa sem ofhreeddr vera. 16 4 vgl. Alphart 233, 4 der danne vellet, der lit. 18 vorher (Wackernagel s. 134, Piper s. 593, 6) heifsl es haee Iria loea argimientorum; vgl. Cicero lopic. 2, 8 ex his locis in quilms argumenta inclusa sunt alii in eo ipso de quo agitur haerent, alii assumuntur extrinsecus: in ipso tum ex lolo, tum ex partibus eins, tum ex nota, tum ex Ins rebus quae quodam- modo affeetae sunt ad id de quo quaerilur. extrinsecus aulem ea dieuntur quae absunt longeque disiuncla sunt. 20 Cicero lopic. 3, 12 si compaseuus ager est, ins est compascere; Notker Boelh. s. 48 b Hallem. Täz heizet argumentum a coniugalis. T6s käb Cicero süslili exemplum 'Si conpaseuus ager est, licet coupascere'. Täz clitt 'Ist tiu uu&da gemeine, so müoz man sia gemöinlieho niezen'. vgl. das. s. 51 a argumentum a repugnantibus, 68" a causa, a contrariis, 69 a aL antecedenlibus, a repugnantibus, 7 4 b a maiore, 89 b a coniunetis, a dissimili, 105 J a parle usw. *. 156/f. 168 de argu- mentis. 24 ev. Joh. 8, 36. 26 5 seofficen erklärt Wackernagel wb. 'die achsel zucken? es ist wohl 'possen treiben = ausfluchte machen von scof ludibriuni, poesis. 29 Virg. Aen. 4, 569. 316 eine Übersetzung eines catonischen dislichons 4, 11 Arnlzen Cum tibi proponas animalia cuncla limere, unum praeeipio tibi plus liominein esse timendum. vgl. V 177 unten zu XL1X, 6—12; WGrimm vergleicht Freid. 119, 18 swaz üf der erde frumes ist, daz muoz fiirblen mannes list. 36 ev. Luc. 23, 31. 38 7 S 590S (vgl. 5907. 5908 a ) man kann gedenken dass kranken XXVII, 1 SPRICHWÖRTER 135 leulen nicht wohl ist. 40 ev. Luc. 11, 23. 18. 42 8 unten 2, 133; fecunda ralis 1, 318 filia non rode genoris datur una duobus; S 1904. 10348 er will mit einer tochter zwei eidaine beraten; M (CMolbech danske ordsprog 1850 nr.) 493 J 42. 68 Lägt er (ekki er biegt) ad giöra (al liave) tvo maga ür einni dötlur; L 37G tu scalt ei hafwe iwo swaawre til en daallher; WHDSuringarErasmus overnederlandschespreekwoorden, Utrecht 1873, s. 99. 43 Slraßb.hs. blasen und mel an dem munt hän daz mag n it wol In einander geslan, Z (IfZingerle die deutschen Sprichwörter im ma. 1864 s.) 101; R 95 lhaen bl.es ey wael al eelde som miöl liawer i munne; M 3393. 3726 L 113, J 42 bägl er ad bläsa og hafa miöl l munni; H 660 (T 885) lis quaet blasen mit vollen inoiide, S 1122. 7154, vgl. 1121. IvDüringsfeld (Sprichwörter der germ. und roman. sprachen IS72. 75) 2, 742. vgl. auch Rudlieb XIV, 11 und dazu Laislner an:. 9, 93. 47 9 Schwabacher spr. des XIV jh. (Sitzungsberichte der Münchner akademie 1870 2, 25—38 nr.) 112 (S 8303) wenn es geregnet, so wirt es nass; vgl. 2, 78. 48 10 GSchambach nd. Sprichwörter 2 (1863), 119 wenn de wind wejet, sau reget sek de böceme. 50 Rom. 1, 32. 53 11 Nolker Boelh. s. 212 b Haltern. Föne diu chäd ler salualor: eadem mensura qua mensi fueritis, remetielur uobis. Temo gehillet läz prouer- hium: Vbele tuo, bezcren neuuane. vgl. J \S6 illr ä iafnnn 111s von; flls er von af illum. 9 b . 10 b . 12 sangallische hs. 111, IX jh., Ilieronymus in Isaiam, auf der letzten seile s. 352. EGGraff ahd. Sprachschatz 1 (lierlin 1834), lxih. IWattemer denkmahle des mitlelallers I (1844), 410 b . PPiper zs. f. d.phil.ld (1882),446. derselbe die Schriften Notkers 1 (1 882), cliii. nach der aufzeichnung in A scheinen 9 und 10 nur ein Sprichwort aus zwei parallelen salzen zu sein. B und die vorliegende niederschrifl zeigen, dass es zwei sprichivörler sind, die denselben gedanken verschieden ausdrücken. 12 Morolf 236 so geborn wirt daz re, ime wizel der ars als der sne, lal. (vdllagen vorr. vir, Kemble Salomon and Saturnus p. 51, 5) quando fugit capreolus, albescit eius cultis; vgl. Kemble p. 72, 5 wenn die gans fleugt, so raget ir der arsch; R 50 (L 67) ae hwarth baegbrin flygber, tba fölgher honum stisertin. 2. 352 A hs. 1966 des germanischen museums in Nürnberg, angeblich aus dem X/XI, talsächlich aus dem XUjh., kl. fol., bl. l b — 120 a Gregorii magni moralia in Job Üb. VI— X, bl. 120 b sp. 1—2 Confiictus virtutum et viliorum, 6/. 120 b sp. 2—12l b sp. 1 Est antiquarum über lue senlentio- larum, 106 hexameler; v. 100 — 105 lauten: Ru. uel run. üaido. medium titubo. uolo. fugo (vgl. zs. 30, 266). Met (l. Me) niger. asl nigra ma. niueus be. lactea dat. ba. Discolor ille be me. sonat illa üa ma. quoque uoce (vgl. rom. forsch. 3, 639, 65—68). 136 XXVII, 5 SPRICHWÖRTER It pedes usque pedes iria querere tluxit atl eiles. Pelina probaterem probat, ast reprobat reprobanlem. Katolicus linquens zabulum fert gaudia xpu. dann der letzte vers von gleichseitiger andrer hand: s c r Quod cupit liic fugil isla sed hec moderatur ulrumque. ursprünglich zählte die samlung wohl gerade 100 hexameter, vgl. EVoigl zs. 30, 262. 266. es folgt bis 122" sp. 2 lirabans traclal de inven- tione linguarum mit den alphaoeten; über 122 b *. zu XXXIV B. vgl. anzeiget- für künde der deutschen vorzeit 1S55, 79. SO. eine abschriß verdanke ich MLexer. neue collalion zs. 30, 264/'. IS cod. 2521 (olim philo!. 413) der k. k. hoßibliothek in Wien, aus dem Xll jh. (JGrimms Ileinh. fuchs clxxxiv; EYoigt kl. tat. denkmaler der liersaije s. 1), bl. 65"—66 a Incipiunt uersus de prouerbiis uulgaribus, 46 hexameter ohne bestimmte Ordnung, herausgegeben mit anmerkungen von MHaupt in den altdeutschen blättern 1 (1836), 10 —12, vgl. zs. 30, 269. C miscellanhs. C 58 y 275 auf der wasserkirche in Zürich, XHj'ft.., nach 1172 geschrieben (zs. 5, 293, WWackernagel alldeutsche predigten s. 253, vgl. zu IV, 7), bl. 21 ab Incipiunt diuersarum prouerbia reruin, 54 hexameter zum großen teil nach den anfangsbuchslaben alphabetisch geordnet, am schluss Est anliqiiarum über liic sentenliolaruro, herausgegeben mit anmerkungen von WWackernagel zs. 6 (1848), 304—307. D cod. lat. 14506 (Hat. SEmm. F 9) der k. bibliolhek zu München, Wl jh. 4", bietet bl. 73 b unter der Überschrift Prouerbia lleinrici 16 hexameter, deren drei letzte am rande von derselben hand nachgetragen sind, mitgeteilt durch EVoigl zs. 30 (1886), 265/". E cod. lat. 7977 (Kaisheim 77) der k. bibliolhek zu München, XIII jh. 4°, enthüll am Schlüsse eines umfänglichen ßorilegiums unter der rubrik Prouerbia bl. 171 b 16 verse, s. EVoigl zs. 30, 352; bl. 163 a . 165 b auszüge aus I! , s. Voigt feeunda ralis i.xui aiim. 4. V cod. 1365 (olim rec. 3356) der k. k. hoßibliothek zu Wien aus dem XIII jft-., bl. S3 b —84" 206 verse, von denen Mone 1—24. 28—53 im anseiger für künde der leuischen vorzeit 1838, 504. 505 nr. 64 bis 110 abdrucken liefs. collalionen von ABCV ohne rücksichlnahme auf Voigts aufsalz bei PPiper die älteste deutsche litteralur (Merlin und Stuttgart o. j.) s. 275 /'. anm. ADCE gebe ich bis auf die eben aus A mitgeteilten verse im lexl vollständig, von D 1—9 und 11—13, aus V wenigstens alle eigentlichen Sprichwörter, obgleich sie später versißeiert sind als die übrigen, da auf etwa 100 hexameter in V schon 42, auf die 99 und 46 in A und B nur die hälfle 22 und 12 mil zweisilbigem, zum teil ungenauem reim kommen. V enthält aufserdem noch mehrere moralische Sentenzen, denksprüche, memorialverse udgl. s. unten XLIX, 6—12 und Piper aao. s. 284—86. dass ich die verschiedenen fassungen und Übersetzungen eines und desselben Sprichworts in den lext aufgenommen, kann niemand ladein. die schule (s. zu XXVII, 1) verraten mehrere (44. 45/". 66. 122. 123. 165. 166. 175. 231) und manche kehren noch im XV jh. in den Niederlanden und in Schweden und Dänemark wieder, einige auch in Frankreich, einzelne pflanzen sich selbst bis XXVII, 2 SPRICHWÖRTER 137 auf Schellhom fort; ich Überlasso es andern sie durch die Zwischenglieder zu verfolgen. I —prov. (Jalonis (Baehrens poelae lal. minores 3, 236—240) 7S. vgl. 97. 2 Freid. 108, 3 (vgl. S 9887) swera die sterreu werdent gram, dem wirl der niäne lible alsam; ich vürhte niht des manen sebm, wil mir diu suniie gensedic sin; /{ 791 drag baellre sompt mz nianan am353 niz süsernoin, L 864 — J 127 hafilii beldr vinskap vid lüngl enn adrar stiörnur (vid söl en sliörnur allar); M 3853. 3 eccles. 37, 20 ante omnia opera uerbum uerax praecedat le, et ante omnem actum consilium stabile, vgl. S 8081/7". 11043; H 2 achlerraets enghebrac nie man, T17; 4/904. 1831. 4136, J 21. 109; fceröiske ordsprog (anliquarisk lids- skrift 1849—1S51 s. 271—304) nr. 100 eftinadini eru so mong; 101 betri er at vera firivärin enn eftirsnarur. 4 Lappenberg hamburgische rechtsallerlümer 1, 204 gl. lo euer dubbelden undat boret nicht eyne enfoldige böte unde wedele; vgl. deutsehe rechlssprichwörter von EGraf und MDieiherr 1S64 s. 320. 5 vgl. samlung von SOmer (rom. forsch. 6) nr. 168 nocte sua macra videt esee sus simulacra. S 2390 wenn das ferkel träumt, so isls von Ircbern; H 110 als dat verken droomt, so ist van draf; R 915 se drömir so um draf = Z 1028 — og kfflrling om sin krogslaf, JJ/540; ftvr. 360 purkan droymir um drävid ok kelling um slävin. 6 noril ist adhortaliv. II 709 ten wil gbeen swagher welen, dat sijn swagher gheweest isl: Non uult scire soerus quod fuit ipsa nurus; S9411 die schwieger weiss nicht dass sie sebnur gewesen; WIIDSuringar Hüebels proverbia germanica, Leiden 187 9, s. 288. vgl. 55. 7 nach Ekkehard IV (cos. SGall. MG. SS. II, 84) gebrauchte bischof Salomon 111 von Konstanz im anfang des X jh. das Sprichwort: Vilrei, inquiunt, amici vitro sunt donandi. 'ringe von glas (Theoph. presb. schedula diversar. arlium 343. 344 Lessing) waren ein schmuck für kinder und ärmere leula (Wallher 50, 12, Elisabeth Diuliska 1, 389/'.); daher sprichwörtlich 'etwas wertloses', Goltfrids Tristan 16874, wachlelmäre 220. hier kann man auch an die gebrechlichkeit denken' Wackernagel; vgl. Sitn- rock zu Wallher 1, 201. 8 floril. Golling. [rom. forsch. 3, 285) 75 dicas esse satis, quia conferlur tibi gratis. S 10623 es ist alles gut genug was man umsonst gibt, über diese und die folgende zeile s. zs. 30, 276/1 10 myrira ahd. fülboum Graff 3, 122, aber sonst brimma, pbrimma lupinus, genista oder = erica das. 3, 367. 4, S09. sumerlaten 46, 11. 58, 2. 63, 9; ags. gl. Aldh. (zs. 9, 408) broma. Voigt vergleicht zs. 30, 278 anm. Hildeberi de SSusanna col. 1232 Beaugendre (auszug aus der aurora des Petrus de Riga s. rom. forsch. 3, 302 anm. 227) praua qmdem cito fruetificant, at ferülis arbor lardius urtica crescere semper babet. vgl. Suringar Bebel s. 439. II vgl. zs. 30, 279. Seiler erzählungen s. 129, 27 der paum von einem slage nie viel; S S61 es fällt kein bauin auf einen hieb; // 200 (Suringar s. 32, T 215) den boom en valt niet ten iersten slagbe: Arbor per primum quevis non —, MNissen de fr'eske findling 1873 ff. w. 82, nordfr. (zs. 8,' 355/7".) 169; Schambach 2, 64; M 988 L 826 J 72; Neander 11 (26) Schellhom s. 115 es feilet keine eyche von I 38 XXVII, 2 SPRICHWÖRTER einem streiche; bibliolhique de l'ecole des charles 34, 46; Suringar Bebel s. 503, Düringsfeld 1, 164. 12 = Mones anz. 1S34, 33 nr. 9; nr. 8 Fructibus ex propriis arbor cognoseilur omnis aus Ollohs proverbien in BPez Ihes. aneed. noviss. 3, 2, 501; Schefllarner Sprüche (anz. f. k. d. d. v. 20) s. 218 quolibel in pomo seiUitur stirpis origo; Freid. 86, 21 von oheze wirt der bonin erkant; 1193. 299 (T 162. 452) den appel smaect sijns booms; lt 792 (L S65) tliolik xr fruclli som troesins dygdh an-, vgl 11 949 £89. 1018; pro», rom. forsch. 3, 423; S 836—S39: CSchulze 210 r. Calonis 10. vgl. 211, vlleinemann Helmsiedler hss. 2, 16 qui quod vult dicit, quod nou vult sepius audit, zs. 22, 388, Suringar Erasmus s. 348, Düringsfeld 2, 249. S 8600 wer alles sagt was er will, muss oft hören was er nicht will; AI 3469 J 161. 290. 18 feeunda ralis 1, 613/'. byrruin, si sapias, adhihebis sole sereno; fac utrum lilieal pluuia inpendente, uiator; Kolmarer meislerl. 157, 18 swann dir 354diu sunne schlnel, lege den mantel an; S6S21 wenn die sonne scheint, nimm den mantel mit auf die reise; 11580 bei schönem wetter nimm den mantel mit: regnet es, so halt es wie du willst, vgl. Mannhardl baumliultus s. 98. 19 Mancgoldi ad Gebehardum liber (schriflen zum inveslilurslreile 1, 313) iuxta illud vulgare proverbium: bos presepis eget, canis binc abstemius arcet. vgl. zs. 30, 279, zu feeunda ralis 1, 65; Freid. 138, 11 der bunt der mac des (enizzel) höuwes nihl und grinl doch so erz ezzen sibt; darnach ein beispiel alld. wälder 2, 96 rehte als des gehören bunt dem ohseu höuwes niht engan, des er doch nihl geniezen kan; vgl. J 131 eins og hundr ä heystakki. 20 = floril. Golling. (rom. forsch. 3, 285) 76, wo als zweiter vers folgt sie decet, ut nequam seruus sua uerbera portet. vgl. 47. 21 vgl. 117. kehr. 121, 24 guoten friunt alten sol man wol behalten; Prager hs. vom j. 1417 (serapeum 186S's. 115—117) nr. 49 alt wc und alt l'reundl soll man behalten; Gruler florilegium 2, 5 — in würden halten; Schellhorn anh. s. 8; fwr. 134 gamlar vinir og gamlar götur skal eingin gloyma; 11 57 3 (L 642) M 874 mau skal ey forsma gambla vini ok ey gamhla vaegha; M 1039. 3S5S J 112. 118; Voigt zu a XXVII, 2 SPRICHWÖRTER 139 Ysengrimus 4, 7 27. Düringsfeld 1, 62. Seiler Ruodlieb s. 64. fec. ralis 1. 190. 22 vgl. Ysengrimus 6, 313 uenit egeslali uenter, qui uendit agellum. 23 s. Voigt rom. forsch. 3, 462. 24 vgl. D 10 (zs. 30, 266) iullat uicinam se spirilus ante ruinam und prov. 16, 18 (Olloh s. 483) ante ruinam exaltatur spirilus. vgl. 188. 212. 25 vgl. xs. 30, 279. 26 MorolfbOl man sprichet sicherliehen 'ein ieglich suocht sin glichen' nach eccles. 13, 19. 20; CSchulze 153; vgl. anm. zu Freid. 64, 4. 5, Z 5b; Prag. hs. 74 es sucht ye ain geleich sein gleich; Schambach 2, 71 like söcht sek, like ünnt sek; Schellhom s. 97; II 365 ghelijc mint sijns ghelijc; S 367 9 gleich und gleich gesellt sich gern; 6410 liehe machet gegenliehe; Schwab, spr. 53 geleich sammet sich gern; 82 ein lieh sucht das andre gern = T 522. vgl. 535. 565; J 150 hvatt elskar ser likt, 203 Kkr saekir lfkan heim; R 20 (L 22) ;e findher kaka (M 2297 J 332 sajkir kraka) sin maka. Suringar Bebet s. 524, Düringsfeld 1, 601. 27 conclaue die Vorratskammer; S 2611. 11377 die karge frau geht am meisten zur kisle; H 203 T 21S; M 1742 karrig kone gaaer ofle til kielder. 28 erklärt zs. 30, 263. vgl. Prag. hs. 48 die fliegen der schalk und der hunt die habent ainen sluut. 30 vgl. 58. 31 vgl. Giles anecdota liedae, Lanfranci et aliorum s. 95 si quis delinquit, ut Paulus aposlolus inquit, qui consentit ei fit reus ipse rei; gl. zum Ssp. wer ein ding heissel, der is als wol dran schuldig als der es seil) tut ua. bei Graf und Dielherr s. 305. 32 =prov. Calonis 22. 33 vgl. den verderbten Scheftlarner Spruch s. 21S criminis ingralo sit laudis plurima gralo; J 108 flest er vin sfnuin vel segjandi. 34 Schellhom s. 17 S 3058. 3059; //4S0 T695; R 157 L 172. 277 M 1211, J 75 ekki skal skoda lennr & skeiuklum hesli; 119 gel'num hesti ei gajgst i munu; lleltema blwmlczing uil middelfriesche geschriflen 1887 s.7, 1; Mone quellen und forschungen 192; allfrz. 121; Ysengrimus 3, 898; rom. forsch. 3, 638, 45; fec. ralis 1, 128; Suringar Erasmus s. 113 bis 16. 493, Bebet s. 545. Düringsfeld 2, 305. 35 vgl. 85. JGrimm Reinh. fuchs cxc/'., 337; Scheftlarner spräche s. 218 non lupus ad Studium, sed meutern uerlit ad agnum; Wachernagel zs. 6, 286 /'.; WGrhnm ebendas. 12, 216; Scltwab. spr. 110 was man sagt dem wolf, so spricht er uewr 'lamp, lamp!'; R 969. 10S2 (L 994. 1157) kam wlll'pater noster, hau bedhis a; lamh (han syer al(h 'lam, laml'); M 169/".; Neander 21 lamb, laml), ist dess wolffs vespcrglock; Suringar Bebet s. 399. Düringsfeld 2, 6S7. 36 S 8848 lässt man dem schalk eine band breit, so nimmt er eine eile lang; vgl. Frauenlob spr. 324, 1; Prag. hs. 53 wann man amen spann gibt, so wil er ain eilen; R 897 (L 1045) Si seruo nequam giff skalk cen span, han laker sik siüelll' een ain M 3081; Suringar Erasmus s. 407 f., Düringsfeld 1, 677. 37 = aus dem anfang des XIUjT». i n Mones anz. 1838, 507 nr. 137; vgl. 180 unten, ein reim- spruch Swer loufel üf dem ise, der ist (oder daz ist der) iinwise; vgl. £ 2ö = Schwab, spr. 44 S 2159. 2012. 38 vgl. zs. 30, 279. Z 164 Wasser in den Rein tragen; Ekkehard IV in MG. SS. 11, 136, 16 Ovis ad capram lanam petiüim venit. 41 fecunda ralis 1, 651 f. qui dominum capit, nunc firmis conslringere 140 XXVII, 2 SPRICHWÖRTER loris est opus: expeudet, nodum si ru|ierit illum. 43 vgl. 229. 46 vgl. feeunda ralis 1, 508 qui semper topuit neque seit, qui, queso, doee- bit? 47 = Mones am. 1838, 507 nr. 138 Docolor — sit—; Gruler 1,4 Neander b alte stiffel bedbrfen viel schmierens; 7/575 (T816) ohle leerse behoeven vcle smeers; .7 117 gamlar hüilir purfa mikid mak; Schellhorn s. 127 (S 4467) alte haute bedürfen viel gerbens. Suringar Bebel s.476, Düringsfeld 1,54. vgl. 20. 48 ausPhaedrus 4,3; vgl.Scheftlarner spräche s. 219 inuenit ad uites eallem sibi eallula uulpis; zs. 7, 364 nr. XXXII (Baechlold deutsche hss. aus dem bril. mus. s. 93). 49 = prov. Calonis 24 = floril. Golting. {rom. forsch. 3, 307) 600. 37 287 1." 2892 rigdom har sorg og armod bar tryghed; vgl. II 595; 3/ s. 212 [?] S 521. 532. 536. 50 'es ist dominali zu schreiben, was des reimes ■wegen stall dominantes steht: Helbiing 8, 531 'allez berren' sprach der S55vrosch, (d6) gie diu eide über in {vgl. Seemüllers anm.); Odo de Ciring- lonia 24 (Jahrb. für rom. litt. 9, 141 = zs. 23, 300) tralia semel transivit super bufonem et nnus dominus (/. dens) percussit eam (7. rnm) in capite, alius in corpore, alius in renibus, et ait bufo 'deus confundat tot dominus'. — lraha = ocea belegt Ducange; dasselbe muss hier crates sein und die hurt (RA. 699, mhd, wb. 1,734 f.) gehört nicht hierher' Haupt. vgl. aber auchzs. 22, 388 f. und feounda ralis 1, 727. Düringsfeld 2, 555. 51 = Hildeberl vila Mariae aegypt.TQb. SOmer49. vgl. CSchulzelb. 52 fec. ralis 1, 333 ninltis propler iter consurgunt teeta magislris; zs. f. d. phil. 9, S5 nr. 14 qui slruit in calle, nmlios babet ille magistros; vorr. des Sachsensp. 1 leb zimber so man segel bi woge, des müz ich nianegen meister bin; II 232 (T 402) die bi den weghe tinimert, heeft vele bcrichlers (meisters); Schellhorn s. 1 Neander 7 der an weg bawet, bat viel meister; J7 422 J 161; Suringar Bebel s. 414. Düringsfeld 2, 603. 53 CSchulze 95, Z 60. 54 = floril. Golting. (rom. forsch. 3, 311) 712. zs. f. d. phil. 9, 88 nr. 48. S 7872 H 154 (T 260) clein peert, dein daebvaert (dachreise); R 248 (L 286 M 1449) Emptns eqnus leuiter segne dietat iter: lilin baestir gör stakkota daxleedb (dagsreisc); J 233. 205 Util hestaskipli giöra stulta dagleid; vgl. S 8535 und Nissen nr. 495; Suringar Erasmus s. 107, Bebel s. 412. 55=En illa quae parua agnns, netns ouis uidebitur, vgl. J 116. 267 fyrst er üngr gris, sidan (opt verdr ü. g.) ganiall göltr; S 6018 alte kuh gar leicht vergisst dass sie ein kalb gewesen ist, ZVtssen nr. 261 nordfr. 76, M 1861 J 386. Düringsfeld 1, 947. 56 vgl. 132. 57 vgl. floril. Golting. (rom. forsch. 3, 291) 216 und anm.; zu fec. ralis 1, 1196; S 1909 (Neander 9 Schellhorn s. 46) eigen beerd ist goldes wert = H 336 2'440; Suringar Bebel s. 499. Düringsfeld 1, 336. 58 vgl. 30; Scheftlarner spr. s. 219 quod caper in sese seil, capram credit habere; Voigt zu feeunda ralis 1, 43; MSF. 224, 22 (Xll jh.) daz der hoch—, Gruler 3, 98 was der bock an ihm selber weiss, desselbig zeihet er diegeiss; Schwab, spr. 33 vves sieh der pock verweiss, des bemüt er sich auf die geiss; Schmeller 2-, 1034 was sich der pock verwais, des vermaint er sieh auff dy gais. 59 Freid. 126, 19 ez dunket mich ein tmnber sin, swer warnt" den oven Übergin mit anm.; ndd. gegen den backaven is qu&t an jänen; FSandvoss sprich- XXVII, 2 SPRICHWÖRTER 141 uiörierlese aus Burkhard Waldis, Friedland 1S66, s. 18; Nissen nr. 257 ; vgl. noräfr. 125; S 636 (7656. 7657.) H 402 T 555 Jtf 2646. 60 =»««. f. d. pliil. 9, 85 nr. 6. ri/l. 143; fecunda ralis 1, 19 in curle csl pecus adueniens nutritus apiul rus; Mone »nr. 1S3S, 506 »r. 116 quem cum matre uidet nutrilum, curia ridet; Freid. 139, 14 ab man hat ein heime gezogen kint zc hove dicke für ein rinl; HKaufringer ed. Euling 4, 15 das dahaim erzogen kind liaisl und isl ze liof ain rind; Graler 1, 4 {Neander 13 Sohellhorn s. 28) heim gezogen kindt isl bey leuten wie ein rindt; vgl. S 5583 a . 8469; M 289 hiemmevant harn hos fremmede skarn; J 142 heimskr er heima alinn sonr. 61 s. zu 20S. 62 = li 311 — uon fallunt carne creati (L 352 — non eodem sanguine nali): ae swikas ihe sworno ok ey ihe hoorno; itf 409 7 för svige de svorne end de baarne. fecunda ralis 1, 300 uos, ubi de- filiunt iurati, herele, propinqui. 63 fascis ist hier 'bürde', eine schwangere gelüstet zu Irinken, was sie sonst verschmähen würde. 64 s. zs. 30, 280. 05 vgl. fecunda ralis 1, 919 f. femina pauca bona est; si forte inueneris ullam, de celo cecidit, lessella caractere miro. S 113S6. Neander 9. Duringsfeld 2, 606. 66 S 6291 guter Iehrling, guter meister. 67 Schwab, spr. 6 vil red macht unnütze wort; Bavam. 28 cerna maelir sä er oeva begir, siadlausa stall. 6S vgl. Schefllarner spr. s. 218 cum sus turbat aquam, mox porcellus bibit illam und unten 233. 69 P. Syrus 267 intensus arcus nimium facile rumpitur; Olloh p. 4S9 arcum nimia frangit inlensio; zs. 30, 280; Suringar Bebet s. 324; Freid. 108, 1 dehein böge so guol isl, man müge in spannen daz er brist; S 1192. 1194 wer den bogen überspannt, der sprengt ihn; II 104 als men den boocb te wijt spant, barst hi glierne; T 159. 1027; M 237 3 saa kan man böie buen al den brisler; J 56. 80. 244. Duringsfeld 1, 255. 70 vgl. S 10435 (Leander 26 Schellhorn s. 107) Trauwohl ritt das pferd hinweg; Suringar Erasmus s. 137, Hebel s. 38S. 71 = an:. 2, 152 de morbo medicus gaudet, de morle sacerdos. zs. 22, 389 uulnus amat medicus, presbiler interilus. 72 Ysengrimus 2, 584 est potior fratcr quam spatiosus agcr und Voigts anm. 73 'Tilurel 3756 swer nach stncr girde donret, der mac wol belialden sincn liou vil unverbagelel; EMS. 2, 7S b {Neidh. xxvi, 12) swer selbe wilert swie er wil, den ensol der hagel slaben seilen; vgl. Martina 10 b , 56' Wackernagel. 74== Schefllarner spr. s. 219. vgl. 196. 19S. 75 da in C nem beispiel der elision vorkommt, so scheint es gewagt libero zu setzen, diesen jpruch fassl Voigt zs. 30, 265. 267 als Variation von 221. 76 ^ 10074. 75 ein tag verleiht was das ganze jähr weigert = H 347 Sepe dat una dies —, T 475; Suringar Üebel «.516, Düringsfeld 1, 371. 77 vgl. alifrz. 117 Uespere laudatur lux, hospes niane probalur. Dürings- f e M 2, 55. 78 vgl. fec. ralis 1, 382 spes uenienlis aque, quo iam fluere ante solebat; SOmerlQ; 11 155 (2'259) daer water gheweest is, mach water comen; L 391 M 884 end kommer vaud, som vand bar vacret; •S 8295 es regnet gern wo es schon nass ist; M 4179 det regner gierne 'vor för var vaadt: Opes dantur diviti. 79 II 777 versengde eallen leveu i anc . s 5501 gebrühle kalze sc , )eut auch das kaUe wasser; vgl. 142 XXVII, 2 SPRICHWÖRTER 356unten 101. 80 fl 31. L 32 M 1463 fcer. 7 J 367 päd er ha>gl ad symla, pi annar heldr upp hofdinu; allfvz. 114 socf noe a qui len tent le mcn- ton: llle nalat —. zs. 30, 279. rom. forsch. 3, 634, 2. 81 f. =ßoril. Golting. (rom. forsch. 3, 311) 704/'. (Est illic). ebenso verbunden fecunda ratis 1, 12/. siculu torrct amor, mirantur lumina for- mani; crebra manus palpat, quo menbra dolore coquuntur; fl 778 b Pro- xima languori manus esl et ocellus amori; Gotlfrid Tristan 413, 38 ff. er hete vil war, der da sprach, swie mans luietende st, si sint doch gerne einander bi, daz ouge bt dem herzen, der vinger b! dem smerzen. J 392 bar er augad sem lcsert er, hiindin sein särt er; norüfv. 55 diar wat lefs he, di lept-r cfier; diar wat siars he, di felt-r öfter. 81 Nolkers Boelhius 160 a Hall, vuända öuh prouerbium ist 'ubi amor, ibi oculus'. S 4684 (vgl. 616//'.) was dem herzen gefallt, das suchen die äugen, vgl. auch Völsungas. c. 5 sem mcelt er, at unir auga, mettan 4 se>. Düringsfeld 1, 129. 82 vgl. zs. 3Ü, 280. Düringsfeld 2, 318. 83 prov. 19, 2 qui festimis est pedibus, ofl'endet. 84 fecunda ralis 1, 193 aure lupi uisa non longe est credere caudani; Fafnismal 35 par er mer ülfs van, er ek eyiii sek, JGrimm Reinh. fuchs 419, WGrimm zs. 12, 214/'. M 2558. 3690. Düringsfeld 2, 691. S5 s. zu 35. 86 vgl. zs. 30, 280; fecunda ratis 1, 621. Morolf 261 diu nilit wan ein hieb hat, daz ist ein beese müs; S 6906 rs ist eine schlechte maus, die nur ein loch weiss (Schell- horn s. 8 eine kluge maus hat mehr als ein loch) R 426 L 488 llle miser mus est —, M 155 arm —, ficr. 75 ring er nn'isin, id ikki hevir meira enn eina boluna; Nissen nr. 22; vgl. S 2879, Schellhom s. 8, Kemble Salomon and Salumus p. 57, altfrz. 252, Suringar Hebel s. 389, Düringsfeld 1, 384. 87 = L 539 In propriis —, Schellhom anh. s. 4 Aetli- bus in propriis — mordacior —: der bahn ist kühn auf seinem miste, Nissen nr. 630; fecunda ralis 1, 239 confidens animi canis est in stercoie nolo; fl 313 die hont is stolt vom- sijn eignen hol; T 4S9 ein hunt is kone vor sinem huse; anz. f. k. d. d. v. 24, 183 nr. 21 der hund ist alweg frodig vor seinem haufs. Witlenweilers ring 40 d , 21 (vgl. Prag, hs. 73) ieder hunt auf seinem misi für ander drei geherzer ist; S 5023 der hund ist tapfer auf seinem mist; R 59. 243 hema a;r hundir rikast (diserwastir), J 141 — frakkasir= L 60. 280. 539 hund aar iliaerfvest fore sine eghen dör, M 1473 hund er hienune rigesl, liane er paa egen mödding dia?rvest mit antn. vgl. 1558 und Müller zu Saxo \'ll p. 354. fl 370 L 422 J 141. S4210. 4211. zs. 30, 279. Suringar Erasmus s. 147. 495, Bebel s. 393, Düringsfeld 1, 66S. 755. 88 Phaedrus 1, 1. QQf. = jloril. Golting. (rom. forsch. 3, 285) 72/. (Commutando — Nee). 90 renner 7049 swer ein obz trüege gen Bern, ez smact nfich sinem stamme gern. 92 fecunda ralis 1, 265 res commissa eani, canis it commitlere caude nebst scholion dazu: dum futili seruo et pigro necessaria res a dominis fucril commendala, ncquiori sc fatiendam tradil, et neuter eorum nauiter explehit. 93 = SOmcr nr. 117 (rom. forsch. 6) ; vgl. fecunda ratis 1, 240 (und 353) in qua pelle lupus modo nascitur, bac moriclur. Düringsfeld 1,15. 94 = Schellhom anh. s.25 (In magno magni) Schwab. xxvn, 2 srnicuwüitTER 143 spr. 141 {S 2488 Schellhorn s. 16) in sulchen wassern veclil man sulclio vische; H 437 (T616J in sulken riviere (sulkem water) vanct men sulke visch: In tali tales —; R 978 i slike watne aeru lliolka fiska, L 1058; vgl. Z 33, Suringar Bebel s. 293. 96 zs. 30, 279. S 7271 jeder ist sich selbst der nächste; J 158. 304 ser er hvad eina; ser er hvör na:rslr. 97 = prov. Calonis 58. vgl. 1. 98 -=prov. Calonis 34. S 11763. 11768 woltat ist gar bald vergessen, Übeltat hart zugemessen; J 124 golt gleymist skiött, illi fellr ekki Vir minni. Düringsfeld 2, 678. 99 vgl. prov. 11, 24. S 7024 der milde gibt sich reich, der geizhalz nimmt sich arm = M 1748; vgl. Freid. 87, 2— 5, Havam.il \ Schwab, spr. 125 niiller haut gepraeh nie; Horaz ep. 1, 2, 56 Semper auarus egel, 2' 1060. 1337. 100 vgl. positiv prov. 28, 20 wir fidelis mullum laudabitur. 101 vgl. 79; fecunda ralis 1, 106 lerritiis igne semel post liaec puer odit eundem; Candidi vita Eigilis c. 5 {MG. SS. XV, 224) quia, nt vulgo dicilur, homo ustulalus ignem timet; urslende 103, 23 icli färbte als ein verbrantez kint; Prag. hs. 63 so sich das kind print, so furht es darnach das feur; S 1290 Neander 26 Schellhorn s. 133; Nissen nr. 53; Ilending {Kemble p. 276 vgl. 282) 22 brend child für dredcb; fcer. 35 brent harn ra?dist (J 58 fordasl, öüast) eidin; 11 731. 1078 L 531. 788. 1190 1/7 06 braend harn rcedis ild og bidel hund. Suringar Bebel s. 57 3, Düringsfeld 1, 531. »gl. allfrz. 61. 102 vgl. 1/2798 ravnen synes altid at hendes unger ere de hvidesle. 103 'säest du ßachs auf dem berge, fahrest du der fische von ferne'; weil aus dem flachs netze gemacht werden. 105 S 1060. 8661 (iv/J. 8651) alle säckel schliessen übel; U 577 (2' 819) olde budelen sluten qualic (ovel). 100 vgl. zs. 30, 278 und unten 164. 108 der vers ist mir unverständlich. 109 vgl. 169. 110 = «. f. ä.phil. 9, 90 nr; 73 (quotiens). vgl. Ysen- grimus 3, 1123 mit Voigts anm. 112= prov. Calonis 6. 113 differre ist hier nicht 'verschieben', sondern 'vertun, verzetteln. 114 zs. 30, 279; fecunda ralis 1, 78 ignauura mordere canem haud uereare lalrantem; Helbling 8, 544 grinenden hunt der nie geheiz still ir harte fürhlen nihi; S 5002 {Schellhorn s. 4) bellende hunde beissen nicht; 2' 1271 liundes blecken hindert nummande; II 746 wal schadet des houls hassen, die niet en hijt? Alfred proverb. 32 he bicche bilil ille, ban he berke stille, Kemble p. 253/'. /{ 821 {L 893 1/ 1564) hwat giwer jak um at (jegli wrder ei hwad) hundin gor ok bilher han mik ey; J 82. 233 minnst skada hundar sem hasrst geya;357 Suringar Bebel s. 225/'., Düringsfeld 1, 171. 115 =zs. /'. d. phil. J, od nr. 15 nemo polest dominis servire eongrue hinis. nach et). Malth. 6,24. Luc. 16, 13; CSchulze 1S9 Z 66 f. B 554 £637 fmr. 476 J92; Irag. hs. 61 wer czwain Iierren dienen kan, der ist zu lolicn an. Düringsfeld 2, 751. 116 zs. 30,275. S 1-132' man kan die natur nicht •indem. Düringsfeld2, 158. 117 vgl. 21 = /i573 L 642 Nemo-nec—. "8 S 11103'—11106 a wer nicht wagt, kommt nicht nach Wohlau. 119 Freid. 60, 7 swa ein dorf ist äne nil, ich weiz wol daz ez wasle lil. . 121 vgl. 131 = ß 594 £699 Non cum —: thz a?r ey gotlt at slin ga biörn mz naal (skefl). vgl. fec. ralis ed. Voigt s. lxiv. 122 anders 144 XXVII, 2 SPRICHWÖRTER Freidank 49,17 s\v& schallte magezogen sint, da verderbent cdeliu kint. 124 vgl. R 149 (L 206) affhundz stiaerth warder ey got dryltkehorn. Düringsfeld 1, 137. 125 vgl. 173. 236. non ualens 'taugt nicht, ist unwert'. 126 = 0«d ex Ponlo 1, 3, 17. carm. Bur. 137 b , 1. 127 f. vgl. 219 anm. und fecunda ralis ed. Voigt s. lxv. 129 Prag. hs. 75 es sind nit all jager dy dy horner plasent; S 5166. 67 Scheühorn s. 103 — horner führen; H 649 (2' 878) len sijn niet al jaghers die hörnen (de wol int hörn) blasen: Non — omnis cornu modo flator; Nissen nr. 155; B 602 L 70t M 90. 1720; Suringar liebel s. 520, Düringsfeld 1, 18. 131 vgl. 121. S 5512 wer wilde katzen fangen will, muss eiserne handschnlio haben; Suringar Erasmus s. 235, Düringsfeld 1,443. 132 vgl. 56. Ysengrimus 4, 728 Tardum esl annosos discere vincla canes mit Voigts anm., derselbe zs. 30, 269; Freid. 109, 26 swer allen (allem) hnnt an lannen (ein bant an) leit, der vliuset michel (verliust sin) arbeil; Morolf 517 (vgl. Kemble p. 54, 66) twingst du den allen hunt in bant, so mahl du hüeten dtner hant; Schwab, spr. 67 ein aller hunt ist pos (Gruter 2, 4 alle liundl seynd nil gut) pendig zu machen; an«, f. k. d. d. v. 24, 182 nr. 7 all hund send pofs zu bannen; Schellhorn s. 127 alle bunde sind übel zu bündigen; H 576 (Suringar s. 33, T 817) olde hont sijn qnaet bandich te maken; J 117 gamlan hund er ei golt ad liodra; S 5009 alle hunde sind bös ziehen, vgl. 5012; fwr. 136 illt er at laera gamlan hund uppi at sila, J 180 — ad kenna gömlum humli ad hüka, R 1061 L 693. 1144 — al kure, JW 302. 1561; Kemble p. 63, 25; Suringar Erasmus s.387, Bebel s.361, Düringsfeld 1,47. 133 s.XXVH, 1,8. 134 —floril. Gotling. (rom. forsch. 3, 298) 369 (oculis). vgl. zu fec. ralis 1, 179; H 165 (Z'200) dat dal oghe niet en siet, dal en begberet (quellet dal) herle niet; S 619 was das äuge nicht sieht, beschwert das herz nicht (3/ 4039); nordfr. 11 wal a ügen eg se, de-l hart eg siar; feer. 507 tad id eygad ikki sar ok oyrad ikki hoyrir, verkir ikki hiartad; vgl. Lanzelei 8585, Parz. 351, 13, Wh. von Wenden 5362 unkünde sint unminne, Frauenlob 267, 3 Eilm. unkünde ist unminne, bruder David zs. 9, 23 unkünde machet unminne = fl 570, Heinzelein 2, 287 diu miune ist in der künde guot: —unkundiu minne ist ungewis; Düringsfeld 1, 128 und unten zu 190. 135 = proL - . rustici (rom. forsch. 3, 637) 32 = SOmer 171 — cimhala coilo; R 589 L 658 (ane/i bei Ducange s. v. follus): man tborff ey binda (henghe; klocko a een skalk; S7 365 man braucht keinem narren schellen anzuhängen; H 475 men derf gheoen dwasen bellen aenhanghen; M 1069. Düringsfeld 2, 147. 136«= prov. Calonis 11. (Pro;;, hs. 64 wer sich seihst loht, der baist schanll) S 9491 wer sich selbst liebt allzu sehr, den hassen andre desto mehr; M 852. 4100; J 302 sä pöknast fdum sem ser gödr er; vgl. Marcolfus (Kemble p. 51, 15) si me ipsum uilu- perauero, nulli unquam placebo. 137 = fecunda ralis 1, 249. vgl. S 1592 wenn der dieb sich nähren möchte, kam er nicht an den galgen; 1596. M 366S künde tyven svaerge sig fra galgen, da bajngte han aldrig. 133 =ß 590 tbain maette weth ey huru tbom hungrugha likar, L 661 M 2447 theu maette wil ei wide hwal tben fastende (M 1581 XXVII, 2 SPRICHWÖRTER 145 hungrige) lider = fair. 303 J 146; 77. 279 saddr veil ei hvar svängr si tr; S 8708—10 der salte mag nicht wissen, wie dem hungrigen zu mute ist; MorolfAlb (vgl. Kemble p. 53, 53) der säte singet ungeliche und ouch der hungers riche; vgl. S 3558. 8337 R 591. 875 L 697. 945 J 141; M 3208. 9 den fulde (fede) so vorder ikkc livor (veed ei hvad) den sultne grynler (lider); es. f. d. phil. 9, 90 nr. 71 (SOmer 115) nescit honio plenus, quam vitam ducat egeuus, rom. forsch. 3, 634, 5, Däringsfeld 2, 281; T237 de sade söge endenket nicht der hungergen, Neidharl xv, 23 diu säte kra und ouch diu wan, der leben ist ungeliche. 139 Ser- valius (zs. 5) 3532 die schulde niugen niht rozen, wozu Haupt aus Golt- frids Tristan 5406 anführt: dö wart diu wärheit wol schln des Sprichwortes daz da gihl daz schulde ligen und fülen niht; vgl. noch Heinrichs 358 1(rone 18836 ein alt Sprichwort giht 'alt schult lit und rostet niht'; Konrads Troj. kr. 36589 schulde llt und rastet (l. rostet) niht; S 9231. 32 alle schuld rostet nicht; die schulden liegen und faulen nicht; J 117 gam- lar skuldir rydga ei. 140 feeunda ratis 1, 169 carus e>'il minime, qui, quod seit, uentilat omne; 247 non mihi carus erit, qui profert omnia, quQ seit; Meinloh non Sevelingen USF. 14, 24 er ist unnütze lebende der allez sagen wil daz er weiz; vorr. zu Freid. cn. vgl. eccles. 21, 31. 141 vgl. U 3810 den tyngste byrde paa veien er en lel pung. 143 vgl. zu 60. 144 anz. f. k. d. d. v. 24, 182 nr. 11 es ist kain emptlin an ain nutzlin; S 271—273 (Schellhom s. 39) es ist kein ämt- lein, es hat sein schlämplein; ämtchen bringt käppchen; M 222 der er iniet fogderi saa ringe, del jo baader en skieppe havre. 145 zs. 22, 389; Mone anz. 1834, 31 nr. 33; Schwab, spr. 133 (M 4383") der krug gat der do befleckt sein eigen nest: Est auis ingrala, quo defedat sua raa; Gruler 1, 32 es ist ein böser vogel, der in sein eigen nest lioflert; 7o04 (vgl. 7505, Schelthorn s. 2) es muss ein garstiger vogel sein, aer sein eigen nest beschmeisst; Nissen nr. C31; H 677 lis een vuul ogliel, die sija nest ontreint: Vilis et ingrala volucris fedans sua strala, V p, , ~~ S1 " e ' e ° n nest bescl,it ; #624 foer. 392 J 281 sä er fuglinn . ,„,■ s ™. f s f k sfns hreit1r drftr; Suringar Erasmus s. 345, Bebel ■,, •. D *T g * feld 2 ' 561: V(jL S 75ü3 H 6™, **«• 145, 22 a& man MG SS n^V^ Wi f man den v °8 el loben «>l; Ekkehard IV t» ItV Äl 4 f ? " ,(1 "?° naS aves (,ecet - 176-jww. 6a <0 ,» S 8. i/o ouiuif/ar Hebel s. 249 1T7 *,..*. zweiler vers Mal- -,li-, ,.-hI,„, „,■ 177=proi J . Catoms 20, wo em crs /0 y ( . aita cadunt odus, parua extolluntur amore. 180 val 37 181 =carm. Bur. nr. VI a. val ~s ™ 970 ci , löut V ( - d/ - „1 1. y • dt -'> -r ^ «pnfio ode süsse s raf wirl gern schertio iso f„,-„, • p senue Rmiffr Q. Ifi9 185 1 Vnf • ^ ot 9i verweist zs. 30, 265 au/' ft««r. 3, 162 183 «tf. 193 mit anm. S 7347. 10266 wer einen narren schickt, dein kommt ein tor wieder = H 217 J325- J 304 • /rz bibliolheque de fe'cole des Charles 34, 40 qui l'oux anvie, f'ouz atan't 184 prov. rustici (rom. forsch, 3, 635) 9 null me uilalcm, rem qui micbi dat modicalem (= Kemble Salomon and Salurnus p. 282 me uult uitalcm qui dat mihi rem modicalem zu Tlending nr. 18 bat me Intel geueh, he "I M* °"Vü! a " w " X 58ß ho ° '"CS Hi*et gifwer, ban meg lijfwet and. ibi> a 8634. 35 slncke den sack zu, wenn er auch nicht voll ist; // 485 men b.nt men.ghen sac toe, die niet vol cn is; Nissen nr. 425; Ilellema blamlezing 66, 74. Düringsfeld 2, 271. 186 IJelbling 9, 88 well ir " rUe, 1 1 ., lleme ? llch (*» mM - «>&■ 1. 679 »itfSflij mj« e geschrieben «"(er heim), so kumt nimer üf kein strö; Hedenaal 1, 601, 72 ez (l. er) w,i- T fi Vl kci " strö ' ,le '' haimlich wörcken (*• h «lme glich färhten) 1, Jioro//361 swer da fürbt daz in die belme bJzen, dern sol niht in m« strö sehnen ; jr em6 j e p . 59j 45 . 188 = cam ßfH< ftr LX XVIa, 6 = feinere Tt' 183 ?' & ° 7 nn 134; »" ^ d " **«• 9 > 90 ^ 63 alla petens ,,„„ , C ' l ° s « dolct ! ™ te»cre; fecunda ralis 1, 137 extollens animus, mm1 mtitur alta, labascit, vgl. zu 1, 198 «nd Ysengrimus 3, 248; Z 31, ArlV Schetl ' 10 ''» «• 129 S4787. 88. 9856. 57 hohe steiger fallen lief; 4 o? r* M 1654 ingcn falder siidt ' lulen haD vil sli s e h8i| : i '^- - -30, 78, CSchulzeTO, Wiponis proverb. 21, und unten 212; Z 18 c/iwa6. ^r. 50 renner 16426 iJ/4002; ^ 140. 166. 265. Düringsfeld ' 739. 190 Wl 30, 279; zu fec ralis 1, 160; Hartmann büchlein • o73 dan üz ougen dan üz muote; Ulrich von Türheim Willi. 142 b ein 9l) ^ a ,sl - ane longen, swaz kumet üz den ougen, daz kumet ouch üz muote, --0 a ein vil allsprochcn worl, [dan] üz den ougen üz dem muote; Heinzelein 14S XXVH, 2 SPRICHWÖRTER 2, 288 (:u 134) uz den ougen ist uz dem muol, liedersaal 1, 59, 19, Z 15 ; S 649 Neander 5 (14) Schellhorn s. 37 Nissen nr. 964 aus den äugen aus dem sinn; Schwab, spr. 23 wer aus den äugen ist, der ist auch aus dem sin, Prag. hs. 87 der — ist aus dem herlzen = H 166, T 203 — is al vorgetten M 1489. 4037 J 398 ; Hending (Kemble p. 276. 282) nr. 25 fer Crom eye, fer from herle; Suringar Erasmus s. 272, Düringsfeld 1, 126. vgl. zu 134 und Suringar Hebel s. 458. 191 'der leufel als sämann aus ev. Mallh. 13, 39; vgl. JGrimms mylh. 964' Wackernagel. 192 m. 30, 280; Ysengrimus 1,334; S2 wer den aal hält hei dem schwänz, dem bleibt er weder halb noch ganz; T 361; Suringar Erasmus s. 83; Düringsfeld 1, 2; fec. ralis ed. Voigt s. lxiv. 193 vgl. 183. EUmüllcr sechs briefe und ein leich I, 19 swer hcesen holen sendet, sfn dinc er gar erwendet; Mai und Bea/l. 130, 9 der 360hoesen boten sendet, sinen vrumen wendet; vgl. 137, 9; 129, 40 swer da sendet boten guot, der fiirdert al sin ere; Iwein 6064 mit anm. der alte spruch der ist war: swer guolen boten sendet sinen vrumen er endet; Georg 2689 ich horte sagen ie, swer guote boten sende, sin gewerp er balde ende; vgl. Ernst D 5311 ff., rosengarlen Ä 427. S 8S01. 194 'diep slal diebe Wallher 105, 25' Wackernagel. 195 vgl. zs. 30, 279; T 202 den munt sal men snoreu; 337 wise is he de sinen munl slut. 196 (variiert bei Voigt kleinere denkm. 109, 85) vgl. 74. 198. fecunda ralis 1, 191 quod lupus inuadit, mihi crede inuitus omittit. wolf und kranich {JGrimms Reinh. fuchs s. 348) 1546—1549 nu hast in maneger stunde vernomen in einem bispel 'swaz dem wolf komt in die kel, daz ist allez gar verlorn' Haupt; = S 11814 a A/368S; Prag. hs. 27 was dem wolf in sinnt kumpt, kumpt hart herre (?) wider aus; II 1060 (L 1143) thz komher ey alt helbrogdhe (uskad) äff wlffs raun som ther komber i. 197 vgl. eccles. 32, 24 sine consilio nihil facias et post factum non poenitebis, CSchulze nr. 172 und oben zu 3. 198 s. 196. 199 vgl. zs. 30,280. sonst vom wolfe, Traugemundsl. XLVII1, 10,4. 200 S 11947 aus heiser Wurzel üble frucht; R 74 L 20 ondh rolh födhe aldhre (gifwer ei) godha fruclh (asble); fwr. 156 sialdan hevir gödur kvistur sprotlid äf illum runni; J 185 (74. 122) 111t Ire faerir ei ävöxt gödan; 328 svo er kvislrinn sem attaltred; allfrz. 107 mal arbre ne fet bon frut; aus ev. Matlh. 7, 18 non polest arbor mala fruetus bonos facere; CSchulze 198; vgl. oben 12. Düringsfeld 2, 649. 201 = Juvenal 10, 297 rara est adeo coneordia forme atque pudi- citie. 202 ff 525 (r751) men mach den olden ontlopen, mer qualic (nicht) ontraden = M 1024 b ; S 255 man kann dem alten vorlaufen, aber nicht vorraten; Alfred 31 be helder man nie mai ofriden hetere henne ofreden; Kemble p. 246. 253. Suringar Bebel s. 549. 203/'. s. zs. 30, 280; vgl. auch Ysengrimus 3, 428. 205 vgl. zs. 30, 279; S 672 aussen fix, innen nix; Schellhorn s. 124 aussen rot, innen tot. 207 vgl. WGrimm vorr. zu Freidank xci/'., Z 88 ff., Solatiioit 68 oe koma mein eplir muuud. 208 und 61 = Mone anz. 1838, 507 nr. 132 aus der Kloslerneuburger hs. 941, vHeinemann Helmsledler hss. 2, 120 aus der Wolfenbültler hs. Heimst. 7 IS, nd. facelus in Wiggerls scherflein 2, 26 XXVII, 2 SPRICHWÖRTER 149 nr. 136, und bei Schellhorn anh. s. 45 — nee coelo (et coelo ne) crede —• ex (nam) facili causa —; zs. f. d. phil. 9, 86 nr. 23 ex faeili causa mulier mutalur et aura; S 4642 klarem himmel und lachendem Iierrn ist nicht zu trauen; T 1269; Suringar Bebeis. 204. 280; Dürings- feld 1, 721. 2, 475. Wackernagel verglich Wallher 29, 13 sin wölken-; 16sez lachen hringet scharpfen hagel; wegen Havam. 86 s. Dietrich zs. 3, 417 oder Bugges anm. ein reimspruch bei Schellhorn s. 98, Prag. hs. 59 lachenten herren und roten hymel Iraw nil, wan weiter und dy herren mögen sich pald verkeren. 210 u. 30, 279; feeunda ralis 1, 175 labi- tur enitens sellis herere dunbus. Wackernagel verglich Walther 13, 19 wie sin wir versezzen zwischen fröiden nider an die jämerlichen stat; Walther von Mezze HMS. 1, 307" sus bin ich an die blozen stat zwischen stiiclen zwein gesezzen; Ulrich von Lichtenstein 602, 23 da von iu reht alsam geschiht als einem der bi stüelen zwein saz in ein bäht, und er üf kein da niht sitzen wolte; anz. f. k. d. d. v. 24, 182 nr. 8 es kompt offt das aiuer zwischen zwain slülen auf den blossen sitzt; S 9998 wer auf zwei stuhlen sitzen will, fallt oft mitten durch; T1295; «430 L 492 maellom twa stola faldher stiaenin i eldh (arlz paa jorde), M 163 mellem to skamler fahler ars i asken ; Suringar Bebel s. 577. Düringsfeld 2, 762. 211 vgl. 16. Havam. 28 hradmielt tunga, nema haldnndr eigi, opt s(Sr ogott um gelr. 212 vgl. zu 188. Freid. 30, 1; S 9414 f. H 187. 291 T 304. 441; M 751. 752 hvo höit vil klyve, falder ofte ned; J 220 margr lietir aHlad ser ofhätl og fallid bvf ofdiüpt. 213 zs. f. d. phil. 9, 85 nr. 12 post fractum stabulum sero reparaveris equum; altfrz. 267 alarl est luis clos, quand li chival en est hors; Prag. hs. 38 wen das rint verloren ist, so pessert man den stal; Schwab, spr. 111 wenn man das viecli verleust (S 6049 wenn die kuh gestohlen ist), so verspert man den stal; T 1328 warumme sliist du den stal als de page is enwege? Schambach 2, 116 wenn de kau date (wennt perd kapul) is, sau werd de stal ebetert, vgl. 1, 90, Neander 31; vgl. Morolf bei Kemble p. 38, Suringar Bebel s. 562. Düringsfeld 2, 627. 215 f. vgl. J 183 illt er kyn i ülfi hvörjum und Z 177 /. bei Procop de bell. got. 4, 19 p. 556 Bonn, berufen sich die Hunnen auf das Sprichwort (S 11809/'. JGrimm Reinh. fuchs s. xxxv) 6 ).vxog rT t q ßtv rQixbg, i" wider wirt man wol bekant; lioner 55, 63 ein lügner vert wol dur (l| u lant: wil er bar wider, er wirt gescbani. 243 Freid. 108, 17 den s,le ein man unsanfte läl, den er von jugenl gewonel bat, s. vorr. c, * 5 4 f. 'nescit neben uix wie ähnliches im mhd. s. Wackemagcl in den 152 XXVII, 2 SPRICHWÖRTER fmdgr. 1, 271 ff.' Uaupl. 245 A979 (L 1092 M 1732) Ihölik war (aer) quinna som kaal (kaalen hun) giordhe. vgl. zs. 30, 278 anm. 2. XXVIII L1EBESGRÜSS. Cod. lat. 19486 der k. bibliothek zu München, die fragmenle des Rudlieb, nach Schmeller aus dem anfange des XI jh., aus Tegernsee: hl. 32 a (fragm. XVI, Seiler XVII, 10—14) lrä' ivser of lolla tennr i efra gömi.' PEMüller (sagabibl. 1, 150) meint 'alle vilde dandse med Ingolf; aber ganga med einom ist 'heiraten', dass jedoch uuiniieod nicht ausschliefs- lich liebeslied oder gar mädchenlied, sondern geselliges lied, wie es von Personen beiderlei geschlechls gesungen wurde, bedeutete, muss man nach den glossen schliefsen, die den ausdruck sogar für weltliches lied oder Volkslied überhaupt gebrauchen, ss. 9, 128—130 [dagegen Kugel in Pauls grundriss 2, 1, 170]. für die sille aber, aus der hier das uuinileudos millere des capilulares von 789 erklärt wurde, gibt auch die stelle des Rudlieb den ältesten beleg. XXVJII" SPOTT VE RS. S65 'Auf der ersten, ursprünglich freigelassenen seile der sangallischen hs. 30 des IX jh. stehen vier nicht abgeteilte verse von jüngerer hand als die hs.' Hllallemer denkmahle des millelalters 1 (SGallen 1S44), 409". PPiper zs. f. d. phil. 13 (1SS2), 337. Die verse sind unverkennbar ein spollliedchen, wie sie Nolker kannte, psalm 6S, 18 säzzen ze uuiiie unde sungen föne mir: so luunl noh kenuuge, singent föne domo der in iro ünreht uueVet. was zunächst den eigennamen betrifft, so erscheinen die auf -wini -win in Fuldaer Urkunden durchweg unenlslelll und unverändert, in baicrischen aber gehen sie statt auf -wini -win sehr gewöhnlich auf -nni, in sangallischen ebenso auch auf -ini -ine (Henning sanclgall. sprachdenkm. s. 109) aus: Liubene entspricht also dem allem Liubine trad. Sangall. nr, 326 a. 875 (Sangaller urkundenbuch nr. 594 a. 876), Leubinus nr, 41 (Sangaller urkundenbuch nr. 70) a. 773, bäuerischem Liupuni im ver- brüderungsbuch von SPeler und dem Liopuuin bei Dronke cod. dipl. Fuld. nr. 6S a. 769—79, alts. I.elimiin altfries. Liafwin ags. Leöfvine. für das folgende darf die gloss. Amplon. (Jahns archiv für philologie 13,380, 60) sonores sinigruues niemand irren, grüz, auch bei Neidhard 98, 35 und dem Stricker 5, 164 ein fe.mininum, ist hier wie noch bei Frauenlob 324, 9 im selbe Schenkel argen tranc viir grüz ein wohl bereitetes, köstlicheres weizenbier, sonst ahd. grüzzinc celia, ex sncco iritici per artein confeeta potio, baier. greussing Schindler baier. wb. 2, 120, 156 XXVIllb SPOTTVERS Graft 4, 344, bei dem monachus Sangall. 2. 8 (MG. II, 752, Jaffe IV, 676) graecingarius verschrieben für grucingarius, womit Karl der große die persischen gesandten bewirtete, allniederl. grüt cerevisia fermenlata bei Ducange s. v. grutt aus Urkunden vom j. 999 und 1003, mndl. (Hoffmann gloss. belg. 37) und noch jetzt ndl. gruil fermentum, ags. grill bei Somner und Bosworth-Toller, und vielleicht auch ahd. grüz in den Wiesbader glossen (zs. 6, 323, 153. 329) zwischen cerevisia und hopfo, condimenlum cerevisiae, und in den gl. Jun. bei Ngerup p. 300, Graff aao., grüzinc und grüz celia im summarium Heinrici (Hoffmann ahd. gl. s. 15, Diuliska 3, 256, Germ. 9, 26). darnach kann ersazla, in der hs. getrennt er sazla geschrieben, nur ein technischer ausdruck sein, die er- klärung in Grimms deutschem wb. 3, 982 würde wohl nicht vorgetragen sein, wenn grüz richtig verslanden wäre, die folgende spalte s. 983 bietet eine stelle aus Opitz 1, 435 mit bopf ersetzet und gebraut und damit die ohne zweifei riclttige erklärung unserer stelle [dagegen Kögel in Pauls grundriss 2, 1, 172]: 'Liubene versetzte, würzte oder bereitete sein bier und richtete die hochzeit seiner lochler aus, verheiratete sie — üz geben, dem mhd. wb. und Graff in diesem sinne unbekannt, belegen Hallaus 74, Grimm RA. 420, Lexer 2, 2022, deutsches wb. 1, 866 —: da kam aber Slarzfulere und brachte sie ihm wieder.' Starz- fulere ist ein fingierter name, der den bräuligam selbst oder einen seiner nächsten ungehörigen verbirgt, entweder Schweiffeder, Schwanzgefiedert (Grimm d. wb. 3, 982) oder auch, woran Wackernagel (litteraturgesch.i s. 98, 14) dachte, eine mundartliche entstellung oder nebenform von scartifedar testudo Haltemer 1, 288 h , scerdifedara ostrea Graff 3, 448, mhd. sclierzeveder meerigel scorpio WGrimm zu Freidank 171, 27; doch ist die erste auslegung viel wahrscheinlicher: starz als nebenform von sterz belegt Schneller baier. wb. 3, 659, Graff 6, 725. vgl, auch Schade alld. icb. 2 2 , 865. — ein anderer spollvers aus SGallen zs. 18, 261 /'. 366 XXIX EIN LEIS. Cosmas von Prag (geb. vor 1045, -j- 1125) erzählt zum j. 967 von der im j. 973 erfolgten einsetzung des Sachsen Delmar zum bischof von Prag in MG. SS. IX, 50: ut ventum est metropolim Pragam, iuxta allare sancli Viti intronizatur ab Omnibus, clero modulanle 'Te deum lau- damus'. (lux autem et primates resonabant 'ühriste keinado, kirie eleison, und di ballicgen alle helfuenl unse, kyrie eleison' et caetera; simpliciores autem et idiotae clamabant 'kyrieleyson', et sie seeundum morem suum totam illam diem hilarem sumunt. von der anwesenheil Bernhards von Clairvaux in Köln im Jan. 1147 wird berichtet, opera SBernardi ed. Mabillon, Paris 1719, 2, 1191: circa hornm tertiana exiturum virum dei exoptabat languentium multitudo, eo imporlunius instantes, quo modicum iam tempus viderenlur habere, egressus igiiur in plaleam signavit ex or- dine residentes et sub oculis omnium ipsa hora quatluordeeim sunt sanati, XXIX EIN LEIS 157 claudi Septem, surdi quinque, puer mancus et mulier caeca: oplatum qui- que beneficium perceperunt. ad singula populus acclamabat et in laudes dei voces tonant per nubila 'Crist uns genäde, Kyrie eleison, die heiligen alle helfen uns', ebendas. p. 1197 heifsl es in einem brief an den bischof Hermann von Konsums: maxime tarnen nocuil, ubi Teutonicorum exivinms regionein, quod cessaverat vestrum illud 'Christ uns genäde', et non erat qui voeiferaretnr. neque enim seeundum veslrales propria habet canliea populus romanae linguae, quibus ad singula quaeque miracula re- ferrent gratias deo. — dahat pro canlu lacrymas plebs ignara canendi*. auch die jüngste aufzeichnung in den friesischen küren wiederholt nur den anfang, Richlhofens friesische rechtsquellcn s. 441, 18—20 Aller aerst dae bim dat breef in da band coem, dae hoef op Magnus een leysa ende sangh 'Christus onse nade, Kyrioleys'. die ältere fassung, die wohl noch ins IX jh. zurückreicht, aber ivird ergänzt durch die allerheiligenpredigt aus dem Xlljh., welche nach der Benediclbeurer hs. in Keiles speculum ecclesiae s. 128, nach der Leipziger in Schönbachs altä. predigten 1, 226 abgedruckt ist: Nu hevel iwer hende unde iwer herze üf ze dem almahtigen gote mit dem leisse 'Helfen uns alle heiligen!', während eine andere, einer verwanten samlung (Germ. 5, 456/7".) desselben jh. angehörende wiederum schliefst (Germ. 1, 449) mit dem üblicheren Darum!) sendet liiut an in die himelischen chuniginne unser frovven SMariam und alle sin biligen und hevet iuwern ruof 'Die hiligen alle helfen uns', die worle .sind hier mit neumen versehen (Germ. 1, 443) und ebenso der ruof der darauf folgenden predigt vom allcrseelenlage Darumb hevet iwern ruof 'Den gotis sun, den loben wir', mit anfangen sonst unbekannter leisen schliefsen mehrere predigten und bitten einer Wiener hs. aus dem anfange des XIII //i. in Iloffmanns fundgruben 1, s. 80 eine predigt am tage Philippi et Jacobi unde sprechet iwern ruof 'Die heligcn zwelfpoten' —; s. 113 commemoratio vivorum unde hevet iwern ruof 'llerre, ich hän alle mine not' —; s. 114 commemoratio defunclorum unde hevet iwern ruof 'Nu enpfelben wir die sele' —; s. 115 von sanlWi Andreas unde sprechet 'Die beugen zwclfpolen' —. die vollständiger überlieferten leisen oder geistlichen volksgesänge An dem österlichen tage (Hoffmann gesch. des kirchenliedes s. 39, Kliarlsch erlösung s. 1S9), Christ ist erstanden (Hoffmann s. 63 ff. 187//'. 202/'.), Nu hiten wir den heilegen geist (Hoffmann s. 67. 208), In goles namen vare wir (Hoffmann s. 7 2 f. 212 ff., vgl. s. 42 f.) gehören ohne zweifei ihrem Ursprünge nach auch noch dem XII JA. an. aber auf den versuch, sie aus den späten aufzeichnungen herzustellen, verzichten wir, nicht sowohl weil * llüofjmann geschickte des deutschen kirchenliedes, Hannover 1S61, s. 41 führtnoch eine gleichzeitige stelle an aus dem im jahrenach dem beginn des zweiten kreuzztiges geschriebenen commentar des Gerhoh. von Reieliersperg zu ps. XXXIX in Pez thesaur. aneedot. 5, 794: in ore Christo militanlium laicorum laus dei crebrescit, quia non est in tolo regno christiano qui turpes cantilenas cantare in publico audeal, sed ut diximus, tota terra iubilat in Christi laudihus etiam per cantilenas linguae vulgaris, maxime in Teutonicis, quorum lingua magis apta est concinnis canticis. 158 XXIX EIN LEIS das beispiel der Vorgänger abschreckt, sondern nach einem grundsalz, der uns auch bei der bearbeilung der Segen leitete; s. anh. zum Tobiassegen XL VII, 4. XXX HIMMEL UND HÖLLE. Cod. lal. 4460 der k. bibliolhek zu München, früher eigenlum des dominikanerkloslers in Bamberg, 190 bl. 8°, lex Alamannorum (mit deutschen gl.: ahd. gl. 2, 352) nebst andern stücken (s. Merkel in MG. LL. 3, 5). der codex besteht aus vier ursprünglich verschiedenen hss. des XI. XII. XIV und XV jh. von diesen enthält die zweite (XII jh.), welche bl. 103—115 umfassl (lll b . 115 ab leer), auf bl. 103—Hl 1 ' das glaubensbekennlnis und die beichte XCI, bl. lll 1 '—114 a Di» himilisge goles burg usw. lleufs zs. 3 (1843), 443—445. A Vollmer in KRoths beitragen zur deutschen sprach-, geschichls- und orlsforschung 2 (1853), 19S /". MHaupl nach einer neuen vergleichung der hs. in den Monatsberichten der akademie der Wissenschaften zu Berlin 1856, 568—580. PPiper die Schriften Nolkers 3 (1883) s. xix—xxi. Haupts inter- punklion konnte sich fast ganz an die der handschrift anschließen, die diphlhonge sind in der hs. meist nach nolkerischer weise circumfleclierl auf dem zweiten oder ersten buchstaben; auch die langen vocale haben zuweilen den circum/lex und betonte silben den acut. 1 — 12 apocal. 21, 23 et civitas non eget sole neque luna ut luceant in ea: nam claritas dei illuminavit eam el lucerna eins est agnus. 4 liehten für Imbun kommt bei Nolker häufig vor. im Iwein 672 hat es Lachmann nach Bbd und dem lihien in ADa gesetzt, und das mhd. tvb. 1. 1030 hätte sich die frage, ob es Ruhten heifsen müsse, ersparen können. 5 durch punkte habe ich nach Olfrids weise vocale bezeichnet, die in der ausspräche verschwinden oder mit andern verschmelzen. 6 der- für er- steht in der sanclgallischen freilich erst im zwölften jh. geschriebenen hs. von Nolkers psalmen 67, 28 (Hallemer 2, 231*). ich weifs weder einen grund gegen höheres alter dieser form noch eine andere besserung der verderbten zeile. 13 vgl. apocal. 21, 18/f. 1 6 die schwache form wie Hei. 52, 7 und öfter im mhd. 20 fnrst- heliil ist zusammengesetzt wie furstpoten und furstchundera, durch die Nolker ps. 70, 19. 34, 10 (Hallemer 247 a . 117 b ) arehangeli übersetzt, und mag wie diese erfunden sein. 21 vgl. 65/". 27 deulung von apocal. 21, 16 et civilas in quadro posila est. 30 gotes Irulfriundeu steht 111: hier aber verlangt der vers lilgung von trul oder von alle. 33 über die quanliläl von regula s. Lachmann über ahd. betonung s. 262 und zum Iwein 299. 35—4 1 apocal. 21,21 et platea civilatis 3 ggaurum mundum lamquam vitrum perlucidum. 49 plurale dalive auf an stellt Graff 2, 961 zusammen. 53 lugidone ist wie von einem nomi- nativus tugida. 54 vielleicht ist stäter zu setzen, der ahd. glosse fi-astmunti secretum in Docens misc. 1, 211 oder bei Graff 2, 813 = ahd. gl. 2, 283, 25 ist das geschlecht nicht anzusehen, das mhd. vrastmunt XXX HIMMEL UND HÖLLE 159 ist femininum: s. JGrimm GDS. s. 129. 79 Ruland 6, 30 nu scul wir heim gäben an unser alterben, 121, 22 si wolteu gerne wider gewinnen daz unser alterbe beide mal vom himmel, vgl. XXXI, 25, C. XXX11I, E b ,20. Schönbachaltd.pred.3,9, 29. 95—104 vgl. aufser muspilli III, 15 ßgr. 1, 204, 1—9, Diemer29l, 6—13 so habe wir daz ewege lieht, neheines siechtuomes nicht: da ist diu veste winescaphl, diu milteste trütscapht, diu ehuneehlich ere, die haben wir iemer mere; daz unsageltch löne in dem himelischen trone habent die gotes erben. 107 etwa und der, wie 21 undaz, kehr. 44, 2 Diem. der sun under ebnet? vgl. zu XCI, 184. 117 meine änderung meint ewigen lod. ebenso Bernhard von Clugny de contemtu mundi bei Flacius var. poet. de corruplo statu ecclesiae p. 267 Est ibi, ereditc, crux sine slipite, mors sine morte, Vox sine car- raine, lux sine lumine, nox sine noete. einen gegensatz bietet der vers, den Olfrid (1, 18, 9) und das muspilli (14) gemeinschaftlich haben, thär ist lib äna l6d, hobt ana finslil 134—136 auch diese allilterierenden zeilen halten das iciderspiel zu geuäde ane not, ags. rast bütan gc- vrnne, s. zu musp. U. 145 vgl. chareleih, chlafleih fragor Graft 2, 153. 170 mit aller unscon! zu vermuten widerrät alles unwunnes z. 177. man wird die neulra unscöni und unwunni anerkennen müssen. 179 unbigebenlich, wenn ich richtig so bessere, bedeutet nicht beiseile zu bringen, unablässig. Hieran knüpfte Haupt noch folgende bemerkungen, die er utis mit einigen nachtragen vermehrt zu wiederholen gestaltete. An dieser Schilderung des himmels und der hölle, die merkieürdiger ist als man bis jelzfjnach dem abdruck in der Zeitschrift erkannt hat, ist Wilhelm Wackernagel nicht achtlos vorbeigegangen, in seiner liltc- ralurgeschichte s. 83 = 2 107 redet er von den erhaltenen althochdeutschen predigten, deren spräche nur selten sich rednerisch erhebt, 'um so höheren redeschwung' fährt er fort 'bis in alle fülle sinnlich öim-369 malender poesie zeigt uns ein anderes denkmal, welches doch eigentlich keine predigt, sondern nur ein stück aus der calechelischen redehandlung der beichte ist, eine Schilderung der freuden des himmels, des grauens der hölle; mit Überraschung weilt der blick auf solchem bisher ungeahnten vermögen unserer allen \lilteralur'. später (s. 84 = 2 1 OS) wird dieses denkmal das älteste der poetischen prosa genannt, mich wundert, dass Wackernagel, der die dichterische redefülle dieser Schilderung so hoch stellt, allzu hoch, wie mich dünkt, doch ihre dichterische foim nicht wahrnahm, seitdem ich dieses denkmal kenne habe ich nie bezweifelt, dass es ein gedieht dh. in versen abgefasst ist. und dies, dass es verse sind, in dem gewöhnlichen maße von vier takten, wird nun weiter keines beweises bedürfen, wenn auch nicht alle genau nach olfridischen regeln gebaut sind, so würde zb. Olfrid verse wie den folgenden (58) sich nicht gestattet haben, ende aller Ir geheize, nicht gegen Olfrids betonung sind viirslesöt 37 und rfchisöt 51 ; denn ebenso ist ohne Zweifel bei ihm 1, 5, 29 zu betonen er rfchisöt githhitö. ebenso wie trüobisäles 125 betont Olfrid, wie es scheint, rtiamisäl 4, 6, 35, wertisäl 4, 18, 23. 4, 28, 11. 160 XXX HIMMEL UND HÖLLE 5, 12, 34. 39, werresäd 4, 18, 25, dh. nach art der zusammen- gesetzten Wörter, hAndegösle 138, grfmmiglste 166, belwtingenlsie 132 sind belonungen, die sich nicht nur in mittelhochdeutschen versen nachweisen lassen, sondern auch bei Olfrid an Harlmul 90 wird auszusprechen sein unz ihemo fiarzegusten järe. auch die unregelmäfsigen belonungen aller heiligüue here 22 und aller salidöno meist 100 fechte ich nicht an, obwohl durch helligön und säldöno oder sälldöo die strenge regel hergestellt werden kann, um des versmafses willen habe ich nur weniges geändert, Irüt 30 zu streichen schien unbedenklich; ebenso 98 der hinzuzufügen und 186 durch dero für der den vers zu glätten, egisigiltch 172 für egisilich war durch den vers geboten, so wie die nur orthographische änderung wolöno für wolon 64, allero für aller 72. einen unvers habe ich stehen lassen, 134 we Ane wolun, weil ich ihn mit Sicherheit nicht zu bessern wusle, durch wewo für \ve entstände noch kein guter vers. vielleicht ist zu schreiben ine wohin wewo [vgl. aber s. 602]. für einen richtigen vers halte ich 148 forhtöne biba, obwohl Umstellung die echte form biba in ihr recht setzen würde, biba forhtöne. ich glaube aber, dass der circumflex, den die handschrifl in biba wirklich hat, die meinung und ausspräche des dichters trifft, biba ist schon bei Olfrid 5, 4, 21 ihö uuard sär tliia uuila | mflül erdbiba, mehrmals im zwölften Jahrhundert und auch noch später nachweislich, wie unvollkommen auch die reimkunsl des pfaffen Konrad im Rulandsliede ist, davon, dass er eine lange silbe mit nachfolgender kurzer und zwei kurze Silben durch den reim gebunden, gibt es kein sicheres beispiel. nur aus versehen sind in der einleilung zum grafen Rudolf s. 10 die reime mägen: sagen: zagen (204, 9 f. 206,23/'.) und komen: töde (233, 32/'.) angenommen worden; es reimen ganz richtig magen (vis) und das prae- terilum körnen, biseofe: rossen 217, 12 ist unladellich: denn die mhd. form mit v im inlaule, hischove, die man wohl mit recht einer einwir- kung des ilaliänischen vescovo zuschreibt, zeigt sich noch nicht im alt- liochdeulschen, wo meines Wissens immer f oder (V im inlaule dieses Wortes steht, und dieser älteren weise ist Konrad gefolgt, allerdings reimt er liclienamcn, lichename, lichameu auf zew&re 214, 18, auf gnaden 109, 28. 243, 30. 265, 3, auf namen 260, 14 wie die kehr. (Germ. 9, 216) und ähnlich (Germ. 7, 13) das leben Jesu in den fdgr. 1, 141, 36. 186, 33 auf 4lern und enpbAhen uam.: aber darin erblicke STÜü'c/i nicht schlechte reimbildungen, sondern unorganische in der ausspräche vorhandene dehnung, Itchenämen. so bindet der Stricker im Karl s. 40 b (3625) licbnAmen mit kämen, 16 b (4158) mit genämen, 118 a (10815) mit vernämen, und bei ihm wäre bindung eines trochaeus mit einem pyrrhichius nicht denkbar, so sprach Konrad auch nicht fuozscaniel, sondern fuozscAmel, das er 207, 1 au/jfmier, 228, 5 auf undertAnen, 243, 10 auf gnAde reimt, wie der Rüther 3867 auf naber.* wenn also * wie Germ. 9, 59 richtig bemerkt wird. hr. Barisch hätte auch noch Jiopjie UMS. 2, 3S0 b schämel: lämcl für seine meinung anfuhren können, allein der von Lachmann (über ahd. betommg s. 261 ff. s" Iwein 299) gefundenen, durch die zahlreichsten heispiele feststehenden regel entspricht allein lamel = XXX HIMMEL UND HÖLLE 161 Konrad neben den richtigen reimen irbfbelö: erspdlen 10, 14 und erbf- .beteu: kibelen 233, 12 einmal, 240, 22, auf sa nach der wlle die reimende zeile cliom ain michel ertpibe folgen lässt, so wird unorganisch gedehntes ertplbe anzunehmen sein, das gedieht vom anlichrisi {im zweiten bände von lloffmanns fundgruben) hat einmal einen unglaublichen reim, wie sie lipon clri dage | und ein halben obe der erde 121, 1, wo eine ent- stellung zu vermuten ist, sonst aber bindet es in fast ztvölfhunderl Zeilen keinen pyrrhichius mit einem trochaeus. denn für das 123, 16 auf unbegraben reimende rappin ist raben zu setzen, aber 120, 29. 128,21. 39 reimt, bellhen: ertbtbe, 131, 12 biben: belihen, und die nur in diesem worle sich wiederholende erscheinung führt zu der annähme der dehnung. Werinhers Maria enthält in der Berliner Handschrift keinen in der quan- liläl fehlerhaften klingenden reim, also wird 196, 40 (Iloffm.) auf ver- trtbet gedehntes bibet reimen, und ebenso im Servaiius 1999 biben auf bellhen, denn auch dieses gedieht nimmt es in viertehalblausend zeilen streng mit der quanlüäl zweisilbiger reime, richtige stumpfe reime sind gote: veslenote 201, gote: erziu H ole 837, gesamnole: böte 869, zeichnote: böte 1597, ordenole: böte 1787, gote: bezzerole 2053, geboten: kesli- goten 2211: denn der mittelhochdeutschen Verwandlung des verbalen 6t in et muss kürzung in ol vorausgegangen sein, zu diesen belegen tritt noch kehr. 497, 25 Diem. ander diu wart ein erlbihe | daz sie harte he- gunden zwlveln. Ruther 4215 biven: ntde. deulung der messgebräuche (zs. 1, 280) 412 dö wurden ertpibe | umb al die werlt (wite). Tilurel 1679//. ertbibe: Iribe. Marienlieder der hannoverischen hs. zs. 10, 22, 34 liven: erbtven. auch Nolker accenluiert ertpiboth, erdptba Hallemer 2, tl9 a . 296'. in den hundert und neunzig versen der Schilderung des himmels und der hölle icird nur hin und wieder ein reim vernehmbar, 8 allen: wellen, 11 tag: liehtfaz, 15 geislgimmön: himehneregriezzön, 24 lebenne: kuninge, 32 evangelia: regnla, 51 minna: miltfrowida, 67 sie: vlizze, 73 tougen: offen, 75 liste: wärlieile, 105mitewist: anesilit, 148 btba: klafiunga, 150 meist: äugest, 156 wewigclich: unerrahltch; und wer will, kann noch einige von der art wie die zu Ezzo XXXI, 3, 12. 6, 2 erwähnten oder andre zusammen bringen, aber da keine regel wahrzunehmen, so ist weder reim noch allitleraiion beabsichtigt, und damit steht das gedieht einsam in der altdeutschen dichlung da. so wenig es aber etwas anderes ist als nachlässigkeil oder unvollkommene kunsl, wenn Otfrid zuweilen seine verse ohne reim lässt, ebensowenig darf man in den der allitleraiion und des reimes entbehrenden versen unseres gedichtes ein beispiel verbreiteter und aller oder gar ursprünglicher 371 form der deutschen dichlung erblicken. August Wilhelm Schlegel hat einmal (in den werken 7, 266) folgende Vermutung ausgesprochen: 'die formen der gotischen poesie sind uns unbekannt, indessen liegt es am lamella lamina, und ebenso schamcl (scamal) = scamellum (statt scamnellum) oder scabellum, während liimel, schämet eine ausspräche ist, wie lävel stall tavele. die kurze belegen auch die reinw gesidele: vuozscamele litan. 388, schamel: hamel bei Ollacker 108" (18237) und schon ags. sceamol neben scamol. vgl. zadel zädel zu XCI, 172. DENKMÄLER II. 11 162 XXX HIMMEL UND HllLLB tage, dass die spräche sich in rhythmische silbenmafse, ganz nach den gesetzen der griechischen melrik, fügen konnte, dass es wirklich geschehen, wird man wenigstens wahrscheinlich finden, we>m man folgendes erwägt, gewöhnlich tritt, wo der sinn für die quanlilät verloren gehl, sogleich der reim hervor, in der geschichle der deutschen poesie finden wir eine mülelslufe, die allilleralion. diese ist die bindende form in den ältesten altsächsischen gedichlen, die wir haben, in der angelsächsischen poesie hat sie bis zum Untergänge der spräche bestanden, was gieng nun der erfindung der allilleralion voraus? ich denke, der rhylh- mus.' hätte Schlegel mit der entwickehmg der deutschen philologie schritt gehalten, so konnte er im jähre 1827 nicht mehr solche behauptungen und Vermutungen aufstellen, weder ist der reim in die deutsche poesie gekommen, als der sinn für die quanlilät verloren gieng, noch ist die allilleralion eine erfindung für den bedarf der poesie. sie ist hervorgegangen aus dem streben, das begrifflich gleichstehende auch durch den klang gleichzustellen, und so durchdringt sie nicht nur in formein die Sprache, sondern wo uns zuerst Deutsche begegnen, da finden icir auch in geschichtlichen und mythischen namen, die durch geschlechtsverwant- schafl zusammengehören, allitterierenden anlaul.' so hat sie sich auch unzweifelhaft in uraller zeit der poesie bemächtigt und in ihr weiteren umfang gewonnen, und wenn wir nicht in bodenloses vermuten uns verirren wollen, so müssen ivir die allilleralion als urform deutscher dich- lung, bis der reim sie ablöste, nicht als eine mülelslufe ansehen, unser reimloses gedieht aber, aus einer zeit, die in Deutschland keine allilte- rierende poesie mehr kannte, ist ein einzelner versuch eines geistlichen, der den reim für entbehrlich hielt und sich ihm vielleicht nicht gewachsen fühlte, so lässl es sich vergleichen mit dem allenglisclien Or- mulum, dessen geistlicher Verfasser die allilleralion aufgab und den reim nicht versuchte, dagegen in seinem langen werke iambische kata- lektische lelrameler, wie er sie aus geistlicher lateinischer poesie kannte, eintönig silben zählend nachbildete, dass unser althochdeutsches gedieht von einem geistlichen manne herrührt, ist nicht nur an sich wahrscheinlich, sondern sicher durch die von mir nachgewiesene anlehnung an stellen der apocalypsis. mechanische ableilung seiner hundert und neunzig verse in fünf und neunzig langseilen wäre von übel, erst allilleralion oder reim bindet viertaklige verse zu achltaktigen langzeilen. in unserem gedickte lassen sich zwar manche versreihen parweise ordnen, aber gleich die Zeilen des ersten absalzes (t —12) sträuben sich dagegen [versuch der Herstellung von abschnitten oben s. 334j. man müsle denn hier und an anderen stellen lücken annehmen, worauf nichts führt. \Dass diese beschreibung von himmel und holte den poetischen denk- mälern eingereiht und damit ein in unserer lilleraiur singuläres reimloses gedieht creiert wurde, scheint mir wie dem Uli. centralbl. 1882, 1593 sehr bedenklich, denn mit dem gleichen rechte würden grofse partien {vgl. Germ. 9, G7) des in derselben hs. überlieferten Bamberger GH. als verse gelten dürfen, sobald man nur einige pyrrhichische Schlüsse stall trochaeischcr einräumt, wie sie auch Haupt für himmel und halle XXX HIMMEL UND HÖLLE 163 zuzugestehen ■ genötigt war. zum beweise lasse ich ein solches stück, den schluss der beichte (von XCI, 231 ab), nach versen abgeteilt, folgen (bei z. 233—36 hatte schon Scherer, unten s. 607, viertaklinen rhythmus wahrgenommen): Nu nimag icli noh nichan mit herzan noh mit mundo mih so giruogen noh so uberteilan nöh dir, trohlfn got [alemahtigie], so virjclian, so verro sös ich sculdig hin. wände ininer sundön und mfner meindätön (linde und meindatone die hs.) der ist disiu werlt vol, die sint leidir ulier mez, über alla dusent zala, über menniscen gidanc, über engiliscan sin. Dir einemo, herro, sint si chunt, du eino niaht sie virgehan: du weist allez eino svaz an menniscen ist. Nu ruof ich, Wie gnädige got, \ /* fe O q £ßAf mit allemo herzan zi dir, daz du durch dina guoli unde durli die difie j \JmT~ der frowun sancte Marjun und aller diner Irüte mir gislungide giläzzist, daz ich inniglicho biweinon job biwuoffin joh hisüftön muge und (unde hs.) mit ten reinen Irahiuen mi gitoufan muge die unreineslen mina giwizzide von allen minen sundon unde von aller der biwollinheite der sela job des lichamen. imde gilä mir, du vile gnädige got, däz ich rebte riuuönle vone dir enphähe giwissen unde vollen den dinen tiuren antläz iinde den vurder stAten willen des unsundönnis 11" 164 XXX HIMMEL UND HÖLLE finde die liurun stätmuoti iemerrehtwerchis unde alles guolen lebennes. auch in Willirams hohem Hede begegnen massenhaft derartige scheinbare verse: zb. 71 Seemüller Du bist garlbrunno | du bist puzza | dero quekkon uuazzero | die mit lüible | fliezzeut von Libano; 111 Uuie lussam dine genge sint | bertuomes dolitcr | in dinemo gescuobe; 123 Der stank dlnes mundes | ist samo der suozon epfelo; | din cbela smekkel | samo der tüirislo uuin; 125 Minemo uuine bin ili hold | unle er keret sich ze mir; 145 Der man der git düsunt | silberinero pfenningo | daz er des uuinle- mödes | muoze gebruchan usw. — die phantasien des dr. Luppe (Jahresbericht der Kieler realschule 1876/7), welcher in unserm stück den allein erhaltenen schluss einer von Ezzo verfasslen, von frau Ava im leben Jesu benutzten evangelienharmonie sah, wird es genügen erwähnt zu haben. XXX b MEMENTO MORI. üs. der k. universitär- und landesbibliolhek zu Strafsburg, aus dem oberschwäbischen kloster Ochsenhausen stammend, Xi jh-, 155 bl. fol., enthält teil 3 und 4 von Gregors moralia in Job. eine hand des Xl/Xll jh. hat am Schlüsse des dritten teils, auf der ursprünglich leeren seile 74 b , die ersten 76 zeilen des Ezzoleiches (XXXI), hinler dem vierten, auf bl. 154 b . 155 a , unser gedieht eingetragen. KAIiarack ahd. funde zs. 23 (1879), 212—16. derselbe Ezzos gesang von den wundern Christi und Nolkers memenlo mori in phololypischem faesimile der Slrafs- burger hs., Strafsburg 1879. WScherer zs. 24 (1880), 426 — 50. PPiper lesebuch des ahd. und alts., Paderborn 1880, s. 190—92. WBraune ahd. lesebuch*, Halle 1881, s. 147—49 vgl'. 166 ( 3 151/'. 171/:). 1, 3 brödemi vergleiche ich mit todimi, untödimi (Wackernagel predigten 12, 26. 28) und der adjectivbildung tödemic, welche nach den belegen ausschliefslich alemannisch scheint, ich nehme deshalb lange Stammsilbe an: metrische bedenken wird man jetzt (s. zb. Wilmanns zs. 27, 105 ff.) nicht mehr dagegen gellend machen, die gl. rolemi rubori, welche Scherer aao. 447 beisog, gehört wohl zum masc. rotamo (vgl. ahd. gl. 2, 537, 43 mit 2, 514, 9). 7 gerno passl nicht in den Zusammenhang; es kommt hier nicht auf die liebe zum leben an, die z. 3. 5. 6 behandeil ist, sondern, entsprechend z. 4, auf dessen dauer: 'wie lange ihr auch lebt, sterben müssl ihr'. 4, G Trierer Aegidius (zs. 21) 188. 571 wilhis lihes her lebele, 291 eines starkin libis der gotis schale lebete, vgl. Rul. 182, 11 swelhes tödes si erstürben. 5, 5 /'. der gleiche reim exodus fdgr. 2, 98, 34. 8 zwar wäre nicht undenkbar, dass jemand mittels einer combinalion von.hie noh dort und nü noh denne zu dem ausdruck hie noh denne 'weder in dieser XXX b MEMENTO MOBI 165 noch in jener well' gelangte, aber dann müste der gegensalz dieser beiden exislenzen und der bezug des denne auf die Zukunft nach dem lode durch den Zusammenhang angedeutet sein,' während unsere ganze 5 slr. nur von der anziehungskraß det well handelt, da die z. 7 bis zum ende, zum lode, das treiben der menschen verfolgt, so bezieht man tenne unwillkürlich auf diesen abschluss des daseins. solche erwägung dürfte Braune bestimmt haben, hie nohtenne zu schreiben, da jedoch von einem hie nach dem lode nicht die rede sein kann, so möchte ich lloedigers Vorschlag ienoh leime den vorzug geben, 'immer noch zu der zeit (des lodes)' hat seine parallele an 'immer noch zu irgend einer zeit' 12, 8. dasselbe ienoli ist aus hie noh auch 15, 6 herzustellen. ü, 2 der accent im ersten vers liegt nicht auf lebin, sondern auf iemer hie. also nicht dass über die arl des lebens rechenschaß gegeben werden müsse, sondern dass überhaupt einmal der tag der rechenschaß eintrete, soll v. 2 besagen, darum tilgte ich is. ohne abhängigen geneliv oder salz steht reilia urgepan L1V, 18. 21. 5 Wackernagel predigten 2, 74 f. ez zirgat einir haulwile. sohin braucht man nicht mit Scherer s. 428 en zu ergänzen. 9, 8 dass der dichter einen seiner mitmenschen in die halle halle wünschen sollen, isl unglaublich und widerspricht der gesinnung, welche er 2, 8 und ? 19, 7 bekundet, es muss also der indicativ stehen, t fehlt ebenso 14, 2; unorganisch tritt es zu 6, 1. 11, 4. 11, 6 der reim würde verbessert werden, wenn man drin g£n schriebe. 12, 1 über die formet s. zu XL, 3, 16. 4 f. vgl. ev. Lucae 12, 33 ff., besonders v. 40 et vos cstole parati, quin qua hbra non putatis, filius hominis veniet. 8 Wackernagel predigten 12, 84 daz wir noch wennon mit ime irslan muozin. einer änderwig in nohwenno (das übrigens aufser den zwei von Scherer angeführten stellen noch ahd. gl. 2, 681, 45 belegt isl) bedarf es daher nicht. 13, 3 spec. eccl. s. 143 Kelle von diu, mine vi] lieben, ist uns nöt- durft, daz wir wachen, daz uns der diep ihl ungewarnel vinde. waz ist der dieb ? daz ist der tot. wir wellen so neweilen, iedob chumet der tot. gleichfalls nach Honorius Schönbach altd. predigten 2, 15, 27. vgl. auch Calo 397 er (der tot) kumt geslichen als ein diep. 14, 5 f. gab Scherer wieder 'was er hier nicht erlebte, das macht ihm dort wenig kummer'. das fand Oliehaghel im lilleralurbl. f. germ. u. rom. phil. 1881 sp. 235 nicht sehr sinnvoll und schlug vor, niewit durch iewit zu ersetzen, indem er v. 4884 des welschen gastes verglich swaz im dan leides ist getan hie, daz wirret im dan niht. aber aus z. 7. S gehl hervor, dass es sich hier nicht um widrige, sondern um freudige erlebnisse des irdischen daseins handelt, die parallele passl daher nicht, z. 5 ist vielmehr zu übersetzen: 'was er hier nicht genoss'. in der tat muss derjenige, welcher seinen besitz mildtätig austeilt, wie es der eingang der Strophe anrät, auf manchen genuss, den er so7isl sich gönnen könnte, verzichten. lehita stall gelebita schrieb ich aus metrischen gründen, zumal im übrigen gedieht nur das simplex erscheint. 166 XXX b MEMENTO MORI Scherers Vorschlag des er hie niewit gelebita s. 435 verwerfe ich, weil es nicht begreiflich wäre, warum jemand hie durch in dirro wedle ersetzt haben sollte. 1 f. der reim tae: wfir ist sehr anstößig und dürfte jeder analogie entbehren, muss geändert werden, so schreibe ich lieber jär mit Scherer s. 4 12 als dass ich mit Bartsch umstelle bezzir ein lac da. 16 FSeiler zs. 25, 188 machte auf Ollohs proverbien und seinen dialogus de tribus quaeslionibus cap. 50 aufmerksam, wo es heißt: viator ille stultiis est, qui in iiinerc amoena prala conspiciens obliviscitur, quo lendebat (resp. lendere disponebal). Ollohs quelle war Gregor der große hom. in evang. I, 14 (Paris 1705) p. I 188: quia sliillus vialor est, qui in itinere amoena prata conspiciens obliviscitur ire quo lendebat. 17 die im texte angedeuteten alhetesen Scherers halle ich für unzweifelhaft, der dichter stellt sich die menschen durchaus als noch auf der erde wandelnd vor, spricht dalier im praesens: so stören die prae- lerita z. 5. 6 empfindlich, notwendig müsle man hugent und denchenl erwarten, um so mehr als der z. t> praelerilal ausgedrückte gedanke z. 7 wieder in praesenlischer form folgt, wohl aber erklärt sich das praeleritum bei annähme einer inlerpolation aus slr. 3, 1.2. die dagegen von CKraus WSB. CXX1II, 4, 113 erhobenen einwände erscheinen wenig slringenl. z. 11—14 sind so leer und ungeschickt, dass ich sie dem poelen nicht zutraue, auch nicht, wenn man sie für den resl einer sonst verlorenen Strophe ansehen wollte, dagegen kann ich hinsichtlich z. 8. 9 Scherer nicht beipflichten, er übersetzte 'kommt ihr dann zum himmel, so müsst ihr wieder umkehren', allerdings wird hier oliinan die seltene bedeulung von 'nach oben' haben, welche Lexer d. wb. 7, 1072 aus alem. quellen belegt, aber dannan heißt nicht 'dann — das memenlo gebraucht denne —, sondern 'von dort' und das stimmt nicht zu dem conslanlen hie, human der slr. soll ferner bewinden 'sich wenden den sinn von 'umkehren' haben, so muss la, nicht tar, stehen, in der tat fassle Scherer s. 439 tar als ältere form von tä: da sonst aber das gedieht streng zwischen dar und da scheidet, so berechtigt nichts zu der annähme, dass sein Verfasser noch tär, nicht l;\, gesprochen habe, tar muozint ir bewinden lässl also nur die auslegung zu: 'dorthin (nach oben, ins jenseits) müsst ihr euch wenden, dann gewinne ich aber für die vorhergehende zeile einen angemessenen gedanken bloß, wenn ich dannan durch dannoh ersetze (die endung wäre durch das unmittelbar folgende ohiuan hervorgerufen): 'trotzdem, wiesehr ihr euch sträubt, kommt ihr nach oben. 18, 5 die Verderbnis der Überlieferung erkannte Scherer. auch entspricht sein besserungsvorschlag s. 436 wir ne verläzen dih enztt dem durch den Zusammenhang geforderten sinne, aber er erklärt etleliehiu nicht: dass jemand dies ivort willkürlich eingesetzt habe, dünkt mich ganz unglaublich. 19, 4 aus meiner Interpunktion ersieht man, dass ich diese zeile zum folgenden, nicht mit Scherer und Braune zum vorhergehenden verse ziehe. 6 bei varn steht släls bina, hin (3, 2. 10, 3. 17, 6). bedenklicher als die änderung von hinnan in hina ist die verschlei/üng in der letzten Senkung, doch s. unten über zweisilbige Senkungen. XXX b MEMENTO MORI 167 Scherer nahm an, das gedieht habe aus 18 Strophen bestanden, von denen die ersten C und die letzten 10 achlzeilig gewesen seien, während slr. 7 und 8 je 10 Zeilen enthalten hätten, er sah in ihm das älteste beispiel einer symmetrischen deutschen sequenz und behauptete parige gruppierung der Strophen sowie Übereinstimmung der entsprechenden verspare je zweier Strophen in der zahl ihrer hebungen. aber wir haben es mit lauter achtteiligen Strophen zu tun, wie Piper vermutete, Braune im einzelnen begründete, denn in den versen 6, 7. 8, mit denen die hs. die siebente zehnzeilige slr. beginnt, muss sich sin auf man beziehen, da der neutrale genetiv släls is lautet; und worin die vermessenheil der aussage, dass alle menschen von einem einzigen abslammen, liegen solle, lässl sich nicht absehen, die andere zehnzeilige Strophe der hs. aber enthält resle zweier achlzeiligen, welche Behaghel aao. am richtigsten ausschied, zwei lUassen von menschen werden 8, 3. 4 einander gegenübergestellt, die erste 8, 5 zu schildern begonnen: dem leiernd muss im weiteren verfolg ein ler ander entsprochen haben; eiDO mit Scherer als 'nur' zu fassen gehl sprachlich ebensowenig an als sachlich, denn wie würde wohl ein geistlicher des XI jh. oder überhaupt des mittelallers jemanden, der durch sein verhallen der Verdammnis anheimfällt, wlse genannt haben ! mit der Ungleichheit der Strophen schwindet zwar nicht ihre parige gruppierung, welche inhaltlich in wahrheil vorhanden ist — nur dass die mittelsten 9—11 des gedichles eine Irias bilden —, wohl aber die notwendigkeit, zu metrischen Künsteleien die zufluchl zu nehmen. Zeilen von fünf oder mehr hebungen zu behaupten liegt kein zwingender grund vor. vielmehr lassen sich die meisten verse vierhebig ohne jede schwierigkeil lesen, sobald 1) zweisilbiger oder durch elision und verschleifung zweisilbig zu gestaltender (zb. 14, 5. 18, 5) auftakt eingeräumt wird, mehrere sclieinbar dem Schema ividerstreilende zeilen erwiesen gründe sachlicher natur als verderbt und es verblieb nur ein kleiner resl überlanger verse, welche mittels leichler änderungen auf das normalmaß gebracht werden konnten: 3, 6 warf ich varn aus, vgl. 16, 6 dar er scolta; 4, 1 schrieb ich Paradys; 6, 4 strich ich niewit, vgl. die einfache negalion 11, G. 13, 8: 6, 6 entfernte ich zesamine: die möglichkeil solcher redeweise scheint im hinblick auf das subsl. braslac nicht zweifelhaft; 11, 1 beseitigte ich nach Seherers Vorgang alle; 12, 2 wurde da gestrichen; 13, 8 enlschloss ich mich zu der conjeetur wenden, weil sie leichter als andere besserungsversuche (ich dachte an ze guoie sin oder an skermen) die genesis der Verderbnis erklärt. 2) sobald man zweisilbige Senkungen zugibt, wie sie Amelung für md. und Iloediger für oberdeutsche gedichle des XII jh. dargetan haben, ich läugne nicht, dass ohne ihre hilfe die mehrzahl der verse des memenlo sich in herkömmlicher weise lesen lässt. aber man muss dann sehr unnatürliche betonungen, namentlich aufsergewöhnlich zahlreiche fälle versetzten accentes in den kauf nehmen und öfters an dem überlieferten ändern, zb. 6, 5 stall ler mau einer slünlwilo zergät schreiben vergilt; recht bedenklich wäre ferner 11, 7 daz ander gebeut fr dien armen. &e- t<»il man nicht weil natürlicher ler man einer slüntwilo zergat, daz ander 168 XXX -b MEMEI^TO MORI gebeut ir dien armen oder 1, 6 eina cliürza wila sünd ir si hän, 1, 8 ir müozent verwändelon dfsen lib, 3, 5 wie lüzel siebte gedabtön, 4, 8 ir nniozint iu selbe die böten wesen, 11,5 taz eina baut ir iu selben usw.? dann erübrigt nur 19, 4 eine t schwierigkeil: man darf dort nicht skandieren tie chürzun wila su wir bie sin, weil unser gedieht bie niemals in die letzte Senkung stellt, vgl. 1, 4. 2, 2. 6, 1. 13, 4. 17, 4. 18, 7. ich strich das relative so, denn cliurzun, an dessen enlfernung man denken könnte, scheint durch 1, 6 gesichert, in betreff mehrsilbiger Senkungen oder, wie er sie nennt, 'schwerer taklfüllungcn' verweise ich nachträglich auf AHeusler zur gesch. der alld. verskunsl 1891 cap. 4, dessen anregenden erö'rlerungen ich vielfach beipflichte. Die Orthographie der hs. suchte ich tunlichst beizubehalten, im allgemeinen ist sie historisch, lässt aber nicht selten auch der -wirklichen ausspräche recht widerfahren. Scherers ansichlen über die abneigung des denkmals gegen den hialus teile ich, auj'ser wo es sich um das zusammentreffen auslautenden langen vocals resp. diphlhongs mit vollem anlaulvocal handelt: 3, 4. 5, 2. 10, 4. 11, 4. Über die beiden Schlusszeilen des gedicktes weifs ich Scherers er- örlerung s. 430—33 nichts hinzuzufügen, nur möchte ich bestimmter als er die Überzeugung aussprechen, dass sie das werk eines Schreibers und an die stelle zweier ganz anders lautender verse getreten sind, ähnlich denkt IIHerzog Germ. 30, 60—63, dessen argumentalion im übrigen alles kaltes entbehrt: weil es im klosler Muri nachweislich mehrere geistliche namens Noker gab, weil einer von diesen vor 1055 für probst Reginbold mehrere bücher schrieb, unter denen jedoch Gregors moralien sich nicht befänden, weil endlich in einem bibiiolhekscataloge des slifles aus dem Xll jh., der auch die zu Reginbolds Zeilen geschriebenen oder erworbenen mss. verzeichnet, die moralia aufgeführt stehen, so soll, entweder die dermalen Slrafsburger hs. einst zum copieren nach Muri verborgt und dort durch den Schreiber Noker mit den deutschen eintragen versehen worden oder sie soll von anfäng an eigenlum des Masters Muri gewesen sein, wenigstens die zweite dieser alternativen lässt sich als falsch slricl erweisen, das exemplar der moralia, welches im Xll jh. Muri besafs, zählte drei bände, von denen der erste die teile 1—3, der zweite die teile 4. 5 und der drille den teil 6 des Werkes enthielt, den Slrafsburger codex hingegen nehmen der dritte und vierte teil ein, er kann darum zu dem ehemals Murenser moraliencorpus nicht gehört haben.] XXXI EZZOS GESANG VON DEN WUNDERN CHRISTI. A ms. nr. XI des regulierten chorherrenstifles zu Voran in der Steiermark, 1S3 bl. foi, enthält auf bl. I' —135 J eine samlung deutscher gedickte, auf bl. 136''—183 d die ersten drei bücher und den an- '8T2fang des vierten der gesla Fridarici imperatoris von Otto von Freising und liagewin, jene so geordnet, dass, wenn die zu anfäng bl. l a —73 d XXXI EZZOS GESANU 169 stellende kaiserchronik (hg. von JDiemer, Wien 1849) ans ende vor die gesla gestellt wird, sich eine arl wellchronik ergibt, die mit der genesis beginnend die geschickte bis zum j. 11G0, womit die gesla schließen, fortführt [dagegen AWaag beilr. 11, 156]. das klosler ist im j. 1163 gestiftet, die gesla ivurden nach einer noliz auf bt. 136 a (s. facsimüe bei Diemer) auf befehl des abls Bernhard (1185—1202) geschrieben, der deutsche leil bis auf einige seilen oder biälter von einer hand, deren schriftcharacter noch der mitte des jh. angehört, das gedieht des Ezzo sieht bl. 12S 1 '—129 4 , ohne Überschrift wie alte andern gedichte der hs., zwischen einem von dem herausgeber sogenannten 'loblied auf die Jungfrau Maria' bl. 125 a —128 b (das eigentlich eine sündenUage ist und gebete und bekenntnis eines reuigen Sünders enthält) xmd einem 'loblied auf den heiligen geisl' von der siebenzahl von einem priesler Arnold 129' 1 — 133 d . JDiemer deutsche gedichte des XI und XHjh., Wien 1849, 319—333 'die vier evangelien und desselben beitrüge zur älteren deutschen spräche und lilleralur VI, Wien 1867 (sitzungsber. der Wiener ahad. LH. LIII). das brauchbare wiederhole ich daraus, vgl. darüber Scherer in der zs. für die öslerr. gymn. 1868 s. 7 35—743. collalion des Vorauer lextes von PPiper die geistliche dichtung des mittelallers 1 (Berlin und Stuttgart o. j.), 39 ff. 11 Slrafsburgcr hs. (s. zu XXX") bl. 74 b , die ersten 7 Strophen (76 v.) enthallend. KABarach ahd. funde zs. 23 (1879), 210—12. derselbe Ezzos gesang von den wundern Christi und Nolkers memenlo mori in phototypischem facsimüe der Slrafsburger hs., Slrafsburg 1879. HGiske zur lextkrilik des Ezzoleichs Germ. 28 (1883), 89—98. WWilmanns Ezzos gesang von den wundern Christi, Bonn 1887. 1, 2 ebenso beginnt die Wiener genesis ich wil iu aine rede fore tuon. 7 die ellipse von libro ist nicht ohne bedenken; aber auf andere weise wüste ich dem melrum nicht aufzuhelfen. \n kann nicht entfernt werden, denn die verkürzte form unl begegnet im Ezzoliede nur vor vocale'n, wo nemlich elision stattfindet, vor d (3, 7. 9, 3. 14, 7. 24, 7) und im auftakle 22, 7. 30, 3: dort war dieser eben zweisilbig, darum steht, zugleich den hiatus (zu 19, 10) verhindernd, 3, 5. 16, 8. 21, 1 2 joh. 2, 1 ev. Joh. 1, 5 et lux in tenebris lucet et lenebrae eam non com- prehenderunt. Germ. 31, 63, 116 Lux deus iu tenebris. 5 ev. Joh. 1,1. vgl. Harlmanns credo 445/'. in prineipio erat verbum, daz ist der selbe golis s,un. 7 gen. 1, 3 dixitque deus: 'fiat lux'. III, 3 der heilige sunnentac — ist ze erenne und ze lobenne allen ehristenen löten; er ist der erste unde der berste tac den got ie geseuof: er ist seuner vor gole, .denne der sunne — an deine sunnentage geseuof got die engele — gelae arca Noe üf den bergen usw. bis an deine beil. sunnentage ist unser berre der heil. Christ chunftic in siner magenebrefte mit alleme bimeliscen here zerleilenne lebenlen und töten Kelle spec. ec.cl. s. 176/1 (1S3). ähnliche stellen in Mafsmanns denkmälem s. 8 (=zs. 32, 118). 9 und in des Honorius von Antun gemma animae 3, 123 p. 676 Migne Oclava calendas Aprilis deus hunc visibilem mundum creavit. hac eadem die, quae tunc doniiniea exstitit usw. in der kehr, schliefst die 170 XXXI EZZOS GESANG aufzählung 295, 8 den sunt ach snln wir ruowen und eren durch willen unsers herren. der suntach ist diu reht oclava und bezeichenet daz die relilen sele suln dannen iemer mere daz hitnelriche bouwen, ob wirz an in gedingen und gelouben. das epithelon der guote macht ihn gleichsam zu einem Mrchenheiligen oder erzvaler (zu XL VII, 4, 1). auch diu vröne bolschaß ze der chrislenheü (alld. bl. 2, 241 ff.), die die Heiligung des lages einschärft, fassl ihn ganz persönlich, die verse minen hedigen sunlac, den niemen wol vol eren mac, habt ir nihl bebüetet wol 75. 104. 1 I 1 usw. ziehen sich mit verschiedenen Variationen der letzten zeile durch das ganze gedieht, der enget schwört 457 hi dem heren suntage, wie bei Christ, Maria, den engein und den heiligen, und 567—576 keifst es ich woll iueh unwerde vertilgen ah der erde, wan durch die 373lieben muoter min und durch minen enge] Cherubin und durch ininen beilegen sunlac, den nieman wol vol eren mac, dem die e warte dienen mit vorhte; ja bete ich iueh nü verlorn, helen si nihl gesendet minen zoru; ähnlich 822. 853 dur den bereu sunlac. Alones ans. 6 (1837), 459 gn'iess dich got, du heiliger sonnlag, ich sich dich dort herkommen reiten; ein Halberslädler segen zs. f. d. phil. 12, 143 f. wcsl wille- kome, über sunlages here, ich sende dich bus czu eyn hoden czu dem aldermecbte(cli)slen gode; vgl. zs. f. d. myth. 4, llü. über personi- ficalion von Wochentagen s. auch Mannhardl WFK. 2, 185 anm. dennoch ist die Übertragung von gen. 2, 2. 3 auf den sanntag v. 4 sehr kühn und schwerlich sonst zu belegen, wenn auch der sonnlag an die stelle des sabbals trat, der gedanhe des dichlers aber war wohl: Christus ist als worl von anfang an auch bei der Schöpfung mit tätig gewesen, und das erste werk der Schöpfung (als goll sprach 'hat lux') war die einselzung des sonntags, von dessen heilighaltung auch am ende unsere ewige seligheil abhangen wird, so ist wohl v. 5. 6 gemeint, [im Handexemplar schlägt Müllenhoff zweifelnd noch folgende Übersetzung vor: 'hätten wir den sonnlag gehallen, so würden wir des paradieses nicht verlustig gegangen sein', ich erachte seine frühere meinung für richtiger, auf grund von exod. 31, 13 f., wo goll den lod dem enlheiliger des Sonntages androht, aber da jetzt der passus als interpoliert sich erwiesen hat, so braucht man über seinen Zusammenhang mit der echten Strophe nicht zu grübeln.] vgl. aufser den vorhin angeführten stellen noch Honorius hexaem. c. 3 p. 259 Seplimum diem deus pater antiquo populo celebrandum insliluit; oclavum vero, qui et prhnus est, deus filius novo populo observahilcm fecit. uterque aulem maximo sacramento gra- vidus existit. — per diem seplimum dies iudicii designatur, in qua omne opus ecelesiae consummabilur cique requies aelerna recompensabitur. per diem vero dominicam, quae et prima et oclava nolatur, aelernilas prae- figiiratur; quando finito lahore post Septem milia annorum oclavum seeun- dum inchoatur, in quo una dies melior super milia speratur, quae per sohim filium omnibus credentibus datur. 4 derselbe vers im Trierer Acgidius (zs. 21) 1592. 5. 6 die ergänzung der lücke ergibt sich leicht nach IV, 7 f. und den sunlac behalten vröne bolsch. 209. 222. 251. 290. 294. 413. 577. 603. 620. (655.) 863. 875. SS5. nahe liegt nun XXXI EZZ0S GESANG 171 die Vermutung, dass hier wie im ahd. (gramm. 4, 2 1 3 vgl. 216/'.) und .später (zu XL VII, 4, 93), zb. auch noch in Hartmanns Gregor 1217 ich kan iu nihl so verre gnaden mit dem munde, als, oh ich künde, vil gerne t;ele, im zweiten salz die Wiederholung des pronomens gespart wurde: allein wahrscheinlicher ist doch, dass der abschr eiber vom ersten wir zu einem zweiten übersprang und so die lücke entstand. 7 über den formelhaften gebrauch von gewalt Roediger zur Milsl. sdkl. 792. 10 üzzen von ist zu vergleichen mit ahd. iiz i'ona (Graff praepos. s. 62) tnhd. üz von gol. üt us alls. ut af ags. ül of gramm. 3, 263; Wacker- nagel leseb. 1S59, 149 streicht üzzen mit unrecht, der folgenden stelle 10—24 zunächst verwa.nl ist eine friesische aufzeichnung in Ilichl- hofens alifries. rechlsqu. 211 (Grimms mylh. 531), eine provenzalische (Germ. 4, 314), französische (mylh. 1218) und irische in WSlokes three irish glossaries 1862 p. xif.; entfernter die englische in dem riluale Dunelrnensc {mylh. 531), dem ags. Salomon and Salurnus (h'emble p. 180) und calechismus des meisters von Oxford (Kemble p. 217) und die der summa theol. XXXIV, 9. 10 und dem Uonorius von Aulun (s. zu XXXIV, 9) gemeinsame fassung, die wieder mit Gregors des grofsen moral. in Job VI, 5, 20 = hom. in evang. II, 29, 2 (vgl. Uonorius hexaem. c. 1 p. 258 und des Wilhelm von Conches philos. mundi 4, 29 p. 97) und durch Gregor mit Augustin de civil, dei 5, 1 1 zusammenhängt, die quelle der mittelalterlichen aufzeichnungen war, wie in einem excurse zur ersten aufläge ausführlicher gezeigt wurde, ein weitverbreitetes und vielgeslal-sji liges geistliches frag- und anlworlbüchlein, worüber WWilmanns die Untersuchungen mit dem malerial, das ich ihm zum teil überlassen oder nachweisen konnte, zs. 14, 530 ff. 15, 166 ff. fortgeführt hat. es bleibt nur noch zu erwähnen, dass die in Grimms mylh. 532 aus Goltfrids von Vilerbo panlheon angeführte stelle aus dem elueidarium des Uonorius 1, 11 p. 1116 ausgeschrieben ist, der dort vollständiger als im sacramenlarium p. 773, neben jenem büchlein, lsidor de differenliis verum 17, 47—49 ausschrieb, der wiederum, wie auch elym. 1.1, 1, (4. 5.) 16 aus Laclanz divin. Institut. 2, 13 schöpfte. [15 ich habe die schon von andern vorgeschlagene form ädran, obwohl sie nicht die einzig hier mögliche ist, gesetzt, weil der interpolalor im allgemeinen nicht so schlecht reimt, dass man ihm ädren: här, das Müllenhoff beibehielt, zutrauen dürfte.) 23 JGrimm schreibt mylh. 532 ganz unverständlich unte siuen gesin. Diemer verweist mit recht auf bücher Mosis 33, 3 Diem. min trehlin gah ir den gesin; leben Jesu 232, 16 Diem. gol ^i\h im den gesin (fdgr. 1, 143, 2 den sin); dazu kommt noch Jerusalem 361, 2 Diem. mit tiefen gesinnen; 362, 4 sin gesinne wären lief; j. Judith 177, 12. 16; Wiener Nolker ps. 23, 2. 3, 7 nach psalm 145, 6 (act. ap. 4, 24. 14, 14) qiii fecit caelum et terram, mare et omiiTa quae in eis sunt verwarf Diemer mit recht seine frühere Vermutung viurtn. 8 dieselbe formel Diem. 12, 14. 89, 24. 12 über die jormel s. Kraus WSB. CXXIII, 4, 115. zu dem reim haben: werchan vgl. unten 10, 6 gebar: haben; 14, 11 man: varen; mere- garto XXXII, 1, 79 ezzan: gadam; 2, 95 Idumea: aha; palcrnosler XLIII, 172 XXXI EZZ0S GESANG 3, 1 gotes: vorderost; 10, 5 man: haven; ('em. der milche rinnet Geon, des honeges Physon, wincs Tigris, oles Euphrates (über sonstige benulzung der interpolierten gestall des Ezzo durch die Vorauer genesis s. Scherer QF. 7, 43); vgl. Honorius spec. eccl. p. 833 Ili quatuor (luvii spirituales (evangelistae) dant ecclesiae sapores tales: unus quidem Iaclis nulrimeutum, aller autem praebet olei fomentum, tercius vini saporem, quartus exhihet mellis dulcorem. die quelle ist wie für III, 10 (f. wieder ein frag- und antworlbüchlein. joea monach. 41 (monalsber. der Berliner akad. 187 2 s. HO f.) Die mihi (lumina, qui sunt in paradisu. Unus est uini, alter est oleum, tertius mel, quartus lac. uero dicitur Eul'ralis, quia iusti usw. Salomon and Salurnus 54 (Kemble p. 190) Ilvät sindon bä streämas and pä burnan, Jie on neorxnavange lleölad? Ic pe seege, hiora sindon IUI. seö a;ri'sle hätte Fison, sqö öder li'ilte Geon and seö pridde hätte Tigris, seö feörtle Eufrales, Jiäl is meolc and hunig and ele and vin. 375 5, 6 sin statt sine wie 27, 7 din für dine. 11 llul. 173, 24 da wuohs der belle ir gewin: vil michel not wart unter in. 6, 2 .zu dem reim geviel: vinslri, vinsteri sind zu vergleichen z. 7 beschatewöta : naht, 8, 11 Elie : wech, 16, 9 wantelöta: jär, 21, 2 cham: Bosra, 26, 1 Israel: erbe, 28, 5 cruci: dir. 3 behielte man her bei, so müsle werlte acc. plur, sein, icas wenig wahrscheinlichkeil hat. 5—8 vgl. Rul. 2, 15 den diu nebilvinslere naht den töllichen scale päre, Himmelreich zs. 8, 150, 195. Diemer vergleicht 351, 9 Diem. got von Iiimele präht uns daz ewige lieht, daz ne luhte e pevore niebt den die in der vinster wären, dö der mäne jouch der sunne ir schineu verbären; aufserdem bruder David deutsche mysl. 1, 344, 3 du, ewiger sunnenschln, hast al die weilt erliuhtet mit diner lere, die uns die zwölf boten gekündet habenl. die habent die vinster vertriben, diu von Adänies valle alle die werlt verdecket hat, diu dich dannoch niht erkant bete; besonders glücklich aber auch für die folgenden Strophen 7—9 Honorius spec. eccl. p. 1081 In buius autem leniporibus (/. temporis Wilmanns) caliginosa XXXI EZZ0S GESANG 173 noctc quaedam slellae diversis temporibus cum iocunditate luxerunt lumen- quc suurn super nos fuderunt, et quamvis honorem noctis cffugere non potuerunt, tarnen iter gradienlibus ad verum solem pracsignaverunt. in prima quippe vigilia Abel velut Stella claruil, qni nos pro iusticia mori docuit, dum ipse innoccns occubuit. post lmnc alii ut astra in nocte micuerunt, dum Enos per pietatem deiini invocare (gen. 4, 26), Bnoch per mundiciam cum deo ambulare (gen. 5, 22) — Noe recliludincm — Abraham fidem — Ysaae obedientiam — David huinilitalcm ■— nos informaverunt. — In quarta vigilia Stella maris virgo Maria flamma splendida rutilavit, dum iter ad aeternum solem bumililale alque castilale demonstravit. in hac quoque Jobannes Baptisla velut planetarea Stella resplenduit, qui peccantes poenilenliam primus docuit. in hac etiam vigilia verus Lucifer decus aslro- rum Christus lux angelorum fulsit. vgl. ferner die von ESchröder anz. 7, 177 cüierle predigt Bardos von Mainz, weniger stimmen zu 7, 1 ff. LXXXV und s. 451, mehr XLV11, 4, 95/7". <^ en leufel als urheber der finsternis bezeichnet auch Honorius p. 937 Princeps lenebrarum traxit de coelo cauda sua parlem stellarum (apoc. 12, 4) et nebula peccatorum eas obtexit alque mortis tenebris obduxit. unde sol aeternus usw. 12 vgl. WGrimms vorr. zur gold. schmiede xlviii, Uff. 7, 1 ff. s. zu 6, 5 ff. 5 Olfrid an Ilarlm. 45 betonte Enöch wie gr. *Evwx (Lachmann ahd. bei. s. 259). XLVII, 4, 99 kann man zweifeln, ob Enöches oder Enöches, Enöches zu lesen ist. die herschende ausspräche ist später ohne zweifei wie heule, bei Diemer 281, 21. fdgr. 1, 195, 15. 2, 119, 29. Wolfram Wh. 218, 18 Enocli: doch, aneg. 26, 2 : zöch; entscheidend für die Verlängerung der ersten silbe ist Wh. 3C7, 1 Enöch: noch (vgl. j. Tit. 74, 3 Halm = Lachmann über den eingang des Parz. s. 34 str. 83. Martina 188, 12. 191, 68. 195, 83. 196, 44) nach Lachmann zu hv. 137. nach der hier und zu Nib. 557, 3 gegebenen regel aber ist bei Ezzo nur die paroxylonierung des namens sicher. 12 Rul. 23, 8 = kehr. 466, 23 widir ubil was er gnädic; Christi gehurt (zs. 33) 51 inde wider uvele gnedich, vgl. XXXIV, 25, 2 wesin widir ubili guot. 8, 2 dieselbe Wortstellung MSH. 3, 338 b von dem unverserlen muten manne baptislen Johanne. 6 ev. Matlh. 11, 9 cliam dico vobis, et plus quam prophetam. 7 golles vorbote wird der läufer auch genannt im spec. eccl. s. 91 Kelle, den SPauler predigten 115, 22, Schönbachs alld. pred. 1, 158, 32 usw. 9 ff. ev. Matlh. 3, 3 hie est enim, qui dictus est per Isaiam prophetam diceniem (40, 3): vox clamantis in dcserlo: parate viam domini, reetas facile semitas eius. vgl. ev. Joh. 1, 23 usw. 11 ev. Luc. 1, 17 et ipse praecedet ante illum in spiritu et virtute Eliae. zu dieser und der folgenden Strophe vgl. XXXI11, A", 8 ff. 376 9, 1. 2 der gegensalz zu z. 3 macht es wahrscheinlicher, dass alle mit Diemer eher umzustellen als zu streichen ist. Diemer vergleicht bücher Mosis 18, 21 Diem. daz kint di werlt alle fuorte von der helle; kehr. 289, 21 Diem. di fiunf werlt alle di löster wider von der helle; Anno 59 so vuorter cir hellin die vunf werlt alle; Karajan denkm. 37, 14 die fünf werlt alle die da wären in der helle; gen. 107, 7 Diem. (76, 23 174 XXXI EZZOS GESANG Iloffm.) dö er die werkle alle wolile lösen von helle, wegen des Malus s. zu 19, 10. 3 ein vil michel teil fällt doch auf, da nach der seil Isidor (elym. 5, 39) und Beda (de sex aelalibus mundi) feststehenden ansieht das sechste aller sonst mit Christus oder Octavian beginnt, LXXXVI IS, 2, 23 ff. s. 588, Ilel. 2, 9. 9 1 Cor. 10, 11 scripta sunt autem ad correplionem nosiram, in quos fines saeculorura devenerunt; Hebr. 9, 26 in consummalione saeculorum, ad ilestitutionem peceati per liostiam suam, apparuit. 11 = Christi gehurt 137 in menschlichem Lilcile. bedenken gegen die Integrität der slr. machte Wilmanns s. 15 geltend. 10, 1. 2 diu wdrheil in der Vorauer hs. 85, 20 Diem. iz gelitte also werde der liimel zuo der erde (—Melker Marienl. XXXIX, 7, 1. 2, vergl. Ezzo 11, 2): die gewunnen ensamet ein kint, des alliu disiu lant sint; aneg. 32, 25 dö geborn wart daz chint, des diu iiclie elliu sint, vgl. 30, 51/'. WGrimm vorr. zur gold. schmiede xlvii, 27. 6 zu 3, 12. 11 hier sollte ein großer buchstab in der hs. den anfang der elften slr. bezeichnen, wie die zwölfte in der hs. auch mit 11, 11 beginnt, das richtige mafs beider Strophen wird hergestellt, wenn wir der zehnten zehnzeiligen 11. 12 zulegen und der zwölften vierzehnzeiligen 11, 11. 12 abziehen, wie schon Simrock (alld. leseb., Bonn 1851, s. 41) tat, freilich von einer falschen Voraussetzung ausgehend, dann beginnen alle Strophen von (6.) 8—12 mit Dö; vgl. zu XVII, 51. im übrigen vgl. XL, 1, 9/'. Christi geburl 72 f. auch gegen diese slr. erhob Wilmanns s. 1 5 bedenken. 11, 1 Honorius spec. eccl. p. 818 vera pax Christus apparuit, qui inimicilias inier deum et homines dissolveret, nach Ephes. 2, 14 ff. 2 Cor. 5, 18 f. vgl. XXXIV, 12 ff. ua. 2 Christi geburl 92 f. Duo was zuo der erden gehit der liimel, als diu huoch quit, s. ferner zu 10, 1. 2, zu XXXIX, 7, 1. 2. 4 vgl. XXXIII, Il b , 10. kehr. 29G, 1 der engele ain vil michel menige. leben Jesu 233, 5. 7. 8 Diem. (fdgr. 1, 143) der engel ein vil michel craft — dö sanc daz here himelisk gloria in excelsis. Christi geburt 108 f. Dad vröne lof himelisch, gloria in excelsis. 6 f. ev. Luc. 2, 14 gloria in allissimis deo et in terra pax hominihus honae voluntatis. 11 vgl. zu XL11I, 1, 1. 12 vgl. Christi geburt 91 des gewalt so michel is inde breit und zu 16. 12, 4 vgl. Christi geburl 113 die hirde hin da vunden. 7 = Christi geburl 120. 8 Christi geburl 121 sine muoder nanten Ihesus. ev. Luc. 2, 21 et poslquam consummali sunt dies octo ul circumeiderelur puer, vocatum est nomen eius Jesus. 9= Christi geburt 133. Slüllenhoff schrieb löst, indem er auf 7, 5. 9. 14, 6. 15, 8. 16, 7. 21, 4. 26, 6 verwies, von welchen stellen die vorletzte anders zu erklären ist, die letzte nicht passt, da wert praesens sein muss. allerdings ist löste in zu elidieren, aber das braucht in der schrifl ebensowenig ausgedrückt zu werden, wie es 16, 2. 19, 10 geschah. 12 2 Cor. 8, 9 propler vos egenus factus est; er. Luc. 2, 24. levil. 12, 8 quod si non invenerit manus eius nee potuerit oflerre agnum, sumet duos turtures vel duos pullos eolumbarum; vgl. Honorius spec. eccl. p. 850, Kelle spec. s. 39. XXXI EZZ0S GESANG 175 13, 1 Daniel 7, 9. 13. 22 = Jelwva. 6 = Christi geburt 136. Müllenhoff, der edila schrieb, bemerkte dazu -wegen der reimarl und des versschlusses s. zu XXVI, 10. nach 27, 2 gab Ezzo dem schwachen neulrum des adjeclivs noch die endung a. in seiner ausspräche aber wird die Verschiedenheit der reimvocale a : o nicht mehr so stark und starr hervorgetreten sein als in der sehr iß.' V, 1.2 diese unregelmäfsigen verszeilen kann man nur durch aus- lassungen und worlkürzungen auf das rechte mafs zurückführen und der reim bleibt schlecht, dass sie zugesetzt sind, leuchtet ein, weil 13, 10 —12 von Christi laufe die rede ist, worauf nicht folgen kann 'wir legten den allen namen ab und wir wurden goltes kinder'. Wilmanns s. 18 verteidigt die zeilen. 14, 9 aneg. 10, 22 Hahn den blinden er ir lieht gap. 10 Joh.Sil Bapt. fdgr. 2, 139, 5 dem blinden er daz lieht gap, neheiner miete erne flach. 11 Haupt verweist mich auf fdgr. 1, 105, 4 an dem haftin mennischen. 15, 1 besonders zu dieser Strophe stimmt mehrmals Honorius spec. eccl. p. 931 surdis ohstruetas aures reclusit, vineula lingttae miitorum verbo dei solvit — febritim ardorem fons vilae exiinguit — v milia v panibus panis angelorum saturavit. fluetus maris siccis pedibus perambulat, ven- tortim rabiem sedat und die oslersequenz des XI jh. bei Mone 148, 4 8 ff. et saluravit quinque de panibus quina milia, stagnum peragrat fluetuans ceu siecum liltns, venlos sedat, linguam reserat constrietam, reclusit aures privalas voeihus, febres depulit. 7. 8. 11 Joh. Bapt. 139, 7 die gebunden zungen die zelöste er dem stummen, die touben ören er entsloz. 11 leben Jesu 245, 8 Diem. (fdgr. 1, 160, 41) er entslöz die touben ören. 12 Joh. Bapt. 139, 2 die miselsubt [liiez er] abe gän <= Ax/ir. 23, 5. 124, 12; 55, 26 daz er von wazzer machte «in. die miselsubt hiez er heil sin, die plinlcn hiez er gesellen, die toten lebende üf slen; auch 79, 4, leben Jesu aao. Maria 4489 #". Feif ua. vgl. ev. Luc. 7, 22 leprosi mundantur, surdi audiunt. 13. 14 ev. Luc. 5, 24. 16, 1 Roediger zur Milsl. sdkl. 32. 9 s. zu 6, 2. 15 ist für den auffälligen plural sinen (denn an die schwache flexion des sg. lässt sich kaum denken) nicht lieber sinem zu setzen? ebensowenig als an der vierzehnzeitigen fünfzehnten ist an der sechszehnzeiligen sechszehnlen Strophe, die die erste hälfle des gedichtes schliefst, mit fug etwas auszusetzen, dass v. 5 den vorhergehenden und v. 7 den drillen iviedcr aufnimmt, ist hübsch und verrät ebensowenig einen interpolator als die Wiederkehr der «. 12= 11, 12. 21, 7. 9. 26, 11. an z. 9—12 nimmt Wilmanns s. 20 /'. anstofs. 17, 4 ist im gegensalz zu 1/'. aufzufassen. 6 Honorius spec. eccl. p. 925 untla sanguinis et aquae in redemptionem mundi emanavit, sacram. c. 88 p. 794 sanguine (de latere eius) redempti sumus, aqua a pecralis loli = Kelle spec. s. 43. 7. 8 beanstandet Wilmanns s. 22. 10 leben Jesu 260, 27 Diem. (175, 34 HojJ'm.) die sunde wären comen von dem ersten wibe in dem paradyse: an dem holze huop sich der tot, an dem bolze geviel er gote lop. vgl. (ev. Nicod. 2, 7 bei Tischen- 176 XXXI EZZOS GESANG dorf ev. apocr. s. 308) Irenaeus conlr. haeres. 5, 17, 3; Terlullian adv. Jud. c. 13 ua. (FPiper evangelisches Jahrbuch 1863 s. 54 ff.) Sedu- lius hymn. 1, 61; Honorius sacram. c. 11 p. 747, spec. eccl. p. 926; ags. hom. 2, 240 hurh Ireöw üs com deäd — and burh treöw Üs com efl M usw. Nolker ps. 95, 10. llarlmanns credo 800/7'. aneg. 38, 37/". zs. 2, 309. Wern/t. vom Niederrh. 59, 30//'. Diemer zu 261, 1. ESchrüder anegenge s. 64 f. Jahrbuch f. rom. und engl. Uli. 8 (1867), 352. zu golelop va7. 29, 12. 11 —14 vgl. 27, 3. 4 mit anm.; :u XXXIII, A\ 3. leben Jesu 262, 6 (17 7, 11) diu gotheit was der angel; vgl. llarlmanns credo 623 ff. zs. 20, 243, 18 ff. Honorius spec. eccl. p. 937 Aculeus esl Christi divinitas, edulium vcro eius Inimanilas. 18, 1 Hehr. 3, 1 pontiflcem confessionis noslrae Jesum, 6, 20 (Jesus) secundum ordinem Melchisedech pontifex factus in aeternum, vgl. 2, 17. 4, 14. 5, 5 ff. 7,lff. 3 die Ordnung der wunder weicht von ev. Mallh. 27, 45. 50—54 ab, aber auch sonsl stimmt Honorius spec. eccl. p. 925 mundus autem cernens faclorem suum tarn atrociler cruciari scclus expavit el totam terram tetra caligine a vi hora usque ad vmi obscura- vit. — Iota terra contremuit, morluos de so cvomuit. velum templi in duo discinditur, petrarum duricia fmditur, morlui resurguni, testimonium suo domino reddunt. 12 vgl. XXXIII, E*, 15. 16. 378 19 die slrophe folgt in der hs. auf 21, wo sie die aufzählung der alltestamenllichen Vorbilder unierbricht und Ditze 22, 1 beziehungslos und unverständlich macht, stellt man sie vor 20, so ist in der hauplsache alles in Ordnung, wenn man nur 20, 1 für Dr, wo der rubricalor sich wie 14, 1. 16, 1. 19, 1. 25, 1. 30, 1 in dem buchslaben versah, mit Diemer Er liest. Ezzo folgte hinsichtlich der Höllenfahrt augenscheinlich der herschenden ansiclil, wie Keiles spec. eccl. s. 66 also drätc dö er den rainin alini verlie, Ab vuor sin heiligiu sele in der gotheit nidir zuo der helle; Grieshabers predigten 2, 144 Nu scribet uns s. Augustinus, der hailige lerer, dö gol an dem hailigen eruce erstürbe, daz dö sin hailige sele reht zehaut füere hinz der helle = Grieshaber 2, 152 usic, während sie nach der gen. 78, 33 Hoffm. 109, 26 Diem. (Joseph 10SS) = leben Jesu 263, 18 Diem. 178, 33 Hoffm. (beide gedichle stimmen vorher und tveilerhin wörtlich) an deine dritten morgen bei der auferslehung (wie bei Spervogel MSF. 30, 20) oder nach Honorius elucid. p. 1126 ua. media nocte resurreclionis erfolgte, und dem voiderstreitet nicht spec. eccl. p. 925 Joseph corpus Jesu — in monumento novo locavit. porro Christus ad inferni claustra descendens — fortem diabolum ipse forlior superans — ac rcgnum tyranni disturbans spoliis acceptis victor tercia die triumphans remeavit. 1 'eine misversländliche anspielung auf apoc. 5, 5 eece vicit leo de tribu Juda, radix David' Scherer [iVilmanns hat aber gewis recht, wenn er s. 23 in Juden eine Verderbnis von Juda, Jude sieht], vgl. gen. aao. er fuor mit lewen chreite die helle brechen, leben Jesu er vuor mit lewen chreften: die grintel muosen hresten. 7 //'. ev. Luc. 11, 21 cum fortis armatus cusioclit alrium suum, in pace sunt ea quae possidel; si autem forlior eo superveniens vicerit eum, universa arma eius auferet, in quihus confidebat, et spolia eius distribuet; dazu kommt für z. 11 ev. Marc. 3, 27 XXXI EZZOS GESANG 177 nemo polest vasa forlis, ingressus in domum, diripere nisi prius forlem alli^et, et tunc domum eins diripiel; eo. Mallh. 12, 29. die beziehung auf diese stellen der evangelien, in unserer Strophe besonders deutlich, ist auch in den andern Schilderungen der höllenfahrl sichtbar, s. zu 19. 25, 2. 9 sündenkl. 316, 1 Dient, im was sin slercliorrc chomen. 10 Malus, dh. zusammentreffen eines auslautenden kurzen vocals mit voca- lischem anlaute, findet nirgends in dem gedickte stall, sondern kann stäls durch elision oder verSchleifung beseitigt werden, es ist also hier der zevuorte im sin geroube al und zb. 24, 5 (25, 3) duo daz wäre österlamp zu lesen, vgl. ferner 10, 3. 25, 7. 28, 5. 20, 2 an die engel über dem grabe oder dem leichnam (ev. Mallh. 28, 2. Joh. 20, 12) ist nicht zu denken, vielmehr liegt zu gründe Hebr. 2, 7 minuisli emn paulo minus ab angelis, gloria et honore eoronasli cum = psalm 8, 6 und Hebr. 2, 9 cum autem, qui modico quam angeli mino- raius est, videmus Jesum propier passionem mortis gloria et lionore coro- natum. Ezzo muss eine ähnliche auslegung gekannt haben, wie Luther, der an allen drei stellen das ßQcr/v ri der sepluaginla mit 'eine kleine zeit' wiedergab: zs. 19, 494. ein teil, die seete Christi war für kurze zeit (ein lucel), während der höllenfahrl, getrennt von den bewolinern des himmels. zum zeichen seiner abgesclüedenheit ruhte das fleisch am samslage im grabe und erst am drillen läge erstand er aus demselben. ohne die höllenfahrl wäre er am andern tage erstanden und bei den engein gewesen. Wilmanns s. 24 erklärt die Strophe für unecht. 4 Kelle spec. eccl. s. 132 der goles sun der ruowele in dem grahe von mcnncsclichcmc slafe: von siner golheil was er wachende unlöllichon. 7 vgl. XXXIII, E\ 16 ff. Honorius spec. eccl. p. 932 ultra non moriturus Omnibus se diligenlibus vilam aelernam dönal. 21, 1.2 der da. choni A, so dass der erste vers mit da schliefst [doch nach Piper steht zwar hinter herre, aber nicht hinler da ein punkl]. die abteilung ist nur ein versuch einen genauem reim herzustellen, ohne riieksicht auf den folgenden vers, der durch chom überfüllt wird, die belonung der worte des Jesaias G3, 1 linclfs vcsllbus de" Bnsrä würde auch einem gereimten lateinischen gedieht gerecht sein [man kann aber bei annähme zweisilbigen auftaktes regulär betonen}, auf dieselbe stelle des prophelen beziehen sich gen. 7 8, 28 Hoffm. 109, 21 Diem. (Joseph 1083), leben Jesu 270, 23. 271, 6 ff. Diem. (185, 25.379 41 ff. Hoffm.), aneg. 39, 74 ff., Wackernagel predigten 2, 57, Schönbach altd. pred. 1, 50, 25; Mones hymn. nr. 137, 4, Honorius spec. eccl. p. 936, Venanl. Forlun. carm. 8, 7 p. 280 Migne. [4 ohne änderung des überlieferten, nur durch Vereinigung der in der hs. getrennten silben wird der verschluss leider note gewonnen, welcher schon 5, 2 vorkam, denn Ezzo liebt formelhafte Zeilenanfänge und Zeilenenden: so über alle 5. 6. 8, 6. 9, 8. 20, 12. 21, 8, vil michel 5, 9. 16, 12. 21, 7. 26, 11, manchunne 5, 12. 27, 12, durch unsili 12, 12. 16, 14. 21, 4, nehein im beginn des stumpfen verses 2, 4. 13, 12. 14, 10; niene als vorletzte hebung 11, io. 13, 12. 15, 4. 23, 12, der goles sun als verschluss 6, 11. 9, 10. 16, 7 vgl. 17, 8. dann entsprechen einander sowohl DENKMÄLER 11. 12 178 XXXI EZZ0S GESANG z. 3 und 5 wie 4 und 6, alle gleichmäfsig ohne verb: 'in blutigem ge- wqnde leider notgedrungen um unsertwillen, in geschmücktem gewande um seines valers herlichkeil willen . wollte man lcit 'passus est' schreiben, so fiele der plural nöte auf. Müllenhoff zählte (zu 12, 9) lcit unter den fällen der in der schriß ausgedrückten elision auf: aber weder mite leiten noch nöle legen ist nachweisbar oder passend.] 5 Jesai. 63, 1 iste formosus in slola sua. 7 Jesai. 63, 1 gradiens in multitudine forti- iudinis suae. [9 weshalb Müllenhoff den arlikel der tilgte, verstehe ich nicht, denn das masc. gewall hat er neben sonstigem femininum 16, 12. 26, 11 belassen und die syncopierle form gwalt 24, G beibehalten, vermutlich liegt, da er sein abweichen von der Überlieferung gar nicht notierte, nur ein versehen vor.] 11. 12 Philipp. 2, 10/'. in nomine Jesu omne genu llectalur caeleslium, lerrestrium et infcrnorum et omnis lingua confitealur. 22, 4 disses] s. Lachmann zu Iwein 4094, XL11I, 1 8, 1. Honorius spec. eccl. p. 910 Aljel agnuni deo in sacrificium obtulit, a fratre innocens oeeisus occubuit —. ita Christus usw. 5 Honorius aao. p. 911 Abraham qui Ysaac sacrificavit est deus pater qui filium suuni pro nobis immolavit; spec. eccl. K. s. 113/'. 7 ev. Joh. 3, 14 sieut Moyses exaltavit ser- pentem in deserto, ita exaltari oportet filium hominis; spec. eccl. K. s. 112/'. büclier Mos. 62, 10 Diem. Christi geburl l—19. Wemher vom Niederrhein s. 60. Honorius p. 922. 23, 2 das schwache adjecliv nach der praeposilion wie kehr. 203, 14 Diem. (vgl. Ruther 4754) wider römische riebe; 222, 30 sogar Lucius ribte römiske büs. im übrigen vergleicht Scherer aus des Marlinus lial- ticus Joseph (Ulm 1579) E 5 a Wann er sich spreüfst, so schlagt in lim; Valentin Iiollz Ölung Davidis (Hasel 1554) e 5" Nüt dan inn sy schlon, gefiel vnfs allen. 4—10 bücher Mosis 41, 1—6 Diem. [Moyses der guote, wie wol er sibehuote! er hiez slahen ein lamp: diu harmscar sar erwant. mit des lanibes bluole ir tur si segendien, er streich ez an ilaz ubertur: der slahende engel vuor da für. vgl. Honorius spec. eccl. p. 919 ff. Mone hymn. nr. 169, 2, Daniel thes. nr. 31. kehr. 286, 13 Moyses der frönebote. 24, 3 ev. Joh. 1, 17 lex per Moysen data est, ■— veritas per Jesum Christum facta est; daher Coloss. 2, 16. 17 nemo vos iudicet in eibo __ aut in parle — sabbatorum, quae sunt umbra fuluroruin; Hebr. 8, 4. 5 qui offerrent seeundum legem munera, qui exemplari et umbrae deserviunt caeleslium; 10, 1 umbram enim babens lex futurorum bonorum, non ipsam imaginem rerum; 1 Cor. 10, 6 haee autem (die Wanderung Israels) in ligura facta sunt nostri, 11 haec autem omnia in figura eontingehant illis. darnach Honorius in psatm. p. 283 (Israelilicus) populus Cbristiani populi umbra fuit. — quod de illis vel de cunelis retro populis per prophetas (spiritus sanetus) scribi voluit, figura fuluri fuit; gemma an. 3, 33 p. 651 legale pascha veri fuit umbra, in quo verus agnus — immolatus est; sacram. c. 86 p. 791 omnia sacrificia iu lege erant secreta, id est muta, quia umbra futurorum erant. agnus pasehalis laiebat in Christo; Adam von SViclor bei Daniel thes. nr. 85, 4 lex est umbra futurorum, Christus XXXI EZZOS GESANG 179 finis promissorum, qui consummal omnia; Thomas von Aquino bei Mone nr. 210, 197 In hac mensa novi regis novum pascha novae legis phase veius terminat. vetustatem novitas, umbram fugat veriias, noctem lux eliminat. 5 s. zu v. 3; Honorius in canl. p. 373 est Christus verus agnus uam. 1 Cor. 5, 7 pascha nostrum immolatus est Christus; Murb. hymn. 21,4. 8 Olfrid 2, 9, 80 joh irstarp thäre in thes cruces ältare; Murb. hymn. 21, 2 sacrum corpusculum in ara crucis. 9 vgl. spec. eccl. K. s. 68 sä ze der wile (bei der Höllenfahrt) gab der slarclie wlgant, nnsir herri, den guolin gewall ze hinieli ze varn. 12 1 Cor. 10, 2 omnes in Moyse baplizati sunt in nube et in mari. Honorius spec. eccl. p. 921 mare rubrum est baptismus sanguine Christi rubicundus, in quo hosles,380 scilicet peceata, submerguntur; vgl. p. 373/'. 402. 854. 964. Notker psalm 105, 10 (Halt. 2, 383\ Hänget 174) so uuard kebildot unser tonii. uuanda rubrum mare daz ist sanguis Christi. 25, 1 s. zu 19. Osea 13, 14 zu XXXIV, 14, 9. vgl. Hebr. 2, 14- Mone nr. 29, 40 mone mors deslruitur; nr. 106, 18 mit anm. morte mortem superavit et potenter spoliavit Acheronlis alria uam. WGrimm zu Freidank 9, 25, über Freid. s. 53. 2 WGrimm über Freidank s. 54; Karajan 42, 2 diu helle wart beroubÄt, der viant getouböt; gm. 78, 18 Hoflm. 109, 13 Diem. (Joseph 1074) al unsir »fante, er hat st gedoubet, die belle hat er beroubet; leben Jesu 272, 1 Diem. 186, 27 Hoffm. der im sin laut bete beroubet, sin liule vi] lange beloubet; spec. eccl. K. s. 68 Crist bat die belle beroubet; Grieshaber 2, 145 beroube die belle und binde den liul'el in sinen banden; usw. nach den zu 19, 7 angeführten stellen der evangelien. 6 zw XXX, 79. 9. 10 die vergleichung mit dem zuge der Israeliten gehl auch hier noch fort, schon im ev. Joh. (i, 31—59 stellt Christus sich selbst als den panem de caelo verum dem manna jener gegenüber und sagt v. 56 sanguis meus vere est potus, und 1 Cor. 10, 4 heifsl es hibehant autem de spiritali consequenle eos petra, petra autem erat Christus, daher Honorius eucharist. c. 11 p. 1256 manna in figura corpus Christi erat — et potus illorum — in fignra Christi sanguis erat, sitim animarum extinguens, unde et petra de qua (luxit Christus dieilur; undeutlicher drückt er sich spec. eccl. p. 922 aus aqua de petra bis percussa — evangelica doctrina de Christo in duobus crucis lignis extenso edueilur. der ausdruck gotes prunno v. 10 stützt sich ivohl auf das gebet des Moses und Aaron num. 20, 6 domine deus, aperi eis the- saurum tuum fontem aquae vivae. Wilmanns s. 26 verwirft die ganze slr. 20, 1 Murb. hymn. 1, 6 nos vero Israel sumus; Arnold 353, 1 Diem. wir scolten heizen Israhel, pehielten wir unser e; vgl. 1 Cor. 10,18 videte Israel seeundum carnem und zu 24, 3. über den reim zu 6, 2. 4 exod. 18, 10 benedictus dominus, qui liheravit vos de manu Aegyp- tiorum et de manu Pharaonis; vgl. deuteron. 7, 8. 4 reg. 17, 7. Murb. hymn. 21,3 (Christo canamus) erepti de durissimo Pharaonis imperio; Honorius spec. eccl. p. 930 sicut ille populus a jugo Pharaonis liberatus in lerram repromissionis transivit, ita populus Christianus a jugo diaboli per Christum liberatus in patriam paradisi transibit; in canl. j). 374 terra repromissionis est bealitudo regni caelestis, Pharao est diabolus; so auch 12* 180 XXXI EZZOS GESANG spec. eccl. p. 846 rex qui in via olislitit csi diabolus, qui multis raotlis nohis iter viiae obstruit (v. 6/'.); vgl. noch in eant. p. 402. gemma an. p. 543. 655. spec. eccl. p. 854. Schönbach alld. pred. 1, 44, 25. Williram 10, 15//'. bücher Mos. 43, 24 Diem. Pharao tuot uns vil not: den tievcl er bezeichenöt. 11 zu 16, 15. 27, 1 //. Venantius Forlun. carm. 2, 1 p. 87 Stigne Crux benedicta — fertilitate potens, o dulce et nobile lignuni, quando luis ramis tarn nova poma geris; 2 p. S9 (Mone nr. 101) Crux fidelis, inier omnes arbor una nobilis, nulla talem silva profert flore, fronde, genuine, dulce lignuni — dulce pondus sustinens, sola digna lu fuisli ferre saecli preüuui — quam sacer cruor perunxit fusus agm corpore; 4 p. 93 ramis de cuius vitalia clirismala fragranl. 4 s. zu XXXIX, 5, 1. 4; vgl. XXXIII, A a , 6 und oben 17, 11 ff. mit anm. Honorius spec. eccl. p. 944 (vgl. 937) haec (sanela crux) est virga hami in salutn saceuli a patre missi, in quo Leviathan capitur ac praeda devorata de eius venire cxirahitur; p. 1002 poslquam primus parens per ligmini in pelagus saeculi liuius quasi in vorticeni nau- l'ragii corruit atque avidus Leviathan saeva morte loiuni genus humanuni 881 absorbuit, plaeuit redemptori noslro vexilluni sanctae crucis erigere ei hämo carnis suac squamea hoslis gullura conslringere, ul cuspide vitalis ligni perfossus evomeret quos per vetilura lignuni improbus praedo de- vorasset. 5 Honorius spec. eccl. p. 943 lignuni vilae (gen. 2, 9) sanela crux inlellegitur, de qua fructus aeternae vilae lollilur. s. FPiper evangelisches jahrb. 1863 s. 41. 52 ff. 66 ff. 28,2 warum nicht war verläzen = wftr lAzcn? 3 ev. Joh. 12, 32. 33 et ego si exaltatus fuero a terra, oninia Iraliam ad nie ipsuni. hoc antein dicchal significans qua morte essel moriturus. vgl. Honorius spec. eccl. p. 946, unten XXXIV, 14, 1—6 mit anm. 29, 4 min trelilin ist ebenso formelhaft wie frö min XI, 30 anm., min vrouwe, min her N (mhd. wb. 1, 666. 3, 422), auch im munde oder sinne vieler zb. in den predigten fdgr. 1, 78, 17. 84, 8. 91. 32. 93, 16. 91, 40. 95, 2. 25. 98, 7. 13. 27. 42. 99, 37. 39. 41. 100, 1. 6, und sonst ganz häufig, s. zu XXXI, III, 23, XLV, 1,1, Unland 6, 18. 8, 31. 11, 13. 35, 5 usw. (mhd. tob. 3, 122); in Helles speculum ecclesiae kann vielleicht die formet mit als ein krilerium benutzt werden, um die predigten der samlung verschiedenen Verfassern oder bearbeilern zuzuweisen, auf jeden fall ist sie hier ohne anslofs, obgleich sonst die erste person pluralis die redende ist. dass z. 4 Christus [in Übereinstimmung damit, dass z. 1. 2 das kreuz, an dem Christus Meng, als segelgerte bezeichnet war], dann z. 7 der wahre glaube der segel heißt, ist gleichfalls nicht zu tadeln, weil Christus der Inhalt des wahren glaubens und so die allegorie richtig durchgeführt ist. dies bild ist im gründe alt, wenn auch nicht biblisch, wird aber, wie Diemer bemerkt, von den allem kirchenvälern nicht so ausgeführt, er vergleicht Paulinus von Nola Navigio vectatur homo et deus imperat ausIris, et virlule dei perineal aequor homo. Auguslin in ev. Joh. 2, 4 sagt fluclilius buius saeculi interrupia est via el qua transeatur ad patriam, non est nisi ligno porleris und ähnlich am. auch nach Cgncvulf (Crisl 851—867) befinden wir uns auf XXXI EZZOS GESANG 181 einem wilden meer, aus dem uns nur der söhn golles zum hafen leitet und zeigt, wo wir ankern sollen. Honorius aber fährt aao. p. 944 fort haec (s. crux) eliain malus navis ecclesiae dicitur, in quam velum iidei appenditur, bonorum operum rudentibus hinc inde tenentibus; et sie ecclesia ligno veeto flamine Spiritus saneli turgenies mundi Ductus secura trans- uavigat et optatum perhennis vitae portinn gaudens applicat; ders. scal. cael. c. 1 p. 1230 niare est hoc saecuJum multis amaritudinibus turbidum; navis est christiana religio, velum (ides, arbor crux, funes opera, guber- naculum iliscretio, ventiis Spiritus sanetus, portus aeterna requies; huius- eeraodi nave pelagus saeculi huius transitur et ad patriam aeternae vitae reditur. (vgl. XXXVIII, 249 f. mit anm.) anders führt Grieshabers pre- diger 1, 67 das bild aus daz schef da/, da heizet diu heilige crislenheit, diu hat ein ruoder daz heizet der heilige gelouhe, der wisel si gar wol — über daz mer unde über die erde, waz ist daz nier? daz ist daz un- geliicke. waz ist aher diu erde? daz ist daz gelücke. — sich unde daz schef daz da heizet diu heilige crislenheit diu hat einen segel der heizet diu heilige minne, unde der segel — ist gehenket an den segelboum ahler an den mastboum der clä heizet Jesus Cristus usic. vgl. Hoffmann Kirchenlied s. 107/7". H diu wdrheil 85, 14 Diem. Daz liimeliiihe ist unser heimot. 12 Anno 77 0 wa wir ci .jungist sulin leintin. 38 2 30, 4 symb. Nicaen. qui propter nos — homo factus est, crueifkus eliain pro nobis. 5. 6 zweifelt Wilmanns s. 29 an. 6 ev. Joh. 5, 22 neque enim pater iudical queniquain, sed omne Judicium dedit filio, 27 et potestatem dedit ei Judicium facere, quia filius hominis est. 9. 10 diese und die ähnlichen stellen, Arnold 335, 6 Diem. wir geloben iedoh die Damen dri eine wäre golheit, kehr. 271, 7 ff., Keiles spec. eccl. s. 136/". heiliger vater, heiliger sun, heiliger geist, ein warer got — daz ist der rehte ruof des gotelichen gelouheu; so getanen ruof, so getane hihle sculen die guoten leräre ruofen unde bredegen, Freidank 24, 20 vgl. Wallher 3, 4 f. anm. Roediger zur Mihi. sdkl. 53 ua. weisen zunächst auf die seil dem XI jh. verbreiteten freieren glaubensformein, LXXXVII, 4, LXXXY1II, 16, LXXX1X, 26, XC, 9 usw. und mittelbar auf 1 Joh. 5, 7 pater, verhum et Spiritus sanetus, et In tres ununi sunt. 11 Wallher 7 7, 5 der tot uns sündic vindel. Vita Altmanni c. 3 in MG. SS. XII, 230: eo tempore (a. 1065) multi nobiles ihant Ierosolimam invisere sepulchrum domini, quadam vulgari opinione decepli quasi instaret dies iudicii, eo quod paseba illo anno eve- nisset sexlo kalend. aprilis, quo scribitur resurrectio Christi (*. hierüber FPiper die kalendarien der Angelsachsen s. 17 ff. vgl. evang. jahrb. 1853 s. m ff. 1856 s. Ah ff. Uonorius oben zu III, 3). quo terrore permoli non solum vulgares, sed et populorum primores genere et dignilate in- signes et ipsi diversarum civitatum episcopi magna gloria et summo honore fulli patriam cognatos et divilias reliquerunt et per artam viam crucem baiolantes Christum seculi sunt, quorum praevius dux et incentor fuit Guntherus Bahinbergensis episcopus, vir tarn corporis elegantia quam animi sapientia conspieuus, in cuius comilalu multi nominati viri et clerici et 182 XXXI EZZOS GESANG laici lara de orientali Francia quam de Bauuaria fuerunt. inler quos prae- cipui duo canonici extilerunt, videlicet Ezzo scolasticus, vir omni sapienlia et eloquenlia praeditus, qui in eodem iünere cantilenam de miraculis Christi patria lingua nobiliter composuit, ei Cuonradus omni scientia et facundia ornalns, qni poslea in noslro loco canonicis praeJatus propositus fuit. quihus Allmannus ex latere reginae (Agnelis Heinrici III viduae) cum multis viris de palalio honoratis faclus est comes itineris et socius laboris. diese stelle war längst bekannt, ehe die Vorauer hs. aufgefunden wurde, aus dem ersten ab druck der vita in Pez SS. rer. auslriac. 1, 117. ich gestehe es kaum zu begreifen, wie man so lange hat zweifeln können, dass die hier erwähnte cantileua de miraculis Christi in der aufzeichnung der Vorauer hs. vollständig und im ganzen wohl erhallen vorliegt, und enthalte mich die meinungen, die darüber laut geworden sind, einzeln anzuführen oder die belege dafür beizubringen, wie die geslall des ge- dichts, das zu den schönsten und merkwürdigsten unserer allen lilleralur gehört und unter den geistlichen ohne zweifei mit dem Melker Marienlied den preis davonträgt, so lange verkannt worden ist. nur Simrock in seinem alldeutschen lesebuch, Bonn 1851, s. 39—42 scheint völlig mit mir einverstanden, dass wir jene canlilena des Ezzo vor uns'haben. 3fHder tilel de miraculis Christi bei dem biographen Allmanns entspricht sehr wohl dem Inhalte, und die meinung, dass Ezzo nicht der Verfasser des vorliegenden gedichls sein könne, weil nur zwei Strophen von den wundem Christi handelten {Hoffmann kirchenlied s. 27 f.), beruht auf oberflächlicher belrachlung. miracula cnim et nondum natus de Maria fecit, sagt Auguslin in psalm. xc serm. 1, 1. Christus ist goll und als wort vom anfang an bei der Schöpfung tätig, und bei der erschaffung des menschen ward mit dem Sündenfall (4, 12) gleich auch die erlösung vorgesehen, dann durch die erzväler und prophelen vorbereitet, durch die geschichle Israels überhaupt vorgebildet und mit Christi erscheinung auf erden der alle streit beendet, durch seinen lod am kreuze, die höllenfahrl und auf- erslehung des teuf eis gewall und herschafl überwunden, der bis daltin durch Adams schuld die menschheil verfallen war. dies ganze große, zeit und ewigkeil umfassende Wunderwerk der wellerlösung verherlicht das lied; die anrufungen und gebele, womit es von Str. 2G an schliefst, wie es damit beginnt, enthalten zugleich inbrünstige aufforderungen zur nachfolge Christi, der Schwung der empfindung bleibt durch das ganze gedieht derselbe und lässl den ton kaum hie und da sinken, die eingestreuten lateinischen formein verstärken nur die erhabenheil des ein- drucks. es konnte füglich auf einer pilgerfahrl gesungen werden und die Strophen 26—29 gewinnen dann einen besonderen nachdruck. namentlich str. 26 könnte man neben ihrer geistlichen bedeulung auch auf die pilgerfahrl vom j. 1064. 1065 beziehen, aber dass sie oder eine andre dafür oder auf ihr gedichtet sei, erhellt durchaus nicht: die wieder- kunfl des herrn und das jüngste gericht, in deren erwarlung die fahrt unternommen wurde (s. oben), wird zuletzt nur ganz nebenher 30, 6 erwähnt, nach Lambert, Marianus Scolus und den Allaicher annalen MG. SS. V, 168—171. 558. 559, XX, S!5 war der erzbischof Sieg- XXXI EZZ0S GESANG 183 frid von Main: das liaupt des zuges, wenn auch Günther von Bamberg durch seine Persönlichkeit vor allen teilnehmen hervorragte. All- 385 manns biograph schrieb im klosler Götlweich, das Allmann als bischof von Passau gegründet halle, im auftrage des abts Chadalhoh (1125—1141) nach mündlichen berichten solcher, die den im jähre 1091 verstorbenen bischof und gewis auch einen andern der heimgekehrten, den aao. genannten probslen Cuonrad noch persönlich gekannt halten, aber mindestens sechszig jähr nach der Pilgerfahrt und dem lade Günthers (23 juli 1065). weil er lateinisch schrieb oder aus irgend einem andern gründe wird man ihm keine höhere auloriläl beimessen dürfen als dem deutschen versißcalor, der seinen reimen nach älter ist und von Günther, Ezzo und Wille noch als wohlbekannten personen zu sprechen scheint. Wille darf man mit Diemer (von: xlix) für den siebenten abt von Michelsberg hallen, der 1082 erwählt wurde und am 6 juli c. 1085 starb, siebenler berichl des historischen Vereins zu Bamberg 1844 s. 208. doii Ezzo steht durch den versißcalor und den biographen fest, dass er priesler, domherr und scholaslicus in Bamberg war. ein presbyler und kanonicus Ezzo von Bamberg unterzeichnete mit andern im j. 1071 die stiflungsurkunde des kloslers Banz, Ussermann episc. Bamberg, cod. prob. p. 44 nr. 40, Österreicher gesch. von Banz 2, xi. ein dominus Ezzo, canonieus SPelri et SGoorgii et prepositus eeclesie SJacobi in Bamberg übergibt im j. 1100 zwei hörige an den herm Poppo albus de Steine, und er muss bald darnach gestorben sein, da vielleicht schon im j. 1102, sicher 1108 als sein nachfolger am slift zu SJacob der als gründer der kirche gerühmte probst Eberhard erscheint, Schweitzer gründungsbuch von SJacob s. ix und s. 1 im ein und zwanzigsten berichl des vereins zu Bamberg von 1858. die alten Bamberger kalendarien des domstifls zu SPeler und des kloslers Michelsberg führen nur einen Ezzo presbyter fraler noster oder Ezzo presbyler SPelri als am 15 november verstorben und unter dem 23 September einen Ezo diaconus fraler noster oder Ezzo diaconus SPetri auf, siebenler berichl usw. 1844 s. 258. 291. Ezzo der domherr und erste stiflprobsl von SJacob kann der dichter und ehemalige scholaslicus sein, obgleich sich dies ebensowenig beweisen lässt als die Vermutung Diemers (beitrage s. xlix), dass der dichter der im Melker lolenbuch von 1123 zuerst aufgeführte Ezzo praepositus Medilicensis monasterii sei, den der bischof Allmann, wie seinen genossen Cuonrad als probslen nach Götlweich, bei der reformation des kloslers im j. 1089 aus Bamberg nach Melk berufen habe, wie dem aber auch sei — Bamberger Urkunden und aufzeichnungen ergeben vielleicht noch einmal näheres —, trotz seiner genauen personalkennlnis weifs der versißcalor nichts davon, dass Ezzo das lied auf der pilgerfahrt gedichtet habe: er berichtet nur von der aufserordentlichen Wirkung, die es auf die gemüler der menschen und ihre bekehrung ausgeübt, es war ohne zweifei ein sehr berühmtes und bekanntes gedieht: die Verfasser des Johannes Baplisla (s. zu 14, 10. 15, 7—11), des lebens Jesu (11, 4. 15, 1 1. 17, 10), der Vorauer genesis (23, 4—lü), der wdrheil (10, 1. 2. 29, 11?), der nrh. geburl Christi (9, 11. 11, 2. 5. 6. 12. 12, 4. 7. 8. 9. 13, 6) benutzten, wie es scheint, verse 184 XXXI EZZOS GESANG daraus, selbst im Melker Marienliede und Friedberger Christ finden sich bemerkenswerte anklänge, s. zu 8, 11. 11. 2. 18, 12. 20, 7. 27, 4. sein erfolg gab allem anseheine nach den anslofs zu dem aufschwunge der geistlichen dichlung seil dem ende des XI Jahrhunderts, dass man in Güllweich im zweiten viertel des XII jh. seine enlslehung in die grofse Pilgerfahrt von 1064. 65 verlegte, ist darnach leicht begreiflich, aber selbst wenn der biograph Altmanns damit recht hätte und der deutsche versifwalor trotz seiner genaueren personalkennlnis über die zeit der 3SG ab fassung weniger gut unterrichtet war, so bleibt doch gewis, dass beide dasselbe und zwar das uns vorliegende gedieht vor äugen halten. [Der fund des Stra/sburger bruchstückes hat die ergebnisse der früheren krilik teils gesichert teils widerlegt: I, II, III, 7—24 und IV waren von Müllenhof}' mit recht ausgeschieden worden, hingegen die von ihm gleichfalls für unecht erklärten Strophen I und 3 erwiesen sich als ursprünglich, die zeilen III, 1—6 als ein zusatz. dass KHofmanns her- slellungsversuch (silzungsber. der Münchner akad. 1871 1, 29S ff.) 'in glänzender weise beslätigung erhielte (lilleralurbl. 1880 sp. 14), konnte nur Barisch erlügen, aber wenn auch die Stra/sburger fassung fast durchweg das gepräge größerer aulhenlicitäl an sich trägt und man zumeist wohl begreift, weshalb der Vorauer lexl änderte, während sich nicht verstehen lie/'se, wie oder warum die echten Strophen aus der Vorauer geslalt in die Slrafsburger hätten umgesetzt werden sollen, so ist sie doch nicht fehlerfrei, eine zweifellose corruplel liegt 3, 5 vor, wie sich aus vieren der siebenten zeile ergibt: offenbar war in der vorläge erde ausgelassen und das nun unverständliche joh wurde in got verwandeil. und z. 4 derselben Strophe dürfte giho in so zu erklären sein, dass der Schreiber giho in gihin {entsprechend lohin, gilicn vorher) zu corrigieren beabsichtigte, daher entnahm ich die Berechtigung, 6, 3 her mit hier zu vertauschen, wurde 1, 7. 3, 9. 4, 3. 11 von mir richtig gebessert, so folgt, dass beide hss. auf ein gemeinsames, hier und da verderbtes original zurückgehen, trotz der fast durchgängigen prioriläl des Slrafsburger ms. konnte aber sein lexl mit der alemannischen laul- gebung nicht kurzer hand, so weit er erhallen, an die stelle der Vorauer fassung, welche den grasten teil des Ezzoliedes allein uns bewahrt hat, treten: ein sonderbarer unterschied des ersten vierieis von den drei letzten wäre das resullat gewesen, vielmehr musle der sprachliche characler des Vorauer lexles auch in den Strophen beibehalten werden, deren Wortlaut mit hilfe der Slrafsburger hs. herzustellen ivar: so wurde zwar nicht das original, aber eine auf dem wege zwischen diesem und der Vorauer hs. liegende geslalt erreicht, denn so lange das gedieht in einer allen aufzeichnung des XI jh. nicht vollständig wiedergefunden ist, bleibt Müllenho/fs ansieht in kraft, welcher s. 384 der zweiten aufläge so sich äußerte: 'eine reihe aller sprachformen halle sich auch leicht wiederherstellen lassen, aber die reime zeigen schon das schwanken der spräche des Zeitalters, sicherheil in allen einzelheilen war nicht zu erreichen .... die verständige krilik muss sich der Überlieferung des XII jh. gegenüber damit begnügen, die älteren formen nur da her- XXXI EZZOS GESANG 185 zustellen, wo der reim mit notwendigkeil und der vorteil des Innern verses darauf führt.' Aber auch hinsichtlich der composition des ganzen liedes erfahren durch den Slrafsburger fund die versuche derjenigen kriliker, welche Strophen von gleichem umfange durchzuführen bemüht waren, entschiedene Zurückweisung und Müllenhoffs au/Stellungen bedürfen mindestens der correctur. das bild, welches er, im anschluss an die abschnitte des Sinnes, von der slruclur des gedicktes gewonnen hatte, war ein ungemein harmonisches und liefs sich in dem Schema darstellen: Abb. Iibb. bbb. l.bbA. C. Abbb. bbb. bbb. bbbA, wobei A die vierzehnzeiligen, b die zwölf teiligen, C die sechszehnzeiligen Strophen bezeichnet: das ganze hätte begonnen und geschlossen mit einer Strophe von vierzehn reimzeiten; ebenso hätte auch die zweite hälfte begonnen, während der erste teil, der das wirken und leben Christi bis zur kreuzigung verfolgte, mit zwei Strophen von vierzehn und sechssehn reimzeiten endete. aber seinen 2S Strophen entsprechen nunmehr 30 und das gedieht hebt statt mit einer vierzehnzeiligen Strophe mit 2 achtteiligen an. geben wir letzteren die sigle Ü, so bietet sich das folgende, minder harmonische Schema: DD. bbb. bbb. bbb. bbbA. C. Abbb. bbb. bbb. bbbA. Giske freilich hat ein völliges gleichmafs herzustellen getrachtet, indem er Str. 11 strich, in str. 15 die Zeilen 3. 4 für interpoliert erklärte, endlich die beiden eingangsslrophcn DD für eine doppelstr. und somil=C nahm, damit gewann er ein ganzes von 28 Strophen, bestehend aus zwei teilen, deren jeder 12 zwölfseilige Strophen enthält, welche das eine mal von 2 sechszehnzeiligen, das andere mal von 2 vierzehnzeiligen Strophen eingerahmt sind. ich läugne nicht, dass diese conslruclion manches ansprechende liat, aber ihr beizutreten vermag ich nicht, einerseits weil str. 11 mir durch die zahlreichen und allen nachahmungen viel zu gut bezeugt scheint, als dass sie für interpoliert gellen könnte, zumal auch ihr ausdruck durchaus geschickt ist; andererseits weil ich 15, 3. 4 nicht als überflüssig ansehe: die eigentliche pointe des speisungs- wunders beruht gerade darauf, dass 12 körbe brocken nacli der Sättigung des Volkes übrig bleiben, überhaupt stimmen mich die erfahrungen der früheren krilik sehr bedenklich gegen die annähme weiterer Interpolationen, also auch gegen die von Wilmanns vorgeschlagenen und an ihren orten kurz vermerkten ausscheidungen: wer verbürgt uns, dass stellen, welche jetzt leer und nichtssagend erscheinen, nicht ursprünglich einen bedeutenderen Inhalt bargen? wer hätte vor der entdeckung des Slrafsburger fragmenls ahnen können, dass die beiden hälflen der str. 2 mit einander vertauscht sind und dass die anslöfsige zeile üzzer genesi unt üz liliro regum sich als echt ergeben würde? wie die dinge liegen, wird man vorläufig an Müllenhoffs modifwierlem Schema, wie es oben aufgestellt ist, festzuhalten haben, darnach folgen auf die zwei achtzeiligen einleilungsslrophen, deren paralletismus aus dem gleichen bau ihres Schlusses erhellt, zunächst drei 12 zeilige Strophen (3— 5), vom anfange der dinge bis zu Adams Sündenfall; dann 2 mal drei 12 zeilige, von 186 XXXI EZZOS GESANG denen die ersten drei (6—8) von den Sternen, die die nacht der alten weit erhellten, die nächsten drei (9—11) von Christi erscheinung und gehurt handeln; darauf vier slr., drei 12 zeilige (12—14) und eine 14 zeilige (15), von Christi leben und Wundertaten; eine 16 zeilige slr. (oder vielleicht zwei 8 zeilige; denn darin stimme ich Giske zu, dass ihre beiden teile einigermaßen auseinanderfallen), die 10(e; dann wiederum vier (17—20), aber so, dass jetzt die Uzeilige voranstellt und die drei 12 zeitigen folgen, von Christi lod, Höllenfahrt und auf- ersiehung; dann wieder 2 mal drei 12zeilige, die ersten drei (21—23) von den vorbildlichen hindeulungen des alten leslamenls auf Christi lod; die nächsten drei (21—20) geben die geistliche deulung und anwendung dazu; endlich noch einmal drei slr. von 12 Zeilen (27—29) mit an- rufungen an das kreuz als das zeichen der erlösung, worauf eine lob- preisung der iriniläl, eine slr. von 14 seilen (30), das ganze abschließt. volle harmonie wäre vorhanden, wenn diese letzte slr. ursprünglich nicht aus 14 Zeilen, sondern aus 2 gesalzen zu je S Zeilen bestanden halte. die abschnitte sind im texte durch gröfsere anfangsbuchslaben kenntlich gemacht, auch die ivorle, mit denen Müllenhoff seine darlegung der strophischen slructur schloss, kann ich unterschreiben: 'jede Strophe, wie jeder abschnitt, rundet sich schön ab. die verse sind regelmäßig gebaut: wer darin nichts als sogenannte reimprosa findet, muss sie nur flüchtig angesehen haben oder altdeutsche verse überhaupt nicht lesen können.' Besondere schwierigkeilen bereiten auch jetzt noch die beiden ersten Strophen des liedes. 1, 7 /'., namentlich die worle uzer genesi unt üz Iibro regum, um derentwillen Müllenhoff die ganze slr. für unecht erklärte, darf man nicht mit z. 1. 2 in Zusammenhang bringen, sondern muss sie in direclen bezug setzen zu z. 6: 'von den gar manigfachen Weissagungen — diese bedeulung halle schon Diemer in seinen beitr. 6, 25 für genätlen der Vorauer hs. angenommen —, welche zu ehren dieser well in den büchern aus genesis und regum aufgezählt stehen; welche man aus genesis und regum schriftlich gesammelt hat.' genesis und das buch der könige scheinen den anfang und das ende der jüdiscliot geschickte und damit diese selbst zu bezeichnen, von dem auegeuge handeln die ersten Strophen, von allem manchunne eigentlich das ganze gedicIU; mit dem wistuoin wäre speciell hingewiesen auf die vorbildlichen handlangen im allen lestamenl und ihre christliche ausdeulung slr. 21—20: vielleicht besteht zwischen dem 24, 1 gebrauchten ausdruck geistlich und wisluom eine beziehung. die zweite slr. des liedes würde sicherlich niemand vermissen, wenn sie fehlte; auch in sich ist sie schwer verständlich, so dass man begreift, warum der Vorauer bearbeiter (nicht etwa bloß, weil er den fünften vcrs von cap. 1 des Johannesevangeliums hinler dem ersten zu lesen wünschte) sie von grund aus änderte, ihre beiden eingangszeilen fasste dieser als anrede und eine solche werden sie auch ursprünglich gewesen sein, betrachtet man aber z. 4 als nachsalz zu z. 3, so fallen die beiden Hälften der slr., ja die einzelnen reimpare auseinander und jeder Zusammenhang zwischen ihnen XXXI EZZOS GESANG 187 fehlt, deshalb nehme ich z. 4. 5 für eine parenlhese, deren lateinischer salz die vierte zeile begründet: er, welcher uns sein licht spendet, ist treu, weil er als worl von anfang an vorhanden war. trotzdem bleibt die bedeulung der slr. für die Ökonomie des gesamten gedicktes mir dunkel. Mit einen grund dafür, dass ich mich gegen die annähme von Zusätzen im weiteren verlauf des gedichles skeptisch verhalle, bildet die heobachtung, dass die inlerpolationen der eingangsparlie sich durch stilistische ungelenkigkeit auszeichnen: die einmal gewonnene redewendung wird släls wiederholt, vgl. guol 1, 1.2. 4. 111, 3, hiez machen 1, 2. 3, lietl, 4. 5, begunden 1, 5. 7, wtse 1, 8. 9; der wurchet, der worlile IN, 8. 9, von — gab er 111, 11. 13. 15. IG. 17, daz si da inne waren — di in paradyse waren IV, 5. 18, rinnet. IV, 13 —15. dazu kommt das abborgen des ausdrucks aus den umgebenden echten Strophen: vgl. 111, 4 mit 2, 4, 111, 5. 22. IV, 7 mit 4, 10, II, 2. III, 3 mit 2, 6, III, 8. IV, 9 mit 1, 5, 11, 1 mit 1, 2. dieser inlerpolalor war derselbe, welcher auch die ursprünglichen slr. umgestaltete: denn wenn er IV, 9 f. sagte die genäde sinl so mancvalt so si an den buochen staut gezalt, so halle er 1, 5 zwar wohl schon die änderung von wisluorn in genäden, aber 1, 6 noch die lesarl die an den buoeben stänt gezalt vor äugen. ersetzte er aber 1, 4 von allem manchunne durch von dem mtnem sinne, schob 1, 3 rehien vor anegcnge ein und verfassle 11, so beabsichtigte er, wie mir Paul (bei Waag kleinere deutsche gedickte des XI und XII jh. s. xm anm.) mit recht anzunehmen scheint, das nun folgende gedieht in einen gegensalz zu der cantilena des Ezzo zu stellen, welche er nur als bei- spiel eities schönen liedes betrachtet wissen wollte, vermullicli fand er in seinem exemplar eine lateinische notiz vor, welche die historischen angaben enthielt, mit Diemer und Wilmanns beziehe ich I, 10 si alle auf pliaphen v. 3 und nehme mit dem letztgenannten gelehrten an, dass es sich bei dem ausdruck muneeban um den enlschluss zu gemeinsamem kanonischen leben handelt, wäre die ausdrucksweise des inlerpolalors nicht gar so phrasenhaft und unpräcis , so könnte man daran denken, dass das vil guot werch I, 1. 2, welches bischof Günther anfertigen liefs, nicht das lied z. 3. 4, sondern die 1063 erfolgte gründung des SGangolf- stiftes meint, ob indes, wie Wilmanns will, der gesang des Ezzo eine feslcaniale xvar, icelche an dem tage vorgetragen wurde, als der Bamberger clerus die gemeinsame wohnung bezog, steht dahin: leicht möglich, dass die notiz einen pragmalischen Zusammenhang zwischen zwei wichtigen ereignissen des Bamberger geistlichen lebens construierle, der laisächlich nicht bestand, nur so viel ist sicher, dass man nicht mehr das gedieht als für den gesang der menge bestimmt ansehen darf, obwohl es natürlich diesem mit fortlassung der eingangsslr. dienen konnte. S. 384 der zweiten aufläge sagte Müllenhoff: 'die ausdrücke, ge- danken und bilder, in denen sich das lied bewegt, sind fast durchaus von altersher überlieferte und auch sonst geläufig, wie in den anmerk- ungen namentlich aus den Schriften des Ilonorius von Aulun, des reprae- senlanten der vulgären Iheologie des XI und XII jh. gezeigt werden konnte. 188 XXXI EZZOS GESANG der dichter steht auf dem boden der geistlichen beredsamkeil, der predigi; aber mit geschieh, kraß und begeislerung weifs er den überkommenen Stoff su einem kunstreichen und grofsarligen ganzen zu gestalten, das neben der prosa der glaubens- und beichtformel XCI (vgl. $. 607) und den versen von himmel und halle auch von den rednerischen leislungen der manner der ISarnberger schule, wie Anno (s. 593) eine nicht geringe Vorstellung erweckt.' hieran muss ich gegenüber der auf mehreren Seiten unbegreiflicher weise mit beifall aufgenommenen these von Wilmanns durchaus festhalten. er will in seinem mehrfach cilierlen programm hauptsächlich den nachweis führen, 'dass das lied das erlösungswerk Christi darstellte, wie dies in dem kirchlichen gollesdienst von Weihnachten bis oslern zum ausdruck kam. in der anordnüng der perikopen, die für die sonn- und festläge dieser zeit vorgeschrieben waren, findet die disposilion des liedes ihr ur- und Vorbild; aus ihnen ist in erster linie der Inhalt geschöpft, daneben sind kirchliche hymnen und einige predigten für die hauplfesle quellen gewesen, aus dem practischen gollesdienst ist das ganze werk erwachsen (s. 8). diese Iheorie, welche den schwunghaften dichter zu einem mühevoll sammelnden und grübelnden gelehrten herabwürdigt, welche dem hohen geistlichen des millelallers, dem amts- nachfolger eines Durandus und eines Williram, die volle beherschung der theologischen Vorstellungen seiner zeit und gründliche bibelkennlnis abspricht, scheitert schon daran, dass Wilmanns zwar selbstverständlich die geschichte des herrn in den perikopen wiederfand, aber eine reihe gerade bei Ezzo begegnender formein, bilder und ausfuhrungen hier nicht zu entdecken vermochte; zb. den anliqmis ilifir'im (s. 17), einen teil der symbolischen Vorgänge des allen leslamenls (s. 35) usw. muss er sich in solchen fällen damit begnügen, zu sagen, dass sie 'auch sonst geläufig' sind, so werden wir nach wie vor bei Müllenhoffs natürlicher auffassung beharren und sie nicht gegen eine verkünslelle aufgeben. — die einwände, ivelche JMeier beilr. 1(5, 68 ff. gegen den liamberger characler des denkmals und Ezzos autorschafl erhebt, haben mich nicht überzeugt. dass wenigstens die dem sogenannten nolkerischen kanon entsprechende Schreibung tlaz ter ist 4, 1 nichts für alemannischen Ursprung beweist, lehren zb. himmel und holte XXX, 114 ist laz himelriche, 189 ist taz lielleriche und die sehr zahlreichen analoga im Vorauer Alexander (194, 7. 14. IG. 17. 195', 15 usw.).] XXXII MEREGARTO. Zwei zusammenhangende pergamenlblälter einer hs. des XI/XII jh. in gr. 8", die zum einband einer 'lateinischen hs.' verwendet waren, in der fürstlich fürstenbergischen bibliolhek zu Prag. UHoffmann merigarlo, bruchslück eines bisher unbekannten deutschen gedichls aus dem XI jh. mit einem facsimile, Prag 1834. desselben fundgruben 2 (Breslau 1837), 1—8. (JGrimm in den göllingischen gelehrten an- XXXII MBREGABTO 1 89 zeigen 1838 nr. 56 s. 547—549.) WWackernagel alldeutsches lewbuch, Basel 1859, 139—142 ». 1, 21—2, 40. OSchade velerum monumenlorum Iheoliscorum decas (1860) s. 18—29. JKelle in Naumanns serapeum 1868 s. 137. 138. mit besonderer gefälligkeil hat derselbe die bläller von neuem für mich eingesehen und mir nicht nur über einzelne purikle bereitwilligst auskunft erteilt, sondern selbst eine vollständige, genaue abschrifl übersandt. über den lilel s. den excurs. da die kehrseilen l a und 2 b , einst angeklebt an den holzdeckel der lateinischen hs., aufserordentlich gelitten hallen, so übergieng Hoffmann in seinem abdrück die 'wegen der unleserlichen lacken zusammenhangslosen Zeilen von bl. V vor v. 1 und nach v. 20. 1 vor v. 1 es versteht sich, dass ubergie und des verscs wegen wohl also zu lesen ist. gemeint ist hier psalm 103, 9. 10 lerminum ]iosuisti quem non transgredientur, neque convertenlur operire terrara; qui emillis fonies in convallilms: inier medium monlium pcrlransibunt aquae, aber woher die ansieht von dem Wechsel der meeresslrömung am morgen und nachmittag stammt — es soll wohl ebbe und ßul sein —, wcifs ich nicht anzugeben, noch die verse ohne verwegenheil zu verbessern. 2 derda ist aus dem vorhergehenden vers wiederholt, weil das blofse pronomen zweideutig schien, obgleich unmittelbar v. 3 wieder üz der erda folgt und damit jeder zweifei aufhört, [aus dieser stelle und der analogen 2, 91 — nicht aber aus der von mir nicht geteilten ansieht Müllenhoffs, 'dass ein abschreiber den lexl hier und dort interpolierte und durch Zusätze den vers zuweilen über das mafs verlängerte, beweisen 1, 30. 2, 114, verglichen mit ihrer lateinischen quelle' — darf man vielleicht das recht herleiten, auch sonst überlange Zeilen auf das normale mafs zu bringen, zumal die grofse mehrzahl der überlieferten verse durchaus regelrecht sind, der Schreiber aber, der 1, 33 die copula, 46 die negalion, 2, 104 sogar den reim hat ausfallen lassen, kein unbedingtes vertrauen verdient, ich gehe daher vorläufig in der conser- vierung der Überlieferung nicht so weilwie Roediger zs. 33,417/7".] 6 der vers soll wohl mit 3 verbunden werden, da der Verfasser nach 17 /'. schwerlich die Alpen, also auch nicht die Alpenseen aus unmittelbarer anschauung kannte. nach 20 vielleicht lag Isidor elym. 13, 14, 3 zugrunde: ideoäS" aulem mare ineremeiUum non capere, cum omnia flumina et omnes fonies recipial, haec causa est, partim quod influentes undas ipsa magnitudo eius non senlial, deinde quod amara aqua dulce fluentum consumat, -— poslre- mum quod per occulla quaedam terrae foramina percolelur et ad capul amnium fonlesque revolutum reeurrat; vgl. 13, 20, 1 aliyssus — speluncae aquarum latentiuni, e quibus fonies et flumina procedunl vel quae occulte subter eunt —. nam omnes aquae sive torrentes per occultas venas ad matricem abyssum reverluntur. 21—36 die Überschrift deutet hier auf Isidor elym. 13, 13 de diversitate aquarum, welcher abschnitt unten 2, 43—120 benutzt ist. elym. 13, 14, 3 (s. nach 20) schliefst maris autem certum non esse colorem, sed pro qualitaic venlorum (?) mulari; nam modo flavum est, modo lutulenium, modo alrum. und damit ist hier, was Hoffmann übersah, ähnlich wie bei Honorius imag. mund. 1, 4 5 f. 190 XXXII MEREGARTO p. 134 f. Migne, elym. 13, 17 verbunden: Sinus iliciinlur majores re- cessus maris, ut in mari magno lonius, in Oceano Gaspius, Indiens, Per- sieus et Arabicus, qui et mare rubrum, qui Oceano ascribitur. rubrum autem mare vocnium eo quod siL roseis undis infectum, non lauten lalem naturam babet qualem videtur ostendere, sed vicinis liloribus vitialur gurges atque infleitur, quia omnis terra quae circumstat pelago rubra est et sau- guineo colori proxima, ideoque mini um acutissimum excernilur et alii colores quibus pictura varialur. ergo cum terra baue habeat naturam, fluetibus subinde diluitur et quidquid adesum est, in colorem cadit. — hoc mare in duos scinditur sinus. ex eis qui ab Oriente est Persicus appel- latur, quia oram illius Persae inbabilant. alter vero Arabicus dicitur, S88quod est circa Arabiani. 30 Müllenhoff tilgte in egiptilanl, indem er bemerkte 'es ist hier nach Isidor aao. von dem mare Erylbraeum die rede, nicht speciell von dem roten meer zwischen Aegyplen und Arabien , wie der inlerpolalor meinte'. aber das hieße doch dem verf. unserer wellbeschreibung zu viel Kenntnis und unterscheidungsvermögen zutrauen; las er übrigens nur den ersten abschnitt bei Isidor, so musle er sogar annehmen, dass speciell der arabische meerbusen in belracht käme. 34 minig rnennig, minium (s. Isidor aao.) finde ich weder im mhd. wb. noch bei Graft' belegt; es steht fenix minio Bib. 8 (clm. 14584 /'. 118 b ) und auf einem damit nächslverwanlen pergamenlbl. des XI jh. in meinem besitz, minio miniin in den Schleust. Virgi/gl. zu liuc. lü, 27 (zs. 15, 9 = ahd. gl. 2, 681, 1); minwe ald zinober aus Reinfrid 1 5 b (2199) in der Germ. 9, 60. 35 innandes quoadusque gramm. 3, 1S9, Graft 1, 296. 37—48 für diesen abschnitt ist Isidor nicht unmittelbar quelle, obgleich elym. 13, 19, 3 wohl auf die sacke geleitet hat. der name lebirmere kommt wohl zuerst auch in einem isidorischen glossar des XI jh., dem summarium Heinrici 5 (4), 9 (Hoffmann ahd. glossen 8, 9, Diuliska 3, 245, Germ. 9, 24, Graft 2, 820) unmittelbar hinter rötmeri (s. zu 21—36) als Verdeutschung von mare mortuum vor, was bei Isidor jedoch das noch jetzt sogenannte lote meer ist. elym. 13, 19, 3 lacus Asphalti, idem et mare mortuum vocatum, propter quod nihil gignit vivum, nihil reci|>it ex genere viventium, — sed et quaeeunque vivenlia mergenda lentaveris, quaeunque arte demersa stalim resiliunt et quamvis vehementer illisa confestim excutiuntur. sed neque ventis movelur, resistente lurbinibus bilumine quo aqua omnis stagnatur, neque navigationis patiens est, quia omnia vita carentia in profundum merguntur nee materiam ullam sustinet, nisi quae bitumine illinalur. elym. 13, 21, IS Iordanis ■— in mare mortuum infinit, die Verdeutschung aber beweist, dass der name und damit auch die Vorstellung von einem geronnenen meere schon eher in Deutschland verbreitet war, ehe er zur glossierung des nicht entsprechenden lateinischen aus drucks verwendet wurde, allerdings wird seil dem Xll jh. das lebermeer mehrmals in den Orient verlegt und namentlich im herzog Ernst damit die sicher orientalische fabel vom magnelberge (zs. 7, 276 ff. 298) in Verbindung gebracht, aber nur gröbliche uiikunde (mhd. wb. 2, 1, 138) kann der Vorstellung von dem geronnenen meer einen orientalischen Ursprung zuschreiben. Isidor elym. XXXII MEIiEGARTO • 191 14, 6, 4 Tliylc ultima insula Occani inter seplenirionalem et occidenlalem plagam ullra Britanniam, — et nulhis ultra eam est dies; unde et pigrum et concretum est eins mare slamml zunächst aus Solin 22, 9. dieser und Martianus Capella 6 § 666 schöpften aus Plinius nal. hisl. 4 § 104. aber diese und die übrigen nolizen des Plinius 4 § 94 f. 37 § 35 über das mare concretum, sowie alle andern gleichartigen nachrichten der allen gehen zurück auf Pgtheas von Massalia als den ältesten zeugen für die suche, Slrabo p. 63. 104, Plin. 37 § 35 (deutsche allerlumsk. 1, 410—423). und alle diese Zeugnisse verlegen das geronnene meer in den hohen nordweslen Europas, womit nicht nur unser fragmenl 1, 38, auch wegen der folgenden nachrichten über Island, übereinstimmt, sondern auch das gleichzeitige schol. 144 zu Adam von Bremen 4, 34: de occeano Britannico qui Daniam tangit et Nordmanniam magna recitantur a naulis miracula, quod circa Orchadas mare sit concretum et ita spissum a sale ut vix moveri possinl naves nisi tempestatis auxilio, unde etiam vul- gariler idem salum lingua nostra Libersee vocatur; vgl. Tacilus Agricol. 10, Germ. 45. dos meer bei den Orkaden und Shellandsinseln ist noch heule wegen seiner schweren Strömungen, windstillen und schlimmen nebel berüchtigt (allerlumsk. 1, 388) und darin ist der grund der foridauer oder des Wiederauflebens des namens zu suchen (aao. 1, 420 ff.), nicht sowohl in der gelehrten Iradition: das geronnene meer heifst bei den allen lateinischen auloren släls mare concretum, niemals coagulalum, was allein dem feststehenden deutschen namen, dem all franz. la mer betee prov. la mar betada genau entspräche, zu den in den fundgruben 1, 3S1 (Urem. wb. 3, 29) gegebenen belegen für das verbum ahd. lilieron Icomml noch aus KRoths denkmählern der deütsclten spräche s. 81 Renne- 389 wart 1, 69 ilaz gelibert bloct, aus Lamprechts Franciscus 4589 geübert bluot (in der quelle mareidum sanguinem), aus dem zweiten von FPfeiffer 1863 herausgegebeneu arzneibuche s. 25, 17 daz geliberte bluot und Frisch 1, 592°, 613°, d. wb. 4, 1, 3024, womit aus der beschreibung eines Kampfes in Eilhards Trislrant X 6034 (Drcsd. hs.) zu vergleichen dö wart ein groz lehermer gemachet von dem bluote. wie lange sich der ausdruck erhielt, zeigt das geliibberte meer Schelmuffskg I c. 5. Adam von Bremen 4, 39 berichtet aufserdem von einer abenteuernden enldeckungsfahrt einiger Friesen ins nordmeer: subito collapsi sunt in illam tenebrosam rigenlis occeani caliginem quae vix oculis penetrari valeret; vgl. 4, 10 uJterius autem insulas Island, Grönland: ibi terminat occeanus qui dicilur caligans; schol. 149 zu 4, 35 iuxta Island est oceanus glaciatus et i'ervens et caligans; 4, 38 omnia quae ultra sunt glacie intolerabili ac caligine inmensa plena sunt, cuius rei Mar- ciamis (l. I.) ita meminit, 'ultra Thilen' inquiens 'navigalione unius diei mare concretum est', dies vinster mer kennt auch eine Interpolation der Kudrun 1126, 2. 1128,2. 1134, 1 — 3: die Hegelinge werden dahin durch Südwinde (11 25, 1) verschlagen und dann durch Westwinde (1 1 34, 4. 1139, 3) erlöst; und sie verlegt dahin, wie umgekehrt der herzog Ernst das lebermeer in den orient, den magnetberg, dem sie den namen des Aetna oder monle Gibello leiht, zs. 12, 317. die erzählung der Kudrun 192 ■ XXXII MEREGARTO aber erinnert zunächst an den Brandan. derselbe gelangt nach v. 225 des niederdeutschen gedichls bei Bruns, v. 292 des mitteldeutschen bei Schröder in das levermere; dann v. 344 //'. (43 1 ff.) kam om lö vorlilicke en nevel, de was dicke, vor enem berge glimmendich; v. 366//". (45G/7".) du niösicn se wlken niil dem kil vernc in eue insulen dan: de was düsler, alse de nacht gedan; der insulen grant was galdln. dal dar gris seolde sin, dal weren edele steine, gar lüler unde reine. — se legen dar mit sorgen wol ligen veftein dage, also uns de böke sagen, dal sc des 1 echten dages nicht mochten sen vor düslernis usw., was im wesentlichen zu Walen wazzermsere jn der Kudrun stimmt, so aber handelte auch unser gedieht wahrscheinlich von dem finslem und dem eismeere nach der be- sehreibung von Island 1, 49— S3, deren einschaltung nur auf diese weise verstündlich wird. 45 ach ach gen. fdgr. 2, 58, 35. Hohen- burger hohes lied 71,29. Bilerolf 11115. klage 1574. Lanz. 3668. Marlin zu Kudrun 1138, 1. zs. f. d. phil. 15, 219. 49—83 über die geschichtlichen dalen dieses abschnills s. den excurs. 52 JGrimm erklärte menigtv lere 'variam, diversam, verschiedenartige', auch wenn diese auslegung an sich durch Maria 205, 8 Ho/J'm. er gewan manegeu niuot, waz im i.e. tuon weere gnol, Reinmar MSF. 171, 13 hei wie mauegen nmol und wunderliche site si lougenliche in ir herzen iragent! udglm. (vgl. Amelung zu Orlnil 98, 2) gerechtfertigt wäre, so reicht sie doch hier nicht aus. man muss mit Wackernagel lere in sere ändern und dies wie spec. eccl. 44 diu sere der grimmigin helle habint mich gevangin für einen unregelmäfsigen plur. neulr. wie kinde, kleide im. nehmen. 54 Hoffmann interpolierte den vers durch ib. aber zwei salze mit gemeinsamem subjeel oline conjunclion an einander gereiht sind in der manier dieser poesie, 1, 10. 16. 2, 16. 22. 30. 36. 37. 62 Wackernagel stellt mit rücksichl auf den bessern reim um in aller guole slahte. allein die formet aller slahte und ihre Stellung steht fest, gramm. 3, 76/!; vielleicht isl mit Schade guolo zu lesen, s. Haupt zu XVII, 1; doch vgl. 890den reim 2, 33. 34. 68 ertöne nach JGrimm instrumenlalform, ahd. eilinu [erltne steht wohl für erltnen = crllnem, vgl. wese 53/". und zu LXXVI, 2]. 7 0 wie hier und bei Olfrid 1, 9, 43 uuitu, so isl mhd. ■\vite überall, so viel ich sehe (mhd. wb. 3, 773, kehr. 55, 1. 118, 8. jüdel 132. 51 usw.), nur brennholz, vgl. Schmeller wb. 4, 200 f. unten s. 483. 71 mit recht wies Lachmann zu Nib. s. 262 Hoffmanns er- klärung fili penuria, inopia zurück. 74 wie im Friedberger Christ (s. zu XXXIII, G b , 134) und den meisten übrigen rcgelmäfsigen gedichlen des elften und zwölften jh. werden auch im meregarlo 1, 51. 52; 2, 37. 38, 45. 46, 63—66, 91. 92, 119. 120 [doch vgl. jetzt 1, 29. 30] verse von vier hebungen mit klingendem ausgang nur mit versen von gleicher länge gebunden; um das hier auch äufseiiich anzudeuten, schrieb Müllenhof]' sie. 75 Notker zu psalm 147, 17 also man crislallum ziehet, üzer Jse ze steine irhärlet; mhd. wl. 1, 8S4, 9; Erdmann zu Olfrid I, 1, 70. [TQff. ich habe mich im wesentlichen an Schades inlerpunklion angeschlossen, denn setzt man mit den anderen herausgebern nach 76 ein komma, nach 7 8 einen punkt, so isl unzi 7 8 schwer begreiflich, man XXXII MEHEGARTO 193 müsle es mil Roediger zs. 33, 419 in daz ändern, das so s. 76 findet seine, parallele 2, 105.] 79 da mil? s. 1, 19- <'ä mite ist außakt. über den reim s. zu Ezzo XXXI, 3, 12. 81 Adam Urem. 4, 35 Thyle nunc Island appellatur, a glacie quae occeanum astringit. de qua eliam hoc memorabile ferunt quod eadem glacies ila nigra et arida videatur propler antiquilatem, ut incensa ardeat. est autem insula permaxima ila ut populos infra se mullos contineal, qui solo pecorum felu vivunt eorumque vollere tegunlur. nullae ibi Truges, minima lignorum copia: propterea in subterraneis habi- lant speluncis, communi lecto et slrato gaudentes cum pecoribus suis. — mulia insignia in moribus eorum, praeeipue karitas, ex qua procedit ut inter illos omnia communia siiit tarn advenis quam indigenis. — liaec de Islanis et de ultima Thyle veraciter comperi, fabulosa praeteriens. in einer Leidener hs. (Voss. 4° 56/'. 30) aus dem anfang des XIII jh. (Pertz archiv 6, 887—889) und in einer Kopenhagener (443) aus dem XHI/XlVj'A. (Lüdecke über zwei hss. des Solin, Bremen 1866, s. 4) hat sich unter der Überschrift Insule britannice folgende, ohne allen Zweifel ältere notiz gefunden: Goutlande. Swclyde. Grenelande. ouius terre populi partim se chrislianos esse dieunt, sine fide quidem et sine confessioue et sine baptis- male; partim vero cum simililer sint christiani, lovem et Maliern colunt. Yslande. marina glacies in hac insula (in bnc insula marina glacies Kp) in siinul collisa se ipsam accendit ei accensa quasi lignum ardescit (ardet Kp). hie quoque boni sunt christiani, sed in hieme de subterraneis speeubus suis prae uimio frigore exire non audent. st enim exierinl, lanto algore exuruntur ut quasi leprosi glaciente (gliscenle Kp) ttimore decolorentur. si forte (forte quivis Kp) nasum emungant, cum ipsa emunetione nasum evulsum (avellunt et avulsum Kp) abiciunt. mil diesen Schilderungen vgl. Dahlmanns geschickte von Dännemark 2, 110—114. Beda de temporum ratione c. 29, von dem Adam aao. ausgeht, schrieb die alberne stelle des Plinius nat. hist. 2 § 186/'. (deutsche alterlumsk. 1, 386) über die halbjährige dauer des tages und der nacht auf Thule aus und Nolker (Uoelhius s. 85 b Haltern.) fand dieselbe ansieht bei sumelichen cosmo- grafis. eine spur davon und zugleich der unbegründeten meinung, dass Thule Island sei (allerlumsk. 1, 389//".), findet sich auch v. 73. 74, aber so, dass hier die sache noch ärger gemacht wird, gelehrte und vulgäre tradilion mischt sich überhaupt in diesem bericht, und wohl andere gnuogi dara v. 64 können in Utrecht von der ewigen nachl auf Island, von dem brennenden eise usw. erzählt haben, nicht aber Regin- brecht als augenzeuge. 2, 1—40 den alten ist dies paradoxon gänzlich unbekannt; auch wird es sich wohl in keiner andern mittelalterlichen quelle nachweisen lassen, der Verfasser beruft sich v. 1. 2 dafür auch auf mündliche Überlieferung und mit dem namen des landes v. 3 muss ihm eine Verwechselung passiert sein, da in Toscana kein solcher fluss vorkommt wie er ihn beschreibt. Marlin denkt an die perle du Rhone, stellen des Isidor, die den Verfasser zu der einschaltung bewogen haben können, 391 *• zu 1, 20. 7 manga weist auf ahd. mangön oder mangen = man- galon. dieselbe form des verbums findet sich noch bei Frauenlob 80, 12 DENKMÄLER II. 13 194 XXXII MEHEGARTÜ ich klage daz wir dtn mangen (: enpfangen), mhd. wb. 2, 1, 61. Notker (Graff 2, 807) gebraucht mengen. 16 andere offenbar älfajlovq, einander. 20 uzuuazta: Wackernagel 1861 erklärt 'üz wetzen schnell herausspringen, allein wetzen 'antreiben, reizen' in neutralem sinn ist unerweislich und wenig wahrscheinlich, wäzen duften ist eigentlich 'hauchen, wehen, womit es auch ohne zweifei etymologisch zusammenhängt und nicht mit gr. o^siv lal. odor, olere, die keine spirans im anlaut verloren haben: ahd. wäzan, farwazan heißt auch exsnfflare Graff], 1068, mhd. waz wehen, stürm bei Herbort von Frilslar Troj. 16408, wäz- gewilere sturmweller entecrist fdgr. 2, 114, 23, wofür andre belege im mhd. wb. 3, 610 falsch untergebracht sind. vgl. ndd. stürmen 'stark duften', glossar zum quickbom (6 auß.) s. 364. üz uuäzla ist also 'heraus blies, heraus stürmte'. 31 mit] mit imo ergänzte Wackernagel; mite genügte, wenn eine änderung nötig wäre. 37 die ungewöhnliche arl, die salze an einander zu reihen, wie sehr sie in der manier des dichters ist (zu 1, 54), konnte hier zumal einen abschreiber leicht zu einer abänderung veranlassen. 38 üzpulza Graff 3, 115. 43 von hier an ist Isidor elym. 13, 13 de diversitale aquarum quelle, und da auf bl. I spätere capitel benutzt sind, so kann fraglich sein, ob die von Hoffmann angenommene folge der Malier die richtige ist. 43—48 lsid. aao. 1 Aquarum nalurae mulla est diversitas. aliae enim salis, aliae nitri — aliae curam morborum adhiljentes. nam iuxla Romam Alhulae aquae vulneribus medenlur. 2 In llalia fons Giceronis oculorum vulnera curat. 49—52 in Aelhiopia lacus est, quo perfusa corpora velut oleo nilescunt. 53—58 Zamae fons in Africa canoras voces facit. 59. 60 ex Clitorio lacu Italiae qui biberint vini laedium liabeiit. 61—66 3 (In Cbio insula fontem esse dicunt quo hebeles fluni.) in Boeolia duo l'ontes alter memoriam, aller oblivionem afl'ert. 63 supbit bausla, arsuffit (für arsupphit) absorbel gl. Ker. Diuliska 1, 151. 237, Hallemer 1, 148*. 180* = aM. gl. 1, 38, 10. 166, 26, Graff 6, 170. 172; vgl. supfen bei Stalder 2, 419, Schmid Schwab, wb. 519, Schmeller 3, 278, mhd. wb. 2, 2, 721. 64 ibilo statt üliilo, ein sicheres zeichen, dass der umlaut eher gesprochen als in der schrift bezeichnet ward; vgl. zu XVII, 38 und zu XXXIV, 13, 9. 67—70 (Cyzici fons amorem Veneris tollit.) 4 ßoeotiae lacus furialis est, de quo qui biberit, ardore libidinis exardescit. 71—78 in Campania sunt aquae quae sterilitalem feminarum et viro- rum insaniam abolere dicunlur. (in Aclbiopiae fönte rubro qui biberit lymphaticus lit. 5 Linus fons Arcadiae abortus fieri nou patitur.) 79__84 392 in Sieilia fontes sunt duo, quorum unus sterilem fecundal, aller fecundam sterilem facit. 85—94 in Tbessalia duo sunt flninina. ex udo bibentes oves nigras fieri ferunt, ex altero albas, ex utroque varias. 94 Hoffmann und Graff 6, 391 setzen hienach mit recht ein verbum irspreccbilen an. 95—102 die absälze 6. 7 und der anfang von 8 bei Isidor sind übergangen . . . fons lob in Idumea quater in anno colorem mutare dici- lur, id est pulverulenlum, sanguineum, viridem et limpidum, ternis mensibus in anno lenens ex bis unum colorem. 96 die verse sind von Hoffmann, wie auch 1, 29. 30; 2, 74. 75, 104. 105, fälsch abgeteilt; über XXXII MEREGABTO 195 den reim s. zu Ezzo XXXI, 3, 12. 103—108 9 in Troglodytis lacus est, ter in die fit amarus et deinde toties dnlcis. 106 über tunker vgl. zs. f. d. phil. 20, 492. 109—120 10 In Sardinia fontes calidi oculis medenüir et fures arguunt; nam caecitate detegilur eoruni facinus. 114 zu erzinit vgl. Notkers arzenäre, Willirams gearzenon, mhä. erzen Graff 1, 477, mhd.wb. 1, 64°, Lexer 1, 705, Lamprechl Franciscus3702 erzenele: stete. 120 'ut vix viae vesligium (splendorem) videat' H. noh sär 'nicht einmal' Graff 6, 25, noch sä wazzer gäbe dii mir leben Jesu 244, 8 Diem. (anders mit iesil gewendet fdgr. 1, 160, 2) und noch zs. 8, 150 vom himmelreich 193. Jacob Grimm nannte den von Hoffmann gewählten tilel merigarlo gewagt, weil dieser altertümliche ausdruck weder in den bruchslückcn selbst begegne, noch auch in dem ganzen werke, wenn es erhallen wäre, vorzukommen brauchte. dass im althochdeutschen die well merigarlo heifse, wie Hoffmann 1834 s. 5 (1837 s. 2) sagte, können wir durch kein Zeugnis belegen, die ähnliche angäbe in der ersten ausgäbe der deutschen myth. s. 458 ist in der zweiten s. 754 berichtigt, es findet sich nur in den Ker. gl. merikerle als erklärung zu in elherimn (üiu- liska 1, 250= ahd. gl. 1, 188, 12, Graff 4, 249) und hier muss man für das worl die bedeutung 'Horizont' annehmen und als nominaliv meri- kerti [?J ansetzen, merigarle für 'well, erdkreis' kommt zuerst im Anno 445, dann noch in gedickten des XII jh, vor, gramm. 2, 494, mythß- 754, mhä. wb. 1, 484 a . da aber die vorliegenden, uns erhaltenen stücke nur fragmente einer ausführlichen Weltbeschreibung zu sein scheinen und sie gerade auch von dem meere und den gewässern handeln, so ist Hoffmanns tilel sachlich ganz passend, die form mcrigarto, meregarto aber nur wegen pliaüb 1, 61, eino, selbo, prunno 2, 32/". 43 ff. gerechtfertigt, der Untergang des ganzen ist zu bedauern, von einem poetischen wert desselben kann freilich nicht die rede sein, obgleich die verse von regelrechtem bau sind, auch der inhall war größtenteils nicht neu und was der Verfasser aus mündlicher tradilion entnahm, an sich von keiner bedeutung. aber das werk, wenn es eine wellbeschreibung enthielt, war als ganzes genommen ein für seine zeit höchst merkwürdiges litterarisches product. die möglichkeit, die zeit seiner abfassung genauer zu bestimmen, scheint gegeben mit 1, 49 ff. Lappenberg hat zuerst in den Göllinger gel. anz. 1835 s. 1864, dann in Perlz archivmz 9, 391 f. die Vermutung ausgesprochen, und ihm schlössen sich Hildebrand und Hoffmann in den fundgruben 2, 2 an, dass der 1, 57 genannte erhalt pbaflb oder nach der Überschrift bischof lieginbrechl der bischof Reginberl von Oldenburg in Wagrien sei, der nach Thielmar von Merseburg von geburl ein Osifranke war und anfangs abl von iValbek in Niedersachsen, dann von Otto III etwa 991/92 das bislum erhielt und nach Helmold gegen 1014 starb, und in der tat, gehl man die reihen der deutschen bischöfe durch (EFMooyer onomaslicon hierarchiae germanicae, Minden 1854), so findet sich kein zweiter lieginbrechl innerhalb des Zeitraums, auf den wir durch die spräche der fragmente un- 13* 196 XXXII MEREGARTO gefähr angewiesen sind, vom anfang des XI bis in den anfang des Xll jh, Reginbrechts aufenlhall auf Island fiele dann in die zeit der bekehrung des landes c. 1000 und man müsle ihm einen tätigen anteil daran zuschreiben, aber weder Helmold noch der geschichlschreiber der bremisch-hamburgischen Itirche, meisler Adam weifs davon, noch auch kennen die isländischen quellen überhaupt einen lleginbrechl (EMaurer die bekehrung des norwegischen Stammes 1, 598/'.; 2, 582 ff.), der in unserm fragmente erwähnte kann also nur als ein geistlicher von untergeordneter würde Island besucht haben und nicht als bischof von Oldenburg oder als abt von Walbek. daher möchte ich auch nicht mit Maurer an den von Adam von Bremen 2, 53 erwähnten lleginberl denken, den Knud der grofse (zwischen 1017 — 1035) mit aus England herüber brachte und zum bischof von Fünen erhob, wenn die Überschrift vor 1, 21 nach der anmerkung einer isidorischen nachgebildet ist und vom Verfasser des gedichls selbst herrührt, so ist allerdings die erste annähme dafür, dass auch die rubra nach 1, 36 und 50 von ihm gesetzt sind, und dem steht kaum entgegen, dass de Reginperto wenig zu dem Inhalt des abschniltes passt: einer, der zusammenfassen wollte, was er mündlich durch lleginbrechl erfahren halle, konnte immerhin zu der Überschrift kommen, aber darin seinen gewährsmann gewis nicht epis- copus, im gedieht dagegen nur erliaft phafl'o nennen, das opo muss mindestens wohl vom Schreiber fehlerhaft hinzugefügt sein, weil aufserdem von zwei bischöfen, deren namen niclil genannt sind, die rede ist (JGrimm aao.). auf den lexl aber ist mehr gewicht zu legen als auf die Überschrift und daher auf jeden versuch zu verzichten, mit hilfe des namens das aller des gedichls zu bestimmen, es ist zu beachten, dass von dem heidenlum auf Island nicht mehr die rede ist, dass auch die Schilderung der eines augenzeugen wie Reginbrechl wenig entspricht, vielmehr in ihren einzelheilen mit den im XI jh. im nördlichen Deutschland über die insel verbreiteten, fabulosen nachriehlen (anm. zu 1, 81) übereinstimmt, auch die spräche der fragmente, bemerkte schon JGrimm, wetin man auch manche abschwächung durch die hand der abschreiber in anschlag bringt, wäre doch für das j. 1010 zu neu, für 1070 etwa schiene sie gerechter, sie ist unzweifelhaft oberdeutsch, und unmöglich kann man den Verfasser des gedichls, worauf Lappenberg bei seiner Zeitbestimmung kam, in der Irierischen erzdiöcese suchen; die begebenheilen, auf die Lappenberg die stelle 1, 49—54 deutet, erzählt Giese- brecht kaiserzeil 2 ;! , 102 /'. JGrimm erinnerte mit besserem rechte an die zeilen des inveslilurslreils; aber Konstanz, woran er dachte, kann auch nicht die heimat des dichlers sein, schon deswegen nicht, weil hier der streit um das bislum in den jähren 1070/71 ganz ohne kriegerische unruhen verlief, ja nicht einmal zu der gleichzeitigen einselzung zweier bischöfe führte, Neugart episc. Conslanl. 1,456/"., GHesebrecht 3, 223 f. der spräche fehlen alle besondern merkmale des alemannischen, deswegen möchte ich auch nicht an Augsburg denken, obgleich hier die SQidoppelwahl der bischöfe Siegfrid II und Wigold von 1077 — 88 die furchtbarsten Unglücksfälle und Verheerungen über die sladt und das XXXII MEBEGARTO 197 bistum brachten, die gewis manchen cleriker zur flucht und auswan- derung nötigten, Braun geschickte der bischöfe von Augsburg 2 (1814), 1—14. unter den baierischen bistümern hatte das erzsliß Salzburg von 1078—1101 ununterbrochen zwei bischöfe, Zauner chronik von Salzburg ], 107—]2o. aber gieng unser Verfasser mit dem erzbischof Gebhard 1078 ins exil, konnte er weder von einer urliugefluhte sprechen, noch auch von beiden bischöfen sagen 1, 52 die uns menigiu sere tätan; und wäre er bei der Wiedereinsetzung Gebhards durch Weif 1 im j. 1086, oder auch im j. 1095, als der gegenbischof lierchlold den erzbischof Thiemo vertrieb, flüchtig geworden, würde er doch kaum von Salzburg aus seinen weg nach Utrecht genommen haben, außerdem ist die anm. zu 1, 6 zu berücksichtigen, es kann zuletzt wohl nur Würzburg in belrachl kommen, wo im j. 1085 der bischof Adelbero von Heinrich IV abgesetzt und Meginhard als bischof eingesetzt wurde, worauf dann im, nächsten jähre erst die Schwaben und Sachsen, dann der kaiser die sladl eroberte, Ussermann episc. Wirceburg. (1794) j>. 53/". das übergewicht des a- lauls in den flexionen spricht zunächst dafür, den dialekt der fragmente für baierisch zu hallen. aber es hindert auch wohl nichts, ihn nach Ostfranken zu setzen, ja man kann dafür den ab fall des n des infinilivs 1, 53. 54 [vgl. zu 1, 68] gellend machen, eine andere bessere beslimmung des orts und der zeit der abfassung des gedichls wird sich aus der stelle 1,49/7". oder sonst schwerlich gewinnen lassen, es scheint unzweifelhaft, dass es im letzten viertel, nicht im anfange des XI jh. in Oberdeutschland, und zwar außerhalb Alemanniens entstanden ist. XXXIII FRIEDBERGER CHRIST UND ANTICHRIST. Überreste einer hs. aus dem XI/XII jh. 8° auf der Universitätsbibliothek zu Gießen, von dem einbände einer ehemals der burgpfarr- bibliolhek zu Friedberg in der Wellerau, jetzt der bibliothek des dortigen evangelischen predigerseminars ungehörigen papierhs. des XVj'Ä. abgelöst und herausgegeben von FLKWeigand zs. 7 (1849), 442—448; vollständiger 8 (1851), 258—274. jede seile enthält 22 Zeilen; die verse sind nicht abgesetzt, aber fast regelmäfsig durch punkte geschieden, von dem doppelblall AB sind erhalten der obere rand mit einem teil der ersten zeile und ein zweiter streifen, der äußere seilenrand von A; der größere, jetzt verlorene teil des Mattes war dem vordem holzdeckel des einbandes aufgeleimt und hier sind mehr oder weniger deutliche spuren von worten und buchslaben der seilen A a und B b zurückgeblieben. von dem einzelnen blatte C ist erhalten ein aus der mitte herausgeschnittenes stück (C, 1 —13 stund, C b , 1 —10) und der unlere rand mit den Zeilen C\ 15—18, C b , 12—15. Dl sind vier falzstreifen, welche zusammen die oberen sechs zeilen eines doppelblatles ergeben; EH sechs falzstreifen, die zusammen die obere, größere hälfle, dreizehn Zeilen, eines doppelblatles ausmachen, fast vollständig erhallen ist hingegen 198 XXXIII FRIEDBERGER CHRIST UND ANTICHRIST das doppelblaU FG. der abgeschnittene äufsere seilenrand von F diente als rückenslreifen des einbandes; die wenigen zwischen diesem rand- streifen und dem von dem hinteren holzdeckel abgelösten größeren teile des bialtes weggeschnittenen buchslaben ergänzte Weigernd. FG bildete das innerste doppelblaU einer läge, ihm giengen voran die blälter DE und folgten die Malier HI. da nun 1 die fragmenle eines anlichrist, den Weigand nicht erkannte, enthält, so müssen die blälter ABC früheren teilen des gedichts angehört haben. C folgte, wie der inhalt ergibt, unmittelbar auf ß, zwischen G und I) aber kann nicht mehr als ein blatl verloren gegangen sein, wir haben somit 2 lagen zu je 4 doppelblällern anzunehmen, von deren erster das zweite doppelblaU (AB) und die hintere hälfle des ersten (C) erhalten ist, während von der zweiten nur das erste doppelblaU verloren gieng. das doppelblaU FG ergibt also mit seinen 146 verszeilen ungefähr ein achtel des ganzen gedicktes, das, soweit wir es übersehen, ehedem zwischen 1100 und 1200 versen enthalten haben dürfte, es war in seinem ersten teile, dem leben Christi, kurz und dürftig, ausführlicher aber über tod und auferslehung. wenn freilich auf den anlichrist, wie zu vermuten ist, noch eine Schilderung des Weltuntergangs und jüngsten gerichls folgte, so kann dafür das letzte fehlende blatl der zweiten läge nicht ausgereicht haben, sondern es ist anzunehmen, dass die hs. noch eine läge enthielt, die dann freilich für jenes thema überflüssig räum bot. — verstümmelte buchstaben, deren lesung dem vorsichtigen Weigand nicht zweifelhaft war, durch den druck zu bezeichnen schien unnötig; wo YVeigand zweifelte, ist dies durch petil angedeutet; ergänzungen sind cursiv gedruckt, die doppelpunkle zeigen einzelne undeutliche spuren und resle von buchstaben an. die sporadischen und iverllosen, ja für das lesen störenden acute der hs. über i und o blieben fort, eine versabteilung war für die blälter AB nicht wolil durchführbar, obgleich Weigand die gute halte, mir auf meine bitte die in der hs. vorkommenden, in dem abdruck nicht deutlich unterschiedenen Schlusspunkte der verse zu bezeichnen und aufserdem noch einige berichligungen und bemerkungen zu dem abdruck mitzuteilen. 395 A", 3 der körder was din mennescheit Konrads von Heimesfurt Himmelfahrt Mariae 846; vgl. Ezzo XXXI, 17, 11. 12, summ, theol. XXXIV, 13, 5. 7, Melker Marienl. XXXIX, 5, 1 ff. mit den anm. usw., s. Diemer zu den deutschen gcd. des XI und XII jh. s. 97, 5—15, beitrage 6, 4S f. 6 die ergänzung ergibt Ezzo 27, 3 an dir wart gevangan der gir Levialhau; s. zu XXXIX, 5, 4. C a , 11 den armen Judas er gehildol Ruland 7 0, 11 ; der arme Judas urstende 104, 69; der ermiste man, von dem ich ie vernam, daz was Judas Scariotis leb. Jes. fdgr. 1, 153, 31; das mhd. wb. 1, 58 führt noch an Parzival 219, 25, Helbling 7, 174; vgl. Wigam. 277 armez wfp und zu musp. III, 66. noch im XVIj'fc. sang man 0 du armer Judas, was hastu getan, lloffmann deutsches kirchenlied 1854 «.230 nr. 112 und Wickram {gute und böse nachbam 1557 s. 83 b ) spricht von des armen Judas hantlierung; vgl. auch d. wb. 4, 2, 2351. C b , 5 ist die Verschiffung in der Senkung zuzulassen, wie F b , 61. XXXIII FRIIäDDERGER CHRIST UND ANTICHRIST 199 8. 9 der reim kehrt wieder G b , 139. 140; vgl. F b , 64. 05. G a , 93.396 94. 13 zu dem hslichen vola für wola vgl. F a , 21, F", 52, G b , 138. 14 durch Uli oder durch tli (s. varr. zu A a , 15 ; F a , 19, G", 134 nath, G", 104 ilülh, G a , 81 dralhin) wird in der hs. regelmäßig ht bezeichnet; ebenso regelmäßig auch auslautendes li oder ch durch hc, obgleich für beide fälle ausnahmen vorkommen, dies th und hc wt freilich auch in andern Itss. sehr häufig, zb. in mehreren stücken der Vorauer hs., wie dem leich des Ezzo. es kommt hier aber noch eine dritte eigenheü hinzu, das dd in harddo G a , 15, G a , 84, horddent G a , 91, stdden G b , 117, urddeilisch l a , 3. waren diese dd und das tili zu schonen, verlangten th und hc hier die gleiche rücksichl. zoigen hier, zoucd G b , 116 kommen zu den im mhd. wb. 2, 1, 453. 3, 921 gesammelten stellen. dass üch hier nicht bloßer Schreibfehler für ü, iu, sondern die accusalivform für den daliv gebraucht ist, wie schon bei Nolker und Williram in einzelnen fällen (Graff 1, 573, vgl. Wackernagel leseb. 1839, 300, 31 ff. 1859, 320, 16 ff. Nib. 329, 12 Cd, gramm. 1 (1870), 704 und umgekehrt im Ludwigsliede hiu XI, 32 für iiuiih), beweist Ü", 16 hl under üch ist iman. D", 7 Graff 1, 180 belegt aus Otfrid ahd. avarön und giavaron: die übrigen belege führen mit mhd. äveren auf ahd. avarjan, giavarjan. unser geberon zeigt durch den umlaul eine Vermischung beider formen. D b , 6 über die belonung s. zu E\ 14. 1 f. Otfrid 4, 33, 19/'. Sie nan ouh tho qualtun, mit ezzichu drängtun, mit hüteremo lulc; lhaz dätun se al bi nfde. 9 s. zu E\ 14. E a , 2 das femininum meine ist hiemit sicher gestellt, mhd. wb. 2, 1, 105 b . 106 a , vgl. Heinrichs priesterleb. 363 ein groezliclüu meine. 3 di graber, ebenso A\ 16 alle di lant, F b , 67 di Urkunde, H a , 155 sine kint, Il b , 7 di wolkun, l b , 9 sine ceichen; vgl. F a , 31 di stall du nom. fem. auffallend ist die Übereinstimmung mit Otfrid 4, 34, 2/'. ouh, in thfa meiua, so spfaltun sih thie suSina. Tlüu grebir sih indätun, ioh giangun üz thie dötun. 15. 16 vgl. Ezzo XXXI, 18, 11. 12. F a , \2f. kehr. 197, 21 di wurden daz war Urkunde der bereu urstende. E b , 5 erhabun statt erhaban, Graff 2, 946; vgl. summ, theol. XXXIV, 30, 4. 13 iren sin: wohl der älteste beleg für das possesiv, gramm. 4, 344; vgl. Graff 1, 39. 14 ein vers mit überladenem ersten fuß, 897 wie Salom. XXXV, 18, 1 anm., und wie mehrmals in diesem gedieht C a , 12, D\ 6.9, F\ 26, F b , 65, II b , 20 varr. [für einige dieser verse nehme ich verschleifung an, Amelung zs. f. d. phil. 3, 276 statuiert zweisilbige Senkung]. 16. 20 erinnern wieder an Ezzo XXXI, 20, 7 ff. 25, 6. 26, 2; vgl. zu XXX, 79. 21 s. zu XXXVIII, 236. F a , 12 f. = E a , 15 f. 20 Otfrid 5, 5, 5 Dueiz, themo ouh baz zäuueta, ther tliia iügund häbela. 26 s. zu E b , 14. 31 di] vgl. zu E a , 3. F b , 65 s. zu E b , 14. 67 di] s. zu E a , 3. 68 bouch statt buoch, bücli nennt Weigand zs. 7, 443 südwelterauisch. G a , 76 ev. Luc. 24, 31 et aperti sunt oculi eorum et cognoverunt cum- 81 dralhin, mhd. trehlin; s. zu C b , 14. 83//'. ev. Luc. 24, 36//". (vgl. ev _ Marc. 16, 14. Joh. 20, 19) stetit Iesus in meilio eorum et dieit eis 'Pax vobis; ego sum, nolite timere'. conlurbati vero et con- 200 XXXIII FRIKDISERGER CHRIST UND ANTICHRIST lerriti exislimabant se spiritmii videre, el dixit eis 'Quid turbali cslis el cogitaliones asceudunt in corda vestra? videle inanus meas et pedes quia ego ipse sum: palpate et videle, quia Spiritus carnem et ossa non habet, sicut nie videlis habere.' et cum hoc dixissel, oslemlit eis manus et pedes. 90—92 folgen drei gleiche reime auf einander, es ist also entweder eine vierte reimseile ausgefallen — und mehrmals kommen in diesen fragmenlen vier gleiche reime nach einander vor C\ C—9, E a , 21 — 24, F a , 28—32, G a , 97 — 100, B", 147 — 150, l a , 2—5 — oder es ist eine zeile von den dreien zu streichen — wie Roediger zs. 33, 422 will, der v. 92 entfernt —, wenn nicht der dichter ein versehen gemacht hat. dies sclieinl in der tat die rällichste annähme, da weder vers 90 noch v. 92 entbehrt werden kann, noch auch die angesogene stelle des evangeliums eine lücke mulmafsen lässl. i G b , 111 Otfrid 5, 11, 3 dfiron so bispärten stüant er uiilar muten; Talian 34, 2 bislozanen thinen turin; auch mndl. in einer biblischen formet heslotene grave, gramm. 4, 903. 908. 114 er. Joh. 20, 26 pax vohis. 124 'nie (stall man) mit dem plural des verbums vgl. gramm. 4, 221' W. 134 verse mit klingendem reim und vier hebungen kommen in diesen wie in den andern gedichlen desselben Zeitalters vor, sie werden aber nur mit versen gleiches mafses gebunden, G\ 78. 79, 105. 106, G b , 131. 132 [vgl. aber 11% 93/.]. es ist also su lesen daz si alle dlse naht weren. das denkmat kennt bereits den umlaut des langen ä: es unterscheidet den conjuncliv l)\ 4 were: Judeorum, E b , 1 jehe: were, F b , 52 möre : were, 56 mero : were, 60 queme : verneine, 66 were, G\ 93 hellin, 105 gewßren : were usw. von dem indicaliv A", S prophetun: liadun, E", 3 dädun : dödun, 7 järun : warun, F a , 34 missedäte :häda, G", 84 ir- quämen, G b , 127 herrun : warun, 11", 161 Oliveli: halla. es fallen hier also nicht wie in andern mitleldeulsclien und niederdeutschen denk- mälern a und 6 susammen, gramm. 1-, 459; 1 3 , 259. vgl. su XXXV, 5 b , 11. der umlaut erscheint auch in dem Darmslädler summarium Heinrici (Germ. 9, 18//'.) gans regelmässig: -ere statt -ari 3. 4 b usw. hlberich 86 b , ineddre91, heren, geneda, ungeneda 94 b , kese, kesewazzer 102; einmal cesekar in Virgilglossen des XI jh. (ss. 15, 34 = ahd. gl. 2, 698, 29). vgl. ps. 1, 1. 4—6. 2, 12/". 56, 5 und gl. Lips. 235 ff. 259. 472. 521. 605 bei Heyne allniederd. denkmäler s. 2 ff. gramm. 13, 241. 135 der aus druck daran sin kehrt in dem sinne unseres 'dabei sein in dem mitteldeutschen passional wieder, bei Köpke 18, IS Nicolaus der gute man mit stetem herzen was dar an daz er zu Christo wolde. man wünschte darnach freilich wan daz stall des einfachen daz. aber auch ohne das ist es nicht nötig den letzten salz von dar an abhängen zu lassen, trotz ev. Luc. 5, 5 per tolam noctem laborantes nihil cepi- mus. 144 ev. Joh. 21, 11 ascendit Simon Petrus et traxit rete in ter- ram, plenum magnis piseihus cenlum quinquaginla tribus. et cum tanli essent, non est scissum rete. H\ 146 Auguslin de divers, quaesl. lvii (opp. 1685 VI, 27) ipsa tria — insigne et eminens debel esse, quod in nomine palris et filii et spiritus saneti lavacro regeneraüonis abluilur; Cyrillus Alex, in Joann. XXXIII KRIEDUERGER CHRIST UXD AKTICIIRIST 201 (opp. IV, 1117 Auberl) xwv 6i ye tqiüv tlocoßfeeiv övvaßivcov rijg aylag te xal bfioovaiov TQiääoq c5g iv aQ&ß<ö /wvco rr/v örjXw- r,iv —. das blatl ti", das mit E ein doppelblaU ausmachte und dessen obere hälße in 6 falzslreifen zerschnitten icard, die zusammen hier nur die zwölf ersten zeilen der seile ergeben, halle vorher schon wie A und F seinen äufseren seilenrand eingebüßt, und dieser ist unter den streifen des einbandes nicht gefunden. 147 dass das auf iduhc folgende worl mit m anlautete, ist wenig wahrscheinlich, man müsle denn annehmen, dass der dichter von den zu v. 144 angeführten warten des ev. Joh. abirrte und an Luc. 5. 6 rumpebalur aiilcm relc eorum dachte, so könnte man, wie mir Haupt vorschlägt, millcii lirast ergänzen, brach stall brast (Germ. 9, 61) muss jedem des bessern reimes wegen in den sinn kommen; aber wäre es hier all- oder mhd.? ganz verfehlt ist Diemers Vorschlag beilr. 5, 123. 148 'es liefse sich slat vermuten, wenn geschleckt und flexion des worls G h , 130 nicht entgegenstünden' W. üver, uover, ein mehr mittel- und niederdeutsches, als hochdeutsches worl, schien unbedenklich, obgleich es heifsl ev. Joh. 21, 7 tunica succinxit se (erat cnim nudus) et niisit sc in mare. 151 Müllen- hoff änderte visca zu visc, indem er bemerkte: 'die verSchleifung, wenn399 auch erlaubt (zu G b , 134), ist lästig, der plural ist aus G", 96 wiederholt, der grundtexl hat nur den Singular, ev. Joh. 21, 9 ul ergo descen- derunt in terram, viderunt prunas positas et piscem superpositum et panem; 13 et venit Jesus et accipit panem et dal eis, et piscem simililer.' aber auch G a , 96, wo der plural im deutschen gedichte feststeht, hat das ev. Luc. 24, 42 parlem piscis assi. 155 sine kinl] s. zu E a , 3. B", 10 vgl. Ezzo XXXI, 11, 4. I*, 13 Adso de antichristo in opp. Alcuini ed. Proben II p. 528*400 (zs. 10, 266): nascetur ex patris et matris copulatione, de immundissima meretrice et crudelissimo ncbiilonc. lotus in peccato coneipitur usw. p. 52S b (s. 267) diabolus illi liomini perdito qui anlicbrislus dicilur locum novit aplum, unde radix omnium malorum oriri debeat, scilicet civilatem Babilouiae; daher im enlecrisl in Hoffmanns fdgr. 2, 109, 7 da widir zeigit der livel den bocbiniil: Babyloniam bat er ircorn, da der entecrist werde geborn und der jüngere anlichrisl zs. 6, 374. vgl. des Hono- rius elueidarium p. 1163 Migne, Kelle spec. eccl. s. 172, Grieshabers predigten 1, 150, Wackernagels Basler hss. 22'usw. l' J , 10 bei Adso heifsl es aao. nach ev. ilallh. 24, 24 vom anti- christ et faciet quoque signa mulla et miracula magna et inaudila . . ita nt in errorem inducantur, si fieri potest, etiam electi, womit wieder die anderen darslellungen, das elueidarium, der enlecrisl bei Hoffmann fdgr. 114, 25 — 30, zs. 0, 377, das spec. eccl. s. 173, Grieshabers predigten 1, 151, die Basier hs. usw. stimmen. 202 XXXIV SUMMA THEOLOGIAE XXXIV SUMMA THEOLOGIAE. A hs. des regulierten chorherrenslifles zu Vorau hl. 97"—9S C . JDiemer deutsche gedickte des Wund XII jh., Wien 1849, s. 93—103 vgl. anm. s. 32—43. unter dem lilel 'die Schöpfung', in der hs. selbst findet sich nach Diemer Ezzo (beitrage 6) s. xxv von einer hand des XI1I/X1V jh. die Überschrift De sancta trinitale, welche ersichtlich nur nach den ersten beiden Strophen gemacht ist. facsimile der ersten Strophe in Diemers deutschen gedickten, collalion von PPiper zs. f. d. phil. 20 (1888), 481. H pergamenlhs. 1966 des germanischen museums zu Nürnberg, s. zu XXVII, 2 A. auf der sonst unbeschriebenen rückseile des letzten blatles (122' 1 ) im untersten räum der zweiten spalte über einem zum teil verschablen und unleserlichen lal. distichon steht in 51/4 Zeilen 'mit zarter schrifl, etwa von weiblicher hand' die 27 Strophe dieses gedicktes. Germania neues Jahrbuch der berlinischen gesellschaft 10 (1853), 185. anzeiger für künde der deutschen vorzeil. neue folge 2 (1855), 80. KUarlsch Germ. 7 (1862), 267/: 1, 1 Got, vater ewich muss sich hier, anders als Harlmann credo 35 Ilerre valer ewich und Heinrich Ulan. 41 Mafsm. ewige vater, auf die trinität beziehen: nur wenn diese dem dichter in der ganzen Strophe vorschwebte, konnte er die nächste mit ouch anreihen. 1. 2 Ileinmar von Zweier HMS. 2, 178 b nr. 7 Got aller guoler dinge ursprinc, got aller wite und aller longe ein umhegender rinc, got aller hoehe ein dach, got aller tiefe ein endelöser grünt; Heinrich von Krolewitz valerunser 436 wände er rehte ein anevanch aller guoten dinge ist; Schönbach alld. pred. 3, 94, 23. 204, 22 (vgl. 206, 25) wan er ist zwäre ain augenge unde ain ende unde ain ursprinc aller guoten dinge; Alem. 12, 87 er ist ein angenge aller guter dinge, ebenso Germ. 27, 343. 350; vgl. kehr. 250, 32 = Silvester (zs. 22, 159) 453 er (der hailige Christ) ist ain gruntveste aller guoten dinge; aneg. 27, 69 (aller dinge) gruntveste und ir dach; Nolker Halb. sequ. c. 37 (Pez thes. 1, 1, 41) fons et origo honi und die gleich anzuführende stelle des Abaelard. 3 lioediger zur Milsl. sdkl. 5. 5—8 Anseimus Canluar. opp. ed. Gerberon p. 228" a (Deus) qui tenes omnia, imples omnia, circumplecteris onmia, superexcedis omnia, suslines omnia (über andere anklänge an Anselm s. QF. 7, 55/'.). Abae- lardi opp. ed. Cousin 1, 331 (Beaugendres Ilildebert p. 1337) cuius esse 401suimnum honuni, cuius opus quidquid honuin, super euneta, subtus euneta, extra euneta, inlra cuncla . . . super tolus possidendo, suhter tolus susü- nendo, extra tolus complectendo, intra lotus es iniplendo. vgl. Jsid. senlenl. 1, 2, 3 iraraensitas divinae magnitudinis ita est, ut inlelligamus eum . . . inleriorem ul omnia contineat, . . exleriorem ut incireumscripla magnitudinis suae immensitate omnia concludat. Isidor schöpfte hier, wie an den meisten später noch anzuführenden stellen seiner Sentenzen, aus Gregors des grofsen moralia in Job. vgl. auch David von Augsburg myst. 1, 366. 5 uv wird in der regel in diesem und den drei folgenden stücken auslautend geschrieben, aufser 16, 4 gimeinlu, das auf gi- XXXIV SUMMA THEOLOGIAE 203 meiniu führt; 23, 9 iv; 18, 1. 10. 19, 1 dev (das vielleicht von dem oh er deutschen Schreiber herrührt, doch begegnet es auch mit eu und waren sineu neben diu iu iuhc in den mitteldeutschen predigtenlwürfen m. 15, 439—442); 24, 4 zuischiligu, 27, 2 du und immer su, welches daher vielleicht für kurz zu halten ist. rfchtinti: diese belonung kehrt ~. 7. 8 und noch oft in den reimen unseres gedichles wieder. 9 vgl. lsid. sentenl. 1, 1,1 summum houum deus est, quia incommulabilis est et corrumpi omnino non potest. 10 ohne not habe ich den Malus nicht zugelassen, er bleibt 10, 8. 20, 9 vor unde; 20, 0 gnadi, undini, 27, 1 seli adilvrouwi; und der stärkste fall 11, 5 ohi er, 31, 3 ginigi uf; auch fälle wie 22, 2 du erdi und 14, 9 Ab irstarbti (vgl. indes die varr.) muss man ins äuge fassen: 2, 8 ist es leicht do er zu lesen. 8, 9. 20, 3. 22, 5. 25, 1 bietet sich die belonung unsfeh, 18, 1. 20, 10 die beschwerung des unbestimmten arlikels dar. Anseimus p. 77 a D divinum naluram absque dubio asserimus impassibilem . . . nee, in eo quod vull facere labore (l. laborare). vgl. zb. Joh. Damasc. de fide orlhodoxa 1, 8 (opp. ed. Lequien 1, 133). Diemer führte schon an Arnold von der siebenzahl 335, 6 wir gelouben iedoch die namen dri eine wäre got- heit iemer an unmuoze unte an arbeit und lucid. altd. bl. 1, 327 diu ewige wislieit diu äne allerslahte arbeit alle die weit hat geziert, vgl. Berth. 1, 98, 30 als er ein berre ist in der grozen werlt gar an allen steten und allez daz ordinet unde rilltet und uf babet und erqwicket unde zieret daz in der weilt ist, unde daz er doch da bt als unbekümherl ist und als gar ane müe ist, als ob er nie nilit gedaehle ze schaffen unde ze machen usw. 2, 1—6 lsid. elym. 7, 4, 1 trinitas appellala quod fiat lolum unum ex quibusdam tribus, quasi triunitas, ut memoria inlelligentia et voluntas, in quibus mens habet in se quamdam imaginem divinae trinitatis. nam dum tria sint, unum sunt: quia et singula in se manent et omnia in Omnibus, Honor. Auguslodun. elueid. 1, 2 (Anselmi opp. ed. Gerberon p. 458 a A, Migne p. 1111) Pater memoria, filius inlelligentia, spirilus sanclus voluntas inlelligitur. 1, 11 p. 460 b B, Migne p. 1116 divinitas consistit in trinitate. huius imaginem lenel anima quae babet memoriam . . . intellec- tum . . . voluntalem. vgl. Honor. de cognilione verae vilae c. 32 (SAugust. opp. ed. Maur. 6, 658f). alles nach bekannter auguslinischer lehre (Baur dreieinigkeil 1, 849//". Ritter gesch. d. philos. 6, 302 f.). 7. 8 s. zu Ezzo XXXI, 4, 7. vgl. gen. fdgr. 2, 15, 30; bücher Mosis Diem. 6, 20; anegenge 33, 57. 8 unsfeh hier oft (feststehend unsich nur 13, 10. 26, 1) und diese olfridische weise der belonung zweisilbiger formen des pronomen pers. setzt auch das neben sonstigem imo auffallende gammi 10, 3 voraus, das oxylonon unsich durch den reim gesichert (: dich) j. Judith 154, 26 und (: gelieb) noch in Reinmars von Zweier valerunser HMS. 2, 179 b . sin d. i. sini für sinin. aufser den vielen apocopierien Infinitiven vgl. 5, 10 volginli; anm. zu Salomo XXXV, 4, 10; Anno 2, 17 (31) cir dritte vverilde, 18, 2 (262) in einir guldine tavelin, 23, 17 (387) mit den slni (:Blm), 25, 1 (413) wille (accus.) ( : a l le ). 25, 16 (428) Cato unli Pompejus rümiti römischi liüs, 46, 16402 204 XXXIV SUMMA T1IEOLOGIAE (802) ci siulikclini; Lampr. Alex. Dient. 189, 25 warim f. warin im, 193, 11 si gruozlin f. gruozlin in; l. Jesu Diem. 269, 24 in fuoze unde in liandfn, 276, 27 daz wir den nähislen minne, 279, 5 daz wir got erchenne (:denne); Sündenklage Diem. 297, 23 cliome (infin.), 302, 28 gebunde (parlic), 315, 2 boslieze (3 plur. prael.); die Slrafsburg-Mols- heimer hs. liefen eine reihe von beispielen usw. vgl. auch zu LXXXVI li, 1, 30 und Heinzel zu Heinrich von Melk I, 226. ich habe mich dieser beobachlung bedient, um 12 b , 5. 13, 1 die kürzung gnannin zu vermeiden, in btfs mit doppeltem aecusaliv: vgl. kehr. 1 forts. z. 17595 got den rat sie in sliez (Innsbrucker hs. in si), z. 17922 daz gie den (dem Wiener und Innsbrucker hs.) jungen künc wol in. Otfrid con- slruiert ana blasan mit doppeltem aecusaliv 5, 12, 59. 10m anderem sinne heifst gen. fdgr. 15, 28 (vgl. 13, 31 /'.) der mensch, ehe ilim gotl den geisl einbläst, daz pilede erlich. 3, 3 vgl. Honor. elueid. 1, 2 p. 458 a ß, Migne p. Uli cum omni- potentia et summa dementia de patre praedicetur, quare non maler voca- tur? diese frage bezieht sich offenbar [? auch im folgenden begegnet ahnliches öfter] auf eine vorhergegangene aussage, welche jedoch der gedruckte lexl des elueid, nicht enthält, Olloh in seinem dialogus de tribus quaestionibus (Pez thes. 3, 2, 142—250) spricht viel von golles severitas und pielas, wofür dann auch die gegensälze potens und benignus, polentia und pietas c. 10, potenlia und gratia p. 158. 254 eintreten. 5 liunic lieysir: vgl. WGrimm g. schm. xxvi f. Mone lal. hymnen zu nr. 79, 2. 7 inen findet sich noch Lanzel. 4244 im reim auf erschinen. 8 beidi für beidu: so mehrfach, alli 19, 3 durch den reim, 20, 4 durch die verschleifung gesichert. vorchtin unde minnin: vgl. XLIII, 1, 3. 9; LXXII, 21; LXXXVI B, 3, 17; Nolker Haltemer 2, 449'' zu ps. 118, 5 legem au lern tuam dilexi: So uuieo ih mir furhte a verbis tuis diu diu ea sint, iedob minnon ib siu, nob die minna ne irret castus limor. So suln clünt parenles furbten unde minnon, so sol chena iro chäral fürbten unde minnon. Ilohenb. hohes Med 2, 5 vorbte unde minne; exod. fdgr. 87, 26 durch minne unt durch vorbie; Keiles spec. eccl. f. 15" von diu so ratet uns diu heilige sebrift daz wir in minnen und furbten; die hochseil in Karajans sprachdenkm. 32, 4 wir scliulen got furbten unde minnen; kehr. Abi, 29 wil du got vurhlen unt minnen; ferner babyl. gefangen- schafl z. 63. 66 (Mones anz. 8, 56); Heimesfurl Himmelfahrt 81 ; Walther 19, 25; Freidan]; 2, 16; Hahns Stricker 8, 40; Docens miscell. 1, 55; Suchenwirl 19, 37. vgl. unten zu 18, 3—10. das formelhafte zeigt am deutlichsten pred. Mones anz. 8, 515 nu weiz got wol daz du in vurhtest unde minnest (= gen. 22, 12 nunc cognovi quod times deum). dem zusammenhange unserer stelle nähern sich besonders Anseimus p. 253 b D timendus est ut dominus, amandus ut pater und Abaelard inlrod. ad theol. 1, 9 (opp. cd. Amboesius p. 986): duo quippe sunt quae nos omnino subieclos deo efficiunt, limor videlicet atque amor. polestas quippe et sapientia maxime limorem ineutiunt, . . . benignitas autem ad amorem spe- cialiter pertinet, ut quem benignissimum babemus, potissimum diligamus. fast wörtlich gleich theol. Christ, 1, 2 (Marlene et Durand thes. 5, 1158d). XXXIV SUMMA TIIEOLOGIAEj 205 auch bei Olloh aao. entspricht dem zu z. 3 hervorgehobenen gegensalze der von timor und amor, timere und amare p. 158. 159. 160. 199. 256 uö. vgl. auch zu slr. 20. 10 sagin unde singin: hiemit gibt das gedieht über seine eigene Vortragsweise auskunft. es wurde 'gesagt und gesungen oder, was ganz dasselbe heißt, gesungen {vgl. Lachmann über singen und sagen s. 3). dagegen setzt die exodus fdgr. 2, 96, 4 (Diem. 131, 31) wer mähte vure bringen, gesagen oder gesingen die ausdrücke einander gerade so entgegen, wie die von Lachmann s. 2 angeführte stelle der kaiserchronik. aber noch 'diu utdrheW konnte gesagt oder gesungen werden Diem. 89, 14. 15. 403 4, 3 vgl. ps. 103, 24 omnia in sapientia fecisli, was zb. Honor. cluc. 1, 5 p. 458 b c, Migne p. 1112 auf den söhn bezieht, s. zu XL111, 1, 1. 6 sin giziieh: crelicus für amphibrachgs wie 7, 9. 24, 2. 8 zur suche vgl. Honor. elueid. 1,6 ;, 459" c, Migne p. 1113 quae est natura angelica? spiritualis ignis ut dicitur (Hebr. 1, 7) 'qui facit angelos suos de Gamma ignis'. Honor. octo quaest. de angelo et homine c. 1 (Pez thes. 2, 1, 2IC) de igne creati sunt angeli und besonders v. 3. vgl. Baum- garlen-Crusius lehrb. d. dogmengesch. s. 974 anm. 9—12 vgl. ane- genge 2, 77 — 3, 1 d6 wären sine guote rate, daz er die engel werden hieze unt daz er in lieze fri ir gemiiete, ob si mit diemüete im dienten willecliche, daz si ze sinem riebe desLe bezzer relit bieten. 12 lobitin: vgl. 6, 10. 31, 9. Honor. elueid. 1, 6 p. 459 a c, Migne p. 1113 duas principales crealuras l'ecil deus: unam spiritualem, alteram corporalem. voluit igitur ab utraque laudari: de spirituali ab angelis, de cor- porali ab bominibus. 5, 1. 2 vgl. Isid. senlenl. 1, 10, 5 cuius (diaboli) praelationis cxcel- lentiam propheia (Ezech. 31, 8) liis verbis annunciat 'cedri non fuerunt altiores illo in paradiso dei etc.' quoniam speeiosiorem fecit eum deus (vgl. Ezech. 31, 9). vgl. auch Wackernagel alld. pred. 1, 47. 57. 3. 4 Isid. aao. § 6 arcbangelus vero qui lapsus est signaculum dei similitudinis appellatus est, leslanle domino per Ezecbielem (28, 12. 13) 'tu signaculum similitudinis, plenus sapientia, perfectus decore, in deliciis paradisi dei fuisli'. vgl. Vor. bücher Mosis Diem. 4, 13 ff. anegenge 4, 12. 13 und besonders Wackernagel alld. pred. 1, 50 daz spricht alsus, daz er wäre ein insigile nach demo frone bilide. 7. 8 Jesai. 14, 12—14 quomodo ceeidisli de caelo, Lucifer, qui . . . dicebas in corde tuo 'in caelum conscendam, super astra dei exallabo solium meum, sedebo in monte teslamenti, in lateribus aquilonis. ascendam super altitudinem nubium, similis ero altissimo'. vgl. Schröder aneg. s. 37. 8 ebinsezzi des: der artikel wird auch 30, 3. 31, 3 und wohl 10, 2. 13, 5 (10, 8. 16, 5) verschleift. 10 die seltsame Wortstellung (denn unten 23, 10; Nib. 47, 1 der werbenden nach ir minne; Parz. 114, 14 ein habendiu zange mlnen zorn; Bari. 63, 40 ein umbevangen kiinegin mit waehelicher rieb ei t; mörin Wackernagels lesebuch 1847, sp. 999, 6 daz wallende mer mit sant ist doch noch anders) anzulasten schien nicht ratsam, die gewöhnliche zeigt eine nahverwanle, schon von Diemer angeführte prediglslelle aus Wackernagels leseb. (1859) 197, 18 = alld. pred. 3, 82 in den cehin- 206 XXXIV SUMMA THEOLOGIAE din chör, da der tievel uz virstozin wart mit allen ime volgendcn genozin. vgl. auch alld. pred. 1, 22. 102. G, 1 des nidis vatir: vgl. ev. Joh. 8, 44 (cum Ioquitur mendacium, ex propriis Ioquitur, quia mendax est et pater eius), woraus für den teufet die bezeichnung paler mendacii folgt. 4 Eonor. elucid. 1,8 p. 459 b c, Migne p. 1114 quare non reversi sunt? non potuerunt. Diemer vergleicht auch kehr. 283, 5 f., wo es von den bösen im allgemeinen heifsl und gevallent die so nidere daz sie niemer chomenl widere. 5. G Honor. aao. alilata est eis voluntas lotius boni. 7—12 ähnlich Honor. eluc. 1, 10 p. 460"d, Migne p. 11 IG cum viderent (boni angeli) illos malum superbiendo eligere, indignati sunt el summo bono fortitcr inbaeserunt: unde continuo in renmnerationem confirmationem aeeeperunt et qui prius de sua beatitudine incerti erant, nunc facti sunt rerti. 7 der reget des verschlusses wird durch die Schreibung engi! al genügt, das metrisch richtige in den lext zu setzen, wagle ich nicht wegen 16, 9, wo man kaum höubili (st lesen darf, alles andere würde keine schwierigkeil machen; denn das der mundarl gemäße i in flexions- und ableilungs- endungen muss wie e im mhd. behandelt, also 16, 1 erücis ort, 21, 4 104äcbtit er (praes.) ohne anslofs sein. 7, 1 ist entweder almecbtic (= al- mechtec) ist zu schreiben oder almechtig ist: vgl. noch gen. fdgr. 11, 17 seinen: unsiiligcn. 10, 11 stellt vonme, 28, 3 sundi irslan (nach anm. zu 2, 8) oder dl sele er let von sündin irslän das regelrechte her. zu 30, 3 hfmili der sün und 31, 3 biSvini den man vgl. klage 1162 künge den muot. der versschluss biginit' er steht in der unechten Strophe 12 b . 7, 2 ff. Ilonor. elucid. 1, 11 p. 4 60"e, Migne p. 1116 nonne casus nialorum minu.lt numerum bonorum? non: sed ut complerelur clcctnruin numerus, bomo deeimus est creatus. derselbe Honorius sagt aber elucid. 1, 6 p. 459 a B, Migne p. 1113 (vgl. auch Schröder aneg. s. G3), gott habe von anfang an neun chöre der engel und einen der menschen beabsichtigt, seine er Zählung der Schöpfung ist überhaupt nicht aus einem gusse. man unterscheidet deutlich zwei verschiedene darsleltungen, die ihm vorgelegen haben müssen und die er beide in sein werk aufnahm: die eine der gewöhnlichen kirchlichen im wesentlichen entsprechend, wonach das moliv der Schöpfung golles gute ist, ut essent quibus gratiam suam impertirel, und wonach die engel am ersten tage durch die warte fial lux erschaffen sind (c. 5. 6) wie zb. bei Rupert von Deulz zur genesis 1, 10; die andere mit den populären darsleltungen des millel- alters (vgl. zb. die Wiener und die Vor. gen., fdgr. 2, 12. 17. Diem. 4, 13 — 5, 8, sowie das leben Christi zs. 5 z. 5—42) und besonders genau mit der unseres gedicktes übereinstimmend (c. 11. 12). auch in seinen quaesl. oclo de angelo el homine bekämpft Honorius jene auf Augustinus (s. de civ. dei 22, 1, 2. euchir. c. 29) und noch ältere kirchenväler zurückgehende und häufig wiederkehrende lehre (vgl. zb. Keiles spec. eccl. f. 9 b . 10 a . 64 b ; pred. fdgr. 1, 73, 39; Griesh. pred. 43 b ; Leyser pred. 64, 16; Wackernagels leseb. 197, 15; anegenge 13, 19 ff.,.wobei freilich nicht überall von dem zwecke der Schöpfung des menschen die rede ist), die menschen seien erschaffen, um die stelle der gefallenen engel aus- XXXIV SUMMA THEOLOGIAE 207 zufallen. 3 unter der seibin heimi muss man nach z. 6 das paradies verstehen, vgl. August, de civ. dei 14, 11, 2 vivebat itaque liomo seeun- dum deum in paradiso et corporali et spirilali . . . poslea vero quam superbus ille angelus ... de spirilali paradiso cecidit usw. 5 dero? dieselbe frage erhebt sich 9, 5. 7. 24, 1. 27, 7. 7 — 10 vgl. Honor. eluc. 1, 11 p. 460 b , Migne p. 1117 quare de tarn vili materia creavit eum? ad dedecus diaboli . . . ul . . . diabolus plus confunderetur, cum bic fragilis et limus (var. fragillimus) et Intens intraret gloriam, de qua ipse gloriosus cecidisset. ähnlich gen. fdgr. 17, 9 duo worht er den man ■ • . uz erda jonch leime lel er lleisk mit gebeine dorne tiefel ze itevvizzen, daz er sin ere solle besitzen. 9 dur ist keineswegs 'specifisch alemannisch, allen übrigen mundarlen unbekannt' (Germ. 3, 504), vielmehr den meisten, wenn nicht allen deutschen dialeklen gemeinsam, hier genügt die Verweisung auf 23, 1. 8, 4—6 Honor. elucid. 1, 12 p. 461'a, Migne p. 1117 formicae autem siye araneae vel laiia qoae instant operilms ideo sunt creala, ut de eis sudii et pn laboris exempla sumamus. omois itaque dei creaüo consideranl, magna est deleclalio, dum in quibusdam sit decor ut in Acribus, in ahquibus mcdicina ut in berbis ... omnia igitur sunt bona et propter liominem creata. vgl. Vor. gen. 5, 8—25. 6 zu der annähme des texles vgl. das XL1V, 6, 5 Überlieferle und zugleich metrisch notwendige unrhaben. 7. 8 vgl. Honor. elucid. 1, 12 p. 460 b E, Migne p. 1117 cur creavit deus animalia, cum bis non indigeret bomo ? prae- seivit eum deus peceaturum et bis omnibus indigiturum. 405 9 zu dem Inhalte dieser und der folgenden Strophe vgl. Honor. sacramenlarium c. 50 (Pez thes. 2, 1, 299 f. Migne p. 773) visum habet ex igne, auditum ex aethere, odoratum ex aere, guslum ex aqua, tactum de terra, ossa ex lapidibus, ungues ex arboribus, crines ex herbis, sudorem ex rore, cogitationes ex nubibus . . . cum volatilibus, cum piscibus, cum bestiis habet quinque sensus, cum quibus est animal mortale: cum angelis rationem, cum quibus est immortalis; elucidar. 1, 11 p. 460 11 , Migne p. 1116 unde corporalis (*c. substantia)? de quatuor elementis ... ex caelcsti igne visum, ex superiore aere auditum, ex inferiore olfaclum, ex aqua gustum, ex terra habet tactum. partieipium duritiae lapidum habet in ossibus, virorem arborum in unguibus, decorem gramiuum in crinibus, sen- sum cum annnalibus; vgl. zu XXXI, III, 10. 1 Anno 2, 15 (29) alle gescaft ist an dem mennischen. 3 emid, 22, 2 imidalli weifs ich nicht mU einiger Sicherheit zu erklären, kaum sind ini, nee gl. Ker. s. 172 7p7 ™ j!' i' 199 ' 10; ilU1 Linser entecrisl 119, 2; ibraht j. Judith lo7, 20 herbeizuziehen: eher iemitton bei Williram 78, 16. 8. 9 dass der Vergleichungspunkt zwischen gras und haar im Selbstwachsen gefunden wird, als ob bäume und andere pflanzen nicht von selbst wüchsen, verkehrt, das z. 3—7 so nahe übereinstimmende elueidarium hebt vielmehr hervor, dass das haar dem hauple zum schmucke gereiche wie as gras der erde, streicht man die beiden verse, so entspricht die nerzahl der aufgeführten gegenstände den vier dementen der dann auch metrisch identischen folgenden Strophe, die trümmerhafte Überlieferung 208 XXXIV SUMMA TIIEOLOGIAE mag daher rühren, dass wir es mit einer randglosse zu tun haben. 12 bidrachti 'ralionem': Maria fdgr. 178, 19 j;i nehän ich niht betrahte, wie daz ergen mähte (Feifal. 2171 ich kan mich niht verseilen, wie daz müge geschehen), vgl. Boeih. Haltern. 3, 235 a [254] T(u (ratio) leret in (den menschen) skeiden verum unde falsum, bonum ümle malum. 10, 1. 2 vgl. Vor. gen. 6, IG du geschuof er einen man vi! harte erliehan üz wazzere unde üz erde: er zierte in werde mit venere unt mit lüfte, mit micheler (l. misltcher? vgl. oben 9, 2) crefle. der sache erwähnt Honor. Auguslod. noch de cognü. verae vilae c. 23 p. 658 und sein Zeilgenosse Wilhelm von Conches seeunda philosophia c. 30 (oeuvres inc'dits ä"Abelard p. 672). 3 ganimi: s. zu 2, S. die assimilation gimmir ist häufiger (Benecke zu Iwein 1597), auch im reim Rul. 297, 11 aller engel chunc, gimme daz ich niemir mere chom hinne. 5 höri mhd. ivb. 1, 714°, 29. 10. 11 Isid. de differ. rer. 17, 50 factus esl aulem honio ad contemplationem caeli rigidus eL ereetns, non sicut pecora in humum prona atque vergeutia. vgl. etym. 11, 1, 5. 11, 1—4.9. 10 Oiloh aao. c. 28 p. 194: hie enim (sc. primus parens) cum ad imaginem dei conditus esset et onmium virtutum armatura indutus totins humanae posterilalis parens foret praedestinalus, electus est etiam pro omnium hominum parte ad cerlamen singulare, ut in illo uno tarn valido tamque prudente omnis forliludo et prudenlia probaretur humana. veruntamen quia primum dei mandatum diabolo suadenle contenipsit, ad priuiam certaminis congressionem victus cecidit, sieque in illo uno omnis merito lapsus est honio. 4 mid domo giholi: das gebot golles im para- 406 diese ist der gegner, mit welchem Adam zu kämpfen hat: congressor igitur vel concertator sivo, ut a quibusdam dici solel, adversarius . . . mandatum domini inlelligitur, quod ideo adversarii nomine exprimilur, quia omni negotio perverso, quod bomo studet, adversalur Otloh aao. p. 195. 7. 8 der fehlende gedanke ist 'wenn er aber unterläge, dass der mensch dem lode anheim falle'. 12, 1. 2 mit recht vergleicht Diemer Wackern. leseb. 197, 24 = alld. pred. 3, 85 diu geweite werete fünf tüsint jAre unde mere, daz wir armennesgen newedir habeton gotes Imlde noch der engile minne. vgl. Isid. senlenl. 1, 10, 26 ante dominicae incarnationis advenlum discordia inter angelos et bomines fuit. 3 man kann der sireichen: Sündenklage Diem. 312, 26 daz wil mir tievel wergen, diu wdrheil Diem. 86, 16 unde leide iu dievel, der wilde mann von der girheide 41, 17 der nu düvile dinit, vgl. gramm. 4, 395; aber die Überladung des ersten fufses (s. zu Salomo XXXV, 18, 1) hat hier kein bedenken, da sie auch 14, 4. 20, 10. 25, 6. 28, 7. 29, 7, nirgends freilich unbedingt sicher, stattfindet. 4 vgl. unten zu 28, 2—6. 5 süni bezieht sich auf die engel (Isidor an der zu x. 1. 2 angeführten stelle: veniens aulem Christus pacem in se et augelis et boininibus fecit, vgl. Heinrichs litanei fdgr. 224, 8), giwegidi auf goll. vgl. Honor. spec. eccl. p. 8IS Migne vera pax Christus, qui inimieitias inter deum et bomines dissolveret et humanam naturam ad ange- licam dignitalem sanguine suo altolleret. 7—9 vgl. Honor. de angelo et homine c. 2 p. 219 igitur Christi incarnatio fuit humanae naturae XXXIV SUMMA THEOLOGIAE 209 deificatiü, eius mors nostrae mortis deslructio. 7 döticheil] dölbeit WGrimm zur geschickte des reims s. 35 (555), tdtlichkeit Diemer: aber döticheit ist eine unladeliiche bildung von ddtig, todig, das Grajf 5, 345 aus Nolker belegt; s. auch die logik LXXXI, 15. 9 vgl. August, confess. 10, 43, 68 inquantum enim homo, mtanlum medialor; inquanlum autem Vcrbum, non medius usw. 12 b , 2 vgl. 21, 1. 2. 3 'diese dem leufel verliehene gewall erstreckte sich auch auf Adam.' 7 Diemer vermutet die lücke nach z. 8; aber da fehlt nichts, während vorher gesagt sein muss, dass der leufel Christo nachstellte, vgl. Keiles spec. eccl. f. 27 1 ' dö der tievel daz ge- frumete daz Krist gemartert wart und an dem crüee erslarp, dö wart er der golhait innen unde wesse wol daz er sih des hole underwunden hin ze dem er dehain rein hete . . . daz er alle die verlos die er mit rehle besezzen hete. anegenge 38, 7 6 daz relit verlos er gar da, da er sich des underwant, an dem er seines (l. des sines oder meines) niht envant, unt in an alle schulde hie; da mite verlos er alle die die er mit rehte hete behabt. 10 von schuldin: Abaelard conslatierl in episl. ad Roman. 1. 2 (opp. ed. Amboesius p. 550), es sei bis dahin allgemein lehre gewesen, der leufel habe per trausgressionem primi hominis, qui se ei sponte obediendo subiecerat, iure quodam über ihn macht bekommen; und Bernhard von Clairv. opp. ed. Mabülon 1, 658 sagt mit bezug darauf: hoc ergo diaboli quoddam in liominem ius, elsi non iure acquisitum, sed nequiler usuipaium, iuste tarnen permissum. sie itaque homo iuste capti- vus lenebalur, ut tarnen nee in homine nee in diaholo illa esset iustiiia, sed in deo. die ganze Strophe kann nicht echt sein, sie unterbricht den Zusammenhang, indem sie in ihrem anfange weiter zurück gehl als das ende von Strophe 12, in ihrem Schlüsse mit einer unleidlichen Wiederholung weiter greift als der anfang von slr. 13. die z. 8—10 ausgesprochene ansieht über das erlösungswerk (vgl. Gregor. M. in evan- gelia l. 11 hom. 25 § 8 fin. Et quos iure tenebat mortales perdidit: quia eum iu quo ius non habuit morie appetere immortalem praesumpsit) ist auch verschieden von der in slr. 13, 9. 10 geäufserlen. 13, 1 Adam der andir: 1 Cor. 15, 45 primus homo Adam . . . no- vissimus Adam; 47 primus homo . . . seeundus homo. vgl. Isid. in gen. 407 2, 8; Suarez zu Isid. alleg. s. Script. § 3 [opp. ed. Arevalo 5, 116); Mone lat. Hymnen zu nr. 137, 22; Diemer zu 10, 2. 4 Jesai. 63, 3 torcular calcavi solus. vgl. Honor. eluc. 1,28, Migne p. 1129; Mone lat. hymn. nr. 114, 57. 137, 13. 359, 17; üiemer zu dieser stelle. 5—8 Isid. senlent. 1, 12, 14. Honor. spec. eccl. p. 944 d Migne. vgl. zum Friedbergcr Christ XXX1I1, A a , 3. 6 und zum Melker Marienlied XXXIX, 5, 4; Mone lat. hymn. zu nr. 36, 11. 142, 40. 158, 29; Diemer zu unserer stelle. 9 vir: i ist bezeichnung des umlautes, wie zb. mere- garto XXXII, 2, 64 ibilo, pred. LXXXV1 B, 3, 10 ibileü, C, 6 lb , 17 ibile, üiem. 10, 16 vir, kehr. 528, 20 virste, entechrisl fdgr. 2, 125, 17. 20 sinnliche. 14, 1—6 Honor. elueid. 1, 21 p. 464 b n, Migne p. 1125: cur (sc. voluil mori) in cruce? ut quadriiidum nnmdum salvarel. sacramentar. DENKMÄLER II, U 210 XXXIV SUMMA THEOLOGIAE p. 262c, Migne p. 747 Adam perilitus (l. perdilio) per quatuor partes mundi dispersus eral: Adam salvatio quatuor partes mundi comprehendit statu corporis sui in ligno. spec. eccl. p. 946 Migne erux si in terra in- clinatur, ad orientem, meridiem, septentrionein, oeeidentem se prolendere eomprobalur, quia qualluor partes mundi cruce ad regnum Christi signantur. ipse enim dixit (Joh. 12, 32) 'ego si exaltatus fuero a terra, omnia traliam ad ine', denique in crucem cum a terra est elevalus, quadruplus mundus signo erucis est ad cum traclus. zu einem ähnlichen resullale kommt auf anderem ivege Otloh aao. p. 218. vgl. pseudo-Akuin de div. off. c. 18 (opp. ed. Frohen 2, 478) iacens erux quatuor mundi partes appetit, orientem videlicet et oeeidentem, aquilonem et meridiem, quia et Christus per pas- sionem suain omnes genles ad se tralüt (vgl. Joh. 12, 32) et omnia sibi subiugavit. daraus Olfrid 5, 1, 31—40 s. Kelle s. 319. Mone hymnen nr. 108, 21—25 Crucis longum lalum sublime profund um, sanclis propa- latum, quadrum salvai mundum sub quadri figura, auch nr. 137,45—52. Keiles spec. eccl. f. 101" ein iegelich ebrücc ist gevierteilet, same vier teil sint der werlde: diu vier teil umbehalset got zuo ime an deine heiligen clirüce. Wernher vom Niederrhein 50, 22 des heiligin crucis vier orte, dii man unshen bereu ane binc, du he vier ende der werilde z'ime vfne. 7. S llonor. elueid. 1, 21 p. 464 b A, Migne p. 1125 sed el lali modo caiilatem suam deus oslendil mundo, ul dicitur 'ut servum redimeres, lilium tradidisti'. 9 vgl. Ose. 13, 14 ero mors Ina, o mors; Ezzo XXXI, 25, 1 von dem tode slarp der tot, und oben zu 12, 7—9. 15, 1. 2. 5. 6 vgl. Augustinus contra Fauslum Manichaeum 12, 8 fit viro dorinienti coniunx de lalere: fit Christo niorienli ecclesia de saera- mento sanguinis qui de lalere mortui profluxit. Isid. in gen. (2, 21) 3, 8 dormit Adam et lil illi midier de latere. palilur Christus in cruce, pungitur latus lancea et profluunt sacramenla sanguinis ex quibus formetur ecclesia. Isid. allegor. s. Script. § 4. Beda in prineipium gen. 1 (Marlene el Durand thes. 5, 155a), wörtlich ausgeschrieben von JIraban in gen. 1, 4 (opp. ed. Col. Agripp. 1626 bd. 2, 18 e). Angelomus in gen. 2, 21 (Pez thes. 1, 1, 83/".), aus welchem der salz (Christus) ex euius lalere l'ons salutis noslrae emanaret erwähnung verdient, Honor, spec. eccl. p. 910 Migne usw. Wernher vom Niederrhein 62, 2—11. pred. Mone anz. 8, 514. Griesh. pred. f. 3". formell unterscheidet sich unsere stelle von allen angeführten dadurch, dass nur die eröffnung der seile im vergleiche hervorgehoben wird. 2. 3. 9. 10 gen. 2, 21 el replcvil carnem pro ca. dazu Isid. in gen. 3, 9 sie Christus carnem suam inoriendo posuit in pati- bulo crucis pro ecclesia, und aao. Beda (= Hraban) quid necessariuin fuii, ut cum os quod de viri latere sumptum est in feminam comlebalur, in 408locum ossis non os sed caro supplerelur: nisi quia Ggurabatur quod Christus proplcr ecclesiain infirnius, al vero ecclesia per ipsum esset firma fulura'? Angelom unde enim Adam infirmatus est, imle mulier forlis effecla; quia per hoc quod Christus infirmari dignatus est in passione, inde ecclesia corro- borala est. 4 dieselbe apocope in demselben worle wart kehr. 149, 10; Ruth. 103. 1376; Rul. 58, 20; aneg. 38, 70; in wir /'. wirt spec. eccl. f. 7 b ; Griesh. pred. 1, 108; Ruth. 793. 3392. 3685; Alex. 4877; diu XXXIV SUMMA TIIliOLOGIAE 211 ■wdrheil Diem. 87, 13 und wiederholt in der hehr. 5. 6 sind, nur mit einer anspielung auf die arche Noas, die man auf die kirche, deren lür man auf die seitenwunde Christi deutele, ganz allgemein zu verstehen: 'eine Seileneröffnung war auch das mittel, durch welches das Menschengeschlecht gerettet icurde. 7 das femininum heilt (Graffi, S64), hier durch si z. 8 gefordert, steht noch bei Heinrich von Melk I, 4SI, in Diemers Joseph 412. vrü bidächt: nemlich eben durch die vorbildlichheit der schöpfung Evas, vgl. Honor. spec. eccl. p. 942 Migne haec vicloriosa mix est ab initio multis modis praesignata. 9 brin auch kehr. 352, 18. 16 Honor. an der zu 14, 1—6 angefahrten stelle des spec. eccl. p. 945 f. Migne in crucis forma continetur totius christianae religionis Dorma. nam per tria cornua superiora trinitas patris et filii et Spiritus saneti denotatur, per quarlum quo tria sustentantur veneratio unitatis demonstralur. Imius quoque sauclae crucis profundum mysterium pandit uobis profundum Pauli apostoli ingenium. 'det vobis' inqiul (Ephes. 3, IS) 'deus ut possilis compreliendere cum uuiiiibus sanclis quae sit luiiLudo et longiiudo, suhlimitas et profunditas.' 'latitudo crucis illae duae partes aeeipiuntur per quas manus distenduntur: per lianc latitudinem gemina dilectio intellegitur quae amicos in deo et iuimicos propter deiini utrinque complectitur. longitudo vero crucis illa pars aeeipilur per quam corpus pendeniis extenditur: per lianc longitudinem instruimus perseverantiam in bono usque in finem, quiaqui usque in finem p erse veraveri t, hicsalvuserit. sublimitas crucis est illa pars quae capiti supereminel . . . per baue spes caeleslium insinuatur, qua aequalitas angelorum per crucis victo- riam speratur. profundum crucis pars suli pedibus nolatur quae terrae infixa oecultatur: oeculta autem dei misericordia declaratur, per quam totus mundus in maliguo positns ue pereat suslentatur. dem entspricht Keiles spec. eccl. ebenfalls an der zu 14, 1 — (i angeführten stelle, die deuluny des kreuzes als irinilalis et unilaiis divinae speculum hat und begründet auch Olloh aao. p. 215. über die verschiedenen deulungen s. Zöekler das kreuz Christi 1875 s. 4 43 #". 3 über den reim virdi: redi s. zu XXVI, 10. 10 intbebit 'suslcntal': sustenlata, intbabana gl. lc. (Nyerup s. 251) s. Grajf 4, 818 vgl. 730. 17 Honorius aao. fährt fort hanc crucem dominum sequeotes rite bajolant {Marc. 8, 34 si quis vult nie sequi, deneget semetipsum et tollat crucem suam el sequalur nie: vgl. Malth. 10, 38. 16, 24; Lucas 9, 23), si se vitiis et coneupiscentiis crucifigenles, carnalibus desideriis renunciant et in obedientia niandatoruin dei vivere desiderant. in bac ernce debent stare distensi, quia iugitcr debent spiritualibus esse intenti el numquam se ad vitia inclinare, sed seniper ad coeleslia comprehendenda mente sursum se protelare. 5 ungiwaltig: das mhd. wb. 3, 477 und PhWackernagel kirchenlied 2, 1192 vergleichen David von Augsburg mgst. 1, 336, 16 goles liebe mac daz lierze überwinden unde sin selbes ungeweltic machen. 7 409 vgl. 28, 3/. irstän: bau. 8 äni rinn: Olfrid2, 20, 2 ana rüam elemösyna giduan; dos entsprechende sunder ruom belegt das mhd. wb. 2, 1, 808 b z. 1. 17. 14* 212 XXXIV SUMM& THEOLOGIAE 18, 1.2 vgl. Jsid. sent. 2, 3, 3 Caritas enim virlulum omnium ob- tinet principalum. 3—10 vgl. Honor. spec. eccl. p. 872 Migne* haec scala (quindecim graduum caritatis) per limorem erigitur, per quem Caritas ad summum dcducta ipsa in hereditatem ut filius domini introducitur: timor vero ut servus foras eiicitu'r {vgl. elucid. 2, 3 p. 469 a c, Migne p. 1136 sie etiam timor caritatem ad reguum ducit et ipse non introibit: beides nach 1 Joh. 4, 18 timor non est in cariiate, sed perfecta Caritas foras niittil limorem, quoniam timor poenam habet; quia autem timel, non est perfeclus in caritale). duo sunt timores, unus servilis, alter lilialis. servus quippe peccans timet dominum, ne damnelur (vgl. weiter unten: iam enim gehennam ut servus peccati non timebit); iilius timet patrem, no exhaere- delur. ebenso spec. eccl. p. 960 Migne. an ähnliche gedanken streift auch Olloh aao. p. 1S6. 198/'. vgl. p. 489 amare est filiorum, timere est servorum. von den ausfuhrungen des Honorius unterscheidet sich die vorliegende Strophe unseres gedicktes dadurch, dass an die stelle des timor lilialis die Hoffnung getreten ist, wie Bernhard von Clairvaux, freilich in anderem sinne, hoffnung und furcht flügel der seele nennt (opp. ed. MaUllon 1, 1242e habent ferventes animae alas quibus volant sporn et limorem). vgl. auch gedinge und vorhte als lileider der seele in Hartmanns Gregor 113 und zu slr. 27. 9 dar inni: in der er- kennlnis golles. 19, 1 Gol der du minni ist: 1 Joh. 4, 16 deus Caritas est. vgl. 1 Joh. 4, 7 carissimi, diligamus nos invicem, qnia Caritas ex deo est. 3—10 vgl. Ephes. 4, 15. 16 Christus, ex quo totum corpus compactum et cone- xum per omnem iuueturam subininis trationis, seeundum Operationen! in mensuram uniuseuiusque membri, augmenlum corporis facit in aedifiea- tionem sui in caritate und 1 Cor. c. 12, woraus ich nur hervorhebe v. 21. 22 non potest autem oculus dicere maimi 'opera lua non indigeo' aul *iterum caput pedibus 'non eslis mihi necessarii'. sed multo magis quae videntur membra corporis inlirmiora esse, necessariora sunt, die lit du dir sint äni di eri sind aber aus v. 23 quae putamus ignobiliora membra esse corporis entnommen, weiter entfernen sich von der Schrift Olloh aao. p. 227, Honorius elucid. 1, 27. 20 Honor. eluc. 1, 12, Migne p. 1117 Ad quid talia (sc. creavit deus)? Omnia ad landein gloriae snae. im verfolg schliefst sich an was zu 8, 4—6 ausgezogen wurde, die vorliegende Strophe zusammen mit Str. 8 weist auf eine ausführliche darslellung von der an und weise, * die ganze betreffende predigt (dominica in quinquagesima) ist mit geringen kiirzungen in einer von Mone anz. 7 (1838), 397—399 mitgeteilten deutschen predigt übersetzt, ein stück daraus ist als besonderes werkelten 'scala caeli minor' ohne autornamen überliefert und so bei Pez thes. 2, 1, 173 bis 176, darnach bei Migne p. 1239 — 1242 gedruckt, man kann auch andere predigten aus dem spec. eccl. des Honorius einzeln verfolgen: so den sermo generalis />. 861, der sich grofse?iteils in Keiles spec. eccl. (fol. 154 a —159 1 ") wiederfindet, wie schon Pfeiffer zs. 1, 284 bemerkte, eine andere bearbeitung desselben sermo generalis ist die Klosterneuburger predigt bei Mone anz. 7, 5]Q __513 worin jedoch die anreden an die einzelnen stände und die erläuternden aneedoten weggelassen wurden. XXXIV SUMMA TIIEOLOGIAE 213 wie die übrige Schöpfung dem menschen diene, und diese hat Honorius im cap. 12 nur zum teil reproducierl. Olloh aao. c. 9 setzt ausführlich auseinander, wie die gegensälze der göttlichen strenge (iustitia, seve-410 ritas) und gute (vgl. zu 3, 3) in der natur angedeutet seien: altende aeris intemperiem, famem, pestilentiam ... et in bis iudicii divini severi- tatem oh peccalorum nostrorum merita demonstranda et compescenda inlo- nantem cognosce . . . quorum terrore quia ad timorem dei solummodo instruimur, neeesse est ul eliam ea altendas, quihus ad amorem dei Irahimur, id est aeris temperiera, frugum copiam . . . aliaque perplura terrenae feli- citatis comnioda. sicque ex utrisque collatione facta intelligere potes, quid severitas quidque sil pietas divina. meisler Eckhart aber sagt in einer predigt (zs. 15, 386—389), für deren grundgedanlten er sich auf einen älteren meisler beruft, goll habe mancherlei crealuren gemacht, daz mani- girlege wis geoffinbarit werde sin ere (vgl. predigt 21, 57//". s. 420), und er habe zwei dinge an die crealuren gelegt, das eine ist wollust und gemach, daz lie den menschin mide locke, daz he forste daz cz in gode an deine hohistin si, das andere ist pine, etwaz pinlichis oder ein glich- nisse der helle, damit es den menschen, der goltes nicht achtel, slahe und nach schurge. und indem dieselbe predigt mit dem gedanken schliefst, dass in Christus allir crealüre wollust und vollinkuminheit ist gesameuet zumale, erinnert sie an z. 5—10. 5—10 'wie zweier leben vermil- lelung (in Christo — über -anc s. gramm. 2, 348 —) einerseits (für die menschheil) gnade, andrerseits (für die gotlheil) zwang ist; so droht die (unbelebte) Schöpfung uns teils mit der hölle, teils bestärkt sie unsere hojfnung auf den himmel' und, indem sie so ebenfalls teils zwang teils gnade übt, wirkt sie zi demo golis lohi. über die 'zwei leben' gibt aus- kunfl Gregor. M. in evang. I. 11 homil. 21 § 6 Duae etenim vitae erant, quarum unam novimus, alteram nesciehamus. una quippe morlalis est, altera immortalis: una corruptionis, altera incorrupiionis: una mortis, altera resurrectionis. sed venit nicdiator dei et hominum homo Christus Iesus, suseepit unam et oslendit alteram. unam perlulit moriendo et ostendit alteram resurgendo. 21, 3 vgl. Ambros. de poenil. 1, 13, 66 (opp. ed. Maur. 2, 407) imperante Christo et diabolus . . . invilus mandalis ohseeundat caelesti- hus. 4 Isid. senlent. 3, 5, 18 diabolus sanetos omnes non tenendo possidet, sed tentando persequitur. 7. 8 '(nur) unsere eigene irdische schwachheil unterstützt er, wenn er goltes gnade verzögert.' vgl. Isid. senl. 3, 5, 7 diabolus non est immissor sed incentor potius vitiorum. neque enim alihi coneupiseentiae fomenla succendit, nisi ubi prius pravae cogi- tationis dulectaliones aspexeril. i0 seilin: von dieser assimilation kenne ich nur spätere beispiele, wie Orendel 3464 Hag. in disen selligen stunden and Schneller 3, 232. 22, 1—6 vgl. Salomon and Salurnus nr. 45 (Kemble p. 190) Saga nie for bvyleum bingum betfs eorde ävyrged vaere odde eft gebletsod? lc pe seege, burh Adam heö viis ävyrged and burh Abeles blöd (vgl. aneg. 20, 46) and eft heö vas gebletsod burh Noe and * and burh fulluhte. aber der catechismus des meislers von Oxford nr. 33 (Kemble p. 219) Why 214 XXXIV SUMMA. THEOLOGIAE is llic erth cursed and tho see Missed? For Noo and Abraham and for crislenyng ihal god eoimnaunded setzt offenbar eine andere, unserer stelle nahezu gleiche fassung voraus. 23 das erste reimpar von 6 und 4 hebungen entspricht dem ersten der slr. 22 von 4 und 6 hebungen: also in zusammengehörigen Strophen (vgl. den excurs) verschiedene ausleilung der verslänge? dürfte man das auch anderwärts annehmen, so könnte zb. 11,5 mit dem überlieferten 41lob und vier hebungen, 11, 6 ohne aüflalu gelesen werden; 20, ü. 10 würde durch und für undi in derselben weise gewinnen, vgl. auch 20, 7. 24, S. 1 Crist unsir gtsil: vgl. Wachem, leseb. 196, l$ — alld. predigten 3, 57 unsir scephare der wart unse gisil hine ze heile, llonor. elucid. 1, 21 p. 464'', Migne p. 1125 quia pessimus simplicem hominem seduxerat, iustum erat ul optimus pro eo ohses iieret. 1 — 4 vgl. lieda hotnil. VIII (Marlene et Durand thes. 5, 361 f.): qui ergo sua simpla niorle duplam nostram deslruxit, recte duabus nocühus et una inter lias die in monumento iacuil, ut per ipsnm quoque lempus suae sepulturae signaret, quia tenebras nostrae duplae mortis suae simplae mortis luce dis- cuteret. etwas anders Honor. elucid. 1, 22 p. 464 b /'., Migne p. 1126 Cur iacuit in sepulcro duas noctes et unum iliem? duae noctes significant duas nostras morles, unatn corporis, alteram animac: dies significat suam mortem quae fuit lux nostrarum mortium, quarum unam abslulit, alteram ad exercitium electis reliquit, quam denuo veniens extermiuabil. nach der erslercn stelle wohl hat man sich hier die ergänzung zu denken, etwa sinis einin dödis dag d6 ubirvacht | unsirs zuischilin dödis nacht, vgl. Reinmar von Zweier IIMS. 2, 178 nr. 6 du erslücnde an dem dritten tage, din tot den unsern übervahl. der Schreiber wäre dann von dem ersten dödis auf das zweite abgeirrt, bedenklich ist aber die ein misversländnis zulassende entfernung des relalivsalzes von stnis dödis, wozu er gehört. 5. 6 Rom. 6, 3 an ignoratis, quia quieunque baptizati sumus in Christo lesu, in morle ipsius baplizati sumus? Honor. sacramenl. c. 12 p. 267 d, Migne p. 751 Irina mersio significat tres dies mortis ilomini, eui conse- peliinur. vgl. p. 342 u, den pseudoauguslinischen sermo de myster. baptism. und pred. anz. 8, 527 als unser herre drie tage der erde cnpfolhen wart, in der selben wis werdent hiute diu killt drie slunt in daz wazzer in die toufe gestözen. 8 ebinbilidi bezieht sich auf die sündlosigkeil; zu erbin vgl. Ambros. episl. 1, 63, 11 (opp. 2, 1025) de baptizatis ulique dictum liquet 'ipsi enira accipiunt lieredilalem'. IQ die von Diemer angenommene beziehung auf die lauf'zeugen ist ohne zweifei richtig, aber gilouhin accu- sativ, abhängig von vursprechintin, vgl. zu 5, 10. 24, 1. 2 Ephes. 5, 23 sicut Christus caput est ccclesiac; 5, 30 quia menibra sumus corporis eius. und darnach ganz gewöhnlich, zb. llonor. elucid, 1, 27 p. 460 a A, Migne p. 112S. Keiles spec. eccl. f. 47 a . 48". 119°. 2 'das erkennen alle gliedcr': daran nemlich dass, worin alles folgende ausläuft, er jedes glied zum leben zu führen wünscht. 3. 4 Ambros. de poenilenlia 2, 2, 10 (opp. 2, 4IS) seinel crucifixus est Christus, semel pro peccato mortuus et ideo unum, non plura haptismata. vgl. de spir. sanclo 1, 3, 45: unum haplisma, quia mors una pro mundo. XXXIV SUMMA TIIEOLOGIAE 215 5—8 vgl. Ilonor. in psalmos seleclos, ps. 50, 4 (Pez (lies. 2, 1, 118) prius lavasli nie de foule baptismalis, iam amplius lava nie tle fonle lacrimarum und Freidank s. cm der ersten ausgäbe. 9 ähnlich August, civ. dei 20, 30 praeinium virlulis erit ipse qui virlulcni dedit. 10 daz u in ein lebt 'dass es zusammen lebe': mil wem? der interpolalor konnte nur meinen: mil Christus, das besagt aber sein zusalz nicht, der, so wie er dasteht, sinnlos ist. 25, 5 liisehirmi: vgl. das durch den reim gesicherte gilöni 31, 2. 26, 1 es lassen sich verschiedene andere Verbesserungen denken {zb. valiin mit zweisilbigem aufloht, oder fz sol, da/, sol für so sol iz), keine von überwiegender Wahrscheinlichkeit, die syncope wurde hier wie XXXVII, 6, 14. XLII1, 17, 9 und wie die apocope XL11I, 7, 6 vor- genommen, um einmal das problem bestimmt hinzustellen: wie früh sind derartige kürzungen möglich? XL1II, 6, 1 ist allerist für alrerist, aller erisl; 15, 9 heller für betete der; XLIV, 8, 4 scoll für scolle überliefert 412 und zugleich metrisch notwendig: an unl für unde zweifelt niemand, über die analoge kürzung von Vorsilben s. den excurs und das XLIV, 6, 5 überlieferte unrhäben. es ist daher vielleicht sogar XL11I, 20, 8 das durch den reim geforderte und in B überlieferte ellenl in den lexl zu setzen. kehr. 461, 26 swer iemer sine scnlde innecliche geriuwet unl. der gole dar zun getruwel, di gevordert im gol niemer mere. 3 —10 Honorius von Autun zählt als beispiele der Sündenvergebung im elueid. 3, 20 p. 485 b D, Migne p. 1173 David Maria Petrus Paulus, in psalm. p. 118 a. David Petrus Zachäus Paulus Maria latro et alLi innumerabiles auf. 5. 6 fast mit den selben Worten heifsl es Sündenkl. Diem. 310, 15 do du dem scacliiere sine meinlsele verlieze unde du ime vil wol gehiezc. 7 die Interpolation entspringt demselben gedanken wie die änderung irlülirili in z. 9, es widerspricht aber nu s. 8. 9 ähnlich Jesai. 1,18 si fuerint peccata vestra ui coccinum, quasi nix dealbabuntnr, et si fuerint rubra quasi vermiculus, velut lana alba erunl. 27 Honor. spec. eccl. p. 894/'. Migne mit bezug auf Abraham und seine beiden söhne: per Abraham deus pater intelligitur, per Agar vetus lex, ]ier lsmaliel carnalis populus, per Saram nova lex, per Isaac ebristianus populus aeeipitur usw. wie Gal. 4, 22—31, was oft wiederholt wurde, vgl. zb. llaimo in omnes psalmos explanalio (Paris 1533) f 7 b ; Rupert von Deulz zur genesis; priesler Arnold Diem. 353, 10 ff. (die stelle ist verderbt). Honorius fährt aber fort: per Abraham quoque noster spiri- lus, per ancillam uoslra earo, per iilium eins eanialia opera desig- nantur. per Hb er am anima, ]ier filium eius spirilualia opera figuran- tur. sicut ergo Sara despieienlem sc Agar afflixit et Ismahel ad mortis periculum lsaac im pellen lern eiiei iussil, sie anima quae est domina carnem ancillam suam se conlemnenlem ieiuniis et vigiliis affligat. filium eius persequentem filium, id est camale opus impediens spiriluale, effleiat (l. eiieiat; oder interficiat?): her ilem filium, id est honum opus, parial qui gaudium hereditatia domini capiat. elueid. 2, 13 p. 472 b E, Migne p. 1144 Sara scilicet anima Abrabae i. e. spirilui adhaerens carnalia respuat, spirilualia coneupiscal, Agar ancillam i. e. carnem 216 XXXIV SUMMA THEOLOGIAE suam (schon vorher p. 472 b D ist gesagt: anima namque uxor spiritus scri- bitur, caro utriusque ancilla dicitur) vigiliis et ieiuniis ad bona opera constringat. et sie eis Isaae i. e. verum gaudium nascetur, quo non discordes, sed perenni pace concordes congratulentur. wesentlich ehenso Roth pred. 14 (Schönbach atld. pred. 3, 58), vgl. 17, 6= Schönbach alld. pred. 2, 72, 12 mit anm.; Leyser pred. 132, 2—26 mit dem schluss: wir suln die dirne und irn sun üz werfin, daz ist: wir suln zuliant vlihn zu unserm herren gote mit wärer rüwe und Mehl unser sunden und suln in bitten, daz er an uns tote die vleischliche gerunge und andere böse werk vertrlbe die unser sele scliedelich sin, üf daz wir daz erbe der ewigen genfiden, da die sele zu geschaffen ist, vröltche besitzen da zu himelriche mit unserm herren Iesu Christo qui vivit etc. diese und noch mehr verwanle stellen bei Diemer zu 102, 1; Ezzo s. lxiii; zur gehugede 198; Heinzel s. 113/". vgl. auch XL11I, 10, 9. 10, Hohenburger hohes lied 109, 17 so daz diu sele diu vrouwe ist und der lip (diu) diu und Karlmeinet 398, 63 de sele dat is de vrauwe. die vorliegende Strophe zeigt mit beiden stellen des Honorius verwanlschafl. sie vermischt aber die zwei im spec. eccl. gegebenen deutungen Abrahams und kommt so zu der bekannten, für die ausbildung der myslik so wichtigen Vorstellung von der seele als braut golles, vgl. insbesondere Hugo von SViclor 'de arra animae' Liebner s. 264 ff. und das erste buch von Schwester Mechl- hilds Offenbarungen. 1 adilvrowi 'freigeborne frau' wie z. 9 edilü kint 'freigeborne kinder', ebenso aao. bei Leyser adelwib, adelkint, in der Vor. 413 gen. 18, 14. 15 edel sun, beim priesler Arnold adelesun im gegensalz zu chebessun, bei Roth-Schönbach daz frige wlp mit der ir sun ... so pirt ir sä fri mit edel überall mit beziehung auf Sara und Isaac im gegensalz zu Hagar und lsmael. Sachsensp. landr. 1, 51 § 2 ein wif mach winnen echt kint, adel- (mit der var. edel und der glosse vri) kint, egen kint unde keveskint, wo adelkint und egen kint im gegensalze stehen, vgl. Homeyer register s. 394. undeutlich ist adelmuoter HMS. 3, 103 b . 2 der ir düwi 'vor ihrer magd'. 3 chamerwtb jüngere Judith 160, 9. 168, 3; wilder mann Veronica 25, 11; Serval. 2831. Graff 1, 653. als eigenname von maneipien Ir. Wizenb. nr. 151 a. 840. nr. 156 a. 855. Hildebrand im d. wb. 5, 132. 8 vgl. Arnold von der siebenzahl 335, 13 also ist über die sele der geisl aller prütegaum meist, jouch der beider cbint der (l. des) licheiiam guotii werich sint. 28, 2—6 Honor. eluc. 3, 11 p. 481 b c, Migne p. 1164 sicut duae sunt mortes, ita sunt duae resurrectioncs, una animarum, altera corporum. cum homo peccat, anima morilur; quia a vita deo deseritur et in corpore quasi in sepulcro sepelilur: cum vero per poenitentiam ad vitam deum redit, quasi a morle resurgit. alia erit corporum ... in die paschae ea hora qua Christus resurrexil. noch ausführlicher spricht davon Beda homil. V1I1 in Marlene el Durand thes. 5, 361. hier scheint, wie slr. 20, ein leerer parallelismus mit der zwiefachen wesenheil Christi beabsichtigt, ich weiß nicht, ob es mehr als ein Zufall ist, dass diese letztere nach der ersten erwähnung der zweiten gölllichen person in slr. 4, 3 je nach acht Strophen (12. 20. 28 d.i. 4 von rückwärts) wiederkehrt. XXXIV SUMMA THEOLOGIAE 217 2 zuischiligi an sich möglich, aber niennlschl: zuischili gibleinen besseren reim; doch loürde das überlieferte bei der betonung zuischiligi vielleicht ebenso gut sein. 7 —10 Isid. sentenl. 1, 27, 10. 11; Honor. elucid. 3, 13 p. 482 b c, Migne p. 1166; in psalm. p. 133c, vgl. zu XII, 17, 5. 29, 1. 2 vgl. Rom. 2, 5 in die uae ci revelationis iusti iudicii dei. 3—6 vgl. Isid. sentenl. 3, 2, 7 omnis divina percussio aut pur- gaiio vitac praesentis est aut initium pocnac scquoniis. nam quibusdam flagella ab hac vita inchoant et in aeterna percussione perdurant. ähnlich 1, 27, 7. 7. 8 Honor. elucid. 1, 33 p. 46S b B, Migne p. 1134 quoad- usque ille cum ventilabro veniat, qui grana de paleis excutial (vgl. 3, 13 p. 482 b c, Migne p. 1166; in psalm. p. 134c), nach Mallh. 3, 12; Luc. 3, 17. Ava Diem. 289, 2 da sceidet sich diu helewe von dem chorne. 9. 10 Salomon and Sal. nr. 49 (Kemble p. 190) Saga nie, liväl is j)ät ödrum licige and ödrnm mislicige'? Ic pe secge, bat is dorn, calechismus d. m. v. Oxford nr. 37 (Kemble p. 219) Which tliinge is it that som loveth and som hateth? That is jugement. 9 vgl. Isid. senl. 1, 27, 9 pro diversitate conscientiarum et mitis apparebit in iudicio Christus electis et terribilis reprobis. nam qualem quisque conscienliam tulerit, tale et Judicium bahehit. Honor. elucid. 3, 14 p. 483"c, Migne p. 1167 hahe- buut iusti defensores aut mali accusatores? habebunt conscienlias suas usw. 30, 1. 2 vgl. Malth. 5, 9 beati . . . quoniam filii dei vocabuntur. 5 nach Mallh. 26, 29 non biham a modo de hoc geniraine vitis usque in diem illum, cum illud bibam vobiscum novum in regno patris mei. vgl. Luc. 22, 30; Mone lal. hymnen zu nr. 9, 23. 86, 19. 9. 10 Honor. Über duodecim quaestionum c. 12 p. 1184 Migne 'deus lux est et in eo tenebrae non sunt ullae' (l Joh. 1, 5) . . . hie est gaudium angelorum, ut ista lux est gaudium oculorum; gemma animae 1, 178 p. 596 Migne et erit deus omnia in omnilras, et ut lux oculis, sie gaudium animahus; 414 beide stellen angeführt von Diemer Ezzo s. xxn. 31, 1. 2 vgl. Mallh. 5, 10 beati . . . quoniam ipsorum est regnum caelorum. 3. 4 vgl. sündenldage Diem. 315, 5 ze diu daz du hülfest üf dem der da gevallen was. 6 vgl. sündenldage Diem. 297, 2 die bürde die er tif sich nam, dö er in dise werlt cham; aneg. 1, 32 do ge- däht er der bürde die er umb uns wolde tragen. 7. 8 vgl. Hartmanns credo 1179 got selbe den rät gedahte, von dem himele er in bralite her nider zö der erden zö michelen werde allen sinen holden, di ime dienen wolden. 9. 10 MSF. 28, 16 ja lobt in allez dazdir ist. Das vorliegende gedieht bildete augenscheinlich mit den drei folgenden, von denen jedoch die drei Jünglinge und Judith als eines überliefert sind, die zweite der Vorauer einverleibte Handschrift: über die erste s. zum Marien lob XL. alle vier weist ihre Orthographie nach dem minieren Deutschland; doch deutet eine ansaht von mundartlichen abweichungen auf verschiedene noch nicht näher zu bestimmende gegenden. 3 jüngl. und Judith zeigen keine apocope des e, summa theol. kein ui f. ü; Salomo allein hat ai f. ä, licit /'. habit, harte f. keile; Judith allein ä- f. ar- [?]; summa theol. allein syncope und apocope des l (6, 10 vorchlichi; 24, 3 nich: 218 XXXIV SUMMA THEOLOGIAE zu 15, 4), a f. ai, ui (9, 4 varr.), schwanken zwischen i und e (7, 2 gibrist; 10, 10 uffriecht: gramm. l s , 245), II f. lb (zu 21, 10) [doch vgl. AWaag beilr. 11, 115/'.]: dauern wird einiges, gewis nicht alles zufällig sein, was die form des vorliegenden gedicktes anlangt, so knüpfen wir an das in den excursen zu X. XX. XXI il gesagte an. die unstrophischen gedickte verlieren sich mit der allilleralion, innerhalb der reimpoesie aber unterscheiden wir bis etwa zur mitte des XI jh. einslrophige gedickte, von denen die lyrik und gnomik des XII jh. ausgehl (deutsche Studien 1, 328 ff. 333), gleichslrophige (Olfrid, IX. XII. XIII) und gruppenweise oder symmetrisch geordnete ungleichslropltige (X. XI. XVII. XVIII. XXVI). als freiere Ordnungen letzterer art kann man XXX (so weil hierher gehörig, s. 334) und XLVI ansehen, die gleichen Strophen erhallen sich in der volkspoesie, in der geistlichen nur durch anschluss an die hymnendichlung (XXXIX. XL), durch Vermischung der gleich- und ungleichslrophigen entsteht eine mitlelform, worin das mehr oder weniger symmetrisch geregelle auftreten ungleicher Strophen an einzelnen stellen eines sonst gleichstrophigen Stückes zugelassen wird, auf alle die genannten formen wirkt im XI jh. die sequenz. daher entweder (vgl. zu XX) oder aus unmittelbarem ein/luss der musik, daraus dass man sich bei unterlegung neuer texte unter mehrlönige melodien auch mehr Silben gestattete, kommt die verlängerte Schlusszeile (zu XII) und der klingende ausgang des viermal gehobenen verses (zu XXIII). diese eigenlümlich- keilen begegnen dann jede allein oder vereinigt sowohl in gleichstrophigen (XXXV) als in ungleichslrophigen gedickten (XXXVI. XXXV11. XLV). das beispiel der sequenz führt aber weiter, sie findet entweder direcle nach- altmung, so die symmetrische in XLU, die unsymmetrische in XLI: in beiden gedickten daklylen (XLU, 15. 19. 22. 28. 34. 42. 49. 53. XLI, 29—31). oder sie wirkt auf die composition, indem das musler von Sequenzen wie XX. XXIII das gruppenweise oder symmetrische beieinander der ungleichen gesälze auf hehl (exodus, XXXII. XXXIII), woraus dann scheinbar wieder ganz unslrophische gedichle entstehen, sie fuhrt auch in solche stücke daktylischen rhythmus ein (XXXVIII). sie veranlasst A\.t> endlich Überschreitung des mafses von vier hebungen für den einzelnen vers und Überschreitung der geraden (parweise gebundenen) zahl der reimseilen, dies ergibt im ungleichslrophigen gedichle formen wie Anno und genesis, im gleichstrophigen formen wie XLI1I. XL1V, in jener eben aufgestellten mitlelform (zehnteilige Strophen mit einzelnen zu 11 und 12 zcilen) — die vorliegende, über deren vortrug s. zu 3, 10. es lassen sich folgende Strophenformen oder töne unterscheiden, die ich mit buchslaben bezeichne und worin die auf einander folgenden Ziffern die zahl der hebungen bedeuten: a : 6444444444 in slr. I) : 5455445550 - c :545554454445 - (I : 5444544445 - ■ e :6455554455 - 7. 11. 19. 2 f :5555544455 - - S. 12 1 2. 3. 20 4. 6 5 7. 11. 19 XXXIV SUMMA TIIEOLOGIAE 219 g : 55444445555 in str, «J. 10 h : 6446555566 - - 13 i :6556545457 - - 14. 15 k :5444554556 - - 16 1 :6455555556 - - 17. 21. 27. 31 in :5455665556 - - 18 n i ; :4654544456 - - 22 n.,: 64..544456 _ _ 23 "r 6557656556 - - 24. 25 °r 6557656577 - - 26 ?■ 5555665577 - - 29 dazu kommt noch 12 b mit 665566.445 hebungen. dieses resulial ist ohne alle gewaltsamkeil, durch blofse beobachlung des überlieferten erreicht, von den im texte selbst eingeklammerten alhetesen beruhen 2, 3. 3, 5. 9, 8 f. 15, 8. 22, 8 auch auf stilistischen und sachlichen gründen, so dass nur in 8, 8. 13, 0 (was übrigens zur not unangetastet bleiben könnte, s. varr.) und 28, 5 die betreffenden worte lediglich um des melrums willen ausgeschieden sind, was die übrigen alhetesen betrifft, so vgl. zu 24, 10. 26, 7 die anmerküngen. mit dem arlikel in 15, 3 und dem da in 30, 8 könnte man sich durch zweisilbigen auftakl abfinden, wenn man ganz mechanisch nur das melrum in betracht zöge. auch der arlikel in 24, 8 kann vielleicht bleiben (s. zu str. 23). alle anderen das melrum berührenden änderungen beschränken sich auf wähl anderer worlformen stall der überlieferten: so ist abgesehen von der wähl zwischen uncle und und (s. zu 1, 10) für ellü du 20, 7 al du, für alliz daz 31, 9 al daz, für gilazzin 2, 2 gilän, für paradysi 7, 6 par- disi (doch vgl. die varr.), für siniu 12 1 ', 5. 13, 1 sini (vgl. anm. zu 2, 8), für bischirmin 25, 5 bischirmi (vgl. jedoch die anm.), für givallin 26, 1 givalln (doch vgl. anm.) gesetzt worden, um dem verse eine hebung zu nehmen; olii für ob 11, 5 (doch vgl. zu 23), um ihm eine zu geben, dagegen hat öfters (6, 9 gibabitin; 10, 5 gihori; 10, 6 gisliuckin; 19, 3 uff. gilit; 20, 6 giduanc) ein compositum mit gi und einmal eins mit vir (19, 7 virwizzin) aus rein metrischem gründe dem simplex weichen müssen, nicht überall absolut notwendig (varr. zu 6, 9. 10, 5. 19, 7), aber zb. bei gilit ganz unumgänglich (vgl. zu XXXV, 3, 6. 19, 2. XXXV11I, 114): so dass man wohl fragen darf, ob hierin noch schlechte Überlieferung zu erkennen sei? ob nicht vielmehr eine eigenlümlichkeil der metrik oder ausspräche des dichlers vorliege, der entweder die syncope 416 sehr weit trieb (ohne sie in der Schrift auszudrücken oder ausdrücken zu lassen) oder es mit der zweisilbigen Senkung nicht sehr genau nahm? auch ginatmin 12 b , 5. 13, 1 unterliegt dann derselben beurleilung: vgl. über gekürztes ga- Graff 4, 13; über gekürztes far- Graff 3, 608. dürfte man von dieser beobachlung weiteren gebrauch machen, so fiele noch mancher zweisilbige auftakl weg. wer alle die vorsiehenden erwägungen in u\en wind schlagen und das gedieht ohne bedenken über den leisten der viermal gehobenen verse ziehen will, der muss wenigstens damit beginnen, es für einen leicht begreiflichen zufall zu erklären, dass die 220 XXXIV SUMMA THEOLOGIAE eilf- und zwölf zeiligen Strophen auch in der länge der einseinen verse ganz genau übereinstimmen. [mich überzeugt Scherers theorie nicht, denn die Übereinstimmung auch der eilf- und zwölfzeiligen Strophen in der länge der einzelnen verse ist eine künstlich zurechtgemachte, sie wird nur erzielt durch beliebige annähme zweisilbigen auflakles und schwebender belonung, wo die correspondierenden Zeilen sie nicht aufweisen, dagegen trete ich der Verurteilung von Ellofmanns gewaltsamem versuche (Sitzungsberichte der Münchner akademie 1870 2, 183^. 1871 1, 328 ff.), das gedieht auf lauter Strophen von 10 Zeilen zu je 4 hebungen zusammenzupressen, durchaus bei. wie derselbe Hofmann in Hrabans gedichle de fide catholica (Migne 112, 1609 ff. = MG. poetae lalini 2. 197 //".) die quelle unserer summa hat erblicken können, ist mir unfassbar.] die Ordnung der von mir gefundeneu töne stellt sich nun folgoidermafsen dar: abb . erte . efggef . Im . k . Imebl . n^c^cyi.,. leplil. um die 16 e Strophe, welche auch der Sache nach im millelpunkle des ganzen gedicktes steht, lagern sich zu beiden seilen je 15 Strophen, deren anordnung unter sich jedoch beidemal verschieden ist. die erste hälfle (slr. 1—15) besieht aus 4 abschnitten von 3. 3. 3 X 2. 3 Strophen. in dem ersten (abb), welchen 3, 9. 10 deutlich als einleitend bezeichnen, stellt der dichter dem göttlichen wesen das menschliche als dessen eben- bild, golles alimacht und gute des menschen furcht und liebe gegenüber und gibt zugleich die erste bezeichnende probe seines Stils, in welchem die worle gewissermaßen nur Symptome der gedanken, also erst dann zu verstehen sind, wenn man hinler sie zurück auf die dem dichter vorschwebende anschauung gehl, freilich die erzählenden Strophen, ivie gleich die folgenden (ede), die von Schöpfung und fall der enget, und 7 —12 (of, gg, ef), die von well- und menschenschöpfung berichten, sind Mar und fasslich: nicht mehr 13—15 (hü); welche die verschiedenen momente der erlösung betreffen, viele der geläufigen deulungen mittelalterlicher theologie mehr voraussetzend und streifend, als mitteilend und enlicickelnd. es wird dann in jener centralen slr. 16 das Symbol der erlösung in beziehung gesetzt zur trinität einerseits, zu liebe und hoff- nung andererseits, und mit einer naheliegenden wendung von dem kreuze Christi hinüber geleitel zu dem kreuze, das wir ihm nachtragen sollen, von der heiligen geschichte zur christlichen tugendlehre, von dem ersten teile des gedicktes zu dem zweiten, dieser (slr. 17 — 31) zerfällt in drei abschnitte zu fünf Strophen, von welchen dreien der mittlere für sich steht, indem sein anfang durch die umkehrung des gewöhnlichen Verhältnisses der ersten zeile zur zweiten, sein ende durch die unerwartete Verlängerung der Schlusszeilen von slr. 26 hervorgehoben wird, hingegen der erste und drille einen näheren bezug zu einander haben, da sie beide mit dem tone 1 beginnen und schliefsen und aufserdem noch zwei gemeinschaftliche, dem ersten teile entlehnte töne, im ganzen also jeder nur einen ihm eigentümlichen ton verwenden, der erste abschnitt nun (17—21) handelt von den christlichen lugenden, der zweite (22—26) XXXIV SUMMA THEOLOGIAE 22 t von den sacramenten, der drille (27 — 31) von den letzten dingen, str. 17 schärft nachfolge Christi und aufgeben seiner selbst ein; 18 die liebe golles, 19 die liebe des nächsten, daran schliefsen sich str. 20. 2 1 und mit der Wiederkehr der melodie wird an den gedanken von str. 3 erinnert (vgl. 20, 1 mit 3, 3. 5/.)- der allmächtige und allgüiige hat es so eingerichtet, dass sowohl die nalur als auch der leufel zum rühme des Schöpfers und zum guten wirken und dergestalt die tugendübung befördern, den lohn der lugend erhöhen, hierauf besprechen str. 22. 23 die taufe, 24—26 die poenilenz, jedesmal neu ansetzend und mit einer scheinbaren wiederaufnähme der erzählung (22, 1 Nach unsir vordirin valli; 24, 1 Iloubit ist irslanlin): Str. 25 ist eine ausführung von sin417 selbis gebi in str. 24, 9. (auf die eucharislie wird vielleicht mit 22, 8 6m 10 angespielt: denn die mischung von wasser und wein bei der messe gilt als andenken an blul und wasser, das aus Christi seilenwunde rann.) dagegen scheint die eingangsslrophe des drillen abschniltes (27) nur lose eingefügt, nicht unpassend, da nach der Sündenvergebung und vor dem jüngsten gerichle füglich von dem Verhältnisse der seele zum leibe gesprochen und die erstere gewarnt werden kann, jedoch den genaueren Zusammenhang zwischen str. 26 und 28 unlerbrecliend, in welchen der auferstehung von den Sünden die auferslehung am jüngsten luge an die seile tritt. hieran reihen sich nun das jüngste gerichl (29), die seligpreisung derer, die das himmelreich gewonnen (30), und mit raschem übergange in der schlussslrophe das lob golles als des erlösers. vergegenwärtigt man sich, dass die metrisch unterschiedenen Strophen ebenso vielen melodien entsprechen, so muss man ihre Unordnung in unserem gedichle, also die composilion desselben geschickt und kunstvoll nennen. auf fünf kurze salze mit einer grofsen manigfaltigkeil der melodien, die sich höclislens einmal und dann entweder gleich oder nach kurzem Zwischenräume wiederholen, folgen drei längere mit weniger melodien und teils (wie im zweiten abschnitte) unmittelbaren teils (wie im ersten und drillen abschnitte) getrennten und auf solche weise geregellen Wiederholungen, dass sich alle drei zu einer grofsen einheil unter einander, wie durch benulzung zweier melodien des ersten teils auch mit diesem, zusammen schliefsen. kaum wird man dem poetischen gehalle dieses werkes dasselbe lob erteilen wollen, auch den 'reiz des gedankens und des redeschmuckes', durch den es sich nach Wackernagel (lilleralurgesch. 86= -111) auszeichnen soll, schwerlich darin entdecken: mil dem aber, was Gervinus 1, 177 jetzt sagt, kann man sich wohl einverstanden erklären, selbst die behauptung, dass das gedieht zu meisler Eckhart überleite, möchte ich nicht mehr so unbedingt abweisen (vgl. zu 20). es erfassl in der tat die gedanken mit besonderem nach- druck, an welche bald nachher die myslik anknüpfte, der weg zu goll beschäftigt nach auguslinischem vorbilde den Verfasser ebenso wie Wilhelm von Champeaux (Michaud Guillaume de Champeaux, Paris 1867, p. 401), Hugo und Richard von SViclor. die seele ist gottähnlich erschaffen, die dreiheil und einheil findet sich in goll, in der seele und in dem kreuz als symbol der Vereinigung golles mil der seele. sie soll 222 XXXIV SUMMA TIIEOLOGIAE Christo nachfolgen, indem sie ihrer selbst ungewaltig wird, sie ist goltes braut, der liörper ihre magd. sie gelangt zum valer, indem furcht und liebe sie emporgeleiten: die furcht entspricht seiner alimacht, die liebe und Hoffnung seiner gute und gnade, alle creaturen helfen ihr zu gotl, indem sie teils drohen teils Hoffnung erwecken, wie auch in Christo zweierlei leben vereinigt ist: sie alle aber sind nur zum rühm und zur ehre goltes da. diese gedanken finden wir freilich in eine theologische summe verwebt, die sich wie das etucidarium von späteren werken ihrer galtung dadurch unterscheidet, dass es dabei nicht auf eine erörlerung sondern nur auf eine Zusammenstellung der wichtigsten christlichen lehren, wie sie der populären theologie geläufig waren, abgesehen ist. aber wenn hier gotl vorzugsweise als die quelle alles guten (um nicht zu sagen: als der liebende bräuligam) hingestellt wird, so erscheint es natürlich, dass zwar von den freuden des himmels, nicht aber von den quälen der hülle die rede ist, und jene mafsgebenden gedanken wirken demnach auch auf die aus wähl der gegenstände ein. nun ergibt eine aufmerksame teelüre der anmerkungen sowohl die nahe verwanlschafl zwischen dem vorliegenden gedieht und den werken des Honorius, wie auch die unmöglichkeil gegenseitiger benulzung. die verse iiSverslchl man oft nur, indem man Honorius herbeizieht wie slr. 16; andrerseits zeigt sich das gedieht manchmal reicher als Honorius (zu 3, 3 und zu 20). dieser Schriftsteller ist überhaupt nur ein mann des eompendiums, der bequemen Zusammenstellung verschiedenartiger excerple, und wenn wir daher sehen, dass zb. bei der Schöpfungsgeschichte oder in slr. 27 zwei stellen des Honorius aus fremdartigem ausgeschieden, unter einander oder gar noch mit sonstigen lehren (zu 10, 10. 11) hätten combiniert und in bessere Ordnung gebracht werden müssen (s. zu 9), um unseren lexl zu ergeben, so ist es doch gewis wahrscheinlicher, dass beide, Honorius und das gedieht, aus einer und derselben quelle schöpften, und man wird daher auch die meisten der übrigen mit Honorius ver- wanten und, da in der Schöpfungsgeschichte offenbar ein gespräehs- büchlein benutzt ist (vgl. zu XXXI, III, 10), alle anderen auf ein solches zurückgehenden stellen (22, 1—6. 29, 9. 10) jener gemeinsamen quelle zuschreiben müssen, dann enthielt dieselbe aber die mehrzahl irgend eigentümlicher ansichlen oder formulierungen des gedichtes und behandelte alle in ihm berührten gebiete, so dass mit grofser wahrscheinlichkeil selbständige benulzung anderer quellen ihm überhaupt abgesprochen, es mithin als bearbeilung einer lateinischen theologischen summe, die auch dem Honorius vorlag, angesehen werden darf, diese summe kann dogmatisch vorgetragen wie unser gedieht, sie kann ein dialog, sie kann eine predigt wie die zs. 12, 436 veröffentlichte oder wie die unter dem namen des h. Gallus gehende (Canisius-Basnage lect. anl. 1, 7 85) gewesen sein, dem inhalle und der zeit nach lag sie unzweifelhaft zwischen dem dialogus des Olloh (zu 3, 3. 8. 11, 1. 4. 14, 1—6. 16, 1. 18, 3 bis 10. 20, 1) und dem elucidarium des solitarius Honorius 'Augusto- dunensis , das er selbst (de luminaribus ecclesiae: bibl. palr. Lugdun. 20, 1038; Migne p. 232) als sein frühestes werk aufführt und das er XXXIV SUMMA THEOLOGIAE 223 rogalus a condiscipulis, also npch in der schule verfasste*. OUohs dia- logus ist nicht vor 1051 geschrieben (RWilmans MG. SS. XI, 377 n. 13). das elucidarium seist in der irinilätslehre zwar Anselm von Canlerbury, aber noch nicht Abaelard voraus (vgl. s. 446 anm.), und fällt daher in das erste jahrzehend des XII oder das letzte des XI jh. mehr können wir mithin nicht sagen, als dass jene lateinische summe in der zweiten hälpe des XI jh. und zwar vermutlich in Deutschland zu stände kam. sie war somit älter, aber augenscheinlich auch selbständiger und zusammenhängender als die Sentenzen des Rudolf von STrond (MG. SS. X, 273: vgl. Liebner Hugo von SVictor s. 216) und des Wilhelm von Champeaux (Cousin oeuvres inedils d'Abelard p. xcu; Miehaud p. 281) und als die 'summa theologiae ex Auguslino maxime collecla' und die 'summa theologiae incerli auctoris collecla ex placilis sanclorum palrum, die in der hisloire Ulteraire de la France 13, 606 erwähnt werden. der verfasset- des deutschen gedichles, das vielleicht noch dem ende des im XI jh. angehört, hat seine vorläge offenbar stark gekürzt und überdies, was er beibehielt, recht kurz ausgedrückt und wortkarg zusammengedrängt: daher der mangel alles formelhaften in seiner rede und eine gewisse Unmittelbarkeit des selbstgefundenen ausdruvlis; daher jedoch nicht minder manche dunkelheil und die fühlbare mühsal der arbeil, die ihn zwar für völlig prosaische gedanken zur not ein gereimtes gewand, aber den ton eines geistlichen chorgesanges höchstens in der letzten Strophe finden liefs. * dass das elucidarium in liss. dem Anseimus beigelegt wird, ist bekannt, mich dem Lanfranc schreiben es alte liss. zu. beide angaben aber verschwinden gegenüber dem Zeugnis, das Honorius selbst für seme autorsehaft ablegt, ich würde dies nicht ausdrücklich hervorheben, hätte nicht l'ranll geschickte der logik 2, 73 n. 302 die selbst van Giles (Lanfranci opp. 2, VII) nicht ahne weiteres geteilte ansieht 11'rights (biograph. Britann. Hl. anglonorm. per. p. 13), wonach Lanfranc der Verfasser des elueid. wäre, gebilligt und dies Ueberweg noch in der drillen aufläge des grundrisses 2, 117 wiederholt. — die behaup- tung Ritlers (gesch. der philos, 7, 430/'.), Honorius stimme in den meisten seiner lehren mit Abaelard überein, seine trinitätslehre bewege sieh, in denselben bildern und begriffen, ist ganz unrichtig und bedarf keiner Widerlegung, wie man sieh, schon durch eine flüchtige ansieht der schrift 'de cagnilione verae vilae' überzeugen kann, die person des Honorius behält übrigens noch etwas rätselhaftes für uns. Scheffer-lloiehorst annales l'alherbrunnenses (Innsbruck 1870) ,s ; 101 hält ihn für einen Sehwaben; auch Cruel, Wattenbach i'-Q. ■ 6 2, 230 und. ESchröder anz. 7, 179 nehmen deutsche herkunft an. XXXV DAS LOB SALOMONS. Vorauer hs. bl. 9S C — 99 c . JDiemer deutsche gedickte des XI und XU jh., Wien 1849, 107—114. 1. 1 ev, Joh. 8, 12. 9, 5 ego sum lux mundi. 5 kehr. 98, 15 Diem. also dir der hailige keisi sende ze munde; Ruland 1, 5 du sende mir ze munde diu beilege Urkunde, daz ich die luge vermide, vgl. zu 9, 3. 224 XXXV DAS LOB SALOMChNS 16, 8. 6 KBarlsch (Germ. 9, 62) hält solche verse von sechs Hebungen (1, 6. 5, 6. 9, 2. 10, 2 usw.) für 'ganz richtig', unbefangnere, denen nicht um den Widerspruch zu tun ist, werden überall leicht die Interpolation und meist auch wie hier ihr moliv erkennen. 2, 1—4. 8—10 2 paral. 1, 1 confortalus esl ergo Salomon filius David in regno sno et dominus deus eius erat cum eo et magnifleavit eum in exeelsuin; vgl. 1 paral. 29, 25. 5—7 2 paral. 1, 7 ecce autem in ipsa nocle (per somiüiun 3 reg. 3, 5) apparuit ei deus dicens 'poslula quod vis ut dem übi'. 3, 6 giliclii] 4, 9. 8, 2. 12, 6 konnte die wähl zwischen der kürzung oder dem zweisilbigen auflakt dem leser überlassen werden; 11, 8 ist Igltchin, 20, 5 gnadi überliefert. 7 den arlikel zur erleichlerung des verses zu tilgen scheint nicht richtig, weil Salomon sich hier zwischen zwei dingen für eins entscheidet. 10 2 paral. 1, 9. 10 lu nie fecisti regem super populum tuum lnullum, qui lam innumerabilis est quam pulvis terrae, da mihi sapientiam et intellegenliam ut ingrediar et egrediar coram populo tuo: quis enim potest liunc populum tuum digne, qni tarn grandis est, iudicarc? (3 reg. 3, 7—9.) 4, 5 j. Judith 109, 12 Diem. ir werdet genieret. 10 statt des zweisilbigen auftakts scheint hier und auch wohl 20, 7 eher eine ver- Schleifung zweier gleichlautender Silben in eine, ähnlich wie 8, 8 und andere zu summa theol. XXXIV, 2, 8, anzunehmen, zumal da die reime 1, 6. 18, 4. 20, 4 (vgl. 3, 4 ['?]. 9, 2. 17, 7. 19, 3), denen freilich 4, 5. 5, 5. 14, 8. 18, 7. 20, 5. 9 gegenüberstehen, für die apocope des Infinitivs sprechen, vgl. zu 5 b , 18. 2 paral. 1, 11. 12 dixit autem deus ad Salomonem 'quia hoc magis placuil cordi tuo et nun postulasti ilivitias 420 et substaniiam et gloriam neque animas eorum qui le oderant, sed nee dies vilae plurimos, petisti autem sapientiam et scienü'am ut iudicare possis populum meum super quem constitui te regem, sapientia et scienlia data sunt tibi, divitias autem et substaniiam et gloriam dabo tibi ila ut nullus in regibus nee ante te nee post te fuerit siniilis tui'. (3 reg. 3, 11 —13.) 5, 2 vgl. Tobiass. XLYII, 4, 64 anm. 8. 9 Diemer ergänzte -ilin unde, was dem reime nicht genügt, wenn die lücke nur für acht buch- staben räum lässl, so ist allerdings -iliu eron, tvas Bartsch vorschlägt, trotz 4, 6 (o\ 29 vgl. 10, 7. 16, 6) wahrscheinlicher als meine frühere ergänzung -ilin giziridon. aber die conjunclion ist unentbehrlich und muss darnach ausgefallen sein. 10 nach 1 paral. 21, 22 ff. 22, lff. 28, 2 ff. halle David vor seinem lode alles für den lempelbau vorbereitet und Salomo halle die aus führ ung. nach 2 reg. 7, 1 ff. (1 paral. 17, 1 ff.), 3 reg. 5, 3. 8, 17 aber halle David blofs den gedanken ge- fassl, den lempel zu bauen, doch erinnert v. 2 an 2 reg. 7, 1 factum est autem cum sedissel rex in domo sua et dominus dedisset ei requieni undique ah universis inimicis suis —. 5 b das ganze übrige gedieht zerfällt in zehnzeilige Strophen, deren Schlusszeilen zu fünf Hebungen verlängert sind: die Strophen 12. 13. 15 sind augenscheinlich lückenhaft, es gibt eine Schilderung der herlich- keil Salomons nach den büchern des allen icslamenls, sei es dass der XXXV DAS LOB SALOMONS 225 Verfasser diese unmittelbar benutzte oder die stellen schon in irgend einem lateinischen traclal verbunden und verarbeitet vorfand, mit der geistlichen deulung (slr. 16/7".). das stück 5 b , 1—66 zerfällt in ab- sälze von 14, 20 (oder 2X10, s. zu 25) und 2X16 gleichlangen Zeilen, es beruft sich auf eine apocryphe schrift des Hieronymus als seine quelle, dem Inhalte nach würde es nur in eine specielle Schilderung von Salomos bau passen, vielleicht ist es ein ursprünglich ganz selbständiges stück oder ein bruchslück eines gröfseren gedichls, das hier von einem, der die verschiedenheil der form nicht beachtete, weil es ungefähr in den Zusammenhang passle, eingeschaltet wurde, die unmittelbare quelle der erzählung habe ich nicht ermitteln können: archeli v. 5 ist ohne zweifei entstellt aus archaeologia. aber mittelbar ist sie abgeleitet aus einer rabbinischen sage, die Eisenmenger (entdecktes Judentum 1, 350 ff.) aus einem talmudischen traclal mitteilt. Salomon bedarf, um den lempel nach 3 reg. 6, 7 ohne eisen- und hamrner zu erbauen, des würmleins Schamir. er sendet einen boten aus, um den könig der leufel Aschmedai zu fangen, der auf einem berge eine grübe mit wasser hat und versiegelt hall, aus der er alle tage trinkt, der böte lässt das wasser ab und füllt dafür die grübe mit wein. als Aschmedai davon trinkt, wird er berauscht und nun von Salomos dienet gefesselt und vor den könig geführt, der von ihm erfährt, dass der Schamir von einem auerhahn behütet wird, das weitere s. in Grimms altd. wäld. 2, 93/"., mylh. 925 anm., Grieshabers predigten 2, 122, Diemer zu 109, 19. [ich halle mit Scherer zs. 22, 19 ff., der für den apocryphen sloff noch einiges beigebracht hat, daran fest, dass 5 b ein ursprünglich selbständiges stück war. denn der versuch, den KUofmann Münchner Sitzungsberichte 1871 s. 554 gemacht hat, 5 b und 6 unter ausscheidung einiger inlerpolalionen zu sechs 10 zeiligen Strophen zu gestalten, scheiten gleich bei seiner ersten slrophe, indem z. 5 dar inni ohne vorangegangene nennung Jerusalems gänzlich unverständlich ist und auch z. 7 burgi der beziehung entbehrt.] 1 vgl. zu XXXVI, 2, 1. 10 über stark fieclierles brunne s. Roediger GGA. 1884, 436. Kraus WSB. CXXI11, 4, 119. 11 wärm (indic): leri und 30 niunsleri (31 jaii : zuwari) belegen dieselbe regelrechte Unterscheidung von a und e, wie die anm. zu XXXIII, G b , 134 (vgl. dagegen unten zu 12, 8), und der rnangel an methodischem denken (Germ. 9, 62) ist nicht auf unserer seile. 14 das stück hat keine verlängerte Schlusszeilen. 18 wenn nicht cislernam [was ich unbedingt vorziehe] zum reimworle zu machen und vullau herzustellen isl, so gehören die apocopierlen Infinitive 38. 41. 42 (vgl. 63/.) wohl nur dem Schreiber, oder die spräche des Verfassers schwankte und er halle die wähl. vgl. zu 4, 10. 20 vgl. zu XXXV11I, 300. XXXVII, 1, 3. wer die leichlere, blofs graphische änderung der Verkürzung der worlform nicht will, mag allir auswerfen. 22 ich weiz s. zu XI, 2. XVII, 28. 25 die hs. bezeichnet hier nicht den anfang eines absalzes. da aberi2l die beiden letzten von gleichem umfang sind, der erste als eingang für sich steht, so ist es mir nicht unwahrscheinlich, dass dieser zweite ab- salz in zwei hälften von je zehn Zeilen zu zerlegen ist. der grofse DENKMÄLER II. 15 226 XXXV DAS LOB SAI.OMONS buchstab soll nur diu möglichkeil andeuten, dass aber durch den nach- weis solcher strophischer gliederung der absälze in erzählenden gedickten 'unsere lilleralur mit lachen überschwemmt werden könnte', befürchtet Bartsch unnötiger weise. [31 mit recht hat Scherer zs. 22, 25 gegen Müllenhoffs änderung einspruch erhoben, zumal dessen berufung auf Lachmann zu Nib. 214, 1 doch nur beweisen kann, dass gelegentlich einie aus versehen für den inclinierten arlikel gesetzt wurde, auch die weitere bemerkung Müllenhoffs 'das stück kennt keine verse zu vier hebungen mit klingendem reim bezweifelte Scherer; jcdesfalls lassen sich 11. 12 (und auch 19. 20 ohne änderung von bezzistin) so am einfachsten lesen), nach wurcliisl schob ein iz fälschlich AWaag kleinere deutsche gedichtc des XI und XII jh. s. 28 ein, da er die Interpunktion der denkm. nicht beachtete oder nicht verstand und einen reim järi: giloubin für möglich hielt.] 65 s. Vogt Sahnan und Morolf s. 166. 66 3 reg. (), 7 domiis autem cum aedificaretur de lapidibus dolalis alquc perfectis aedificala est, el malleus et securis et omne ferramenlum non sunt audita in domo, cum aedificaretur. 6, 3 nur 2 paral. 3, 6 ist vom marmor die rede; stravit quoque pavimentum templi pretiosissimo marmore, decore multo. aber nach 3 reg. 6, 9. 10. 15. 18 texil quoque domum laquearibus cedrinis — el operuit domum liguis cedrinis — et texit pavimentum domus labulis abiegnis — et cedro omnis domus inlrinsecus vesliebalur — nee omnino lapis apparere poterat in pariete. 7 2 paral. 4, (7) 20. 21 fecit Salomon — candelabra quoque cum lueernis suis ut lucerent ante oraculum iuxta ritum ex auro purissimo, et florenlia quaedam et lucernas el foreipes aureos: omnia de auro mundissimo facta sunt. (3 reg. 7, 49.) 7, 1—4 2 paral. 4, 6 fecit quoque conchas decem et posuit quinque a dextris et quinque a sinistris, ut lavareul in eis omnia quae in liolo- causlum oblaltiri eranl; porro in mari fusili sacerdoles lavabanlur. (3 reg. 7, 38. 39 fecit quoque decem luteres aeneos usw.) 2 paral. 4, 22 tby- miateria quoque et thuribula et pbialas et mortariola ex auro purissimo. (3 reg. 7, 50 et bydrias et fuscinulas et pbialas et mortariola et thuribula de auro purissimo.) dass übrigens hautvaz (Graff 3, 731) nicht blofs 'Waschbecken sind, ist aus Ducange unter aquamanile, manile zu ersehen, vgl. aquiminale, aquiminarium, aqualis, aquarium bei Gessner und Forcellini. unter den geraten des Mainzer kirchenschatzes icerden von dem erzbischof Christian in Böhmers fontes rer. german. 2, 256 aufgeführt urcei argentei diversarum formarum, quos manilia vocant, co quod aqua sacerdotum manibus funderetur ex eis, argenieam quaedam habentes formam leonum, quaedam draconmn, avium vel grypbonum vel aliorum ani- malium quorumeunque. solche giefsgefäfse in allerlei liergeslallen, meist in erz, werden in manchen unserer anliquitäten- und kunslkammern gezeigt. 2 ahd. fiala fialun bei Graff 3, 495. 5—10 2 paral. 8, 14 constiluit iuxta dispositionein David pairis sui (1 paral. 23, 4 ff. 28, 13) officia sacerdotum in ministeriis suis et Levitas in ordine suo, ut laudarent et minislrarent coram sacerdolibus iuxta ritum uniuseuiusque diei. in der hs. folgen zunächst die dreizehnte und zehnte Strophe, jene anscheinend XXXV DAS LOB SALOMONS 227 nach der Ordnung der erzählung in der chronik (2 paral. 9) und des buchs der Könige (3 reg. 10). da aber mit str. 8 die Schilderung der herlichkeil des hofes Salomons beginnt und erst mit 12 schliefst, so sieht sie hier ganz vereinzeil und aufser allem zusammenhange, dass sie umgestellt werden muss, erhellt auch aus dem anfang von str. 14, wo für das pronomen sü jede verständliche beziehung fehlt, wenn jene nicht unmittelbar vorauf geht, aber auch die zehnte Strophe konnte iw der achten und neunten nicht wohl ihren platz behalten, durchi'22 die Umstellung wird erst die natürliche sachliche Ordnung wieder gewonnen und es ist nun sofort klar, wer 10, 4 si alli sind, der paral- lelismus von 9, 1. 2 und 11, 1. 2 aber wird durch 10 ebensowenig gestört, als der von 9, 10 und 7, 10 durch die achte Strophe; vgl. 8, 1. 10, 2. nun ist auch die gliederung des ganzen deutlich, wie die gröfseren anfangsbuehslaben der Strophen sie bezeichnen. nach der eingangs- slrophe 1 folgen drei 2—4 mit der Unterredung Salomos mit gotl und abermals drei 5—7 vom tempelbau, dann die fünf 8 —12 von der herlichkeil des hofes, wieder drei 13—15 von der königin von Saba und noch einmal drei 16—18, die die geistliche deulung enthalten; endlich 19. 20 die beiden schlussslrophen, die mit dem eingang eine trilogie ausmachen, [einen wenig glücklichen versuch, die Überlieferle folge der Strophen zu rechtfertigen, machte AWaag beilr. 14, 573. denn nach wie vor bleiben Müllenhoffs argumente in kraft, dass sü zu anfang von str. 14, falls diese unmittelbar der str. 12 sich anschliefst, und dass si alli 10, 4 hinler str. 13 beziehungslos dastehen, auch die Übereinstimmung mit 2 paral. 9, 1 ff. ist in der tat nur eine scheinbare, auf die man sich zur stütze der hslichen Ordnung nicht berufen darf, da der dichter seine nachrichten über Salomos hofhält, wie die anm. erweisen, aus verschiedenen abschnitten der bibel zusammengesucht hat. eher zweifle ich, ob nicht nach der zwölften str. eine gröfsere lücke (stall innerhalb derselben) mit KHofmann aao. s. 556/'. anzunehmen ist: dann fiele freilich auch die gliederung des ganzen gedichles, welche Müllenhoff wahrzunehmen glaubte.] 8, 2 über gnuht s. zu 3, 6. 4—7 3 reg. 10, 18. 19 fecit etiam rex Saloinon thronum de «bore grandem et vestivit enm auro fulvo nimis, qui habebat sex gradus, ei summitas throni rolunda erat in parte posteriori, et duae manus binc alque inde lenentes sedile, et duo leones iuxta nianus singulas. (2 paral. 9, 17. 18.) 8 stall dinolin imo, wie summa iheol. XXXIV, 5, 10 volginti imo statt volgimin imo ua. vgl. zu 4, 10. 18, 3 varr. 3 reg. 4, 7 habebat aulem Salomon duodecim praefectos super omnem Israel, qui praebebant annouam regi et domui eius; per singulos enim menses in anno singuli necessaria miuislrabant. 9 manigeri sind hier schwerlich nach der gewöhnlichen bedeulung des worls (Graff 2, 807/'. mhd. wb. 2, 1, 60 b ) die kaufleute Salomos, von denen 3 reg. 10, 15. 28 die rede ist. die zahl findet sich nur 3 reg. 5, 15—17 fueruntque Salomoni septuaginta milia eorum qui onera portabant, et octo- ginta milia lalomorum in monte, absque praepositis qui praeerant singulis operibus, nuraero trium milium et trceentorum, praecipienüum populo et 15* 228 XXXV DAS LOB SALOMONS liis qui faciebant opus, praecepitque rex ut tollerent lapides grandes usw. 2 paral. 2, 2. 18 tria milia el sexcenlos pracpositos operum populi. da hiemil auch die letzte zeile der Strophe ihre beziehung findet, so sind maiiigen ohne zweifei inachinarii und das worl durch Vermittlung des andern oder des mlat. manganarius (s. Uucange) aus machinarius entsteht, oder ist etwa magineri herzustellen? 9, 2 das überlieferte ist albern, es kann nur gemeint sein, überhaupt wenn man das essen des königs auftrug oder vorsetzte. 3 Diemer vergleicht kehr. 398, 30/7". der clninich hiez dl gebe vur tragen, maiiigen bouc röten, maiiigen pliellel breiten, seuzzden unt nepfe, di wol gesteinten köpfe, dö gebet er in allen; 436, 9 dö hiez der chunich maere pliellel unt mörc, scuzzelen unt nepfe, di guldioen copfe vil walie regraben alle da vur tragen, dö gebet er sinen mannen; Ruland 91, 10 der ebune hiz ime für tragen manigen bouc wole beslagen, scbuzzil unde napfe, di wol gesteinten kopbe, inanec were spähe, dazu kommt noch Hartmanns credo 2406 du hast in diser werlde genüc, vil miclielen üb, gröz ingelüme, scatzis genüge, di guldiuen copfe, di silberinen nepfe, daz edele gesteine usw. Milsl. gen. 43, 14. exod. 128, 18 Diem. silberine ebophe unde guldine naphe. 5 3 reg. 10, 21 et omnia vasa, quibus potabat rex Salomon, erant aurea, et universa supellex domus saltus Libani, de auro purissimo. (2 paral. 9, 20.) 7 ff. ich weifs für die stelle auch jetzt noch (1871) keinen besseren rat und kann zufrieden sein, wenn man darin nur ver- missl, dass über die verwandelung von uilienis in niheinis nichts gesagt ist. 10 s. zu 7, 5—10. 1 canlic. canl. 3, 9 ferculuni feeit sibi rex Salomon de lignis Libani: colunmas eius fecil argenteas, reclinalorium aureum, ascensum purpureum. 2 ein Verderbnis, das aus der falschen Stellung 423 der Strophe in der hs. vor slr. 8 stammt. 5. 6 zwei verse von 4 heb- ungen mit klingendem reim, wie 14, 3. 4. 7. 8; 19, 5. 6 und vielleicht schon 7, 7 /'. 7 Graff 4, 202. 304, Schmeller Hei. 2, 48". 9 der Verfasser fordert den schar/sinn seiner Zuhörer heraus, ohne selbst eine deulung der vier Stollen zu geben. Williram xxvi, 7 Hojfm. Der verus paeificus — der liill vorgegareuuet sinen holden einan disk da ze himele, daz ist diu uuunna des euuegen libes — der disk der liget Affe silberinen sülen, uuanta die selben uuunna gebeizzent diu divina eloquia, diu der also luter sint, samo daz gebrauta silber. Honorius Auguslod. in canlic. canl. c. 3 p. 408 f. Migne tropologice — cohimuae sunt qualuor priuei- pales virtutes, seilicet prudentia foriitudo iusliiia lemperantia. — anagogice — pecles sunt quatuor intellectus, id est lüstoria allegoria tropologia ana- goge; sig. Mar. c. 3 p. 505 sunt quatuor evangelia. Hohenb. hohes l. 43, 18 Paulus unde Petrus unde andere die boten, daz sint ouch die süle da der tisk üffe lae, wände sin gelüterei habent daz hailige ewan- gelium also daz wizze silber. [aber zali braucht hier nicht 'zahl' zu sein, sondern kann mit bezug auf 10, 1 'erzählung' bedeuten, ivie Waag mir mit recht aao. s. 577 einzuwenden scheint; die deulung gibt dann 18, 9 f.] 11, 8 canlic. canl. 3, 7. 8 lectulum Salomonis sexaginta fortes am- biuut ex forlissimis Israel, omnes tenentes gladios et ad bella doctissimi: XXXV DAS LOB SALOMONS 229 unuiscuiusque ensis super femur suuin proplcr timoros uociumos. 10 ist es leichter hier und 14, 5 wie 1, 7. 5 b , 29. 10, 1 vili zu schreiben, wie man auch 3, 3. 13, 7. 14, 4. 16, 5 lesen darf, oder aber, was Bartsch verlangt, ohne einen beleg dafür aus dem gedieht beibringen zu können, die praedicaliven adjeelive zu ßeclieren? 12, 3 ohne zweifei ist hier die lücke, indem der abschreiber von der wisiüm zu einer mit der lieblüm beginnenden zeile übersprang, nach dem wtstüm vermisst man die erwähnung der macht und des reichlums und zu richtüm passl imo zu vlöz besser als zu wistüm [doch s, zu 7, 5—10]. 2 paral. 9, 22. 23 (3 reg. 10, 23. 24) magnificatus est igitur Salomon super omnes reges terrae prae diviliis et gloria (divitiis et sapientia 3 reg.), omnesque reges tevrarum desiderabant videre faciem Salomonis ut audirent sapienliam, quam dederat deus in corde eius; vgl. 3 reg. 4, 29 vis 34. 8 urambairi] ein versuch den umlaut nachträglich und auf einem umteege hineinzubringen, da er z. 7 in wäri unterblieb, *o könnte die bezeichnung durch e 1, 8. 8, 5. 9. 17, 5. 20, 2 von einem Schreiber herrühren, wenn nicht die reime 8, 10. 20, 1 widersprächen, vgl. zu 5", 11. 13 s. zu 7, 5—10. 2 paral. 9, 1. 9 (3 reg. 10, 1. 2. 10) regina quoque Saba, cum audisset famam Salomonis, venit ut tentaret eum in aenigmatibus in lerusalem, cum magnis opibus et camelis qui poriabant aromala et auri plurimum gemmasque preliosas. — dedit autem regi centum viginti talenta auri et aromala multa nimis et gemmas pretiosissimas. 8 diese zeile ist schwerlich die schlusszeile und daher nicht zu verlängern, dass das letzte reimpar der Strophe ausgefallen ist, lehrt 14, 1, wo für das iz die beziehung fehlt. 14, 2 2 paral. 9, 4 non erat prae siupore ulira in ea spiritus; 3 reg. 10, 5 non habebat ultra spiritum. 3 mit der flexion ist wie 1, 8 der reim zerstört, war dies einmal geschehen, so konnte jeder nach belieben woli dir und woli dich schreiben, und es ist nicht abzusehen, warum dies nicht anzutasten. 5 2 paral. 9, 7 (3 reg. 10, 8) beati viri tui et beati servi tui qui assistunl coram te omni tempore. 6 s. zu 18, 1. vgl. 4. 16, 8. 20, 7. sinira 8, 1. 10, 2. dim 8, 6. 8 alls. tban, ahd. X, 15. 2 paral. 9, 5. 6 (3 reg. 10, 6. 7) verus est sermo quem audieram in terra niea de virtutibus et sapientia Uta. non credebam nar- 421 rantibus, donec ipsa venissem et vidissent oculi mei et probassem vix medie- tatem sapiemiae luae mihi fuisse narratam: vicisli famam virtutibus tuis. 10 dass durch Umstellung von 9. 10 vor 7. 8 nicht 'alles in Ordnung' kommt, sondern die überlieferte natürliche Ordnung der gedanken, der abschied zu ende der Strophe, nur verrückt wird, sollte jeder einsehen, aufserdem vgl. IV, 8, 3 mit anm. 15, 2 2 paral. 9, 12 rex autem Salomon dedit reginae Saba cuncla quae voluit et quae poslulavil et multo plura quam attulerat ad eum. quae reversa abiit in terram suam cum servis suis, es zeigt sich hier wieder, dass der Verfasser oder sein Vorgänger mehr der chronik als dem buch der könige folgte. 3 reg. 10, 13 rex autem Salomon dedit reginae Saba omnia quae voluit el petivit ab eo, exceplis bis quae ullro obtuleiat ei 230 XXXV DAS LOB SALOMONS miniere regio, quae revcrsa est etabiit in terrara suam cum servis suis. 5. 6 ich nehme an, dass hier auch die verse 13, 3. 4 mit einer Veränderung wiederholt wurden, aus dem v. 2 eingeflickten gel« d. i. geba wie 1, 7 auf gebi oder gäbi zu schliefsen isl kindisch, und wenn hier nach 2 paral. 9, 12 folgte danni si imo gäbi, so würde darauf doch des sagü si imo ginädi erbärmlich lahmen. 16, S Diemer vergleicht Huland 309, 13 in stnem liove newirdet niemir nacht: ich meine daz ewige liebt, des nezeriunil im nicht, er hätte auch bemerken sollen, dass Eonrad die verse sehr wenig passend auf seinen gönner, den herzog Heinrich übertragen hat. vgl. zu 1, 5. 9, 3. 18, 1 die kürzung dinstmin kann hier ebensowenig erlaubt sein als 14, 6 dfnsti für dtnisli; der erste fufs isl überladen icie in den von Lachmann zu den Nib. 1803, 2, klage 27, Iwein 309 und Lanzel. 830 bezeichneten versen. 2 Williram xxv, 6 Daz gotes betle beuuarent in dirro uuerllvinstre die saueti doctores usw. Honorius aao. p. 405 per sexaginla aeeipiuntur onmes perfecti sub veteri et novo teslamenlo, ut pro- phetae et apostoli. 10 psalm 115, 17 tibi sacrificabo bosliam laudis. 19, 10 1 paral. 22, 7—9 dixitque David ad Salomonem 'factus est sermo domini ad me dicens: "mullum sanguinem efludisti et pluriina bella pugnasli, non poteris aedifieare donium nomini meo, lanto ell'uso sanguine coram me. filius, qui nascelur tibi, erit vir quietissimus; faciam enim cum requieseere ab omnibus inimicis suis per cireuitum et ob banc causam Paci- ficus vocabitur, et pacem et olium dabo", vgl. 1 paral. 28, 3 ff. Ilono- rius p. 404 Salomon quod sonat paciflcus. 20, 2 zu 12, 8. 7 s. zu 4, 10. 425 XXXVI DIE DREI JÜNGLINGE IM FEUEROFEN. Vorauer hs. bl. 99 c —100 1 . JDiemer deutsche gedichle des XI und XII jh. (1S49) s. 117—119. in der hs. wie in der ausgäbe isl dieses gedieht mit dem folgenden zu einem verbunden. 1, 7. 8 Rhein. Paulus 7 2. 73 — Mihi. sdkl. 813/'. den berrin den gütin Danielen. 12 in den zwölf- und in den zehnteiligen Strophen dieses gedichles isl wie in den zehnzeiligen der Judith die letzte zeile um eine hebung verlängert [aber auch die achlzeiligen 4—6 lesen sich ohne anslofs fünfhebig]. 2, 1. 2 vier Hebungen mit klingendem ausgange auch 4, 7. 8. 8, 3. 4, nicht in der Judith. 1 mit dieser formet (vgl. JGrimm kl. sehr. 3, 341; mhd. wb. 1, 659") werden nicht selten ganze gedichle, wie Judith, Salomo und der drache (Salomo 5 b ) oder auch einzelne abschnitte eingeleitet, wie Vor. gen. 9, 26 Der (l. Ein?) engel biez Cherubin; Alex. 482 ein riller biez Lysias; Kvlleimesfurl ursl. 103, 53/". nu heere rehte waz ich las: ein Jude biez Eneas; exodus fdgr. 2, 85, 20 Ein buoch heizet exodus; Maria fdgr. 2, 175, 8 Ein stat beizet Capbarnaum; 177, 22 Ein burch beizet Nazarel; kehr. 411, 29 ein slat beizet Eflesus; Hartmanns credo XXXVI DIE DHEI JÜNGLINGE IM FEUEItOFEN 231 2498 ein wort heizet cre; Walberan 33 ein berc hiez Armenia; vgl. spee. eccl. f. 57° Ein slal ist, heizet Ninive. 5 vgl. suwl z. 7, suwel Beneckes wb. zu Wigalois s. 715, süel Diem. 12, 4. 47, 10. 65, 9. (swel 52, 20.) vgl. viuwer f. viur. 6 himilkunic sieht noch Rhein. Paulus 58; exodus ßgr. 2, 100, 40; Karajans sprachdenkm. 15, 10; WGrimm g. schm. xxvii. xlvii; Kraus WSB. CXXI11. 4, 105. vgl. himelkeiser Serval. 1719; himilliferre Aegidius 2; Karajan 15, 20; himelvürste WGrimm aao. 8 die betonung wie 6, 4; zu XXXIV, 4, 6. 9 nach warf könnte man durchweg ä o/me umlaulsbeZeichnung herstellen, da jedesfalls wäri nic/it in späterer zeit für wen eingedrungen wäre, ich habe, um nicht 2U uiej ändern zu müssen, umgekehrt den umlaut durchgeführt. 3, 6. 7 das* das überlieferte nicht wirklich in der dem Schreiber hier unleserlichen vorläge gestanden haben kann, ist klar. z. 6 wird zwei weitere musikinslrumente enthalten haben (harphen und gigen sind noch nicht genannt), in z. 7 scheint z. 8 lohitin etwas ähnliches wie uiid sagin und uiid sinyin vorauszusetzen, die ganze stelle ist Daniel 3, 5 (= 7. 10. 15) nachgebildet, wo von einem sonilus tuhae et fislulae et cilharae, sambucae et psallerii, et symphoniae et universi generis tnusicorum zu ehren der säule die rede ist. vgl. übrigens die parallelslelle j. Judith Diem. 139, 11 —14. 9 nur der notwendigen verschleifung wegen geändert (gitame nach getamme Keiles spec. f. 95 b ), an sich unladellich. vgl. gl. Ker. 245 = ahd. gl. 1, 244, 10 luirüni; Olfr. 1, 22, 6 F guliugiluu; gen. fdgr. 22, 3. 08, 1 gabären; 25, 12 gazäme; 48, 35 giusuichen; ltuland 75, 23 gurümte; 185, 23 parait; leben Jesu Diem. 268, 9 galaite; kehr. 147, 23 bugunde; 246, 11. 248, 24 gobfit; 263, 25 gobot; 504, 4 basaz; bücher Mosis Diem. 64, 22. Judith 148, 19 bugunden; bücher Mosis Diem. 82, 7 goworht; Alexander 6131 Mafsm. bonomen; Wemhers Maria E (Germ. 7, 315 — 330) 207 (108) gasah; 238 (139) gonoz; Pilatus 10 gotouge; Mones anz. 4, 322, 1 gavaugen; Grieshaber pred. 1, 93 gasaeh; pred. fdgr. 1, 118, 10 gobotleu; Schönbach alld. pred. 3, 233, 31 golönt. vgl. anz. 17, 32. überall assimilalion des vocals der partikel an den des Stammes. XXX.YII, 9, 11 za samiui gehört wohl ebenfalls Melier und zo lüde Wiener Notker ps. 23, 7. auch dem nachfolgenden consonanlen konnte sich die partikel assimilieren, wenigstens in guwis Bulh. 17 7; Jerusalem Diem. 371, 22. 4, 8 erini wird in der Heidelberger hs. der kehr, häufig geschrieben. 5, 2 erinin: vgl. 8,2 zuiviltin. 4 kinl: Dan. c. 3 werden diem drei immer viri genannt, aber pueri nach Dan. c. 1 ist im ma. ihre gewöhnliche bezeichnung. vgl. zb. Rhein. Paulus 5 (= Milst. sdkl. 774). 22 die drie chnabin; Buland 269, 29. kehr. 294, 16 driu kindelin; ags. Azarias 172 geonge enihlas, 182 bearn. 6 irchantin: ungefähr gleich einem 'anerkennen wie Bari. 14, 14 die Krist ze gote nanden und diu abgot niht erkanden. 6, 3—6 vgl. Harlmanns credo 67—72 ih geloube an einen got ■ • • di da lnz gewerden den himel und di erden und allir dinge gelich. 232 XXXVI DIE DREI JÜNGLINGE IM FEUEROFEN 7, 6 der unbestimmte artikel fehlt bei michil menigi auch Ol fr. 5, 13, 16 fisgo mihil menigi; Diem. 12, 24 des wazzeres michel menege; vgl. evan- gelienüberselzung Malth. 13, 2 (Germ. 14, 444) turbae mullae, michel menige. 14 ist die anfangszeile mehrerer sonst verschiedener doxologien (Daniel thes. hymnol. 1, 12. 63. 82; PhWackernagel kirchenlied 1, 9 nr. 7. 8), z. 15 aus dem anfang des Te deum laudamus dem reime und mafse dieser zeile gemäfs gebildet. 16 et benedicebant deum in fornace Daniel 3, 51. die zeile ist reimlos und, wenn man sie streicht, wird es auch z. 13, weil dann notwendig z. 14. 15 zusammen gehören, zwischen 9. 10 und 11. 12 war die wähl nicht zweifelhaft [richtiger, wenngleich, weil die beziehungen in dem gedichte auch sonst keine genauen sind, nicht unanfechtbar, scheint mir Roediger zs. 33, 422/". die ausschei- dung vorzunehmen: er verwirft 7. 8 wegen ihrer Übereinstimmung mit 8, 7. 8 und tilgt 11. 13; dagegen behält er 9. 10. 16 bei und setzt 12 zwischen 15 und 16]. 8, 4 vgl. zu 2, 6. indessen ist die hinzufügung von himil vielleicht nicht unbedingt notwendig, wie im anegenge 14, 59 golt ohne nähere bestimmung der cliuuic genannt wird. 9. 10 Rhein. Paulus 20 unze du mit tiuime tröste sie derüz löslös; 26 mit demi seibin irösle so du sie druz löstös. 11. 12 scheinen nur hinzugefügt, um dem gedichte zu einer arl abschluss zu verhelfen und zur Judith überzuleiten, die sich nun unmittelbar anschließt. Dem vorliegenden gedichte ist von einem interpolator übel mitgespielt worden, an 6, 8 erweist er sich als ein versverderber und als ein elender verdeullicher: er meint die anrede hinzufügen zu müssen, die doch im beginn der angeführten worle 6, 2 fehlt, auch 7, 6 kann in der überlieferten gestall unmöglich ein vers sein, hier wie in 5, 4 zeigt sich der interpolator geneigt, immer der Verdeutlichung wegen, das Personalpronomen oder pro- nominaladverbium durch das Substantiv zu ersetzen, dass dies keineswegs im sinne des dichlers war, lehrt in beiden fällen das unmittelbar vorhergehende (7, 5 in; 5, 3 den) und 7, 8, wo die beziehung von in auf die drei Jünglinge eigentlich nur aus dem Zusammenhang erraten werden kann [doch s. zu 7, 16]. darnach ist auch 6, 1. 7, !. 8, 1. 8, 5 geändert, zweimal werden dadurch die heidini beseitigt, der gegensatz zwischen heiden und gläubigen scheint in dieser schärfe überhaupt erst dem interpolator anzugehören: schreibt er doch auch 4, 7 heidinkunic gegen den vers. nicht minder scheinen diu abgot erst durch ihn eingeführt zu sein, wenn man es auch nicht sicher behaupten und darnach verfahren darf, der überladene erste fufs 6, 2 ist das einzige derartige beispiel in dem gedichte, voran gehl der Singular siuin gol 5, 8: also etwa dfn got ist? ebenso steht in 3, 1 (vgl. 3, 8. 10) der Singular imo 427 wie in 2, 11: trotzdem ungehörig in 2, 12 der plural an du abgot. nicht minder dürfte die conslruclion in 2, 3—6 nur auf zerrütteter Überlieferung beruhen, so dass man statt sinu abgot lieber eine lücke bezeichnen und das komma nach vorebti streichen möchte, was im echten texl gestanden habe, lässt sich an allen diesen stellen nicht bestimmt angeben. XXXVI DIB DREI JÜNGLINGE IM FEUEROFEN 233 u>ie die heiden und die abgölter, so sind auch du drü kint vielleicht nur dem inlerpolalor zu verdanken, mehrfach schon hallen wir sie aus metrischen gründen zu beseitigen: 6, 1. 7, 2 vgl. 7, 1: an der erstgenannten stelle verrät der nicht angezeigte slrophenbeginn die ändernde hand: und wenn sich auch zu 5, 4 die geläufigkeil der bezeichnung kint, kimlelin, knaben ergab, so ist angesichts 4, 1 der Wechsel der be- nennung doch höchst auffallend, also etwa ili lierrin 5, 4. 8, 10 statt i'ü drü kint zu lesen? dass die drei Israeliten gewesen, wird nirgends gesagt, darum nimmt sich die eingangsstrophe mit ihren ungeschickten Belehrungen hier etwas seltsam aus: sie würde eher noch, obwohl auch schlecht, zur Judith passen als zu dem vorliegenden stück, müsle nicht ein dichter, der so beginnt, dann fortfahren: 'die anderen aber, die Nicht- israelilen, machten sich abgölter; so tat auch ein könig namens Nabu- chodonosor'? anstatt dessen klingt 2, 1 wie ein an fang, dem nichts vorausgegangen, wird danach die echlheil von slr. 1 etwas zweifelhaft, so bleiben acht Strophen von 12. 10, 8. 8. 8, 12. 10 Zeilen: ein entschieden symmetrischer bau, an dem vielleicht nichts fehlt, denn die Anerkennung golles durch die leule Nabuchodonosors gibt einen ganz passenden schluss. anstatt der letzten vier Strophen bietet die Überlieferung (vgl. 6, 1 varr. und zu 7, 16) drei von 16. 16, 10 zeilen. der inlerpolalor benutzte, wie sich zu 7, 16 zeigt [?], den grundlexl. der ursprüngliche dichter entnahm daraus nur das gerüsle, indem er das detail frei gestaltete, er folgte darin dem durch die fahrenden für die behaud- lung biblischer Stoffe gegebenen beispiele , vgl. den excurs zu XXXVII. dass er selbst nicht zu diesen gehörte, ist wohl aus dem lalein von 7, 14. 15 zu schliefsen. jedesfalls muss er sich auf einer höheren bildungsslufe befunden haben als der dichter der Judith, der nicht einmal die biblischen namen unenlslelll wiederzugeben wüste, [für die ursprüngliche verschiedenheil der drei Jünglinge und der Judith spricht 1) der durchaus selbständige und in sich abgeschlossene characler jedes der beiden gedichle. keine spur einer beziehung besteht in der Judith auf die drei Jünglinge, aufser in der ganz ungeschickten Interpolation 6, 2—9 mit ihrer doppellen anrede an Olofernes und an Nabuchodonosor, einer inlerpolaüon, die deutlich aus dein bestreben hervorgegangen ist, eine antwort für die slr. 5 zu gewinnen. 2) der formelhafte characler der Judith s. zu XXXVII, 7, 2, ferner 5, 1. 2. 8, 1. 2. 10, 12. 13, die beleuerung daz is war 4, 1, ziware sagicli ii daz 7, 4. 10, 5 und noch zweimal ziwari als reimworl 7, 8. 10, 9. dass nur in der Judith adjecliva auf -sam begegnen, will ich wenigstens anmerken. 3) nach Müllenhoff und Scherer die beobach- lungen zu XXXVI, 2, 1. 2 und zu XXXVII, 10, 1. 3, die mir allerdings recht zweifelhaft sind. 4) das eben angeführte argumenl Scherers. Waag beilr. 11, 118 bekämpft dasselbe höchst unglücklich, aufser Be- bilin ist in der Judith auch abra in Ävi entstellt, während der name Misahel der drei jüngiinge 4, 4 stall Misac, selbst wenn er auf den Verfasser und nicht blofs auf den Schreiber des gedichles zurückgehen sollte, nur für dessen bibetkennlnis spräche: denn so hiefs nach Dan. 1, 6 der mann ursprünglich, erst später wurde er Misacb umgetauft, ich kann daher 234 XXXVI DIE DREI JÜNGLINGE IM FEUEROFEX den ausfuhrungen von KHofmann (silzungsber. der Münchner akademie 1871 s. 557 ff.) und von AWaag aao., welche beide Stücke als ein gedieht auffassen, dem sie den lilel Nabuchodonosor beilegen, nicht zustimmen, es bleibt mir unverständlich, mit welchem rechte Hofmann den eingang der Judith 'abrupt und gegen allen gebrauch dieser geistlichen dichter' nennt, beginnt denn das Ludwigslied wesentlich anders? oder man vgl. Alfrdd nr. XXIV oder den anfang des mittel fr. Urandan, oder, um ein von Waag vermissles genau entsprechendes und unantastbares Zeugnis etwas späterer zeit anzuführen, Olles Eraclius 1 (Graef 141) ein keiser hiez Focas. das überlieferte herzogi der ersten zeile hat übrigens Scherer nicht, wie Waag vermeint, deshalb in kuninc geändert, 'weil bei Sonderstellung unerklärt blieb, von wem — zu dieser ansieht ist er wohl durch Hofmanns conjeelur sin herzogi Holoferni verleitet worden —, sondern weil Holofernes später in der Judith könig genannt wird: jedoch halle ich es für möglich, dass derselbe, der zuerst 'Heerführer' hiefs, später als 'könig' bezeichnet werden konnte, und für die saclie verschlägt es meines erachlens nichts, welches der beiden praedicale in der ersten zeile gebraucht ist. auch der von Koberslcin- Bartsch (grundriss 6 1, 152. l »l, 75) vertretenen ansieht, beide gedichle rührten von einem Verfasser her, widerstreiten die oben angeführten differenzen 2) 3) 4). der umstand, dass die hs. beide als ein gedieht überliefert, beweist natürlich nichts: ein späterer konnte sehr wohl auf den gedanken kommen, die geschichle von der Judith, bei der in der bibel ein Nabuchodonosor eine rolle spielt, mit einer erzählung von könig Nabuchodonosor zu vereinigen:] XXXV11 JUDITH. Vorauer hs. bl. lü() a —100 c . JDiemer deutsche gedichle des XI und XII jh. (1840) s. 119—123. 1, 1 ist j. Jud. Diem. 134, 10 er (Holofernes) wart sä des liers cliunieli durch unser gedieht veranlasst? 3 die gekürzte form zb. schon kehr. 125, 17. 159, 8 der alier wirsle man und 32, 25. 43, 3. 228, 21. 256, 2. 466, 17 der wtste. 2, 3 vuri = vuore. 5 zu sieh suer vgl. gramm. 3, 41. 3, 1 gewinnen vom zusammenbringen eines heeres auch kehr. 199, 28. 428 213, 26. 428, 24/'. 488, 23. 8 Lampr. Alexander Diem. 202, 20 er zestörlc ouch Pitaniam, da Judith Holofern siu (l. Holoferni diz) honhet nam ist wohl nur derselbe irrtum. 4, 1. 2 Anno 18, 13/'. (273/.) da aribeili Cesar, daz ist war, nier dan ein jar, so her ff. 3 über den formelhaften reim anz. 1, 74/. 5, 2 ähnliehe parenthetische sülze in der gen. fdgr. 12, 37 (=bücher Mosis Diem. 55, 11/-) 1> U0 sprach unser Irechttn, die genäde wären sin; 30, 33 d6 sprach Ahrani, golo was er gehorsam; 58, 5 dö sprach der skenche, mislih wären sine gedanche; Rulh. 116.312 alsus redet (16 Liu- polt, dem kunege Rüther was er holt; Maria fdgr. 150, 3 als in Moyses xxxvii juditii 235 geriet und ir valer Abraliam, dem waren sie gehörsam, Ysac und Jacob dänäh; spec. eccl. /'. 126 a Talheus, genamet was er Judas, becherte die grozzen Persiam haben nicht das formelhafte wie im Georgslied, hier (vgl- 8, 1/. 10, 12/. und zu 7, 2), im Salomo 15, 1. 20, 1 und in der interpolalion des Salomo 15 f. 51/'. 6, 3—8 = XXXVI, 6, 3—8: die Interpolation muss in verhällnis- mäfsig später zeit stattgefunden haben, als das gedieht von den drei jüngl. selbst schon interpoliert war. 18 in dir'ri: 10, 6 do schanc'ti. 7, 1 gided: Olfrid 2, 14,23 öba Ihn, quad er, datist, ibia gotes gift irknätis; gewöhnlicher mit iz und einer adverbialen bestimmung: leben Jesu Diem. 275, 24 si täten iz durch not, si wurden ie sä ge- sunderdt; MSF. 11, 20 im luoz durch dine tilgende und enbiut im eles- liehen rät. obwohl ich die kürze der ersten silbe von Judilhi sonst nicht nachzuweisen vermag, so ist sie doch hier kaum zu bezweifeln und wird auch durch die formen ludda lutta vorausgesetzt. 2 vgl. 9. 6. 10, 7. (ll b , 6), auch XVII, 10. 5 schünis /'. schönisl mit bekannter apokope. 8, 8 bigähin (Olfr. 2, 14, 94; Kudr. 494, 2: s. die wbb.) ist das einzige mit bi beginnende und dem reime wie dem sinne angemessene adverbium. 5 Vor. gen. 26, 10 e ime wurde daz schone wlb. 9, i—4 Adelbrechls Johannes 208 ff. (vgl. 194/".) Do des berren (L Do die) jüngeren daz vernämen, wie drate s! dar chänien! den lichamen si üf hüben, in daz grab trügen. 8 Anno 23, 4 (373) unz Elenus — des luionin Ecloris wiiiwin genam; kehr. 509, 22 do nam si ain haide- niscer man; Ruth. 3807 des sunne (l. sun) sal sie neniin hinacht. die verwanten stellen der Nib. und des Iwein s. bei Lübben und Uenecke. vgl. noch Uhland nr. 36, 7 und dass ich üch gerne näme; w. 298, 14 der juug von Neifen nimt dein weib und in heuliger mundarl zb. OLudwig Heilerethei s. 168. 14 Athis B 10 er sprach 'daz luon ich gerne' und sichirl im au sine baut. 10, 1. 3 samini: sptsi ist der einzige fall in den echten teilen der Judith, in welchem blofs unbetontes i reimt [aher 6, 17/'. danni: wclli. 11, 1 f. gloubigiu : heidinin], und verdächtig, weil zisamiui, wie die ganze zweite zeile, gedankenlose Wiederholung aus der vorhergehenden Strophe sein kann, ich denke, es ist durch zi müsi zu ersetzen. 4 hero s. zu XVII, l. ß—. 7, 1. 2 wiederholt diu wdrheil, das gedieht von der zukunft nach dem tode in der Vorauer hs„ s. zu XXXI, 10, 1; 11, 2; leben Jesu 231, 2 Diem. (fdgr. 1, 141, 38) do gelitte der himel zuo der erde; Christi geburt 92 f. (zs. 33, 354 vgl. 371) duo was zuo der erden gehil der himel als diu huoeb quil. über so werde Haupt zu Neidh. 98, 20. XXXIX MELKER MARIENLIED 247 3 spec. eccl. s. 16 Kelle danni wtssagte s. Ysaias (Jesai. 1, 3) cognovit bos possessorera suum et asinus praesepe domini sui: wol crcliantin der esel und daz rinl daz heilige golis kint; leben Jesu 232, 21 Diem. (fdgr.m 1. 143, 9) do enlwech der esel unde daz rint, si Arten ie sä daz fröne chint. 4 wole mit Lachmann auszuwerfen sehe ich keinen grund, denn doppeller auflakl begegnet öfter, und das zu v. 3 beigebrachte zeugnis spricht für die beibehallung des worles. 6 WGrimm xxxvi, 6 ohne zweiten beleg. 8, 5 da stärkere syncopen schon in älteren hss. (zu LV, 19, excurs zu XCV, Schönbach zs. 20, 139, Graff 4, 13), freilich meist nur in nominibus, vollzogen werden und ähnliche selbst in mitteldeutschen gedickten (zu XXXV, 3, 6. XXXVIII, 114) vorkommen, so ist doch Wackernagels globet wahrscheinlicher als das verkürzte imer (Lachmann zu lw- 998. vgl. Keiles spec. eccl. 20. Tnugd. 50, 38. 64, 48). an ie ffler 'immer mehr' kann der dichter unmöglich gedacht haben. 9, 1. 2 Ezech. 44, 1. 2 et converiit mc ad viam porlae sanetuarii cxlerioris, quae respieiebat ad orieutcm, et erat clausa, et dixil dominus ad me 'porta haec clausa erit, non aperielur et vir non transibit per eaiu, quoniam dominus deus Israel ingressus est per eam, eritque clausa prin- Cipi'; WGrimm xxxu, 25, Salzer s. 26—28. Arnslein. Marienl. XXXVIII, 70/'. Honorius p. 905. lilanei 219, 5 (Mafsm. 201) ilu bist diu (ein) bislozuiu horte. 3 cantic. canl. 4, 11 favus dislillans labia lua — et odor vestimenlorum luorum sicut odor thuris; WGrimm xli, 20, Salzer s. 69/'. 6 gallün : turtiltuhün Wackernagel; das alter des gedichls, das gewis dem anfang des XII jh., wahrscheinlich noch dem XI angehört, widerspricht der herslellung dieser reime nicht, dann uber hallen vollere reime auch wohl an andern stellen hergestellt, aber wohl nicht der um- laul durchgeführt werden sollen. WGrimm xxxvit, 15, Salzer s. 134 ff. 10, 1—4 cantic. canl. 4, 12. 13 hortus conclusus, soror raea sponsa, horlus couclusus, fons signalus. emissiones tuae paradisus maloruin puni- corum cum pnmorum fructibus, cypri cum nardo, nardus et crocus, fistula et cinnamomum cum universis lignis Lihani, myrrha et aloe cum omnihus primis unguentis; eccles. 24, 20 sicut cinnamomum et halsamum aromati- zans oilorem dedi; vgl. lsidor zu 4, 1; WGrimm xxxiv, 20. 27. xlii, 4, Salzer s. 9/'. 15/f. 281//.; Wackernagel alld. pred. 9, 24/". daz ist der hrunne hesigileter, garte heslozzener. 5 WGrimm xxxvu, 12. 11, 1 eccles. 24, 17 quasi cedrus exaltala sum in Libano; WGrimm xliii, 18, Salzcr s. 151 ff. 2 eccles. 24, 18 et quasi plantatio rosae in Jericho; WGrimm xlii, 12, Salzer s. 183//'. 3 eccles. 24,20 quasi myrrha electa dedi suavilatem odoris; WGrimm xliii, 5, wo mit unrecht auf cantic. canl. 3, 6 verwiesen ist. es ward auch cantic. canl. 5, 5 und für xlui, 16—21 eccl. 24, 17. 18. 19 von WGrimm übersehen. Salzers. 172/7". vgl. Honorius p. 498/. 5 WGrimm xxxx, 17. 12, 1 WGrimm xliii, 24/7". Honorius p. 903. 13, 1 s. exe. zu XI s. 302. 2 edilin statt edill, wie nianegtn, vinslrin udgl. statt manegi, vinstri; in der summa theol. XXXIV grünin, burdin, mendin. 3 du bist scheint Zusatz, ich beziehe die vergleichung 248 XXXIX MELKER MARIENLIED mit WGrimm xlviii, 14 wie v. 2 auf Christus, vgl. Harlmanns credo 7 56 von ir ist üf gerunnen der sunne des rehlen; Wemhers Maria 147, 10 Hoffm. si gebar den wären sunnen; Honorius aao. maris Stella solem justiciae mundo edidit; zu Ezzo XXXI, 6, 5 — 8; obgleich auch Maria der sonne verglichen wird, WGrimm xxxviii, 29/7'. 5. 6 Judith 15, 10 tu gloria Jerusalem, tu laetilia Israel. 14, 1 WGrimm xxxviii, 12. 2 WGrimm xxxn, 16. Arnslein. Marienl. XXXVIII, 230. 3 WGrimm xxxv, 29. 4 aus Isidor, s. zu 4, 1; vgl. eccles. 24, 12 et qui ereavit ine, requievit in labornnculo meo; WGrimm xxxvi, 11, Salzer s. 17. 19 ff. Arnslein. Marienl. XXXVIII, 30S. 5 Roediger zur Milst. sündenkl. 815. 6 dieselbe zeile kehr. 415, 8. Scherer aao. bemerkt, dass das lied sich in gruppen von 3, 3, 2, 3, 3 Strophen gliedert, die beiden str. 7. 8, die die mitte bilden und iSSbeide mit Do beginnen, enthalten das hauplfaclum, die geburl Christi und die ersten 1 — 3 haben den historischen eingang, 9—11 die an- rufung im anfang mit einander gemein, vgl. auch zs. 20, 127. XL MARIEN LOB. Vorauer hs. bl. 93 c — 94". JUiemer deutsche gedickte des XI und XII jh., Wien 1849, s. 69, 6—72, 8. collation von PPiper zs. f. d. phil. 20 (1888), 478. die Vorauer hs. ist zum teil aus sammethss. hervorgegangen, die erste hs. der art, die nach der kehr, aufgenommen wurde, enthielt eine genesis 74"—87* 1 , dann ähnlich wie die Wiener und Milsläler hs. als fortselzung 87' 1 —93 c eine bearbeilung der biblischen geschickte bis zum fall von Jericho, teils nach der exodus (Diemer 32, 1 — 62, 2), nach numer. 21, 6—9 (Diem. 62, 3—14), exod. 17, 8—13 (Diem. 62, 14—26), Jos. 2, 1//'. (Diem. 63, 4—27), numer. 13, 24 ff. 14, 1 ff. (Diem. 63, 27—65, 8), numer. 20, 12. 13 (Diem. 66, 9—15), teils nach apoerypken und abgeleiteten quellen, die der herausgeber zum teil nachgewiesen hat; so für die erzählung vom lode Mosis 66, 16 bis 67, 22. auch vom Übergang über den Jordan wird 67, 22—68, 29 nicht nach Jos. 3. 4 berichtet, mit den versen 69, 3—6 Da plisen di snelle. siben Iiorn sbelle. si gingen darumbe siben stnnt. da fil dev müre sa ze stnnt. (= Jos. 6, 13—20) bricht dann die erzählung mitten in einer zeile ab und es beginnt das Marien lob ohne ein zeichen eines neuen anfangs, mit keinem gröfseren anfangsbuchslaben, als die abschnitte der voraufgehenden erzählung. ganz ebenso schliefst sich daran wieder 94"—96" (Diem. 72, 8 —S5, 3) die geschichle Balaams nach numer. 22—25 mit einer beschreibung des israelitischen heeres, der bundcslade und der Stiftshülle mit mystischen deulungen und be- trachlungen. auch dies gedieht bricht ab, als der dichter von der langen abschweifung (Diem. 84, 24 hie luon ich wideicbere, lange twäle hän icb getan) eben wieder zur erzählung zurückkehrt, es folgt dann noch 96 a —96 (l (Diem. 85, 4— 90, 10), mit einer neuen zeile und gröfserem XL MARIEN LOB 249 anfangsbuchslaben beginnend, das von Wackernagel (litleraturgesch. s. 273 = -349) 'himrnel und hölle benannte gedieht von der Zukunft nach dem lüde, das sich gegen den schluss (Diem. 89, 13) selbst 'diu wdrheil' betitelt, über die zweite in die Vorauer aufgenommene sammelhs. s. zu XXXIV. characlerislisch für die Orthographie dieser ersten hs., mit ausnähme etwa des letzten Stücks, der wahrheil [die aber wie das ganze bl. 96 von jüngerer hand geschrieben ist. für sie eine besondere vorläge anzunehmen, dazu reichen die argumente AWaags beilr. 11, 105 bis 109 gewis nicht aus], ist die bezeichnung der meisten diphthonge; sehr gewöhnlich ist i für ie (im Marien lob nur einmal 3, 18 vierde), ziemlich häufig auch u für u, ev für in, seltener ai ßr ei. da indes diese eigenheilen sich auch in anderen teilen der samlung finden, wo sonst eine andere Orthographie vorherseht, so lässl sich durchaus nicht bestimmen, wie viel davon der vorläge oder ersl dem abschreiber angehört, daher und um auch nicht zu einer falschen Vorstellung von dem dialekt des Stückes zu verleiten, schien es angemessener, die grammalisch richtigere bezeichnung der doppellaule herzustellen. 1, 9 vgl. Ezzo XXXI, 10, 11. [14 f. ich bin zweifelhaft, ob die Überlieferung , welche daktylischen rhythmus zeigt, nicht beizubehalten und die Interpunktion nach z. 13 stall nach 14 zu setzen war.] 22 der ausdruck war, wie es scheint, sonst in der mittelalterlichen Iheologie für die sache nicht sehr gebräuchlich. einigermaßen vergleichen lässl sich llonorius im elueidariwn 1, 18 p. 1122 Migne: quatluor mortis facit ileus homines — quarto modo de sola femina, quort Privilegium Christo soli reservalmn est. vgl. Harlmanns credo 720 rti ere hat siu eine vor allen andern fron wen. 2, 1 Jesaias 11, 1. 10 egredielur virga de radice Jesse, et (los de 430 radice eius ascenrtet. — in die illa radix Jesse, qui siat in Signum popu- lorum, ipsum gentes deprecabunlur; acl. apost. 13, 22. 23 inveni David iilium Jesse — lutius deus ex semine seeundum promissionem ednxit Israel salva- torem Jesum; Rom. 15, 12 et rursus Isaias ait 'erit radix Jesse et qui ex- surget regere genles, in enm gentes sperabunt'. vgl, zu XXXIX, G, 1 //'. 112 reg. 7, 12/'. suscitaho semeu tuum post te, quod egredielur de utero luo et firmabo regnum eius; ipse aedificabit donium nomini meo et stahiliam Ibronum regni eius usque in sempiternum; psalm 131, 11 juravit dominus David veritatem et non frustrabitur eam: de l'ruclu ventris tui ponam super sedem tuani. vgl. 3 reg. 5, 5. 8, 19. 1 par. 17, 11 f. 22, 10. ad. ap. 2, 30. 21 die letzte der notkerischen Sequenzen einer Münchner hs. des XI jh. (bei Mone lat. hymn. nr. 3 z. 11 und Piper Clementis Alex. hymn. in Christum 1835 s. 50) schliefst angelus et sponsus pastorque propheta sacerdos, ä&ävaroc,, la%VQhq i &s6q, navroY.QaxcoQ 'lijöovg salviflcet nos, S| t eui secla per omnia So^a; ähnlich wird Christus in dem Münchner cod. lat. 23374 (*. zu XLV11, 3) 6/. 15 b p. 216" angerufen unitas angelus ayos yschiros allianalos und im cod. germ. 821 bl. 201 a1 ' anz. des german. mus. 1869 s. 46 ff. Wido de nominibus Christi in Pilra spicilegium Soles- fnense III, 448 entlehnt aus lsidor elym. 7, 1, 3: Prinium apud Bebraeos dei noinen El rticilur, quod alii deum, alii etymologiam eins exprimentes Irr/VQov 250 XL MARIEN LOB id est 'fortem' interpretati sunt, die namen oder beinamen stammen aus dem allen Irisagion der kirche, das mindestens schon im fünften jh. im gebrauch war: ayioc, b &sog, äyioq ioxvQÖq, aytog äöavarog, elhjOov ijficijv. 24 das alte worl widerwinne (ags. vidervinna gl. Prud. bei Mone anz. 1839 s. 242 = Germ. 23, 39S a ist wohl verbum, vgl. 389 b ) findet sich im XU. XUI jh. aufser dem Alexander 2686 Mafsm., Harlmanns credo 1727 daz wir suln minnen unsc winnen /. widerwinnen, und dem Lanzelei 4548 nur in entschieden österreichischen quellen häufiger, mhd. wb. 3, 7 13, vgl. zur gesch. der Nib. s. 86. 3, 3 lioediger verweist anz. 1, 68 auf den gleichen reim im Vor. Moses 51, 2. 8 vgl. 5, 11. 12. 9 Jesai. 1 1, 2. 3 et requiescet super eum spiritus domini, Spiritus sapientiae et intellectus, spiritus consilii et fortiluilinis, spiritus scieniiae et pietaüs, et replebit eum spiritus liraoris domini. vgl. XXXVIII, 3S; Leysers predigten 90, 28 ff. (schon von Diemer angejühH) üi der uluomen, duz ist üf unserm herren Jliesu Cristo, so ruo- wete der geisl der wisheil und der geisl der Vernunft, der geisle des ri'itis und der geisle der slerke, der geist der kunst und der geist der guote, und der geist der golis vorhte sol in ervnllen und bewurzelen; Arnolds lob- gedichl auf den heiligen geist bei Diemer 335, 18— 337,23, spec. eccl. s. 179 Kelle, palernosler XL1II, 3, 1 ff. usw. über den reim lioediger zur Milsl. sündenkl. 673. 12 der sinn isl 'niemand soll eine andre meinung davon haben, darüber anders denken und anderes behaupten', die Versicherung«- und beteuerungsformel des oder zwäre des phlige ich mich ist bisher fast nur aus der Wiener und Milsläter exodus (Diemer gen. und ex. 2, 202; mhd. tob. 2, 1, 498; Scherer QF. 1, 76), aus der Vorauer exodus 41,19 Diem., dem Vorauer Joseph 648 und dem Balaam (QF. 7, 51) nachgewiesen, abermals ein fingerzeig für die herkunft unseres gedichts, vgl. Scherer QF. 7, 49. lioediger anz. 1, 68. 16 am vollständigsten sammelte die beispiele für gesach in (mich, dich) got Scherer zs. 24, 448. dazu kommen noch die fälle aus dem Ilohenburger hohen liede nebst anderen bei Kraus )VSB. CXXI1I, 4, 6. 4, 6 Isidorüs de fide calholica contra Judaeos 1, 9, 3 ideo aulem 410 tanla dona spiritus super eum praedicanlur (aao. des Jesaias), quia in eum non ad mensuram spiritus inhabitat sanclus, sieut in nobis, sed tota inest pleniludo diviniialis et gratiarum, 16 ist das jüngste gericht gemeint, so ist kneht wohl nicht servus, sondern der junge leichtsinnige mann und der unterschied des timor servilis und filialis (zu XXXIV, IS, 3—10) spielt hier und v. 23 f. nicht hinein. 19 reffet] WGrimm zu lluland 10,22; litanei 160. 868 Mafsm. 20 vgl. Ära jüngstes gericht 200, 23 ff. (287, 23 #'. Diem.) so rilltet er relile dem herren und dem chnehte, der frouwen und der diuvve, Milsl. sündenkl. 164/f. und anm. 22 vom rechte (Karajans Sprachdenkmäler) 7, 14 die herren und die chnehle, die vrouwen joch die diuwe, die schulen haben iriuwe; 8, 4 ff. Wil der herre und der chneht bede minnen daz reht, so sagent diu buoch zwäre, si wer- dent ebenbere. wil diu vrouwe und diu diuwe minnen die Iriuwe, so sagent diu buoch zwarc, si werdent ebenbere .... die schalche und die diuwe, minnent si die triuwe, ir arrauol sinl nie so gröz, die werdent der beristen XL MAHIEN LOB 251 gnöz. 23 diu wdrheit 87, 28 Diem. hab wir im iht gedienot, des will uns gelönot. 5, 6 Salzer s. 97. 11 canlic. canl. 2, t ego flos campi et lilium convallium; vgl. zu XXXIX, 4, 2; Harlmanns credo 713 di gebar daz scone lilium, daz da heizet convallium; 737 ff. der stam der heizet Jesse, de cuius radice virga floruit, germen protulit, dan üz wuolis ein ruoie heilich unde guote: daz ist di veltbluome, der crislenbeit ze ruome. 13 Honorius sig. s. Mariae c. 2 p. 502 ipsa lilium convallium, id est ornatus humilium paren- tum; vgl. p. 382. 905. 16 cantic. canl. 4, 10. 11 et odor uuguentormn tuorum super omnia aiomata, favus dislillans labia tua, sponsa, mel et lac sub lingua tua. 18 vgl. WGrimm xli, 1 8 ff. XLI SEQUEISTIA DE S. MARIA. Pergamenlhs. nr. 287 (früher 39/17) der Universitätsbibliothek zu Graz, 250 hl. 4°, dem süße SLambrechl entstammend, besteht aus 3 teilen: 1) bl. 1 —12 saec. XII. I' urspr. leer, jetzt mit gebeten des XIV jh. beschrieben, ebenso 10 b . ll b . 12 b . l b —7 a kalendarium mit deutschen monalsregeln, abgedruckt zs. 20, 180 ff. 7 b . 8* Zeittafeln und oslerberech- nung. 8 b unser stück mit der roten beischrifl SeqiTtia (de S. Maria ist zusalz Diemers), darnach ein blall ausgeschnitten. 9*. 9 b . 10". 11*. 12' 1 bildet- über biblische gegenstände, die ganzen seilen füllend. 2) bl. 13° bis 84 h brevier saec. XIV. 3) bl. 85 s —250 b brevier saec. XII, von wechselnden händen geschrieben, mit vortrefflichen federzeichnungen, die einem physiologus nachgebildet sind, an den rändern, mehrere derselben sind ausgeschnitten, ebenso die monalsbilder auf bl. 2.3. JDiemer deutsche gedichle des XI und XII jh. (1849) s. 384 vgl. s. Li. die anfange der Strophen sind durch rote buchslaben gekennzeichnet, aufser den bei üiemer siehenden punkten hat die hs. noch folgende: 6 sunne. warheit. 10 aller magei. 20 mut s . 22 wunsten. 25 uerlos. 26 tot. 29 schepfsere. ermante. 30 brode. 32 Maria. 5 der ist eingeschoben, weil in dem gedichle die Senkung nur innerhalb eines Wortes oder zwischen der vorletzten und letzten liebung fehlt. 8 es war wohl besser ahte (: brahte) als äbte (:braehte) zu schreiben wie Maria fdgr. 2, 204, 9 goles in mennisken able (:maehte l. mähte). 9 über die conslruction hat Hahn :u Tnugdalus 45, 4 einiges gesammelt. 10 wunne tvird durch reim und vers gefordert, vgl. alld. bl. 1, 375 Aller magde ein wunne. im leben Jesu fdgr. 1, 132, 20 wird von Maria gesagt si ist aller wibe wunne (vgl. MSF. 10, 9), und in den lateinischen hymnen heifsl sie fast ebenso häufig decns virginum als virgo virginum. vgl. Mone nr. 380, 3. 511, 17. 512, 1. 524, 19 usw. 13 Satzer s. 222 ff. 20 vgl. z. 38 und XLII, 31. 23 ff. Scherer bemerkte 'die hier ausgesprochene anschauung vergleicht sich am nächsten der von WGrimm (goldene schmiede s. xxxiv) belegten von Maria als dem feuer des lebens, in dem der alle phoenix sich verjüngte, in den lat. gedichlen, ivenig-4il 252 XLI SEQUENTIA UE S. MARIA stens in Mones Marienliedern (lal. Hymnen bd. 2) findet sie sich nicht, so häufig darin auch ähnliche he Zeichnungen für Maria sind: lumen vitae 558, 101. (vitae flumen in z. 50 eines acroslichischen Mariengedichts bei FHaase miseellan. phüolog. I. v c. 4, 1863.) radix vitae 509, 2. vitae porta 529, 4. vitae via 353, 4. 366, 9. 370, 8. 379, 34 usw. auch in ThRaynauds nomenclalor Marianus (Marialia 7,337 —445) kommt der ausdruck flamma vitae oder ein ähnlicher nicht vor. ebensowenig in dem gedichle de nomini- bus bealae Mariae virginis (XII jh.) bei Vitra spicil. Solesm. 3, 451.' aber nicht flamme, sondern stamme ist überliefert. da das wort zwar häufig schwach flecliert, jedoch nicht als femininum erscheint, so habe ich mit Scherer ein eingeschoben, natürlich liegt dann in Eva v. 24 eine cor- ruptel vor. erwägt man, dass auch sonst reime fori geschafft sind, so könnte man vermuten, dass statt Eva es früher hiefs unser anime. freilich würde das den beobachlungen zu v. 36, evenl. zu v. 5 widersprechen: wie wenig sicher indes diese sind, braucht bei der geringfügigkeit des beob- achlungsmalerials nicht hervorgehoben zu werden. 23 eine: vgl. XLII, 33 allein. 24 Eva] ich habe E unbezeichnel gelassen nach slr. 26, 5 des anhanges zum Heidelberger Freidank {Pfeiffer zur deutschen lilleralur- geschichte s. 84), wo das melrum unbedingt kürze verlangt, da an vorliegender stelle aus der versetzten betonung umgekehrt länge folgen würde, so kann man die ausspräche wie gol. Afvva (griecli. Eva) annehmen, vgl. aber jetzt zu 23//'. 31 niwer: vgl. Mone nr. 347, 1 f. paranymphus salutat virginem, novi partus assignans ordinem. 375, 11 ff. eui — Gabriel — mira detulit a deo famina, mundo nun quam audita. 36 die dreiteiligkeit gehl von der drillen Strophe an durch, und zwar so, dass die Stollen auch in den auflohten völlig übereinstimmen. 39 die drei letzten erhaltenen Zeilen sind den drei ersten metrisch gleich, nur in umgekehrter Ordnung, trotzdem ist das gedieht kaum vollständig, es fehlt mindestens die übliche anrufung der Jungfrau um ihre fürbille. Den vorliegenden leich wird man zwar für älter als den von Muri, aber mit bezug auf Lachmanns bemerkung (rhein. mus. 1829 s. 426) über die zunehmende genauigkeit der reime in Wernhers Maria (1172) und Heinrichs gedieht von des lodes gehügede (zwischen 1153 und 1163) jedesfalls für jünger als 1150 hallen müssen; denn von 18 reimen sind kaum 4 ungenau, und die zu z. 5 und 36 bemerkte beschränkung im fehlen der Senkung und im auftakle, sowie der ganze metrische bau, welcher der sequenzenform unmittelbarer nachgebildet ist, als die älteren von der grundform der deutschen Strophe mehr abhängigen ungleich- slrophigen gedichle (s. excurs XXXIV) deutet eher auf die zeit nach als vor 1170. die drei ersten Strophen sind, wie schon Mone bemerkte, Übersetzung der ersten Strophen der sequenz Ave praeclara (Mone 2, 355 bis 357 nr. 555. Daniel thesaur. hymnol. 2, 32), die also auch darum nicht von Albertus Magnus sein kann, wie sich PhWackernagel (das deutsche kircheniied 1864 s. 146/'.) von einem collatienbuch des XV jh. einreden lässl: nach Schubiger s. 88 gehört sie vielmehr in die erste hälfte des XI jh. jene Strophen aber lauten XLI SEQUENTIA DE S. MABIA 253 Ave praeclara maris Stella, in lucem gentium, Maria, divinitus orta. Enge dei porta, quae non aperta veritalis lumen, 442 ipsum solem iuslitiae, indutum carne ducis in orbem. Virgo, decus niundi, regina caeli, praeelecia ul sol, pulchra lunaris ul fulgor, agnosce omnes le diligenles. dabei wurde von der ersten Strophe, welcher die deutsche metrisch gleich ist, wahrscheinlich auch die melodie (s. darüber den excurs zu XL1I) beibehalten, in der vierten Strophe Te plenam fltle virgam almae stirpis Iessc nascituram priores desideraverunt patres et propheiae ist an die stelle der radix lesse die virga Aaron (vgl. zu XXXIX, 1, 2. 6, 1) gesetzt, aus dem anfang der fünften wurde noch lignum vitae benutzt; alles folgende aber weicht gänzlich ab, und es ist nicht wahrscheinlich, dass ein anderer lateinischer lext zu gründe liege: vgl. zu 23 ff. XL1I SEQUENTIA DE S. MARIA. A 'ein pergamentcodex vom kleinsten formal, schön und reinlich von einer hand des XII jh. geschrieben, einst der Überlieferung nach das eigenlum der hönigin Agnes, dann des kloslers Muri bis zu dessen Störung und plünderung im j. 1841, seitdem verschwunden' WWackernagel alldeutsche predigten s. 285, der im j. 1833 seine auszüge aus derhs. machte, bl. 32*—33 b lateinische gebele; bl. 33 b —36" Sequentia de s. Maria; bl. 36 a bis 41 b (schluss der hs.) das gebet Ewigu niagit. frovwa saneta Maria, das Wackernagel alldeutsche predigten s. 214—216 nr. 74 aus einer Engel- berger hs. bekannt machte; vgl. Diutiska 2, 289 ff. EGGraff Diuliska 2 (1827), 294—296. B die sequenz befand sich früher handschriftlich auch in Engelberg, wo aber nur zwei abschriften (als Ba und Bl) unterschieden) in catalogen des kloslers erhallen sind, welclie mit z. 50 resp. 38 schliefsen, mitgeteilt von KBarlsch Germ. 18, 49/". mit benulzung von Graffs auszügen aus Bl) KLachmann im rheinischen museum für philo- logie 3, 3 (1829), 425—429, dessen lext wir fast unverändert geben. WWackernagel altd. lesebuch 1859, 259—262, nach einer neuen 254 XLII SEQUENTIA DE S. MARIA vergleidhung der hs. von Muri, aber ohne vollständige angäbe ihrer les- arten; so konnte hier nur der lilel daraus entnommen werden, der durch lilleralurgeschichte 227 = 2 293 nr. 13 und altd. pred. s. 287 ausdrücklich bestätigt wird, sonst folgen wir Graft, lassen aber unangezeigt, wenn in der hs. i für unbetontes e, -u für -iu, o für uo, eli /'. k, c f. 1; (41 deine 66 cum), c f. ch (20 brac) steht, den umlaul bezeichnet sie nur viermal bei ä (5 gibere 21 uirneme 24 mere 33 selde). ebenso blieben US von li alle nur graphischen Varianten fori. C cod. lat. 935 der k. bibtiothek zu München, XII und XIII jh., das sogen, gebetbuch der heiligen Hildegard, enthält s. 70 das gedieht von z. 40 an in mitteldeutscher mundarl (einige ilöl hantgedal drösele, güiles seufde; i /'. ie; 56 wöz, 65 seede; 65 du /'. diu; 58 he, 59. 60 her /'. er; 45 di /'. der; 61 se f. sehe; 52 verlochenen usw.) mit vielen vollen endungen (eunenginna frowa wäron selbo). hier wurde nur eingelrageii, icas von der laulgestalt unabhängig ist. der lexl erscheint uns interessant für die Verbreitung des gedachtes, fast werllos für die krilik. der anfang der Strophen mehrfach unbe- zeichnel, i häufig accenluierl. FfCeinz in den Sitzungsberichten der Münchner akademie 1870 2, 113. 114. 2 vielleicht ist in genauerer Übereinstimmung mit dem rhylhmus des lateinischen (divlnitus örta) alier magde lueerne zu schreiben und als besondere zeile abzutrennen. 4 'es ist leicht zu bemerken, dass die vier ersten reime auf lateinisches a für dieses gedieht zu roh sind, und die vierte zeile ist für ein singbares lied zu unregelmäßig, wie man zu lesen habe, ist so offenbar, dass man es kaum sagen darf, man muss das lalein übersetzen: vil Hehler meres slerne: ein lueerne. gotes zeile: beslozzeniu eapelle. der letzte ausdruck stimmt mit der stelle, woraus er entlehnt ist, Ezech. 44, 1 porta sancluarü' Lachmann. 12 das überlieferte, das Wackernagel beibehielt, steht im Widerspruche mit dem Inhalte des gedichles, das dadurch als ein lob der triniläl angekündigt würde. 16 Parz. 463, 21 dazs (Eva) ir schelfere überhörte (:slörle). 20 'hrahte haben beide Handschriften: ich denke nähte' Lachmann. vgl. jedoch Maria fdgr. 2, 147, 34 nu bedenche, frowe, gröze, waz dir der engel hrahte, du got an dir bedählc ff. 29 MSF. 49, 2 wan der die helle brach. 35. 36 WGrimm xxxu, Salzer s. 90 ff. erlös. 2676 die höre gluckes schibe Marien durch ir ören scheip. Mone tat. hymnen nr. 37 0, 27 f. auris et mens pervia den sunt ingressus. 419, 9 ff. mirantur ergo saecula — quod aure virgo coneipit. 454, 1—3 (=455, 1—3) gaude virgo, mater Christi, quae per au rem coneepisli Gabriele nunlio. 42 f. Salzer s. 24 f. 44 /. 'die Verbesserung ist nicht ganz sicher' Lachmann. Wacker- nagcl behält die Überlieferung bei und schreibt z. 36 frowe. aber auf die verkürzte form, die er freilich auch z. 56 und zwar ganz ohne grund setzt, führt in diesem gedichte nichts. und Lachmanns meinung wird durch das lalein bestätigt, wo den z. 35. 36 (=43. 44) nur mit anderer versabteilung miium in mödüm | quem ös enixä entspricht. 46 durch Unterlassung der elision brüst' in und indem er hier und 38 unde schreibt, bringt Wackernagel eine zeile heraus, die den drei ersten der Nibelungenstrophe gleicht, die entsprechenden lateinischen Zeilen reg- XLI1 SEQBENTIA DE S. MARIA 255 nantem caelo aeternaliter und aliducto velo datur prospici zeigen jedoch, dass Lachmann mit recht die Überlieferung beibehielt. 49. 53 Hoediger zur Mihi, sündenkl. 749. 50 hier und 54 wird wieder Wackernagels annähme einer caesur nach frouwe daz und nach ilime sunc durch das lalein widerlegt, eher scheint die melodie mit frouwe und mit dinio abzusetzen. 59 und 62 Unde Wackernagel nach A: das lalein hat 444 aber da funlem boni visere und quo hausto sapientiae. 63 Wackernagel behält A bei und bezeichnet z. 60 vor die eine lücke. auch hier gibt lat. da puros mentis oculos und saporem vitae valeat Lachmann recht. 65 über die formet Roediger zur Milst. sündenkl. 7 30. Lachmann suchte aao. die zeit der abfassung des vorliegenden leiches näher zu bestimmen und schloss aus dem mangel überschlagender reime, er sei trotz seinen genau gebundenen zeilen vor der durchgesetzten regel- mäfsigkeit des reimes, also vor den neunziger jähren des XII jh. gedichtet, zur besläligung dieser ansieht könnte es dienen, wenn wirklich, wie es den atischein hat, im drillen slollenpare (z. 23. 25 scam: man, 29. 31 brach: iedocli), wie nach WGrimms meinung (zur geschickte des reims s. 50 f.) in einigen Strophen der Nibelunge, ungenau gereimte cäsureu zu erkennen sind. Lachmann sagt ferner s. 425, der dichter habe wohl den Hymnus Ave mnris Stella vor äugen gehabt, er folge aber mehr seiner Ordnung als seinem zusammenhange, es war ihm also die viel nähere verwanlschaft des leiches mit der berühmten sequenz Ave praeclara entgangen, dass er eine nachbildung derselben sei (Schubiger s. 88) ist freilich zu viel gesagt; aber er ist auf ihre melodie gedichtet, die 1858 p. ASchubiger (die sängerschule SGallens, exempla nr. 56) aus einer Einsiedler hs. neu herausgab, nur muss man dabei nicht an eine Übereinstimmung von nole zu nole denken; denn an kleinen modificalionen der melodie, die sich als notwendig erweisen, fehlt es nicht, aber solche finden sich auch in der Überlieferlen melodie selbst und sonst in fällen, wo nachweislich und unzweifelhaft zwei texte nach derselben metodie gehen, zb. die von Lachmann s. 433 mitgeteilte sequenz in natale s. Siephani protomartyris (Pez thesaur. 1, 1, 20 c. 4, Mone nr. 1159, Daniel 2, 6) gehl nach der melodie Concordia (Schubiger s. 45), aber lässl sich derselben nicht ohne änderung unierlegen, wie sie zu einer sequenz de s. Pelro et Paulo (Pez thesaur. 1, 1, 28 c. 16, Daniel 2, 19) von Schubiger exempla nr. 26 herausgegeben ist: daklylus tritt für Irochaeus ein und umgekehrt, zweimal differiert die länge der Zeilen um 2 silben, einmal sind sonst gleiche zeilen rhythmisch verschieden, ähnlich verhallen sich die sequenz Ave praeclara und unser leich zu einander, einige male erklärt sich die abweichung ihres lexles sogleich aus der Überlieferlen gestall der melodie. so entspricht zwar den silben (beslozze)niu cappel- (le) im laleiiüschen nur (a)per(ta), aber die melodie verweilt mit vier nolen auf -per-, nicht anders ist z. 7 reine ein vaz lat. carne, 9 kiini- ginne lat. caeli, 12 hören geist lat. oiunes, 13 an ende lal. flde, 17 (l'rou)we liere lat. vitae. andere male ist eine Veränderung der melodie nötig, um ihr die deutschen worte anzupassen, und zwar eine kürzung nur an 256 XL1I SEQUENTIA DE S. MARIA einer stelle z. 52 (=56) wenigstens wahrscheinlich, wo das lal. zwei silben mehr hat, die gleichheil aber hergestellt wird, wenn man einen dreimal wiederholten ton nur einmal nimmt, die erweiterungen beschränken Hb sich släls auf hinzüfilgung eines tones, meist auf hinzufügung oder Verdoppelung eines auflakles. trotz der gleichheil der melodie ist der Marienieich von Muri, wie schon erwähnt, durchaus keine nachbildung oder Übersetzung der sequenz Ave praeclara, wie man nach der ersten zeile allerdings vermuten könnte, gleich die folgende in lucem gentium Maria divinitus orla wird ganz anders gewendet, nur der ausdruck ein lielit der cristenheit nach dem lal. lux gentium gebildet, ebenso weicht die zweite Strophe des leichs von z. 2 an ab, und im folgenden erinnern nur einzelne Wendungen und ausdrücke, die an derselben stelle aber in anderem zusammenhange vorkommen, daran dass der lateinische tcxl dem dichter vorlag, so z. 9 des himeles kiiniginne = regina caeli, z. 20 die erwäh- nung der bolschaft Gabriels, z. 29 der die helle brach vgl. tuque furen- tem Levialhan serpentem tortuosumque et veclem collidens, z. 35. 36 vgl. miruin in modum quem es cnixa, ;. 43 daz lebende br&t vgl. manna verum, pane caeli: das genau entsprechende panis vivus ist, aus Joh. 6, 41. 51, in den hymnen sehr häufig, vollkommene Übereinstimmung herschl wieder zwischen z. 57 und Audi nos, nam te filius nihil negans honoral, entferntere zwischen den Schlussstrophen, aufserdem hat dem dichter vielleicht der hymnus Ave maris vorgeschwebt: man vgl. z. 13—15. 33 mit den beiden ersten Strophen Ave maris Stella, dei mater alma atque semper virgo, felix caeli porta. Sumens illud ave Gabrielis ore, l'unda nos in pace mutans nomen Evae — und einzelnes andere von geringerer sicherheil, was übrig bleibt sind so wenige und einfache gedankeu, dass sie von unseres dichters eigener erßndung sein könnten, wäre nicht auf diesem gebiete Jahrhunderte hindurch so viel vorgearbeitet worden, dass auch einem fruchtbaren köpfe kaum etwas zu erfinden blieb. XL1H DAS PATERNOSTER. A pergamenlhs. nr. 652 der Universitätsbibliothek zu Innsbruck, besteht aus fragmenlen verschiedenen inhalts. das vorliegende gedieht steht mit XL1V und den von Zingerle Germ. 12, 463—469 veröffentlichten receplen auf einer besonderen, einst, wie die abgeriebene vorder- und rückseile beweisen, selbständigen läge; es ist die zehnte von acht blättern, die seile zu 23 Zeilen: sie ist von einer hand des XII jh. gleich- mäfsig und sorg fällig geschrieben, die gedichle in forllaufenden Zeilen, die Strophen abgesetzt, deren anfangsbuchslaben fehlend, die schrift hat an manchen stellen durch feuchtigkeit gelitten, die überlieferte Orthographie habe ich im wesentlichen beibehalten, nur i f. ie, u /'. uo, u f. XL1II DAS PATERNOSTER 257 iu, ei f. ai, th f. ht und die öfters begegnenden längezeichen auf kurzen silben stillschweigend geändert, i, wo es verschleiß werden muss, durch e ersetzt. FJMone anzeiger für künde der teulschen vorzeit 8 (1839), 39—44. hier nach einer für Pfeiffer gefertigten abschriß Zingerles, der so freundlich war, noch eine anzahl fraglicher stellen für mich nachzusehen. ß hs. der bibliolhek des Vereins für die geschichte und landeskunde Kärntens zu Klagenfurt, stammt aus dem klosler Milstal, 167 bl. 8°, XII j'/i. unser gedieht steht auf bl. 164 b —167 b nach einer poetischen beichte oder Sündenklage und vor dem anfange des in der 446 Torauer hs. vollständig erhaltenen gedichles vom himmlischen Jerusalem, die hs. ist hier durch nässe stark beschädigt, so dass ein vollständiges bild ihrer Überlieferung zu geben unmöglich war. dagegen ist, wo sie irgend zur Verbesserung des texles beitrug, dies stäls ausdrücklich angemerkt, also wo eine lesart von A allein angegeben wurde, släls zu ergänzen 'in B nicht erhalten'. ThGvKarajan deutsche Sprachdenkmale des Xll jh. (1846) s. 67—7 0. ich konnte durch die rühmenswerte gefälligkeil der vorstände des kärntnischen geschichlsvereins die hs. selbst bequem in Wien benutzen. 1, 1 nach Mone soll der eingang des gedichles fehlen, aber auch D scheint nicht mehr gehabt zu haben und man vermissl nichts, diu gotes wisliait: 1 Cor. 1, 24 Christum tlei virtutem et dei sapientiam. Isid. de differ. verum 7 § 19 (opp. ed. Arevalo 5, 81) und Nolker sequ. c. 37 (Pez thes. 1, 1, 41) zählen Snpiculia unter den namen des sohnes gotles auf, und lateinische Hymnen an ihn (Mone nr. 82. 342. vgl. 3, 4. 113, 19) beginnen Patris sapientia oder 0 dei sapientia. vgl. Nolker ps. 103, 24 [Hall. 2, 373"). Hartmanns credo 276/'. lit. fdgr. 2, 217, 12. Leyser pred. 46, 19. pred. Mone anz. 8, 426. erlösung 377. 699. 5582. Mone schausp. des ma. nr. 8, 122. 130 usw. damit ist nicht zusammenzuwerfen, wenn die triniläl in die formet 'macht Weisheit gute' gefasst wird (vgl. Diemer zu gen. und exod. 5, 3—7; die Hohenburger wahrscheinlich in die zeit der äblissin Richlind fallende [?] erklärung des hohen liedes 2, 19—21 vgl. s. 165 uö.; Türlin kröne 2391 ff. Koneman kaland 688; Langenstein Marl. 209, 34—40; buch der väler prolog Wiener Sitzungsberichte LX1X, 74*; Jeroschin prolog usw.), was auf Abae- * die von JUaupt ebenda s. 144—146 herausgegebenen bruchslücke eines gedichts des XIV Jh. enthalten die Variation 'geioalt weisheil treue'. Anseimus und nach ihm Honorius sagten 'gewalt Weisheit liebe' (vgl. schon Älfric bei Grein yrosabibl. 1 s. 2, 8—12). die abaelardische formet ist der ganzen mittelalterlichen theologie vorn Xll jh. an sehr geläufig, des halb ketzerischen an- schens, das ihr Abaelard und seine anhänger gegeben hatten, qui se iaetabant profundum sanetae Irinitatis mysterium ad plenutn cognoscere, war sie bald entkleidet, meister Eckhart zs. 15, 399, 46 schreibt sie fälschlich dem Augustinus zu. dass sie aber wirklich von Abaelard zuerst aufgestellt worden, wogegen liemusat Abelard 2, 306. 307 völlig grundlose einwendungen erhob, geht hinlänglich aus den zahlreichen gegenschriften bei ihrem bekanntwerden, zb. aus dem bei Pez thes. aneed. 2, 2, 53—72 gedruckten traetatus magistri Galtheri (d. i. ohne zwei fei Gaulier de Mortagne: man vgl. seinen brief an Abaelard bei Da- chery spiciL 3, 524- 526, Duboulai hist. univ. Par. 2, C9—72, s. auch Schröder anegenge s. 66 anm. 3) de tiinitale c. 13 hervor, zunächst findet sie sich dann DENKMÄLER II. 17 258 XLIIl DAS PATERNOSTER lards lehre beruht und wovon die Vorauer genesis, deren abfassungs- zeil sich hiedurch näher bestimmt, das erste deutsche beispiel gibt. 3 rainne uui vorliten: vgl. damit wie mit dem Inhalte der Strophe überhaupt summa theol. XXXIV slr. 3. 9. 10 es reimen mit klingendem ausgange drei Hebungen auf vier, wie 2, 7 f. 11 f. 3, 3 f., also nur in den drei ersten Strophen, so ist in den slr. 4—6 (und 16. 17) die letzte, in 13 — 15 die letzte und vorletzte zeile um eine Hebung ver- 447 lungert, mithin wechselte wahrscheinlich die melodie von drei zu drei Strophen, doch muss, da die gesamlzahl der Strophen 20 beträgt, eine melodie, wohl die von slr. 16. 17, nur zweimal gebraucht sein: blofs in der gruppe dieser beiden Strophen ist auch, zwei Zeilen von vier Hebungen mit klingendem ausgange zu binden, unerlaubt, der feste punkl, von dem die Untersuchung ausgehl, sind natürlich die slr. 13 —15. dem Stoffe nach würde man, da von slr. 6 an je zwei Strophen auf eine bitte kommen, abgesehen von der eingangs- und sehlussstrophe, eher parweise zusammengehörigkeil annehmen, es stimmt also hier auffallender weise die sachliche gliederung mit der musikalischen durchaus nicht überein. [dass bindung von klingenden versen mit drei Hebungen auf solche mit vier nicht angenommen zu werden braucht, dass ein Wechsel der melodie von 3 zu 3 slrophen nicht stattfand, dass endlich die behauplung, nur in IG. 17 sei es unerlaubt, klingende verse mit 4 hebungen zu binden, falsch ist, wies Bartsch Germ. 9, 65 f. nach, aber er lässt die merkwürdige lalsache unerklärt, dass die beiden letzten Zeilen der slr. 13 bis 15 je 5 hebungen stumpf haben, ich meine, dass diese erscheinung weiter greift und dass sämtliche elfte und zwölfte Zeilen der slr. 2—6, 12—Iß, 20 mit 5 hebungen stumpf oder mit 4 hebungen klingend zu lesen sind, zur stütze dieser Vermutung dient es vielleicht, dass alle übrigen slr. mit stumpfen reimen schiie/'sen.] 10 mit sinnlichen dingen] exod. 159, 6 Diem. daz wären sunelichiu ilincli, vgl. Ilaupl zu Engelhard 35. 2, 7. 8 vgl. slr. 20. 9 gebete wird durch die unten im excurs anzuführende stelle aus Keiles spec. eccl. geschützt. 3, 1—8 vgl. zu Marien lob XL, 3, 9. 1 des obristen gotes] jüdel 133, 46 muoter des obristen gotes. 3 die Überladung der ersten Hebung begegnet in diesem gedichle sehr oft. 9. 10 prov. 9, 1 sapientia aedifieavit sibi domum, exeidit columnas septem. 10 vgl. Germ. 22, 42. 11 dei siben chercestal müsten dem Wortlaute nach auf die septem can- delabra der apocal. 1, 12. 20 bezogen werden, meinen aber wohl die sep- bei Abaelards Zeitgenossen Wilhelm von Conchesphilosophia mundi 1,11 (Hono- rius ed. Mignv p. 45) [dagegen Schröder an», 7, 179]. — bezüglich der Vorauer genesis will ich liier noch bemerken, dass ihr Verfasser, wie es scheint, durch Anseimus p. 100 b R Gerber, veranlasst worden ist, die Schöpfung Adams nicht einfach nach gen. c. 2 zu erzählen, sondern aus gen. c. 5, 2 die äufserung er hiez siu beidiu Adam aufzunehmen, wofür er im anegenge 15, 63 getadelt wird XLM DAS TATERNOSTER 259 tem lucernae Zach. 4, 2; vgl. Leyser pred. 91, 1 die siben gäbe des heiligen geisles, die sint bezeichent mit den siben luchlercn oder luchlvazzen, von den her Zacharias der propheta gescriben hat in sinem buche, wane der h. geist muz allez daz erluchteu mit sinen genäden daz immer cumen sol vor golis ougen. 12 goles sal] s. zu siebenzahl XL1V, 2, 10. 4 vgl. Rom. 8, 15 non enim aeeepistis spiritum servitulis Herum in liniore, sed aeeepistis spiritum adoplionis fiUorum in quo clamamus: Abha (raier). 5. 6 vgl. Gal. 3, 24 itaque lex paedagogus noster fuit in Christo. die beiden Zeilen sind die entbehrlichsten der Strophe, welche nicht allein vor allen andern 14 Zeilen gehabt haben kann, gemeinschaftliche fehler haben A und D auch sonst, zb. 4, 14 und 12, 2. 3. übrigens wäre es nicht unmöglich, dass der Verfasser selbst die beiden zeilen zu beliebigem Wechsel mit 7. 8 beigeschrieben hätte. 11 ülloh dialogus Pez 3, 2, 159 testamentum vetus confer ad uovum: in veteri quidem Judicium, in novo autem gratiam intelligens. 12 vgl. aneg. 29, 82. 14 dass die Überlieferung unsinn ist, weil die menschen nicht barmherzigkeit gegen goll üben können, würde auch hr. Bartsch Germ. 9, 65 bemerkt haben, wenn er nicht so unglaublich flüchtig wäre. vgl. zb. Ambros. epist. 2,7 7,7 (opp. 2, 1091 Maur.) tinior legis est, Caritas evangelü. [misericordia ließe sieh nur dann halten, wenn hegageuent in überliefert wäre, denn dass ime 2. 14 'wohl auf chueht bezogen werden kann und muss', wird A Waag kleinere deutsche gedichle des XI und XII jh. (1890) s. xxiv kein verständiger glauben.] 5, 7. 8 Nolkers auslegung des p. n. LXX1X, 3 Habe fraternam cari-448 tatem. diu tuot dich wesen sinen sün. 6, 1 vgl. allerslen Karaj. 43, 25. 3. 4 di»pnlatio puerorum de variis materiis c. 12 (Alcuini opp. ed. Proben 2, 2, 440) a Christo enim christianus derivatur et ideo dum christiani vocamur, Christi nonien tenemus el sup- plicamus ul opera Christi facere valeamus usw. Eonor. spec. eccl. ed. pr. bl. 15 b (Migne p. 821) a Christo enim christiani dieli eslis, et ul in Christo unum corpus efficiamini supplicalis, ut sanclificalionem cum eo in regno patris percipiaüs. 10 des] 'dass wir in deinem namen geheiliget werden.' vgl. 20, 5. 7, 1 — 3 Mallh. 5, 9 beati paeifici, quoniam filii dei vocabuntur. 6 wegen unz (z. 8 ist es überliefert) vgl. zu XXXIV, 20, 1. 7. 8 Mallh. 5, 23 /'. Si ergo offers munus tuum ad altare el ilri recordatus fueris, qtüa I'raler tuus habet aliquid adversum le, relinque ihi munus tuum ante altare el vade prius reeoneiliari fratri tuo, et luuc veniens offeres munus tuum. 9. 10 1 reg. c. 24. 26. 11. 12 2 reg. 1, 11. 17. 8, 3 f. sermo de oralione dominica in cod. Guelferb. Wissenb. 91 bl. 122 b de illo regno dicitur quod erit post finem saeculi. 5 vgl. Notk. cant. Moys. (Halt. 2, 509 1 ') diabolua unde sine lide; ps. 34, 1 er liht die mih dna fehtenl, den liefal unde sine lide; Konrads von Heimesfurl himmel- fahrl Mariae v. 246 kündet er dir den waren vride wider alle des tievels lide. hier scheint eine umdeulung von lide in lit vorzuliegen. 7. 8 von dem conilictus virtutum et vitiorum handelt ua. Isid. sent. 2, 37 und ein pseudoauguslinischer traclal (Aug. opp. t. vi). 11. 12 ps. 109, 1 donec ponam inimicos tuos scahellum pedum tuorum. 17* 260 XLIII DAS PATERNOSTER 9, 1. 2. 5 Matlh. 5, 8 beati mundo corde, quoniam ipsi deum vide- Iiunt. 4 vronem sieht durch assiinilalion an das vorangehende dem, Heinzel zu HvMelk 1, 15, Kraus WSB. CXX1II, 4, 100/7". 8 Luc. 11, 9 Pulsate et aperietur vobis. 9—12 exod. 33, 13. 20. 10 sermo Weifsenb. de or. dorn. bl. 122 b 'Sicut in caelo et in terra' hoc est: ut angeli faciant voluntatem eius, qui caeli nomine vocanlur, ita et nos qui terreni sumus faciamus eam. vel: sicut anima desiderat quae caeleslis est, ita et caro nostra faciat voluntatem eius. 9. 10 vgl. zu summa Iheol. XXXIV str. 27. 11, l.SMaltli. 5, 7 beati misericordes, quoniam ipsi miscricordiam 449consequeniur. 4. 5 Col. 2, 12 f. consepulti ei in baptismo, in quo et resurrexistis per fidem operalionis dei, qui suscitavit illum a morluis. et vos cum mortui essetis in delictis et praepulio carnis vestrae convivificavit cum illo. 7. 8 Rom. 8, 13 si aulem spiritu facta carnis mortificaveritis, vivetis. vgl. 1 Pelr. 3, 18 morlificalus quidem carne, vivificalus aulem spiritu. 9—12 gen. 32, 24—30 et ecce vir luctabatur cum eo usque mane. qui cum videret quod eum superare non posset, teligit nervum femoris eius, et statim emareuit .... et benedixit ei in eodem loco. . . . 'vidi deum facie ad faciem, et saiva facta est anima mea.' 12 vgl. expos. or. dorn. Weifsenb. bei Eccard calech. p. 18. ebenso kürzer dispulalio puerorum: hoc loco panis pro omnibus eibis aeeipitur de quibus quolidie vivere debemus. precamur etiam pro adsumptione corporis Christi, petimus denique ut nobis se ipsum tribuat qui est panis vivus. Honor. spec. eccl. bl. 16 a (Migne p. 821) panis coltidianus est vic- tus humanus. rogatis deurfn ut temporalem substantiam, sine qua non polest humaua fragilitas subsistere, cottidie possitis ab eo sine peccalo per- cipere. panis etiam corpus Christi intelligitur, et oralis boc ut corpore eius iugiter digni silis; et, si non veslro ore, tarnen per ora sacerdotum cottidie illud digne accipialis. per panem quoque doctrina spiritalis aeeipitur sine qua non plus potest anima vivere quam corpus absque carnali refec- lione. pelilis quidem deum ut hanc vobis cottidie impeudat, ne humana fragililas, ad patriam tendens, in via fame verbi divini deßeiat. vgl. Nolkers calechismus LXX1X, 13. 14. mit keiner dieser erklärungen stimmt also unsere Strophe überein. 5 panis angelorum heifst Christus nach ps. 77, 25 panem angelorum mandueavit homo. 9 wizet 'eucharislia' mhd. wb. 3, 792 b . 10 für leib und blul Christi ist wegewist auch Ut. 1451 verwendet. 13, 1. 2 Matlh. 5, 6 beati qui esuriunt et siliunt iuslitiam, quoniam ipsi saturabuntur. 3. 4 Eph. 4, 22. 24 deponere vos seeundum prisünam conversationem veterem hominem .... et induile novum hominem. 9—12 gen. c. 22. 12 der in A überlieferte geneliv bei verwesen kann an sich richtig sein: Schmeller 4, 175. 14, 1. 11. 12 vgl. Nolkers calechismus LXX1X, 17. 18. 3 über den formelhaften reim Roediger zur Mihi, sündenkl. 747 f. 7—12 mit bezug auf das gleichnis Matlh. 18, 23—35. 15, 1 ff. ganz anders Matlh. 5, 5 beati qui lugenl, quoniam ipsi consolabuntur. 5 Marc. 8, 34 usw. 6 Rom. 8, 17 coheredes aulem XLIII DAS PATERNOSTER 261 Christi, si (amen compatimur, ut —. 8 Matlh. 5, 44 orate pro persequen- tibus et calumniantibus vos. 9. 10 gen. 20, 17. 11. 12 gen. c. 18.450 16, 2 mit bezug auf den excurs verdient es angemerkt zu werden, dass Hugo von SVictor släls vier arten der Versuchung unterscheidet. 4 sap. 3, 6 tamquam aurum in fornace probavil illos. 11 Hrab. opp. (Col. Agripp. 1626) 3, 152s diabolum qui secundum prophetam (Jerem. 50, 23 quomodo confractus est et eontrilus malleus universae terrae) malleus est universae terrae. Bern. Claraev. opp. (ed. Mabillon 1719) 1, 1050 tamquam malleus caelestis opificis factus est (diabolus), malleus universae terrae: terit electos ad eorum utilitatem, reprobos content in eorum damnaüonem. 17, 1. 2 Matlh. 5, 4 beati mites, quoniam ipsi possidebuut terram. 3. 4 vgl. canl. 1, 14. 4, 1 oculi tili columbarum. Matlh. 10, 16 estote ergo — simplices sicut columbae. 5-—12 vgl. Hugo von SViclor inslil. monasl. 1, 1 (opp. Venet. 1588 bd. 2, 178d) in sacra scnplura tres colum- bas legendo reperi . . . columbam scilicet Noe, columbam David, columbain Jesu Christi. Noe requies, David manu forlis, Ies'us salvator interpretalur • . . diverte ad quietem mentis, resiste t c.n ta tio nibus, expecla palien- ter salutis beneficium. 7. 8 gen. 8, 11. 9 vgl. zu XXXIV, 26, 1. 18, 4 ps. 83, 7 in valle lacrimarum, in loco quem posuit. 19, 1. 2 Matlh. 5, 3 beati pauperes spiritu, quoniam ipsorum est regnum caelorum. 9. 10 vgl. Vorauer gen. 9, 28 f. virscelchet was der edele man, widere gefriget in der newe Adam. 20, 7 vgl. zu XXXIV, 26, 1. 8 vgl. Keiles spec. eccl. f. 35 b daz fremede lanl dA wir inne biren, daz ist dizze eilende usw. Mone lat. hymnen, zu nr. 394, 16. 10 in der bedeulung 'element' kommt anegengi außer an dieser stelle nur noch summa theol. XXXIV, 10, 1 vor, und die ungewöhnlichkeit dieser bedeulung zeigt die änderung von B. vielleicht darf man daher hier und 1,12 die quelle, auf die sich unser gedieht bezieht, für die summe hallen, singen unte lesen ist in der predigt so sehr feststehende berufungsformet, dass es nicht notwendig überall seine ursprüngliche und eigentliche bedeulung (Lachmann über singen und sagen s. 105, Mone anz. 8, 412 anm.) haben muss. 'In welcher arl diese erklärung des vaterunsers abgefasst ist, zeigt folgende lateinische Zusammenstellung, welche in der hs. nach dem zweiten gedichte über die sieben Siegel [XLIV] beigefügt ist. David. Spiritus timoris. Beati paeifici. Dies iudieii. Pater n. 451 Moises. Sp. pielatis. B. mundo. Ascensio dni. Adveniat. Iacob. Sp. scientiae. B. miseric. Resurrect. Fiat v. Isaac. Sp. forlitud. B. qui esur. Sepultura. Panem. Abraham. Sp. consilii. B. qui lug. Passio Chr. Et dim. Noe. Sp. intelleet. B. mites. Baptism. Chr. Et ne nos. Adam. Sp. sapientiae. B. pauperes. Nativitas Chr. Seil libera.' Mone. die mehrzahl dieser angaben enthält die hs. noch einmal, und zwar eine jede an ihrem orte, als Überschrift der betreffenden Strophe, ebendorl auch die anfangsworle der meisten in den anmerkungen aufgeführten schriflslellen, außerdem noch folgende: In regione. Ubi duo, tres (Matlh. 262 XL1U DAS PATERNOSTER 18, 20). Sit nomeu d. 1). (Job 1, 21). Dominus in tempalionem (so), die ich teils nicht nachzuweisen, teils in unserem gedichle nicht wiederzuerkennen vermag. Sicut rcsurrcxistis bei slr. 11 meint wohl die zu 11,4.5 ausgezogene stelle, für drei der in jener tabelle angegebenen besland- teile des gedichles ist die vielleicht unmittelbare quelle das folgende von Proben Alcuini opp. 2, 2, 458 aus cod. Vat. 5096 saec. XII fol. 3 b veröffentlichte, von Seemüller QF. 24, 6 anm. collationierte stück (dürfte man bei dem namen des verf. nicht an Albuin von Hersfeld denken, dem Wolfhers leben Godehards gewidmet ist und der 1034 abl von Nienburg an der Saale wurde? vgl. auch den Albinus oder Albuinus eremila zur zeit Heriberts von Köln [dh. den verf. des bekannten zb. zs. 10, 265 gedruckten auszugs aus Adso] bei Jacobs und Ukerl beitrage 1, 1, 129. 130?). ALBUNUS DE SEPTEM SIGILL1S. Primum sigilluni naliviias. secundum baptismum. lertium crux. quar- Unn sepulcrum. quintum resurrectio. sextum ascensio. septimum iucliciiim (vgl. Arnold von der siebenzahl Diem. 340, 19—341, 5). Haec sunt septem dona Spiritus sancli. primum fuit sapientia ut Christus de virgine nasceretur sine virili semine. secundum Spiritus inlellectus fuit, ut in baptismo per illas tres undas dimitlerenlur peccata, ut dicitur (Col. 3, 9 f.) 'exspolianles veterem hominem, induentes novum'. lertium eonsilii fuit ut Gaiphas ait (Joh. 11, 50) 'melius est ut unus moriatur homo, quam tola gens pereat'. quartum Spiritus forlitudinis fuit, quia corpus in sepulcro fuit et Christus alligavit diabolum in inferno et illas aniinas quac ibi iniuste detinebantur reduxit ad regnum et deus momordit infernum. quintum Spiritus scientiae fuit, quia cum resurrexisset a mortuis nos fecit credere et re- surgere, quia omnes resurgemus ut dicitur (ps. 131, 8) 'exurge, domine, tu et arca sanelificationis tuae'. sexlum Spiritus pielatis fuit, quia cum Christus ascendit ad caelum et animae iustorum ascendunt ad eum, ut Paulus dicit [Phil. 1, 23) 'optabam dissolvi et cum Christo esse', seplinium spiritus timoris fuii, quia quando Christus venturus cril ad Judicium remuneraturus iustos, grandis timor peccaloribus erit ut dicitur (Matth. 25, 41) 'discedite a me maledicti in ignem aeternum' et reliqua. Ista septem dona spiritus sancti fuerunl in Septem palriarchis. sapientia iu Adam, quia ad omnes feras vel bestias et volatilia caeli et pisces niaris posuit nomina et primus propheta fuit ut dixit (gen. 2, 23) 'hoc nunc os ex ossibus meis et caro de carne mea'. intellectus in Noe qui arcam fabri- cavit in diluvio et gubeinavit. consilium in Abraham ut dicitur (gen. 12, 1) 'exi de terra tua et de cognatione tua et de domo palris lui'. fortiludo in Isaac, quia inimicos dilexit. scientia in Jacob, quia benedixit eum angclus 452domini et dixit ei (gen. 32, 28) 'non vocaberis ultra lacob, sed Israel erit nomen tuum'. pietas in Moysen quia dixit (exod. 32, 31 f.) 'dele nie de libro viven- tium, tibi nie scripsisti, si non dimittis noxia populi huius'. timor in David, quia timtiit deum, quando Saul in speluncam introivit ventrem purgare, et ipso dixit (1 reg. 26, 11) 'absit ut mittam manum meam in unctum domini'. Die beiden übrigen beslandleile unseres gedichls und ebenfalls die gaben des heiligen geisles hat auch Hugo von SVictor in dem opusculum XLIII DAS PATERNOSTER 263 de quinque seplenis s. seplenariis c. 1 (opp. 1, 153ab) unter einander und mit den sieben lästern in Verbindung gebracht: quinque seplena in s. scriptum, frater, inveni; quac volo, si possum, sicut postulas, prius singillatim enumerando ab invicem distinguere, posica vero, quam inlcr se habeani con- venieniiam, eadem per singula sibi conferendo demonstrare. primo loco ponunlur septem vitia i.e.... contra haec secundo loco consliluiintur Septem petitiones, quae in dominica oratione conünentur. prima qua dicilur deo 'sanctificelur nomen Uuim'. . . . seplima qua dicilur 'libera nos a malo'. postea terlio loco sequuntur sepiem dona spiritus sancli. primum sp. limo- ris . . . deinque quario loco succedunl sepiem virtules: prima pauperlas spiritus i. e. humilitas, secunda mansuetudo s. benignitas, lerlia compunclio s. dolor, quarta esuries iuslitiae s. desiderium bonum, quinta misericordia, sexla munditia, seplima pax. novissime quinto loco disponuntur sepiem beatilu- dines:^ prima regnum caelorum, secunda possessio terrae viventium «sw. daraus ist offenbar die in einer predigt des cgm. 39 enthaltene erklärung des palernoslers geflossen (Keiles spec. eccl. s. 180—182 vgl. auch *■ 178—180), in welcher zwar die sieben seligkeilen weggelassen werden, aber ihr Vorhandensein in der vorläge sich schon dadurch verrät, dass bei der sechsten bitte der salz beali mundo corde usw. angeführt ist. vergleicht man vollends im einzelnen, so wird kein zweifei bleiben, bei Hugo heißt es zb. sexta pelilio est contra gulam, qua dicitur 'ne nos iuducas i e. induci permitlas in lenlatioiicm'. liaee est lenlatio, qua nos illecebra carnis saepe per naturalem appelitum ad excessum trabere nililur el latenter voluntalem subiicit, dum manifeste nobis de necessitale blauditur. in quam prol'ecto tentaiionem üinc nequaquam inducimur, si sie studemus seeundum mensuram necessitatis nalurae subsidium impendere, ul tarnen semper me- minerimus appelitum ab illecebra voluptatis coercere. quod ut implerc valea- mus, ilatnr nobis pelentibus spiritus intelligentiae, ut interna refectio verbi dei appelitum exteriorem cohibeat et meutern spiriiali eibo roboralam nee valeat corporalis egestas frangere nee carnis volnptas superare. propterea namque et ipso dominus lentatori stio, dum esurienti sibi fraudulenlam de exteriorjs panis refeelione suggeslionem facerel, respondit dicens 'non in solo pane vivit homo, seil elc.', ut aperle demonslraret quod cum meDS illo inte- rius pane reficilur, non magnopere curat, si foris ad lempus famem carnis paiialur. dalur ergo contra gulam spiritus intelligentiae, sed ille ad cor veniens emundat illud atque purifical et illum interiorem oculum cognitione verbi dei, quasi quodam eollirio sanans, eousque himinosum atque serenum efficit, ut ad ipsam eliam deilalis claritatem conlemplandam perspicax fiat. contra vilium gulae igitur remedium apponilur spiritus intelligentiae, ex spi- ritu aulem intelligentiae munditia cordis nascilur, munditia vero cordis visio- nem dei promerelur, sicut scriptum est 'beali mundo corde etc.' dem entspricht in der predigt: daz sebste gebele ist wider giersebeil da wir spreeben • . . 'herre, brinc uns nibt in die beeborunge'. mine vil lieben, daz ist diu bechorunge des ewigen tödes. der beeborunge werden wir denne uberieb, obe wir die mäzze beballen an der nötdurft der unser naiure gert. dem 453 gebele wirt ze belle gesant der geist rebter verstanlnusse: so nemac den menneseen nebein vleislich gelust gewinnen. d& vone spriebet unser berre 264 XLIII DAS PATERNOSTER der heil. Christ zuo uns 'non in solo pane etc.' der mcnncsce lebet einigenöle des broles nihl, sunder des gotes Wortes und der gotcs genauen, da mite erzeiget uns der heil. Christ daz wir verrer sculen werven nach geistlicher vuore, denne nach deme vleisdichen ezzene. von diu wirt von gote uns ze tröste gesant wider die gierscheit der geist rehter verslanlnusse: von deine chumel diu reinecheil des herzen und diu genade, daz wir got hescowen, als er uns selbe gehiez in deine heil, ewangelio 'beati mundo c. etc.' der eigentlichen erklärung voraus gehl folgendes: mine vile lieben, an deine heil. pat. nr. in deme vrönen gebele, daz Christ ze sälden sazte allen den die an in geloubent, sint gescriben siben gebele tieffiu; driu sint gemeinet ze gote, vieriu ze des mennescen vrume, von diu daz der mennesce gebildet ist uz vier zuhtsalen; vgl. Honor. spec. eccl. bl. 16". 16 b (Migne p. 822) der erklärung nachfolgend wie im gedieht: sunt enim in ea Septem petitiones quae dividuntur in iros et quattuor partes, per tria pater et filius et spiritus sanetus intelligilur, per quattuor vero mundus qui ex quattuor elementis constat. . . . tria quoque pertinent ad animam, quattuor ad corpus: aniina . . ., corpus auleni constat ex supradictis quattuor elementis. ebenso Arnold Diem. 339, 14 in siben gebe (l. bete) ist er (das palemosler) vil rehte geleilel, mit den viern wirt der Uchenam gelieilet, mit den anderen drin diu sele. aus der erklärung der ersten bitte in jener predigt aber ist anzumerken: mit den churzen Worten bilen wir got daz er uns helfe, daz wir vurhten und eren muozzen sinen heil, namen (vgl. str. 1. 2). aus der der fünften: deme gebete git got ze hilfe den geist sines rates, der uns lere in dirre werll willeclichen vergeben allen den die uns leide getuonl und allen mennescen ze luonne als wir wellen daz si uns tuon: luon wir des niht, so sin wir die verlorne (vgl. str. 15). endlich aus der der siebenten: der scalch gert durch reht vriluomes, von diu wirl von gote deine gebete 'libera nos a malo' ze helfe gesant der geist alles wistuomes (vgl. str. 19). die deutliche verwantschafl wenigstens der ersten der ausgezogenen stellen mit unserem gedickte str. 20 berechtigt zu der Vermutung, diese in vers und Strophe gebrachte predigt verdanke der anregung jener wirklichen predigt in dieser oder einer anderen fassung (welche die combinalion der drei ersten bitten mit der trinitäl aus Honorius beibehalten hatte) ihre enlslehung. der umstand, dass im gedichle die seligkeilen vollständig aufgeführt werden, leitet nicht etwa auf Hugo von S Victor selbst zurück, sondern bekräftigt im gegenleile, da sie hier in umgekehrter Ordnung stehen, die ausgesprochene Vermutung, die sieben hauplsünden liefs der dichter ganz weg. er hat aufserdem eine erklärung des palernoslers benutzt, zu welcher einzelne parallelstellen in den anmerkungen aufgeführt sind und woraus wohl auch str. 16 entnommen ist. auf anm. zu 17, 5 —12 wage ich nichts zu bauen, dass nicht etwa dem ganzen gedickte ein lateinisches original zu gründe liege, geht schon aus den, wie zb. bei Olfrid, beigeschriebenen sckriftstellen hervor, die doch eine selbständige benutzung der bibel durch den Verfasser voraussetzen, auch die genaue kennlnis der beslandleile des werkes würde bei einem blofsen bearbeiter überraschen, leider lässl sich über die abfassungszeil des werkchens 'de quinque seplenis', dessen von Oudin bezweifelte echtheil Liebner XLIII DAS PATERNOSTER 265 Hugo von SViclor s. 489 gesichert hat, nichts feststellen, nur dass, 454 wenn es auch zu den frühesten werken Hugos (geb. 1097, gest. 1141) gehören sollte, es nicht wohl vor 1120 entstanden sein kann, das vorliegende gedieht, das man der spräche nach ziemlich früh setzen möchte, wird daher kaum vor dem vierten oder fünften jahrzehend des XII jh. verfasst sein. Hugo von SViclor, um dies noch hinzuzufügen, der deutsche Stifter der französischen myslik, war auch in den südöstlichen gegenden Deutschlands eine wohlgekannte persönlichkeil, österreichische annalen merken seinen lod an, österreichische kloslerbibliotheken bewahren seine werke. XLIV VON DER SIEBENZAHL. Hs. 652 der Universitätsbibliothek zu Innsbruck, XU jh., unmittelbar hinler XLIII, mit der Überschrift De sepiein sigillis, die aber nur dem Inhalte der ersten Strophe entspricht. FJMone anzeiget 8 (1839), 44—46. hier nach Zingerle, s. zum palernosler. 1, 1 über die form dieses gedicktes sei gleich hier bemerkt, dass die Strophen nicht der verszahl, wohl aber dem innern bau nach ungleich sind, es gehen je zwei Strophen nach derselben melodie, und zwar: 1. 2, 3. 5, 4. 6, 7. 8. in dem letzten pare haben drei zeilen (3. 4 und 7) vier, zwei (11. 12) sechs, die übrigen fünf hebungen. in den drei ersten paren ist vier hebungen in der zeile zwar das gewöhnliche, aber fünf zählen z. 1. 6. 12 in slr. 1. 2, z. 9 — 12 in str. 3. 5, z. 1. 2 (.12) in str. 4. 6. [auch hier stimme ich Bartsch Germ. 9, 66 darin zu, dass die von Scherer versuchte symmetrische gliederung je zweier Strophen mit besonderer melodie sich nicht hallen lässl. nehmen wir zweisilbigen auflakt, dessen auch Scherer mehrfach sich bedient, und versetzte beton- ung resp. zweisilbige Senkung an, so gehl keiner der stumpfreimenden verse über das mafs von 4 hebungen hinaus, denn 4, 12 werden die beiden ersten silben des fremdworts apoealissis nach deutscher weise zu versehleifen sein und 1, 6 fügt sich bei lilgung des entbehrlichen waiz am leichtesten der norm, daneben haben wir drei- und vierhebige verse mit klingendem ausgang.] versant] versenden ist der gewöhnliche aus- druck für 'verbannen', vgl. zb. Diem. 361, 17. kehr. 172, 16. Rul. 49, 21. Rüther 1513. Alex. 3573. Christi geburt (zs. 33, 352) 25. Mone anz. 8, 52, 202. Keiles spec. eccl. f. 25 b . pred. Mone anz. 8, 413. zs. 23, 405, 13. 20. Leyser pred. 78, 2. 79, 10. apocalyps. Mone anz. 7, 498, 6. 5—12 apocal. 5, 1—8. 6 Vorauer sündenklage Diem. 297, 18. 306, 26 weiz /'. was iz; vgl. weiz für waz iz himmelreich 186 (zs. 8, 150). 10 apocal. 5, 5 ecce vicit leo de tribu Iuda, radix David, aperire liljrum et solvere septem signacula eius. es spielt hier die deutung des löwen auf die auferstehung Christi herein: s. Zacher in Quasts und Olles Zeitschrift für christliche archäologie und kunsl 2, 62. Mone 266 XL1V VON DER SIEBENZAHL schausp. des ma. 1, 19 vgl. 2, 361: surgit (al. surgens) Christus cum trophaeo iani ex agno faclus leo solemni victoria. 2, 3. 4 Hugo von SVictor summa senlenl. 3, 17 (opp. ed. VeneC. 1588 bd. 3, 204a) contra illa Septem vitia sunt virtules, quas pariunt Septem dona spiritus saneti. erlös. 6362—6366 da wider {gegen die siben houpt- sunde 6353) hat der lieilic geisl uns gar süze volleist ouch siben gäbe lue gelan, daz wir den sunden widerstftn und dirrc falsclien liste, vgl. Isid. senl. 2, 37, 1. 9. 5 Diem. 341, 6 eine zale diu ist vil here. vgl. 334, 15. 7/'. über das hier benutzte Sprichwort wer von sieben sagt, der lügt gern handeile EMartin Germania von JWimpfeling (1885) s. 108 anm. 40. 10 gotes sal: 1 Cor. 3, 16 neseilis quia templum dei eslis? 2 Cor. 6, 16 vos enim estis templum dei vivi. 11 scruliniis] zur erlilärung diene Amalarii epist. de caerem. baplismi (Canis. lect. ant. ed. Basnage 2, 1 j). 544): de scrutinio. in scrutinio quippe faci- mus signum crucis super pueros, sicut invenimus scriptum in romano ordine, et genuflexionem et admonilionem, et docemus oraliouem dominicain patri- nos et matrinas, ut et ipsi similiter faciant, quos suscepluri sunt a sacro baplismate. und weiter unten: scrutinium fit ante pascha septies, septenario 455 enim numero saepe universilas designatur usw. 3, 1 gewage ist bei Mono ans. 7, 4 ein bestimmtes gewicht und hängt ohne Zweifel mit wegen zusammen, hier muss man es wie XXXIX, 6, 2 an gewahe gewuoc anknüpfen, nur mit etwas verallgemeinerter bedeulung, etwa 'in bezug auf, vgl. auch ESJartin zu Alphart 100, 3. 2 gen. 2, 3 et benedixit diei septimo. 5. 6 Candidi presb.. expos. pass. domin. (Pez thes. 1, 1, 303): ipse qui consummatis operibus die septimo requievit ab eis, septimo eliam i. e. sabbali die requievit in sepulcro, consummatis scilicet salutis bumanae ad quae perficienda venerat operibus. Angelomus in gen. 2, 2 (Pez thes. 1, 1, 70): quod ail 'requievit' ideo dictum est, quia futurum erat, ut ipse per quem facta sunt omnia pro noslra redemplione ipso septimo die quiesceret in sepulcro. 7 lsid. etym. 11, 2, 1. Wackernagel die lebensaller s. 24 f. vgl. Keiles spec. eccl. f. 13 b : sechs alter sinl uns irzeiget in disem lebene, in den wir durch got arbeiten schulin, daz wir die ewigen gnade besizzen, daz diz sibinte ist in cnir werk, da wir ruowin unze an die. urstente. 9 Job 1, 2. die sieben söhne Jobs werden sonst auf die sieben gaben des h. geistes (Gregorii M. moralia in Job I, 27 § 3S. Bedae expos. alleg. in Job 1, ! : opp. 4, 449, Col. Agr. 1612) oder auf die aposlel (Greg. M. aao. c. 13 § 19. liuperti Tuit. super Job comment. opp. 1, 1035 b , Paris 1638) oder auf oranium perfectorum raulliludo (Bruno Astensis expos. super Job, bibl. Lugd. 20, 1630p) gedeutet, der dichter hat ihre Zusammenstellung mit den Lebensaltern vielleicht auf eigene hand gewagt, dasselbe dürfte mit der noch oberflächlicheren vergleichung 4, 11 der fall sein. 10—12 Urab. comm. in vol. paralip. 1, 2 (opp. Col. 1626, bd. 3, 151h) non tarnen frustra duae sunt (duae liberae uxores Iacoh) nisi quia duae vitae nobis in Christi corpore praedicantur: una temporalis in qua laboramus, alia aeterna in qua dilectionein dei conlemplamur. wörtlich (nur dass delectalionem steht) aus Isid. in gen. 25, 3. 4. 12 zwiscenlib: Parz. 269, 19 ze beden üben. XI.1V VON DER SIEBENZAHL 267 4, 1 —10 Jos. 6, 1—20. Isidorus in Josue 7, 3 ist unserer stelle nur ähnlich: lianc ergo urbem Icricho diebus Septem ferenles arcam Israelilae aeneis tubis clangentibus circumeunt et muri eius per arcae praesenüani atque ad aenearum tubarum sonilum cadunt: quia in boc tempore quod septem dierum vicissitudine volvilur, dum ferlur arca i. e. dum orbem ter- rarum circumiens movelur eeclesia ad praedicantium voces, quasi ad tubarum sonitum muri Ierieho i. e. elatio mundi ae superba infidcliiatis obstacula corruuul, doneu in fine temporum mors novissima inimica destruatur et ex impiorum perditione unica domus Raab lamquam unica eerlesia liberetur. 3. 4 wörtlich gleichlautend den beiden letzten versen der Vorauer 'bücher Mosis', s. zum Marien lob XL s. 438. 10 zaicbene gen. plur. abhängig von wuntere. 12 apocal. 2, 8. 5, 1—3 Jesai. 4, 1 apprehendent septem mulieres virum unum in die illa. 5 die hs. mit sinnlosem bezug auf apocal. 1, 20 et cande- labra septem septem ecclesiae sunt. 6 zu naime vgl. Diem. 195, 18. 346, 10 nein f. en ein; gen. fdgr. 2, 19, 43 nummuole; Diem. 164, 1 nurtaile; 166, 1 nallen gaben. Zachar. 3, 9 quia eece lapis, quem dedi coram Iesu, super lapidem unum septem oculi sunt. 7 Zachar. 4, 2 et dixit ad me 'quid tu vides?' et dixi 'vidi, et eece candelabrum aureum lotum et lampas eius super caput ipsius et septem lucernae eins super illud' usw. 9. 10 apocal. 1, 16 et habebat in dextera456 sua siellas septem. vgl. 1, 20. 11 apocal. 5, 6 agnum . . . habentem cornua septem. q ? i—5 i ev it. 23, 6. exod. 12, 15. 3. 4 das verbum dulten und gevage c. gen. scheinen den nachweisungen des mhd. wb. und Lexers zufolge (vgl. auch XCIV, 18) die schon aus dem fundort wahrscheinliche österreichische heimal des gedicktes zu bestätigen. 5 unrhaben] vgl. Schmeller 2, 136. Graff 4, 821. nilit erhaben exod. 156, 30 Diemer. 6—8 1 Cor. 5, 8 ilaque epulemur, non in fernicnto veteri neque in fermento malitiae et nequitiae, sed in azymis sinceritalis et verilatis. 9 exod. 12, 8 et edent. . . azymos panes cum laclucis agrestibus. 10 SBrunonis Aslensis expos. super exod. (12, 8), bibl. max. Lugd. 20, 1341 idem enim hoc loco et carnes et azimos intelligimus et bene utrumque posuit, quoniam de panibus hae carnes fiunt. has autem cum laclucis agrestibus comedunt qui corde coinpuncto et humiliato eas suseipiunt et crucis ama- ritudinem compatientes in cordis palalo quodam modo sentiunt. 7, 1—4 exod. 23, 11. lernt. 25, 3. 4. 5—9 levil. 25, 8—10. 39—41. vgl. Mone lal. hgmnen nr. 468, 15^". gaude maier . . . dux . . . ex sabbalo ad sabbalum, dux a fide ad spem, ad iubilaei requiem. nr. 475, 25/. tu ... iubilaeum celebremus in gloria pairis dei. usw. 8, 1 über dieser Strophe steht in der hs. Paler miserieordise (wie über str. 2 Eece viril leo d., über slr. 5 Apprehendent vu. m. u. v.); wahrscheinlich ist 2 Cor. 1, 3 paler misericordiarum et dens totras con- solationis gemeint. 4 die Überlieferung wurde beibehalten, da es sehr wohl möglich ist, dass bei der stelle des Mallh. 18, 22, auf die hier angespielt wird (non dico tibi usque seplies. sed usque septuagies seplies), dem Verfasser sein latein ebensowenig gegenivärlig war, wie hm. Bartsch 268 XL1V VON DER SIEBENZAHL Germ. 9, 66. auf solche kelden ist die erlilärung des Honorius spec. eccl. p. 243 a (Migne p. 1068) berechnet: septuagies scplics, id est qua- (IringeiUis nonaginta vicibus. Für das vorliegende gedieht ergibt sich eine ungefähre Zeitbestimmung vielleicht aus 2, 12. die lehre von der siebenzahl der sacramente in der uns geläufigen bedeulung dieses worles ist von Petrus Lombardus (f 1164) aufgestellt worden, seilt. I. iv äisl. 2: vgl. Gieseler lehrbuch der kireken- geschichle 2, 2, 451 — 453 und GLHakn doclrinae romanae de numero sacramenlorum septenario raliones hisloricae, Vralislaviae 1859. leider ist die abfassungszeil der Sentenzen des Petrus nicht genau bestimmt; Denifle archiv f. litleralur- und kirchengesch. des ma. 1, 611 vermutet 1145—50. icelche glaubwürdigkeil jener schon von Mosheim inslil. hisl. eccl. p. 473 angeführten nachrichl eines späteren Chronisten in ELindenbrogii Script, rer. germ. septenlr. p. 255: A. I). m. c. lxii. Petrus Longobardus librum sententiarum composuit, unde versus m. c. sex decies annosque recollige binos: Tunc Petrus sparsit istius odore libri nos. Addideris si forte novem, quod passio Thomae Ponlificis sit ibi, quem cantat Cantua pro me — 457 oder vielmehr eben diesen versen zukomme, mögen andere entscheiden: ich begnüge mich, darauf hinzuweisen, dass Petrus den Johannes Damas- cenus benutzte (Ritter gesch. d. philos. 7, 476), dessen schrifl 'de orlho- doxa fide' unter der regierung des papsles Eugen 111 (Fabricius bibl. graeca ed. Hartes 9, 696), also zwischen 1145 und 1153 durch den Pisaner Burgundio (Fabricius bibl. lal. ed. Mansi 1, 305) übersetzt wurde; dass daher Lombardus nicht wohl vor 1150 sein werk geschrieben haben kann, nun wird auch in unserem gedieht aao. die siebenzahl der sacramente erwähnt, aber es sind damit, wie der recensent dieses buches (BHölscher?) in der kalk, allg. litleralurz. 1864 s. 150 mit recht bemerkt, nicht unsere sacramente, sondern die mit den scrulinien verbundenen 'sacramenlarischen Segnungen, besonders jedesmal die exor- cismeti gemeint, daraus darf man wohl schliefsen, dass der dichter die neue lehre noch nicht kannte, dass daher seine arbeil älter sein muss, als die Sentenzen des Petrus Lombardus, und dieser schluss ist um so wahrscheinlicher, als nach Marlene de anliqu. eccl. rilibus (Rotom. 1700) 1, 80 Rupert von Deutz und Hugo von Sfictor von den scrulinien bereits als von einer eaerimonia quae olim fiebat sprechen, das Vorbild für diese und ähnliche arbeilen (frau Ava hat zb. eine solche geliefert Diem. 276, 4ff., der priesler Arnold ist ganz unerträglich mit seinen siebenzahlen, und auch Olloh dialogus Pez 3, 2, 220 ff. handelt de septenarii mysterip in bonore saneti Spiritus) mag etwa das achte capitel in des Isidorus 'liber numerorum qui in s. scriptum occurrunl' (5, 220 ff. Arevalo), das 'de septenario numero handelt, abgegeben haben, hier sollte damit offenbar eine fortsetzung und ergänzung des 'palemoslers' geliefert werden; und luenn man das zusammentreffen des überlieferten titeis unseres gedicktes mit dem lilel der kauptquelle des 'palemoslers' (s. exe. zu XL1I1) und XLIV VON DER SIEBENZAHL 269 ferner den umstand erwägt, dass das Verzeichnis der beslandteile des letzteren erst auf das vorliegende gedieht folgt: so wird man geneigt sein anzunehmen, der Verfasser des 'paternoslers' habe für dieses Verzeichnis die Überschrift de septem sigillis beibehalten und ein anderer dichter nach derselben und an sie anknüpfend seine forlselzung eingeschoben, für diesen kommen wir mithin etwa auf die vierziger oder fünfziger jähre des XII jh. XLV LÄUDATE DOMINUM. Vorauer hs. bl. 133 ab . JDiemer deutsche gedichte des XI und XII jh., Wien 1849, s. 354, 8 — 355, 23. der hymnus ist in das gedieht des prieslers Arnold von der siebenzahl zum lobe des heiligen geisles (Diemer 333, 1—357, 17) aufgenommen, ohne mit dem haupl- thema anders als durch die erwähnung des heiligen geisles und der sieben lageszeilen in Str. 1, 2ff. oder auch mit dem ihm voraufgehenden — 353, 23—354, 7 Nu verneinet waz ich iueh lere, waz wärt deine manne mere al des er gewinnet, so ime des libes zerinnel, erne habe ez hine vure gesendet? so ist ez wol gewendet: danne vrizzet iz ime daz rot, daz pehaltet ime got vor milewen unl vor deme diebe. tuot iz iuwer sele ze liebe, denchet au den chumfligen tot, der iu alle tage nahöl mit micheleme zorne. so pegegenet iu da vorne got mit sinme 16ne in aelerna45S mansione — und nachfolgenden abschnitt — 355, 24 ff. Disiu dinch sint elliu gordinöt soz got selbe gebot, deme heiligen geiste zeren, daz wir sin lop der mit meren. nü lobe wir in mit reble, sin gnade ist mani- gere slahte über unsich menniscen arme, von ime so pir wir warme, von ime so habe wir varwe, von ime so pir wir marwe usw. — näher zusammenzuhängen, überhaupt scheint das ganze eine rohe Zusammenstellung oder schlecht verbundene, ungeordnete masse von ursprünglich zum teil selbständigen stücken, wie der astronomische abschnitt 341, 5—345, 9, und bruchslücken verschiedener gedichte zu sein, ich gehe auf die krilik, welche Scherer QF. 7, 84—89 und Schönbach Wiener Sitzungsberichte, hist.-phil. kl. CI, 459—487 an Arnolds werke geübt haben, nicht näher ein; nur bemerke ich, dass das stück von den sieben wundern zur zeit der geburl Christi 349, 19—352, 3 zu der kaiserchronik 20, 1—21, 4 nicht in dem Verhältnis steht, das der herausgeber s. l annimmt, sondern vielmehr umgekehrt ihre quelle ist — die Übereinstimmung beginnt auch nicht erst 350, 6, sondern schon 349, 28 —, indem die chronik, die sich 20, 17. 21 auf ein lied und buch beruft, den historischen inhall der drei absälze von Augustus 349, 28//". 350, 6 ff. 350, 17 ff. in veränderter Ordnung und mit auslassung der geistlichen anwenäung aufnahm, dasselbe Verhältnis ergibt die vergleichung der texte im einzelnen [dagegen Kettner zs. f. d. phil. 9, 283]. der hymnus, so schlecht er ist, konnte hier nicht wohl übergangen werden, weil er die reihe der 270 XLV LAUDATE DOMINUM zur Samarilerin X besprochenen gedichle in ungleichen Strophen und gleichen verszeilen mit beschließt; nur schtiefsen die Strophen 3. 5. 7, wie in der Judith, mit einer verlängerten zeile. zu gründe liegt der psahn 148, woneben noch ps. 150 und besonders das benedicite der drei mannet im feurigen ofen benutzt sind, das auf jenen psalm zurückgehl, [es bedarf noch einer kurzen auseinanderselzung mit den änderungsvorschlägen, welche Scherer QF. 7, 82 f. gemacht hat. ich habe sie sämtlich in den varr. aufgeführt, ihnen anschliefsen konnte ich mich nur in zwei fällen, den ersalz des indicativs durch den conjunctiv 6, 4—6 wies bereits lloediger anz. 1, 87 /'. zurück, die Umstellungen von 4, 7. 8 und 5, 3. 4 sind nicht unbedingt nötig, die änderung von 1, 1 /'. macht die drille zeile erst recht anslöfsig. mit grund vermissle Scherer bei slr. 2 den anfang Nu lobe, welchen alle übrigen Strophen bieten. aber während sonst jede slr. einen eigentümlichen inhalt aufweist, setzt diese zweite nur fort was in der ersten angefangen war, die nennung der horae canonicae. dazu kommt, dass slr. 2 die einzige ist, welche keine lateinische zeile an zweiter (immer reimend auf aver sä) oder vierter stelle (diese beobachlung spricht gegen die Umstellung von 5, 3. 4) enthält, und unpassend ist jedesfalls der schluss, den Scherer für slr. 1 vermutete: der refrain laudate dominum in excelsis schliefst immer nur solche Strophen, welche von dem lob der unbelebten crealur handeln, während der andere laudate dominum de celis den Strophen angefügt ist, welche das lob der lebenden wesen schildern (4, 2. 3 allerdings auch gewässer, die 7, G wiederkehren; vgl. aber 4, 9). ich acceptiere daher einen Vorschlag Uoedigers, welcher 1, 7—2, 8 als inlerpolalion ausscheidet, sehr wohl konnte jemand, da es sich um die 1 lagzeilen handeil, diese einzeln aufzuzählen und 7 Strophen herzustellen sich bemüfsigt fühlen, wir haben dann eine ganz symmetrische gliederung der 6 Strophen: 8. 10. 10. 10. 8. 8 Zeilen folgen einander.] 1, L minen treluiu s. zu XXXI, 29, 4. 4 ps. 118, 164 septies in die laudcin dixi tibi super iudicia iustitiae luae. 7 1 paral. 16, 40 ui oll'er- rent bolocausla clomiuo super altare bolocautomaüs iugiter, mane et vespere, iuxta omnia quae scripta sunt in lege domini, quam praecepit Israeli; vgl. 2 paral. 13, 11. ps. 54, 18. 10 Ruland 8, 27 mine vil lieben Hute, minnet sibeu tagezit; daz raHet der kuninc David: ir sult späte um fruo sin, so erhöret hieb min trehtin; YVGrimm zu Freid. 15, 19; über Freid. s. 55. 2, 10 ps. 148, 1 Laudate dominum de caelis, laudale eum in excelsis. 3, 2—7 ps. 148, 3 laudate eum sol et luua, laudale eum omnes stellae et lumen; 9 raontes et omnes colles, ligna fruetifera et omnes cedri. Daniel 3, 62 benedicite sol et luna domino, laudate et superexallate eum in saecula; 63 benedicite stellae caeli; 75 benedicite moutes et colles; 76 benedicite universa germinantia in terra. 10 s. zu 2, 10. 4, 2—9 Daniel 3, 7 8 benedicite maria et flumina; 77 benedicite fontes; 79 benedicite cete et omnia quae moventur in aquis; 80 omnes volucies caeli; 81 omnes besliae et pecora. ps. 148, 10 besliae et uni- XI.V LAUBATE DOMINUM 271 versa pecora, serpentes el volucres pennalae; 11 reges terrae el omnes populi. 5 vesee] kein schwanken des vocals wie in scef seif, schef sehif zeigl sonst, wie es scheint (Graff 3, 708. mhd. wb. 3, 328), die anomalie von visc viscli in der ersten declination an. lemligis] es ist unwahrscheinlich, dass der Verfasser des gedichts hier nicht den leichleren vers gefunden haben sollte, 5, 2 ff. ps. 148, 4. 5 laudate eum caeli caelorum, et aquae omnes 459 quae super caelos sunt laudenl nomen domini; quia ipse dixit et facta sunt, ipse mandavil et creala sunt. Dan. 3, 59 benedicite caeli; (60 aquae omnes quae super caelos sunt;) 74 benedicat terra, vgl. zu 3, 2—7. 6, 2 ps. 150, 3 laudate cum in psalterio et cithara. 4 ps. 148, 2 laudate eum omnes angeli eins. 6 Jesai. 6, 2. 3 Seraphim stabant super illud — et elamabant alter ad alterum et dicebant 'sanetus, sanetus, sanetus'; apocal. 4, S. 7, 2 ff. ps. 148, 7. 8 laudate dominum de terra dracones el omnes abyssi, ignis grando nix glacies spiritus procellarum, quae faciunt verbum eius; Dan. 3, 68 benedicite rores et pruina; 64 imber et ros; 65 omnes spiritus dei; vgl. zu 3, 2—7. XLVI MESSEGESANG. Cod. lat. 4616, Bened. 116, der k. bibliolhek in München besteht aus mehreren hss. des XII/Xlll jh. (Alanus de arte predicandi, eius correetor s. medicus, bystoria de nativilate sanete Marie virginis, de saneto Hieronimo und anderes), 160 bl. 4°; bl. 52. 53 deutsche geistliche ratschlage und gebele, bl. 54 a ~ c der messegesang. KRoth denkmähler der deutschen spräche, München 1840, s. xn. 46 /'. 'lied an goll den valer'. JASchmeller zs. 8 (1S51), 117 —119 'gesang zur messe'. PPiper die geistliche dichlung des mittelalten 2 {Berlin und Stuttgart o. j.), 125 f. 2 zweisilbiger auflakl ist 28. 33. 36 sicher, aber es ist nicht wahrscheinlich, dass hier und z. 34 er nicht vermieden wurde, da beide male die kürzung schaft erlaubt war, Haupt zu Erec s. 360. 7 enph&he statt enphäcb auch 57. 9. 10 in: ime wie 21. 22 nam: ermane, 63. 64 den: beneme, s. DHB. 1, xlvii. 13 der schlechte versschluss liefse sich hier leicht beseitigen durch diust mit ime, aber 23 nur durch eine Veränderung des sinnes, wenn man ze wandel schreibt, und 25 nur durch eine Umstellung nam des unsern. 14 liehe hier und 52; lieh 26, Uli 30. 20 s. zu 91. 92. 23 vgl 78 ff. doch ist mir die zu v. 13 angegebene änderung sehr wahrscheinlich. 30 gebain, 38 gehaine: Alberls SUlrich 1014 ein nahtes sent Afra irschein und zeigte ir heiligez gebein. vgl. DHB. aao. 40 apocopierle dalive masc. sg. wie hier erbetail und 80 bluot sind im XII jh. nicht ohne beleg, XXXIX, 2, 1 in deine ge- spreidach: gesacb, Dietmar von Eist MSF. 33, 12 von swaches herzen rät: lät, unten XLVII, 3, 41 mit dem selben gegen: ebresem (vgl. Moriz von Craon 143, Nib. 6, 4. 336, 3. 643, 1. 1957, 1. 1984, 1. 2282, 1), 272 XLVI MESSEGESANG sogar häufig mit andern Kürzungen (DHB. aao.) in dem lexl der Berliner hs. von Wcmhers Maria 150, 31 Hoffm. von reinem muot: guot; 151, 27 mit vil fröuderfchen muot: Uiol; 157, 35 in minem muot: guot; 172, 4 mit froelichcm muot: guot. 49 du ruhte wie du brahle, daehle, hsele. i&üvgl. Weinhold mhd. gramm.- § 402. 62 arnen verdienen. 79 unde relativ. 91. 92 verse zu vier Hebungen mit klingendem reim, wie 19. 20. 92 ebenhellunge Lexer 1, 501. zs. 20, 221, 16. Khull beitr. zum mhd. tob. 1884 s. 7. 93 über 6: ä DHB. 1, xlviii f. Dass dies gedieht noch dem XII jh. angehört, beweisen, wenn es dafür der beweise noch bedarf, die reime allen: willen; worle: vorlile 83—86, und ohne zweifei ist es in Baiern entstanden und aufgezeichnet, es ist ein leich, dessen absälze in der hs. bei v. 17. 33. 63. 73 durch größere anfangsbuchstaben bezeichnet sind, die beiden ersten absälze von je 16 Zeilen sind gewissermafsen die Stollen zu dem großen drillen abschnitte von 30 zeilen. die beiden letzten von 10 und 22 Zeilen aber sind entweder in eine Strophe zusammenzufassen, die dann den beiden ersten an umfang gleich käme, oder der Schreiber hat v. 73 ganz richtig den großen anfangsbuchstaben gesetzt, ihn aber v. 83 bei unde übergangen; dann würde der letzte teil ein für sich bestehendes System von 2X10 und 12 zeilen oder zwei Stollen mit ihrem abgesang bilden. — ein anderer messegesang aus einer Salzburger hs. ist in Mones ans. 7 (1838), 236 f. und nochmals zs. 17, 425—427, ein driller aus einer Weingarlner, jetzt Fuldaer hs. zs. 18, 455 f. und abermals im anz. für künde der deutschen vorzeil 1880 sp. 305 f. vgl. 340 mitgeteilt, der letztere fand aufnähme in Freidanks bescheidenheil, s. zs. 19, 103 f. vgl. auch Germ. 21, 347. 22, 384. XLVII SEGEN. 1. MILSTATER BLUTSEGEN. Cod. 1705 (rec. 3282) der k. k. hofbibliolhek in Wien, aus Milstal in Kärnten, 103 bl. 8°; bl. 25 ff. eine schrift gegen Berengar von Tours vom j. 1088, bl. 32° von andrer band ein decrel des papsles Paschalis II vom j. 1106, dann der deutsche segen und noch drei lateinische remedia. MDenis Codices mss. Iheol. bibliothecae Vindobonensis II, 3 (Vindobonae 1802), 2024/'. EGGraff Diutiska 3 (Stuttgart und Tübingen 1829), 404f. Hlloffmann Verzeichnis der altdeutschen hss. der k. k. hofbibliolhek zu Wien, Leipzig 1841, s. 2. 3. 1 war die hs. statt wart; was JGrimm im anhang zu mylhol. cxxxn, Wackernagel alld. leseb. 1859, 255; s. zu XXXIV, 15, 4. Die herstellung regelmäßiger verse hätte keine Schwierigkeit gemacht, man lese 1 Christ stall Der heligo Christ 2 er ce Jersalem XLVII, 1 SEGEN 273 3. 4 da wart er von Johanne getoufet in Jordane 5 Do 6 unle 7 so verstaut 11 dno Johannes der gtiolo. aber die ganze formet kehrt beinahe gleichlautend, noch in der Wiener hs. 2817 (med. 92, vgl. Schönbach zs. 27 , 308 ff.) aus dem XIV jh. bl. 29 sp. 1 und in der hs. 16376 zu Chellenham (B, abgeschrieben von dr. Patzig: da für dö, ei für i uii. notiere ich nicht) wieder, zum einleuchtenden beweise, dass neben der mündlichen die schriftliche tradüion in diesen dingen von Jahrhundert zu Jahrhundert hergegangen ist, und schon um die Übereinstimmung der älteren und jüngeren aufzeichnung anschaulich zu machen, u>ar von änderung und Verbesserung jenes lexles abzusehen. Swer daz pluot versprechen wil, der Sprech (dir ß) das wort: 461 Der hailig Christ (der B) ward geborn ze Betllahem, von dannan kom er ze Jerusalem, dö wart er getauflet in dem Jordan von Johanne. 5 dö verstuond des Jordans fluz und auch sin runst. also verste du, pluoles rinne, durch des hailigen pluotes willen, du verste an der not io als der Jordan let, dö der lieb herr sant Jöhans (dafür sanetus Johannes ß) uusern herren lauflet. Also verstand du, pluoles rinne, durch des hailigen pluotes willen, und sprich dr! palernoster der drtvaltikait unsers herren, und (dafür so ß) wirt dir des (für dir des nur es ß) siechtuoms buoz. Aufserdem aber findet sich der segen auch in einer sehr veränderten gestall auf einem blatte, das dem untern, zweiten decket der ehemals Scheffer- schen, jetzt upsalischen hs., die die älteste aufzeichnung des Tobiassegens (s. unten) enthält, angeklebt ist, von einer hand des Xll (oder XIII?) jh., gedruckt nach einer abschrift JSchcffers in den miscellaneae obser- valiones crilicae X, 1 (Amstelaedami MDCCXXX1X) p. 89, hier nach einer abschrift AUppslröms: Inomine patris et fllii et Spiritus saneti: so wil ich dir daz bluot versprechen. Ich verspriche dich, bluot, Ich verbiute dich, bluot: 5 stant bluot, stode (so die hs.) bluot; stant bluot inne durch die gotes minne, stant also lise in dem siechem übe, io stant sam drale sam der Jordan täte, dft der heilige Krist inne getauflet ist. DENKMÄLER II. 18 274 XLVII, 1 SEGEN also du getauffet sist unde swie (unde unde swc die hs.) du geliaizen sist, 15 daz dir ze buoze. Krist ward gekündet ze Nazaret unde geborn ze Betleliem unde gemarterot zJerusalem. da ht verbiut ich dir, bluot, daz du stest unde nine gest, 20 in dem namen des vater und des sunes und des heiligen geisles. Amen. hier zeigt sich z. 16—18, dass v. 2 des alten Milstäter segens einmal anders lautete und dass darnach auch die Störung von v. 3 anders zu erklären ist, als worauf die Vermutung führte: auf unde gemarterot ze Jer- salem folgte einfach gelotif'el von Johanne in demo Jordane. aber die wun- if>2derliche sachliche Ordnung in diesen versen, die ohne zweifei die abände- rung in v. 2 der Wiener hs. veranlasste, ist gewis auch nicht ursprünglich, sondern die den Zusammenhang störende zeile unde gemarterot ze Jer- salem des besseren reimes auf Betleliem halber eingeschoben, und der anfang lautete ehedem wohl: Christ wart gekündet ze Nazaret unde geborn ze Betleliem, geloul'el von Johanne usw. untadellich ist die Ordnung in einem segen der Heidelberger hs. 169 bl. 207 (Mones anz. 1837, 477 nr. 42): Ich beswere uch, wurme, by unserm herren Jesu Christ, der zu Betlahem geboren wart, in Nazaret gezogen wart, uf dem borg zu monte Oliveli zu himel füre, aber eine ganz ähnliche aufzeich- nung, wie in der Schefferschen hs., setzt voraus eine auch noch heule mündlich (AKuhn westfälische sagen 2, 198 nr. 558) umlaufende formet in Mones anz. 1838, 420 nr. 2 aus einer hs. des XV jh. im Ferdinan- deum zu Innsbruck: Item das pluot zu verstellen usw. Unser lieber berr ward geborn zu Belhlahem und ward verkündet zu Nazaretb und ward gemartert zu Jerusalem. als war die drey sache sein, als war verste dir. N. dein pluot. in derselben hs. folgt auch unmittelbar noch ein zweiter mit dem Schefferschen verwanter spruch Contra fiuxum sanguinis die: Ich man dich bluot, ich bitte dich bluot, ich gepeül dir bluot by unsers herrn Jhesu Cristi bailigen hluots ere und crafl, das du verstandest und nicht mer gangest. mit z. 5—7. 15 der Upsaler hs. namentlich berührt sich ein blutsegen, den OFleischer aus einer nicht näher bezeichneten Erfurter hs. (es ist codex 62 b in oetav, wie Schums Verzeichnis s. 720 ergibt) saec. XII in wenig genügender weise Berliner monatshefle für litleralur, krilik und thealer 1 (1885), 507 mitteilte: Christ wart wunt, | des wart er gesunt. I Slant bluot, stant bluot. | Stant hir inne | duorc des heil .. Chrisles willen. Pater nosler, Diz si din buozen. islud die tribus viribus, er schliefst daran eine zweite fassung: Item . . . nem manare de ferreo fönte ille sanguis stitit, ubi Christus Jesus. Stant bluot, habe bluot, | habe dine sela bluot. | Sancta Maria . . liga hec v.....| Also verslant duo | so der (Jordan) stuont I ubi sanetus Johannes Christum filium dei baptizavit. pater noster. tribus viribus isla, (auch die Erfurter hs. 65 in quart enthält — Schum XLVII, 1 SEGEN 275 s. 338 — bl. 153 einen blutsegen.) die sage, dass der Jordan bei der taufe Christi stillgestanden, wiederholt sich in verschiedenen formein, von denen die älteste am rande von bl. 30 b der valicanischen hs. 5359 aus dem 1X/X jh. zu edict. Rothar. 165 (archiv der gesellschaß für ältere deutsche geschichtskunde 5, 245) sieht: Christus et sanctus Johannes ainbelans ad flumen Jonlane, dixit Christus ad sancto Johanne 'restans flumen Jordane'. Commode restans flumen Jordane: sie res le venast. In homine it (WWackernagel aao. sie restet vena ista in hominc isto). In nomine patris et filii et spirilus saneti. amen, deutsch liegt eine sehr ähnliche fassung vor in der Pariser hs. nouv. acquis. 229 zs. 23, 436 f. und sitzungsber. der Berliner akad. 1885 «.579: Ad fluxum sanguinis narium. Christ unde Julian j giengon zuo der Jordan.-1 do sprach Christ: stant Jordan, | biz ih unde Jöhan über dih gegan. | also Jordan dö stuont, | so stant du. N. illius bluot. ) hoc dicalur ler et singulis vieibus fiat nodus in crine hominis, interessant und vielleicht in beziehungen zu IV, 6 stehend ist der blutsegen, den FLeilschuh aus einer liamberger hs. des XIII jh. anz. 15, 216 mitteilte; sein schluss zeigt beeinflussung durch wundsegen. in den quellen und erörlerungen zur bayerischen und deutschen geschickte "t {München 1858), 319—321 sind atis clm. 100 mehrere formein contra fluxum sanguinis mitgeteilt, von denen die erste beginnt Wazzer rinnet, Jorilanis beizzet, da der heilige Christ inne getoufet wart (diese worte in der form Wazzer flüzit, Jordan beizil da der heilige Crisl inne gedofet ist neben einem andern deutschen reim Ig fant iz fersuant Ig berein iz fer- suein zs. 21, 210). Eiter bistu, zegan soltu (dies auch in einem segen Für daz ungenant, den mir Schönbach aus clm. 4350 XIV jh. bl. 73 b abschrieb: haisse ein wazzer schephen mit trein pater noster in dem namen der trivaltichait und sprich diu worl. Carna. spodia. Carnans. sedia. in mesima samsodina. Gast pistu von .N. solt tu aiter (davor ait s ausgestrichen) pislu zergen solt f In nomine (patris et filii et spirilus saneti ausgestrichen) saneti Simplici In nomine saneti Elech in nomine sanete trinitatis. pater noster wstp.). Super aspidem et basiliscum ambulabis (ps. 90, 13) usw., die letzte schliefst Longinus miles lanceauit dominum Jesum Christum, exiuit sanguis et aqua. Jesus, sta sanguis. Christus chrisma. strangula uenam limis. murmur accessus. amen. Pater noster (ebenso in dem Pariser blutsegen zs. 23, 437. sitzungsber. der Berliner akad. 1885 s. 579 strangula. vena. murmur. luna. cessa. Paler noster). sta. sta. sla. sicut flumen Jordanis stelit. Tribus uieibus. ähnlich im clm. 14569 6/. 17 b (am rande von einer hand des X]jh.): CONTRA SANguine slagnaiul. iMiles longinus cum lancen sua feriuit in lalere xpi. nee fecit nee uena doluit Xpc dix. stringe te sanguis ds. qui serrasti uenä. tu fac stagnare uenam in menbro isto. Pater nr. (über den Longinus vgl. die unten zum Münchner ausfahrtsegen 3, 52 angeführten stücke und den enocurs zum Tobiassegen; Mones anz. 1834, 284. 287; 1837, 475. 477; 1838, 608; zs. 20, 24 f.; Grimms myth. anh. cxli nr. xxxn, 2.) in der Wiener hs. 2817 (med. 92) bl. 29 b steht folgender segen für daz pluot: Wild du daz pluot verstellen daz da üs der wunden oder us der nasen fliuset, so leg din hant dar über und sprich daz wort: f In dem namen des vaters f und des 18* 276 XLVII, 1 SEGEN suns -j- und des hailigen gaistes. -j- Sant Helias saz in der aincede und floz im daz pluot ze baiden naslöchem üs. dö begund er ruoffcn hin zuo got und sprach 'herr gol, nun hilf mir und betwing dicz pluot, als du betwunge den Jordan, e daz dich sant Julians dar üs tauflet'. und sprich 463driu paternoster und driu ave Maria. Znaimer Tobiass. von 1854 in Wagners öslerr. klosleri. 2, 361 Jesus Chrislus gieng in den sal, da fiengen seine feinde an zu schweigen und ihr gewehr und wallen stille stehen, als das wasser in den üuss Jordan gestanden ist, da Johannes der jünger Jesum Christum gelaufet hat. auch in einem feuersegen bei Mone anz. 1837, 465 heifsl es 'du wollest still stehn, so wahr still gestanden der Jordan, darin taufet Johannes Jesum Christum den heiligen man'; und es scheint ein blofscs misverständnis und enlslellung, wenn es in einer festbannungs- formel (rnylh, anh. cxlvi nr. xlix) heifsl 'so gewis und wahr sollt ihr stan, als der heil. Johannes stand am Jordan, da er den liehen herrn Jesum getaufei', nach der Vorauer exodus 68, 4 ff. Diem. zerteilte Josua {Jesus) den Jordan mit der gerte Mosis (exod. 14, 16 ff. 21; vgl. Jos. 3, 13 ff), dergleichen scheint ein spruch in der Wiener hs. 2817 bl. 26 a sp. 2 vorauszusetzen: So du din veind fürchtest oder diu wilden tier und si gegen dir gangen, so tuo diu erücz für dich und sprich: 'In nomine patris etc. deus deiecit virgam in Jordanem, que vocalur Vria' daz spricht 'got warf die gerlen in Jordan, die da haiszet Vria', und hiesz den Jordan still stAn: also bclib min lib vor in gesunt. gleichfalls der schwerlsegen der Brestauer hs. im excurs zum Münchner ausfahrlsegen E 12/'.: der heilige Christ sliess syne inten in den Jordan, daz der Jordan weder slunt. vgl. auch Hegel Golhaer arzneibuch 1872 s. 2 = Germ. 32, 454. wiederum, scheint es, ist bei dem in den alld. bl. 2, 271 f. mitgeteilten niederländischen morgensegen ein misverständnis anzunehmen: Die heileghe Kerst ende die goede sinte Jan ghinghen over die Jordan: hen en conste doen (niet) ghevellcn, noch gheen water gbequellen, noch iser noch stael ghesniden: der selver weldaet moetic ghenielen heden ende emmermeer. — ein verwanler isländischer blulsegen zs. f. Volkskunde 1, 112. 2. WURMSEGEN. A cod. lat. 536 der k. bibliolhek in München, 137 bl. 4°, besieht aus 3 verschiedenen teilen: 1) bl. 1—89 XII jh. (l a Iste liber pertinet ad sanetum Vitum quem fecit scribi uenerabilis abbas Werinli [1143—7]) Honorius de imagine mundi, auszüge aus Hieronymus, Augustin, ein lat. physiologus, dann wieder einzelnes, darunter bl. 82 b —83 b ein deutsches stück von edelen steinen, Germ. 8, 301—303; bl. 84 a unter der Überschrift Contra uermes der wurmsegen, FKeinz in den Sitzungsberichten der Münchner akademie 1867 2, 17; bl. 86 a —87 ein deutsches stück von kräulern und bl. 89 b von einer hand des XIII jh. ein diebssegen, Germ. 8, 300 f. 303; 2) bl. 90 —101 XI/XI1 jh. Hailos visio Wellini ua.; XLVII, 2 SEGEN 277 3) bl. 102—136 XI jh. (bl. 102 a Liber sancti Viti. Prole d. i. des klosters Prül bei Regensburg) Otlohs liber proverbiorum, an dessen schluss bl. 136 a eine hand des XIII jh. folgende teilweise ausradierte und etwas höher von einer späteren hand sehr fehlerhaft wiederholte verse geschrieben hat: A°we lip vor allem libe wie kundo (o unklar) ich | claz verdinen vmbe got vnd vmbe dicli | daz dv vrowe wnldest neraen mich. B hs. 1501 (früher 39/59) der Universitätsbibliothek zu Graz aus SLambrechl in Steiermark, XII jh. 8°, enthält in ihrem ersten teil auf 69 bl. lateinische gebete einer frau, Diemer gedickte des XI und XII jh. s. xvii. xxx; im zweiten bl. 1—36 a Heinrichs litanei, HHoffmann fdgr. 2, 215—237; bl. 36 a —43 b deutsche gebete einer frau in prosa, Diemer s. 379—383; bl. 44 a —65 wieder lateinische gebete einer frau; auf bl. 63 b . 64 a den an zwei stellen ausgekratzten deutschen segen. HHoff- mann fundgruben für geschichte deutscher spräche und lilleralur 2 (Breslau 1837), 237/". ASchönbach zs. 21 (1877), 413. 4 Haupt verweist mich auf Grieshabers predigten 1, 18 die wurme üz im -»vielen; vgl. Ruland 235, 23 diu ougen im vergiengen, üz im vielen und WGrimms anm. Job 2, 7 f. Satan percussit Job ulcere pes- simo, a planta pedis usque ad verticem eius; qui lesta saniem radebat, sedens in sterquilinio. 7, 5 induta est caro mea putredine et sordihus pulveris, cutis mea aruit et conlracta est. 17, 14 putredini dixi, pater461 meus es; mater mea et soror mea, vermibus. Magewurm ist sonst nicht belegt, über perzel hat nach dem d. wb. 2, 553 f. Weinhold zs. f. d. phil. 1, 22 einiges gesammelt (vgl. anz. des germ. mus. 1872, 190), in manewurm sah Müllenhoff nur ein syno- nymum von härwurm (Frisch 1, 388° f.), wie sie ähnlich in andern segen vorkommen. EMeyer sagen aus Schwaben 2, 520 nr. 464. 465; Aar- gauer besegnungen in der zs. f. d. mylh. 4, 111; GLammerl volksmedicin 1869 s. 131 Gott der berr gieng zacker in einen guten (roten) acker er tat drei furch, er fieng drei wiirm: der erste ist der streitwurm (neidwurm), der andere der geitwurm (giftwurm; aarg. gniel- wurm), der drille der haarwurm. streitwurm, geitwurm und haar- wurm fahren aus diesem fleischwurm. i. n. g. in der Oberpfalz (Schönwerth 3, 251) nennt man wesentlich nach derselben einleilung den blutwurm, bantwurm, fleischwurm, herzwurm oder fleischwurm, beinwurm, markvvurm (vgl. IV, 5). noch andre würmer ein lat. segen einer Golhaer hs. des XV jh. Germ. 32, 453. Regel Golhaer arzneibuch 1872 s. 2 sive sit harworm, sive navelworm, sive berneworm, sive schafwonn, sive quaseworm, sive varn, sive bersel, sive leneworm, sive hesper sive Cancer sowie ein spruch aus einer Karlsruher hs. des XVII j'/t. in Mones anz. 1837, 462 nr. 9 (in älterer fassung, ohne die wurmnamen, aus einer Berliner hs. des XIV jh. im neuen archiv 10, 193 f., vgl. auch zs. f. Volkskunde 1, 203) Wurm, ich beschwer dich hei dem heiligen tagschein, bei dem heiigen Sonnenschein, ihr seien schwarz, weiss, gelb oder rot, grau oder blau; du seiest der sponwurm in den därmen (l. darniwurm), der auswerfent wurm, der fressendig, der gnagendig oder bissendig, der schla- 278 XLVII, 2 SEGEN fem oder fliegent, der umgelienl oder fegent wurm, der haarwurm oder ungenant wurm oder deiner gesellen einer, deren seint 77 usw.; vgl. den ross- segen im anhang zu XLVII, 4, mglh. 1109, Huhns zs. 13, 128/7'. über die 77 Krankheiten und den segen bei Wagner österr. kloslerleben 2, 367 gegen alle 77 frais, in dem Karlsruher sprach aber sind zwei auf- zählungen combiniert, von denen die eine mehrmals an die stelle der altertümlichen des ersten segens tritt, in einer vermutlich hessischen fassung bei IJappel relatiün. curios. 4, 296 (mglh. 1195; fast gleichlautend Alem. 8, 284. vgl. auch bl. für landeskunde von Niederösterreich 2, 285) tiot vater fahrt zu acker, ackert fein wacker, ackert alle würm heraus: der eine war weiss, der andre schwarz, der drille rot: hier liegen alle würm tot; in Kuhns west/al. sagen 2 (1859), 207 nr. 590 Jesus und Petrus fuhren aus gen acker, ackerten auf drei furchen, ackerten auf drei würmer, der eine war weiss, der andre schwarz, der drille rol: da waren alle würmer tot. i. n. g. und ähnlich in zwei sprächen bei Schönwerth 3, 250, mitteilungen des Vereins f. d. gesch. der Deutschen in Böhmen 16, 237, zs. f. Volkskunde 1, 206. dieselbe formet kehrt dann in andern wurmsegen wieder, zunächst in dem von PEwald aus einer römischen hs. des fürslen Boncompagni nr. 170 bl. 49 XIV/XV jh. im neuen archiv 3, 164 anm. mitgeteilten (wiederholt Germ. 24, 200): Coutra vernies, sive ledant hoinines sive pecora, dicatur in aurem sinislram. Si sim hemma mulahos usnioniin velamos euimisspar (cantic. cant. 6, 8 hebräisch). Ez gienc (hs. gient) ain man dur ain hirkin tan, da warn inne wurme ain michil geslurme, ain wisser wurm, ain swarzer wrm, ain roter wrm, ain plawer wrm, ain minver wrm, alier wrm wirst die sint. als war daz ist daz unser herre Iesus [ist] der rainer megd miner frouwn sant Marien Sun ist, als war ist das dirre wrm tot ist, al (hs. als) dis vorme tot sint. In Gottes namen amen. Pater nosler tribus vieibus dicatur etc. sodann in Mones anz. 1834, 281 f. nr. 14 (mglh. anh. nr. xxix) wurm, bist du dinne? so heut ich dir hei sant (Jobes?) minne, du seiest weisz, schwarz oder rot, dass du hie ligesl tod; ebend. 287 nr. 33; Kuhns norddeutsche sagen s. 441 nr. 328, weslfäl. sag. 2, 205 nr. 584; Thiele Danmarks folkes. 3 nr. 446. die Wiener hs. 2817 des XIV jh. bl. 30 a sp. 2 gibt folgende fassung Für die würm in den zenen sprich und leg den minsten vinger an der rechten hanl üf die zen: f Ir würm in disem gebain, nun nierkenl was daz hailig ewangeli main: ir sient weisz, swarcz oder rol, ir müzzent ligen all tod. i. g. n. amen (vgl. dazu auch zs. 21, 212). und diese findet sich zweimal im 465 anhang von jüngeren, vollständigeren aufzeichnungen des segens AB, so dass man sie nur für eine abkürzung desselben halten kann, die aufzeichnung C liegt mir abschriftlich aus der Heidelberger hs. 367 des XIV jh. bl. 173 b vor (Adelungs fortgesetzte nachrichten s. 297, Mones anz. 1834, 279 f. nr. 9. 10, Grimms mglh. 1 anh. nr. xv; verwanl ist auch Germ. 25, 507): Dis ist eyn guler seyn vor den blasinden woran. Der gute herre senthe Joh der lak in deine miste, her clagete deine heilge Christe, wi syn gebeyne essen die worme cleyne. do sprach XLVII, 2 SEGEN 279 der heiige Crist, wen Dymaudt besser isl: 'Ich gebite dir worin, du siest wies adir swarcz, geel adir grüne adir roet, in desir slumll sieslu in dem pferde loet'. nola, man sal das pferdt nennen, alz is gebaret ist. darauf folgt Dis ist eyn gulir seyn vor den pirczil. Hörest du worm yn Heische und in beyne, vornem was das heiige ewangelium meyne, du seist weis swarcz adir geel, grüne adir roet, der gehütet myn herre senlhe Job, in desir slunl sieslu in desem pferde toet. i. g. n. a. (vgl. dazu Hoffmanns monatschriß von und für Schlesien 1829 s. 764). die zweite aufzeichnung U aus der Heidelberger hs. 169 bl. 172 in Mones anz. 1837, 474 f. nr. 35, welche fast wörtlich in der Wiener hs. 2817 bl. 32 c (zs. 27, 310) wiederkehrt: Jop lag uf der erden oder uf dem mist. er ruft zu dem heiligen Crist: 'du in dem himel bisl, du erhörest Jobs gebet, das er mit andacht zu dir dei, in dem mist zu dir, Krist: vil Lurer ruf (l. iure er rief). der wurm sy wisz, swarz oder rot, got [durch diu tot] put dir, du hie ligesl tod, und durch die marler, die got erleid, (do er) an das heilig cruz schreit: die wunden namen ime den lip. got geput dir wurm das du slirbest in diser stund oder zyt. es bissen uiynen herren sanl Jop die wurm, der ein was wisz, der ander rol, der drill was swarz: ir wurm, ir sollent ligen tod. dann nr. 36 Wurm in Heisch oder in pein, was das heilig ewangelig mein: dir pul got das du dich umb kersl; du syest wisz, swarz oder rot, du ligesl in but noch in Heisch oder in pein. dazu kommt noch E aus der Karlsruher hs. des XV11 jh. bei Mone 1837, 462 nr. 8: Der heilig sant Jopp sas auf einem mist. er huob sich auf gegen unserm lieben herrn Jesus Christ, er sprach 'wie beissen mich die wurm so übel!' golt sprach 'wie seind sie gefärbt? seind sie weisz oder schwarz oder rol, so sollen sie alle sein stein- her t und tot.' andre aufzeichnungen, bei Mone 1837, 473 ff. nr. 33 aus einer niederrheinischen hs. des XV jh., nr. 37 aus der Ileidelb. hs. 169 bl. 200, Hoffmanns monalschrift von und für Schlesien 1829 s. 766 aus einer Breslauer hs. des XV jh., anz. des germ. museums 1865, 350 aus einer Münchner hs. des XV jh., und in Mones nieder!, volkslüeralur s. 334. 337 (van Bergh woordenboek der ndl. mylh. s. 342 f. 344), geben den segen in sehr verkürzter geslall, bewahren aber noch den namen des Job und die Schlussformel und zählen zum teil 3 weifse, 3 schwarze, 3 rote würmer, wie der meklenburgische segen in KSchillers Her- und kräulerbuch 1, 17 f. und der nd. im nd. korrespondenzbl. 10, 6. aus der Heidelberger hs. 266 führt Bartsch die alld. hss. s. 54 b zweimal (bl. 142°. 143 1 ') den anfang (Sanl) Jop läge in dem mischt an. ganz verstümmelt isl was im Wilheringer codex 120 XV jh. bl. 2 b steht Job läge in dem mist vnd rief ze dem hailigen Christ, czu bitten herre got, daz die wurm alle ligen toi (zs. f. d. phil. 17, 217). Wie verwildert aber auch und zerrüttet die Überlieferung isl, die Jüngern aufzeichnungen lassen doch erst die ursprüngliche gestalt des segens deutlicher erkennen, fest steht durch ABCDE das erste reimpar: Job lac in miste, er rief üf ze Crisle, 280 XLVII, 2 SEGEN und unbedenklich dürfen darnach die allein in B erhaltenen zeilen 3. 4 mit eiter bewolten: die matten im üz wielen für echt und ursprünglich gellen (vgl. anz. des germ. mus. 1871, 303 Sanctus Job seilet in slerquilinio vermibus scaturiens et ille idem sanetus Job sanat huuc equum). es könnte dann A 3. 4 = D folgen; aber die unmöglichkeil, die rede Jobs fortzuführen, ergibt sich bald, man kann auch die anrufung Christi nicht dem besegnenden in den mund legen, 466 weil dann der schluss der rede fehlen würde, da den zeilen B 6. 7 die gesamte andre Überlieferung entgegensteht und sie anderswoher entlehnt sein müssen, nach CDE wurde die erlösende wirksame schluss- formel richtig der allen logik der segen gemäfs von Christus oder goll selbst ausgesprochen, es muss daher (s. zu IV, 1 s. 276) auch dieser segen einen rein epischen eingang gehabt haben und die Umsetzung in die anrede, wie sie in AD vorliegt, ein sehr alter fehler sein, der sich aber durch den ausfall von v. 3. 4 nach v. 2 leicht erklärt, vielleicht folgte auch auf B 3. 4 noch C 3. 4 (vgl. E) s unde (oder er clagte daz) sin gebeiue äzen die wurme deine. dann aber nach AD (vgl. C) der genädigo Grisl, der der inemo himile ist (C wände nieman bezzer ist), der erhurte Jöbes bete, 10 die er mit anedaht (?vil tiure?) ze imo tele. die sinnlose Wiederholung und umkehrung des anfangs in A 8—10 und D öfter hängt mit der Verwandlung der erzählung in die anrede zusammen, die verse der genädigc Crist — leiten schon zu der Schlussformel hinüber, in indirecler oder direcler rede konnte noch gesagt werden, wofür in D die spuren, sogar in einem altertümlichen reim, vorzuliegen scheinen, dass Christus bei der marler, die er erlitten, den wurmen verboten habe, Job zu quälen, der schluss aber lautete direct wurm, du slst (wurme, ir s!t) wiz, swarz oder rot, icli gebiute dir, du slst nü tot oder ir sulent nü alle ligen tot oder wie man sich die letzte zeile gestaltet denke, die formel wiz, swarz oder rot, durch die ganze jüngere Überlieferung bezeugt, steht für die vorletzte so fest wie v. 1. 2 als eingang, da sie erst die fehlende reim- zeile für All und B 8 ergibt, von den jungem texten setzt namentlich I), mit A verglichen, eine alle schriftliche aufzeichnung voraus, dass aber der sprach schon im XII jh. zweimal so unvollkommen und in so verwilderter gestalt und später noch so oft aufgezeichnet wurde, spricht für sein hohes alter und sein ansehen, auf ihn deutet auch noch der segen einer Innsbrucker medicinischen hs. des XII jh. bei Mone 1838, 609 = Germ. 12, 466 Wrm, ich gebiute dir bi gotes Worten et s. Job unte siner heligin chinde, daz tu sen (? I. disen) man vel di . . . (? I. dises) wtbes mer enbizzest noch tages nuhe nahles. vgl. auch anz. des germ. museums 1865, 352. XLVII, 2 SEÜEN 28 1 Wurmsegen kamen gegen mancherlei kranliheilen und übel, die man von würmern verursacht glaubte, bei menschen und vieh in anwendung. die Pariser hs. nouv. acquis. 229 bietet folgenden contra vermein edentem, der correcter zs. 23, 436 als in den sitzungsber. der Berliner akad. 1885 s. 580 f. abgedruckt ist: Ih gebiude dir, wurm, du in demo fleiske ligest, si dm einer, sin diu zuene, suie filo dm si, in nomine palris et filii et spirilus sancti, In Jhesu nazareno, der ze ßethleem geboren wart, in flumine Jordanis getoufet wart, ze Jlierusalem gemarteret wart, ze monte Oliveti ze himele fuor: daz du des fleiskes niewet mer ezzest unde des bluoles niewet mer trinkest des mannes. N. ve! des wibes. in goles namen amen. Quicunque bomini hac medicina vermein emendare velit, caveat ne alicui iumento per eam emendet, quia poslea homini non proderit. die aufzählungen der ze Belbleem geboren wart usw. entstammen wohl den blulsegen XLVII, 1. die Wiener hs. 2817 bl. 28 a sp. 2 hat noch diesen lateinischen segen gegen zahnweh (andere z. t. bessere fassungen s. zs. 27, 308. anz. 15, 145; auch in der Erfurter hs. 8° 62 b , s. Schum s. 722): Ob die würm in den zenen sien, so serib. 'In nomine patris et filii et spirilus sancti, domini nostri Jesu Christi, amen. Sanctus Petrus ambas manus ad maxillas tenebat: supervenibat Christus dominus noster, dicens 'quid habes Pctre?' 'Domine, vermes habeo, qui nomen habent nigranei (/. inigranei, hemigranei), qui deuoranl dentes meos et maxillas meas. Signum tuum, domine, super famulum luum, domine! ayos a. a., sanctus s. s., alleluia al. al.' Und segen dich damit zwen morgen und ainen aubent und sprich als dick driu paternoster und driu ave Maria, so wirt dir bas. wie derselbe in Italien, England und Schottland verbreitet und in Deutschland in einen segen gegen mundfaule und wieder mit anlehnung an den unsrigen und an den wundsegen Tres boni fratres (zu XLVII, 3, 52) in einen wurmsegen umgebildet ist, kann man jetzt aus Germ. 13, 178 ff. 181 //".467 (vgl. 17, 75) ersehen. Kuhn hat mit dem unsrigen in seiner zs. 13, 137 ff. allindische Sprüche verglichen. 3. MÜNCHNER AUSFAHRTSEGEN. Cod. lat. 23374 der k. bibliolhek in München von unbekannter Herkunft (ZZ. 374), 23 bl. kl. 4 U , paginiert 187—232; Überreste von drei verschiedenen hss.: erste läge bl. 1 —12 (p. 187—210) lateinische sermonen oder expositionen aus einer hs. des XIV jh.; zweite läge bl. 13—18 (p. 211—222) lateinische gebele, segen und beschwörungen von verschiedenen händen des XIII (oder nach Jaffe vielleicht auch noch aus dem ende des XII) jh. der deutsche segen beginnt bl. 15 b (p. 216) sp. 2 unten und schliefst bl. 16 a (p. 217) sp. 2 z. 6. die ersten 32 verse machte BJDocen in der jenaischen allgemeinen lilleralurzeUung 1810 nr. 110 bd. 2 s. 276 bekannt und wiederholten darnach HHoffmann in den fundgruben 1, 343 /'., JGrimm im anh. zur mylh. (1835) cxxxm /'., 282 XLVII, 3 SEGEN WWackernagel im alldeutschen lesebuch, Basel 1S59, 255. durch Halms gefälligkeil habe ich die hs. hier am orle benutzen können. 8 könnte KHofmann (Münchner sitzungsber. 1870 2, 21) beweisen, dass der segnende v. 2 au gott vaters füfse dachte und dass v. 11/. sonne mond und morgenslern die dreieinigkeit bedeuten, so würde hier allerdings geistes stall goles zu lesen sein, aber unnolwendig und zum teil übereilt (s. zu 22) sind auch seine übrigen vorschlage. 22 vgl. unten G 55/'. 3t vgl. WGrimm zur gold. schmiede xxvn. 34 hidor elym. 7, 1, 16 Tetragrammaton, hoc est quatluor litterarum, quod proprio apud llebracos de deo ponilur, jotli he vau he, id est duabus ja ja, quae du- plicala ineffabile illud et gloriosum dei nomen efficiunt. Pitra spicil. Solesm. 3, 447 (vgl. 448. 450) y'. zb TETQayQa/ifia, rb dvty. ............ 12 vnd vor allen wilden tieren fo behvl dich got iemer fclione = 27 ? 2\ 2 b leer obere spitzen (anfang des Segens), welche zu ergeben scheinen Do (rotes D) waf ein vil gut 5 ; dann wird man gestanden haben -Smer] S rot betupft 3 ef (mir die obere hälfte erhallen) nicht sicher "Do] D rot betupft We oberen spitzen deuten auf ein vil gvt fegen = 12 «vattern] tt scheint ans Ü corr. 'vor] v rot betupft »undeulbare obere spitzen, gleich zu anfang ein i-strich, also stand wohl zunächst dich "nur untere spitzen, der rest dieser seite und 2 b waren unbeschrieben ,0 Ei] E rot betupft »d teilweise abgeschnitten, wodurch auch die abbreviatur für er verloren gieng 'hinlere spitzen, welche auf vor fienden vnd . ... zu weisen scheinen e papierhs. eent. VII. 38 der Stadtbibliothek zu Nürnberg, aus dem dortigen lialharinenklosler, 245 ungezählte bl. in 28 lagen, XV jh. 8°, 19* 292 XLVII, 4 SEGEN enthält von verschiedenen bänden eine deulung der messe, psalmen, hymnen, Litaneien, gebete, offene schuld usw. (alles deutsch), darunter auch den Tobiassegen, auf den KBarlsch erlösung s. lii aufmerksam machte. f hs. 5832 des germanischen museums in Nürnberg, beschrieben im am. f. k. d. d. v. 1853, 135 ff., aus dem anfang des XV jh. 8°; bl. T— 5*. ef nach einer abschrifl von MLexer. g cod. germ. 850 der k. bibliolhek in München, XV jh. 16», enthält bl. 53''—56 b folgende (von z. 15 an aus der zweiten person in die erste umgesetzte) verse des Tobiassegens: 1—6. 8. 7. 9—16. 19—25. ein prosaslück stall 26—31. 32—40. 53. 54 und die in der anm. dazu mitgeteilten Zeilen. 55. 56. 45—48. 51. 52 nebst anm. 57. 58. 69. 70. 61 — 65. 67. 68. 59. 60. 79. 80. 78. 82. 77. 41. 73—76. 42—44. was dann bis bl. 59 a folgt, sind teils anfange anderer segen, teils aufzählungen von heiligen- namen, teils eigenes fabrikal des Schreibers. ASchönbach zs. 24 (1880), 182—186. h cod. lat. 17051 der k. bibliolhek in München, aus Scheftlarn, nach 1318, fol. enthält auf dem letzten bl. die v. 1—4. 7. 8. 11 — 23. 25—30. 35—38. 57. 58. 69. 70. 61. 64—66. 90 nebst drei weiteren Zeilen. 45. 47. 48. 51. 52. 50. 54. 53. anm. zu 54. 77. 78. 55. 56 nebst anm. prosa zu 84—88. 89. am schluss steht Elyas vnd enoch tli leben! paib , Bulsch s. 11 nr. 98 (Nürnberger ratbüchlein bl. ll b ): Es stet in dem taw als ein schöne junefraw, isl weiss als der sehne und grün als der klöe, darzuo schwarz als der kol: seint yr weis, yr rals wol. antwort. ein specht der Ladt sich im taw und hot die obbeslimpt farwen. auch wäre z. 4 die Wiederholung von 5, 3 ungeschickt, die comparalive gehören einem andern rätsei an: weidspr. 165 alld. wäld. 3, 138 Lieber Weidmann, sag mir an: was ist weisser dann der sebnee, was ist grüner dann der klee, schwarzer dann der rab und kluger dann der jägerknab? A. Das kann ich dir wohl sagen: der tag ist weisser als der Schnee, die saat grüner daun der klec, die nacht schwärzer als der rab, schone mäd- chen klüger dann der jägerknab. Uhland Volkslieder nr. 3, 3 und was ist weisser dann der sehne, und was ist grüner dann der kle?; 5 der tag isl weisser daun der sehne, das merzenlaub ist grüner dann der kle. vgl. auch zs. 29, 226. 12, 1 davor ergänzt Roediger, weil der reim fehlt, zs. 33, 423 Daz du gefraget hast an mir. aber der reim mangelt auch sonst mehrfach, 1, 1 wenigstens kaum in folge eines verderbnisses, und fragen wird hier nur mit dem acc. verbunden. 2 dass agelsler ein kurzes a und nicht, wie Wackernagel im wb. meint, ein ä hat, beweisen verse wie Freid. 142, 21 Ein agelster sprach (des ist niht lanc), und andre, mhd. wb. 1, 12. 5 Uhland erinnert an den eingang des Parzival und meint, es müsse doch auffallen, dass auch das rätsei von der elsler unmittelbar auf das vom unsicheren gesellen (10, 6) folge, vielleicht habe Wolfram schon ein volksmäfsiges gleichnis der arl gekannt, und wenn nicht, so beweise doch seine vergleichung, dass es der einbildungskrafl nicht zu ferne lag, die bunte elster als fliegendes beispiel zu verwenden (und aufzufassen), •der specht ist bunt, das menschenleben noch bunter' sage ein finnisches Sprichwort. 'welche Veränderungen und Verluste das lied erfahren hat, 490 die erhaltenen züge bekunden noch immer ein gesamtbild. mitten inne die beiden felder des hauptgemäldes, auf dem einen der liefe Rhein und 310 XLVI1I DAS TRAUGISMUNDSLIED die minnigliche frau, die grüne malte mit dem kämpfenden riller, auf dem andern der graue wald und der greise wolf, der bleiche schild und der verratene hergesell; am rande, rechts und links, hier der lichthelle lag (?) und der schneeweifse schwan (?), dort die finstre nacht und der schwarze rabe; obenüber die gaukelnde eisler, hell und dunkel zugleich; unten am rosenhage gelagert der pilgrim, wie er den rätseln des lebens nachsinnt, indem der fahrende mann auf alle die fragen bescheid weifs, welche dieses gesamlbild heraufführen, bewährt er, dass er das leben von der lichtseite und der schallenhalde erkannt und empfunden habe.' Unmittelbar auf das Traugemundslied folgte in der hs. ein lolter- spruch, den ich mit Haupt in zwei Strophen abteile, weil z. 14 eher eine Lücke als dreifacher reim anzunehmen ist. Lonf umbe, lolerholz 1 ez ist manic ritler stolz, und ist oucli manic traege, der gerne snel waere; s unde nackele Hute friusct an der liiule, daz ez nilit cntaete, ob si guotiu cleider hasten. Läz aber dar gäu! 10 schade wecket den man. nu louf umbe gedräte, daz got alle die bera\te die uns ie guot getaten die lebenden an den eren, die toten an der sele. 3 manig ritler 6 fruret an die 8 obe sii guote cleider an betten 14 etwa mit spise und mit gewäle oder mit Kleidern und mit braten, 16 seien es folgte bl. 18. 19 ein Judeneid (s. 629); bl. 19 Swer pärät welle lernen, der var in dise taverneu usw. bei Graff s. 31(3. nimmt man die dem liede voraufgehenden (s. 486) und folgenden stücke damit zusammen, so erhält man ein büchlcin, das ehedem, ehe es in die hs. aufgenommen ward, in den händen fahrender leute war. das ziemlich zerrüllele Lügenmärchen gehl gewis noch ins Xlll jh. zurück, der kettenreim hat nur einen reim ros statt rose: slöz, der nicht wohl ans XII jh. denken lässl, der lollerspruch aber isl gewis so alt und das rälsellied setzte Lachmann zur klage s. 290 nebst dem Oswald, Orendel, Laurin, Moroll und Rüther schon in den ausgang des XII jh. orientalische züge wies Wümanns zs. 20, 254 nach, nur damals vor der vollen entfallung der höfischen, riller- lichenpoesie blühte diese halb wellliche und volksmäfsige, halb geistliche und gelehrte landfahrer- oder freie Spielmannsdichtung, deren rechter repraesen- lant der pilgernde meisler Trougemunl oder Tragenmnl (s. zu 3, 2) isl; und dass das lied, dessen ursprüngliche, erste geslall uns freilich entgeht und nicht erreichbar ist, auch damals nur entstanden sein kann und nicht XLVIJ1 DAS TBAUGEMUNDSL1ED 311 weiter hin im XIII oder im XIV Jh., bedarf für niemand, der eine anschau- ung von der späteren rätsei- und verwanten poesie der fahrenden hat, 491 eines beweises. übrigens ist wahrsagerei mit dem lolterholz (JGrimm myth. 1063) bis jetzt nicht erwiesen, es war eine dem riemensiechen {s. Adelung u. d. w., Frisch 2, 119, Schmeller 3, 87) ähnliche gaukelei, Keysersbergs postill. p. \\ p. 74 bei Oberlin s. 954: die mit dem loller- liolz geben einem dasselh holtz zwischen beyde hend und machent ein hey- lant (Oberlin s. 63G heulende fascia, limhiis stall heilende, sonst auch seihende Schmeller 3, 233, ndd. seifegge, selfkant) dorumh und wellenl mit eim, oh es herab gang oder nilt; welches er den erwelel, so ist es verloren, dass man dazu spräche sprach oder sang, bestätigt Burkard Waldis im Esopus 4, 4 (Vom gardian und einem lotterbuben), 17 ff. der wierl die gesl da frölich macht, nach essens spielleut einher bracht; da spielt ein jeder, macht das sein. aufls lelst kam auch ein freiet nein, der rhiimt sich einen buhen sloltz, macht jm viel sprüch auffm lotterhollz, all reimes weisz thels einher machen und hielt sich prechtig in den saehen. Ulenspiegel hisl. 60 s. 96 Lappenb. zu Lunenburg wont ein pfeifentreier, vud der waz ein landfarer gewesen vnd was mit dem lotterholz vmbge- loufen, da sasz er zu hier. HSalats drama vom verlornen söhn ed. Baech- told (geschiehtfreund 30) v. 1245 darbi iclis ietzund lass beliben, min loHerholz mit friiuden trihen us disem in ein anders land, 2145 ich will nun fürer min lollerlioltz jagen. HcdLahr im glossar zum Schwabenspiegel (Senckenberg corpus juris germ. 2 anhang s. 87) sondern die geüekler und so mit dem himmelreich (d. wb. 4, 2, 1348) und lolterholz umliziehen, und mit den hunden vor dem tisch tantzen. vgl. auch d. wb. 6, 1213. Haupt verdanke ich noch folgende stellen aus Meusebachs anmerkungen zum Fischarl: vom eheslandt vnd hauszwesen, fünfflzehen hochzeylpredigleu M. Joh. Mallhesij, Nürnberg (1563) 4°, Cceij: Diss schöne wort der werden muler gotles (nemlich was er euch saget, das thul) bah ich hie auch müssen anziehen, weil es auch zum rhum vnd preysz diser heyligen hoeh- zeyt gehöret, wie denn ein schöne vnd selige hochzeylrede wol zu mereken ist, als Simsons vnd ander relzlein, so vor Zeiten die breutgam jhren einge- belnen gcslen aufl'gaben, vnd lauten freylich hesser denn aller pfeiffer vnd pusauner blasen, vnd was das lotterhollz vnd Cuntz hinterm ofen weiter mit bringen, vgl. Fischarl Gargantua cap. 10 s. 207 der ausg. von 1590: Wollst darumh nicht Kuntz heisseu, weil man inn Sachssen den Schweinen also lockel, vnnd die gauckler Kuntz hindern! ofen ruflen, vnnd bei den Franlzosen vnfletig ein beseborene mauss Conras (con ras ist gemeint) heisset? und Frisch 1, 558 unter Kunzenspieler, d. wb. 5, 2751. 2755, Wackernagel in der Germania 5, 335 (den Cuntzen iagen = laschen- spielerei treiben bei Nicolaus Manuel s. 371 Grüneisen = s. 7 5 Baech- lold, Cuonlzenjager laschenspieler bei Fischart praclik Uiij vw.), Haupl *», 15, 248. unter den breisgauischen bundschuhern waren spielleule 312 XLVIII DAS TRAUGEMUNDSLIED und Sprecher, 'ein Sprecher Heinrich von Strasburg, tragt ein gogelsack, item einer hat eine messene pfiffen, und sunsl andre pfiffen, Spilhenslin, dann 'der bunlschuher mit dem lollerholz', den 1517 der landvogl zu Röteln fieng. Uhland Schriften 3, 231. 335. 492 XLIX DENKSPRÜCI1E. 1—3 hs. G 58/275 der wasserkirche zu Zürich (s. zu XXVII, 2 C. IV, 7, 4), nach Wackernagel zs. 5, 293 vielleicht in Schaffhausen nach 1172 geschrieben, bl. 146": die Zeilen nicht abgesetzt. 1. 3 WWacker- nagel alldeutsches lesebuch, Basel 1839, 213—216; 2 alldeutsche predigten s. 254; 1—3 lesebuch 1859, 215. 216. PPiper zs. f. d. phil. 13 (1882), 477. 2, 1 vgl. Parz. 127, 15 an ungebanten slräzen soltu lunkel fürte läzen. 3, 4 wilder mann von der girheide 39, 22 Die ane barmherzicheit levit als ein ve midi sundel ane vorilie lit, der wirt ane wäfin (statt vorfin, verbessert von Wackernagel zs. 1, 426) irslahin (stall in-) da he sal weinen undi elagen. Heinrich erinnerung 921 da müzen die mansleken sehowen wie man sin An swert mac verhowen. SPauler predigten 63, 9 /. wan sweu er niht bchuotet, der ist an w&fen erslagen; vgl. 137, 22 f. der wil dich verraten und an wäfen versniden. MSF. 78, 8 ich bin leider sere wunl ane wäfen. HKaufringer ed. Euling 4, 172 er was oun swerlzsleg worden wund. vgl. noch Iiech beispiele eigenlümliclier Verwendung der praeposilionen äne und sunder im mhd., Zeitz 1885, s. H, Burdach Reinmar der alle s. 38. 6 Spervogel MSF. 28, 34 Swer gerne zuo der kirchen gät und ane nit da stat, der mac wol froelichcn leben, dein wirt ze jungest gegeben der engel gemeine, wol in, daz er ie wart! ze himcl ist daz leben also reine, denselben gegensalz, der zwischen diesen Sprüchen stattfindet, hat Spervogel auch in seiner Schilderung des himmels und der holte, MSF. 28, 20 ff. 27 ff. RHeinzel vergleicht Harlmanns credo 1209 Swelih mensche zö der misse gerne gel unde bedähtliche dar stet mit guter andehle (iz cornel ime ze ruhte,) mit rehtem gelouben, got der nimet sin goume. 4 cod. 160 (univers. 232) der k. k. hofbibliothek in Wien aus dem XU jh., 100 bl. 4°; bl. 42—49 lateinisch-deutsches vocabular A — P (Hoffmanns ahd. glossen s. 61 — 63); am schluss der aus vier verschiedenen Stücken bestehenden hs. der deutsche vers. EGGraff Diuliska 3 (Stuttgart 1829), 187. HHoffmanns Verzeichnis der alldeutschen hss. in Wien, Leipzig 1841, s. 371. PPiper Germ. 26 (1S81), 403 anm. 1 RHeinzel verweist auf fdgr. 1, 95, 8 (pred. in sexag.) also iwer Sprichwort da kiut 'elliu werllwunne zirget mit grimme; vgl. anm. zu erinnerung 506 und anz. 2, 142. Ein anderer wunderschöner, sechszeitiger spruch mit verlängerter schlusszeile aus dem XII jh., von FKeinz auf einem quarlblall (eingetragen von einer hand des XIII jh.) in der Münchner bibliolhek (cgm. XLIX DENKSPRÜCHE 313 5249 nr. 35) aufgefunden und von ihm als bruchslück eines allegorischen gedichtes in den Sitzungsberichten der Münchner akademie 1869 2, 319 herausgegeben, hat eine bestimmtere historische beziehung und wird daher besser einmal unter den namenlosen liedern des MSF. eine stelle finden: Ubermuot diu alte iliu rilet mit gewalle: untrewe leitet ir den vanen. girischeit diu scehet dane 5 ze scaden den armen weisen. diu lant diu slänt weil alllche einreise. zur letzten zeile vgl. kehr. 498, 27 so stuont daz lant infreise: weisen. 5 hs. 293 zu Zwellel aus dem XII jh. HHoff.nann im anzeiger für künde des deutschen miltelallers 1832, 212. 1833, 312. Freidank 79, 19 ff. Reinmar von Zweier MS. 2, 136" s. Roelhes anm. zu nr. 195, WGrimm vorr. zu Freid. xcvn /'. und KM. nr. 184 mit anm.; Strafsb. von retlelsch gedieht bl. 4 a , ed. Bulsch s. 4 nr. 20 (Nürnberger ratbüchlein bl. 4 b ) Rot ein nagel helt ein eysen, ein eysen ein pferdt, ein man ein schloss, ein schloss ein land. anlworl fehlt, allfrz. in einer Strophe in der bibliotheque de l'c'cole des chartes t. 30 (1869) s. 549. vgl. osmanische Sprichwörter, Wien 1865, nr. 152 {Germ. 15, 105/'.), Düringsfeld 1, 751. 6—12 aus der Wiener hs. 1365 (rec. 3356), aus der die mit V493 bezeichneten lateinischen Sprichwörter XXVII, 2 entnommen sind, ich trage diese dislichen hier nach, weil ihnen wohl alle deutsche reimsprüche zu gründe liegen, wie auch mehreren von den Sprichwörtern, oder sie doch ebenso gedacht sind, dass der Inhalt der samlung älter ist als die hs., zeigt sich auch an den gröfseren stücken. Fl 76—182, wovon der drille vers und in umgekehrter Ordnung auch die beiden letzten unter Ollohs proverbien (Pez thes. aneed. 3, 2, 524) vorkommen, ist die erste nummer der senlenliae seplem sapienlum des Ausonius, der Spruch des Blas von Priene. G=V 174. 175 = Riese anlh. lat. 2, xxx, 2, nolices el exlrails 33, 1, 224, leoninisch umgebildet im fioril. Golling. (rom. forsch. 3, 284) 45/. vgl. 122 f. und Giles anecdola Bedae, Lanfranci et alio- rum s. 95. Freidank (1834)48,9 irriu wtp, zern (zornl860) unde spil diu machent diebe harte (lumber Hute) vil, vgl. Calo 557//'. renner 11244 /". JRolhe rillerspiegel llil ff. 1759 ff. Purgoldls rechlsbuch ed. Orlloff s. 269; Sebastian Frank (1541) 1, 43 die grüslen rauber sind weiber, wein und Würfelspiel; Simrock deutsche Sprichwörter nr. 11407 weiber, wein und Würfelspiel verderben manchen, wers merken will; altd. bl. 1, 76, 23 Die gberne dobbelt ende drillet ende altoos die taveme mint, ende locker es mit scouen vrouwen, cruus noch munt en sei hi behouwen; vgl. XXVII, 2, 232 anm. zs. 15, 172/. Düringsfeld 1, 862. 7. 8=F 109 —12. 7 Freidank (1860) 56, 21 sanfte ge- wunnen guot machet üppigen muot. 8=floril. Golling. (rom. forsch. 3, 293) 252, nur probilas vor species. 9. 10=F 138—141. 314 XL1X DENKSPR0CHE 11=F 154. 155. die beiden leite des dislichons haben aber nichts mit einander zu tun, s. fecunda ratis ed. Voigt s. lxiv f. 12=F 123. 124. fecunda ratis 1, 735/'. martius insuda l'atie, madefaelus aprilis, frigidus et majus coDlundeot horrea messe; Simrock nr. 6S53 b trockner märz, nasser april, kühler niai füllt scheuer und keller und hringl viel heu; EMau dansk ordsprogsskal 1879 nr. 2509 ter marls, vaad april og kold maj fylder bondens huse. Eustachius Winricus Berteguut Richiza Algardis llelwidis Mahthildis Hadewigis Lucardis Imona Gerdradis Richiza Hadevvic Beatrix Malult Beatrix L B1LSENER SCIILUSSVERS. In einem evangelienbuch des X jh. in fol., früher im besitz des Pfarrers JJStiels in Maestricht, jetzt der Bollandislen in Brüssel, steht vor dem evangeiium Marci folgende noliz: Anno incam. Dni m. c. xxx. Ind. x regnante rege Lutario Rexit cenohium beatissimi Amoris conl'essoris Mathildis abbalissa ßelisie cum frnlrihus et devotissimis sororibus ila uominatis. Nomina iunclorum per pacis federa fratrum Wikerus Arnoldus Bailaviensis Gerberga Luicardis Sibilia Judita 0 Vda Elizabet Stcinhilt Engelberga Mabilia lila Vda Beatrix Gertrudis Tesi samanunga was edele. uude usw. nach einer abschrifl des hm. dr. iVArndl. Mone teilte im anzeiger für künde des deutschen millelallers 1834 s. 185 die erste noliz und die verse mit unter der Überschrift 'allniederländische spräche' und fügte hinzu 'der leulsche salz ist das einzige zeugnis allniederländischer spräche, das ich gefunden habe'. Belisia ist allerdings Bilsen oder vielmehr Münsler-Bilsen an der Denier eben westlich von Maslricht, in der heimat Heinrichs von Veldeke: Malbildis kommt ats äblissin schon 1109 vor und Helewidis, Mabilia, Gertrudis zeugen noch 1163, s. Wollers notice historique sur fanden chapitre de chanoinesses nobles de Munslerbilsen, Gand 1S49, s. 39. 49; mehrere der brüder und Schwestern nennt der necrulog des Stiftes, abgedruckt im bultelin de l'in- slilul arche'ologique Lie'gois 12 (1874), 27—G0. aber worin das all- 494 niederländische des salzes oder der verse steckt, ist nicht abzusehen. Tesi weist auf altfränk. thesiu und scona kann nicht die schwache fle- xionsform sein, sondern die flexionslose form scöne ist beliebig mit einem vollen endvocal versehen, wie in den Mariengebelen des gebelbuchs der heiligen Hildegard (s. zu X L11) Münchner sitzungsber. 1870 2, 115 Evge maaet reina, liclber dannc sunna, scöner danne du morgenröda, Milde L BILSENER SCHLUSSVERS 31 5 wfb scliga, kunecltche frowa, aller gnaden volla usw. eine ähnliche aller- iümliche oder allerlümelnde spräche herschl in den 'Sprüchen der väler' (zu XXXV]II) und in den gleichfalls mitteldeutschen Mariengebelen bei Greilh spicil. Vatic. s. 70 f. aus einer hs. des XIV jh. 'wer sehr subtil ist, kann in der reimlosen drillen halbzeile einen beweis, dass so elwas nicht vor dem XII jh. entstanden ist, sehen oder zu sehen glauben Haupt. LI SÄCHSISCHES TAUFGELÖBMS. Cod. Pal. 577 der vaiicanischen bibliolhek zu Rom, 74 bl. (neun mit buchslaben bezeichnete qualernionen) fol. in angelsächsischer schrifl, IX jh. (c. 800 nach MG. LL. 1, xix), auf der rückseile als codex ca- nouuni bezeichnet. (LUolslenius) Caroli magni capilvlalio de parlibvs Saxoniae, o. o. u. j. 16 s. 8° (s. hierüber und über die deutschen nachdrucke anz. 14, 2S7). EGGraff Diuliska 2 (1827). 191 f. GHPerlz MG. LL. 1 (1835), 19 (ABorelius capilularia regum Franeorum 1 (1883), 222). FHvdHagen im neuen Jahrbuch der berlinischen gesellschaft für deutsche spräche 2 (1837), 61. HFMafsmann die deutschen abschwörungs-, glaubens-, beichl- und bei formein (1839) nr. 1 s. 67. 21—28; mit facsimile (ein solches auch bei Könnecke s. 8). 1 da in goles z. 12 eine unzweifelhafte spur hochdeutscher laul- bezeichnung vorliegt (vgl. auch das in z. 7 zuerst geschriebene allem), so wird man als eine solche auch das ch für l< in Forsaelnstu betrachten und von den vereinzelten beispielen, die Schmeller gloss. sax. s. 185" aus den hss. des Heland davon beibringt, absehen dürfen. 3 diobolgelde] ags. deöfolgield 'idololatria' Mone Heidentum 2, 98 n. 102; 100 n. 105; JGrimm mylh. 34; Ellmüller s. 566: vgl. Müllenhoff zur runenlehre s. 36 n. 1. 6 — 8 die annähme einer Interpolation ergibt sich daraus, dass die eingeklammerten Worte in der frage fehlen, dass für die worte Thuner ff. die einzig passende stelle nach der ersten frage gewesen wäre und dass für denselben begriff, der vorher durch diobol diahol gegeben ist, hier wie im fränkischen laufgelöbnis, dem grofsen bibelglossar und den 495 Hymnen (vgl. Graff 4, 915; JGrimm mylh. 942; kleinere Schriften 3, 390. 391) unholda gebraucht wird. vgl. zs. f.d. öslerr. gymn. 1867 *. 660. 661. was übrig bleibt aber sind die drei gewöhnlichen abschwö- rungsfragen der römischen kirche: abrennnrias satauae? et Omnibus ope- ribus eins? el omnibus porapis eins? (Marlene de anl. eccl. ril. 1, 117; Mabitlon mus. ital. 2, 26 f.), nur in veränderter Ordnung und mit dem unterschiede, dass nicht mit einfachem abrenuncio, sondern mü einer vollständigen Umsetzung der frage geantwortet wird, auch ist pompa durch geld nicht genau wiedergegeben, [die nolwendigkeil der annähme eines Zusatzes bezweifeil Kögel in Pauls grundriss 2, 1, 244.] 6 and ist das einzige notwendig angelsächsische in diesem laufgelöbnis. über alles, was Maßmann s. 25 bis 27 sonst dafür ausgegeben hat, sowie über die formen, die Mone quellen und forschungen 1, 262 für unsächsisch erklärte, genügt es jetzt auf Schmellers gloss. saxon. zu verweisen. LI SÄCHSISCHES TADFGELÖBNIS 31.7 6. 7 Tlmner. Uuöilen] das e des dalivs ist vor dem nachfolgenden vocal apocopierl wie das auslautende e in ende z. 3. 4. 5. 6 und, der spräche des gewöhnlichen lebens folgend, auch sonst in prosa zb. gl. Ker. 61 = ahd. gl. l, 75, 5 fona desem e i nle; 66 = 1, 79, 15 eil uralt; 222 = 1, 223, 8 edh ethashuanne; 193 = 1, 208, 30 vel omnia terra, enti al Ih'erda; LH varr. zu z. 14 ind in; LV, 2 golltcli ist; 22 din anst (accusativ). 6 f. um die Ordnung der drei göller zu erklären, braucht man nicht mit JGrimm mylh. 147 an die Ordnung von bildsäulen zu denken, wo Wodan in der mitte stünde, ebenso bei Paulus Diaconus zs. 12, 453 die Dänengöller Thonar et Uualen. es wird die römische Ordnung zu gründe liegen, wie auch im indiculus einmal und Bonif. sermo VI p. 76 Giles Jupiter voran steht, dass Saxnöl im indiculus fehlt, hat seinen grund wohl nur im mangel einer festen inlerprelalio romana für ihn. Der cod. Pal. 577 enthält nach den beschreibungen der Ballerini (opp. Leonis M. 3, clxxxi—clxxxiii), Perlzens (archiv 5 [1824], 303—305), vdUagens (aao. s. 59—63), Frommanns (anzeiger f. k. d. d. v. 1855 sp. 61 f.) und Reifferscheids (WSB. LV1, 500—503), vgl. auch Nürnberger röm. quarlalschrift 5 (1891), 31—34: 1)6/. 1 theologisches Inhalts, nur vorgebunden. 2) bl. 2° oben die Überschrift de diuersis cau- sis de lapsn episcopi vel praesliileri. ebenda in der mitte dicta hieronimi preshileri; 06 diese sich bis auf bl. 3 1 ' erstrecken, ersieht man nicht. 3) bl. 4 Karlmanns concil. german. a. 742. 4) bl. 5 a das concil von Leslines a. 743 (745 nach HHahn qui hierarchiae slalus fueril Pippini tempore quaeslio, Vralisl. 1853, s. 34—38; Jahrbücher des fränkischen reichs a. 741—752 s. 192—200; 743 oder wenig später Borelius capilularia 1, 26/".) 5) bl. 6 nomina episcoporum qui misi sunt a romana urbe ad praedicandum in gallia. 'quae autem subdunlur nomina, eadem sunt ac illa quae apud Gregorium Turonensem recensenlur Ballerini, also hatten Seilers (Bonifacius s. 382) und Hahn (Jahrb. s. 38 n.) unrecht, von der Veröffentlichung dieser namen die enlscheidung über die Zusammengehörigkeit unserer formet mit dem concil von Leslines zu erwarten. 6) bl. 6 b die namen der zu Alligny a. 765 [760—62 s. Borelius capilularia 1, 221] versammelten bischöfe und äble. 7) bl. 6 b unsere abschwörung, bl. 7 a unser glaubensbekennlnis. ihre auch von JGrimm früher (gramm. I 1 , lxv) angenommene beziehung auf Sachsen sichert der nur bei diesem stamme nachweisbare Saxnöl und die spräche, die mit JGrimm mylh. 146 f. für ripuarisch zu halten nicht der aller- mindesle grund ist. auch die seltsame anschauung Wackernagels (zs. f. d. phil. 1, 298), der hier nur hochdeutsche und angelsächsische demente erkennen will, ist nicht stichhaltig, eine form wie gelöbo zb. bleibt dann 496 ganz unbegreiflich. 8) bl. 7" der sogen, indiculus superslilionum et paganiarum, ebenfalls, wie aus den wortformen hervorgehl (mylh. 614 nole: nach GDS. 537 wären sie freilich auch altfränkisch), auf Sachsen bezüglich, augenscheinlich, wie cap. generale a. 769—771 (LL. 1, 33 f. = Borelius capilularia 1, 44/'.), mit benutzung des conc. germ. a. 742 318 Li sächsisches t,u;fgelobnis entworfen, klärlich ein vorläufiges Verzeichnis dessen, worauf die königs- bolen oder richtiger die bekelirenden priester zu achten hallen, über die form vgl. ABoretius capilularien im Langobardenreiche {Halle 1864) s. 17. 9) bl. 7 b Pili hominis speculatorem posui te usw. (Ezech. 3, 17. 33, 7). Videte, filii carissiuii, quäle nobis incumbit periculum si tacemus usw., schliefst mit der roten Unterschrift alloquutio sacerdotum de eoniugiis inlicilis ail plcbcm. der anfang dieser anrede dh. also das cilat aus Ezechiel findet sich nach Perlz archiv 5, 305 auch in dem die sächsischen capi- lulare (nr. 60. 61. 27. 35 der LL.) enthallenden cod. Val. Pal. 289. vgl. auch cap. de pari. Sax. c. 20. Waitz DVG. 3, 126 n. 3 = 2133 n. 5. 10) bl. S b eine ähnliche anrede über den sabbal. nr. 9 und 10 gedruckt bei Mansi concilia 12, 376—78. 11) bl. 9 a Clemens Iacobo carissimo in domino aeterno salutem. 'A sanclo Pelro apostolo' usw. darnach rot Explicit deo gratias. 12) bl. 1 l b — 70" ohne Überschrift die canonen- samlung des Dionysius Exiguus, genauer der die concilien enthaltende erste teil derselben und zwar, wie die Untersuchung der nicht unerheblichen abweichungen desselben von den übrigen texten der Dionysiana den Ballerini ergeben hat, 'primus Dionysii fetus' (vgl. auch Maafsen gesch. 425 /'.). da die canonensamlung, teelche Bonifalius vom papsle erhielt, nach dem worllaul der stelle des Wilibald (vila s. lionifalii § 21, SS. II, 343), die davon meldet (eique libcllum in quo sacratissima eclesiastieae eonstitulionis iura ponlificalibus sunt digesla conventibus accomodavit), auch nur die concilien enthielt und unsere Handschrift, wie sich gleich zeigen wird, aus Fulda stammt, so wird man vermuten dürfen, dass ims hier eine abschrifl jener dem h. lionifalius gegebenen samlung vorliege. 13) bl. 70" Incipil de evangelio traeialus. 'Ambrosius episcopus gratiano auguslo Crebra ... est inimicus' (in Ambros. opp. ed. Maur. nicht zu finden). 14) bl. 71" von anderer hand als das bisherige Pipins synode in Verno palatio (755). 15) bl. 73 b —74 von einer hand des X jh. excerple aus den canones concil. die Stellung der cleriker betr. die Unterschrift nach nr. 11 lehrt, dass die nrn. 2—11 einst eine hs. für sich bildeten, woraus sie in diese aufgenommen worden; sie waren aber chronologisch geordnet, da die dalierbaren stücke die reihe 742. 745. 765 [resp. 743. 760] ergeben, nach 765 [760— 62] fällt mithin unser laufgelöbnis. dieser beobachlung gegenüber verliert die beziehung des lionifalius zur Sachsenbekehrung, für die man sich zwar nicht auf die falsche Überschrift des c. 7 von Wüib. vila Iionif. (vgl. BSimsons Übersetzung derselben s. 5), aber vielleicht auf Pipins feldzug a. 747 (Hahn jahrb. s. 94) berufen dürfte, oder die auskunfl Reitbergs 1, 360 (trotz 1, 345. 2, 399), die formet gehöre in den kreis der Wirksamkeit des Bonifatius an den sächsischen grenzen, jeden wert; und die beziehung auf die Sachsenbekehrung unter Karl dem grofsen, sowie die enge Zusammengehörigkeit mit dem sog. indiculus scheint mir unzweifelhaft, man weifs, welchen anteil Fulda an dieser bekehrung halle: hauptsächlich der bezirk der Diemel, wo später der stuhl von Paderborn errichtet wurde, war der obhut des klosters anvertraut (Rellberg 2, 404; vgl. Waitz 3, 148 = 2 161 /'.) und Sturm verdiente sich durch seine unermüdliche läligkeit LI SÄCHSISCHES TADFGELÖBMS 319 den ehrennamen eines aposlels der Sachsen, nun findet sich auf bl. 2" unserer hs. die notiz Isle über pertinet ad lilirariam sancti Martini ecclesie Maguntin. (Greith spicil. Valic. s. 30; Mafsmann s. 23; dieselbe in- schriß im cod. Vat. Pal. 399, über ihren Urheber vgl. Falk in den forschungen zur d. gesch. 21, 637), und WGiesebrechl hat, eine Vermutung von Seilers (Bonifacius s. 381) bestätigend, in Schmidts zs. für geschichtswissensch. 7 (1847), 564 f. höchst wahrscheinlich gemacht, dass diese hs. wie ein Jordanes mit derselben Inschrift in Fulda je-497 schrieben und nach Mainz erst durch Marianus Scolus gebracht sei, der sie beide benutzte und dessen originalhs. ebenfalls jene Inschrift trägt, jene ganze hs. 2—11 ist offenbar mit beziehung auf die Sachsenmission in Fulda zusammengestellt und zwar, da das wichtige cap. de pari. Sax. (7 7 5 oder wahrscheinlich 777 nach Richlhofen zur lex Saxonum s. 128 f. 170 ff. 216//'. [zwischen 775 und 790 Borelius ca- pilularia 1, 68]) noch nicht darin enthalten, wohl gleich zu anfang dieser mission, welche bald nach 772 begann und 779 endigle (Richlhofen s. 152 ff.), zuerst wurde ohne zweifei die gewöhnlich in Fulda verwendete formet des laufgelöbnisses vielleicht mit hilfe eines Angelsachsen (vgl. zu z. 3. 6) ins sächsische (specietl ins engrische, nach jenem missionsbezirk zu schliefsen) umgeschrieben, der indiculus setzt schon genauere Kenntnis und bestimmtere erfahrung voraus: wie darin die namen der heidengötter auftreten, so sind sie auch in das laufge- löbnis später hinein genommen worden: selbstverständlich, dass der Zusatz beim gebrauch der vorhergehenden frage an den läufling ebenfalls beigefügt wurde, durch den abl Sturm, einen gebornen Baier ergaben sich vermutlich lillerarische bezieliungen zu dessen heimal, welche nach ihm fortwirkten, daher wohl die hochdeutsche schreibschule der auf- zeichner des Hildebrandsliedes, daher die hs. A der exhorlatio und die baierischen glossae Cassellanae, daher das ältere glossar, dessen sich vielleicht Hrabanus bediente, das er vielleicht emendierle und das hiernach seinen namen tragen mag, vgl. s. 533 zu LX111. LH FRÄNKISCHES TAUFGELÖBNIS. A Merseburger hs. 58, beschrieben oben zu IV, 1. die formet steht unter der Überschrift Interrogatio sacerdolis auf bl. 16° des ersten beslandleils der hanäschrifl, der, mit ausnähme des ursprünglich leeren ersten Malles in angelsächsischen buchslaben geschrieben, von bl. 1"—21 b reicht, die Überschrift, die anfangsbuchslaben der fragen und sämtliche antworten rot. JGrimm über zwei entdeckte gedichle aus der zeit des deutschen heidenlums (1842) s. 25 (kleinere schriflen 2, 28). fac- simile von ESievers, Halle 1872. B Speierer hanäschrifl, erhalten durch eine in oder nach dem jähre 1 607 genommene abschrifl des Acheners Diongsius Campius I. V. D., eingetragen in ein exemplar von Goldasls 320 LH FRÄNKISCHES TAUFGELÖBNIS alem. rer. Script., Francof. 1606 (bd. 2 s. 174 links unten), jetzt Germ. g. 37 der Münchner k. bibliolhek. überschr. lnlerrogalio Fidei | habetur SpirQ in Bibliolheca calhedr. in scamno 8°. HFMafsmann abschw. (1839) nr. 2; mit facsimile. KRolh denkmähler der deutschen spräche (1840) s. 2. 4. dass B lückenhaft und aus A zu vervollständigen, hat Rell- berg 1, 453 gesehen. 1 unholdun fassl ' RvRaumer die einwirkung des Christentums auf die althochdeutsche spräche s. 397 hier und z. 3 als dal. plur., hält somit dieses denkmal für bedeutend jünger als es doch allem ansclmne nach ist. in z. 3 muss unholdun genelivus feminini (vgl. zu LI, 6 — 8) sein, abhängig von uuerc indi uuilloo ; ob es z. 1 daliv oder accusaliv, lässt sich nicht entscheiden, da forsahhan z. 3 mit dem accusaliv, z. 5 mit dem daliv conslruierl wird. 2 das für- in A gegenüber sonstigem Cor- gehört dem rubricator. 498 Das einzige mir bekannte ausdrückliche Zeugnis für die ablegung des laufgelöbnisses in der multersprache, das man sich versucht fühlen könnte mit der vorliegenden deutschen abfassung desselben in Zusammenhang zu bringen, geben die sogen, statuta Bonifalii c. 27: Nullus sit presbyier qui in ipsa lingua qua nali sunt baplizandos abrenunciationes vel confessiones aperte interrogare non studeat, ut intelligant quibus abrenun- ciant vel quae confilenliir. et qui laliter agerc dedignanlur (/. dedignatur), scd cedal in (/. secedat e Dacherg) parochia. hierin ist nach der richtigen bereits von Marlene 1, 124 aufgestellten erklärung confessio wie zb. bei Augustinus enchir. c. 96 s. v. a. confessio fidei, nicht, wie Reitberg will (1, 455), die beichte; im ganzen mithin genau das bezeichnet, was uns hier vorliegt, die 'stal. Bonif sind weder ein 'excerpl aus kirchlichen rerhisquellen' (Reliberg 1, 376) noch 'post annum 814 cerle inlerpolata (Knust in den MG. LL. 2, 2, 19)*, sondern wahrscheinlich ein teil der von einer Mainzer sgnode, etwa des jahres 803, gefassten beschlüsse. und aus dem zusammenhange der Verordnungen sowohl, in welchen sie hineingehören, als aus der nalur der sache ist klar, dass jener c. 27 nicht bestimmt sein kann etwas neues einzuführen, vielmehr * beide ansiehten stützen sich auf die Übereinstimmung einiger eanones der statuta mit der Mainzer sy7iode von 813, beruhen aber auf einer willkürlichen deutung dieser talsaehe, da das umgekehrte Verhältnis ganz ebenso möglich ist; überdies müsteii Interpolationen eine bestimmte lendenz verraten, in der eingangs formet: Compellimur quoque statuta canonum in hoc observare (vgl c. 31) scheint eine nach canonischem recht lebende Versandung zureden, zugleich kennzeichnet das quoque die nun folgenden besthmnungen als teil eines grö/ieren ganzen, die fassung der c, 25. 26 (s. exe. zu L1V) weist auf die zeit 802—805 dh. auf das jähr 803 oder 804, der fundort (Corvey) und die paganienverbole auf Deutschland, die benutzung in der Mainzer synode 813 und durch den in Mainz [?] arbeilenden Benediclus Levita (s. Knust bei Perlz LL. 2, 2, 23) auf Mainz, min hielt im sonnner 803 Karl d. gr. zu Mainz eine reichsversamlung ab (JVaitz 3, 286 = 2 332). sehr wahrscheinlich also, dass damals unter des kaisers äugen von einer geistlichen synode diese beschlüsse gefasst wurden, deren zweck die durchfilhrung der Achener gesetzgebung von 801. 802 und ihre teilweise erweilerung und ergänzung zu sein scheint. LH FRÄNKISCHES TAUFGELÖBNIS 321 den zweck haben muss, das natürliche notwendige und übliche gegen die ausschreilungen übereifriger priesler zu schützen, welche die hersagung auch dieser formein in lateinischer spräche forderten, dass man zu gleichem zwecke eine deutsche formet ein für allemal festgestellt habe und dass dies die vorliegende sei, ist möglich, aber einigermaßen wahrscheinlich machen lässl es sich erst durch anderweitige belrachlungen, die hs. A enthält von einer hand geschrieben 1) bl. 2" —15 b eine ex- posilio missac, die auf dem Umschlag dem liraban beigelegt wird, aber in den ausgaben seiner werke wohl mit recht fehlt. MGerberl monum. vet. liturg. alemann. 2 (1779), 276 b —282 b hat sie aus einer Einsiedler hs. des Xjh. veröffentlicht. 2) bl. 16*—19" ein vollständiges laufrilual beginnend mit unserer formet, abgedruckt ss. f. d. phil. 8, 217—20. 3) bl. 20*—21 b Oratio quasi oris ratio usw., gedruckt wohl zuerst bei Cordesius Hincmari opuscula, Lulet. 1615, dann auch bibl.palr. Lugd. 14, 71 c im anhang von Jesse Ambianensis episcopi epislola {über d«'e499 laufe; wohl in folge der Verordnung 'excerpla canonum' a. 813 c. 1 p. 189 erlassen), wenn es schon von vornherein eine unberechtigte annähme war, unsere formet sei wegen z. 6 zu einer zeit entstanden, in der das heidenlum in Deutschland noch in kraft war (vgl. Alcuin de bapl. caerem. opp. 2, 127=1, 109 und 2, 483: daraus erweitert bei Marlene 1, 161 /'. und die damit im wesentlichen identische 'traditio bap- listerii' im anhang zu Jesse Ambian. episl. I.e. 70 h: primo paganus catechumenus fit; Hrab. de inslil. der. 1, 27 und den ordo III bei Marlene 1, 38 mit der Überschrift Ad catieuminum ex pagano faciondum): so ist nun aus dem zusammenhange, in dem sie auftritt, erwiesen, dass sie im IX jh. in kirchlichem gebrauch stand, das auf sie folgende laufrilual beginnt: Exoreizalur malignus Spiritus ut excat et rccedal dans loeum deo (so weit rot). Exi ab eo, spirilus inmunde, et redde honorem deo vivo et vero. darnach bl. 16 b oratio, alia, bl. 17 a benedictio salis ad calezizandum, bl. 18* henedictio fontis usw. auch in B folgt: Deinde ex- sufflas in faciem eiustem et dices 'exi ah eo (ca) usw. bis vero'. et dices trihus vieihus. also dieselbe exorcizalionsformel in beiden hss., mit welcher mehrere bei Marlene gedruckte ungefähr, aber nicht ganz übereinstimmen: daraus ergibt sich, dass nicht blofs die abrenuncialions-und confessionsformel in AB, sondern der ganze ordo identisch war. die ersichtlichen verschiedenheilen sind dagegen kein stichhaltiger einwand; B hat das ursprünglichere, die exoreizalion war durch die formet selbst gegeben, die exsufflation dagegen zu erwähnen unumgänglich, dem rubri- cator von A war eine andere exorcizalionsformel (s. verwanle bei Marlene, besonders 1, 161 exoreizatur i. e. coniuratur malignus spiritus, ut exeat et recedat dans loeum deo vero) geläufig, die er denn wenigstens in der Überschrift anbringen wollte, dazu kommt die schlechtere laliniläl von B. eigentümlich in AB die aufeinanderfolge der einzelnen teile des ordo. ein einziger ordo baplismi, und zwar der ambrosianische, beginnt bei Marlene (1, 213: vgl. Gerberl monum. 1, 251/".) mit abren. exsuffl. exorc, lässl aber die confes'sio erst unmittelbar vor der immer- sion folgen, ebenso ein ordo bei Gerberl monum. 2, 5—9. Alcuin de bapl. DENKMÄLER 11. 21 322 LH FRÄNKISCHES TAUFGELÖBNIS caerem. erwähnt die conf. gar nicht und lässt auf jene drei Vorgänge erst noch die traditio symboli und die scrutinien folgen, auch in der episl. eneycl. de baplismo Karls des grofsen a. 811 (Li. 1, 171) fehlt die conf. in der reihe der fragen, aber auf absolute Vollständigkeit kam es dabei nicht an, und sie konnte umsomehr wegbleiben, als die fragen de symbolo und de credulilale vorhergehen, dies wird bestätigt durch einen traclal bei Marlene 1, 158—161, den der herausgeber, ich zweifle ob aus genügenden gründen, für die anlworl des bischofs Magnus von Sens auf jenes rundschreib en hall [zu diesem zwei fei liegt kein grund vor, wenn man den lexl der 2 ausg. von Marlene (1, 109) vergleicht]: und der mit dem letzteren und mit AB, so weil sich vergleichen lässt, in der anordnung vollkommen übereinstimmt und unter der Überschrift de abrenunciatione erst diese behandelt und dann hinzufügt quam recte abrenuncialionem eonl'essio sequilur sanclae trinilatis. dazu stimmt ferner die darstellung bei Hraban de inslilulione clericorum (vollendet 819: Kunstmann s. 55) 1, 27 und seine Inhaltsangabe der confessio insbesondere zu der deutschen formel fasl ganz genau: es sind dieselben sieben fragen, auch die vierte: (exquiritur a pagano si credai) unum deum in trinitate et unitate. freilich der zusalz thuruh taufunga (z. 18) fehlt und noch einzelnes mehr, namentlich auch die drille frage der abre- nuncialion, ist anders, so viel können wir festhalten, dass die lauf- ordnung, der unsere formel angehört, mit der im anfange des IX jh. sowohl an Karls hofe als auch zu Fulda dh. in der Mainzer diöcese üblichen Vollziehung des laufacles wesentlich übereinstimmt, im ganzen 500 setzt sie die admonilio 'cap. eccl.' 7 89 c. 69 und das legalionis ediclum 'cap. gen.' 789 c. 7 voraus, durch welche das römische laufrüual in Deutschland erst eingeführt wurde, vgl. Reliberg 2, 783. da nun das in beiden hss. festgehaltene au dieselben in den anfang des IX jh. verlädst, da ferner die in ihnen enthaltene taufordnung nicht ohne geneh- migung der vorgesetzten geistlichen behörde in kirchlichen gebrauch gekommen sein kann, und da diese behörde für Speier und Fulda (woher A zu stammen scheint: vgl. die vorrede s. xi) Mainz ist: so dürfen wir nach Mainz und in die zeit Riculfs (7 87 bis 813) das vorliegende denk- mal setzen: so dass es allerdings auf den ort und ungefähr die zeit der oben ausgezogenen Verordnung der 'statuta Bonifalii' fixiert erscheint, und die dort angedeutete Vermutung auf diese weise einen gewissen halt bekommt, dazu würden die ausführungen von Kossinna die ältesten hochfränkischen Sprachdenkmäler s. 94 f. stimmen, wie bei abfassung dieses taufgelöbnisses verfahren worden, erhellt daraus, dass taufunga ags. dfeputig [allerdings bezeichnet dies, wie Müllenhojf anmerkt, nicht baptismus sondern immersio] ahd. nur hier und dass von den übrigen Verdeutschungen christlicher begriffe nur die beiden ursprünglich heidnischen, bluosiar und das femininum unholda, nicht auch im angelsächsischen begegnen. — den bemerkungen von Zacher in der zs.f.d.phil. i, 463 zu dieser und der vorangehenden nr. ist zu erwidern: erstens dass sich die hs. B des fränkischen taufgelöbnisses nicht auf Fulda zurückführen lässt, er müsle denn nachweisen können, dass man im LH FRÄNKISCHES TAL'FGELÖBNIS 323 Mainzer Sprengel anderwärts kein deutsch zu schreiben verstand; zweitens dass zwischen Bonifalius und dem beginne der schreibschule Hrabans einige zeit mitten inne liegt, in welche zeit wir gerade die beiden fraglichen denkmäler setzen (die beiden: denn es ist nicht 'dieselbe formet'); drittens dass die Versicherung, die formet sei 'augenscheinlich' zunächst für erwachsene bestimmt, noch kein beweis ist: uns hat der augenschein das nicht gelehrt und die Untersuchung auf s. 499 etwas anderes, was vielleicht durch eine neue, umfassendere, weiter greifende Untersuchung, nicht aber durch allgemeine belrachlungen widerlegt werden kann. LI1I = LXXIP. LIV EXIIORTATIO AD PLEBEM CHRISTIANAM. 501 A cod. thcol. 4° 24 der landesbibliolhek zu Cassel, aus Fulda, IX Jh., 60 bl. in acht lagen: bl. 2° Incipiunt ecclesiaslice regulc sanetorum aposlolorum, 13 b die exhortalio, an welche sich 15° unmittelbar die gl. Cassellanae anschliefsen. 18" Incipit conslilutio et fides Niceni con- cilii subdilis capilulis suis, 29° Incipit ordo ad paenilentiam dandam, 32 b Beila presbiter de remediis peccatorum. JHHotlinger hisloria ecclesiastica NT. 8 (1667), 1219—1222. IGEccard calechesis theolisca (1713) s. 74—77. -von ihm die Überschrift. HFMafsmann (1839) nr. 43, nach einer abschrift Frommanns. WGrimm exhortalio ad plebem chrislianam. glossae Cassellanae, in den historisch-philologischen ab- handlungen der Berliner akademie aus d.j. 1846 (Berlin 1848), 425—511; mit facsimile. daraus wiederholt, aber ohne facsimile, in den kleineren Schriften von WGrimm 3, 367 — 465, jedoch höchst incorreel: wie denn überhaupt vor der benulzung aller lexlabdrücke in diesen kleineren Schriften gewarnt sein soll. wenig gelungen ist die pholographische reproduetion im 1 fascikel der facsimili di anlichi manoserüli per uso delle scuole di füologia neolalina pubblicali da Emeslo Monaci, Roma 1881. B cod. lal. 6244, Fris. 44 (olim B. I. 1) der k. bibliolhek zu München, 147 bl. kleinfol., IX jh. enthält auf bl. 1 —144° nach meinen nolizen 'canones aposlolorum etc. . . . concil. Afric, im ganzen 12 lilel, deren Verzeichnis an ihrem Schlüsse bl. 144° steht': dh. die concilien der Hadriano-Dionysiana, s. Maafsen gesch. der quellen und der lilera- tur des kanonischen rechts 1, 442. bl. 144 b —146° die exhortalio, und zwar auf bl. 144 b . 145 b den lateinischen, auf bl. 145°. 146° den deutschen texl. bl. 146 b (das letzte bl. ist leer) eine baierische provinzial- synode von 805, abgedruckt archiv 7, 806/'., jetzt in den MG. LL. 3, 479. BJDocen miscellaneen zur geschichte der leutschen lileralur (1807) 1, 6—8. EGGraff Diuliska 3 (1829), 210. WWacker- nagel alldeutsches lesebuch 1835 sp. 5. 6, 1839 sp. 51—54. 21* 324 UV EX1I0RTAT10 AD TLEBEM CHRISTIANAM HFMafsmann (1839) nr. 42 s. 150. 152. 154. KRolh denkmähler der deutschen spräche (1840) s. 12—14. nach beiden hss. aufser WGrimm aao. WWackemagel lesebuch 1859 sp. 21—24. dass keine der beiden hss. längezeichen setzt, sei ausdrücklich bemerkt, weil aus manchen eilaten neuerer bücher eine entgegengesetzte meinung hervorzuleuchten scheint. 3 in man AB: innan Eccard Wackernagel (1839. 1859) Grimm, aber innan innana heifsl niemals 'ein-, hinein, die genaue Übersetzung von inspiralum ist in capläsan (Graff 3, 237), man wohl zusalz eines lesers, welchem diese technische bedeulung von in pläsan nicht geläufig war. 8 zu pigehan B vgl. gl. Emm. Pez 1, 404 = ahd. gl. 2, 103, 69 ad nilendum, za zilen odo piginnan. 10 ja reiht hier die vom Übersetzer zu beliebigem gebrauch beigefügte zweite Verdeutschung ebenso an, wie gl. Fris. ad Isid. de off. 20 (KRoths denkm. s. xvn = ahd. gl. 2, 342, 31. 54. 27) confessio, iop (ja pigilit). 35 inlecebris, unclius- 502kim (ja unurlaupanUih) und ebendaselbst 18 ja auh: symbolum, rihüda dera galaupa (ja auh churiter pivank dera galaupa). vgl. vel, enli gl. Ker. s. 193 = ahd. gl. 1, 208, 30. — getrenntes ja auh nach Graff 1, 121 nur in exh. und den angeführten glossen, ferner in den allen baierischen gl., welche VEMourek silzungsber. der k. böhm. gesellschaft 1890 «.17 aus einer hs. des Prager domcapilels bekannt machte, ja als conjunclion aufserdem noch in gl. SFlor. ad Greg. cur. pasl. (Graff 1, 568) = ahd. gl. 2, 224 ff. und LXXV1II li. 13 die doppelform uue und uueo (für uueo, zu Nolkers uuieo vgl. sein diea, auch Virgilgl. IV, 208 = ahd. gl. 2, 629, 21) geht aus hwew für hvaiva hervor wie se und seo aus sew, das schließende w entweder abgefallen oder vocalisierl. vgl. Sievers Talian s. 44. 17 ich halle got des nicht für das ursprüngliche, weil es keine Übersetzung des lateinischen ist, sondern [uuidar] goles caheizes. der Übersetzer verlas efi dei in est dei, der inlerpolalor, dem wir schon z. 3 begegneten, nahm daran mit recht anslofs und, indeyi er uuidar einfügte, verstand er gotes wie B. A dagegen fassle es gedankenlos als gotes und schrieb dafür gaoles: beispiele dieses ao für 6, uo s. bei Pfeiffer forschung und krilik 2, 34; Weinhold baier. s. 74. 21 noch cap. min. 803 c. 5 p. 115; cap. de exerc. promov. c. 2 p. 119 steht haribannum. 23 unsero für unseren): vgl. LXXVI, 30 lüllero für lüllerero; Williram 13, 1 unser für unserero; 8, 25. 22, 15 andero für anderere. Das vorliegende denkmal beginnt mit der aufforderung eines pries- lers an die erwachsenen glieder seiner gemeinde — sie werden bald filii carissimi, bald filioli tnei angeredet, letzteres wie SBonif. serm. V p. 75 Giles und MG. LL. 1, 124 —, das apostolische glaubensbekennl- nis und das valerunser selbst zu lernen und ihre taufpalen zu lehren, daran schloss sich wohl die vorsagung (Audite!), vielleicht auch erklärung und einübung (über die methode derselben vgl. excurs zu LV) jener formein; und daran die nochmalige aufforderung (Nunc igilur usw. vgl. den ordo romanus bei Hiltorp de divinis offieiis p. 39. 40), sie zu lernen LIV BXHORTATIO AD PLEBEM CIIRISTIANAM 325 und zu lehren, quia dei iussio est — et dominationis noslrae mandatum: ja unsares berrin capot. welches Herren? ich denke, Karls des großen, im november 801 beschliefsen 'elecli sacerdoles' {cap. Aquisgr. a. 801 LL. 1 p. 87) c. 5 ut unusquisque sacerdos orationem domiiiicam et symboluni populo sihi commisso curiose insinuet. und dies bestätigt der kaiser (cap. eccl. p. 160) c. 3 Terlio (admoneudi sunt presbyleri) ut orationem do-503 minicam id est 'paler noster' et 'eredo in deum' omnibus sibi subiectis insinuent et sibi reddi faciant tarn viros et feminas quamque pueros. die missi verkündigen es (cap. gen. c. 14 p. 106): omnibus omnino Christianis iubelur simbolum et orationem dominieam diseere. zugleich erfahren wir die Zwangsmittel, die man anzuwenden gedachte (c. 15): ut nullius infantem vel alium ex paganis de fönte sacro suscipiat, antequam simbolum et orationem dominieam presbitero suo reddat. die Verordnung wird auch in das mit der märzversamlung 802 festgestellte kirchliche gesetz aufgenommen (cap. excerpta c. 30). und die Mainzer synode 803 wiederholt sie (slat. Bonif. c. 25), ebenso der kaiser in einem rundschreiben an die bischöfe (wovon uns das an Gerbald von Lütlich gerichtete exemplar erhalten ist LL. 1, 128) und infolgedessen die bischöfe (Gerbald LL. 1, 128; Theodulf c. 22 bibl. Lugd. 14, 5; nicht vor 805 Hailo von Basel c. 2. 25 bei Dache'ry spicil. 1, 584. 586, über den man zum jähre 802 die noliz hat in consilio Karoli clurus babetur s. ann. SGall. mai. SS. I, 75 n. e) in Unordnungen für die ihnen untergebenen priesler. (aus einem erlasse Riculfs ist vielleicht die darüber in der Weißenburger hs. 91 zu Wolfenbüttel bl. 106" stehende, zs. 12, 443 gedruckte be- slimmung.) im december 805 (cap. dupl. in Theodonis villa promulg. c. 24 p. 135) verordnet Karl: Ut laici symboluni et orationem dominieam pleniter discant. . . . Qui autem neglegens inde fuerit, talem disciplinam pereipiat, qualem lalis sit contemplor pereipere dignus, ila ut ceteri metum babeant amplius. und in einem wohl späteren capitular (cap. eccl. c. 2 p. 130): Symboluni et orationem dominieam vel signaculum (l. symbolum vel signaculum et orationem dominieam) omnes diseere constringantur. Et si quis ea nunc non teneat, aut vapulet aut ieiunet. . . . feminae vero aut Hagellis aut ieiuniis constringantur [dagegen Hauck kirchengesch. Deutschlands 2, 241 anm. 2]. trotz solchen grausamen Strafandrohungen — um so grausamer, wenn es sich wirklich um die erlernung in lateinischer spräche handelte (was LV bestätigt: vgl. excurs, auch B.ellberg 1, 456) — muss sich die durchführung dieser Verordnungen als unmöglich erwiesen haben, denn als das concil von Mainz 813 die beiden lelzlan- geführten (ineinandergearbeilel und mit dem zusatze et qui aliler non poluerit vel in sua lingua boc discat) wiederholte, gaben ihnen die Achener reichsversamlung und Karl ihre bestätigung (in cap. 813 LL. 2, 550—554; exe. can. LL. 1, 189/ - .; vgl. Reltberg 1, 442) nicht, die weiteren Schicksale derselben (vgl. noch cap. Herardi a. 858 c. 16: Baluze cap. 1, 1286), ihre ermäßigung in späterer zeit (vgl. zb. das triersche provincialconcil vom 1 mai 888 c. 3 bei Beyer mülelrhein. urkundenb. s. 134; Labbe 9, 414, Honorius Aug. p. 674 Migne) gehen uns hier nicht an. auf ihre anfange wird Paulinus von Aquileja nicht ohne einfluss gewesen sein, 326 L1V EXH0RTATI0 AI) PLEBEM CHRISTIANAM da er schon 796 eine Friauler synode ähnliche beschlüsse fassen liefs (SPaulini opp. ed. Madrisi p. 7 2 c. 15). mit diesen anfangen, also den synoden und reichsversamlungen von 801 und 802, muss auch unsere exhorlalio zusammenhängen, und gleich die gesellschafl, in der sie auftritt, lässl ofßciellen Ursprung für sie vermuten: gerade die canones der con- cilien waren im october 802 förmlich recipierl worden (universos canones, quas s. synodus recepit, el decrela poulificum ann. Lauresh. 802 SS. I, 39: vgl. Wasserscheuen beitrage zur geschichle der falschen decrelalens. 10/'., der aber die nachricht auf die ganze Dionysiana bezieht, doch lässl die stelle auch eine ganz andere auslegung zu) gemäfs einem beschlüsse vom nov. 801 c. 16: (nullus sacerdos) derelicta propria lege ad secularia iudicia aceedere praesuinal. dazu kommt folgende ertvägung: schon der 504 lateinische lexl der exhorlalio hat Interpolationen erfahren, und zwar sind als solche die worte et eliam bis constituil in z. 10. 11 und et oraüonem dominicam z. 19. 20 auszuscheiden, denn wenn der priesler verständig reden sollte, so musle er sagen: Audile — regulam iidei — el orationcm dominicam; nicht die letztere in einem lediglich begründenden salze nachträglich und beiläufig hereinbringen, die ermahnung gieng also ursprünglich nur auf erlemung des glaubens. das ist höchst seltsam, denn es findet sich keine einzige Verordnung, welche blofs das symbolum auswendig zu lernen vorschriebe, die erklärung ist aus einem merkwürdigen aclenslücke zu gewinnen, das in den MG. LL. 1, 108. 109 als excerpta canonuiu. capittila varia gedruckt steht, aus c. 22 si placel domno nieo, legalur capitula 7. 3 usw. ergibt sich, dass es dem kaiser gemachte gesetzvorschläge sind, von c. 1 bis 18 mit bezug auf die concilien des codex canonum, von c. 23 bis 26 mit bezug auf die benediclinerregel. das ganze — so kann man sich vorstellen — ein auf der synode von 801 abgegebenes separalvolum. c. 21 nun lautet: de sancla trinitate discat unusquisque secundum quod sancti patres Judicium et traelatum liabent, et fldeliter inlellegat, et in taulum sufficiat el amplius non requiralur. man darf wohl annehmen, dass der oder die Vertreter dieser ansieht ein for- mulare zur erleichlerung der ausführung derselben entworfen halten, welches, nachdem eine weitergehende das palernosler mit einschliefsende ansieht durchgedrungen war, mit den nötigsten, flüchtig und schlecht gemachten Zusätzen versehen und den königsbolen zur Verbreitung übergeben wurde, muss ich nun noch diejenigen widerlegen, welche die exhorlalio ins VIII jh. setzen und sie bestimmt sein lassen 'bei einer heidenlaufe der hersagung des glaubensbekennlnisses voranzugehen"! doch vielleicht hält man mir die predigten des h. lionifatius entgegen, unter welchen allerdings 1 § 1 p. 57 Giles; III § 4 p. 65; V § 3 p. 73; XV § 4 p. 106 das auswendiglernen von palernosler und symbolum verlangen, aber einmal wird man durch jenes dominalionis nostrae mandatum auf die Zeugnisse der capitularien beschränkt, und dann würde die unechlheil dieser bereits von Oudin de Script, eccl. 1, 1789 angeziveifelten predigten zu beweisen, schon die einzige bemerkung genügen, dass sie vollkommen geordnete und befestigte kirchliche zustände, in denen nur einzelnes heidnische noch sich fristet, voraussetzen, man vergleiche die auszüge, die Eckhart aus LIV EXHOHTATIO AD PLEBEM CHRJSTIANAM 327 den predigten Burghards von Würzburg gibt, oder gewisse partim in dem libellus Pirmins, und man muss fühlen, dass jene nicht aus der mitte des VIII jh. stammen können, keine einzige bekehrungspredigl ist darunter, keine einzige, in welcher Bonifatius die vom bischof Daniel (ep, 15 p. 71—74 Joffe) ihm vorgetragene methude zur Widerlegung heidnischer Irrtümer in anwendung brächte, überall treffen wir ihn im streit mit den ketzerischen und verheirateten prieslern: und in seinen predigten hätte er die gläubigen niemals vor ihnen gewarnt? ferner: das erste zeugnis für die einführung des zehnten (Wailz 4, 103 = 4 2 , 121: Bonif. ep. 70 Jaffe p. 206; 82 p. 229, cf. p. 50 t wird niemand dagegen anführen wollen) fällt in das lodesjahr des Bonifatius; in den predigten jedoch erscheinen sie wiederholt (III § 4 p. 66; V § 2 p. 72; VI § 2 p. 78 ; XI p. 93 ; XV § 4 p. 106) als feststehende einrichlung. (doch beweist dieser gegengrund nur mit den anderen, vgl. Pirmin. lib. p. 70; Lczardiere lois poliligues 2, 348.) endlich unsere kirchlichen formein selbst: Bonifatius beklagte sich in einem briefe, der zwar verloren ist, den aber papsl Zacha- rias punkl für punkl beantwortend wiederholt, über die schlechten priesler (in Baiern, davon Virgilius die rede ist, nicht in Sachsen, wie Hahn jahrb.s. 109 meint) unter anderem auf folgende weise (ep. 66 p. 188): nee Allem catholi- cam paganis praedicant nee ipsi fulem reelam haben!, sed nee ipsa sollempnia505 verba, quae unusquisque ealicuminus, si lalis aetatis est ut iam intellectum habeat, sensu cordis sui pereipere et intellegere debel, nee docent nee qnae- rent ab eis quos baptizare debent: id est abrenuntiationein saianae et cetera, sed neque signaculo erucis Christi eos rauniunt, quae praecedere debent baptismum: sed nee. aliquam credulitatem unius deilatis et sanetae trinilatis docent, neque ab eis quaerent ut corde eredant ad iustitiam et oris confessio bat illis in salutem. man sieht, dass er die erlernung nur der abre- nuncialio und der darauf folgenden kurzen professio fidei verlangt: diese muss auch gemeint sein, wenn ep. 27 p. 90 von einer laufe absque inter- rogatione simbuli die rede ist. und wenn Bonifatius bereits die spätere karlische forderung aufgestellt hätte, wie sollte er nicht den einzigen weg betreten haben, um sie durchzusetzen, ihre aufnähme in die capi- tularien? oder wenn ihm das nicht gelang, wie sollte er es dem papste nicht geklagt haben? zu diesem allen treten noch äußere gründe, die 15 predigt, in einer Melker hs. ohne die andern überliefert (Pez thesaur. aneed. 4, 2, 4 /'.), ist zum teil (§ 1 von admoneo vos an, §§ 2—5 bei Giles) aus der 5 so gekürzt wie niemals ein schriftsteiler sich selbst ausschreib en wird: vgl. auch Fabricius (Mansi) 1,259. die 6 predigt ist der letzte teil einer in hss. des VIII/IX jh. ohne namen überlieferten viel umfangreicheren, auch im einzelnen etwas ausführlicheren predigt: vgl. oben s. 266, zs. 12, 436 ff. [vgl. jedoch forsch, zur deutschen gesch. 24, 610]. endlich scheint aus einer noliz von Giles 2, 268 hervor- zugehn, dass einige der sog. bonifalischen predigten in gröfseren predigt- samlungen ohne namen sich finden, die hs., aus welcher Marlene und Durand jene veröffentlichen, wird von ihnen selbst erst ins X jh. gesetzt (ampl. coli. 9, 185/'.). in wahrheil hängen diese predigten wohl mit den Achener Verordnungen von 789 zusammen, s. zs. 12, 441. 328 LIV EXHORTATIO AD PLliBEM CHRISTIANAM wenn — um dies letale noch zu erwähnen — auch der libellus s. Pir- miiiii das gebot, symbolum und palernosler zu lernen, enthält, so ändert das in unserer uuffassung nichts, denn es steht nur in dem epiloyus, der nach seinem eingange eine kurze Wiederholung des bereits gesagten sein will und also, wohl von Vidite fralres an (Mabillon vet. anal. p. 71), späterer zusalz ist. [die gegen vorstehende ausführungen von Cruel in seiner gesch. der deutschen predigt im ma. 1878 s. 23—28 erhobenen einwände hat HHahn forschungen zur deutschen gesch. 24, 585—625 widerlegt, ohne dass es ANürnberger neues archiv 14, 111 —134 gelungen wäre, das gewicht seiner argumenle wesentlich zu entkräften, sind auch nicht alle von Scherer ins feld geführten gesichlspunkle richtig oder beweisend, so dürfte doch sein resullal, dass die predigten dem Bonifalius untergeschoben seien, nunmehr feststehen.] steht es somit fest, dass der lateinische texl der exhorlalio erst der synode vom november 801 seine entstehung verdankt, und ist er bald darauf nach Freising gekommen, so wurde vielleicht schon zu anfang des jahres 802, wohl auf Veranlassung des bischofs Allo (782—810), die deutsche Übersetzung angefertigt; aber nach dem oben bemerkten wahrscheinlich erst nach dem oclober 802 in die hss. A und B eingetragen, in der ersleren sonderbarer weise sogar zwischen die im cod. canonum unmittelbar auf einander folgenden can. aposl. und conc. Niceni. nach Freising aber weisen sogar die Unarten des Schreibers von A (zu z. 17). und ich begreife nicht, wie WGrimm s. 425 die von Eckhart Francia Orient. I, 441 für die baierische herkunft der hs. A angeführten gründe wenig beweisend finden konnte. YVeinhold, der früher alem. gramm. s. xii die exhorlalio für alemannisch Meli, schliefst sich jetzt hierin wie bezüglich der gl. Urab. unserer meinung an. beide uns erhaltene abschrifien des vorliegenden denkmals sind ohne zweifei aus dem original geflossen dh. in diesem falle aus demjenigen exemplare, in welches zuerst der lateinische und deutsche text zusammen geschrieben waren, aus dieser annähme erklären sich alle A und V gemeinsamen fehler, einen derselben fand im lat. texl schon der Übersetzer vor: dicit für dical z. 9. in z. 17 (s. die anm.) las der Übersetzer falsch, der abschreiber richtig, der ausgäbe musle die Orthographie einer hs. zu gründe gelegt werden. 5QQnach WGrimms und Wackernagels vorgange wählte ich die altertümlichere, aber in Übergangszeilen ist das altertümlichere nicht immer das ursprüngliche, für ursprünglich wird vielmehr in ziemlich gleich allen hss. und in denkmälern von geringem umfange das consequent durchgeführte zu halten sein, also hier 6, 6, c, d, ja auh; nicht uo, ao, k, ih, jauli: vgl. WGrimm, s. 431—436. z. 9 stand wohl cahucli, z. 21 vielleicht redia. der Übersetzer entledigte sich seiner aufgäbe nicht ganz ungeschickt, indem er sich eng an die lateinische vorläge anschloss, zugleich aber durch Wiederholungen wie z. 12 uueo mag er christäiii sin und z. 11 dei uuort der deutschen spräche die ungewohnheit hypolaclischen salzbaues und auf größere entfernung festgehaltener beziehung bequemer machte, sehr unglücklich ist er freilich mit z. 14—18 gewesen, denn aufser dem bereits erwähnten lesefehler hat er die conslruction nicht herausgebracht und exceperit z. 16 LIV EXHORTATIO AD I'LEBEM CHRISTIANAM 329 durch inll'Miit stall durch inlfenc gegeben, lob verdient dagegen, nicht WGrimms (s. 430) tadel, dass die verschiedene bcdeulung von filiolus in z. 15 und in z. 17 erkannt ist; ferner die beißgung von s(n selpes TS. 4 und von shiem z. 6. grofse freiheil gestaltete er sich z. 21, wo er übersetzte, als ob in die imlicii an der stelle von .inte tribunal Cliristi stünde. Anhang. Ich muss hier, um meine obigen aufslellungen zu sichern, den reichsversamlungeu unmittelbar nach der kaiserkrönung einige Zeilen widmen, hauptsächlich um die 'synodus examinalionis' a. SOI gegen die einwendungen von Wailz DVG. 3, 284—286 {und gegen Slobbe, wenn die übergehung der novemberversamlung reclilsqu. s. 227 auf einer Untersuchung beruht) zu schützen, warum ciliert Wailz die ann. Iuvav. mal. nach SS. 1, 87, also nach Eccards lückenhaftem lexl? und nicht nach dem original mit Perlzens dem sinne nach gewis richtiger ergänzung SS. 111, 122: 801. Carolus imperium suscepit romanum in Roma et a Leone papa secundo iuniore consecratus imperalor synodum examinalionis episeo- porum et elerieorum fecit in Aquis palatio mense Novembrio, et alium mense Aprilio lUlicorum faelum est. 802. herum tertium synodum fecit mense Martio. (gleichzeitig, obwohl gerade hier sichtlich aus den gröfseren annalen schöpfend und daher im ausdruck irrend, melden die ann. Iuvav. min. 801. primum synodum examinalionis fuit in Aquis.) daneben kommt nur die bekannte stelle der ann. Lauresham. a. 802 über die aussendung der missi, ut—iustitiam facerent und die synodus universalis mense üe- limbrio in betracht: die nachrichlen aller übrigen ann. (Guelferb. 801; SAmandi 802; Flaviniac. 802) empfangen durch diese beiden erst licht, da nun die ann. Iuvav. in einer gewissen beziehung zu Arno stehen (Waitenbach geschichtsqu. 87 f., vgl. auch Rettberg 1, 433 n. 1) und diesem die maßregeln von 801. 802 ganz besonders wichtig sein muslen — waren sie doch zum teil auf seinen betrieb erfolgt (Lorenlz Alcuins leben s. 163) —, da ferner das cap. LL. 1, 87 nach dem durchaus unverdächtigen Zeugnis der Pariser hs. ins jähr 801 gehört, da überdies die receplion der canones, ihre sowie der regula s. iiened. lesung und erklärung (wovon die ann. Lauresh. sprechen) nicht examinatio heifsen kann, also beide nachrichlen von völlig verschiedenen dingen sprechen: so hatte ohne zweifei Perlz ganz recht, beide für wahr zu halten und die eine aus der andern ergänzend drei Achener Versandungen anzunehmen. doch hat gerade er durch die angeblichen aclen der ocloberversamlung von 802 Verwirrung angerichtet, die in jene beiden jähre gehörigen legislativen documenle sind nemlich, wie ich glaube, überhaupt in folgender weise zu verteilen: zumnov. 801 (synodus examinalionis) gehören cap. LL. 1, 87 mit der Überschrift Haec suut capitula . . . quae eleeli saeerdoles507 custodienda atque adimplenda censuerunt; die 'excerpla canonum. capi- lula varia' (s. oben s. 504); wahrscheinlich 'cap. V incerli anni' (Baluze, 'cap. eccl. Aqu. a. 809' Perlz): vgl. c. 1, 2. 3, 4, 5. 7, 6, 9 mit cap. Aquisgr. a. 801 c. 4. 21, 5, 14. 19, cap. Aquisgr. a. 802 c. 23, cap. 801 c. 7. 12, 20; endlich cap. generale p. 106 und cap. exam. gener. p- 107. »tan darf den character dieser sgnode als den einer vorberatung, ihre nächste folge als eine Untersuchung über den bildungszusland der 330 LIV EXHORTATIO AD PLEliEM CHHIST1ANAM cleriker und laien bezeichnen, es war keine allgemeine reichsversamlung. von dem Kaiser berufene bischöfe (und priester?) berieten die neuen kirchlichen geselze, die majorilät einigle sich über einen geselzvorschlag (jenes zuerst angeführte capitulare), der mit einigen Zusätzen und ände- rungen der redaclion die genehmigung des kaisers erhielt (hs. 4 bei Pertz p. 88 /'. nur in den Zusätzen erscheinen die formein volumus alque iulie- mus c. 22, praecipimus c. 24. c. 26 weist der kaiser weitergehende vorschlage zurück: iuramento vero eos constringi nolumus); es bleibt zu untersuchen , ob ganz ohne rücksicht auf die bereits erwähnte dissentierende stimme (vgl. c. 10 p. 108 mit der eiiileitung des cap. exam. p. 107. wenn c. 4 gegen c. 16 des cap. 801 p. 88 und die gleichlautende kanonische bestimmung gerichtet ist, so ist vielleicht zu beachten, dass dieselbe in die cap. exe. 802 p. 99 /'. nicht aufgenommen worden), hierauf entließ der kaiser die versammelten mit einer praecisierung derjenigen punkte, auf welche sie bei ihrer 'examinalio' besonders zu achten hallen (cap. V ine. a.). diese fand nun im laufe des winters stall, und sind zwei darauf bezügliche aufzeichnungen 'cap. gen.' und 'cap. exam.' in einer Augsburger und in einer llegensburger hs. erhalten, jene beginnt Oiiiues eeelesiaslieos . . . examinare et, in eadem exanünatione nos quamvis imperiti simus, per proviueiam istain non (et non As.) solum aecclesiaslicorum dogma sed eti.im laicorum iovestigare iussi sumus (iussa sunt As.) iuramenta (nutrimenta As. soll wohl heifsen iura s. excurs zu LXV) vel benevolen- tiam (—tia As.) sanclae exereeudae iustitiae. die ausdrückliche hervorhebung der competenz auch für die laien bestätigt loas schon aus dem charac- ler der vorhergehenden versamlung zu schließen ist, dass die examinalio blofs durch geistliche vorgenommen wurde. — die capit. de doclrina clericorum p. 107 lassen sich vorläufig überhaupt nicht datieren. — zum märz 802 gehört ohne zweifei alles, was Pertz LL. 1, 90—103 mit diesem dalum bezeichnet hat; zum oclober 802 nach Wailz 3, 285 die Zusätze zu den volksrechten. ABorelius capilularien im Langobardenreich s. 71—85 erörtert die hier behandelten fragen mehr im sinne von Wailz. ThSickel acta Karolinorum 2, 284 f. verhält sich leider nur referierend, wenn Sickel die frage aufwirft, ob nicht meiner auffassung zufolge der größere teil der besprochenen aclenslücke aus einer capilulariensamlung überhaupt auszuscheiden wäre, so möchte ich diese frage mit nein beantworten, sie gehören dorthin, wo sie am wenigsten übersehen werden können, und wo wäre das anders als im zusammenhange mit der geselzgebung Karls des großen ? zur sache selbst kann ich jetzt aus eigner ansieht der in Würzburg befindlichen originalhs. der ann. luv. mai. hinzufügen, dass Perlzens Verteilung der oben ausgezogenen stellen auf die jähre 801 und 802 durch das manuscript gegeben und unbedingt sicher ist, dass also jedes falls unter 801 com november auf den april zurückgegriffen wird. Perlzens lesung und ergänzung aber kannichnicht durchweg bestätigen, ich glaube aprilio itäp . . . . I' . . . (vielleicht frat) zu erkennen, etwa: et alium mense aprilio italie (italoruin? italieum?) papie fecerat? es wäre wohl der mühe wert zu versuchen, ob nicht durch an- 508 Wendung von reagens die sache sich entschiede: übrigens ist mir ange- LIV EXHORTATIO AD PLEBEM CHRISTIANAM 331 sichts der hs. nicht eingefallen, class p der anfang von papie sein könnte, vielleicht hätte ich sonst noch einen Schimmer von buchslaben entdeckt, der die conjeclur bestätigte, [gegen vorstehenden, hier aus der zweiten aufläge unverändert herübergenommenen anhang wendet sich Wailz BVG. 3 2 , 331—333.1 LV FREISINGER AUSLEGUNG DES PATERNOSTER. A cod. lat. 6330, Fris. 130 (olim C. M. 3), cim. 22 der k. biblio- thek in München, 71 bl. 8° maj., 'VIII — IX jh.' (Schneller), dem palernosler (bl. 70 b . 71°) gehen bl. l a —66 a voraus 'doclrinae diversorum palrum quarum numerantur 26' (Schindler) und bl. 66 a —70 a ohne tilel die lat, muslerpredigl zs, 12, 436, wahrscheinlich vom j. 7S9. es folgt bl. 71 ab ein lateinisches glaubensbekennlnis, alles bisherige, wie es scheint, von einer hand, darnach aufbl. 71" von anderer eine ganz kurze beichl- und eine absolulionsformel. UJDocen miscellaneen (1807) 2, 288__290. dazu berichligungen: einige denkmäler der ahd. lileralur s. 2. EGGraff Diuliska 3 (1829), 210. 211. WWackernagel leseb. 1835 sp. 7. 8; 1839 sp. 53 bis 56. HFMafsmann abschw. (1839) nr. 58. KRoth denkm. (1840) s. G. 8. Würaune ahd. lesebuch (1875) s. 28. PPiper zs. f. d. phil. 1 5 (1883), 87 f. B cod. lat. 14510, Ral. SEmm. 510 (olim F. 13) der k. bibliolhek in München, 186 bl. hoch 4°, IX jh. bl. 78»—79". eine in die hs. geschriebene notiz Docens setzt sie zwischen 824 und 827, offenbar veranlasst durch bl. 40 und 41, wo für den papst Eugenius (II, 824—827), den kaiser Ludwig, seine söhne, insbesondere den könig Ludwig, und für den bischof Balurich gebetet wird, allein die hs. besteht aus drei ursprünglich getrennten teilen: bl. l a —29\ bl. 30 a —75\ 6/. 76 a —186 b . jene dalen beweisen also nur für den zweiten, nicht für das palernosler, das im drillen steht, dieser schliefst mit der bemerkung (zuerst gedruckt bei Pez thes. I diss. isag. p. 39) Hunc comparavi libellum ego Deotpert pecunia sancti Emine- rarami. de preslutero Regioperti comilis (presbiteros ac cetcros canonicos quos comites suis in ministeriis habest erwähnt das cap. Aquisgr. a. 802 c. 21 p. 94) nomine Uuiclielmo. ivenn man die läge bl. 80 bis bl. 87, welche verbunden ist, an ihre richtige stelle nach bl. 95 versetzt (es folgen dann auf einander bl. 76—79. 88—95. 80—87.96—103 usw.), so zeigt sich, dassvonbl. 88 b an eine hand das werk Alcuins de fide et de s. trinilale schrieb, aber ohne den widmungsbrief an Karl den grofsen. dieser wurde von einem andern auf einer vorgebundenen läge von nur 4 bl. (bl. 76—79) nachgetragen, füllte aber nur die beiden ersten, so dass drei verschiedene Schreiber oder doch einer zu verschiedenen seilen die leergebliebenen und die ebenfalls leere vorderseile von bl. 88 benutzen konnte, um 78*—79 a unsere auslegung des palernosler, 79 a —79 b das oben in A erwähnte glaubensbekennlnis, bl. 79 b —88 a ein anderes glaubensbekennlnis in fragen und antworten mit ausführlichen einschallungen aus der lebensgeschichle 332 LV FREISINGER AUSLEGUNG DES PATERNOSTER Christi (das bei Proben opp. Ale. 2, 2, 436. 437 gedruckte, aber am schluss unvollständig) einzutragen. BJDocen einige denkmäler der allhochdeutschen Literatur in genauem abdruck (München 1825) s. 5. 6. HFMaßmann nr. 59. KRolh denkm. s. 10. 12. 609 9 die im texl beibehaltene Überlieferung von A ist kaum richtig: entweder ist mit li daz uuir de zu setzen oder, was mir wahrscheinlicher ist, daz uuir umzustellen: enti daz uuir de uuihnass) usw. wohl durch den lateinischen grundlext veranlasst, welcher hier weder die conjunclion wiederholte noch das pronomen ausdrückte, halle der Übersetzer daz uuir erst ausgelassen, dann am rande nachgetragen, von wo es ein abschreiber an falscher stelle in den texl nahm. 15 est A: die form steht dreimal (3, 24, 38. 4, 15, 3G. 5, 7, 63) in der Freisinger hs. des Olfrid. auch bei Leyser pred. 18, 31. 18 Pilipi: über die quanliläl des slammvocals s. gramm. 3, 499. das erste i ließ auch Wackernagel unbezeichnel. vgl. zu LXXV, 4. 19 des in B heißt hier deutlich nicht 'deshalb' sondern 'dadurch, damit', wie varr. zu 32. li e miseun A. so scheint der Schreiber die ihm auffällige lautbezeichnung hervorzuheben: UV, 7 sieht in A chur t nassi [schwerlich lässt sich auf diese häufig und ohne wähl vorkommenden spalien irgend ein schluss gründen}, e für eh (auch z. 32 unsic) ist im allbaierischen, wie es scheint, nicht so häufig als im alemannischen (Weinhold § 208), aber doch nicht unerhört: gl. Mons. p. 342 = ahd. gl. 1, 659, 56 comminuit, firprac ua. (Weinhold baier. § 173 s. 180). zu der syncope vgl. gl. Emm. p. 408 = ahd. gl. 2, 328, 39 corpus- culum, lihmo; auch p. 411 (vgl. Diul. 3, 233) = ahd. gl. 2, 333, 41 physicae disputalionis, lihfmiskera listi und LXXVI, 15: die formen beruhen auf Verwechselung des composilums -hämo mit der ableilung -amo -mo, gramm. 2, 147 [dagegen Kögel lilleralurbl. 1887, 207]. 20 euuigo = spirilauter ? dann ist wohl nach euuigo kolon zu setzen und was folgt ist Umschreibung der bitte. 27 kauoz A, gnoz B: vgl. varr. zu 29. 30; XL1II, 14, 11; Graff 2, 1126; Haupt zu Erec s. 362: wohl nicht flexionslos, sondern nach consonantischer declination, zGDS. 440 = 2 573. 29. 30 B interpungiert (nach Scherer) daz. imo; dazu vgl. zb. Olfrid 2, 2, 8 joh gizdlta in sar thäz j thiu sälida unlar in uuas und so öfter, noch kehr. 8, 26 wol erchanden si daz | daz dütsce volch wider sl üf gestanden was; 510, 17 die haiden fraiseten do daz | diu hurcli begrifen was; jüdel 134, 24 die Juden weinten ouch daz (: naz) si ez so lange heten gespart, vgl. EKölbing Untersuchungen über den ausfall des relaiiv-pro- nomens (Strafsburg 1872) s. 45; Parz. 794, 27 ir habt wol e vernomen daz (:saz) der lente; Hoch historische grammatik 2, 433. 30 hier ist etwa zu ergänzen daniia ui flazzit imu sama der truhtin, danna er. Wacker- hiünagel bezeichnet 1839 und 1859 die lücke mit unrecht nach dem danna in z. 29. 33 indem Scherer, mir unbegreiflich, erklärte, ganadan stehe bestimmt so in der hs., bemerkte er dazu: 'das allein vergleichbare uuerthunkain gl. Ker. 172 = ahd. gl. 1, 199, 21 kann auch masc. sein: Dietrich hisl. dect. s. 5 [dagegen vgl. RKögel über das keronische glossar s. 148 f.\. wir besitzen mithin von diesem dat. plur. die ganze reihe überhaupt möglicher formen -an -ön und -un {XIII, 34. Sievers LV FREISINGER AUSLEGUNG DES PATERNOSTER 333 Talian s. 46). ähnlich von den obliquen casus sing, der schwachen feminina -an ? (ane der weslfränkischen Urkunden, d'Arbois de Jubainville e'lude sur la dc'clinaison p. 27 f. 41) -ön (sunnon gl. Ker. 112 = ahd. gl. 1, 131, 17, sororis meae Gunzon Dronke cod. dipl. Fuld. nr. 166 a. 801) und das gewöhnliche -ün.' ubaruucliao] vgl. Graff 1, 701; mhd. wb. 3, 650 a . RvRaumer einwirkung des Christentums s. 57. 58 ist der ansieht, es liege den beiden hss. des vorliegenden denkmals dasselbe lateinische original zu gründe, nicht dieselbe Übersetzung, allein wenn A, bis zur drillen bitte und ebenso in der fünften lexl und auslegung trennend, in der letzteren von gott in der drillen person redet, dann in der dritten und siebenten bitte lexl und auslegung verwebt und wie dabei so bei der vierten und sechsten bitte den lexl umschreibend goll in der zweiten person anredet; wenn andererseits B hier gleichmäfsigkeit zeigt mit ausnähme der drillen bitte und des besonders störenden dtneru im letzten salze: so muss man doch wohl in B eine bearbeilung von A und zwar eine mislungene anerkennen; besonders da es deutlich ist, dass B in z. 9 und 30 die Verderbnisse von A voraussetzt, also, da man in einer wenig schreibenden zeit die anzahl der abschriflen nicht gröfser als durchaus nötig annehmen darf, geradezu aus A selbst geflossen ist. nur zu einem geringen teile beruhen die abweichungen von B auf jüngerer Sprachgewohnheit, zu einem weit gröfseren auf dem bestreben entweder zu kürzen oder conslruclion und Wortstellung der deutschen weise mehr zu nähern oder, wie bereits erwähnt, die auslegungen mehr nach einer Schablone einzurichten und gewisse lieblingsformeln (uuir sculun des piüen den almahtigun iruhtin oder des sculun uuir pilten ff.) anzubringen, die kürzung ist ohne sonderlichen verstand, die änderungen sind ohne con- sequenz gemacht, der bearbeiler will offenbar pillen durchführen, aber z. 7 lässl er dickem stehen. und was für traurige resullale sein streben nach kürzeren Satzgliedern und leichler übersehbaren salzen geliefert hat, liegt überall zu tage: vollends der eigene gedanke, den er s. 30 durch die lücke in A zu haben genötigt ist, fiel so kläglich aus, dass man kaum erkennt, was er damit wollte, anders sind die abweichungen im texte des palernosler zu beurteilen: es muss dem bearbeiler eine andere deutsche fassung geläufig gewesen sein, die er aber wieder nicht consequenl an die stelle der ihm vorliegenden setzt (vgl. das unten über pilipi und allem sunton bemerkte), diese fassung schloss sich enger als A an das lateinische an und zeigt darin wie auch sonst Übereinstimmung mit dem Weifsenburger vaterunser: so wenn sie uuillo din, in himile enti iu erdu (vgl. zu LVI, 2. 12), ni verleiti und erlösi sagt, von anderem, wie der ist in himilom, kaeuuihit uuerde, pilipi unsaraz kip uns emizigaz, in die chorunga findet sich einzelnes in der jüngeren baieri- schen formel LXXIX B wieder, wie alt aber die ganze in B vorliegende 511 bearbeilung sei, darüber würde uns bei der beschaffenheil der hs. auch wer den comes Reginpertus oder seinen priesler Wikhelm in Urkunden nachwiese nur geringe auskunft geben, dagegen ist sicher, dass die 334 LV FREISINGER AUSLEGUNG DES PATERNOSTER originalüberselzung nicht vor dem c. 69 der admonüio 'cap. eccl.' vom 23 märz 7 89 (s. dasselbe unten zu LVI), und wahrscheinlich, dass sie gleich darnach angefertigt worden, doch muss die hs. A mindestens 13 jähre jünger sein [mehr als 20 jähre jünger nach LWüllner das hrabanische glossar s. 134; aber Scherers beweisführung ist nichts weniger als zwingend, namentlich sein aus z. 14 gezogener schluss nur eine möglichkeil], aus den varr. zu z. 14 wird bereits ersichtlich, dass der Schreiber von A einen lediglich deutschen lext vor sich hatte, in welchen er die lateinischen worle des patemosler an ihrer stelle einschallen sollte, und pilipi s. 18, eogauuanua z. 19, suntön z. 35 sind in den lext aufgenommene auslegungen, die doch wohl bereits in dem lateinischen original standen, bei diesem handelte es sich also ganz im sinne jener Verordnung um die milleilung nicht so sehr des Wortlautes als des gehalles, liurz um eine predigt über das patemosler. wird nun diese predigt durch die lateinischen stellen unterbrochen, so verändert sich ihr character und, man darf annehmen, ihr zweck, das deutsche sinkt zu einem mittel der einschärfung des lateinischen herab: das ganze dient also nicht mehr zur ausführung der Vorschrift von 789, sondern der von 801/802. dass die gebräuchliche melhoäe für die ein- übung der kirchlichen formein wirklich diejenige war, auf welche die hs. A schliefsen lässt, lernt man aus dem ordo I ad faciendum scruti- nium 'ex anliquo missali gallicano' bei Marlene 1, 88—90 und 1, 94 bis 96. an beiden stellen folgt auf eine kurze der exhorlalio vergleichbare einleilung erst die vollständige hersagung des symbolums, dann eine her- vorhebung der nolwendigkeil, es auswendig zu wissen, endlich in jener eine kurze erklärung jedes glaubensarlikels, in dieser die ankündigung Iterato vobis repetimus, quo facilius eum teuere possitis und die besondere erklärung fast eines jeden Wortes, über den unserer auslegung zu gründe liegenden, sehr ungleichmäßig redigierten (vgl. oben) lateinischen lext will ich nur bemerken, dass sich ein fast alle gedanken desselben enthaltender aus einer combinalion des bei Marlene 1, 92/'. (auch bei Gerbert monum. vel. lit. alem. 2, 4 f.; Mona liturg. rer. 2, 45 p. 807; ordo rom. bei Hillorp p. 40) gedruckten mit dem bei Froben Ale. opp. 2, 2, 440 gewinnen lässt. aus dem letzteren ist hervorzuheben zu z. 2 Ibi enim invocatio ilignilatis est, dum patrem nos habere profitemur deum (also stand wohl in dem original unseres denkmals Magna dignitas est usw.), zuz. I8f. Hoc loco panis pro omnibus eibis aeeipilur (dazu kommt aus einer Weifsenburger expos. or. dorn, bei Eccard cat. theol. p. 18, icoraus die bei Froben verkürzt scheint, et bodie pro omne lempus liu- manae vilae intelligitur; vgl. Eccard (Freher) p. 191 aus Petrus Chry- sologus: quoüdie id est iugiter), zu z. 35 (a malo) id est a diabolo, a peccato usw. der ganze schluss z. 35. 36 ist dem anhange des pater- noster in der messe libera nos quaesumus domine. ab omnibus maus: prae- leritis praesentibus et futuris nachgebildet, die erklärung der fünften bitte beruht auf Malth. 18, 35. Es kann kein zufall sein, dass die exhorlalio sowohl wie die patcr- noslerauslegung aus Freising stammen, hier wird der anfang zu einer LV FREISLXGER AUSLEGUNG DES PATERXOSTER 335 lillerarischen läligkeit in Baiern überhaupt gemacht: durch Aribo (vgl. Büdinger öslerr. gesch. 1, 140). unter seinem amlsnachfolger sind diese Übersetzungen entstanden, hier ist aber auch nach 100 jähren noch teilnähme an der deutschen litleralur bemerkbar: bischof Waldo lässl den Olfrid abschreiben, die Untersuchung der glossen wird zu zeigen haben, ob das IX jh. hindurch eine conlinuiläl dieser beslrebungen sich verfolgen lässt. wie gering doch der umfang derselben anfangs gewesen, geht daraus hervor, dass es im beginn des IX jh. zu Freising offenbar keine Verdeutschung des symbolums gab. man darf es aus dem umstände 512 schliefsen, dass in die hs. A, deren ganzer Inhalt für die predigt bestimmt scheint, eine solche nicht eingetragen worden, sondern statt derselben eine lateinische glaubensformel. LVI WEISSENBÜRGER CATECHISMUS. Cod. Wissenb. 91 der herzogt, bibliothek zu Wolfenbüttel, 175 bl. 8°, IX jh. (bl. 1* von einer hand des XIV JA. Codex monaslerii s. petri et pauli in Wissenburg), besteht aus 5 oder 6 ursprünglich selbständigen teilen, wovon der fünfte bl. 127—160 (oder 175) enthält: bl. 127 a (urspr. unbeschrieben) abgerissene stellen aus dem NT. bl. 127 b Carmen de conversione Pauli apostoli ad Damasum (Überschrift von neuerer hand). bl. 127 b . 128" Incipiunl canones coneordalionum de omnibus episiolis apostoli Pauli: bis 130". bl. 130 a —148 b Argumenta omnium epistolarum s. Pauli (v.n.h.). bl. 148 b — 149* vier kleinere stücke, das letzte die examinalion eines priesters, beg. Pro quid est presbiter benedictus? bl. 149 b —150 b z. 1—42 des calechismus. bl. 150 b —151 b eine lateinische auslegung des paternoster. bl. 151 b Symbolum apostolorum. Credo in unum deuni sanc- tam triiiilalem id est in patrem omnipotentem faclorem caelestium omnium et terrestrium, visibilium et invisibilium. et in filium usw. also keineswegs das apostolische glaubensbekennlnis: bis bl. 152 b . bl. 152 b —154 b z. 43 Ms 110 unseres calechismus. bl. 155 a —159" inhaltsangaben oder anfange der homilien Gregors d. gr. bl. 159 a —lG0 b Incerli poelastri frag- mentum de Christo et s. Petro (so von neuerer hand bezeichnet) in Systemen von 8 (nur das vierte von 9) Hexametern, (bl. 161"—175 'Incerius de compulo lunari' nach neuerer bezeichnung.) die übrigen teile der hs. sind verwantes inhalts. über den vierten zs. 12, 443. IGEccard incerli monachi Weifsenburgensis calechesis theolisca (1713) mit einer vortrefflichen einleilung. HHoffmann althochdeutsches aus Wolfen- bültler handschriflen (1827) s. ix—xxi. ÜFMafsmann abschw. (1839) nr. 45. 55. 20. 3. 17. 66. recensiert von Holtzmann Heidelb. jahrb. 33 (1840), 713—717. CPCSchoenemann hundert merkwürdigkeiten der herzoglichen bibliothek zu Wolfenbüttel (1849) s. 25: paternoster und anfang des symb. ap. KGödeke deutsche dichlung im ma. (1854) s. 12—14 nach einer vergleichung von OSchoenemann. hier nach 336 LVI WEISSENBURGER CATECHISMÜS einer vergleichung Belhmanns, die ich später aus eigner ansieht der hs. berichtigen konnte. 2. 12 endi: vgl. varr. zu LV, 14—17 und exe. zu LV. noch in einem palern. des XV jh. bei Maßmann nr. 53 1 ' heißt es Dein will gescheh als in dem himel und in der erden, ebenso auch: Und vergib uns unser schuld als und wir vergehen unseren schuldigern. unten z. 60. 65. lsid. 6 b , 18 see endi mih 'ecce et nie'. Wiener Nolker 110, 7 nielit ein — sunter unle. endi ist hier die gewöhnliche form, nur z. 43 enti, z. 20. 25 Indi. letzteres ist dem jüngeren dialekt des Schreibers zuzurechnen, der in seiner vorläge an der stelle von I eine für den rubricalor gelassene lücke fand. 4. 25 costunga] hier und im Talian für templalio, sonst chorunga, ags. coslung, coslnung, auch alts. in den Werdener gl. zu Lucas 22, 31. 4. 29 auli 'sondern wie gl. Eer. 109 = ahd. gl. 1, 127, 22 und Tal. Graff 1, 121; z. 7 'aber' wie auch bei lsidor, Sievers Talian s. 420 1 '. schon z. 10 jedoch ivird es in der be- deutung 'aber' durch llioh, z. 26 ebenso durch uzzar ersetzt, und dieses 513 ist mit alleiniger ausnähme des nachgetragenen üzzan z. 73 in beiden bedeulungen (und in der von 'nisi' z. 53, das z. 32. 100 durch nibu nibi gegeben wird) im symb. Quicumque verwendet ('aber' z. 57; 'sondern z. 62. 63. 65. 67. 68. 75), Ms z. 77 suntar dafür eintritt: 'sondern' z. 77. 90. 91. 92; 'aber' z. 82. uzzar gebraucht als conjunclion nur noch das Sangaller paternosler z. 4 und Talian 4, 11 (Luc. 1, 00). dass es in den hymnen vorkomme (Graff 1, 536), die stäls und zwar 13 mal sed durch üzzan geben, ist falsch, sunlar sonst zuerst bei Olfrid: vgl. Graff 6, 49. 6—11 die erklärungen erinnern an die von LV, nur dass teils kürzungen vorgenommen, teils verdeutlichende Zusätze beigefügt sind, einzelne verschiedenheilen mögen jedoch sclwn in den lateinischen vorlagen vorhanden gewesen sein. vgl. zb. LV, 29. 30 mit unseren z. 23. 24 und der unten zu z. 18 angeführten lal. stelle. 12—15 ein sehr schlecht ausgedrückter salz, der doch wohl nur dasselbe besagen soll, was LV, 14—17. lag dem Verfasser wirklich nur diese stelle lateinisch vor, so wollte er die in derselben stattfindende verwebung von lext und erklärung aufheben und setzte deshalb der letzleren eine einleilung vor, die ihr simbles aus z. 7. 9 entnimmt, um dann nicht in dem von bitten abhängigen salze nur die Mite des palern. zu wiederholen, ivird der gedanke des folgesatzes (LV, 15 daz nü ff.) schon hier hereingenommen und im ausdruck (in mannom — in engilont) unpassend der z. 8 (in uns mannom) und 10 (in uns) analog gemacht, dem dennoch beibehaltenen folgesalze wird nun der unklar vorschwebende gedanke einer bitte um das vermögen, gotles willen zu erfüllen, beigemischt: und dadurch die Verkehrtheit des gedankens voll gemacht. 12 sculun] die Schwächung des auslautenden m beginnt schon in den gl. Ker. zb. 104 = ahd. gl. 1, 121, 26 efficaeibus, loben, vgl. Kögel über das keronische glossar s. 56. 16 sinlun soll nebst anderem von gleicher beweiskrafl nach Germ. 1, 470 ff. hier und im lsidor einen Angelsachsen, sogar den h. Pirminius, von dem man nicht weiß, dass er ein Angelsachse gewesen [doch vgl. Hauck kirchengesch. Deutschlands 1, 315 LVI WEISSENBÜRGER CATECHISMUS 337 anm. 2], verraten, den unbequemen Heland beseitigt die gelegentliche bemerkung s. 474, er sei nicht ursprünglich sächsisch gedichtet, sondern nur aus dem ags. umgeschrieben, ist etwa auch die Frekenhorster rolle, die zweimal sindon zeigt, aus dem ags. umgeschrieben? und die gl. Tegerns. in vilam s. Martini, woraus Graff 1, 482 sintun hat [in ihnen (ahd. gl. 2, 747—758) begegnet sinlun nicht, Marl, bei Graff ist vielmehr druck fehler statt Mat., dh. das Pezische blatl der fragm. theo- tisca, wo (Grimm hgmnorum vet. eccl. inlerpretalio s. 7 v. 48 = fragm. Iheot. 4, 25 ( 2 5, 25. Hench 7, 25) = zs. f. d. phil. 5, 391) die form sich vorfindet]? und Hartmann vom glauben, bei welchem z. 765 f. wahrscheinlich kinden: sinden (sint hs.) zu lesen? auch die Monseer fragmenle haben diese 'angelsächsische' form wohl nur auf die aulorilät des h. Pirminius hin für deutsch genommen. 16—19 vergleichung milLV, 18—23 lehrt, dass die zweite erklärung der vierten bitte weggelassen, dafür allo unsro licmiscün durufti verbreitert und ein zusalz beigefügt ist, der sich auf das liiutu der bitte bezieht: vgl. die von Eccard s. 17 angeführte stelle cum dicit 'hoilie' oslendit eura quotidie sumendum. völlig abweichend von LV sind die erklärungen der nächsten bitten gefasst. doch ist wenigstens bei der fünften und siebenten wahrscheinlich, dass der Verfasser nicht aus einer wesentlich verschiedenen quelle geschöpft, sondern auf eigene hand geändert habe: beiz. 21—24 daraus, dass der zweite begründende salz genau dasselbe sagt was der erste, bei z. 29—33 aus der unlogischen anreihung des zweiten satzes an den ersten durch eine causalparlikel und dem nachschleppenden un- verbundenen ondi lliar ff. z. 33. 17 gameinito] das einzige ga- in diesem denkmal. 18 lliiz gibel singan] darin hat man heidentum gewittert, die zu XLIII öfters angeführte expos. or. dorn, in der vorliegenden hs. l>l. I22 b beginnt Audile sermonem de oratione dominica. Quam si quis digne cantaverit usw. bl. 123 a quia qui non demitlit pro-514 ximo suo sine merito cantat in oratione domineca ut demiltatur ei a deo. Amalarius de caerem. bapl. bei Proben Ale. opp. 2, 523 a canlare ora- tionem domiuicam et symbolum. und dass dabei nicht einmal an reci- talivischen Vortrag gedaclU wird, ergibt ein ordo baptismalis X jh. bei Gerberl monum. 2, 7* sacerdos . . . silenler cantel symbolum — et ora- lionem domiuicam. 22 guodes] o aus e: vgl. zb. Olfr. 4, 20, 13 füer; 15 rüegen; 23, 14 ktielen; 35, 32 düeche; 37, 2 hüeten; weitere bei- spiele gibt PBenralh vocalschwankungen bei Olfrid s. 4. 30 lliero — mcgi] über diese construclion s. Schmeller Hei. 2, 170; JGrimm zu Andr. 28 s. 94. 34/". vgl. pseudo-lionif. sermo VI § 1 (p. 76 Giles) Haec (capilalia peccata) sunt quae mergunl homines in interitum et per- dilionem; pred. in unserer Weifsenb. hs. bl. 105 b Ante omnia aulem fugile crimmalia peccata quae mergunl hominem in supplicium aeternum; Pirmin. Melius bei Mabillon vet. anal. p. 67 a priueipalia vitia quae de- mergunt homines in interitum et perdilionem. 36—42 im Galalerbrief {s. den excurs) steht opera carnis. es haben hier ferner fornicatio und immuuditia ihre stellen gewechselt; impudicitia blieb weg wie im capilu- lare. an die stelle von comessationes sind adulleria. l'urta, für die plu- DENKMÄLER II. 22 338 LVI WEISSENBURGER CATKCIUSMUS rale inimiciliae. invidiac. ebrielates singulare eingetreten, mehrere beibehaltene plurale aber durch singulare übersetzt; umgekehrt luxuria durch firinlusti. obslinatus und anxius fehlen gleichfalls im Galalerbrief und im capitulare. man erwartet obslinatio und anxietas. der Verfasser übersetzt auch veneficia und homicidia z. 38. 41 mit eiltarghebon und man- slagon, welche nicht mit Graff 4, 122. 6, 774 für schwache feminina zu nehmen sind, als ob venefici und homicidae dastünde. 42 trunclai: vgl. ancldao gl. Cass. E\ 18; ahsloa gl. Ker. 120 = ahd. gl. 1, 139, 1; lachuai Basl. rec. LXII, 2, 6 varr. uier huara: daneben z. 37 liuar. das femininum weist Graff 4, 1011 aus gl. Ker. (121. 170.) Par. = ahd. gl. 1, 140, 11. 197, 13 nach, das wort steht neben ubarhuor wie mer- schaz (Ziemann aus Weslenrieder) neben Überschatz Schneller 3, 420. merleil mhd. wb. 2, 145 a belegt Weinhold alem. s. 255. 44 heilenton : 84. 105. 109. immer vor Christ und schwach: vgl. Schindlers gloss. sax. p. 53 b . zu z. 83 vgl. die anm. 46 ponlisgen] Mallh. 27, 2 Ponlio Pilalo praesidi geben die Monseer fragm. 21 (AI, 23 II), 26 und Tal. 192, 3 durch demo pontischin herizohin (gräven Tat.) Pllate. ebenso Tal. 13, 1 und das ags. symbolum bei Alafsm. nr. 14. vgl. Amalar. de caerem. bapt. I. c. p. 522 id est suh praeside Eilato qui de Ponti insula fuit; Nolkers calechismus LXXIX A, 40. 47 gisaz] das praeterilum anstatt des praesens ist vielleicht durch ein sedit im lateinischen veranlasst, doch ist auch ein Übersetzungsfehler möglich: vgl. zuz. 36—42; ferner z. 70 compellimur, ginölames; 72 a nullo, fona niuuuihtu; 82 quoque, gihuuellh. 49 quecchel] vor der folgenden zeile, der letzten dieses blalles, auf dem seilenrande ein zeichen, das die gestalt eines nach unten offenen halbkreises hat. wahrscheinlich also war hier ein glossen- zeichen, wovon gleich die rede sein wird, begonnen. atum: 109 ädume. sonst geisl. uuihan. uuiha: 109 uuilien. sonst heilag. ladhunga] offenbar hiezu in der mitte des unleren randes samanunga. davor ein öfters wiederkehrendes zeichen, das ich glossenzeichen nenne: ein nach unten offener halbkreis, durch dessen halbierungspunlcl von links unten 5L5 nach rechts oben ein feiner strich gezogen, wird es in einem zuge gemacht, so hängt das untere ende des Striches mit dem rechten ende des halbkreises zusammen, auch in der Frankfurter hs. der canones (ahd. gl. 2, 144—149) stehen die deutschen glossen am rande, mit häkchen auf den texl bezogen (Alafsmanns denkm. s. 83). zu vorliegender glosse vgl. gl. Par. s. 215 = ahd. gl. 1, 130, 27 Ecelesia, chirihha. evocatio, ladunga. vel colleetio, edo samanunga. 50 liih ist hier masculinum, z. 99 neulrum. 52 uuilit: z. 80 uuili. ersleres bei Otfrid und im capilular ausschliefslich; s. Kelle zs. 12, 137; LXVI, 2. 5. 7. 20. 53 ano ibu] Graff 1, 76. 1150. gramm. 3, 157 vgl. 150. 284/'. 2, 50. 988. das fem. iba wohl erst gefolgert aus dem scheinbaren dativ mit ibu. an vorliegender stelle ist ibu noch die conjunction. anders Küilde- brand über die condilionalsätze (Leipzig 1871) s. 6 ff. 56 thea | enuat: neben thea am rande eouuist mit dem glossenzeichen davor, aber durch einen hier öfter vorkommenden quer darüber hin gezogenen strich wird es auf die untere zeile hin verwiesen, gehört also offenbar zu LVI WEISSE.NBURGIiR CATECIIISMUS 339 cnuat. vgl. gl. Francof. ad can. {Maßmann denkm. s. 84 = ahd. gl. 2, 145, 4) substantia vel essentia, couuisli. auch Graff 1, 1059. 58 gotchundt: ebenso z. 91, aber golciiiidm'ssi z. 88. 64 neben ungimezzener, das allein auf einer zeile sieht, am rande das glossen- zeichen. 65 heilago von hier an släls, auch z. 7 6 lieilage. bis hierher assimilalion des ableitungsvocals an den ßexionsvocal: heilogo heilegeino beilegen heilegero. 70 ginotames] über e das glossenzeichen. 71 erdbo] ebenso zweimal z. 77. aber eilbo in den glossemen z. 72. 81. 85. 71 /'. farbiutit. edho liiuuerit. daneben am rande zwei glossenzeichen. vgl. gl. Ker. s. 19 = ahd. gl. 1, 27, 4. 9 velit, uuarit. probibil, furi- biulit . . . arcenlibus, pipeotantem. prohibentibus, piuuariantem. 73 der salz sun bis giboran ist nachträglich zwischen zwei Zeilen kleiner hineingeschrieben, daraus wird das hier ganz vereinzelte (vgl. zu z. 4. 29J üzzan begreiflich. 78 heiti] ebenso z. 93. aber z. 55. 56. 69 gomo- lieit gomaheit. kaum darf man aus -eimige und -gillclie auf ursprünglich rnasculines heit wie LXXVI, 26, bei 1s. und im alls. ags. schliefsen: vgl. Dietrich hisl. decl. p. 30; Sievers Talian s. 42. 81 vor edho farslande, das allein auf einer zeile steht, das glossenzeichen. 82 f. in- fleisenissa 'incorporalionem' Isid. 12 b , 1; vgl. ags. onflaascness. ausstächt in fleiscnisse (vgl. ags. ilaescness) — Christ zu schreiben, ergibt sich aus arm. zu z. 44. 85 vor edlio und auf dem rande je ein glossenzeichen. 86 uuerohlem: 98 giiäiem. vgl. Isid. 7*, 21 heidem. 91 /. neben der zeile in fleisg — gode der hs. ein glossenzeichen am rande. 93 Tholi 'nam : vgl. oh 'itaque' Is. 12 a , 5. 96 f. neben der zeile Tlianan — tote der hs. ein glossenzeichen am rande. 102 Guallichi] ebenso 104. 109. oben z. 58 diuiidha. 103 vor Be- tomes war erst das glossenzeichen an den rand gemacht, dann ist über 516 dieses zeichen hin pitteraes geschrieben, vgl. gl. Ker. s. 212 = ahd. gl. 1, 218, 6 f. Uro, petoni. peto, pittiu. 104 vor Thancomes das glossenzeichen am rande. 106 vor der zeile Suno — uueruldi der hs., offenbar zu liier gehörig, ihn mit rotem glossenzeichen davor am rande. die lateinischen texte, die ich gebe, sind der lextus receplus des symbolum aposlol. (Hahn bibliolhek der Symbole s. 10), eine nach dem deutschen vorgenommene modißcalion des symb. Quicunque bei Hahn s. 122 bis 125 und das gloria aus dem missale romanum. Admoriilio 'cap. eccl.' a. 789 c. 32 In coneilio Cartaginense. Primo omninni ut fides sanetae trinilatis et incarnalionis Christi, passionis et re- surreclionis et ascensionis in celos diligenter Omnibus praedicetur. c. 60 Primo omniuii), ut fides calholica ab episcopis, presbyleris diligenier legatur et omni pppulo praedicetur usw. c. 69 Ut episcopi — discutiant — praesbileros, eorum fidem baptisma et inissariim celebrationes, ut et iideni reetam teneant ... et dominicam orationem ipsi intellegant et omnihus praedicent intellegendam, ut quisque sciat quid petat a deo et ut 'gloria patri' cum omni honore apud omnes cantetur usw. c. 81 (von Primo omnium an auch bei PWigand das femgerichl Weslphalens s. 219. 220 als 'königliche Instruction für den gesandten in Sachsen gedruckt, was 22* 340 LVI WETSSESBURGER CA.TECHISMUS Waüz DVG. 3, 377 n. 5 [modificierl 3 2 , 484] 'ein eigentümliches aclen- sliick' nennt) Item cum omni diligentia cunclis praedicandum est pro quibus criminibus deputenlur cum diabulo in aeternum supplicium. Legimus enim aposlolo dicente (Gal. 5, 19—21) 'Manifesla autem sunt opera carnis quae sunt: fornicalio, inmunditia, [impudicitia Gal. 5, 19] luxoria, idolorum servitus, venificia, inimicitiae, contentiones, acmulationes, animositales, irae, rixae, dissensiones, haereses, seelae, invidiae, bomicidia, ebrietates, comes- sationes et bis similia: quae praedico vobis, sicut praedixi, quoniam qui talia agunt rcgnum dei non possidebunt'. Ideo baec eadem quae magnus praedicator aeclesiae dei singillalim nominavit cum omni studio probibele intellegentes quam sit terribile illud quod dixit 'Qui talia agunt, rcgnum dei non consequentur'. die vorhergehende stelle des capitels, in welcher die hauptpunkte des glaubens aufgezählt sind, über die gepredigt werden soll, ziehe ich nicht aus. welche glaubensformeln eigentlich gemeint seien, wird auch daraus nicht klar, und ergibt sich erst aus der Wiederholung der forderung in Frankfurt a. 794 c. 33 p. 74 lit fides calho- lica sanctae Irinitalis et oratio doniinica atque symbolum fidei Omnibus prae- dicetur et tradalur (die bedeulung von trado zeigt zb. exposilio vcl traditio symboli ordo scrul. bei Marlene 1, 88), wo die beziehung auf das sog. symb. Athanasianum, das auch in unserer hs. fides catholica genannt wird (101 varr.), und auf das sog. symb. apostolorum klar ist. diese beiden glaubensformeln, das paternosler und die hauplsünden nach der angäbe des Galalerbriefs sollten also gegenstände der predigt werden: in der Volkssprache natürlich, so erwuchs die nolwendigkeit, ihrer in sicherer Übertragung herr zxi werden: dem verdanken die vier ersten teile unseres 'calechismus' ihre enlstehung. über jeden zweifei erhebt diesen Zusammenhang die dem capilulare und dem calechismus gemeinschaftliche aus- lassung von impudicitia im Sündenverzeichnis, für den glauben war durch Übertragung der formein selbst alles nötige gegeben: aber das paternosler forderte erklärung des verborgenen sinnes jeder einzelnen bitte, der calechismus leistet dieses und noch mehr, wie auch die Verordnung 517 c. 69 über das gloria patri gemeint sein mag, von dem veranlasser oder dem Verfasser vorliegender Übersetzungen muss dieses mit unter die gegenstände der predigt gerechnet und — vielleicht kam dabei eine abschrifl der admonilio mit auslassung von patri zu hilfe — mit dem gloria in excelsis verivechselt sein: daher der fünfte beslandleil des calechismus. bald nach dem 23 märz 789 (zu welchem gewis die admonilio ebensowohl gehört wie das legalionis ediclum, Sickel acta Karolinorum 2, 267 unten) ist die ganze arbeit unternommen, ich finde nichts, was dieselbe von Weifsenburg, woher die hs. stammt, wegwiese; vgl. jetzt auch ASocin in den Slrafsburger Studien 1, 257—60. die wichtigsten Schwankungen der mundart, die zwischen an- und inlautendem d und t (gol. d) und die zwischen ua und uo, erörtert in diesem sinne die vorrede, über das an Isid. erinnernde db (nur einmal anlautend z. 103 dhir, niemals auslautend) und gb (z. 38. 45?) s. Weinhold alem. gramm. §§ 179. 181. 211. inlautendem tb (z. 2. 12. 14 ertbu, z. 21 quithit, z. 36. 91 -itba, z. 95 nilbar) vergleichen sich nächst einzelnem olfridischen wie LVI WlälSSENBÜRGER CATECHISMUS 341 dotlie lieitliin besonders die gl. Ker. s. Weinhold § 173 {wo Sg. 911 das 'SGaller credo', also dieselbe hs. bezeichnet), und diese, verglichen- mit der benedictinerregel und den denlimälem des benachbarten Reichenau, müssen ihrem Ursprünge nach von SGallen weg nach einer gegend, wo berührung zwischen alemannischem und fränkischem möglich war, also nach dem Elsass gesetzt werden [anders Eögel beilr. 9, 326 f.], oa, das z. 99 (s. varr.) geschrieben war, aber in ua verbessert wurde, ist zwar in den trad. Wizenb. nur aus nr. 252 a. 699 Cliroacus nachweisbar, aber aus anderen elsässischen Urkunden von Jacobi beitrage zur deutschen grammalik s. 113 bis a. 792 belegt und in den gl. Ker. sehr häufig: Weinhold § 68. her neben er erscheint nach Graff 1, 40 auch bei Otfrid 2, 7, 34 (öfter nur in der Freisinger hs. Kelle 2, 321). die substanliva auf -nissi schwanken wie im Talian zwischen neutrum und femininum, aber nur jenes, das bei Otfrid durchsieht, ist durch den artikel gesichert: dass aber auch dieses der mundart nicht fremd, beweist die Speierer hs. (ß) des fränkischen laufgelöbnisses. tiefer gehen die Schwankungen im worlgebrauch: davon geben die anmerkungen zu z. 4. 49. 58. 78. 102 beispiele. anderes wie das schwanken zwischen dem masculinum und dem neulrum lil) (gramm. 3, 397) könnte man bei einem, der auf der grenze zwischen alemannisch und fränkisch schreibt, begreiflich finden, vgl. auch zu 42; aber über das begreifliche unter der Voraussetzung eines Verfassers scheint die völlig abweichende Übersetzung der gemeinsamen parlien des apostolischen und des alhanasianischen symbolums (s. 45 — 49 und z. 94—97) hinauszugehen (giuufzzinöt: gimar- torot, hellju: helliiuiizze, gisaz: sizzit, quemendi: cumfltgSr, ardeilenne: suanarme, queccheni: lebente), und zwar steht das symbolum Aihanasia- num mit allen diesen abweichungen aufser der letztgenannten in Übereinstimmung mit dem Sangaller credo. aber andere Schwankungen innerhalb des Alhanasianum werden durch die annähme eines besonderen Verfassers für jedes symbolum nicht gehoben: und doch hat der jüngere Schreiber hier kaum etwas geändert, da ihm nach anm. zu z. 73 üzzau geläufig war und er detmoch üzzar beibehielt, muss man hier also jedes - falls der laune und Willkür des vielleicht unierbrochen und unaufmerksam arbeilenden Übersetzers, der ja zb. in einem alem das passivum z. 70 verfehlt und z. 71 ganz richtig ausdrückt, einiges zutrauen; so schwindet damit jede möglichkeit, mehrere Verfasser unseres calechismus zu erweisen, und es kommt gar nicht weiter in betracht, dass in der hs. sich vielleicht verschiedene hände unterscheiden lassen und dass gewisse abweichungen der äufseren einrichlung stattfinden, zb. nur im symb. Äthan, das Interpunktionszeichen l. die glossen, deren noch mehr ie-518 absichligl waren, sind, wenn auf edlm für erdho (s. zu 71) etwas zu geben ist, von einem anderen beigefügt und dazu an einigen stellen vielleicht die gl. Ker. benutzt [dagegen RKögel in Pauls grundriss 2, 1, 240]. 342 LVII SANGALLER PATERNOSTER UND CREDO LVII SANGALLER PATERNOSTER UND CREDO. Hs. 911 der sliftsbibliolhek zu SGallen, 323 s. 8° aus dem ende des VIII jh., enthält s. 4—289 das große glossar zur Übel (gl. Ker.), dann s. 291—323 zwei ursprünglich selbständige qualernionen, deren erste und letzte seile leer: s. 292 Incipit doclrinae fidos usw. bis s. 319; s. 319—322 unser denkmal. MFreher oralionis dominicae et symboli aposloiici alamanniea versio veluslissima (o. o.) 1609. 8 bl. klein 4°. IvArx geschickten des kanlons SGallen 1 (1810), 203. 204. berich- ligungen zu den geschickten d. k. SG. (1830) s. 35. 36. HHattemer denkmahle des mülelallers I (1844), 324. 325. ESleinmeyerzs. 17(1874), 448. PPiper zs. f. d. phil. 13 (1882), 452/'. 2 emezliic: zb kennt Weinhold alem. gramm. §§ 184. 187 sonst nur aus dem XIV. XV jh., obwohl bereits Grajf 5, 567 auch gl. Ib. kikozhenlihemo (Nyer. s. 206) nachwies, dazu kommen gl. Ker. 7 = ahd. gl. 1, 7, 34 zheondi, 19 = ahd. gl. 1, 27, 22 uuizhotprot, 69 = akd. gl. 1, 83, 12 (cacuinen) inhazh, gl. Ra. 166 = ahd. gl. 1, 57, 26 zhilaufit. für gl. Jun. ist eine neue vergleichung abzuwarten [sie ergab ahd. gl. 1, 279, 56 kizozhanliliemu, verderbt aus kicozzanlihemu des Reichenauer codex], aber in den übrigen fällen ist der fehler klar: zui- liondi, uuizothprot» linach, zililaufil. darnach ist hier gebessert. 3 oblaz. oblazcm: vgl. distiluerunt, oblipun gl. Ker. 97. Ra. 203 = ahd. gl. 1, 113, 24; abacta, obkidanemu gl. Ker. 36 = ahd. gl. 1, 47, 32. oli, eine bei Weinhold fehlende und, so viel ich weifs, nur an den angeführten stellen vorkommende form, gekört zu ahd. aba ab-, nicht zu oba U7id ist wie gol. alls. af ags. of von weilerer bedeutung und steht in engerer composilion mit dem verbum als jenes, gl. Par. 203 = akd. gl. 1, 112, 24 opalipum ist ein fehler und zeigt, icie früh die par- likel aufser gebrauck kam. unseero hs.: ee nahm Scherer für verlesen aus cc das ist a. vgl. voc. SGalli 194 (nr. 264 Henn.) geeil, gl. Ker. 269 = ahd. gl. 1, 258, 11 decge, für gail ilage. 7 euuikeru] 'nalus ex Maria semp er virgine'. dieser zusalz, an sich ganz gewöhnlich, ist in den älteren symbolis nicht häufig. RvRaumer einw. «.51 hat bemerkt, dass Hin in Hahns bibliolhek der symbole (Breslau 1842) nur das pelagianische (und, wie hinzuzusetzen ist, das des Pelagianers Julianus von Eclanum s. 200—202) kennt, aber jenes semper erscheint auch im cap. eccl. 789 c. 81 (nicht in dessen Wiederholung in den capil. Rodulß archiep. Biluric. c. 1 bei lialuze miscell. ed. Mansi 2, 105), in pseudo-Bonif. sermo XIV § 2 p. 103 Giles, in einem 'sermo de fide' des o. rom. Hillorp p. 103 und in Theodulß de ord. bapl. Über ad Magnum Senon. c. 7, bibl. Lugd. 14, 10, an welchen stellen dasselbe enthaltende symbola vorausgesetzt werden; dann in den glaubensbekennl- nissen der Friauler synode a. 796 (SPaulini opp. ed. Madrisi p. 71 e; TMbbe 7, 1001) und des h.' Benedict von Aniane (Baluze misc. ed. Mansi 2, 98 b ), sowie in der von Marlene de ant. eccl. ril. 1, 162—164 veröffentlichten, nach den warten el verum dei filium non factum adop- LVII SANGALLER PATERNOSTER UND CREDO 343 tivum zu schliefsen, jenen gleichzeitigen formet; endlich in der 'professio Adalberli fuluri episcopi Morinensis' (Labbe 8, 1884) sogar: qui se- cundura apostolicum symbolum de semper virgine Maria . . . natus. der dem SGaller credo zu gründe liegende lateinische lexl war auch sonst dem symb. aposl. des texlus receplus nicht völlig gleich: in der Überschrift ist credo in deo erhalten und aus z. 8 ist in interna, aus 519 z. 9 in caelos, aus s. 10 inde venturus est zu vermuten, alles dies findet sich in dem symb. eccl. Aquilej. bei [Jahn s. 30. 31. für sub Ponlio kenne ich keine Variante: der sehr ungeschickte Übersetzer nahm es für sub potenlia. 9 slebic] vgl. Weinhold § 232, auch Jacobi beilr. s. 123, zGDS. 30 = 2 46, RKögel über das keronische glossar s. 11 (umbr. und allpers. ähnliches), steht ebenso i? gl. Par. 175 = ahd. gl. 1, 7 0, 4 (Kögel aao. s. 23) cclsa, baiobi; benediclinerregel s. 57 piheialt; IV, 3, 1 deiob. letztere iverden indes am natürlichsten aus einem schwanken zwischen beall und hiall, deob und diob erklärt. 10 cbuüftic] vgl. gl. Hrab. 970 b = ahd. gl. 1, 219, 13 üfqhuumft. 12 urslödal! ■aslulia, sollerlia Graff 6, 654. zu der bedeutung 'resurrectio' kam es wohl nur durch diesen Übersetzer. Die vorliegenden Übersetzungen folgen mit wenigen ausnahmen dem lateinischen texte von wort zu wort, dabei fehlt es nicht an misver- sländnissen. crealorem (es stand vielleicht cieaturem) wird für creaturam genommen, pmiüo für potentia, peccatorum z. 11 von peccator abgeleitet. uuihi z. 1 betrachtet Graff 1, 722 als adjecliv. aber wenn auch das Vorhandensein dieser form durch sanotus, uuihi gl. Ker. 56 = ahd. gl. 1, 69, 28 hinlänglich gesichert würde, so bliebe doch der accusaliv namun dinan unerklärt, darum halle ich uuibi für den imperativ von uulhjan, gleich sanctifica, verlesen aus sanclificet: vgl. über ähnliche buch- stabenverwechselungen in den gl. Ker. Hallemer 1, 134. diese arbeil hat also mit den älteren alemannischen Übersetzungen — dass sie nach SGallen selbst gehöre, lässt sich nicht sicher behaupten (vgl. exe. zu LV1) — den character äufsersler Unwissenheit oder doch flüchtigkeil und völliger unbekümmertheil um den sinn gemein, die spräche ist älter als in der Übersetzung der benediclinerregel. dennoch können diese cale- chelischen stücke nicht aller als 789 sein (vgl. zu LV. LVI und RHenning über die sanclgallischen Sprachdenkmäler s. 149—153): bei werken, die einem praclischen bedürfnis ihre enlslehung verdanken, ist der nach- weis, wann dieses bedürfnis eingetreten, für die beslimmung ihres allers entscheidend, dieser nachweis lässt sich aber auch für die benediclinerregel geben, die ann. Flavin. datieren von 802 monaeborum iura, und 'cap. exam. gen.' 801/802 c. ]0 p. 107 heifst es: vos aulem abbates inlerrogo, si regulam scilis vel intellegitis, et qui sub regiminc veslro sunt . . . quanli illorum regulam sciant aut intellegant. und cap. exe. 802 c. 33 p. 100 ul abbates reguläres et monachi regulam intelligant et seeundum regulam vivanl (dasselbe c. 35 von den äblissinnen und nonnen), 'admon. gen.' p. 102, 51 monachi regulam memoriter teneant et fir- miter custodianl. es muss also die Übersetzung der reg. jünger als 802 344 LVIl SANGALLER PATERNOSTER UND CREDO sein (vgl. RHenning aao. s. 153—156). dass dabei der angebliche Kero nichl irren darf, ergibt sich aus einer bemerkung Lachmanns (über das Hildebrandslied s. 155, wo er von einer vierten hand im E. spricht), deren richligkeil eine aufmerksame belrachtung der orthographischen verschiedenheilen sofort aufser zweifei stellt, vgl. auch Lachmann bei Hoffmann ahd. gl. § 68 s. xxxiv [und meine die bisherige forschung zusammenfassenden arlikel ADli. 15, 649. prot. realencycl. 27, 646, sowie SSinger anz. 10, 278 f.], paläographische gründe können aber bei genaueren datierungen überhaupt nichts und hier umsoweniger etwas entscheiden, als von einer anzufertigenden Übersetzung der benediclinerregel der nalur der sache nach auch gegolten haben wird, was Karl der grofse 'cap. eccl.' a. 789 c. 71 vorschreibt: et si opus est evangelium psalle- rium et missale scribere, perfectae aetatis liomines scribant cum omni 520 diligentia. es liegt mithin zwischen unserem palernoster und credo und der interiinearversion der benediclinerregel eine zeit von mindestens 13 jähren, welche die differenz der spräche hinlänglich erklärt, zugleich zeigt sich, dass wir die Verdeutschung des grofsen bibelglossars in den gl. Ker. Par. Ra. nicht weiter als in die frühere regierungszeit Karls des grofsen hinaufzurücken brauchen, dem gegenüber halle RKögel über das keronische glossar s. xlviii die enlslehung von Par. für das jähr 740 angenommen; mit recht aber zog er diese hypolhese beilr. 9, 357 anm. zurück, die encyclica de litteris colendis setzen ihre herausgeber in das jähr 787 : man könnte vielleicht sechs jähre weiter hinaufgehen und sie mit den berufungen von 781 combinieren. LV11I FRÄNKISCHES GEBET. Cod. lat. 14468, Rat. SEmm. 468 (olim E. 91) der k. bibliothek in München, 112 bl. 4°, im jähre 821 auf befehl des bischofs Dalurich von Regensburg geschrieben, wie er selbst auf bl. V notiert: Hoc Volumen ut fierel ej;o Baluricus scribere iussi. episcopus pro diuino amore et re- medio animae meae anno domini DGCCXXI. et quinto ordinalionis meae. die hs. beginnt: Gennadius Massiliensis episcopus de lide disputans inter cetera dixil. Oedimus unum esse deum usw. darauf folgt bis 27" grösten- teils kanonisches, bl. 36 b —88" auf die sache des Elipandus bezügliche actenslücke. das jüngste, was überhaupt aufnähme gefunden hat, ist das glaubensueltennlnis des Friauler concils a. 796 (vgl. Madrisi SPau- lini opp. diss. 2) bl. 27 b —30 b , wenn nicht vielleicht die Zusammenstellung von Zeugnissen de oblationibus vel eleemosynis pro defunetis 6/. 25" bis 27° mit bezug auf die baierische provincialsynode von 805 gemacht ist (s. zu L1V s. 501). nach De quaestiuneulis s. Auguslini (so. opp. s. Aug. 6, 487) bl. 88"—94" sieben leere seilen, auf bl. 98" bis zum schluss die admonüio und das legalionis ediclum des Jahres 789. unmittelbar nach dem datum der ersteren bl. 110" von derselben hand LVI1I FRÄNKISCHES GEBET 345 und als ob es dazu gehörte das vorliegende gebet. BJDocen einige denkmäler (1825)*. 7. GHPerlz MG. LL. 1 (1835), 67 n. h (Alio- retius capilularia regum Francorum 1 (1883), 224). HFMafsmann abschw. (1839) nr. 62. KRoth denkm. (1840) s. 6. die worlablei- lung der hs. gieng mehrmals fehl. Daraus, dass vorliegendes gebet am Schlüsse der admonitio 'cap. eccl.' 789 überliefert ist, folgert Roth s. vi, es sei vermutlich bei eben dieser gelegenheil abgefassl worden, richtiger wird man annehmen, es sei ganz zufällig in die vorläge der hs. eingetragen und von dem Schreiber der letzteren milabgeschrieben worden, aber nicht gelreu: weder hinsichtlich der mundarl, der ga-, galau p un, gasun l i schwerlich gemäfs war, noch dem Wortlaute nach, das lateinische ist Märlich aus dem deutschen übersetzt (RvUautner einwirkung s. 50), weist jedoch auf einen anderen deutschen text hin als den uns erhaltenen, rehtan uuilleon wird durch honain voluntatem gegeben; das müsle aber deutsch guodan uuilleon heifsen. andererseits ist guodan ein wenig passendes epilhelon zu galaupun, vielmehr rehtan (reclam fidam) das eigentlich bezeichnende. 521 man darf also annehmen, dass im ursprünglichen texte stand indi rehtan galaupun, tbiiia niinna indi guodan uuilleon, dass die willkür des Schreibers die beiden epilhela verlauschte und auch im lateinischen das erste richtig änderte, aber unaufmerksam das zweite unverändert lie/'s. nun ergibt mit einer kleinen, nicht durchaus notwendigen, aber doch wahrscheinlichen einschiebung trulitin god, ihn mir hilp indi thü for^ip mir eine allülerierende, Aeili indi gasunli indi tbfna guodün /midi eine zugleich allitlerierende und gereimte richtig gemessene langzeile. es ergeben ferner rehlan galaupun und indi guodan uuilleon je eine halbzeile. wörtlich gleich die erste der z. 12 b (bis auf das durch den abweichenden dialekt bedingte genus von galaupo galaupa), die zweite der z. 13" des Wessobrunner gebeles. die Vermutung wird also nicht zu kühn sein, dass die z. 12. 13 des Wessobr. geb. aus demselben poetischen gebete genommen seien, dessen Überreste uns hier zum teil in prosa aufgelöst vorliegen, und dass sie an dieser stelle das echte erhallen haben, durch diese annähme wird tlilna minna entfernt und gauuilzi schöner und an besserer stelle durch uuistom enli spähida ersetzt: dann besteht auch jedes glied der rede entweder aus einem mit einem epilhelon versehenen worle oder aus zweien durch indi verbundenen synonymen, ist, wie ich glaube, der fränkische dialekt für das ganze stück der ursprüngliche, so muss das masc. galau ho beibehalten, dann aber zur herstellung des reims für den accus, nach in der daliv gesetzt werden; und das gebet bekommt folgende gestall: Truluin god, thü mir hilp indi llni forgip mir in ihinem ginadöm rehtan gilauhou indi guodan uuilleon, uuisdöm indi spähida, heilt indi gisundi indi thina guodim huldi. 346 LIX DE VOCATIONE GENTIUM L1X DE VOCATIONE GENTIUM. Bruchstücke einer foliohs. des Wjh. in der k. k. hofbibliolheli zu Wien, aus Monseer büchereinbänden des XV jh. losgelöst; sign. 3093* olim N. s. n. sie enthielt das ev. Mallh. und unmittelbar darnach den vorliegenden traclat, ferner — ungewis an welcher stelle — den Isidorus de naliv. dorn, (von einem besonderen Schreiber — aber nach Hench s. x. xxi. xxiv rührt der ganze codex von einer hand her —) und die auguslinische predigt LX, der noch ein anderes unbekanntes stück vorhergieng s. 525. auf der rückseile eines jeden blattes stand lateinischer lext, auf der gegenüberstehenden Vorderseite des folgenden blattes die Verdeutschung desselben. SlEndlicher und II Uo ff mann fragmenla theotisca versionis auliquissimae ecangelii s. Malthaei et aliquot liomi- liarum, Vindobonae 1834, (E) s. 3ü—48. angezeigt von Haupt in den Wiener Jahrbüchern bd. 07. Sonderabdruck, Wien 1834, 24 s. edilio secunda cur. JFMafsmann, Viennae 1841, (M) s. 14—17. 6AHench the Monsee fragmenls, Strafsburg 1890, (II) s. 40—49. 81—8G. bei der aufnähme von ergänzungen in den texl leitete mich der grundsalz, in der regel nur die in der hs. vorßndlichen spuren zu vervollständigen, wo es mit einiger sicherheil geschehen konnte, dagegen worle, die in der hs. ganz feilten, unergänzl zu lassen, auch wo über die wähl kein zweifei war, dafür aber die entsprechenden lateinischen durch kleinere schrifl zu unlersclieiden. unüberselzles ist natürlich nicht kleiner gedruckt, seine s. xxi /'. aufgestellte Vermutung, dass der traclat reste zweier verschiedener homilien (1 — 3 und 4) enthalte, hat II selbst zur genüge widerlegt. 522 1 lateinisch, nach jetziger bezeichnung fol. xix b , rückseile des Schlusses vom Matthäus und der unten anzuführenden subscriplion desselben, die ergänzung der bei M aus E beibehaltenen lücken ist durch seither hinzugefundene streifen möglich geworden. 5. 6 1 Cor. 14, 11. 1 deutsch, das blall [fol. xx] fragm. xvn E, xxiv M, xxvi H war in Wien nicht aufzufinden und muss nach einer gütigen milteilung des herrn Joseph Haupt schon seil jähren fehlen. 2 lal. aus dem zu 1 d. angegebenen gründe nach den ausgaben, die hier nur in den ergänzungen von einander abweichen: 3 f. in habilon et E. 4 creato E. 6/'. 3 reg. S, 39. 8 f. prov. 15, 3. 10—12 Hebr. 4, 12. 2 d. [fol. xxi"] fr. xviii E, xxv M, xxvn // folgte in der hs. unmittelbar auf das erhaltene vorhergehende, dies deutet der lext durch einen Stern, dagegen den verlusl eines oder mehrerer biälter durch drei Sterne an. das vorliegende blall ist durch reagens verdorben und gröslen- leils unleserlich, dalier man sich auch hier im wesentlichen auf die ausgaben angewiesen findet. [3 das von mir vermutete neulr. gimang 'häufe' ist sonst nur alls. ags. und md. nachgewiesen, passt aber vortrefflich in den Zusammenhang und den räum, bei einem oberdeutsch unbekannten worle lässl sich die beibehallung der vorsalzsilbe gi leicht begreifen.] UX DE VOCATIONE GENTIUM 347 3 lal. [fol. xxi b j. 1 fysalm 7, 10. 2 f. psalm 116, 1. 4 psalm 46, 2. 5 /'. psoim 65, 4. 9 . 4 steht . . omnes gentes in eorum.....| . . e dio . . poluisseot magna 1 . . ., v. 6 fönguam suam, 9 et iiuleam, 10 et egyptum. 4 tat. z. 1—20 fehlt, wurde aus Galal. 3, 26. 27, flow. 5, 5, 1 Cor. 13, 4—6 und aus Greg. M. moralia in Job l. x c. 6 ed. Maur. ergänzt, aus dem letzteren werke ist die ganze stelle z. 11 Patiens — z. 31 bilarescit entnommen. 4 d. z. 1—21 geröl [fol. xxm'J fr. xx E, wo auch ein facsimile davon, xxvn M, xxix H. 3 ga:: eridont hs.] von gauucrida könnte ein schwv. gauueridön wohl gebildet sein (gramm. 2, 249), würde aber, weil gauuerida 'veslilura' bedeutet, nicht 'anziehen' sondern 'bekleiden' heifsen. da hierzu noch die incongruenz des lempus mit dem lal. kommt, so lag es nahe, ein misverslandnis des baierischen abschreiben anzunehmen und die isidorische form der 3 plur.praet. von gauuerjan (induere lb.s. 208, Rd. Graff 1, 92S = ahd. gl. 1, 281, 5) in den lext zu setzen. 13 äbulgi] vgl. I. sal. LXV, 39 zuijäri. 18 neo 'nee' 27. 29. LX, 2, 30. 4 lal. z. 21—40 sanclus [fol. xxm b ]. 33. 34 Mallh. 22, 37. 35 f. Mallh. 22, 39. 38 — 40 Eph. 4, 5. 4 d. z. 21 Ni — z. 38 [fol. xxiv a ] fr. xxi E, xxvm M, xxx H, vgl. Wackernagels lesebuch 1839 sp. 50. 52. 4 lal. z. 40 propheta bis zu ende [fol. xxiv 1 ']. 41—46 Malach. 1, 10. 11. 49—55 acl. 13,46—48. 4 d. z. 40—56 [fol. xxv a J fr. xxu E, xxix M, xxxi //. 43 osl ohne weitere ableilung ahd. sonst nur in composilis: Graff 1, 498. ad orientem, hoslhalbun Mainzer gl. Diul. 2, 285 = ahd. gl. 1, 715, 40. ags. eist, gramm. 3, 207. 57 auf der rückseile dieses bialles steht: (Mallh. 23, 37) 'llierusalera hierusalen) quae oeeidis prophetas et lapidas eos qui ad te missi sunt. Quolions volui congregare filios luos quem- odmodum gallina congregat pullos suos sub alas et noluisli. Ecce relin- qnetur \o\ris domus vestra deserta.' Huius quoque primus pastor aecc/e- siae Petrus apostolus verlii testis exlitit ttteens (acl. 10, 34. 35) 'In veri- tate conperi quia non est personarum aeeeptor deus, sed in omni gente qni limet cum et operalur iuslitiam acceplus est Uli'. Ncc non et cen- tun'o de gentibus fuit de quo ipse dominus ail (Mallh. 8, 10) 'Amen dico vobis, non inveni tanlam fidem in Israbel'. De isto autem centurione Agustinus ubi de boc verbo domini cxponil (Aug. serm. LX11 ed. Maur., Paris 1683, 5, 359) Tropter laudatam cenlurionis fidem' inquid 'dico vobis (dicobis hs.): Multi ab Oriente et occidenle venient (ueuenient hs.), non omnes sed multi, tarnen ipsi ab Oriente et occldenle venient; Istis 348 L1X DE VOCATIONE GENTIUM duabus parlibus lotus orbis designalur. Et hü qüidem du bis duabus par- libus venienles, domino adtestanle, Recumbent cum Abraham, et Isaac et Iacob in regno caelorum. Adtewdite ergo fraires hoc * on * 524 LX S. AUGUSTINI SERMO LXXV1. Über die hs., deren bruchslücke hier nicht gezählt sind, und die ausgaben s. zu L1X. 1 lat. z. 1—10 fehlt hs., ist aus Aug. opp. ed. Maur., Paris 1683, 5, 416 schon von E ergänzt. 1 deutsch z. 1 —11 guedantemo ist bei E fälschlich mit dem folgenden (z. 11 —16) zu einem fragmenl, dem xxv vereinigt, vervollständigt von Haupt aao. s. 23 /'. bei M (fr. xxxm) sind die falschen zeilennummern, 1 —17 statt 14—30, stehen geblieben. H xxxvn. über z. 1—13 dieses blalles s. 525. 5 christanheiti chiribhun] vgl. 2, 10. christanheit bedeutet hier nicht 'ecclesia' sondern 'chrislianüas', vgl. Isid. 21 b , 12 ecclesia, dhera xpistinheidi chiriihha; 2l\ 5 Christi fidein, xpi- stinheidi ehilaupnissa. 7 promptissimus liann nur durch meist oder baz- zist, bezzist gagarauuiter ausgedrückt werden und man dürfte batasat als entstellung aus batst betst ansehen, wenn sonst spuren ursprünglich niederdeutscher abfassung sich zeigten, vgl. Haupt s. 23, aber auch d. wb. 1, 1158/'. 9 enli — antuurtente: eine fehlerhafte wiedergäbe der parlicipialconslruclion, die den ganzen salz in Verwirrung bringt. 1 lat. z. 11—28 rückseile des vorigen blalles. ich habe von einer bezeichnung des ergänzten hier abgesehen. 1 d. z. 11—28 fr. xxv, 18—26 E, xxxiv M, xxxvm H. 2 lat. z. 1—20 coepit fehlt hs., ist aus der Maur. ausg. ergänzt. 2 d. 2. 1—20 gangan fr. xxvi E, xxxv M, xxxix H. 20 gungida 'eine nachbildung von cunclatio' meint Graff 4, 218. ohne zweifei steht das worl in ablaulverhältnis zu gingo ('intentio. voluntas' gl. Aug. Germ. 8, 13 = ahd. gl. 2, 247, 56. vgl. Graff 4, 218) und gangan. GDS 688. 2 lat. z. 20 Potuit — 41 rückseile von 2, 1—20 deutsch. 2 d. z. 20 il/ahta — 41 fr. xxvn E, xxxvi M, wo auch ein facsi- mile, xl H. 525 Dem ersten fragmenle der predigt des heiligen Augustinus geht in der hs. folgendes vorher [E s. xi, M s. v, H xu): um ......bind . odo haltames. D........ truhtin . g . . . . nem . saligom . enti . du . sel&o wuillasam gafolges; . . . az . nu filu . sprehliannes.....enti uu . . unmeini ma^ad. so nianac sames. ga . . . . s. angefus. 5 botascaf huuarL enti in ira uuamba i.....üs. quam almahtic gol. Enti deor nun snn. unseron truhtin selbun. xp«/i : : anlotan. in got lih hin. fater simples, uneset LX S. AUGÜSTIM SERMO LXXVI 349 liittenle . i . . . &e . daz . diu siin . taufi . armhercin . cnli gnada u . , . unsih . siin simples . daz . ir . uuoncnü . sa 10 mant . mit goto . fater . uns forgebe . so er allem . galieaz dem inan . . . ent . enti minneont . eo uuesanlas lip . in sinemo rilihe . mit imo . samant . in uueralteo. uueralt. AmeN; 1 um&t H. chind? 2 got? b. 1, 74) durc/i sper, wodurch sonst calapulla aMem übertragen wird: Grajf 6, 355. ßj'e von Doccn s. 20, Mafsmann s. 54 und RvRaumer einw. s. 78 Über wnser denkmal ausgesprochenen ansichlen — eine 'dictierübung zum geschwindschreiben nennt vRaumer diese 'unzusammenhängenden lateinischen zeilen mit deutscher Übersetzung' — zu widerlegen, genügt die aufslellung eines besseren lateinischen lextes. ich kenne von demselben noch fünf Handschriften: die berühmte Cambridger (Gg. 5. 35. XI jh. hl. 388 b ) bei Giles anecdola Hcdae, Lanfranci et aliorum, London 1850, s. 46. 47, woraus ich die Überschrift entnahm; eine Pariser bei Kopp palaeogr. crit. 1, 309, der den h. Eligius für den Verfasser hält; eine Iieichenauer und eine Darmstädter, jetzt Kölner bei Mone lal. Hymnen nr. 269; endlich eine späte Wiener (Denis l, 3, 2931). auf die drei letzleren und die Tegernseer hs. hat Mone seinen lexl gegründet, den ich mit geringen änderungen wiederhole. suffragator, Sande salor, legum lator, iure pollens nunc in c.lhra 5 a quo creta quae apluslra quandn eclox cuius mimen simul soluni, iü prece posco Caeliarce ei piada trade telra quae eapesso 15 in hoc sexu Christi umho sit, ut alro mox sugmenlo Paler, parma 530 2« arce hoslis, inio co nie tunc deineeps calapulla Alma lulrix 25 l'ulci manus corde reo Christo theo, dicam deo die Tegernseer hs. liest 6 aplaustra: flostra 9 celum 15 carnis nexu (16.17 Mone vermutet Christo . . D'" largus dalor: es qui polcns firnia petra: cuncla frela verrunt lluslra, currit velox: crevit lunieii, supra pol um! prout nosco. Christe, parce dira iacla tua cetra, et faeesso sarci nexu. meo lumbo cedat lalro fraudulento. proeul arma ul c costis, sinn sordc, trux et aneeps cedat niulia. atque nulrix, mi, ul sanus prout queo qui esl leo, grates meo. 11 sis) caeliarche 1 8 fehlt I.XI CARMEN AD DKUM 355 Teg. 20 uti collis 21 immo 25 me 28 meo hat nur die Cambridger hs., alle übrigen haben geo und lassen darauf noch einen vers folgen: Sicque ab eo (oder Sicque beo) nie ab eo. darüber vgl. Dumeril zu der stelle (poesies populaires lal. 1843 s. 156). Für den Verfasser unseres gedicktes hält Mone einen Angelsachsen und dafür lässl sich in der tat die beinahe durchstehende allitleralion anführen (vgl. JGrimm altd. w. 1, 128; Wackernagel lilleralurgesch. § 30 n. 4), auch wohl die einmischung griechischer werte (Wrighl essay on the State of lileralure and learning under the Anglosaxons s. 43), weniger dass mehrere der darin enthaltenen seltenen worte in dem Epinaler ags. glossar Mone ans. 7, 134 ff. = HSweel oldesl engiish lexls 1885 s. 36/7'. sich wiederfinden (aplustra 14, celox 236, (luslra 258, petra 660, suffragalor 784, irux 829). wie dem auch sei, fest steht die unhaltbarkeit der oben erwähnten behauplungen über diesen hymnus. dagegen ist nicht zu läugnen, dass er in der Tegernseer auf- zeichnung dem Schulunterrichte dienen sollte, schon Rockinger hat erkannt, dass die ganze hs. ein -für den Unterricht in kloslerschulen bestimmtes compendium' ist. und die Unterbrechung des lateinischen textes durch die eingestreute deutsche Übersetzung in vorliegendem stücke erklärt sich am einfachsten durch die annähme, derselbe sei hier zur bequem- lichkeit des lehrers so eingerichtet worden, wie er ihn zu gebrauchen halle, dh. wie er ihn in kleinere worlgruppen gesondert den schillern zum übersetzen vorzusagen halle, die Verwendung lateinischer, natürlich geistlicher, gedickte zum Schulunterrichte ist auch im IX jk. nicht ohne analogie. die carmina diversa ad docendum Iheodiscam linguam in dem bekannten Reichenauer büchervalalog bei Neugarl (ob sie auch in dem Murbacher zu Genf vorkommen, erfahren wir aus Perlz archiv 7, 1018. 8, 257 nicht; vgl. ESievers Murbacher hymnen s. 4 anm. 2 und nachtrage) dürften weder deutsche gedichle noch zu einem eigentlichen unterrichte im deutschen bestimmt gewesen sein; doch konnte wohl der Unterricht im übersetzen aus dem lateinischen ins deutsche docerc linguam Iheodiscam genannt werden; so dass jene angäbe nichts anderes meint als was uns in der Murbacher inlerlinearversion lateinischer hymnen vorliegt, sogar dass diese selbst darunter zu verstehen sei, wäre bei der nahen Verbindung zwischen Reichenau und Murbach (Germ. 1, 473) und bei der Übereinstimmung ihrer spräche mit der zeit, in welcher jene carmina zur Reichenauer bibliolhek neu hinzukamen (821—842), nicht unmöglich, schon Rockinger hat bemerkt, dass auch nach Reichenau oder nach Fulda die wenigen spuren führen, die von der heimal der Tegernseer hs. zu finden sind [diese spuren sind höchst fragwürdiger nalur, vgl. auch Zeumer aao.]. dazu macht Bummler zs. für die österreichischen gymnasien 1864 s. 359 f. bestimmtere beziehungen auf Passau gellend und vermutet als den aulor dieses lehrbuches jenen Ermenrich, der von 864 bis 87 5 bischof von Passau war und 'von seinem auf- enthalle in Reichenau und SGallen her unsere lesestücke mitgebraciu haben könnte'; vgl. jetzt auch Wallenbach Deutschlands geschichlsquellen 531 zweite ausgäbe s. 192 = 5 1, 272/'. hierdurch wird das büchlein in 23* 356 LXI r.AHMHN AI) DISUM die geistige genealogie Hrabau-YValalrfrid eingeordnet, denen beiden ähnliche Verwendung des deutschen zu lehrzwecken nicht fremd war, vgl. zu LI. LXI1I. was Ermenrich an dem vorliegenden stücke anzog, das mag die von Dümmler sangallische denkmale s. 248 bemerkte 'Vorliebe für das anbringen griechischer vocabeln, die er wahrscheinlich seinem lehrer Walahfrid verdankte' erklären. LXI1 BASLER RECEPTE. Hs. F. III. 15° der Basler Universitätsbibliothek aus dem museum des sei. Remigius Fäsch (•(• 1667) herrührend, 'litteris scolicis exaralus est (codex) sub fmem seculi seplimi vel inilio oclavi' Hoffmann, 'mit ags. buchstaben des VIII jh. geschrieben' Wackernagel. enthält das buch des Md. Ilispal. de ordine crealurarum, unvollständig: es fehlt Ms in die mitte des 15 cap. drei andere aber gleichzeitige hände (z. 1, 1—6. 7—19. 2, 1—6) haben den freien räum auf bl. 17" benutzt, um die vorliegenden receple aufzuzeichnen. HHoffmann vindemia basileensis (Basileae 1834), 2 bl. 8°. WWackernagel die altdeutschen hand- schriflen der Basier Universitätsbibliothek (1836) s. 8. Kilo/mann Münchner Sitzungsberichte 1870 1, 524—526. Pl'iper die älteste deutsehe lilteralur (Bertin und Stuttgart o. j.) s. 137 anm. die Interpunktion der hs., im zweiten recept nach jedem worle eintretend, habe ich nicht berücksichtigt. 1, 2. 8 antor, antar: dies offenbar die älteste form, Gra/f 1, 834; mhd. wb. 1, 37; Lexer 1, 57, und daraus anilorn erst durch umdeulung gewonnen, daher nicht mit Hofmann hier anilorn zu bessern. 6 der salz in nodos siel gehört offenbar, wie der deutsche lexl dieses ersten receptes zeigt (z. 10), in die z. 2 nach antor. 7 uuizza] uueibha: zur erklärung des fehlers darf man gewis nicht das h-ähnliche z, drei Jahrhunderte vor seinem auftreten, herbeiziehen. 12 uuarle] davon der geniliv getanes abhängig, sonst nur uuarlen fona 'sich vor etwas hüten nachgewiesen, Graff 1, 950; Sievers Talian s. 472. Hofmann schlägt vasle vor, das aber sonst ahd. und mhd. nur absolut gebraucht wird. 15 will man die ungeschickte rede des Verfassers, die auch sonst mancher nachhilfe bedürfte (wie zu den ersten salzen subjeel und verbum, ju 10 geoze, läze das subj. man fehlt), schöner und logischer machen, so kann man mit Hofmann schreiben ni eino ni si in tag, ni in naht eino ni slaffe. 17 zu piuuartan ist aus 16 imo das objeel 'ihn zu entnehmen. d6 ist natürlich wie in 2, 5 gleich doe tuoe, uias Hofmann enlgieng. zu ergänzen 'und gebrauche dies e flas che so lange sie reicht'. 18 ipu iz noh tlanne I'Ähe] in vor iz zu ergänzen, fällt einem leicht ein, aber absoluter gebrauch wäre möglich: 'wenn ein neuer anfall erfolgt'. 2, 1 Iiroz 'schleim Graff 2, 559. aostorscäia: Graff 4, 1251; Lachmann zu Nib. s. 220. 350. 2 uuaif nur hier belegt wird 'binde, I.XII BASLER RECEPTE 357 läppen, wisch' bedeuten; vgl. gramm. 2, 13. gol. veipan Gretpavovv, vaips und vipja Ori(pavoq, (von dornen Marc. 15, 17. Joh. 19, 2. 5), langob. baier. uutffa 'signum quod propter defensionem (ate scheuche und Merkzeichen) ponitur' (Graff 1, 784; RA. 941; IFaüs DVG. 4, 441 = 2 517), weiffeil bei Schneller baier. wb. 4, 35, ndd. wlp tw'scft von stroh oder lumpen: strövvip, schüerwip (Urem. wb. 5, 269. rond. m>6. 5, 736\532 Schulze holst, idiot. 4, 360; auch schwach: sustu mick an vor ein slro- wipen (: pipen) sagt Hans zu Aleke in GRollenhagens Amanles amenles D 6"), ags. vipian 'tergere' engl, wipe. pü wie pui 2. 3 = a#s. py. 5 hounog: t^J. a#s. hunig. ZJas richtige über vorliegende receple hat bereits Wackernagel gelehrt aao. und wb. 1861 s. xr. das erste recepl, gegen das fieber, ist zuerst lateinisch, dann von einem anderen mit erweiterungen deutsch ausgezeichnet, in beiden auf Zeichnungen ist die spräche von niederdeutschem nicht frei: stauppo (gen.pl.); uuiroh, in (11 für ana), he, de, dö (17). das zweite recepl, gegen den krebs, versuchte ein Angelsachse, der es aus seiner heimat, wenigstens aus der nachbarschafl der see (dahin weist die ausler) mitgebracht halte, deutsch zu schreiben, was für ein wunderliches Sprachgemenge daraus entstanden, brauche ich nicht im einzelnen zu zeigen, hervorzuheben aber ist das der deutlichkeit wegen in die varr. verwiesene ae und e (vgl. varr. zu LI, 1), weil es vielleicht über die engere heimat dieses Angelsachsen auskunft gibt: vgl. Uouterweks vorr. zu den evang. in allnordhumbrischer spräche s. cxx. das hochdeutsche elemenl aber hierin und im ersten recepl ist wenigstens nicht 'strengahd.' das beweist gi- ge- und dass überhaupt kein k, cli für gol. g, k erscheint: denn p für b haben, wenn auch vereinzelt, wie t für gol. d zb. die Fuldaer Urkunden (auch das Hildebrandslied), die Frankfurter gl. in Mafsmanns denkmälern = ahd. gl. 2, 144/7'., die Mainzer gl. Diul. 2, 282—287 = ahd. gl. 1, 708//'. 723. 725/'. 738/'., die lex salica unten LXV. dass diese receple noch ins VIII jh. gehören, kann aus der schrift wenigstens nicht geschlossen werden, da sie angelsächsisch ist. die spräche aber weist allerdings ungefähr auf das ende des VIII oder den anfang des IX jh. zu gigesen, irincen 1, 10 vgl. golen Hildebr. II, 47. ein wenige deutsche worle enthallendes recepl s. bei Eckharl Francia or. II, 980 f. LXUI HAMELBURGER MARKBESCHREIBUNG. Originalurkunde des k. reichsarchivs zu München, aus Fulda, aufsen sieht von gleichzeitiger sehr grober hand De ueslitura hamalunburc, darunter von einer hand des XV jh. Tenninacio marche Bamelburgk, data Stormioni per karolum regem, jetzt bezeichnet ■kaiser-select, nachlr. nr. 3. XII. 'o/i'. JFSchannal Buchonia vetus (Lipsiae 1724) s. 423. KRolh 358 I.XIII HAMELBURGER MARKBESCHREIBUNG in den Münchner gel. ans. 1849 2, 62 anm. derselbe kleine beitrage zur deutschen sprach-, geschichls- und orlsforschung 1 (1850), 82. 83. vgl. 2 (1853), 208. 3 (1854), 202. WAmdl, der so freundlich war, das original für mich einzusehen, bemerkt darüber 'pergamenl glatt und stark, Milien nicht vorgerissen, geschrieben in 15 Zeilen, karolingische urkundenminuskel mit angelsächsischen und langobardisch-benevenlani- schen dementen, berücksichtigt man, dass der ein/luss der letztgenannten schrifl auf die urkundenschrift sehr stark war und schon in damaliger zeit eine grofse kalligraphische kunstbildung bestand, dass aber nun auch noch unverkennbare angelsächsische elemente zu finden, so wird man 533 annehmen können, das document sei in Fulda selbst geschrieben, an eine officielle ausferligung ist nicht zudenken: vielleicht aber an gleich- zeilige aufzeichnung seitens des interessierten teils, ligaluren kommen noch ziemlich viele vor.' 19 in theo teofün] theo steht hier offenbar durch eine art von assi- milation an das folgende teofün. von den beispielen, die Graff 5, 8 für diese form gibt, ist 'lliio Ct. 72' falsch und dheo Is. 6 (bl. 16") sowie dio Virgilgl. (Sleinmeger IV, 1097 = ahd. gl. 2, G42, 82) acc. pluralis, an den pluralis kann auch der Schreiber von A der exhorl. UV, 14 gedacht haben: Graff 2, 72. doch die vergleichbaren formen diu (auch im Anno wiederholt) den Holzm. Isid. s. 141 kann man nicht anfechten. In einer ebenfalls jetzt im Münchner reichsarchiv befindlichen Urkunde vom 7 Januar 777 (Dronke cod. dipl. nr. 57: Data septimo idus ianuarias Anno nono et lerlio regni nostri actum llaristalio palacio publicae in dei nomine feliciter) schenkt Karl dem klosler Fulda res proprielatis noslrae. Hamalumburcc silum in pago Salecgauio. super fluuio Sala cum omne integritale uel adieeeneiis seu apendieiis suis Achynebach Thyupfbach Harital hoc est quantumeumque in superius nominata loca habere videraini (d. i. videmur). darauf erfolgte am 8 oclober desselben jahres die ein- weisung des ables Slurmi in den besitz durch die grafen Nidhard und Heimo und die königlichen vassallen Finnold und Gunthramn. dabei wurden die grenzen jenes besitzlums nach der aussage der vomelimslen in der gegend festgestellt und darüber das vorliegende aclenslück angefertigt, das in demselben enthaltene deutsch ist somit neben dem alts. taufgelöbnis das erweislich älteste unserer samlung. darum verdient der dreimal neben einmaligem theo erscheinende aecusaliv sg. fem. lhie ganz besondere beachtung. denn es gehl daraus hervor, dass die spräche des gewöhnlichen lebens im gebrauche jüngerer formen viel weiter fortgeschritten war, als uns die mehrzahl der litterarischen denkmäler ahnen lässt, dass also in diesen eine künstliche conservierung des allen muss stattgefunden haben (vgl. jetzt auch Sievers Tatian s. 36), wie denn auch sonst vereinzelt gerade in den ältesten denkmälern auffallend junge formen begegnen zb. in den gl. Ker. 36 = ahd. gl. 1, 47, 35 auetor, ortfrume; 73 = ahd. gl. I, 87, 17 viae, uuege (nom. plur.); 269 = ahd. gl. 1, 258, 11 triduum, lliri deege (/. dage); sicherer im lsid. 13', 7. LX1I1 HAMELBUBGEB MARKISESCHHEIBUNG 359 13 b , 13 (auch Rb. 521'' = ahd. gl. 1, 409, 4) ade. lange; acc. sing, masc. 19", 12 dliinon; 19'\ 2 uuesanden; fem. lü a , 6 alle; 21', 20 chi- meine; nculr. 11*, 19 glieislliilihe; 15", 4 undarquhedene; 19 b , 4 sus- liilihe; 3 sing, prael. [vielmehr acc. pl. pari, prael.] 16°, 20 chiheile- gode; Hildebr. II, 47 göten, vgl. excurs zu LXII; — und toj'e umgekehrt zb. die deutschen glossen in des Walahfrid Strabo werkchen 'de parlibus humani corporis', von denen Dronke, der sie herausgegeben (Fuldaer progr. 1842 s. 19), nachwies, dass sie jünger als 845 sind, nach der gewöhnlichen methoäe der allersbeslimmung dreist ins VIII jh. gesetzt werden würden, kommen doch formen wie hracho und oalichasa darin vor: doch mögen sie aus einem älteren glossare geschöpft worden sein, für jenes thie hat Graff 5, 8 aus dem IX jh. nur ein beispiel aus Kero und gibt an, dass es 'bisweilen' auch bei Tal. und Olfr. sich finde, näheres jetzt bei Sievers s. 459. 460 und Kelle 2, 357. darnach hat der jüngere Olfrid die abgeschwächte form weil seltener als der allere Talian. — GKossinna über die ältesten hoch fränkischen Sprachdenkmäler, Slrafs- burg 1881, s. 93 f. nimmt an, dass die Urkunde erst nach 841, um 850, aufgezeichnet sei. LXIV WÜRZBURGER MARKBESCHREIBUNGEN. 534 Hs. Mp. lli. f. 66 der Universitätsbibliothek in Würzburg, 208 bl. fol., IX jh., ein höchst kostbarer evangeliencodex, ausführlich beschrieben von JAOegg versuch einer korographie von Würzburg 1 (1808) s. 557 bis 565. darein ist auf bl. V b die erste, auf bl. 208 b die zweite der vorliegenden markbeschreibungen eingetragen, von einer hand des ausgehenden X jh., welche auf bl. l b unter 1, 43 die noliz eintrug, dass bischof Heinrich I (995 —1018) die hs. habe binden lassen, über die dalie- rung Kossinna s. 96 f. Lor. Fries hislorie der gewesenen bischoffen zu Wirlzburg (1544) bei JPLudewig geschichlschreiber von dem bischojf- thum Wirlzburg, Frankfurt 1713, s. 397. JGabEckharl commenlarii de rebus Franciae orienlalis I (1729), 674. 675. FAIteufs älteste Urkunde über den umfang der Würzburger sladlmarkung (Würzburg 1838) s. 5 — 7. HFMafsmann abschw. (1839) nr. 72 nach einer abschrifl des prof. Denzinger. Lor. Fries geschickte der bischöfe von Würzburg (a. u. d. I. Würzburger chronik) 1 (Würzburg 1848), 25—27. die deutschen beslandteile der markbeschreibungen sind darin nach der hs. gegeben. KRolh beitrage zur deutschen sprach-, geschichts- und orlsforschung 3 (1854), 38—46 nach einer abschrifl Schmellers vom jähre 1836, die ich in München eingesehen. PPiper die älteste deutsche lilleralur (Berlin und Stuttgart 0. /.) s. 136 anm. hier nach einer vcrgleichung Lexers, zu der schliefslich noch eigene ansieht der hs. kam. es stehen darin folgende accenle 1, 7 6tuuiD.es, 9 notten loh, 10 Zötan, 11 ärberaht, 19 htinger, 35 üm'iz, 36 lninrili; 2,4.6 vilan, 11 vi', 17 loh, iöh, iöh. 3C)ft I.XIV WÜRZBURGER MARKBESCHREIBDNGBN 1, 8 sol] vgl. 2, 5: JGrimm gramm. 3, 415 und kl. sehr. 2, 351 ; Schneller baier. wb. 3, 231; Graff 6, 186; Kehrein alld. wörler aus Urkunden s. 57 ; nd. korrespondenzbl. 3, 69. 4, 14. 46. 70. 8, 29; mehrfach in der unserer ähnlichen markbeschreibung von Luppnilz (1012?) bei Dronke nr. 731. noch jetzt ist das wort in Holstein als appellaliv für kleine Senkungen im erdreich, in denen sich wasser sammelt, in gebrauch und in Ortsnamen wie Himbeerensol, Treusol usw. nicht unhäufig, bei Schütze idiol. 4, 156 solle 'kleine teiche'. JGrimm gramm. 2, 647 und HLeo reclitudines s. 84 schrieben fälschlich sol. erslerer nimmt überdies ein compositum liaganinasöl an, gramm. 2, 626. 24 altuuiggi •callis gl. her. Par. Graff 1, 671 = ahd. gl. 1, 86, 16. 25 -reod: 2, 11. 'careclum' Graff 4, 1152. über die jüngere auf Verwechselung mit riuti riol (Graff 2, 489) beruhende bedeulung s. Schmeller 3, 56. 28 über Fredthant s. Hagel lilleralurbl. 1887 sp. 112. 2, 1 Uuirziburg gen. sing, nach consonanlisclier declination. 3 slruot] 'palus' Pariser gl. zu Virg. Georg. 1, 363 (zs. 15, 37). Aen. 6, 369. 7, 801 = ahd. gl. 2, 701, 5. 710, 20. 712, 9; ferner 2, 561, 19. vgl. Kuhns zs. 19, 313. 4 Giggimada nicht Giggimäda: zs. 23, 6. 5 rod 'novale' Graff 2, 489. 6 hulju dal. sg. von einem hulja huH, mild, hiili hüle; huliuu ? Braune glossar. 1 0 ursiaht, sonst 'cicalrix, varix' (Schmeller 3, 428; Graff 6, 777), hier etwa die einsenkung des ufers an der stelle der fürt, in mitten Moin ist daliv. 12 diotuuig vgl. Hei. 32, 19 Colt, uuigo. 14 lieride] hcnli von hart stf. vermutet Roth mit Verweisung auf Schmeller 2, 242. aber dem dialekt unseres denkmals wäre nur lierti gemäß, daher wird es vorsichtiger sein, bei der überlieferten form stehen zu bleiben und sie mit JGrimm gramm. 2, 245 als lier-id aufzufassen, obgleich die ahd. bildung -id fem. nicht ganz feststeht, auffallend bleibt immer die flexionsendung, die in der Würzburger beichte noch ungeschwächl erscheint, das vorausgehende dar erklärt sicli, ivenn die Ezzelenbuche ebenfalls in der licrid lag. 15 Uuirziburgo] vgl. Schmeller gloss. sax. p. 176 n. 6. HKcrn laalkundige bijdragen 1 535(1877), 101 /'. 17 ich bemerke gegen JGrimm d. wb. 4, 1, 1, 231, dass ohne zweifei fröno erbi 'hereditas dominica' zu verbinden ist. Die erste der vorliegenden grenzbeschreibungen, vom 14 oclober 779, betrifft, wie z. 4 ausdrücklich gesagt ist, bloß die seile westlich vom Main, bei der zweiten handelt es sich um den ganzen umfang der Würzburger mark, die formlosigkeil dieses documenls ist ebenso auffallend wie seine abfassung in deutscher spräche: ein officieller character kann demselben nicht zugekommen sein, es geht unterhalb Würzburgs östlich des Mains aus, dann in einem halbkreis über die Pleichach auf den Greinberg, von da über die Kürnach auf den Kürnachberg (Quirn- berg), endlich durch den 'iveingarten Fredthanls' — auch heule weist die baierische generalslabskarle an dieser stelle Weinberge auf —: oberhalb Heidingsfelds wieder an den Main, darin läuft die grenze eine strecke stromabwärts fori, an Heidingsfeld, das am linken ufer liegt, vorüber, und beschreibt sodann den westlichen halbkreis um Würzburg, hier er- LXIV WCPZÜURGEIl MAIlKr.ESCHREIIiUNGEN 361 wartet man die Ortsnamen der ersten beschreibung wiederzufinden; und zwar, da diese nach der läge der beiden noch heule erkennbaren namen Herostat (Herslatler hof) und Cliislesbrunno (Kist) von norden nach Süden gieng, in umgekehrter Ordnung, aber nur der strecke Main Brunni- berg üruhiriod [Druhiciinga] Moruhhesslafful lirezelunsee der zweiten beschreibung entspricht in der ersten Brezzulunsee \die südliche 'erdburg'] Moruhhesslein Druhiriod Brunniberg Main; also von den vier strecken, in welche sich die erste beschreibung teilt, nur die vierte dh. diejenige, bei welcher zeugen aus dem Badanachgau hinzugezogen wurden und welche mit der grenze des gaus Wallsazzi und des Badanachgaus {in welchem Heidingsfeld lag nach CJKremer in den commentaliones aca- demiae elecloralis Theodoro-palalinae 4 [1778], 152 und KHvLang liaierns gauen s. 92) zusammenfällt (vgl. z. 38/'.). dazu stimmt merkwürdig, dass von den 27 namen dieser zuletzlerwähnlen zeugen sieben, dagegen von den 15 zeugennamen der ersten strecke (z. 10 — 12) keiner, von den ,27 der zweiten (z. 17— 21) nur zwei, von den 13 der dritten (z. 2S—30) nur einer sich unter den 18 personennamen der zweiten beschreibung befindet, wenn es sich daher bei noch näherer Untersuchung der localilälen, wie sie vielleicht einheimischen möglich ist, herausstellen sollte, dass die in beiden beschreibungen ganz und gar nicht stimmenden Ortsnamen der drei ersten strecken verschiedene linien ergeben; nicht, was auch an sich unwahrscheinlich ist, auf verschiedener auffassung einer und derselben linie beruhen; so könnte man vermuten, die beiden beschreibungen seien kurz nacheinander vorgenommen und die erste eine offizielle berichligung der zweiten, waren nun auch bei der zweiten leule aus dem Badanachgau dh. zunächst aus Heidingsfeld beteiligt; so erklärt sich einigermafsen das freilich auch dann noch sonderbare und vielleicht nachträglich eingefügte unte Heitingesvelrlöno in 2, 16. sonderbar darum, weil die Würzburger mark ganz, von der Heidingsfelder jedoch nur die kurze strecke beschrieben ist, welche mit der Würzburger zu- sammenslöfst. LXV BRUCHSTÜCK DER LEX SALICA. 536 Octavdoppelblalt des IX jh. in der stadlbibliolhek zu Trier, von Mone als deckelblall einer incunabel (nr. 1072 in 4°), die dem klosler SMathias bei Trier gehörte, gefunden, dieses klosler war auch wahrscheinlich der frühere aufbewahrungsorl der hs. dass die professen von SMathias ihrem buchbinder handschriften als Zahlung gaben, wird ausdrücklich berichtet: Marx geschichle des erzslifts Trier 2, 2, 557 /'. FJMone Zeitschrift für die geschichle des Oberrheins 1 (1850), 36—41. er nahm es für ein einfaches Malt von 2 spalten auf jeder seile und verkannte daher die richtige Ordnung der seilen. JGrimm in JMerkels lex salica (1850) s. 104—107. GHPerlz und JMerkel ebendaselbst ■n** 362 LXV BRUCHSTÜCK DER LEX SAL1CA s. 109—111. dass das bruchslück jetzt verloren sei, wie JHHessels lex salica (London lSSü) s. xliv angibt, ist irrig, facsimile bei Könnecke s. 9. 7 biliugit] natürlich nicht 'belügt', wie Grafjf 2, 131 angibt, sondern 'verleumdet'. 13 gimenit] vgl. RA. 842; Müllenhoff bei Waüz das alle recht der salischen Franken s. 289. 18 biwöno] vgl. Graff 4, 1067; mhd. wb. 1, 695 a ; ags. hivan 'familiäres' Grein 4, 78. 79; alln. lijön RA, 305. 25 wirdrjiin] vgl. JGrimm bei Merkel s. lxxxvi. lxxxvii. Was das lateinische anlangt, so habe ich im wesentlichen den fünften texl ('lex emendala, über legis salicae', 7 0 lilel) bei Pardessus (P) beigefügt. 9 vel de furca unüberselzl: vgl. zu 32. 12 im deutschen texl fehlt stiits die angäbe der slrafsälze in denaren, außer 32. legibus dominicis wird in dem zu gründe liegenden lateinischen texte gefehlt haben, ebenso 15 ei quem mannivil, wo P nur die angäbe macht, dass in zwei hss. die worle et si cum (so) bis maunivit fehlen. 13 sunnis] RA. 848, Müllenhoff aao. s. 293. aus dem deulsthen texl ergibt sich, dass das worl im IX jh. noch lebendig war. 14 vero unüberselzl, wie die conjunclion öfters: 16 autem, 18 iiam, 19 vero. 17 mannial] im deutschen gibanne. vgl. die glosse zur lex Rib. Diul. 1, 341 = ahd. gl. 2, 354, 4 mannire, menan, bannan; und die hs. S bei Pardessus s. 277, welche in mannire überall das m ausgekratzt und dafür b gesetzt hat, also bannire bannit usw. schreibt. 18 ab illo unüberselzl: ohne Variante P. 19. 20 anstatt des ersten manniri hat P mannire, allerdings mit der Variante- manniri. aber das aclivum wird keineswegs notwendig durch die Übersetzung vorausgesetzt. 22 braune] über die Verdeutschung des Wortes durch sliga vgl. JGrimm 537 bei Merkel s. lxxxii. lxxxiii. gl. Est. de chranne prima, id est de primo partu. 28 inier porcos nicht übersetzt, weil ipso porcario cuslodiente anders gewendet wurde. 32 subbattit in l'urtu hoc est poreellos a malre subtrahit P. es wird nicht angegeben, dass der zusalz in hss. der emendala fehle oder als glossem übergeschrieben sei. gleichwohl muss dies in der vorläge des Übersetzers der fall gewesen sein, wenn man nicht eine bewusle meinungsdifferenz über die bedeulung von sub- battere bei ihm annehmen will, und in der tat scheint er es richtiger verstanden zu haben als der redaclor oder glossator der l. emendala. denn zu battere 'schlagen' wird es doch wohl gehören: und dazu stimmt sowohl die erklärung der gl. Par. (Pardessus s. 364 n. 32; Merkel s. 101) qui poreellos in venire malris oeeidit als auch die von Wailz aao. s. 298 anders aufgcfassle reeapilulalio legis salicae § 9 (Merkel s. 98) si quis scrovam subbalil ut poreellos non habeat. 39 lertussum] die Übersetzung hantzugiling bestätigt gl. Par. (Pardessus s. 364 n. 39) qui domi nutritur vel in domibus pauperum. Merkel s. 101 wiederholt was in der ausgäbe von Pilhou, Parisiis 1602, allerdings wie als la. der glosse steht: qui domi nutrilur. Der zu bous. dass dies aber nur ein etymologischer versuch Pithous oder Lindenbrogs ist, ergibt sich deutlich aus des letzleren codex legum anliquarum, Francof. 1613, s. 1487 b . gl. Est. erklärt castratum. LXV BRUCHSTÜCK DER LEX SALICA 363 Mone aao. s. 40 bemerkt, die Übersetzung sei nach der mundarl für die Oberrheiner gemacht, 'von welchen man bis jetzt nicht weiß, dass bei ihnen das salische geselz gegolten habe', über die Ortsbestimmung s. die vorrede, wenn RDove zs. für deutsches recht 19, 392; zs, für kirchenrecht 4, 173 die ansieht vertritt, es hätten die Franken, 'welche jenseits des Rheins in den gauen an der Nahe, von Worms und Speier, diesseits im flussgebiele des Mains tind untern Neckars saßen nach sali- schem rechte gelebt, so vgl. dagegen Sohm fränkische reichs- und ge- richlsverfassung s. 158. so viel dürfen wir mit ziemlicher Sicherheit behaupten, dass die Übersetzung nicht in denjenigen gegenden entstanden ist, in welchen die überwiegende mehr zahl der bevölkerung nach sali- schem rechte lebte, [vgl. aber jetzt RSchröder forschungen zur deutschen gesch. 19, 143 ff., der freilich s. 167 anm. 7 trierischen Ursprung der Übersetzung ohne grund annimmt.] doch würde es allerdings auffallen, wenn in einer anderen gegend nur die l. salica, die dort auf verhältnismäßig wenige menschen anwendung finden konnte, übersetzt worden wäre. was hindert uns aber anzunehmen, dass wir hier ein bruchslück einer verdeutschten Sammelhandschrift, dergleichen meist mit der l. salica beginnende Slobbe s. 25 n. 27 zusammenstellt, vor uns haben? mag nun die Verdeutschung ganz zu stände gekommen sein oder nicht, fragt man aber nach der veranlassung eines solchen. Unternehmens, so wird zunächst an das bedürfnis der geistlichen 'examinatoren' von 801/802 (oben s. 507; Uorelius capilularia 1, 234 f. fixiert das dalum auf bald nach 803) zu denken sein: 'cap. exam.' c. 11, p. 107 Laicos cliam inler- rogo, quomodo legem ipsorum (d. i. iro euua) scianl vel inlelliganl. vgl. aber auch ann. Lauresh. a. 802 (MG. SS. 1, 38) seil el ipse imperator . . . fecil omnes leges in regno suo legi et tradi ('erklären' s. excurs zu LV1) im i cu i quo ho mini legem suam. LXVI AUS EINEM CAPITULARE. 53S Hs. ehemals in der dombibliolhek zu Trier, jetzt verloren. Chrlirower S. J. anliquilales Trevirenses (1626) proparasc. c. x p. 35 sp. 2 'Lex Blvdvici Avg. el Hlolharii Ccesaris F. ex lib. iv. Franc, legum', daneben am rande 'Lib. 4 Fräc. leg. c. 1 8 ex MS. bibliot. primaria; ecclesiw'.* diese erste ausgäbe ivurde unterdrückt, vgl. Eccard hisl. slud. elgm. linguae germ. p. 149; DClement bibliolheque curieuse 5, 265 — 268. für mich hat den abdruck bei Boretius (s. u.) WMeger mit dem Gbl- linger exemplar (II. Germ. [Wien.] 363" fol.) verglichen, nach der hand habe ich selbst das (großenteils handschriftlich ergänzte) Münchner (Germ. sp. 24 fol.), das PPiper (die älteste deutsche lilteralür s. 126) * zuerst erwähnt das denkmal MFrelier am 15 mai 1600 s. virortnn cl. et doctorum ad Melchiorem Goldaslum epistolne, Francofurli et Spirm 1688, p. 143. 364 LXVI AUS EINEM CAl'ITULAllE gewis nicht erst 'aufzufinden' brauchte, da der zellelcalalog es verzeichnet, benutzen können, in folge dessen war nunmehr der ab druck des capi- lulares in SPaulli miscella antiquae leclionis (Argenlorati 1664) s. 102 bis 106 und die zweite durch JMasenius besorgte ausgäbe von lirowers antiquilates (Leodii 1670) 1 p. 26 f. ohne bedeulung. der abdruck bei Leibuilz cotleclan. etgmol. (1717) pars 2 p. 405—408 ruht trotz der Versicherung pars 1 praef. p. 57 'hie vero cum msto collala apparel' yewis nicht auf der hs., sondern auf Paulii, wie sich aus mehreren gemeinsamen fehlem erweisen lässt. das ms. wurde schon für lialuze nicht mehr gefunden: capitul. praef. § 82. dazu macht PdeChiniac in seiner ausgäbe (Paris 17 80) praef. p. 57 folgende bemerkung: 'Nolam hanc inier uncos hie adiecit Baluzius in exemplari cuius margines sua ipse manu oneravil: "§ 7 82 Addendum quod D. Schiller (/. Schiller'.') ea de re ad me scripsit in epislola sua 13 Marlis 1682." In biblio- theca regia reperiri nunquam poluil haec epislola ü. Schiller, ne quidem inier epistolas manu scriplas ad Baluzium missas. Quod ad manu scriptum codicem ecclesiae Trevirensis altinel, vide praefationem novi codicis legum velerum.' dieser nov. cod., den deChiniac dem lialuze beizufügen gedachte, ist nicht erschienen, ob die spur unserer hs. damals noch nicht ganz verloren war? JGrimm MG. LL. 1 (1835), 261 /. ABorelius capilularia regum Fraucorum 1 (1883), 378—381. die Übersetzung ist bei Brower und war auch ohne zweifei in der hs. dem lateinischen übergesclirieben. der bei Brower willkürliche Wechsel von u und v, vu und uu wurde stillschweigend geregelt. 3 säliehedi] LXXXV1 C, 1, 8 sina gotheite; vgl. Heinzel zu HvMelk 1, 35, über die olfridischen stellen aber Kelle 2, 202. 341. 5 grä- sceffi] aus gl. Ilerrad. weist Graff 4, 314 graschaft. vgl. grascaf a. 1222 Beyer millelrhein. urkundenb. s. 154; holzgraschaf a. 1271 Lacomblel urkundenb. 2 nr. 616. Lexer 1, 1075. aber auch im antichrist der frau Ava grascefte, graschefte in beiden hss. (D. 280, 9 f. fdgr. 1, 194, 8). 6 uuizzelahlia: später wizzeht Lacomblel urkundenb. 1 nr. 433 a. 1169. vgl. eliaft eliaht elil. zu dem lit vgl. im regisler zu Beyers millelrhein. urkundenbuch Crufta Crulu, Druflelevinga Druhdildinga, Efter- naclia Echternach, Ofdemodinge Ochtenduug. 10 uuizzidi] unten z. 24 then uuizzul. 16 uio 'ne': Notker Hall. 2, 66 b . 72°. 131 1 '. 136". 177 b . 243". 261\ 284". 296". 307". 33l b . 458 b usw. Wiener Notker ps. 47, 12. 23 samonungun: vgl. z. 28; XXXIH, F b , 42 manielungun; die niederd. psalmen s. MHeyne gramm.' 2 s. 277. die von Graff herausgegebene Trierer inlerlinearversion der psalmen dagegen braucht die feminina auf -unge stark. 24 uuizzul: zu dem t vgl. ps. 70, 4 witat. 27 uuiz- zelhallikhen für uuizzcthahlikhen aus -liahtl- (für -liafll-) wie rehlic ps. 54, 23. 57, 2 aus lelillic (vgl. relinussi ps. 70, 2. 15. 19). Ö39 Die zu z. 1 angeführte abweichung des der Übersetzung zu gründe liegenden lateinischen lexles von dem bei Brower entscheidet dafür, dass diese inlerlinearversion ursprünglich nicht zum Ansegis, sondern zum c. 6 des cap. a. 818. 9 (817 Perlz) selbst gehört, und in der tat wird LXVI AUS EINEM CAI'ITULAllE 365 uns nirgends bestimmt gesagt, dass die hs., aus welcher Brower sie mitteilte, ein- solcher gewesen sei. es ist daher wahrscheinlich, dass die annäherung des lateinischen lexles an den Ansegis lediglich von Brower herrührt, der durch abweichungen von der einstimmigen lesarl des capilulars und des Ansegis sowohl, als auch von dem durch den deutschen vorausgesetzten lateinischen texte (s. varr. zu lal. 5. 19. 21) Willkür in der behandlung des letzleren überhaupt verrät, zu der annähme, es sei einmal mehr als das vorliegende capitel übersetzt gewesen, ist kein grund vorhanden, dagegen sehr begreiflich, dass man demselben allein um seiner wichtigkeil willen (vgl. darüber namentlich Beseler erb vertrüge 1, 20 ff., auch FSlein Untersuchungen üb. d. deutsche Sachenrecht s. 38//'.) zu fortgesetzter Verkündigung in den kirchen aperlo senr.one ul ab Omnibus possit intellegi (vgl. Waitz 3, 510 n. 1 = ' 2 622 n. 3) eine Verdeutschung überschrieb, diese leidet an den gewöhnlichen gebrechen der interlinear- versionen. z. 3 ist aliquein für alium, z. 27 immunitas für immutatio, redeant für reddant genommen, die auslassung von iher vor liimo t. 13 (vgl. die varr. zu lal. 13) fällt offenbar der eintraguny in den Ansegis zur last, umgekehrt hat an derselben stelle der mangel eines entsprechenden Wortes im deutschen lexl die weglassung von ut zur folge geliabt. wenn in der Überschrift ursprünglich thuruch sälichedi selu sineru stand (vgl. varr. zu lal. 1), so erklärt sich der aus fall dieser worle auf dieselbe weise, gegen die von Perlz über einige hss. deutscher rechts- und geselzbücher (abhandlungen der Berliner akademie 1857) s. 96//'. aufgestellte, von Slobbe rechtsquellen s. 54 f. n. 10G, s. 235 gebilligte Vermutung, das vorliegende denkrnal und das vorhergehende seien 'teile einer rechlshs., worin das salische geselz und der Ansegis zu bequemem hand- gebrauch in einem 8° bände verbunden waren', scheint es nach den vorsiehenden erörlerungen nicht nötig, alle die gründe gellend zu machen, welche ihr sonst noch icidersprechen: dass das 'fragmenl' gerade ein capitel, nicht mehr und nicht weniger, umfasst, dass beide stücke nicht einmal auf denselben allen aufbewahrungsort zurückzuführen sind, den weiten abstand ihrer spräche und anderes, über die letztere hat JGrimm bei Perlz LL. 1, 261 anm. und nach ihm ausführlich WWahlenberg de lingua francica Rheni inferioris, Bonnae 1849, s. 7 bis 18 gehandelt, man kann sie nicht höher hinaufrücken, als in den beginn des X oder in den schluss des IX jh. vgl. insbesondere die Schwächung des auslautenden ehemals langen o zu u und e (tliie 6, selve 27), dann andern 9. 11, sinin 21. LXV1I DIE STRASSBUUGER EIDE. 540 Cod. Valican. Pal. 1964, jetzt ms. du fonds laiin 9768 der national- bibliolhek zu Paris, aus SMagloire in Paris, 46 bl. 4°, X/XI jh., enthält f. l"—13» Nilhardi hisloriarum libri iv. das ausgezogene slück steht f. I2 b ^—13 bl lib. 3 c. 5. JBodin les six livres de la re'pu- ,166 J.XV1I DIB STRASSnuilGER ICIDE hlique, Paris 1577 (die erste ausgäbe von 1576 — s. Graesse Ire'sor 1,460 — habeich auch in Paris und London nicht erhallen können), s. \ 18 f. enthält nur die französischen formein und von der ersten deutschen die Worte In Godest, &c. PPilhoeus annalium et hisloriae Francorum scri- ptores xii, Paris 1588, s. 351— 354. MFreher foederis Ludovici Ger- maniae el Karoli Galliae regum formulae, o.o. (vorr. datiert 'Heidelbergae') 1611, 8 bl. Idein 4°, nach einer abschrifl von JBongars. JBBRoque- forl glossaire de la langue romane 1 (1808), xx: facsimilc. wiederholt MG. SS. II, lab. viii. besser bei deMourcin sermens prele's ä Strasbourg (Paris 1815). am besten les plus anciens monumenls de la langue francaise (Paris 1875) album pl. 1, wo leider das zweite deutsche stück fehlt. UFKopp Heidelb. jahrb. 2 (1809), 5 abieil. I, 315—319. JGrimm in den MG. SS. 1! (1829), 665. 666. \VWackernagel altdeutsches lesebuch 1835 s. 25—28. GHPerlz Nühardi — editio altera in usum scholarum (Hann. 187 0) s. 37—41. JBrakelmann ss. f. d. phil. 3 (1871), 85—95. AHolder Nühardi hisloriarum libri quatluor (Freiburg und Tübingen 1882) s. 34. 35. der romanische lexl (breite samlung aller dazu aufgestellten erklärungsversuche und conjecluren bei AGaste les sermenls de Strasbourg, 2 e ed., Paris 1888) nach FDiez altromanische. Sprachdenkmale (1846) s. 3—14. die wortlrennung der hs. geht vielfach fehl. 1 im jähre 842. 17. 18 so fram — furgibil] vgl. LXXI1I, 20. 18 eine lücke im deutschen texte wegen nichtWiedergabe des romanischen el in aiudha el in cailliuna cosa (:. 11) braucht man nicht mit Diez anzunehmen: vgl. JSlürzinger modern language noles 1, 141. 20 mi- nan miillon] vgl. LXVIII, 2. LXVIII PRIESTEREID. A cod. lat. 6241, Fris. 41 (olim IS. F. 1) der k. bibliolhek in München, 142 bl. (das erste früher auf den vorderdeckel geklebt gewesene ist ungezählt) fol., IX/X Jh., enthält bl. 1—39 eine canonen- samlung (concilien und decrela ponlif) nebst einigen anhängen; dann von anderer hand bl. 40—51 die Mainzer synode 847, bl. 51—77 das concil zu Tribur 895, bl. 11 —81 'episl. Nicolai papae ad Karolum Mogontiaccnsem archiepiscopum' (der im excurs zu erwähnende brief an Karl, Salomon und andere bischöfe), bl. 81. 82 'eiusdem ad Salomonem Conslanl. episcopum responsiones' (S64), bl. 82—87 und wieder 90—142 'excerpla ex variis epislolis paparum et conciliis', bl. 87—90 'capilula contra ludaeos Karoli M. el caelerorum regum' (Schmeller). bl. 100 ab der prieslereid, darnach Sacramenlum quod dommis papa Leo iuravit und Sacramenlum parentelae quomodo inquiremlum sit. Triburiense concilium. FKunstmann in der Tübinger theologischen quarlalschrifl 1836 s. 531—536. HFMafsmann abschw. (1839) nr. 70. PPiper die älteste deutsche lilteralur (Berlin und Stuttgart o. j.) s. 135 anm. LXVIII PRIESTERE1D 367 B cod. lat. 27246 der k. bibliolhek in München, früher Fris. B. II. 1 des Münchner reichsarchivs, 100 bl. (die ursprüngliche hs. reichte in 11 lagen von bl. 11—92; davor sind 2 —J— 3 doppelbl., dahinter ein quaternio gebunden) kleinfol., X Jh., genau beschrieben bei Perlz LL. 2, 551. das jüngste dalum ist die synode von Erfurt 932. der priesler- eid steht bl. 91 b nach auszügen aus der kirchenversamlung zu llerda, aus Hieronymus und Ueda über den eid; und vor dem reinigungs- eide des papsles Leo, wie in A. JFHuschberg älteste geschickte des hauses Scheiem-Wiltelsbach (1834) s. 118 n. 41. FMWülmann die Boiovarier und ihr volksrecht (1837) s. 238 anm. 666: er halle, wie Roth berichtet, schon 1832 den eid gefunden. BFMafsmann abschw. (1839) nr. 71. KRoth denkmähler (1840) s. ix. 28. 30. In dem vorliegenden denkmal hat Kunstmann irrig eine •zweifache 541 beziehung, das versprechen des gehorsams gegen den regenlen und melro- potiten' finden wollen. schon Huschberg war der sinn der Überschrift nicht zweifelhaft gewesen, es ist ein den bischöfen geleisteter eid derjenigen, die von ihnen ordiniert werden sollen, deshalb kann die ab- fassung desselben weder, wie Wackernagel lilleralurgeschichle s. 49 = -62 meint, zur zeit Karls des gro/'sen noch auch bald darnach stallgefunden haben, denn ausdrücklich wird damals der obedienzeid mis- billigl: zuerst durch die zweite synode von Chalons sur Saone (813) c. 13 (Hardouin acta conciliorum 4, 1034) Dictum est interea de quibus- dam fratribus quod eos quos ordinaturi sunt iurare cogant, quod digni sin! et contra canones non siut facturi et obedientes sint episcopo qui eos ordinal et ecclesiae in qua ordinantur. quod iuramenlum, quia periculosum est, oiunes una inhibendum statuimus. dann im cap. Aquisgran. a. 817 [wahrscheinlich 818 oder 819] c. 16 (LL. 1, 208, Borelius capilularia 1, 278) De episeopis vero in Langobardia couslitulis, qui ab bis quos or- dinabant sacramenla et munera, contra divinam et canonicam auctoritatem, accipere vel exigere soliti erant, inodis omnibus inhibitum est ne ulterius fiat, quia iuxta saeros canones uterque a gradu proprio lalia l'acienies decidi debcnt. nach der zweiten stelle darf man annehmen, dass in Deutschland dieser misbrauch noch gar nicht vorgekommen war. ohne mich bei der behauplung Phillipps (kirchenrecht 2, 186) aufzuhallen, dass in den vorsiehenden stellen eine misbilligung dieses eides liege, 'dürfte schwerlich die richtige inlerprelalion der betreffenden canones sein' (Zaccaria, auf den er sich beruft, habe ich nicht nachschlagen können: vgl. dagegen zb. Marlene de ritib. eccl. 2, 323, iiinlerim denkwürdigkeilen der chrisl- kalholischen kirche 1, 1,495), will ich nur erwähnen, dass Marlene aao., ich weifs nicht ob mit recht, aus einem schreiben Gregors IV an die bischöfe Galliens auf das bestehen des brauches zur zeit dieses papsles (827—844) schliefst: jedesfalls käme das zeugnis nur für Frankreich in belrachl. das erste für Deutschland gibt ßenediclus Levila 3 (7), 466, der nach dem 21 april 847 sein werk vollendete: Hinschius pseudo- Isidor s. clxxxiv. clxxxvi*. indem er die beslimmung eines älteren capi- * ob Benedict mit dem natnen Olgurs nur seiner samlung die nötige 368 LXVIII I'RIESTEREID lulare incerli anni über die vor dem bischof abzulegende professio wiederholt, selzl er davor die übersehriß Ut presbyteri el diaconi, quando per parocliias constituuntur, staliililatis et obediefctiae suae alque statuta servare promissionem suo faciant episcopo. aus diesem verfahren, um die sache 542 anzubringen, gehl hervor, dass eine ältere gesetzliche beslimmung darüber ihm wenigstens nicht bekannt war. aber ob er sich bereits auf die praxis der Mainzer kirche dabei stützte oder ob diese erst folge seines werkes war oder mit diesem hand in hand gieng, lässt sich nicht ausmachen, jedesfalls muss diese einführung, nach dem mutmasslichen aller der vorläge unserer hs. Ä zu schliefsen, noch vor dem jähre 895 stattgefunden haben, und die mundarl. unseres denkmals weist auf Baiern und nicht auf die späte zeit des IX jh. (ka- ga- ki- LXI, ga- ge- IV, 3). ob ein nach dem jähre 86S gefälschter papslbrief (bei Hartzheim cancil. Germ. 2, 141. vgl. Dümmler Ludwig der deutsche s. 391 n. 26 = 2 l, 410 f. n. 4), in welchem von einer beeidigung sogar der ganzen diöcesan- bevölkerung die rede ist (in Salomonen) quippe opiseopum nee criminis noque facinoris senlentiam certe prolulimus, nisi ut commissam sibi a domin n plebem, sieut audieramus, non constringeret iuramentis), auf den priestereid von einßuss war oder sonst irgendwie damit zusammenhängt, wage ich nicht zu entscheiden, fest steht, dass die spätere praxis der Mainzer und anderer kirchen den eid verlangte; in den ordines VII (Soissons), VUI (Satzburg), XIII (Cambray) ad ordinandum presbylerum bei Marlene 2, 395/". 401. 448 stellt der bischof an den ordinandus die frage vis episeopo luo ad cuius parochiam ordirmndns es obediens et consentiens esse seeundum iustitiam et ministerium luum? in dem ordo XVI (aus Mainz) bei Marlene 2, 477 vis episcopo usw. obediens esse et eonsentiens in" licitis seeundum canonica statuta ? darauf antwortet der ordinandus nach den beiden zuerst angeführten ordines mit einfachem volo, in Cambray und Mainz volo, el lioc deo et sanclis eins ila in praesenti promitto, proui scio et adimplere valeo: ita nie deus adiuvet et saneti eins. — obediens et consentiens ist genau das kabörtcb enti kabengig unseres denkmals. die 'slabUilas' (slätig), die hier der ordinandus aphter canone verspricht, wird in den kirchlichen geselzen der zeit oft eingeschärft, zuerst, wenn ich nicht irre, in den nach Reitberg 1, 379 wahrscheinlich 1^1 durch Bonifalius publicierlen cap. Zachar. p. ad Pip. c. 8 (Hartzheim 1, 80) wo zugleich der beireffende canon ciliert wird-, c. 5 conc. Anliocheni. im übrigen findet auf die vorliegende deutsche formet eine bezüglich des von den bischöfen dem papste geleisteten eides längst gemachte bemerkung autorität verleihen wollte und von dem eben verstorbenen beauftragt zu sein nur vorgab; oder ob seine, bezüglichen angaben wahr sind und, er wirklich, wie, ich im text annehme, mit Mainz in Verbindung stand, muss erst eine vollständige revision der Untersuchung über seine quellen ergeben, nur wenn sich in ihnen speeifisch deutsches findet, wird man ihm glauben schenken dürfen, in diesem sinne mächten allerdings schon jetzt die statuta Iionifatii anzuführen sein, deren deutscher und mainzischer Ursprung auch dann noch wahrscheinlich bleibt, wenn man oben s. 498 anm. den Benedict abzieht, [die neuere for- schung läugnet Mainzer provenienz für die samlung Benedicts: s. HB runner deutsche recMsgesch. (1887) 1, 385 f.] LXVIII PRUJSTEREID 369 anwendung, dass sie tiemiich dem lehnseide nachgebildet ist. mit rehto entspricht dem per rectum, per directum, per drictum; so mino chreplui enti mino chunsti sint dem in quantum ego scio et intellego oder pro scire et posse meo, secumlum meum scire et posse (vgl. auch den Mainzer ordo: prout scio et adimplere valeo); miuau uuillun dem per meam voluntatem des ßdelitätseides oder der von bischöfen dem kaiser geleisteten eide, welche eben auf die form des karolingischen vassallitätseides schließen lassen: vgl. die von Maßmann abschw. s. 60 f. und Waitz DVG. 3, 255 f. 260 n. 3 ='-296/'. 302 n. 1 angeführten formein. die in unserem denkmal durchbrechende allilteration und reim sind der alldeutschen rechtssprache zu geläußg und natürlich, als dass sie nicht auch hier sich finden sollten, selbst lang Zeilen ergeben sich: so mino cAröphtf | enti mino c/ninsli sint und i'rüma friiumie/Ui | enti seädun uu&nlenti. über die syntaktische form, daz ohne vorhergehendes verbutn, s. lienecke und Haupt zum Iwein 7928; Haupt zum Erec 4068. rächt überall handelt es sich in den dort angeführten stellen um eid und rechlsgilligen schwur, ob ein solcher ohne anrufung golles oder der heiligen überhaupt möglich war, mögen die Juristen entscheiden, irgend eine schwörende geberde musle wohl släts hinzutreten, und zu dieser verhielt sich d;iz wie in der schwäbischen trau/ormel wä zur darreichung des Handschuhes. vgl. zu XCIX, 3. LXIX ESSENER HEBEROLLE. 543 Hs. der k. landesbibliothek zu Düsseldorf B. 80, 153 bl. 4°, lX/Xj/t. (X j/i.: Hoff manu ahd. gl. % 114 s. xui [frühestens X jh. nach einer mir von Gallee freundlichst mitgeteilten Photographie eines blaltes]) aus dem frauenstifle zu Essen, enthält die homüien Gregors des großen, welche mit zahlreichen, zum teil nur eingeritzten und recht schwer lesbaren alls. glossen versehen sind, deren vollständige publicalion durch Gallee zu erwarten steht, von derselben Hand wie das ganze ist auf die Vorderseite des letzten blaltes das unter LXX folgende stück aus einer honütie Bedas, auf die rückseile desselben die vorliegende Heberolle eingetragen. VNKindlinger im (Leipziger) allg. litler. anzeiger 1799 stück HO *. 1081 — 1084. er fand die •bruchstücke 1793. EGGra/f Diutiska 2 (1827), 190/'. TJLacomblel archiv für die geschichle des Niederrheins 1 (1832), 9—15. die richligkeil der Lacornblelschen tesung bestätigt WCrecelius Germ. 13, 105. 2. 3 te llirim h6getldon: Weihnachten oslern pfingslen. 4 bikera] über becher als abgaben vgl. RA. 381 e und Dorows denkm. 1, 2, 60. cod. Lauresh. 1, 217 nr. 140 vin staupi. lisero lierino misso: am 27 September, dem lag der h. Cosmas und Damianus, der palrone des Stiftes. ertikon] HA. 381 d. Werdener heberegisler bei Lacombl. arch. 2, 268. 272. 275 xu crateras. DENKMÄLER II. 24 370 LXIX ESSENER HEBEROLLE 'Die genannten höfe heifsen jetzt: Viehhof, Eickenscheid, Ringeldorf, Huckarde, Brochausen, Horl, Nienhaus, Borbeck und Drehn, letzterer im hochslifle Münster, wo in aller zeit, begünstigt von vielen und grofsen heiden, die bienenzucht sehr im flor war, wie wir aus den dort überall unter den hofesgefällen vorkommenden honiglieferungen wahrnehmen.' 'die Ökonomie dieses und der meisten stifte jenes Zeitalters war in verschiedene zweige eingeteilt, welche man ämter nannte, und es liegt am tage, dass die in unserer heberolle aufgeführten lieferungen, worunter weder weizen, roggen noch hafer erscheint, nicht die gesamten gefalle dieser grofsen oberhöfe, sondern nur diejenigen gewesen sind, welche sie zu dem bis zur jungem zeit for (bestandenen brauamte liefern musten; daher das malz, die gersle und das holz die hauplarlikel ausmachen, und das wenige an brol und erbsen die rente der brauknechle war' Lacomblel. wann das frauenslift zu Essen gegründet wurde, steht nicht fest, die in einer abschrift des X jh. erhaltene und vom 27 September (also vom tage der Schutzpatrone) 877 datierte stiflungs- urkunde setzt man jetzt ins jähr 873 und nimmt eine echte, nur stark überarbeitete vorläge an (Dümmler oslfränk. reich 1, 807 = 2 2, 369). aber die Stiftung selbst ist gewis älter: dafür darf man sich zwar nicht mit Lünlzel geschickte der diö'cese und sladl Hildesheim 1,21 auf die aussage der Urkunde selbst berufen, es sei dem klosler die freie wähl der äblissin schon durch die päpsle Sergius (II, 844—847) und Hadrian (II, 867—872) gewährt: denn bischof Altfrid von Hüdesheim, der sein amt 851 antrat, steht als gründer aus Lacombl. niederrhein. urkundenb. 1 nr. 97. 99 fest, und papsl Sergius starb am 27 Januar 847; zugleich zeigt Lacombl. 1 nr. 99, dass weder Sergius noch Hadrian, dass vielmehr Nicolaus (so zu lesen für Zacharias nach nr. 97) dem klosler das recht zu freier wähl der äblissin verlieh, aber nach der Urkunde Otlos I d. d. 15 jan. 947 (Lacombl. 1 nr. 97, MG. dipl. Ollo I, 85: erneuert durch Ollo II am 23 juli 973, Lacombl. 1 nr. 117, MG. dipl. Otto II, 49) hat bereits erzbischof Günther von Köln (abgesetzt 863) mit Zustimmung 641 des papsles Nicolaus (gewählt 858), also zwischen den jähren 858—863 dem klosler bedeutende zehnten geschenkt (vgl. über die hier behandeilen fragen milleilungen des öslerr. insliluls, 2 ergänzungsbd., 1888 s. 544 bis 47). dieselbe Urkunde zählt unter den Schenkungen, die sie bestätigt, auch eine des königs Lothar (II, 855—869) auf und als Schenkung des königs Ludwig nennt sie curlem uuam Hucrithi nuncupalam. dieser Ludwig ist natürlich Ludwig der deutsche, zu welchem Altfrid in nahem Verhältnisse stand (Dümmler I, 876= '^2, 440): seil wann, müssen die zcugennamen der Urkunden Ludwigs ergeben, kann ich aber jetzt nicht untersuchen, bereits auf dem friedenscongress zu Koblenz 5 juni 860 ist Altfrid des königs bevollmäcliligter (Eckharl Fr. or. II, 476). wir dürfen also vorläufig dieses jähr als die grenze annehmen, hinler welche unsere heberolle, die z. 6 Hukreth nennt, fallen muss. nach der andern seile hin aber vermag ich eine grenzbeStimmung leider nicht zu geben, denn dass von den zahlreichen orlen, welche könig Zwentebold am 4 juni 898 dem klosler schenkte (Lacombl. 1 nr. 81) keiner in unserem denk- LXIX ESSENER HEBEROLLE 371 mal genannt wird, daraus wage ich mit einiger Sicherheit nichts zu schließen. Es dürfte hier der ort sein, um ein kleines Verzeichnis friesischer Besitzungen des klosters Werden einzuschalten, das mehrere zusammenhängende deutsche wörler enthält, in dem älteren Werdener heberegisler hl. 34 a von einer hand des X jh. aufgezeichnet und durch WCrecelius colleclae ad augendam nominum propriorum Saxonicorum et Frisiorum scienliam speclantes 1 (Elberfeldae 1864), 25 bekannt geworden ist, bei dem man auch alle nötigen erläuterungen findet, vgl. zs. 20, 128. An Naruthi thiu kirica endi kiricland fan Almeri te Tafalbergon. An Uuerinon thiu kirica endi al tliat gilendi. Te Amuthon thiu kirica endi kiricland. An theru Fehlu en uuerr sancli Liudgeri, alterum saucti Martini. Ütermeri sancti Liudgeri tolum, Spilmeri similiter, Pulmeri half. Suecsnon ubi natus est sanctus Liudgerus totum. An Upgöa sivun hofstadi, sivun 5 mierrstadi te Aiturnon sancti Liudgeri. Te Kinleson en all giuucrki. 3. 6 uuerr ist neulrum wie das nhd. wehr, die septem vvere, welche Crecelius aus dem heberegisler von SMarlin zu Utrecht beibringt, zeigen das wort als femininum mit lal. pluralendung, entsprechend ahd. wer! 'depulsio propugnaculum' Graff 1,929; altfries. were wiri Richlhofen 1139\ das in der bedeulung des zur Verteidigung dienenden gegenständes von Richlhofen in dem compositum hofwere 822 1 ' nachgewiesen wird, die ebenfalls von Crecelius angeführte ags. Urkunde bei Kemblc 1, 64 fügt dazu noch ein masculinum, lal. plur. uueres. das rr der vorliegenden beispiele erklärt sich aus der grundform warja durch consonanlumlaul, der von den obliquen casus auf nominaliv und thematische form übertragen worden. 6 Kinleson] dies natürlich die ursprüngliche form, nicht das assimilierte Kinloson jüngerer quellen, wie Förslemann 2 2 , 945 annimmt [dagegen HKern laalkundige bijdragen l (1877), 106]. vgl. zu dem zweiten teil des composilums das baier. calasneo Schmeller 1-, 1427. LXX ALLERHEILIGEN. 545 Über hs. und ausgaben s. zu LXIX. 2 offenbar ist an allen in den varr. angeführten stellen mit o ein zwischen o und u schwebender oder beides enthaltender laut bezeichnet, ganz ebenso findet sich ö zb. in den gl. Rb. von s. 503 b an für 6 und o (irö hiutö röhs /'. hros, sogar im lal. agrörum desiderö usw.) [dies ist unrichtig: die ö Graffs, abgesehen von den wenigen fällen, an denen o in u corrigierl wird, ahmen nur eine besondere, übrigens häufige, graphische form des o nach, vgl. ahd. gl. 2, 260 a. 2], in den Trierer glossen für ou uo und o (bötec röst höuig) und im fränkischen gebet LV11I für o. 9 gödlik, guodllk kann aus der bedeulung 'gloriosus' sehr leicht in die von •sollemnis' übergehen, und thianust ist hier ebenso selbsl- 24* 372 LXX ALLERHEILIGEN verständlich gleich missa oder officium im kirchlichen sinne, wie im Hei. 4, 5 theonost als gollesdiensl verslanden wird. 13 gel'ullon entspricht dem ahd. irfollön 'inslaurare' Graff 3, 493. Dass dem vorliegenden stücke die homilie liedas zu allerheiligen (opp., Col. Agr. 1688, 7, 151) zum gründe liegt, hat HHoffmann ahd. gl. § 114 s. xliii und in Aufsess anzeiget 1 (1832), 267 bemerkt, die Übersetzung ist ziemlich frei und bis auf das leichterklärliche misverständnis des namens Phocas richtig, zu der annähme, es sei jemals die ganze homilie übersetzt oder zu übersetzen beabsichtigt worden, ist kein grund vorhanden; und es spricht ausdrücklich dagegen die im deutschen angebrachte schlussformel. die lateinisclie stelle aber lautet: Legimus in ecclesiastieis historiis, quori sanctns Ronifacius, qui quarlus a healo Gregorio romanae urbis episcopaium tenebat, suis precibus a Phoca Caesare irapelraret, donari ecelesiae Christi templum Romae, quod ab antiquis panlbeon ante vocabatur, quia hoc quasi simulacrum omniura videretur esse deonim: in quo eliminata omni spurcitia, fecit ecclesiam sanctae dci genelricis atque omnium martyrum Christi, ul exclusa mullitudine daemonum, mnltitudo ibi sanctorum a fidelibus in memoria haberelur: et plebs tmiversa in capite calendarum novembrium, sicut in die naialis domini, ad ecclesiam in honore omnium sanctorum consecralam conveniret, ibique missarum sollemnitate a praesule sedis apostolicae celebrata omnibusque rite peractis, nnusquisque in sua cum gaudio remearot. Ex hac ergo consneludine sanctae romanae ecclesiae, crescenle religione christiana, decretum est ut in ecclesiis dei quae per orbem terrarum longo lateque constrnuulur, bonor et memoria omnium sanctorum, in die qua praediximus haberelur, ut quicquid humana fragilitas per ignorantiam vel negligeniiam seu per occupntionem rei secularis, in sollemnitate sanctorum minus plene peregissel, in hac observalione solve- retur, quatenus eorum patrociniis protecti, ad stiperna popnlorum gandia pervenire valeamus. über die Verbreitung und verschiedene behandlung des Stoffes s. lleinzel anz. 14, 269 ff. seine belieblheit gerade in den sächsischen gegenden erweist das nolat der annales Monaslerienses (IMG. SS. III, 153) zum j. 609: Bonifacius papa dedicavit panlheon. LXXI STÜCKE EINES PSALMENCOMMENTARS. Zwei pergamenlblälter fol. IX/X jh. aus Gernrode im herzoglich anhaltischen archiv zu Bernburg, stark vermodert, auf wachspapier aufgeklebt, zwischen glas bewahrt. HHoffmann Germ. 11 (1866), 323. 324. MHegne kleinere altniederdeutsche denkmäler (1867) s. 59—61 546( 2 60—63). es ist mir durch besondere herzogliche Vergünstigung möglich gewesen, die Malier hier in Wien unter Karajans äugen und mit Heinzeis gelegentlicher hilfc selbst zu vergleichen, kleinere schrift bezeichnet was nicht mehr Heyne und ich, was aber hr. prof. vlleine- mann vor uns in der hs. noch erkannte, doch bezieht sich dies nicht LXXI STÜCKE EINES PSALMENCOMMENTARS 373 auf das übergeschriebene, und von z. 53 an, wo man sich auf feslerem boden befindet, ist die Unterscheidung aufgegeben, welche ergänzungen hier zu denen von Heyne hinzugewonnen wurden, mag die vergleichung lehren, man wird, um der schwierigkeil der lesung willen, ohnedies in der regel beide ausgaben zu rale ziehen. 4 flehfcli: die Versetzung des h wie varr. zu z. 11, etwa an iro githankon endi an iro fleschlikcmo miillion, vgl. die stelle aus Cassiodor im excurs. 6 genuftsamidi: ältestes beispiel von fl für hl, vgl. die psalmen vorr. s. xvn/'. 46 fei 'dolosus'? vgl. mnl. nnl. fei böse, hart, engl, feil, ags. välfel und Grein s. v. 62 emnista] vgl. Werdener gl. zu Mallh. 10, 27 (nd. jb. 4, 47) equalia emnia und zu Lucas 12, 3 (die zu Lucas und Johannes hat Crecelius verschwiegen) piano sccmatc equalia alaemnia. 66—70 den schwerfälligen anknüpfungen mit wan ähnliches enim kommt bei lateinisch schreibenden Deutschen vor, s. zs. 12, 442. üass die vorliegenden bruchslücke einem psalmencommentare an-Wi gehörten, hat Heyne erkannt und auch in bezug auf die lateinische quelle dieses commenlares das richtige gefunden, ich habe die psalm- commenlare von Origines, Eusebius, Augustinus, Hilarius, Heda, Haimo, Hemigius von Auxerre, Walahfrid Strabo verglichen, keiner zeigt jene verwanlschaft wie die schon von Heyne namhaft gemachten: der com- menlar des Cassiodor und das fälschlich dem Hieronymus beigelegte bre- riarium in psalmos. \doch hat der verf. aus diesen commenlaren nicht selbst seinen deutschen geschmiedet, sondern eine lal. vorläge benutzt, in welcher beide bereits zusammengearbeitet waren, das beweist der lexl des clm. 3729 (s. darüber anz. 5, 218), aus dem ich die stellen hersetze, an denen er näher als der angeführte Wortlaut des Cassiodor und des pseudo - Hieronymus zum deutschen stimmt.] dieses ist zum teil so verstümmelt, dass oft nur ein einzelnes Stichwort die verwantschaft bekundet. (deutscher lexl z. 2—8) psalm IV, 8 'Dedisti laeti- tiam in corde mco, a fruclu Irinnen ti, vini et olei sui multiplicali sunt.' mulliplicati sunt enim pessimis aclibus i.e. mundana voluntate com- pleti Cassiodor. redit ad eos qni rebus carnalibus probantur in- tenti. illi enim non ubertate carismatum multiplicali sunl, scd pessimis terrenis aclibus et mundana voluptate completi clm. (z. 9 —18) 9 'In pace in id ipsum dormiam et requiescam.' Contra bumanos tumullus et felicitales caducas, quas mundus aestimabat esse praecipuas, pulcberrime pacem cordis obiecit, quam habere non possuni qui saecularibus artibus (l. actibus?) implicantur. Pax enim ista habet tranquillissi- mam vilani quae cum sna mente non liligat: seil in domini beneficiis per- severans amoena Iranquillitaie perfruilnr. . . . Sed ne pacem islam temporalem putares, addiriit 'in id ipsum dormiam el requiescam'. In id ipsum quippe dicilur, quod nulla rerum vi cissi tu din e eommulatur, secl ipsum in se permanens in com in n tabili perennitatc con- sistit. 'Ilormiam' ünem vitae vult intelligi. 'Requiescam' futuram bea- titudinem indicare monslralur, quando iam requies dabilur sanctis et gloriosa pausatio Cassiodor. darnach kann man z. 17 noch 374 LXXI STÜCKE EINES PSALMKNCOMMENTARS etwas weiler gehen und ergänzen: an themo uuonle. 'ik scal sclapan (oder reslian)'. (z. 19—27) psalm V, 1 'In finem pro ea quae hereditatem consequitur psalmus David.' . . . Pro ea vero quae hereditatem consequttur eeclesiam significat cuius persona in hoc psalmo introducitur ad loquendum (vgl. zu 28). liaec bona doniini salvatoris adit ac possidet. her edi tat ein vero iileo consequi dicitur, quia Christo resurgente ad eam bona spirilualia pervenerunt, i. e. fidei insuperabile fundamentum, spei cerlissimuin praemium, suave vinculum caritatis etc. quarum rerum nunc tenei imagines et in futuro est perenniter possessura virtutes .... Rursuni ecclesia domini vocalur heredilas, sicut in seeundo psalmo dictum est 'pete a nie et dabo tibi gentes hereditatem tuam, et possessionem tuam termiuos terrae', quae merito ipsius heredilas dicitur cuius prelioso san- guine comparata monslratur Cassiodor. recte enim pro ecclesia, quae hereditatem, hoc est vitam aeternam per dominum Jesum Christum aeeipit, psalmus iste praetilulatur clm. die Vorstellung Christi war im deutschen offenbar näher ausgeführt: siecht in sarmu g 22 auch etwa siimauunga? 'die kirche ist diejenige, die das erbe erlangt: das ist der ewige besitz der geistigen guter, die sie Jesu Christo verdankt, dessen ist das erbe, der vom anbeginn bei dem, vater war und an dem ende der well als richler kommen wird.' (z. 28—33) 2 'Verba mea auribus pereipe, domiue, iutellige clamorem meum.' Aures autem divinitalis ad similitudinem corporalem dieuntur . . . Vox enim ista non erat labiorum crepilus, sed cordis afflalus, qui non auribus audiri, sed mentis lumine con- suevit intelligi Cassiodor. bis verbis ecclesia rogat, ut eius oris psalmodia adeo audiatur et perfeclus cordis all'eclus intellegatur ab eo qui non auribus sed lumine suae divinitatis intelligit euneta clm. (z. 34—3G) 3 'Iniende voei orationis meae, rex mens et deus mens' (von hier als vocaliv z. 31/'. vilo ihurugthigeno herro vorausgenommen'! [darin sehe ich eher eine Übersetzung von perfectus cordis: Ihurugthigeno nerton?]). Tu es deus meus, quia non est venter deus meus, quia non est aurum deus meus, 543quia non est libido deus meus. quoniam tu virlus es, et ego cupio habere virtutes, propterea tu es deus meus, hoc est, virtus mea (der anfang des entsprechenden min z. 35 erhallen) breviarium. (z. 37 — 53) psalm V, 7 'Odisli omnes qui operantur iniquitatem: perdes omnes qui loquuntur men- dacium. viruiii sanguinum et dolosum abominabitur dominus.' Videntur istae sententiae nonnullam reeipere quaestionem, ut iniquitatem operantes odisse tantum dominum dieat: mendacium vero loquentes perire confirmet? dum si lillerain intendas, gravius videalur esse agere iniquitatem quam loqui mendacium. sed hie significat haerelicos qui loquentes mendacium, sequa- cium animas perdiderunt. quid enim potest esse gravius quam ibi errare ubi et alt er um possit exlinguere? Cassiodor. Qui eniiii operalur iniquitatem, suam tantum animam oeeidit: qui autem haere- licus est et loquitur mendacium, tot oeeidit homines quot induxeril breviarium. Vir quidem sanguinum est qui humano cruore polluitur, sed et ille qui deeipit vivum. Addidit 'et dolosum'; multa enim perperam fiunt quae propria voluntale non agimus: dolosus (vgl. zu 46) autem illos significat qui scieiites malum alienum (z. 48?) LXXI STÜCKE EINES PSALMENCOMMENTARS 375 operari nituntur exitium Cassiodor. Vir sanguinum oninis haere- ticus est (z. 49), quolidie animarum sanguincm fiindit. rede dixit dolo- sum: et homicida est et dolosus (yarr. zu z. 50) breviarium. vir sanguinum est, qui ve! in anima vel in corpore (z. 52/".) proximum extinguit clm. (z. 53—58) 8 'Ego aulern in mullituiline misericordiae tuae in- t r o i b o in domum t u a m , a d o r a b o ad Icinplum sanetum tuum in timore tuo.' Quoniam malos dixerat abominandos, consequens erat ul so per divinam gratiam in domo domini testaretur admitti. nam cum ipsa ecclesia hie domus sit domini, tarnen potest per unumquem- que bealum dicere, qui eius membra sunt, Jerusalem fuluram se nihilo- minus intraturam .... Sed quia illa futura Jerusalem lapi- dibus vivis sanetorum credit ur multitudine construenila, apte dixit 'introibo in domum tuam': quasi in illius fabricae perfecta aedificatione concludat. 'Adorabo ad templum sanetum tuum in timore tuo.' . . . Templum sanetum corpus est domini salvaloris. ... Se- quitur 'in timore luo'. Ut cordis compuncüonem declararet, timoris intulit mentionem: quia tunc fides solida est, quando amori casto for- mido divinilatis adhibetur Cassiodor. i. e. caelestem Hierusalem. et adoral cum conpunetione timoris clm. (z. 59—66) 9 'Deduc nie, dorn ine, in iustilia tua: proplerinimicosmeos dirige in conspectu tuo viam meam.' . . . Ait enim 'in tua iustilia', id est, dum confitenlibus parcis seque poeniteudo damnantes aequissima po- tentia luae pielatis absolvis. nam qui abiieit rebelles, iuslum est ut velit reeipere supplicantes. 'Propier inimicos meos', id est propter baereticos et paganos. . . . 'Dirige in conspectu tuo viam meam', id est: vitammeam perducadtuaeserenilatisaspectum Cassiodor. poslulat se deduci ad aeterna gaudia clm. Ego autem cupio intrare in domum tuam et volo intrare per viam tuam reclam: sed quoniam con- tinuata semilis scandala ponunt inimici mei et mihi in domum tuam ire cupienti laqucos ponunt in itinere, propterea quaeso te ut dirigas pedes meos usque ad finem. meum est pedes ponere in via tua, tuum est corrigere gressus meos. ... Quae est autem isla via? lectio scripturarum. . . . breviarium. (z. 66—70) 10 'Quoniam non est in ore eorum verilas, cor eorum vanura est.' . . . Recte enim dicilur, in ore ipsorum non esse veritatem, quorum cor vanitas possidebal. lingu-a enimsequilur mentis arbitrium imperioque549 cordis eius mobilitas naturali ordine famulatur Cassiodor. Dcscribuntnr haeretici, describitur vir sanguinarius et dolosus quem abominabitur dominus. 'Non est in ore eorum veritas': non h ab ent Christum veritatem in ore suo, quia nee in corde habeut. 'Cor eorum vanum est.' melius habetur in hel)raeo sxißovkov: vere enim insidiatur cor haereticorum omni lins quos ilecipit breviarium. die Übereinstimmung zwischen den ausgezogenen stellen und dem deutschen lernt ist unzweifelhaft: manchmal treffen die worle näher zusammen als der sinn, und das Verhältnis ist jedesfalls ein freieres. 376 LXXll SÄCHSISCHE BEICHTE LXXH SÄCHSISCHE BEICHTE. Hs. der k. landesbibliolhek zu Düsseldorf 1). 2, 234 bl. 4 Ü , aus dem frauensliß zu Essen, nach WUarless archiv für die gesch. des Niederrheins 6 (1808), 63 f. in den ersten decennien des Xjh. angelegt, um die mitte des jh. auf den jetzigen umfang gebracht, 'enthält das sacra- •menlar Gregurs d. g. mit einmischungen aus dem gelasischen; ein kalen- darium und mehrere kirchliche formein und lectionen, von etwas verschiedener hand, sind teils vorgeheftet, teils angereiht. unter diesen zeugen einige einweihungs- und beschwb'rungsformeln zb. bei gollesurleilen durch die wasser- und feuerprobe, für das aller der hs. hier findet sich auch ein ordo ad dandam paenileniiam, worauf ohne absalz oder än- derung der schrifl die vorliegende beichlfurmel folgt' (fol. 204—205). TJLacomblet archiv für die geschickte des Niederrheins 1 (1832), 1—9. recensierl von JGrimm GGA. 1832 s. 392—397 (kl. Schriften 5, 125 bis 129). nachverglichen von WCrecelius Germ. 13 (1S68), 105 und dann ■noch einmal für mich. 1 giuhu] vgl. tliat ik gisiaha Prudenliusgl. 695 (zs. 15, 529 = ahd. gl. 2, 588, 6). JGrimm gramm. l' J , 261 vergleicht mnd. sii, süt, ge- seliül f. sicli, sihet, geschihet. vgl. zb. Schröder holt des h. cruzes gloss. s. v. sen. bei Hölscher nd. lieder und spräche findet sich nr. 2, 2, 8 ge- schuet, 30, 2 su, 23, 6. 36, 10. 51, 2. 69, 2 suet, gerade wie fluet f. fliuliet 62, 5. Tauler hs. bei Denifle buch von geisll. armut s. xvm ge- sclmyt. 4 crislinhüdi -taufe' wie LXXll b , 4. LXXÜI, 16. LXX1V, 16. 8 siierjaniijasj -annjas ebenso z. 28. aber z. 33. 46 dal. -anna. vgl. JGrimm gramm. 4, 105. es ist neben -ana (nom. acc.) ein injinilivsufjix -anja für die obliquen casus anzunehmen, vgl. gl. Ker. s. 172 zi firtha- kenni, zi quelhanni, 246 zi fiuthanni, 279 zi uuerienni, 284 uidendi. zi- lienni (l. zi sehenui) und dazu die dalive enli fragm. theol. 8,21 JW und zi aiuuihti Graff 1, 732, neouuihti min gl. Ker. s. 203. ob tueune K. llallemer 1, 37. 41. 46. 86 als umlaul in anspruch zu nehmen ist, 550 weiß ich nicht: sonst steht bei K. anne in starken verben durch und ist bei schwachen weitaus überwiegend, jedesfalls erklärt consonant- umlaul die Verdoppelung des n besser als Bopp vgl. gramm. § 87 7. das suffix ist identisch mit dem des sskr. pari. ful. pass. -aniya (==-anya: Schleicher compend. 2, 350). andere spuren desselben zeigt im gotischen Bopp auf vgl. gramm. § 904. vgl. Kögel über das kerunische glossar s. 142 bis 145. 11 fehöda] vgl. 30. LXXll", I 7. LXXir, 9. LXXIV 1 , 7. LXX1V", 7. LXXV, 17. JGrimm aao. s. 395/'. Kern laal- en lellerbode 1, 195//'. Braune beilr. 12, 396/. 18 juogeron: man wird dabei zunächst an die dem beichtenden zur erziehung anvertrauten denken müssen. ist mestar z. 6 das entsprechende'! in der Frekenhorster heberolle heißen die Mosterschüler juogeron, s. MHeynes glossar. 19 missa 'feierluge' wie LXIX, 4. 15; liul. 17, 12. 37, 14. Eilhard X 7387. spec. eccl. s. 92. 96. 130. vgl. Schneller gloss. sax. 79 a . Lexer 1, 2122. d. wb. 6, 2112. 29 hethiiinussja: vgl. die Brüsseler Prüdenliusglossen zs. 16, 93 LXX1I SÄCHSISCHE BEICHTE 377 nr. 60. 62 = ahd. gl. 2, 573, 45/'. paganismo heithenisse, pagum helhi- nissa. sespilon: die erklärung JGrimms und Schmellers ivird durch die alls. glosse zum Prudenlius (zs. 15, 518, 80 = ahd. gl. 2, 576, 63) nenias sesspilon bestätigt, auch in einem wertvollen Trierer glossar, welches im 3 lande der ahd. gl. gedruckt werden wird, steht nenia sespilon f. 107 b . 31 die früheren ausgaben lasen uuiethon. Äbol- ganhed. die nunmehrige, von Scherer im handexcmplar fragweise angedeutete Interpunktion ist darum vorzuziehen, weil alsdann jeder selbständige salz der beichte bis zur conclusio z. 41 als erstes oder drittes wort ik enthält, aus ähnlichem gründe habe ich LXXU b , 32 Scherers punkl mit Braune durch komma ersetzt. 44 hluLlarliUjo] vgl. harm- lleeo Hildebr. II, 66. 46. 47 biddju gibedas] vgl. LXI, 8 petöno pitlju. Die vorliegende und die folgenden beichten bis LXXV sind nicht unabhängig von einander entstanden, die Mainzer (M) und Pfälzer (P) setzen einen lexl y voraus, der in abhängigkeil zu einer fassung % stand, aus welcher auch die Fuldaer beichte (F) geflossen ist. in weiterer verwanlschaft schliefst sich die Reichenauer beichte (R) an, und S die sächsische scheint ihnen allen zum gründe zu liegen, eine genaue und scharfe genealogie ist nicht möglich, in zahllosen kirchen Deutschlands wurden diese formein gebraucht, jeder Schreiber konnte aulor sein, und eine gewisse Selbständigkeit entwickeln, indem er aus der vielgestaltigen Überlieferung schöpfte, die späteren und abgeleiteten glieder der verwanlschaft wirken daher wieder gegenseitig auf einander ein. das oft wiederholte ib gibu von S findet man in der Lorscher beichte (L) und in R wieder, aber der eingang R bietet bereits ih uuirdu golc almahügen bigihttg wie F und x. daraus halte y gemacht ili iiuili gote almahligen bigihttg uuerdan, das behält P bei, M dagegen führt wieder das einfache ih gihu von S ein und bringt uuili dero bigihilg uuerdan in z. 2. 3 nach, das formelhafte so ih scolla am schluss der einzelnen selbslanklagen haben SLM und R 27 (vgl. S 24. 25), dagegen F so ili mit rehlu seolta, P so ili bi reblernen scolta, und R, das seine quelle noch an einer stelle verrät, ersetzt es sonst durch söse got habet gibodan unde min seuhl uuäri. der angeredete priesler heifsl goles man in SLFP und offenbar auch in xy, denn M hat diese bezeichnung am schluss 22 beibehalten, im eingang aber geändert und goles holen daraus gemacht wie R und dei missus bei Olmar s. 562. hierin also nähere Übereinstimmung zwischen M und R gegen alle übrigen, in S 19 klagt sich der beichtende an, dass er ihena helagon sunnündag endi thia helagün missa nicht feierte und ehrte, das ist in M 10 R 9 ganz richtig auf- 551 gefassl und thia helagün missa durch andere beilege tag* wiedergegeben; F 12 P 10 (£15?) dagegen verstanden 'messe' darunter und setzten den Singular, der strengste plan der aufzählung scheint in MP zu herschen: die Unterlassungssünden, mithin die negative form des ausdrucks, genau gesondert von der positiven, aber diese strenge sonderung ist nicht ursprünglich: die genilive der positiven reihe werden in der sonderbarsten weise unterbrochen durch M 6. 7, P 5—7. diese Wendungen stehen in 24** 378 LXXII SÄCHSISCHE BEICHTE F 13. 14 an der richtigen stelle, andererseits hat auch F in z. 6. 7 einen solchen unterbrechenden zusalz, der nach M 17 11 30 vielmehr an das ende der zusammenfassenden wendung gehört, mit welcher die beichten regelmäßig schließen, hieraus ergibt sich der plan von x, worin die reichen aber ungeordneten demente von S in eine bestimmte folge gebracht wurden. S zerfällt außer eingang und schluss in zwei hauplteile von analogem bau: eingang 1—7; erster teil (7—25), anfänglich genitive (7—10), dann selbständige salze, mit wenigen ausnahmen negativ und daher schließend mit dem stereotypen 'wie ich sollte' (10—25); zweiler teil (25 — 39) anfänglich wieder genilive (25—29) und dann wieder selbständige aber nicht so stereotyp gebaute sätze (29—39); schluss (39—48) zusammenfassend, schluss und eingang stehen mit ihren allgemeinen angaben über die arten der Sünde und die umstände, unter denen gesündigt wird, gleichfalls in analogie, so dass einzelne phrasen ebensowohl dem eingang wie dem schluss gemäß waren und ihre stellen lauschen konnten, das hauptgeschäfl des Verfassers von x bestand darin, jene beiden hauptteile in einander zu arbeiten, nur einmal genilive zu gruppieren und auf sie salze folgen zu lassen, erst negative, dann positive mit parlicipien. er beginnt also mit der eingangsformel 'ich beichte goll dem allmächtigen, allen heiligen und dir ■priesler meine sünden (S 1. 2). zu suntöno treten dann gleich, zum teil in abhängige salze aufgelöst, die genilive vom beginn des zweiten haupl- leils, unrechtes sehen und hören, zulassen und verleiten (diese beiden in S 26 wohl ausgefallen, F 4 M 4. 19 P 3), unrechte gedanken worle und werke, unrecht sitzen und stehen (M 6 P 5), was ich irgend gegen gotles willen tat (FA. 5, vgl. S 41. 42). sünden des worls: meineid (S 31) fluchen (S 33. 8) lügen (S 8: es wird nun der anfang des ersten hauplteils S vorgenommen); sünden der tat: stehlen (S 30) hurerei und lolschlag (S 9. 10); sünden des gedankens: girida, abunsles, ntdes, bi- sprächido, ubilero luslo F 8, mtnero fastün firbrocheneru M 8. 9, PS (F 9. 10), vgl. S 7 nithas endi avunstes (vgl. S 32), betjas endi bisprakjas . . . firinlustoho (vgl. 36) endi mtnero gilidjo farlälanero. hierauf negative salze, entweder unabhängig oder durch tliaz angereiht wie in F. das motiv zu dem ersten ist aus der eben benutzten stelle von S entnommen, wo nach firinlustono fortgefahren wird ovarmödjas endi tragt godes ambahtas, demnach: versäumter Mrchenbesuch, sonn- und feiertage und heiliges abendmal nicht geehrt (S 19—21), curs nicht erfüllt, ungehorsam (MP; S 33 mtiia giltdi endi min gebed ... ne gifiilda . . . un- gihörsam uuas), notleidende nicht aufgenommen (MP; S 22—24), kein almosen (fehlt S); kein versöhnungstiflen (S25), Sünde nicht vergeben (fehlt S). ohne erlaubnis gab und nahm ich (S 30. 31), zur unzeil essend und trinkend (S 10. 11), zur unzeil schlafend und wachend (fehlt S, doch vgl. 42). dies alles und vieles andere (vgl. S 39), dessen ich vor goll schuldig bin (fehlt S, vgl. 41. 42), das ich bei meiner laufe versprach (S 4), ob ich es mit bcwuslsein unterließ oder aus unerfahren- heil oder in der trunkenheil (S40, vgl. excurs zu LXX1II), ob durch eigene oder durch fremde anreizung (nur M, doch vgl. R 30. 31?), ob LXXII SÄCHSISCHE BEICHTE 379 schlafend oder wachend (S 42), ob ich mich dessen erinnere oder nicht (fehlt S, steht aber LXXII", 19/'. LXXVII, 5. LXXVII1, 3), ob ich es dachlebbl sprach oder tat (S 2. 3j: das beichte ich nun goll dem allmächtigen usw. (S 45. 46) und tue gerne bufse (S 46). Vergleichen wir dieses wiederhergestellte x, die quelle von FMP, im ganzen mit S, so kann nicht überall mit Sicherheit gesagt werden, ob x in der tat aus einer mit S identischen fassung hervorgegangen ist, ob nicht S selbst erweilerungen erfahren hat. auch nähere belrachlung lehrt darüber nichts, der salz 4—7 könnte ein eigentümlicher sein: die religiösen pflichten sind in den drei formein des laufgelöbnisses, des glaubens, der beichte beschlossen; die bürgerlichen werden ebenfalls in drei begriffe gefassl, wovon der erste nieslar wahrscheinlich den geistlichen vorgesetzten bedeutet, der zweite Iierdöm sicher den welllichen; der dritte uuilliar mtnemo rehta (vgl. LXXVI, 26 uuider minemo heile, dies und das darauf folgende nicht in der lateinischen quelle) kann daneben nur auf das gehen, was ich mir selbst und meines gleichen schuldig bin. das Verzeichnis der Sünden ist nicht systematisch angelegt, aber nach natürlichen Übergängen des gedankens, die man grofsenleils leicht errät, die gesinnungen, welche die menschen entzweien, machen z. 7 den an- fang; bispraki leitet zu schwören und lügen, auch Sünden des mundes, über; dann kommt sinnenlust und alle leidenschaften, die der christlichen enlsagung entgegen stehen und den menschen vom gollesdienst abhalten, an frafs und Völlerei knüpft sich anderes, was speise und trank betrifft, und das verschütten des geweihten leitet zu sonstigem verwüsten über, darunter die Unachtsamkeit auf die Sachen des Herren, womit eine neue vorslellungsreihe, die pflichten gegen andere menschen, ungehörige und nicht ungehörige, eröffnet wird, da sich die lehrpflichl 18 um geistliches dreht, fällt dem Verfasser kirche und feierlage und abendmal ein, er kehrt aber wieder zu den nächslenpflichlen (worunter auch zehnlenzahlen), zu gaslfreundschafl, zu den Vorstellungen von streit und Versöhnung zurück, hier scheint er inne zu hallen und sich zu besinnen, was er noch etwa vergessen haben möchte, daher fängt er von neuem an mit genitiven, ausgehend von den verschiedenen lebensfunclionen des menschen, sehen und hören, denken sprechen handeln, sitzen stehen gehen liegen. die Vorstellung des 'unrechten iiegens erinnert an küssen umhalsen Umarmung, die Vorstellung weltlicher sinnenlust weckt die der heidnischen poesie, und diese hinwiederum die des falschen und verpönten glaubens. was folgt, seheinen nachtrage und ergänzungen zum ersten teil, die nicht in ähnlicher weise durch ein inneres band zusammengehallen werden: diebslahl, geben und empfangen fremden gutes ohne erlaubnis (des rechtmäßigen besilzers) und meineid (um die Veruntreuung abzuschwören); zorn Streitsucht und was sonst die menschen entzweit, ein schon angeschlagenes thema: wir befinden uns bei einem fehdelusligen volke. dann wieder eine anzahl Sünden des mundes, endlich vergehen in der kirche und gegen geistliche personen. Es ist kein einheitlicher Standpunkt festgehalten: der Verfasser spricht bald im namen eines gefolgsmannes im herrendiensl, bald im namen 380 LXXII SÄCHSISCHE DEICHTE eines Musterschülers, letzteres zb. in dem salze 32—35, den ich soeben als Sünden des mundes bezeichnete: der ungehorsam steht scheinbar unvermittelt, unter dieser Voraussetzung aber wohl erklärbar, zwischen unrecht lesen und singen und sprechen und schweigen, ein ganzes lebensbild entrollt unsere beichte, characlerisiisch die erwähnung des Heidentums, die alle poesie steht in kraft, das ansehen der bischöfe und priesler ist noch bestritten, es kommt vor, dass geweihte speise und trank zerstört wird, die beichtenden sind im glauben noch nicht fest, sie 'glauben, was sie nicht glauben sollten', ja z. 40 so ik il uui- 553 lamli dädi so unuuitandi, so mid gilövou so und imgilövou weifs ich nicht anders zu verstehen als: 'wissend [belehrt, dass etwas sünde set) oder unwissend, seil ich chrisl bin oder noch als heide'. der mensch wird auf golles mundburd verwiesen, aber auch das Verhältnis zum weltlichen herrn macht sich gellend, und nur dieses klingt wenigstens in R 28 an: die übrigen characteristischen züge sind S allein eigen; hier hinzugekommen oder in den verwanlen beichten weggelassen? wer weifs es. jedesfalls setzt S die sächsischen zustände nicht allzu lange nach der bekehrung voraus, sie reiht sich insofern dem sächsischen taufgelöbnis an und isl älter als der Heland. in bezug auf das unmittelbare Verhältnis zum leben aber könnte man sagen: die sächsische beichte unterscheidet sich von der Fuldaer wie der Heland vom Olfrid. 631 LXXU" L0RSC11E11 BEICHTE. Cod. Pal. 485 (SNazarii Lauriss.) der valicanischen bibliothek zu Rom, 113 bl. in fol. min., lXj'/t. (nach 882: s. Dümmler zs. 18, 308), beschrieben von Arevalus Slsidori opera omnia 2 (1797), 357, der zuerst der deutschen beichte gedachte, dann von Belhmann im archiv der gesellschaß für ältere deutsche geschichtskunde 12, 335 f. genauere be- schreibung und sorgfältige absehrifl der deutschen beichte verdanken wir der gute des hm. dr. Hugo Hinck in Rom. ohne kennlnis des ab- druckes im anhange zur 2 aufläge der denkmäler nochmals herausgegeben von KBarlsch Germ. 20 (1875), 1—3 nach einer absehrifl des dr. AMau. die discrepanzen beider abschriften, auf die Scherer anz. 1, G3 /. hinwies, prüfte an der hs. nach dr. ODziobek zs. 19, 392. auf dem oberen rande von bl. l a steht von junger hand Agenda sacramen- lorum et exposilio misse duplex, in dieser exposilio, die bis an den schluss von bl. 3 b reicht, steht bl. 2° eine lateinische beichte: 1NCIP1T CONFESS10 CU1USL1BET SAP1ENT1S. Quando uolueris confessionem l'acere peeealorum luorum uiriliter age usw. dann die eigentliche beichte 'Domino deo omnipolenti eonl'essus sum peccata mea el omnibus sanetis suis. el tibi dei misso quae l'eci ex quo sapere ineipi. in cogilatioiie. et in uerbo. el in opere. aut in iuramenlis. et periuriis. aut malediclis. et delraclionibus usw. bis bl. 2 lj dominus dare iuilulgenliaui peeealorum meoruni'. IAXH b LOBSGHEB BEICHTE 381 Et sacerdds benedicat eL orel ei dicat illi 'Omnipotens Jens gui dick: qui nie conl'essus fueril corani homioibus et cel. llle tc benedicat et cuslodiat et det lihi remissionem omnium peccalorum luorum amen', (auf diese stelle durch ein kreuz bezogen, am rande von jüngerer hand: eonfessio omnium peccalorum) lli gilm usw. die deutsche beichte, alles bisherige von einer hand; erst mit bl. 4" beginnt eine neue und schreibt Cursus hiiiae per duodeeim signa, 5 a — 15 b Ciclus lunaris undeviginli annbrum per kl, 10"—17 b Beaüssimus hieroniinus liebreorum Dominum interpre- tationem primus in latinam linguam convertit, 17'' ■— 27 b Primum in ordine misse anliphona, 27 b ff. wieder eine exposilio missae und so liturgisches kirehenrechlliches dogmalisches bis zum schluss. 1 sanetin, ebenso 40: vgl. das indeclinable seilte (zu XVI, 3), gleichsam stamm sanetja- santja-. zu gründe liegt der lal. geniliv, in welchem die heiligennamen so häufig gebraucht werden, dass oberdeutsche mund- arten der heilige Floriani, Leonardi udgl. sagen, ähnlich gehl im Taliantai magi nach der i- declinalion, vom tat. nom.pl. aus. 7 forläzanero: sonst far-, f'er-. huoro als gen. obj. abhängig von uuilleno »'s* nicht unmöglich und kommt der bedeulung nach dem höruuilljono von S 9. 10 gleich, die hs. inlerpungierl nicht nach liuoro. aber auch ein fehler für buoruuilleno oder für liuoro. huoruuilleno wäre möglich. 8 ubar- truiiclii: dieses femininum ist neu neben dem masc. oder neulr. ubar- trunk (Tal. 14G, 4 in ubarazze iniin ubarlrunke; Sievers selzl das zweite worl als masc. an mit Graff 5, 540, das erste zweifelnd, wo Graff \, 529 femininum; vgl. S 10 ovarätas endi overdrankas) und den femininis ubartiuncani (LXXI1I, 7) ubarlrunchida (LXXV, 5) ubarlrunchilt (LXXV1I, 14). die bildung -i steht neben der auf -ida wie in giri giiiila (und giridt), küskt kuskida, berti (und liarla) herlida, bald! baldida usw. die beobachlung solcher Suffixablösung hat eine allgemeine bedeulung von grofser tragweite. die beliebten sufßxidenlißcierungen werden damit hinfällig, so wenig als -i und -ida wegen der angeführten Wörter, so wenig sind die gotischen adverbialsufßxe -6 und -ba identisch wegen glaggvaba glaggvo, andaugiba anilaugjo (AUczzenberger Untersuchungen über die gotischen adverbia und parlikeln s. 25). 15 niissa scheint, nach der form des arlikels zu schliefsen, die freilich auch bei Olfrid statt tliio begegnet (Helle 2, 358. 359), als 'messe' misverstanden; s. zu S 19. 18 gisa- bane, vgl, Graff 6, 74. 7 5. inlautend h für hli auch 6 bisprälia, 17 sioliero, 27 ruoholöso, 40 lütarlilia, nur 37 uuahliandi. gisuenen] über das ue vgl. zu LV1, 22; Kelle Olfrid 2, 463. 19 unsipberon gisageda] der ausdruck ist dem giuuar synonym, gisagen mit doppeltem aecusaliv und der bedeulung 'durch reden bewirken, machen' sonst nicht nachzuweisen. unsipbi 'unfriedlich, feindlich'. scoldi abwechselnd mit scolda wie in der sächsischen beichte: vgl. Lobe gramm. § 184 anm. 2. 26 zit liiell ist nicht unecht an sich, aber an dieser stelle, es ist der resl eines salzes, der nach strites stehen mäste, mina zit ni hielt, vgl. S 33 niina gitidi . . . ne giheld. dagegen gehören aliulges inti stilles zusammen, vgl. S 31 abolganlied endi gislridi. 27 rnoholöso] das o des ersten composilionsgliedes beruht auf assimilalion an das 6 von löso, vgl. LXXVI, 382 r.OHSCIIER BEICHTE 23 fergouinolosata, Tat. 125, 7 furgouniolusötun. vgl. assimilation des ge- udgl. zu XVII, 38. XXXVI, 3, 9. ähnlich scheint die färbe des ab- leilungsvocals durch den wurzelvocal, aber den vorangehenden desselben worles, bedingt in 22. 23 sedelo stailalo legero; XVI, 2 comonne; Olfrid 3, 7, 44 F ubur; gl. Doc. misc. 1, 220'== ahd. gl. 1, 406, 12 /'. hungu- runta [vielmehr bungurunte; rologe ahd. gl. 2, 398, 9 f; guunnluniu ib. 033 38 usw.]; vgl. zu XCIV, 8. 30 crücithrahto] das ili in dem worle fällt nicht so sehr auf (Graf}' 5, 514; Kelle Olfrid 2, 503, vgl. 493) als die flexion nach der i-klasse, die sich dem anomalen deoto für deolöno vergleicht [sie ist durchaus normal, s. Sievers zs. f. d. phil. 15, 245]. darnach uuiht oder uiouuiht zu ergänzen, wäre voreilig, gol. bileiban wird mit dem daliv oder aceusaliv conslruierl, im negativen salz mit dem geniliv, gerade wie liaban und visan mil der negation, Lobe § 235 s. 228 ; JGrimm gramm. 4, 961 (zu 650). 31 zu der form pricsdä (und 44 priast) vgl. die von Kögel beilr. 9, 327 angeführten belege, aber gegen die von ihm behauptete nur rheinfränkische gellung der form spricht anz. des germ. mus. 1879, 257 = zs. f. d. phil. 13, 47 7 bit die brieste. auch in dem gleichfalls alem. stück LXXXIX, 39 hat die hs. priest. Indem ich an den excurs zu LXX11 anknüpfe, kann ich sofort feststellen, dass die vorliegende beichte mil der sächsischen (S) näher ver- wanl ist als irgend eine der hochdeutschen beichten, zum teil habe ich diese verwanlschafl schon bei der consliluierung des lexles verwertet, aus S 3. 4 ergibt sich, dass der Verfasser der Lorscher beichte (L) von einem gideda zum anderen abirrte, den zweiten salz S 3—7 hat er, zum teil durch Unkenntnis (varr. zu 5) bald erweitert bald verkürzt, im dritten salze S 7—11 bietet L teils weniger (heljas, liagannjas und den durch x vorausgesetzten schluss von unzeiliger speise und trank) teils mehr (geilt, slafheili, farligero inli mordes). der vierte salz S 11. 12 ist, so weit er das Verhältnis zum herren betrifft, umgestaltet (R 28 spricht für die fassung von S) und in den fünften gezogen, der senior nach den ellern eingereiht, sonst ist hier zu S 13 —16 weib und kind hinzugekommen, ganz singulär, sämtlichen beichten außer LXXI1 C fremd; die übrigen änderungen nicht wesentlich, hierauf S 16—24 durch aus- lassungen in bessere Ordnung gebracht, dadurch, dass S 16. 17 wegfällt (zu arma man vgl. R 21 durfdige man), treten die jünger und taufpalen unmittelbar an die übrigen angehörigen heran, dann heiligung von sonn- und feierlagen: das abendmal S 20 ist aber hier mit unrecht weggeblieben und für später (L 27) aufgehoben: indessen wird wenigstens die fassung von L uulha uuizzöd nam, hialt, ereda, nicht S t'isas drohlinas ltkhanion endi is blöd anlfeng, durch R 16 (veböda) F 12 erila, M 11 V 10 giliiall bestätigt, hierauf aus dem folgenden S 21—24 die zehnlen- zahlung herausgenommen S 23 (die fassung von L laigalt statt S gaf durch R 27 bestätigt) und aus S 30 mit stehlen und hehlen vermehrt, im übrigen dann S 21—24 dem sinne nach nicht verändert, hiermit wird aber der erste teil nicht geschlossen, sondern S 30 heraufgenommen LXXII b LORSCHER BEICHTE 383 'ich glaubte, ivas ich nicht glauben sollte' mit dem beigefügten gegensalze 'ich glaubte nicht, was ich glaubeii sollte'. der zweite teil beginnt wie in S; der erste salz S 25—29 unverändert, nur ein par Umstellungen, und helsjan ausgelassen, die folgende partie in L zum teil schon vorweggenommen, hethinnussja und sespilon übergangen, ebenso ana orlöf gaf, Ana orlöf anlfeng, welche letztere phrase sich in x und den davon abgeleiteten jüngeren beichten überall wiederfindet F 13, M 13, P 12. 13. hierauf der meineid S31, erweitert, der in L sich an- schliefsende und unvollständig überlieferte satz (vgl. zu 26) entsprach dem, was in S 31—34 folgt, gebet L 27 wie S 33, dazu aber noch einmal heilac ambaht (schon 7 tragt gotes ambahles) vgl. S 34 unrehlo las, unreine- sang; dazu das früher fortgebliebene abendmal, das ehren und tragen des heiligen Kreuzes, fasten und billgänge mit dem kreuze. hiernach lenkt L wieder ein, indem es nur die Ordnung verändert: bischöfe und priesler nicht geehrt £31, 5 38; sprechen und schweigen, ver-m unreinigung L 33 f. S 34—37: das benehmen in der kirche S 37. 38 ausgelassen. nun der schluss, mehr an xF 14 M 15 (ß 6. 29) erinnernd als an S 39 Thes alles inti anderes manages thes ili uuidar goles uuillen gifrumita (F uuidar got ahnahtigon sculdtg si, aber S 41. 42 thes uuitbar godas uuilljon uuäri) inti uuidar minemo rebde (S 7 endi uuitbar minemo rebta, im eingang von L oben ausgelassen), so ib iz uuizzanlheiti dädi (= R 29. 30) so unuuizzandi usw. (S 40 ff. so unuuilandi ... so uuaköndi so släpandi, so an dag so an nabla), so ih iz mit uuillen dädi so ana uuillon (emendation für das unverstandene so mid gilövon so mid ungilövon S41 ?). der rest wesentlich nach S. wir dürfen behaupten: die Lorscher beichte bezeugt fast durchweg die ursprünglichkeit der sächsischen und, falls auf das bckennlnis falschen glaubens (L 20, S 30) etwas zu geben und die soeben geäufserle Vermutung über mit uuillen usw. für mid gilövon richtig ist, auch in den speeifisch sächsischen halbheidnischen parlien: so dass hiermit die im excurs zu LXXII s. 553 aufgeworfene frage zu gunslen von S beantwortet wäre, aber auch die im excurs zu LXXV aufgestellte mitlelform zwischen S und x empfängt willkommenste besläligung. nur steht die fassung der Lorscher beichle S noch ein wenig näher und x noch ein wenig ferner als die durch R vorausgesetzte mütelform. direcle abhängigkeil der letzteren von L oder einem mit L engverwanlen denk- mal darf man vielleicht aus dem LR gemeinsamen fehler uuizzanlheiti für bi uuizzanlheiti schliefsen. eigentümlich entfallet zeigt sich die indi- vidualiläl von L selbst: einerseits weih und kind herbeigezogen, andererseits ascelische anwandlungen, das kreuz betont wie nirgend sonst. Wie wir sachlich zu ordnen haben: S, dann die mütelform, wovon L, dann die mitlelform, wovon R, dann x, wovon F; so fällt auch sprachlich das Lorscher denkmal zwischen S und R. es ist rheinfränkisch und bestätigt daher, was in der vorrede s. xvm über die mundart von Lorsch gesagt wurde, zugleich begreifen wir, wie der Südfranke von R zu seinen rheinfränkischen eigenlümlichkeilen kam: er hat sie aus der vorläge beibehalten, gerade wie der südfränkische (Wei/sen- burger?) Schreiber von LXXIV b . sogar das seltsame htd von R (vgl. 384 LORSCH!« BEICHTE LXXIV\ 1 bigihldtg?) findet hier in druhdttn 43 ein analogon, vgl. Iiildju 42 mit R 22 betdi (zu LXXV, 1). ob auch für L dialeklmischung anzunehmen, lässl sich nicht mit sicherheil ausmachen, nach nuiatcr 9 neben sonstigem uo und nach ubartrunchl (neben drulidtm) möchte man auf einen alemannischen Schreiber raten; aber slual im Ludwigsliede steht auch vereinzelt, und gidrösda und lliralito nach olfridischer weise zeigen eine unsicherheil, die auch einmal irrtümlich tr in drunclii schreiben mochte wie in dem richtigen tragt unlriuuono: überdies vergleicht sich wieder truliltn im Ludwigsliede. bedenklicher ist das beinah ganz durchgeführte inli (nur 13. 14 indi) und manches andere inlautende l für d. dergleichen konnte jedoch die Lorscher mundart selbst sich gestatten, so gut wie abermals das Ludwigslied und die Mainzer beichte LXXIV\ mit der sonst L die A in duda dädi scolda scoldi giunsubrida marda lerda gisuonda minnuda uuisuda ereda gisageda suuigeda, sogar giloupda gidrösda priesda, in uouuizzandi slafaudi uuahhandi ubermuodl olmuodi sundä, und die lid in gidahda mohda bigihdi unrehdero rehde teilt, vgl. vorrede s. xxn. fater muoler gole hat selbst der Isidor. anlautend d für th begegnet gleichfalls auch in der Mainzer beichte 13. 17 daz, 2 dir dero, 635 5 gidanco, 20 gedähti, vgl. Kelle Otfrid 2, xxvn. 502/'., und der Lorscher bienensegen XVI zeigt in dir und wiederholtem du blofs die media, eben- dorl findet sich h für Spiritus lenis (s. anm. zu XVI, 1) wie hier in Iicit 24. eine ungefähre Zeitbestimmung für das vorliegende denkmal könnte au in gilaupta 20 an die hand geben, wenn es nicht so vereinzelt dastünde wie kauf in der hs. P des Otfrid 2, 11, 15 (Kelle 2, 472). LXXIl c BRUCHSTÜCKE EINER BEICHTE. Rest eines pergamcnldoppclblalles des X jh., welcher früher dem decket der Vorauer hs. 267 saec. XIII aufgeklebt war, dann durch Pangerl abgelöst von dessen wilwe an Marlin gelangle und nunmehr der k. laudesbibliulhek zu Slrafsburg gehört, erhallen ist von der einen hälfle ein an drei seilen beschnittenes 16'/2 cm. hohes, 20Va cm. breites stück, dessen spalten je 19 Zeilen aufweisen: ursprünglich dürften 28 auf der spalte gestanden haben, die andere mit der ersten zusammenhängende hälfle, 3 cm. breit, enthält nur wenige anfangs- und endbuchstaben, welche auf einen lateinischen Hymnus deuten, die beichte beginnt z.li der zweiten spalte der Vorderseite hinler dem lat. gebele eines prieslers, von welchem sie ein dreizeiliger Zwischenraum trennt, ihr text hat so stark gelitten, dass er zum grofsen teil nur mit hilfe der Lorscher beichte erraten werden kann; über den grad der sicherheil der einzelnen warte verweise ich auf Martins abdruck. WWallenbach im archiv der ge- sellschafl für ältere deutsche geschichtskunde 10 (1851), 030: darnach in den beiden ersten auflagen dieses buches unter nr. LUI als 'baierische glaubensfragen. EMarlin zs. 21 (1877), 273—277. LXXII C BRUCHSTÜCKE EINER REICHTE 385 Die enge verwanlschaft der bruchslücke mit der Lorscher beichte hat Martin erkannt, doch darf weder unser baierisches denkmal unmittelbar aus L abgeleitet werden, weil es mit x die phrase so ih es gihukke s6 ni gihukke (oben s. 551 /'.) und den plural sunnimlagä gegenüber dem sing, in SLR teilt, auch das L 1 fehlende gote und die glaubensfragen aufweist; noch L aus dem fragment, weil diesem der durch S 23 /'. bestätigte salz L 18 gast nintfiaiic so ih scolda und die erwähnung der fillolä L 13 = S 18 mangelt, beide sind vielmehr aus einer gemeinsamen vorläge geflossen, in welcher bereits die form muater (sonst herscht in L wie in den beichtbruchslücken uo) stand. LXXIII FULDAER BEICHTE. 553 A cod. ms. tlieol. 231 der Universitätsbibliothek zu Göltingen, 256 bl. fol., X jh., ein aus Fulda stammendes missale, worin unter der Überschrift Incipit confessio auf bl. 187*~ d die vorliegende beichte steht. Olfridi evangeliorum über, Basileae 1571 (ed. APGassar), = de anliquis ecclesiai ritibus, Anluerpiw 1737, tom. III s. 655//". darin p. 328 (bei Marlene s. 650 /'. resp. III s. 682) unter der Überschrift Confcssio pura unsere beichte, welche mit denselben wollen (Te, domine usw., nur dass perfecta nach trinitale fehlt) wie die hs. B des Emmeramer gebetes (LXXVIII l!) schliefst, die worte dir z. 1, daz und mir z. 7, missatalio z. 9 sind mit acuten versehen. auf Marlenes ab- drtick lenkte JSchwarzer zs. f. d. phil. 13 (1882), 353/'. die aufmerksamkeil, vgl. auch Braune ahd. lesebuch'S (1888) s. 166. mir besorgte GBaisl im herbst 1888 eine neue abschliß. Diese beichte kehrt fast unverändert wieder als erster teil des SEm- meramer gebeles; ich habe aber selbständigen abdruck ihrer Verwertung bei der texlconslilulion des gebeles vorgezogen, damit der sprachliche characler beider denkmäler klarer zu tage träte, als ursprünglicher erweist sich die beichte durch den sing, unrelileru fizusheiti z. 5 gegenüber dem von den umgebenden pluralen veranlassten unrehtero fizusheito im gebet (auch würde hs. A, wäre der plural das genuine, gewis lizus- heileo bieten), als älter durch die dalive plur. auf m z. 8 und das erhaltene li von liriuün z. 9. dagegen scheint en des gebeles vor io der LXXVIII A. J1AIKRISCHE BEICHTE 397 beichte den Vorzug zu verdienen, den verschiedenen Ursprung der zwei teile des gebeles zeigten deutlich schon dessen hss.: A weist im ersten abwechselnd ka und ki als vorsatzparlikel auf, im zweiten nur ka, ga; und während B in jenem ka, ga, ke, ge, ki, gi wechseln lässt, gebraucht es in diesem niemals ki, gi. also verwendete B letztere form nur dort, wo die vorläge sie bot. das bestätigt die beichte, welche gleichfalls mehrfach ki kennt und zwar auch an solchen stellen, ivo das gebet ka hat: daraus geht dann hervor, dass die hs. von SFleurg weder den echtesten lexl noch denjenigen darstellt, welchem die hss. des gebeles entsprangen, erhellt aber jetzt, dass die beichte ohne nennenswerte sachliche Veränderung in das Emmeramer gebet aufnähme fand, so entfällt die möglichkeil, mit Scherer (excurs zu LXXVIII B) zu behaupten, dass der erste teil des gebeles (die beichte) aus dem zweiten interpoliert worden sei, und damit verliert der ganze excurs samt seinen reconslructions- versuchen die überzeugende kraft, wenn ich ihn trotzdem unten wiederabdrucke, abgesehen von den bemerkungen s. 565/'., welche durch den fund der beichths. hinfällig geworden sind — mehrere lesarlen der hs. B des gebeles empßengen durch die beichte beglaubigung —, so geschieht das darum, weil ich in diesem buche überhaupt nur das positiv falsche zu streichen mich für berechtigt erachtete, aber ich verhehle nicht, dass ich über den zweiten teil des Emmeramer gebeles wesentlich anders denke als Scherer: in dem lexl der hs. B erblicke ich keine systematische Verkürzung, sehe vielmehr den lexl A für einen aus der beichte interpolierten an. soso dir gezeh st B z. 16 scheint mir zweifellos dem enli dino canada sin von A vorzuziehen.] B. S. EMMERAMER GERET. A codex ii), VI, 132 des Stiftes Tepl in Böhmen, 224 s. 8°, IX JA., aus Oberallaich (s. 1 Isle liber est sancli pelri apostoli..... s. 224 Iste über esl sancti pelri apostoli in obernallach), besteht aus zwei hss.: 1) einem poenilenliale, dem s. 88—96 notizen de seplem gradibus, de officiis seplem graduum und eine unvollständige consecralio aqtiae fervenlis angehängt sind; 2) einer samlung von gebeten, beichten, lilaneien, segens formein, in welcher vorliegendes stück s. 182—186 einnimmt. FPfeiffer for- schung und kritik auf dem gebiete des deutschen allerlums 2, Wiener Sitzungsberichte, philos.-hisl. Masse, LH (1866), 20—38. MPfannerer alld. beichl- und gebelformel aus einem codex des Stiftes Tepl (programm des k. Ii. gymn. zu Pilsen 1870). berichligungen verdanke ich prof. WToischer und n. GHelmer. \\ co d. lat. 14345, Rat. SEmm. 345 (olim I). 70) der k. bibliothek in München, 117 bl. fol., XI jh., enthält die briefe Pauli mit deutschen gl. und darnach von anderer hand auf dem letzten blatl (117"; 117 b ist leer) unser gebet. BJDocen einige denkmäler der ahd. literalur (1825) s. 6. HFMafsmann abschw. (1839) nr. 30. KRoth denkmähler der deutschen spräche (1840) s. 32. 398 I.XXVIII 11 S. EMMEHAMEH UERET PPiper zs. f. d. phil. 15 (1883), 83 f. ohne förderung gegenüber Roth, doch mit auslassung einer ganzen zeile. 6 das so von A, geschwächt se LXX1V 3 , 3 (vgl. Keiles Olfrid 2, 334, 5) könnte freilich das regelrichtige femininum zu dem bekannten (Graff 6, 3. 4) masculinum se IV, 3, 8; Kelle Otfrid 2, 328. 331; Sievers Tatian s. 434 (see 84, 4 ist ein unverbesserler fehler) oder sa IV, 3, 12; der regelrichtige acc. plur. zu dem acc. sing, sa XVII, 56; XXXV, 15, 7 ; Keiles Olfrid 2, 334. vgl. auch zu LXXXV1II, 4, sein; aber der lexl A spricht für die lesarl von B. 7 farkip: über die conslruclion, imperativ im abhängigen salz, s. zGDS. 195 = 2 305, oben zu IV, 7, 4 und den wurmsegen s. 485. über imperativ nach que im romanischen ms. ATobler GGA. 1874, 1039; zs. f.rom.phil. 1, 14. 16 gezch B: vgl. Schmeller 4, 218; Lexer 1, 1000. tuo pi mili] vgl. damit und mit der fügung des ganzen salzes Olfrid 2, 8, 45 Säge mir nu, friunt mfn, uuio dati so bi then uuin, thih sus es nu inlhäbetos, so längo naii gisjid- ralos? auch zu XXXVII, 7, 1. Olfrid 4, 35, 12 tliaz man io thaz gitäti, so diuran scäz irbali; mit thaz Olfrid 4, 6, 39 uuio fagilih ouli dali, thaz zi'arli sin güiuäti; Reinaert 3166 wildi doen, vrauwe Ermeline, dat ghi gaen will mot mi daer. ähnlich wird biginnan gebraucht, auch pflegen kündigt einen parallelsatz an (wie ahd. siton, gisitön Graff 6, 162), zb. Wolframs Wh. 100, 20 dar nach diu künegln do pflae, si dahle an sine arbeit usw. 19 uuemo B deutet auf uue mjio d. i. uue inino, vgl. so uue so 6 und zu LIV, 13. 24 nach upila von derselben hand in li Te, domine, pius dominator et misericors deus, supplices trementesque deprecamur, ut per misericordiam tuam acciones nostras tua gratia inlumi- nare digneris et adiuvando in bomun finem perducere. qui regnas deus in trinilate perfecta per omnia saecula saeculorum. amen, hingegen in A von anderer hand mit schwärzerer dinle: ORATIONES AU 1IOMINEM SIGNANDUM. Omnipotens deus, fanmluin tuuni dextera potenliae tuae a cunctis protege periculis, et beala Maria semper (s. 187) virgine intercedente fac cum (hs. eä) preseuti gaudere prosperilate et fulura. p (über diese abbrevialur s. zu XIV). Domine sancle, pater omnipotens, aeterno deus, qui es via et veritas et vita, exaudi et eoiiserva famulum tuum hunc. N, quem vivificasti et rcdemisli praetio magno sancli sanguinis filii tui, qui lecum vivit et regnal. ALIA. die zweite dieser formein sieht gedruckt zb. bei Gerbert monumenla veleris lilurgiae alem. 2, 30. 33. nichtiger wären die drei letzten nrn. zu ordnen gewesen: LXXV1II A. B. LXXVII. LXXVI. denn die hs. A des gebeles ist in Baiern zwischen den jähren 828 und 876 geschrieben, in ihren beiden lüaneien werden besonders baierische heilige gefeiert und s. 156 (nicht s. 155) sowie s. 161 wird für einen Ludouuicus resp. Illudouuicus rex und die regalis proles gebelel. damit kann nur Ludwig der deutsche gemeint sein, der seil 826 könig in Baiern war und 87 6 starb. 827 vermählte er sich und im nächsten jähre mag sein ältester söhn Karlmann geboren sein, der schon 842 an der spitze eines heeres erscheint (Dümmler 1, 169 = 2 173). aber mit unrecht schloss Pfeiffer aus diesen angaben, dass A I.XXVIII B S. EMMERAMER GEHET 399 in SEmmeram zu Regensburg, woher B stammt, entstanden sein müsse, sie kann dort geschrieben sein, da manche alte hss. des im j. 1104 neubegründeten Mosters Oberallaich aus Regensburg herrühren, sie kann indes ebenso gut einem anderen bäuerischen slift ursprünglich angehört haben, zumal beide lilaneien nicht den h. Emmeram, sondern den h. Laurentius an erster stelle nennen, die bezeichnung 'SEmmeramer gebet' ist daher eine voreilige und wurde nur beibehalten, weil sie sich eingebürgert hat. über das denkmal bemerkte Scherer (vgl. dazu das s. 564 gesagte): 'die in A deutlich geschiedenen zwei teile des gebeles hat /?566 verschmolzen, indem es lästige Wiederholungen wegschaffte, kauist enti kanäda 11 wie 7, kot almahügo bis helfan 12 wie 10, und einige ungefüge Wendungen glättete, derselbe wünsch, lästige Wiederholungen zu vermeiden, kann noch mehr auslassungen herbeigeführt haben, aber es ist nicht überall absolut sicher, ob es sich wirklich nur um solche handelt, ob nicht auch A dem grundlexl beider hss. gegenüber sich erwei- lerungen gestaltete, dass dieser grundlexl selbst bereits ein erweiterter war, scheint nähere Untersuchung zu lehren, welche uns tief in das eigentümliche leben solcher gebelsformeln einführt und auch auf das IVessobrunner gebet nochmals ein neues licht fallen lässt. die beiden teile des denkmals sind jeder für sich zu betrachten, nur der zweite hat die conjunetion ja. diese (zu UV, 10) und das adjeeliv uuilio waren übrigens für B veraltet, jene hat es das erste mal durch cnli ersetzt und dann forlgelassen, dieses durchweg gestrichen, der erste teil folgt im eingang einer mit LXXV1I enge verwanlen beichte, die er in gebeis form umarbeitete, weshalb Maria, die engel und heiligen und der priesler wegbleiben muslen. die sonstigen abweichungen des gebeles sind nicht gut, so schon die Ordnung 'sprechen tun denken' und dann vollends der ganz überflüssige zusalz 'worie werke und gedanken. hiernach einzelne Sünden, über deren aufzählung sich kaum urleilen lässt, doch scheint die reihenfolge 'Sünden des worles, der gesinnung , der tat' erkennbar, in dem was folgt könnte höchstens reue und harmschar dem Schlüsse einer beichte entnommen sein, aber man würde dann bestimmtere hervorhebung der bufse erwarten, und alles übrige ist von anderer arl. der Verfasser hat es doch schwerlich aus eigenem hinzugefügt: die worle kot bis lielfan 10, die sich zu anfang des zweiten teils gleich wiederfinden, verraten uns die quelle, farkepan 11 rührt ebendaher 13. die wendung soliho so dtno miltida sin 9. 10 fei sich auf soso . . . dino canäda sin 16 zurückführen, vgl. kanadä enti miltida 20. ob nun nicht auch anderes, vielleicht der ganze schluss des ersten leiles aus dem zweiten entnommen ist? dass der compilalor des ersten, wenn er die quelle, die er geplündert hat, seinem tnachwerk unmittelbar folgen liefs, darin einiges unterdrückte, was er früher angebracht, wäre zu begreifen. wir haben ein solches umstellen und verschieben mehrfach in den beichten beobachtet, auch dass dort gerne Verwirrung eintritt, wo die an andern ort verpflanzten phrasen weggenommen worden. der zweite teil enthält zwei salze, die man unbedenklich als echt und ursprünglich betrachten kann, und es wird kein zufall sein, dass gerade in ihnen die 400 LXXVIII II S. EMMERAMEH GEBET conjunction ja treu bewahrt erscheint, es ist der erste und der mit ensllgo beginnende 19. nur dass in dem letzteren die anrufung uuilio truhlfu 20 die construction verdunkelt und uns damit einen belehrenden wink über die allzu häufige einschiebung dieser anrede gibt, und dass die worle und werke am schluss der aufzählung 22 hier ungehörig stehen, in beiden fällen bestätigt die hs. li, sie hat die consequenzen der les- arlen von A gezogen: 19 du eino ff. hat selbst den schein eines relaliv- salzes verloren, und die plurale uuort und uuerh haben den plural gadancha nach sich gezogen (21). diese plurale scheinen sich aber an das vorhergehende in derselben absieht anzuschliefsen wie die genilive unrehles girätes LXXI1I, G; minero s|ihingti LXXlV a , 8. LXXIV b , 7 (s. die 5Glexcurse): um eine inlerpolalion mit dem echten zu verknüpfen, die schlassworle ergeben nichts neues als eine reminiscenz an den schluss des patemoslers: an der verschiedenartigen geslallung der beiden parallel- sälze, aus denen sie bestehen, der eine mit direclem, der andere mit umschriebenem imperativ, hat schon li ganz richtig anslofs genommen, auch das, was zwischen jenen beiden hauplsälzen liegt, erregt bedenken, es ist die partie, welche ihrem Inhalte nach zur beichte in näherem be- zuge stand und daher zur plünderung am meisten reizte, die conjunction ja ist hier verschwunden, der imperativ tuo pi mih verlangt (s. die anm. zu 16) einen parallel geordneten imperativ, wieder wird die construction durch die anrede uuiho iruhliu, kan&dtgo gol verdunkelt, und dass der imperativ, dem schon das hilfswort luon gilt, dann erst noch durch ein weiteres hilfswort kauuerdön umschrieben wird, ist gewis nicht echt, und was enthält nun dieser umschriebene imperativ? das blasse helfan, das schon im ersten salze z. 12 verwendet wurde, und hier hat sich der betende als sunder hingestellt, er muss um Vergebung flehen, das fühlt der Verfasser auch, aber er weifs diesen unumgänglichen ge- danken nicht anders auszudrücken, als indem er sich von neuem einen sünder und Übeltäter nennt: vgl. IX, 8 duz er uns firlAiicu giuuerdö gi- näden. das ist flickwerk, ich glaube, der Verfasser hat eine lücke, die er selbst gerissen, notdürftig gestopft, und der parallele imperativ zu luo, den wir verlangen, steht in z. 7 farkip, die objeete dazu kanisl enli kan&da oder richtiger kanist ja kanfida ergänzen sich aus z. 11. hierdurch gewinnen wir einen drillen salz: Christ coles sun usw., dem ein kürzerer gleichen Inhalts 14. 15 voraufgehl: eine anrufung des golles- sohnes als erlösers, nachdem erst galt der allmächtige um hilfe und um Verleihung seiner gaben gebeten worden, so wie die salze dastehen, sind sie stilistisch schlecht interpungiert: die stärkere interpunklion muss dort eintreten, wo der betende von der ersten göttlichen person zur zweiten übergehl, ich setze also Christ coles sun an die stelle von trohttn 14, und wage nun angesichts der vier salze, die sich ergaben, eine letzte Vermutung: dass nemlich der vierte dem ersten anzureihen sei. dies die natürliche Ordnung, der allmächtige ist es, der nach dem bedürfnisse des billenden seine gnade austeilt, wir erhallen somit folgendes, die ergänzungen aus der ersten hälfle cursiv bezeichnet, ja stall enli durchzuführen unterlasse ich. die annähme einer lücke wird LXXV11I B S. EMMERAMER GEBET 401 sieh später erklären. l Kot almahligo . . . kauuerdo mir Iielfan enti kaüuizzida mir ja furistentida ja gaotan uuillun samau mit rehten galaupon mir fargepan za dinemo deonoste. J ensttgo enti milteo trohlin, du eino uueisl uue miuo durfli sint, in dino Kanada enti in dino millida pifilhu min herza ja mtnan cadanc ja minan uuilluu ja minan m&t ja minan lip. 2 Christ, cotes sun, du in desa uuerall quämi suntige za ganerjenne, kauuerdo mih cahaltan enti kanerjen. 3 uulho trohlin, soso du uuelles enti dino canäda sin, tuo pi niili sunligim enti unuuirdtgun scalh dinan, farkip mir kanisl enti kandda in dinemo rthe, daz ih fora dinen augon unscamanli si enli daz ih in desaro uueralli minero missaläteo riuün enti harmscara hapan mozi. Die vier salze, das ersle par dem allmächtigen, das zweite dem erlöser gewidmet, bieten nun ein merkivürdiges bild. die lästige Wiederholung der selben worte ist durchweg vermieden, die salze zeigen sich analog gebaut, jeder beginnt mit einer anrufung und ihr folgt, wenigstens in den drei letzten, ein zwischensalz, mit dem relalivum oder mit söso eingeleitet: nur im ersten salze fehlt er: dürfen wir annehmen, dass er ehemals vorhanden gewesen? dieser ersle salz ist eine prosa- aufläsung des drillen teiles des Wessobrunner gebeles, nur in einer etwas älteren dem fränkischen gebet an einem punkte näheren geslalt: du mir hilf enli forgip mir müssen wir voraussetzen, dann finden sich aber alle 568 hauplgedanken wieder, die anrede Cot almahtico, dann jene imperative, in die wendung gauuerdo mir helfan enti fargepan übertragen: dass eine solche Übertragung stattgefunden hat, erklärt wohl die etwas seltsame conslruclion, das wiederholte mir, das nachhinkende fargepan: das folgende in dino canäda tritt hier in anderer Verbindung auf, aber uuislöm enti spahida treffen wir als kaüuizzida ja furistentida*, der gute wille und rechte glaube fehlt auch nicht und za dinemo deonoste entspricht der letzten zeile des Wessobrunner gebeles. nur die 'kraft den teufein zu widerstehen und das böse zu vermeiden ist in der prosa nicht vorhanden, ohne dass man sie vermissle. der relalivsalz nach der anrede aber, den wir im vorliegenden gebele allerdings vermissen, steht im Wessobrunner, und wenn auch nicht den ganzen, so möchten wir doch die wendung du mannun so manac cool forgäpi herüber nehmen: das forgäpi des relalivsatzes verhält sich zu dem forgip oder forgepau des haupl- satzes, wie in 2 das ganerjenne des relativsalzes zu dem kanerjen des hauptsatzes, vgl. auch 3 canädä und kanäda, 4 milteo und miltidä. Es lässt sich nun noch die frage aufwerfen: hat der Verfasser des * man schlaffe die vier Wörter bei Graff nach: uuislöm 1, 1072 und kaüuizzida 1, 1102 sind beide in der ganzen ahd. periode häufig gebraucht, beide kommen in prosaischen denkmälern vor, bei Otfrid (freilich auch bei Talian) nur uuisduam. die beiden anderen 6, 322. 608 bieten au einer ähnlichen be- obachlung nicht anlass, da spähi mit seinen ableitungen bei Otfrid fehlt, aber a priori dürfen wir behaupten, dass furistentida, das prosaischere wort ist. auch die Wortfolge, die zerstörte Symmetrie der aufzählung, das schleppende saman mit, das kurz und gesehäftsmäfsig angehängte abstracte za dinemo deonoste statt einer lebendigen verbalconstruction, zeigen deutlich die absieht prosaischen ausdrucks. DENKMÄLER lt. 26 402 LXXVIII B S. EMMEHAMER GEBET vorliegenden reconslruierlen gebeCes auch die drei übrigen salze seiner arbeit durch prosaische Übertragung aus einer unvollkommen poetischen form gewonnen, die sich wie manche rechlsdenkmäler (s. 542) der allilleralion und des reimes zum schmucke bediente? oder anders gesagt: hat der Schreiber und Mosterlehrer, der das überlieferte 'Wesso- brunner gebet' als probe der poesie zusammenstellte, auch im drillen teil nur eine probe gegeben, nur einen anfang wie in den beiden ersten? es ist gegen Müllenhoffs oben s. 256 vorgetragene ansieht, aber mag erwogen werden, der lateinische salz s. 252, der sich dem Wessobrunner gebele anschliefst und von reue und künftiger strafe und schäm über die Sünden spricht, steht in deutlicher verwanlsvhafl mit dem schluss des reconslruierlen denkmals und bestätigt die reconstruclion: doch trägt er nichts zur enlscheidung bei, er kann ebensowohl auszug wie an- regung sein. der Verfasser des SEmmeramer gebeles aber eröffnet uns, so angesehen, den ausblick auf zwei sehr alle denkmäler der baie- rischen lilleralur, auf ein gebet, das wir zum teil schon kannten und dessen wirklich poetischer kern «.521 nachgewiesen wurde, auf eine beichte, die der sächsischen und ihrem kreise, obwohl von ähnlichen lateinischen Vorbildern ausgehend, doch als selbständiges producl gegenüber stand und die uns zum teil in jüngerer Überlieferung (LXXVII) wieder begegnet.' 569 LXXIX NOTKERS CATECHISMUS. A hs. 21 der sliflsbibliolhek in SGallen, aus Einsiedeln, 578 s. fol., XII jh., s. 563—566. 568—575 am Schlüsse des psallers. zwischen dem apostolischen und alhanasianischen symbolum stehen der 'ymnus Zachariae' und das 'canlicum sanclae Mariae . HHallemer denkmahle des millelallers II (1844 —1849), 522 b —525*. 527'—531 b . ESlein- meyer anz. 3 (1877), 163 f. PPiper zs. f. d. phil. 11 (1880), 285, die schriflen Nolkers 2 (1883), 633—635. 638—644 vgl. xlviu. I! SGaller hs., jetzt verloren, das original von A oder mit ihm abgleichen vorläge entstammend, aus der davon 1675 zu Solothurn im auftrage Simons delaLoubere genommenen abschrift ßoss eine 1697 für JSchilter angefertigte, welche im gleichen jähre wiederum FRostgaard copieren liefs. da Roslgaard diese gegenwärtig in Kopenhagen befindliche abschrift (BR.) nachträglich mit Louberes exemplar verglich, so besitzt sie neben Schillers druck im Ihesaurus anliquitalum leulonicarum 1 (1726), Nolkeri psall. p. 265/'. 268—270 (BSch.) selbständigen wert: s. darüber JKelle, Untersuchungen zur Überlieferung Übersetzung gram- malik der psalmen Nolkers (1889) s. 1—41. die vergleichung von BR. mit BSch. verdanke ich Melles gute. V SGaller hs., jetzt verloren, wahrscheinlich die im jähre 1027 angefertigte abschrift des Originals: LXXIX NOTKRRS CATBCHISMÜS 403 vgl. Hallemer aao. s. 15 ff. und Keiles gleich zu nennende arbeü. JSlumpf Schweizerchronik (Zürych 1548) bl. 295" paternoster und symbolum aposlolorum ohne das lalein und die erlclärungen, mitgeteilt von Vadian. aus Stumpf entnahm dann die formein Gesner im Mühridal, Nathan Chylraeus in notis ad Galaleum Casae, Kirchhoff wendunmul 4, 151. JVadianus de collegiis monasleriisque Germaniae veteribus bei Goldast alam. rer. SS. 3 (Francof. 1606), 47. ebenfalls nur die beiden texte, das symbolum aber mit der einleilung z. 26—30. JVadianus von dem mönchssland cap. 11, enthält auch z. 64—108 und 219. 220 des symbolum Alhanasianum, hg. von EGölzinger JviValt deutsche historische Schriften 1 (1875), 53—55. ßr paternoster und symbolum aposlolorum ist Goldasls abdruck die zuverlässigste Urkunde, da Schobinger Vadians concepl mit der hs. verglich: s. Kelle die SGaller deutschen Schriften und Nolker Labeo (1888) s. 23/'. (227 f.). Keiles besserungen in den nolen aao. wurden berücksichtigt. I cod. lat. 7637, Indersdorf. 237 der k. bibliothek in München, 84 bl. 4°, XII jh„ enthält zwischen Jutiani libri 3 prognoslicorum und Norlperls traclatus de virlulibus (deutsch und lateinisch) auf bl. 45 Nolkers paternoster, abgesehen von einigen wenigen längezeichen, ohne accenle. HFMafs- mann abschw. (1839) nr. 56. PPiper die Schriften Nolkers 2 (1883), XLvm. die circumßexe als diphlhongzeichen habe ich weggelassen, unbezeichnelen langen vocal mit dem circumßex stillschweigend versehen, stäls — namentlich in den flexionen — nach mafsgabe des sonstigen nolkerischen gebrauches. acut über diphlhongen ist immer auf den ersten vocal gerückt, die acute, welche V mehr hat als A, sind eingetragen, wie in A sind Got Geist und die namen der engel grofs, die namen der menschen und völker klein geschrieben. 95 vgl. Gellius 5, 7 aus Gabius Bassus: a personando id voeabulum faclum esse conieetat nam 'caput, inquit, et os cooperimento personae tectum undique unaque tanlum vocis emiltendae via pervium, quoniam non vaga neque diffusa est, in unum tanlummodo exilum collectam coaclamque vocem ciet et magis claros eanorosque sonilus facit. quoniam igitur indu-570 mentum illud oris clarescere et resonare vocem facit, ob eam causam persona dieta est, o littera propler vocalnili formam produetiore.' B. Cod. 2681 (olim theo]. 288) der k. k. hofbibliothek in Wien, zunächst aus Ambras (über seine vermutliche herkunft aus Wessobrunn vgl. zu LXXXVI A), 235 bl. 4°, XI jh., Nolkers psalmen. diese waren wie zb. der Weifsenburger deutsche psaller (Lessing 8, 330 L. Kelle Olfrid 1, 21 anm. 1: er war älter als 1043; vgl. auch Heinzel und Scherer Nolkers psalmen s. xi und anz. 3, 137) in drei bände geteilt, wovon jeder fünfzig psalmen umfasste. nur der erste und drille sind erhalten, am ende des ersten ist glaube und beichte, unten XC, beigeßgt. die canlica mit den calechelischen stücken waren einem besonderen Schreiber zugewiesen, da nun der letzte Schreiber der psalmen am ende einer 26* 404 LXXIX NOTKERS CATECMSMUS läge noch einen Meinen resl des 150 psalms übrig hatte, so wurde um die darauffolgende läge dh. die erste der canlica ein doppelblall geschlagen, dessen hinlere hälfte abgeschnitten, auf dessen vordere (bl. 212) jener resl eingetragen wurde, den leerbleibenden räum (bl. 212" sp. 1 bis 2 12 b sp. 2) benutzte ein anderer, um die predigt unten LXXXV1 li, 1 aufzuzeichnen, die vorliegenden slücke stehen auf bl. 226 a —227 b . 229' 1 bis 232 a . an das symbolum Alhanasianum schliefsen sich von anderer hand die predigten LXXXVI B, 2 — 4. der ganzen hs. nur vorgebunden ist ein doppelblall, das die prediglslücke LXXXVI A, 1 und 4 trägt. PLambecius commentarii de bibliolheca caesarea Vindobonensi 2 (1669), 462. nur das paternosler und symb. aposl. bis z. 22 irchennit, als werke Otfrids. DvSlade specimen leclionum anliquarum francicarum (Stada; 1708) s. 13. das symb. aposl. z. 22—37. IGEccard catechesis theo- tisca (1713) s. 81 — 86. paternosler und das symb. aposl., als werke Keros. JGabEckharl comment. de rebus Franciae orienlalis II (1729), 930—935. EGGraff Diutiska 3 (1829), 135—137. 138—141. HFMafsmann abschw. (1839) nr. 57. 5. 18. RHeinzel und WScherer Notkers psalmen (1876) s. 317—319. 322—327. PPiper die Schriften Nolkersä (1883), 37 6—378. 381—386 vgl.xhmi. an mehreren zweifelhaften stellen sah JSeemüller die hs. nochmals für mich ein. den lateinischen lext habe ich weggelassen. 9 unsere sela] A hat den Singular. 19—22 die hier in B gekommenen fehler hängen aufs engste mit dem grundsalze dieser hs. zusammen, keines der dem deutschen texte in A eingestreuten lateinischen Wörter unüberselzl zu lassen, die veranlassung zu dieser durchgreifenden Umgestaltung ergibt sich aus XCI, 98. 100. 101. Olfrid 1, 5, 10. bruder Berlhold 1, 49, 31 f. Mai und Beaflor 22, 8 setzen den psaller in den händen der frauen voraus: vgl. Weinhold frauen s. 92 = 2 1, 129. IVattenbach schriflwesen 2 476. 26 dieser und die folgenden salze bis z. 31 sind in A relativsälze. durch ein versehen des umarbeilers ist der hier unmittelbar folgende salz Unde — uuart in dieser form beibehalten, alle lediglich antiquarischen bemerkungen von A wie hier die über den namen Pontius (A 38—40), U7ilen die über persona (A 85 —108) bleiben in B weg. 73 trfa herro] also herro indeclinabel: ebenso LXXXVI B, 2, 1. LXXX EINE SANGALLER SCHULARBEIT. A miscellanhs. der sliftsbibiiolhek in SGallen 556, 4° (s. Scherrers Verzeichnis s. 175/'.)«. 400. 401, XI jh. MHGoldasl alamannicarum öUrerum scriplores 2 (Francof. 1606), 88. PPiper zs. f. d. phil. 11 (1880), 285/'., die Schriften Notkers 1 (1882), 861/. JBaechlold zs. 31(1887), 192. B sangallische hs. der Zürcher wasserkirchbibliolhek C 129/453, 106 bl. 4°. enthält freundlicher milteilung des hm. dr. ABachmann zufolge bl. 1—94 a (94 b leer) ein lateinisches glossar zum I.XXX EINB SANGALLER SCHULARBEIT 405 allen und neuen testament. beigebunden ist zunächst ein doppelblall (95* leer) [ncipit commemoratio genealogiae Karoli imp. (saec. XI; gedruckt Diut. 2, 360. MG. SS. XIII, 242 /f.): aw/' dem /eemi räume am Schlüsse dieser genealogie sieht (bl. 9(i b ) von einer hand des endenden XI oder beginnenden Xllj/i. der salz z. 6—8 ohne das vorausgehende und folgende, darauf bl. 97—106 von anderer hand verschiedenes. WWackernagel alld. lesebuch, Basel 1835, 827; 1859, 119. PPiper zs. f. d. phil. 13 (1882), 456. von Wackernagel rühren die nötigen Verbesserungen und ein teil der nachweise her. der circumflex als diphlhongzeichen wurde fortgelassen. 1—3 Marcianus Capella Hattemer 3, 325" uirlus conslillationis in ictu pungentis est. däz cliil. liu chräft tos ürlages fergat in eines slözes friste und dies aus Gregors homilien 1, 10 p. 1469 (Kelle zs. 30, 309). 4 lioethius Hattemer 3, 128" Quem non pepulerunt exlernae causae fingere opus fluitanlis materiae. i. informis et imliscretae. Tili neheiniu anderfu ding ne seünlön, daz scaflelosa zimber ze mächönne, iizer domo dfsiu uuerlt uuärd. 5 inlemperiem Doelhius Hattemer 3, 145 b , intem- perie Marcianus Capella Hattemer 3, 355 b (Kelle zs. 30, 309). 6 f. Hebr. 11, 1 und daraus in den schollen zu lioethius de Irinitale, welche in der Kölner Bedaausgabe 16S8 VIII, 936 abgedruckt sind (Kelle die SGaller deutschen Schriften und Nolker Labeo s. 61). 9 f. combi- nalion von Hebr. 12, 6 quem enim diligit dominus, casligal resp. prov. 3, 12 quem enim diligit dominus, corripit mit Joh. 9, 31 sed si quis dei cullor est, el voluntalem cius faeil, hunc exaudil (Kelle aao.). minder gut verglich Baechlold zs. 31, 196 ps. 144, 20 custodil dominus oinnes dili- gentes so. deutsch Simrock nr. 4501 wem die heiligen hold sind, der mag leise beten. IVander deutsches sprichwörlerlexicon 2, 462 deine de billigen holt sindt, de lieft guth knebedent aus Slralsunder chronika hg. von Mohnicke (1833) 1, 87. Uhland alle hoch- und niederdeutsche Volkslieder nr. 40 slr. 5 vgl. Schriften 4, 37 der allzeit mit den beiigen gal der hat gut frölich singen. 11/". acta aposl. 8, 33. 13 dazu von anderer hand s. 400 unten und s. 401 oben die randnoliz: Aliler pascha est Annotinum. Conventus compati inorum ad missas eius modi per onines oclavas sabbati saneti id est baptismi per anniini el per ordinem euiuseun- que cum caeieris convivium. Quod vidimus, hoc testamur. Presbyter sym- bolum super infamem dicit el mensae partieipat aquam sapienliae. Pascha prioris anni rememori neque fidei est. Bedae über de offieiis (Migne 94, 536): annotinum pascha est anniversarium paschae. verbi gratia: prae- terilo anno VII idus aprilis fuit pascha, et in praesenli anno in iam dictis kalendis, id est VII idus aprilis est annotinum paschae, quod fuit in prae- terilo anno (Kelle), vgl. auch Ducange s. v. pascha annotinum und Marlene de anliquis ecclesiae ritibus 3 (1737), 512. 15 vgl. Ducange s. v. ypapanli (vna^avxrf) i. obviatio vel oecursus unde repraesentalio domini in lemplo i. feslum purgationis Miiriae dicilur ypapanli, el tunc Simeon oecurrit Christo et obviavit usw. und Marlene 3, 126. bei der SGaller erklärung scheint eher an ajcävrwv als an cljcavtäco gedacht zu sein, die deutsche Übersetzung fehlt, die man hier wie 13 f. erwartet. Baechlolds zs. 31, 406 LXXX EINE SANGALLER SCHULARBEIT 196 und gesch. der deutschen lüteralur in der Schweiz s. 75 geäufserle Vermutung, dass z. 13—15 aus Nolkers compulus stamme, bestätigt dessen von GMeier im Jahresbericht über die lehr- und erziehungs-anslall des benediclinerStiftes Maria-Einsiedeln im Studienjahre 1886/87 s. 31—34 besorgter abdruck nicht. 16—23 vgl. Donali ars minor (gramm. lal. 4, 355, 1 —15), aus welcher dann zahlreiche mittelalterliche grammatiher schöpften, die einteilung der nomina in solche ter subslanüae aide des accidentis z. 21 ist freilich nicht aus Donal, aber ib. Probus (gramm. lal. 4, 51) erklärt appellaliva als accideniia. gemeine 2.20/'. übersetzt appellativum: vgl. gramm. lal. suppl. 67, 2 appellativa nomina inde vocan- tur, quod communia sunt. Das stück bildet den schluss einer kleinen samlung von 7 lateinischen briefen, welche ohne Überschrift oder gröfseren absatz unmittelbar hinler einer vila Cassiani s. 394 anheben, in dem zweiten bis fünften wenden sich schüler mit danksagungen und bitten an ihre eitern und lehrer, im sechsten entschuldigt sich ein erwachsener seinem Wohltäter gegenüber: überall sind briefsehreiber und adressal nur durch die anfangs- buchstaben bezeichnet, einzig im siebenten briefe nennt sich ein Ruodpert, welcher seiner earissinia neplis H. eine bitte ausspricht, abweichenden characler zeigt der erste, auch in Warlmanns urkundenbuch der abtei SGallen III, 34 nr. 820 abgedruckte brief: an den abl P. (wohl Purchard II von SGallen, und zwar im j. 1022) von dem convent gerichtet meldet er die enldeckung eines kloslerraubes. er mag, wie er einen wirklichen Vorfall mit allem detail schildert, auch wirklich abgesandt sein, alle übrigen dagegen sind nur zur Übung fingierte formelbriefe. indem nun Goldasl den im 7 briefe genannten Ruodpert mit dem adressalen R. der briefe 3. 4. 6 idenlißcierle, legte er nicht blofs dem am 16 juli 1022 (sangaliische milleilungen 11, 105) verstorbenen SGaller magisler Ruodpert die ganze samlung einschliefslich unseres Stückes bei, sondern erlaubte sich sogar, dem letzleren aus eigener fabrik die eingangsworle vorauszuschicken: P. dilecto suo salutem & profectum in doctrina. Verba, quae ad me misisli, vi tibi expouam, in Theodiscam linguam transtuli. sie enim sonare debeut. Goldasls fälschung bildete eine der stützen für die von Wackernagel mehrfach, zuerst in der rede über die Verdienste der Schweizer um die deutsche lilleralur (1833) s. 26 vorgetragene hgpolhese von der exislenz einer SGaller übersetzerschule, und veranlasste Scherer in der zweiten aufläge dieses buches zu den weitreichendsten combina- tionen hinsichtlich der lilterarischen plane, mit welchen Nolker und seine genossen sich trugen. das alles ist durch Raechlolds oben citierten aufsalz und Keiles arbeilen (s. namentlich die SGaller deutschen Schriften und Notker Labeo, München 1888, s. 58—63) endgillig widerlegt worden, man hat also unser stück nicht für die belehrende antwort eines meislers auf die fragen seines Jüngers, vielmehr für das fragmenl einer SGaller aufgäbe zu betrachten, welche an beliebig herausgegriffenen lesefrüchten das überselzerlalent des schülers erproben sollte. LXXXI liFUCMSTflOK KINEB I.ORTK 407 LXXXI BRUCHSTÜCK EINER LOGIK. 573 Cod. 275 (olim pliilol. 326) der k. k. hofbibliolhek in Wien, 130 bl. 8°, aus verschiedenen Jahrhunderten, bl. 67—92 war einst eine besondere hs. des XI jh., beginnend mit Ciceros Laelius bis 91*. auf der rückseile dieses bialles 91 b von anderer hand (q)vot sunt partes logice ? Quinque secumlum Aristotelem usw., dh. mit einigen abweichungen die SGaller logik Hatlemer 3, 537 bis ans ende der seile, schluss Et pro- loqnia ut est illud. Omnis aao. 538 a (PPiper die Schriften Nolkers 1, 591, 2 bis 592, 23 nach einer collation Seemüllers), darnach ein Matt ausgeschnitten, worauf ohne zweifei die forlselzung stand, auf bl. 92* neunzehn Zeilen radiert, auf diesen wieder von anderer hand, zwischen z. 8 und 9 beginnend und zunächst ohne rücksichl auf die eingeritzten linien unser denkmal bis Daz clitt 7. erst von knotmezon an mit schwärzerer dinle ordentlich auf den linien; nach 92 b wieder ein blatt ausgeschnitten, hiernach beginnt eine ursprünglich besondere handschrifl. JMWagner Germ. 5 (1860), 288. 289. vgl. die Verbesserungen s. 50S. PPiper die Schriften Nolkers 1 (1882), cxlix f. anm. nach einer collation Seemüllers. 19. 23 umbe gan 'converli' Graff 4, 84. 22 sönal na deutlich5li assimilalion an das folgende mäht, vgl. zu XXXVI, 3, 9. Schon aus man z. 22, das bei Notker nie mehr, in der baierischen bearbeitung seiner psalmen in der Wessobrunn-Ambras-Wiener hs. aber noch wiederholt erscheint (vgl. nen XCIV, 36), geht hervor, dass vorliegendes stück in Baiern oder Österreich entstanden sein muss. und insoferne gewährt es, zusammen mit dem fragmenle der SGaller logik, das ihm vorhergeht, einen anziehenden beleg für die gellung der dia- lektik, welche Otloh (Pez thesaurus III, 2, 144 f. 203) bekämpft, und die Wirkung der sangallischen beslrebungen in diesen gegenden. denn offenbar ist die hier vorgetragene lehre von der deßnilion, namentlich die ein- teilung in definilio subslanlialis und accidentalis, angeregt durch den abschnitt Quid sil difßnilio im SGaller Boelhius l. III bei Haltemer 3, 148 b . nach erwähnung der fünfzehn deßnitionsmodi des Victorinus heifst es darin: D6ro quindeeim modorum Ist Schert <5iner d6r proprie dif- finitio höize: die Andere höizent mer descriptiones. Diffinitio setzet taz tfng ünde geöuget iz uns, diso uufr iz äna seilen: descriptio gezeichenet iz dcherl. So ist iz diffinitio, s6 iz uns substantialiter dia sächa öuget. al siis. Animal diiz fst anima ünde corpus. Föne dien zu&n ist aninial compositum, diu zuei uuürchent iz. So fst iz aber descriptio, so uns dcliert kemälet uufrt, uuüz iz st. 41 süs. Animal däz fst quoddam mobile. Tob tdz uuär si, nöb tänne fst uns animal mft tfu accidentaliler geöuget, nals substantialiter. Mobilitas fst aeeidens animali. Üzer aeeidentihus neuufrt neb(5in animal geuuürchet. Pedfu chit descriptio geniale linde zöichenünga linde bilde, also darfst, übe fh mft minemo grffile an einemo uu&hse gerizo formam animalis. Aber diffinitio cbit lindermarchiinga, also däz fst täz uufr 408 LXXXI BRUCHSTÜCK EINER LOGIK fines a linilius skidoen, linde cliil notmez, also dAz knöto gemßzen fst, tes nicht mer ntfh nicht minnera nefst. was der Verfasser des Boethius de consol. phil. descriptio nennt, das isl unserem Verfasser diffmilio accidcn- talis. dass er diese aus dem aUerlum nicht überlieferte Unterscheidung — beim Boethius de difßnilionibus keifst descriptio nur der vierte de- finilionsmodus (opp., Venet. 1492, p. 115 cd ), und über das accidens macht er nur die bemerlcung, es habe unter den quinque voces für die defini- lion am wenigsten bedeulung (p. 114°) — dann nur mit dem aus späl- römischen quellen dem frühem millelalter angeerblen logischen apparal näher ausführt, versieht sich von selbst, zu z. 2. 3 und 8 vgl. aufser Boelh. p. 1 13 d deflnitio est, ut M. Tulliiis in lopicis ait, oratio quae id quod definit explicat quid sil besonders den Marcianus Capella l. IV § 349 Eyfsenh. definitio est, cum involuta uniuscuiusque rei notitia aperte ac breviler explicatur. in hae tria vitanda sunt: ne quid falsum, ne quid plus, ne quid minus significetur. in z. \A ff. kommt ein von lange her gebrauchtes Schulbeispiel (vgl. Prantl gesch. d. logilc 1, 516 n. 35) auch hier zur Verwendung, vgl. Alcuini dial. c. 13 (opp. 2, 1, 345/".) homo est substanlia animata (est animal c. 14), rationalis, mortalis, risus capax. beim Boethius p. 114° homo est animal rationale, mortale, lerrenuin, bipes, risus capax. die hierauf z. 16—24 angedeutete melhode der definilion ist die von Boethius aao. vorgetragene und von Alcuin c. 13 im an- schlusse an sein beispiel auf folgende weise geüble: a latitudine sub- 575stantiae primo haec incipit diffinitio, quia quicquid natuiarum est substanlia dici polest, deinde dicit bominem substantiam animatam: in eo quod dicil animatam, secernit eam ab bis quae anirpam id est vitam non babeut. in eo quod dicil rationalis segregat eam ab omnibus rationem non babentibus. in eo quod dicit mortalis dividit cum ab angelis qui non moriuntur. et sie pervenil ad proprietatem hominis id est risus capax, quod solius est hominis, vgl. auch z. 29—33. [gegen vorstehende ausfiihrungen hat JKelle die philosophischen liunstausdrücke in Nolkers werken (1886) s. 22—25 und die SGaller deutschen Schriften und Nolker Labeo (1888) s. 54 (258). 64 (268) einspräche erhoben, er nimmt als quelle für ab- salz 1 und 3 des bruchstücks Boetliius commentar zu Ciceros topik, für absalz 2 desselben dialogus I in Porphyrium an und läugnel, dass aus man z. 22, welches von dem Schreiber herrühren könne, auf baierische herkunft geschlossen iverden müsse, in dem fragment sieht er ein stück der nolkerischen rhelorik. so viel isl mindestens zuzugeben, dass der aulor nicht durch den SGaller Boethius angeregt zu sein braucht.] LXXXII PHYS10L0GUS. Cod. 223 (olim pbilol. 244) der k. k. hofbibliolhek in Wien, 65 6/. 4°, X\ jh., M. 31"—33". vgl. Hoffmanns Verzeichnis s. 363; Endlicher calal. codd. philol. p. 71. 72; JZechmeisler scholia Vindobonensia ad LXXXH PIIYSIOLOGUS 409 Uoralii arlem poelicam (Vindobonac 1877) p. i. WLazius de gentium aliquot migralionibus (Hasel 1557) s. 81 teilte 1, 1—9 uuäre mit. FHvdllagen denkmale des millelallers (1824) s. 50—56 nach Schollkys abschrifl. EGGraff Diuliska 3 (1829), 197. 198. HHoffmann fundgruben 1 (1830), 17—22. PPiper die älteste deutsche litleralur (Merlin und Stuttgart o. j.) s. 461 ff. für die grofsen buchslaben am anfange der capitel ist der räum freigelassen; ebenso für die Überschriften bis c. 9. Quantität und belonung werden erst von c. 3 z. 11 finc an bezeichnet, um jedoch die letztere rein zu bekommen, muss man absehen von den auf e und i ganz beliebig und ohne rüchsichl auf die ihnen wirklich zukommende lonslufe gesetzten acuten, diese habe ich denn sämtlich weggelassen (außer 10,6) und ebenso die bezeichnung der diphlhonge mit circumflex und die accenluierung der flexions-A in 10, If. uuerchän; 11, 2 uufrdän; 11, 8 fruotä; 11, 14 drinkän; 11, 17 drittä slabtä; 12, 1 fliugdt. ähnliche acute über e und a der flexion in den Williramfragmenlen Diuliska 2, 379. 380. auch in der lateinischen hs. 492 der Wiener hofbibliolhek habe ich sie gefunden: über i in der regel, über c mehrere mal, über a (praeposilion) einmal. 1,3 to er namaeta] benedicens C (Johannis Chrysoslomi dicla de naluris bestiarum: archiv für künde österreichischer geschichlsquellen 5, 552—582, vgl. MFMann beilr. 11, 310—329). 5 ti—bezeiehe- nint fehlt C. 7—9 to — uuäre] anders C. 10 In aperiendo sicut et in canlico canticorum sponsus teslatur de se ipso. Ego usw. C. offenbar ist nach aperiendo eine lücke, die sich aus dem deutschen lexl ergänzt, dasselbe ist am anfang der fall, wo die hs., aus welcher C aao. abgedruckt worden, die salze z. 1—3 iveglässt, also beginnt Igilur Jacob benedicens usw. 12 menisgemo] 3, 7. 10 f. 4, 6; Graff 2, 753; noch mhd. pred. Mone 8, 416. 2 Est et animal qnod dicitur panthera, vario ipiidem eolore, snd spe- ciosum niniis et mansuetum valde C. in derselben vom deutschen, wie man sieht, abweichenden Ordnung werden dann auch die deulungen gegeben. 5 er] ez: vgl. C: surgens aulem a somno slalini emittit rugitum peraltum simulque odorem nimiae suavitalis emittit cum rugitu, ita ut odor istitis modo praecellat omnia aromata et piginenla. 6 volgen] 5, 4 sinen; 5, 10 habin. 9 turih lie süzi sinero genädön] per incarnationem suam C. doch vgl. weiter unten cum nimio incamalionis suae odore. 12 durili tiu minder fehlt C. 13. 14 C nur: postquam saliatus est iudaicis illusionibus, ad ultimum cruce suspensus . . . est. 3, 4. 5 ille autein mox nt viderit eam, salit in sinum virginis et complectilur eam sieque comprebenditur et perducitur ad palalium regis C. 7—11 stimmt fast nur dem gedanken nach zu C. 11 finc] vgl. phaet 8, 5 und varr. 57(1 zu XLI1, 46. 54; pbäben auch XL11I, 4, 8. LXXXV1 IS, 2, 36. Diem. 288, 17. 345, 18. Germ. 14, 461. Wiener Notker 117, 26. pbAhere zs. 3, 237. 4, 2 die lücke ist aus C leicht zu ergänzen: Cum viderit corcodrillum in litore fluminis dormientem ore aperlo, vadit et volitat se in luto usw. 3 innan Müllenhoff] Inan: vgl. C: dilanians omnia viscera eins. 7 under sigehaf beim cbÄme fehlt C. 20** 410 LXXXII PHYSIOLOGUS 5, 1. 2 anstatt dieses ersten Satzes führt C Jes. 13, 22 an. 3 daiinan üfj C: sirenae aninialia sunt morlifera quae a capite usque ad umbilicum figuram feminae habent, cxlrema parte usque ad pedes volatilis imaginem teneiit. das misverständnis des deutschen bearbeilers setzt einen lexl voraus, in welchem a capite fehlte und an der stelle von extrema parle usque ad pedes einfach inde stand. 3—6 C fährt fort: atque musicum quoddam dulcissimac melodiae Carmen canunl per quod ho min es navigantes decipiunlur, ita ut persaepe auditum dcinulcenies sensumque de- linientes in soporeni verlanlur. et tunc illae videntes eos esse sopilos, in- vadunt et laniant carnes cor um. vgl. den jüngeren physiologus bei Hoffmann fdgr. 1, 25, 20 so varant siu dei tier ane unt zebrechent sie & sirwachen. Karajan sprachdenkm. 81, 8. 9. 9 vecordes et bilingues homines C. 6, 3. 4 Daz bis nesinl fehlt C. 7, 2 am fünfundzwanzigslen nach C. 5 diese alberne deulung findet sich in C nicht. 8, 6 pergit ad lacum magnum C. nachher stagnum. 11 C: quod aliquando aquae praesens saeculum signifieant per diversas perturbationes et voluptates dominus deus insinuat cum dicit 'salvum nie fac, deus, quo- niam intraverunt aquae usque ad animam meam' (ps. 68, 2). 9, 7—11 C in form einer ermahnung. 10 C: Est et animal in mari, quod dicitur serra, spinas babens prope se longiores. et cum viderit naves velificantes enalal ad eas, erigensqne pennas et caudam velificat sicut navis et contendit ccontra. cum diu feceril talia, pennas ad se revocat, quia et lassitudine et unda revocalur in pri- stinum locum [Mann aao. will quia sireichen und nach lassitudine ein abstinet einsetzen: das scheint unnötig], mare significat bune mundnm. naves sunt proplietae et aposloli, qui transierunt liunc niuudum et viceruul adversarias potestates aeris (l. aevi) buius. serra vero, quae non potuit perseverare cum navilms, significat eos qui temporaliler profitentur absti- nentiam, sed non perseverant usque in finem cum sanclis qui ad porlam caelestis patriae vicio mari pervenerunt. 1 einez: ebenso 12, 1: gramm. 3, 4 anm. 11, 2 er] masculus C. vgl. gramm. 3, 311/1 anm. 3 unde uuird so ger fehlt C. 577 12, 1 Est aquatile animal usw. C. stand in der vorläge des bearbeilers volatile? vgl. Mann aao. 321, FLauchert gesch. des physiologus 1889 s. 117 anm. 2 sä-ne wie LXXXVI C, 2, 2 sä-nieht 'nicht einmal', ebenso Nother ps. 29, 10 Haltemer 2, 98 b uuieo sol ib änderen gäben drösl resurgendi, übe ib sölbo sär ne irslfin; vgl. ps. 142, 2 p. 486 a nemo inuudus ante te, nee infans usw. glosse: nob sar daz biutiga chindeli; schwächer sva. 'gar nicht, durchaus nicht' ps. 25, 4 p. 88 b ih ne iiufle mih sär beften zein; 36, 9 p. 126" uequitia ue lazet sie sär dara in; beide auffassungen möglich gen. fdgr. 2, 42, 7 vor dir minne ne düble iz in sä porlenge. 3 so gut ez an eina eissci zeinero uuende] nur inquirit parietem C. ich versiehe weder das überlieferte beissci noch Scherers änderungsvorschlag eissci: keinesfalls verslallen sinn und form LXXXII PI1VSI0LOGUS 411 an 'esche' mit PPiper die ällesle deutsche lüleralür s. 467 anm. oder vollends an 'eiche' mit HGarke QF. 68, 91 zu denken. 8 den schluss dieses capitels ergibt C: et ad solem iusliciae — et converte, cuius nomen orieus dicitur, quatenus oriatur in corde tuo per spiritum sanctum et lucem misericordiae suae ostendat tibi, qui illuminat omnem liominem in hunc mundum venientem. Von c. 9 an, abgesehen etwa von dem Schlüsse dieses capitels, stimmt der vorliegende physiologus mit dem lateinischen des pseudo-Chryso- stomus so genau überein als an dem beispielsweise ausgezogenen c. 10 ersichtlich ist, dh. er folgt demselben fast salz für salz, ohne sich jedoch an die einzelheilen des ausdrucks ängstlich zu binden, dagegen hat der deutsche bearbeiter in c. 1—8 den pseudo-Chrysostomus bald mehr bald weniger gekürzt und auch geändert: wenn man nicht annehmen will, seine unmittelbare lateinische vorläge sei ihm in beidem bereits vorangegangen, doch verdient es wohl beachlung, dass mit eben jenem c. 9 die Überschriften beginnen und die Orthographie sich insoferne ändert, als kein t für d (lannan lenne ter udgl.) mehr erscheint, umgekehrt häufig d für t (dier dügeden usw.; nmodes fader usw.; christanheid rihted usiv. in c. t—8 nur nach r: 1, 13 lieuuard; 3, 3 vard; 5, 6 verd). es findet sich ferner nur in c. 1—8 n f. nd, nt (2, 16. 8, 1 und un), n f. ng (3, 3. Af. 4, 3. 5, 3. 4. 9. 6, 3. 8, 2. 9), aus- und abfall des i (1, 1. 7, 1. 8, 9. 4, 7), \f. ie (2, 13. 3, 3. 8. 11. 5, 5. 6, 3. 8, 8), ii /'. uo (1, 8. 11. 2,4. 6. 9. 7, 2. 8, 6. 11), e f. ei (1, 1. 2. 3. 4, 5); nur in c. 9 — 12 ü f. iu (11, 7. 10. 17. 12, 2. 5. 6), ui f. iu (12, 8), 6 f. uo (10, 5), & f. ie (9, 9. 11, 10). in beiden teilen trifft man 6 f. ou je einmal (3, 4. 10, 4); auch im zweiten dem feruuörfe 4, 6 entsprechend schwanken zwischen sole und sule, wenn dies die richtige auf- fassung der Schreibung söiile 11,2 ist; dann die neigung des h zu schwinden (vgl. varr. zu 11, 1. 12, 8), aber kein h für eh. über die bezeichnung unorganischer längen in der lt,s. vgl. vorläufig die anm. zu XCI. obwohl in unserem denkmal kein p für b, kein k für g (kagfen- uuarligen 8, 10 kommt nicht in belracht) begegnet, so wird doch kaum etwas anderes übrig bleiben, als es zweien dem alemannischen sprachkreise angehangen Verfassern zuzuschreiben, vgl. zGDS. 89 = 2 143; ein weiteres argumenl für die Scheidung bringt Mann aao. 322 bei. die enge verwantschafl zwischen unserem physiologus und dem pseudo-Chrysostomus ivird jetzt durch die Untersuchung von VCarus geschickte der Zoologie (München 1872) s. 108—145 bestätigt. LXXXII I ÖTLOHS GEBET. 578 Cod. lat. 14490, Hat. SEmm. 490 (olim E. 113) der k. bibliothek in München, 167 bl. 4°, Xlj'/i., enthält nur werke Otlohs*, größtenteils * für ein .solches hält Pes aus guten gründen auch die von ihm, nicht 412 I.XXXIII UTLOIIS GEBET herausgegeben von BPez thes. anecd. III, 2, 253 — 544, und gül ohne zweifei mit recht für aulograph. das vorliegende gebet steht auf der vorletzten, zu anfang und am schluss unvollständigen läge der hs. (bl. 158—163) und beginnt bl. 161 b unter der roten Überschrift Oratio theu- tonica ex superjori oratione edita. BPez thesaurus aneedolorum novis- simus I (1721), 1, 417—420, berichtigt von Graff Diuiiska 3 (1829), 211. HFMafsmann abschw. (1839) nr. 60. PPiper zs. f. d. phil. 15 (1883), 84 — 87. 11 zu der Wiederholung des ilü vgl. XC1, 100 (XC, 72). 22 di gnäda unla trost] für diese conslruction halle JGrimm gramm. 4, 401 kein beispiel: vgl. ebenda s. 390. 417, wo dieselbe aus dem gotischen und rnhd. auch nur für Substantive von gleichem geschlecht nachgewiesen wird, jetzt aber Tomanelz anz. 14, 17. 29 ab Iierode ist nicht deutsch, wofür es Mafsmann zu hallen scheint, vgl. unten die auszüge aus dem lateinischen lext. 39 noh hciiia für nol) cheina. 40 dtna] vgl. varr. zu 45. 59 troistesl] vgl. varr. zu 3. 5. 6; Williram Breslauer und Londoner hs. 42, 5 min seoina (Ebersb. Trier. Leiden, seöna): überall hlüwird man — die fälle bestätigen sich gegenseitig — bezeichnung des umlauls (vgl. zu XXXII, 2, 64 s. 391) annehmen müssen, doch war es noch nicht üblich, ihn in der schriß auszudrücken, daher die lilgung des i hier nur zufällig unterblieben sein mag. und ebenso wohl in guita z. 72, wo ich das ui nicht anders zu erklären weifs, als durch die annähme einer unvollkommenen bezeichnung des umlauls üe: vgl. u für uo 2. 43 zu (zu?), 65 bruderscaft; und unten LXXXVI B, 2, 42 friu für fruoi. 72 güila: dass kein anderes worl als guoti gemeint sein kann, lehrt das lateinische s. 58 t. der circumflex ist zeichen des diphlhonges: über diesen s. zu 59. dem a der flexion vergleicht sich heila z. 1, ubila z. 3, arbeita z. 9. 56. 68, gilioisauia s. 13; zunta z. 6, bidencha z. 45. 47; auch unla und iimba. vgl. die darslellung der flexion des denkmals von FVogt beilr. 2, 262 — 264 und zu XCI, 68. von Mafsmann, zuerst herausgegebene Sequenz de translatione s. Dionysii. auf bl. I(i4 a —167 b der hs. stehen hruehsliieke eines traclats, der vollständig in Dedae oj>p., Coloniav 1688, VIII, 902— 925 gedruckt ist. wenn ich nicht irre, haben wir darin das verloren geglaubte werk Quomodo legendum sit in rebus visibilibus zu sehen. Otloh sagt darüber im liber de tenlalionibus suis (MG. SS. XI, 391): scribere coepi in modnm seimonis suniens exordium de psalmistae dictis 'dominus de caelo prospicit super filios hominum'. i|uae nimirum dieta quantum potui simiütudinum argqmentis roboravi, credens per liaec aliquos aedificari. ich habe ans der hs. die folgenden auf den rändern stehenden Inhaltsangaben angemerkt: 164" possimus considerare ijuod deus noster omnem vilitatem in nobis faetam magis pro salule quam pro damnatione fleri permisit. 164 b Similitudo nnde cnlligi possit, quantum facinus sit cenobia destruere vel corum praedia rapere. Exemplum pro conflrmalione praedtetae similitudinis. 165 a Item exem- plum horrendum pro re supradieta. Exhortalio pro cenobioium restauralione. 166" Qua similitudine convincantur oniues cenobiorum destruetores ea non igno- ranter sed scienter destruere. 166 b Similitudo unde possit colligi, ((iialiter deo debeamus esse subditi. Otloh schrieb das werk (in /Immerbach, wo er sich ein Jahr vor seiner riiekkehr, also 10(16/07 aufhielt) während seiner freiwilligen Verbannung', und grund dieser Verbannung war eben die •zersUinivg' seines klosters. I.XXXIII OTLOIIS GEBET 413 Ollohs gebet ist aufser der gegenwärtigen deutschen auch in zwei lateinischen fassungen erhallen, welche in derselben hs. stehen mit den Überschriften Oratio eius qui et supraseripta et sequentia cdidil dicla 6/. 51* und Oratio cuiusdam peccaloris bl. 158\ nur die letztere (A) hat Pez thes. anecd. I, 1, 421—426 herausgegeben, und davon ist die erstere (C), wie es scheint, eine Verkürzung, das deutsche gebet (ß) folgt in der hs. unmittelbar auf A und ist, wie die Überschrift besagt, ebenfalls daraus hervorgegangen und zwar, wie die Untersuchung lehrt, zum teil nach denselben grundsälzen wie C daraus verkürzt, ich ziehe die übereinstimmenden stellen aus und merke, wo es von nutzen ist, die lesarlcn von C an. eingeklammertes fehlt in B, Sternchen bezeichnen die stelle gröfserer zusälze von D. (B 1—4) 0 spcs unica, o salus acterna et refugium omnium in le speranlium, deus! . . . Inlumina queso inprimis cor meum, ut bonitatis tuae atque pravilalis meae mulliludinem aliquatenus allendens ca quae contra te hactenus commisi lugere semper et emendare digno penilentiae luclu valeam *. (ß 4—8) Deinde precor, doraine, ut quicquid impurilatis, quicquid vanilalis aut erroris nequissimus hoslis in nie sludeat accendere extinguas [meque ad tili timoris et dilectionis fer- vorem semper accendas] et ut cordi meo illam famera et sitim inmiltas, qua [ad Ulandatorum tuoruni observantiam et] ad vitae perennis gaudia deside- randa esluare possim *. (B 8—11) . . . Ideoque, [clementissime deus, lianc innrmilatem in nie prospiciens] ita nie sanum validumque in utriusque liominis vigore effice, ut in omni servitutis tuae studio laelus et promptus existam laboremqiie lotum, qui in hoc saeculo et pro laudis tuae impen- sione et pro peccatorum meorum penilentia nee non pro aliorum necessi- late iugiter agendus est mihi, suslinere valeam *. (ß 12—15) . . . Fide igitur et spe tali nie confirma * . . . Ad baec quoque caritatem et timorem atque bumilitatem nee non palienliani et obedientiam talem milii precor praesla qualem primitus tibi deo omnipoleiiti, deliine boininibus eunclis inter quos uniquam conversari me contigerit exhibere debeo. (ß 15—18) . . . Mundiciam quoque menlis et corporis ita mihi queso vigilanti vel domicilii concede, ut ad altaris toliusque servitutis tuae officium dignius accedere ipsumque aeeeptabiliier possim peragere .... (ß 18—22) Quam ob rem . . . concede ut [el illarum] virtulum [quas iam orando nominavi el] omnium sine quibus nullus tibi placere polest partieeps fieri merear. [Scd quoniam tarn magna pielatis tuae dona nullis conalibus propriis nulloque labore condigno acquirere et oblinere valeo] per sanclissimam nalivilalem et passionem tuam, domine lesu Chrisle, nee non per venerandam crucem in qua pro mundi salute pendere dignalus es perque resurreclionem et580 ascensionem tuam, tum eliam per sancli spiritus gratiam [mihi precor con- cedas]. (ß 22—24) * . (ß 25—29) Adiuva cliam me per merila et preces sanclissiinae genitricis tuae et perpeluae virgiuis Mariae nee non per sancli Michaelis onuiiumque caelestium virtutum atque per sancli Iobannis baptislae et per sanclorum apostolorum luorum Pelri et Pauli, Andreae, lacobi [spe- cialiterque per dileeli lui] Iobannis et per omnium apostolorum luorum suf- fragia, sed £t per illorum saoetissimorum infantium palrocinia qui pro tuo nomine tnjcidati sunt ab llerode .... (ß 29—34) Suecurre quoque 414 Lxxxin Ötlohs gebet mihi per sanclorum martyrum tuorum Stephani alqne Laurentii, Viti et Pan- cratii, Georgii et Emmerammi, Quirini et Castuli, Sebasliani et Vincentii, nee non per Manritii et Dionysii, Gereonis et Kyliani, Bonifacii et lanuarii, Ypolili et Cyriaei, una per sociorum suorum merita, specialilerque per sanc- torum tuorum palrocinia, cum quibus locum praesenlem sublimare dignatus es. (ß 34—38) Sed et per sanclorum confessorum tuorum Silvestri alque Martini, Remigii et Grcgorii, Nicolai et Benedicti, Wolfkangi atque Uodal- rici perque sanclarum virginum Petronellae et Caeeiliae, Seolastieae et Mar- garetae .... (ß 38—40) Deinde per omnium sanclorum tuorum suf- fragia ine precor adiuva, ut propter nulla peccata mea [praeterila vel instantia seu futura] in nianus persequentium animam mcam tradar sed soliia pietate lua semper et ubique defendar. (ß 41—44) Deinde inmensam pietatem luam, [domine lesu Christe, suppliciter deposco] pro [fratribus nostris] cenobiifque] noslri loco, ut quia peceatis nostris exigentibus . . . destruetus est, per gratiam tuam atque per illorum sanclorum, quorum corpora vel reliquias hie positas amore prompiissimo veneramur (per omnium sanclorum luorum C) inlercessionem ad laudem el gloriam nominis tui alque ad ne- cessilatis nostrae nee non ad eorum, qui nobis iugiler deserviunt quique luic pro aliqua salule oblinenda adveniunt, usum reparelur. (ß 44—46) * . (ß 46. 47) . . . (es fehlt hier ein in A später gemachler, auch in C und bei Pez weggelassener zusalz) Ad haec quoque precor pro omni ulriusque sexus congregalione quae in hac urlie cousislit, deinde pro celeris Omnibus (precor pro eunclis C) qui in saneta ecclesia in nomine tuo usquam con- gregati conversanlur . . . * . (ß 47—50) . . . Pro bis etiam, qui semet- ipsos confessionc vel aliqua intervenliöne in mei peccaloris orationem com- mendare curabant, bonitatem tuam, domine, suppliciter exoro, ne scilicet propter ulla peccata mea conl'essionis suae cassetur remissio sperata .... (ß 50. 51) Recordare precor in nobis misericordiae tuae verborumque apo- stoli tui Iacobi dicentis 'confitemini alterutrum peccata veslra et orate pro invicem ut salvemini' . . . . (ß 51—54) Peto etiam [pro papa et cesare vel rege nostro nee non] pro eunetis rectoribus atque prineipibus nostris * ut illos [in amore el timore tuo] ita perfectos facias, quatenus se sibique subditos valeant regere [ae congruis exemplis praeesse]. (ß 54 — 57) Ad haec quoque pro parentibus et propinquis nee non pro illis qui ab initio vitae meae usque in banc horam qualemcumque pro me laborem perlule- runt . . . . ut [quia ego nullain ipsis recompensationem debilam iinpendere possum] gratia lua illis ubicumque opus est sive in praesenti sive in fuluro saeculo recompensare dignetur. (ß 58. 59) Deprecor simul pro illis quos iimquam sine causa conlristavi vel aliquibus meis actibus depravavi, quatenus per bonilatis tuae elleclum aliquo modo corrigi el reparari mereanlur. (ß 59—62) Deinde vero communiler pro omni populo ehristiano maieslati tuae, domine, supplico, ut eis pacem, aeris temperiem frugumque copiam iuxta necessilatcs suas tribuere digneris ... (ß 62—68) Ad haec quoque [inmensam pietatem tuam, domine lesu Christo, poslulo unice] pro omnibus S81 ßdelibus congregaiionis nostrae defunclis fratribus (pro omnibus fratribus nostris defunclis C) nee non pro bis quibus ex fraternitatis communione seu quacumque commendalione vel elemosinarum largitale umquam debitor LXXXIII ÖTL0HS GEBET 415 orandi factus sum: ileinde communiter pro cnnciis in fide sancia defunclis, pro quibus videlicet cuiquam orare licet, ut eos a locis penalibus liberare el in requie perpelua digneris collocare (man bemerke die reime cunelis: defunctis, videlicet: licet, liberare: collocare). (B 68 — 73) ... Ad ex- tremuin vero nulla orationis meae dieta mihi sufl'ecisse prorsus sciens, sed potius in le tarn orationis quam ceterorum actuum meorum sufficientiam conclusionemque ponens in manus tuas, domine, spiritum et corpus meum • . . commitlo (conimendo C), ut ubicumque nequeam seu nesciam vel eliam nolim me custodire tu, prout valcas ac scias utque iuxta bonitateni tuam velis, me ubique conservare digneris. im ersten leih (z. 1—24) schickt A jeder bitte eine längere molivierung voraus: diese hat li sämtlich ausgelassen, im zweiten teile (z. 25—40) sind die heiligen anders geordnet und vermehrt, die kürzung des dritten (z. 41—73) scheint ohne sonderliche Überlegung vorgenommen: sonst wären nicht papst und kaiser weggeblieben, es ist nicht ohne interesse im einzelnen zu beobachten, wo Olloh eine freiere wiedergäbe des lateinischen nötig fand, z. 2. 3 setzt er diiia guoli unla dina gnäda für bonitateni tuam, miua sunla jouh mina ubila für pravilatem meain und ähnlich öfters zwei durch unla verbundene Synonyma zur bezeichnung eines begriffes. das formelhafte, teils wörtlich, teils variiert wiederkehrende also ili des bidurfi stein nicht im lateinischen: vgl. über ähnliche schlussformeln in der beichte excurs zu LXX11. was er sonst im deutschen hinzusetzte ist wenig und zum teil noch äufserlich als zusalz erkennbar, vgl. varr. zu z. 11. 44. Olloh hat nicht verfehlt, wie bei seinen übrigen werken, so auch für das gebet in dem über de lenlalionibus (SS. XI, 392) genauere aus- kunfl zu erteilen und in der offenbar älteren recension dieses buches sogar den lexl A (premissis quibusdam preeibus intimis, sagt er, ex psal- terio sumplis ita ineipit una: 0 spes unica usw. diese auszüge aus den psalmen gehen A in der hs. wirklich vorher) sowie das bei Pez III, 2, 480. 481 stehende gebet aufgenommen, aber eine Zeitbestimmung geben seine äufserungen nicht an die hand. man hat eine solche in der er- wähnung der 'Zerstörung' des kloslers gesucht, indem man dabei an den brand von 1062 dachte, aber Olloh spricht davon fast in denselben ausdrücken an einer von Pez 111, xi. xn ausgezogenen stelle, wo mit der 'Zerstörung' bestimmt nichts anderes als die anfeindung des kloslers durch den bischof von Regensburg gemeint ist. nur so viel darf man behaupten, dass das gebel in SEmmeram (s. oben s. 580 zu li 46. 47), also nicht zwischen 1061 und 1067, wo Olloh in Fulda und Ammerbach war, ab- gefassl ist, und dass es, wenn die bemerkung von Pez 111, xix, Olloh zähle die namen derjenigen heiligen auf, welche in den klöslern, in denen er einmal anwesend war, besonders verehrt wurden, richtig ist, weil lionifatius darin genannt wird, später als Ollohs aufenthall in Fulda, also in die zeit nach 1067 fällt; die abfassungszeil des liber de lenlalionibus, vor welchem es entstanden, kennen wir nicht, die abfassungszeil nach 1067 glaubte ESchröder zs. 30, 82—84 durch hinweis auf die notae SEmmerami MG. SS. XVII, 572/'. stützen zu können, dort sind nemlich die reliquien verzeichnet, welche in der 1061 geweihten 416 r,xxxm utlohs gebet SEmmeramer basilica aufbewahrt wurden, da nun etwa die hälfle der heiligen, welche Otloh in seinen gebeten anruft, solche sind, deren reli- quien die Emmcramer liste bezeugt, und da ferner im anfang die reihen- folge bei Otloh und in den nolis wesentlich übereinstimmt, so vermutete Schröder benulzung eines 1064 aufgestellten officiellen reliquienverzeicli- nisses durch Otloh. aber 1) beweist jene congruenz der folge wenig, denn Olloh wie der Verfasser der reliquienliste ordneten im allgemeinen gemäß der himmlischen Hierarchie, so dass sie nach Christus und Maria zunächst den laufet; dann die aposlel, darauf die ersten märlyrer nannten: um in dieser reihe zusammenzutreffen brauchten sie nichts von einander zu wissen. 2) in einem passus von A, den Scherer oben s. 580 forl- liefs, hinler der erwähnung der h. Jungfrauen, fleht Olloh bl. 160" (p. 423 Pez) nee hon per illorum sanetorum quoruin in Iioc monasterio vel in hac proxima civilale reliquiae consislunt. dieser halle er also im vorhergehenden noch nicht speciell gedacht. SEmmeram ist der klassische ort für ahd. gebete, vgl. L VIII. LXXV1I1 1), und wie die beiden älteren unter sich, wenigstens mittelbar, zusammenhängen, so kann man auch hier im ersten teile traditionelle anklänge an jene stücke finden, aber keinen sicheren und entscheidenden: die form der anrede mit dem nachfolgenden relativsalz ist nach analogie des valerunsers vielen gebeten gemein (XIV. LXXXIV, excurs zu LXXVI1I B). im zweiten teile haben Otloh lilaneien vorgeschwebt, im drillen eine oratio pro ecclesia wie sie XCVI, 124 beginnt, vgl. Honor. spec. eccl. p. 827 Migne. 582 LXXXIV KLOSTERNEUBURGER GEBET. Hs. 987 der sliflsbibliolhek zu Kloslerneuburg, das sogen, psalle- rium saneli Leopoldi, Xj'/t., enthält auf der vorderseile des letzten blaues unser gebet, das man den schrifizügen nach ins X, der spräche nach nur ins XI jh. setzen kann, auf der rückseile desselben blaues eine Schenkung des marchio I,., deren undeutliches dalum MFischer merkwürdige Schicksale des Stiftes und der stadl Kloslerneuburg {Wien 1815) 2,6 Anno dominici incarnationis MCXII1 indict. V liest, hierauf von jüngerer hand ein lateinisches gebet um die göttliche gnade mit berufung auf die Verzeihung, welche Maria Magdalena erlangte. EGGraff Diutiska 2 (1827), 382. vgl. aber schon JGrimm gramm. 2 (1826), 544 anm. hier nach abschriflen von IHIoffmann (in Haupts besitz) und JMWagner, nachverglichen durch AHorawilz. 1 giseuf: der Schreiber überhörte das schwache e, weil zwei andere ebenfalls nicht oder wenig belonle folgen. bilidie] vgl. z. 2. 4. 7 Iduodie, bilüe, giunstiemo, gimeidie: ist dieses ie überall nur ausdruck eines Schwankens zwischen i und e ? 2 irlöse: ou für 6 vgl. Weinhold baier. s. 103. QF. 7, 90. zu XCVII, 36. grunllause Lambacher cod. chart. 463. der imperativ correspondiert mit dem indicaliv irloslast des T.XXXIV KLOSTERNECBDBGEÜ GEBET 417 relalivsatzes, vgl. excurs zu LXXVIII B. 4 ginnsiicmo] vgl. LXXXVI R, 2, 37.61 zigunste. 6 dfnas] vgl. mines Wiener Notker 108, 31; zs. 22,236; nnnis Ruther 4419 : gramm. 1, 7 82. 7 gimeidie ist ohne zweifei nichts anderes als gimeinida, gemeinde 'communio'. die aufzählung z. 5—7 ist nicht wohlgeordnet: beichte und communio» muslen neben einander stehen und standen vielleicht neben einander in der vorauszusetzenden lateinischen grundlage des ganzen, die ergänzung des unvollendeten salzes ist dem gedanlcen nach nicht zweifelhaft: der 'jüngste lag' z. 4 bedeutet, wie z. 5 deutlich sagt, den letzten lag nicht des allgemeinen, sondern des individuellen lebens. der erste salz des gebetes erinnert an den schluss des palernosters LV, vgl. s. 511. LXXXV GEISTLICHE RATSCHLÄGE. Cod. gerni. 5248, 4 der k. bibliolhek in München, ein pergamcnl- blall in fol., XI jh., das zu ende des XV jh. in zwei stücke, ein oberes und ein unteres, zerschnitten einst die Innenseite des deckeis eines später getrennten bandes zu schützen halle. 'aus Polling? aus Raitenbuch? fragt Schmeller im calalog und fügt dann hinzu 'am wahrscheinlichsten aus. Wessobrunn. JASchmellcr zs. 8(1851), 111. 112. FKeinz in den Münchner Sitzungsberichten 1869 1, 537 — 539 vgl. zs. 26, 178. PPiper die Schriften Notkers 3 (1883), 414/'. vgl. l. 14 das neulrum haz ist sonst nicht nachgewiesen. 16 üben ist nicht, wie Scherer meinte, lieben 'wohltun (Lachmann zu Iwein 4194), vielmehr, entsprechend dem cavere der quelle, das slv. 'schonen . 21 tödlichen sonst nicht nachgewiesen, gebildet wie guolliehon na. Graff 2, 109. 23 uuideruuarliga] vgl. Graff 1. 1007 und zu LXXX1II, 7 2. 34 keuuizele] nur so kann man lesen, vgl. Graff 1, 1103. Die quelle von z. 1—27 des vorliegenden Stückes hat bereits 588 Schmeller in Gregorii M. in Ezechielem I. 11 hom. 3 disl. 21 (opp., Paris 1705, 1, 1338/'.) aufgefunden, ich ziehe das nötige hier aus. (z. 1) Ad servandam itaque innocentiani etiam laesi a proximo perdnrare in humilitate feslinaraus? Abel ante oculos veniat qui et occisus a fralrc scribilur et non legitur reluetatus. (3) Mcnlis mnnditia etiam in con- iugali copula eligilur? Knoch debet imiiari, qui et in coniugio positus am- bulavit cum deo ... (5) Praeccpta dei fcslinamus praesenti nnslrae utilitati ('uuillen') praeponcre? Noe ante oculos veniat, qui . . . (6) Subire obedientiae virtulcm nitimur? aspicere Abraham debemus, qui ... (7) Morum siraplicitas ('guota site') placcl? Isaac admenlem veniat, quem ... (18) La- boriosa forliludo ut ohtineri debeat, quaerilur? lacob ad memoriam dedu- calur, qui ... (8) Conamur carnis illecebrain vincere? loseph ad memoriam redeai, qui ... (10) Mansuetudinem atque palienliam oblinere quaerimns? Mnysen ante, oculos deducamus, ([ni ... (11) Rectitudinis zolo contra vitia DENKMÄLER II. 27 418 LXXXV GEISTLICHE RATSCHLÄGE accendimur? IMiiuees ante oculos deducalur, qui . . . iram dei iralus placavit. (12) De spe omnipotentis dei praesumere in dubiis quaerinius"? losue ad meinoriam revoeemus qui . . . (14) Iam mcnlis inimicilias ponere eupimus, in benignilate animuin dilalare? Samuel in cogitaiionem deducatur, qui . . . (16) Cavcre aulem volumus quem timemus? sollicita nobis meiite pensandum est, ne si locum forlasse reperimus, malum pro malo reddamus ipsi quem fugimus. David ergo ad memoriam redeat, qui ... (19) Erran- libus liuius mundi potenlibus libere loqui decvrnimus? loliannis auctoritas ad animum redueaüir, qui ... (21) Carnem iam noslrain pro deo ponere in morte festinainus? Petrus ad menlem venia!, qui . . . (23) Cum mortis appetitu disponimus adversa contemnere? Paulum ante oculos deducamus, qui . .. (25) Succendi cor nostrum igue caritatis quaerinius? loliannis verba pensemus, cuius usw. Job ist von dem deutschen bearbeitet- zugesetzt [wahrscheinlich fand er ihn schon in seiner unmittelbaren vorläge, denn auch der von Schmeller aao. 113 mitgeteilte auszug im clm. 3739 nennt Job an letzter stelle; und ebenso erwähnt ihn bei gleichem anlass der dichter des welschen gasles 6055] und Jacob bei ihm an eine falsche stelle geraten. Abraham allein von allen wird 'herr genannt; an die stelle der manigfachen Variationen des lateinischen ausdrucks bei ein- führung der namen ist ein eintöniges so pilide getreten, nur in z. 25 so volge. nur an den hervorgehobenen stellen ist auch der bei Gregor jedem namen angehängte relativsalz benutzt. über z. 28—39 s. zu XLII1: das dort mitgeteilte stück 'de seplem sigillis' ist offenbar auch ihre quelle. LXXXVI PREDIGTEN. 1 und 4 (27 cm. hoch, 19,8 breit, je 23 beschriebene Zeilen und eine unterste unbeschriebene auf der spalte) bilden ein doppelblau, welches der Wiener Nolkerhs. (s. zu LXXIX li) in der weise vorgebunden ist, dass fälschlich 4 voranstellt, 1 folgt, über die publication, die immer gemeinschaftlich mit l) erfolgte, s. dort. 2. 3. 5 werden zusammen mit testen von C (s. dort) auf der k. bibliolhek in München unter der bezeichnung cod. germ. 5248, 3 aufbewahrt, von diesen sind 2 (11,7—13 cm. hoch, 19 breit, je 9 beschriebene Zeilen und eine zehnte eingeritzte, aber unbeschriebene, sowie die unteren spitzen einer elften auf der spalte) und 3 (13,5 cm. hoch, 19 breit, lü beschriebene und eine unbeschriebene zeile) die unteren Hälften des zwischen 1 und 4 unmittelbar gehörenden inneren doppetblaltes : was von je einer spalte übrig ist, macht drei oder vier Zeilen unseres abdruckes aus. 5, in zwei genau an einander passende leite (je 15 cm. hoch, die breite variiert zwischen 3,5 und 5,5 cm.) zerschnitten, ist der 17 cm. hohe, 8,6—10 cm. breite resl der vorderen hälfte desjenigen doppelblaltes, welches zwischen 2 und 3 lag. die ausgaben s. bei ü. 2 und 3 wurden am 13 Jan. 1834 vom decket i.xxxvi a rnuniGTEN 419 einer aus Wessobrunn stammenden incunabel (Gregorius super canlica canl., Hasel 1496, ejusdem eura pasloralis, Gabriel Biel canon missae, Tübingen ]499) abgelöst, 5 am 12 juli 1843 vom deckel einer andern ebenfalls aus Wessobrunn herrührenden (Joannis Aquilani sermones qua- dragesimales, 1499). da auch eines der bruchslücke von C einer Wesso- brunner incunabel des j. 1499 entnommen wurde, ein anderes einem Wessobrunn gebärenden buche aus dem j. 1510, so dürfte die prediglhs. im ersten jahrzehend des XVI jh. dem messer des buchbinders anheimgefallen sein, selbstverständlich kann dann die noliz: Martini Lutzen- perger | -1-5-S-l-s | - De schongau 1551 | Wessoprün | erst auf die rückseile von bl. 2 eingetragen worden sein, als dies mit der incunabel verbunden war: nach Keims plausibler Vermutung (zs. 26, 178) weilte jener Martin Lulzenberger 1551 als schulknabe in Wessobrunn. dasasi deutsche prediglmanuscripl befand sich jedes falls in demselben Moster wie der Wiener Nolker. ich habe daher auch diese hs. und alles, was sie enthält, nach Wessobrunn gesetzt (beilag e zur Augsb. allg. zeüung 10 februar 1870) und demgemäfs auch glauben und beichte XC benannt. 1 bl. 2 der Wiener hs. 268 1 . Hoffmann nr. 6. ] 3 frfa] vgl. langob. frea Graff 3, 786. 14 munde] nmnl ist hier wie in dem compositum palcmunt XC1X, 28/". sva. mnnlporo. Graff 2, 813. 25 sin] vgl. 4, 2. B, 1, 13. 26. 28. 4, 4. Heinzel zu HvMelk 1, 657. Überall aecusaliv eos oder eas, dagegen nominaliv varr. zu LXXXH, 5, 5. 2 FKeinz Münchner Sitzungsberichte 1869 1,539 nr. 1. 6 kesunder ist hier, z. 11 und 5", 6 als 'sanus', wie die quelle ergibt, nicht mit Scherer sva. suntar 'clam Graff 6, 48 zu fassen. 7 süneslaga] vgl. LXXXIX, 18. WGrimm zu Freidank 35,27. Meusebach-Grimmbrief- wechsel s. 67. 68. 8. 9 ein einwurf wie 5", 17 und wie dergleichen aus Berlhold von Regensburg bekannt ist: vgl. JGrimm kl. Schriften 4, 359 (256); hier aber der lal. quelle (s. u.) entlehnt. 5 zweite ausgäbe 6''. 5. 6". Keinz aao. s. 542. 543. hinler dies fragment hätte im abdruck ein slern gesetzt werden sollen. 3 Keinz aao. s. 540 nr. 2. 9 vgl. 'von den sieben todsünden' Mone anz. 8, 59; alld. bl. 1, 366 die sunde heizent morlalia, so sint andere venalia, daz sinl tageliclie sunde, die raac niemen alle künden. Linzer hs. Cc. II. 2 daz zu legliclier oder zu lolliclier sund treffe; Linzer hs. Co. II. 5 lotlich ader teglich; Lambacher cod. eftort.463 lödleich oder lasläch (lässlich). 4 bl. 1 der Wiener hs. 2681. Hoffmann nr. 5. Was uns von den vorliegenden predigten erhalten ist, beginnlhSh mit einem lobe des wilwenslandes. die wiederverheiratete, scheint der prediger zu sagen, wird nicht so geehrt von allen menschen, wie diejenige, welche nur einen hatte 1,1, vgl. 1 Tim. 5, 9 vidua eligatur . . . quae fueril unius viri uxnr? und er cilierl Lucas 4, 25. 26 niullae viduae erant in diebus Eliae in Israel, quanrio clausuni est caelum annis tribus et. mensilius sex, cum facta esset fames magna in omni terra, et ad nullam Hierum missus est Elias, nisi in Sarepia Sidoniae ad mulierem viduam. und er fahrt fort, mit einer ungenauen berufung auf exodus 22, 22 (vgl. 27* 420 LXXXVI A PHEDIGTBK deul: 27, 19 ua.) die ivitwe als besondere Schutzbefohlene golles darzustellen, indem er mit großer beredsamkeil in forty es etilen anlilhcsen den witwensland über die ehe erhebt, er schliefst 2, 2 mit einer wieder nicht genauen besiehung auf 13, 3, 18—24. dieser schluss ist äufserlich in der hs. kenntlich gemacht durch das seichen ■, ■ hi7iler sehscigualtiz (vgl. auch varr. zu 5 C , 11), durch das grofse, vorgerückte und mit roten lupfen versehene E ton Ein, endlich durch den hinler ieuuelih frei gelassenen räum von fast einer halben seile, der gewis eine nummer oder eine Überschrift in roter färbe zu tragen bestimmt war. ich kann daher ebensowenig wie Linsenmayer gesch. der predigt in Deutschland 188G 4'. 55 anm. der ansieht Crucls zustimmen, welcher (gesch. der deutschen prediyl im ma. 1879 s. 97. 99 f.) bl. 1.2 einer und derselben, auf Marc. 4, 20 bezüglichen homilie zuweist, vielmehr beginnt mit 2, 3 eine neue predigt, welche auf 5 fortgesetzt und beendet wird und welche, wie Cruel aao. sah, aus Auguslins sermo de poenitenlibus schöpfte (Migne 39, 1714/. nr. 393). ich setze daraus die entsprechenden stellen her: (2 b ) Baplizatus autem dcscrior et violalor lanli sacramenli, (5°) si agat poenilentiam ex tolo corde, si agat poenilentiam ubi Deus videt, qui vidit cor David, quando increpatus a prophela, et graviter increpatus, post comminaliones Dei lerri- biles exclamavil, dieens, Peccavi .... (5 (1 ) Ergo qui egeril veraciter poeni- tenliarn, et solutus fuerit a liganiento quo erat conslrictus et a Christi corpore separatus, et bene post poenilentiam vixeiit, sieul ante poenitentiani vivere debuit, post reconcilialionem quandocumque defunclus fuerit ad Deum vadit, ad requiem vadit, regno dei uon privabilur, a populo diaboli separa- bilur. Si quis autem posilus in ultima necessitate aegriludinis suae voluerit aeci]icre poenitentiani, et accipil, et mox reconciliatur, et hinc vadit; fateor vobis, (2 b ) non illi negamus quod petit, sed non praesumimus quia bene hinc exit. Non praesumo: non vos l'allo, non praesumo, Fidelis bene vivens, securus binc exit. Baptizatus ad horam, securus hinc exil. Agens poenitentiani, et reconciliatus cum sanus est ... . (2 C ) Sed dicat aliquis: Hone sacerdos, tu nescire et nnllam securitatem nobis dare posse dicis, si ille salvalur, et Christum adire merelur, eui morienti poenitentia datur, qui dum vixil, dum sanus fuit, impoenilens fuit; instrue ergo nos, rogo, quo- modo bene vivere post poenilentiam debeamus .... (2 cl ) unde reddituri sunt liomines ralionem in die iudicii .... non solum posl poenilentiam ab islis viliis sc homo servare debel, sed et ante poenilentiam, dum sanus est; quia si ad ultimum vilae slelerit, nescit si ipsam poenilentiam aeeipere ac Deo et sacerdoli peccata sua confiteri possil.....(5 a ) Vis te de dubio liberare? vis quod incerluin est evadere? Age poenilentiam, dum sanus es. Si eniin agis veram poenilentiam, dum sanus es, et invenerit le novissimus dies, currc ul reconcilieris: si sie agis, securus es. Quare securus es? Quia egisti poenilentiam eo tempore, quo et peccare potuisti. Si autem tunc vis agere poenitentiani ipsam, quando iam peccare non potes; peccala te dimiserunt, non tu illa. Sed unde scis, inquis, ne I'orle Deus dimitlat mihi? .... (5 b ) Nam ideo tibi do poenilentiam, quia ncscio. Nam si scirem tibi niliil prodesse, non tibi darem. Item si scirem tibi prodesse, non le admonerem, non le (errcrem .... (5 C ) Ergo dimilte incertum, lene LXXXVI A PREDIGTEN 421 ccrlum. nach bl. 5 fehlt mindestens ein bl., vielleicht drei. hl. 3 und 4 gehören, wie ebenfalls Cruel aao. nachwies, der predigt Auguslins de igne purgatorii an (Migne 39, 1947//'. nr. 104). ich hebe das nötige aus: (3*) ita peccala ipsa in hoc saeculo purgantur, ul in futuro ille ignis purgatorius aut non inveniat, aut cerie parum inveniat quod exural. Si autem nee in tribulatione Deo gratias agimus, nee bonis operibus peccala redimimus, ipsi lam diu in illo purgatorio igne moras haliebiraus .... (3 b ) quia ille purgatorius ignis durior eril quam quidquid polest in hoc saeculo poenarum aut cogilari aut videri aut senliri..... Et qui modo nee unum digilum suum in ignem vult mitlere, timeal necesse est vel lunc parvo tempore cum anima et toto corpore cruciari..... Uli autem qui capitalia crimina commillunt .... (3 C ) criniina capilalia nou admillanl: am si iam commiserunt, fruetuosam aganl poenitentiam, et illa parva vel quo- lidiana peccata bonis operibus redimere non desislant. Quibus tarnen operibus minula peccala redimantur .... (3 d ) et poenitentiam ctiam publice agentes: quia iuslum est ul qui cum multorum deslruclione se perdiderit, cum multorum aedificalione se redimal. Ad exlremum non est impossibile vel grave quod suggero: vel sie lugeamus exstinclam nostram animam, quo- modo (4) alienam carnem morluam plangimus. Si aul uxor, aut filius, aul marilus mortui fuerint, in terram se collidunl homines, capillos trahendo, peclora lundendo, in luctu et poenilenlia, vel in lacrymis non parvo tempore perseverant. Rogo vos, fratres, cxbibcamus animae noslrae, quod illi exhibent alienac carni. El hoc videle, fratres, quam malum sil, ul quae- ramus quod non possumus, et uon quaeramus quod possumus. Carnem, quam non possumus suscitare, plangimus; et animam nostram mortuam non plangimus, quam possumus per poenitentiam ad statum prislinum rc- vocare .....Omnes saneti, qui Deo fideliler serviunl, lectioni et orationi vacare, et in bonis operibus perseverare conteudunl, nee capilalia crimina, nee minula peccata, id est ligna, fenum et stipulam supra fundamentum Christi, sed bona opera, id est aurum, argenlum, Iapides preliosos super- aedificanlcs, per ignem illum, de quo dicit aposlolus 'Quia in igne revc- labitur' abque ulla violalione Iransibunt. die von 4, 13 an folgende auf- zählung der göttlichen geböte ist vielleicht auch durch die quelle angeregt, wo es kurz darauf keifst: Uli vero, qui aut homieidium, aut sacri- legium, aul adulteriuni, vel reliqua bis similia commiserunt .... aeterno incendio praecipilabuntur ad mortem. B. Cod. 2681 der k. k. hofbibliolliek in Wien, über die stelle vorliegender predigten darin vgl. zu LXXIX B. PLambecius commenlarii de Mbliolhcca caesarea Vindobonensi 2 (1C69), 757—701 teilte proben davon mit. er hielt sie für werke Otfrids und als solche besprach sie auch Schröckh kirchengeschichle 23, 304. 305. JGabEckhart commenl. de rebus Franciae orienlalis II (1729), 941—948. unsere nrn. 2. 3. 4. A, 4. 1. EGGraff Diutiska 3 (1829), 119—122. UHoffmann fundgrüben 1 (1830), 59—66. PPiper die Schriften Nolkcrs 3 (1883), 399, 5—400, In. 401, 18—402. 20. 403, 23—410, 14. 422 LXXXVI B H1KD1GTEN 1 Hoffmann nr. 4. bl. 2 12 aI> . 23 das fragczeichen steht nicht in der hs. ich habe diese Interpunktion Hoffmanns beibehalten, weil sie lehrreich ist für den Ursprung des conjunclionslosen Vordersatzes, zGDS. s. 475 =- 508 anm. noch die Schriftsteller des siebenzehnten jh. inler- pungieren so: Wolfhart Spangenberg Ualsasar G C 1 ' Hastu, ey Alazon dann mein, Difz gethan? wie ich dir zutraw! So muss man dich billich, 580nun schaw: Hoch hallen, ja loben vnd preisen. Hirlzwigs lateinisches original (Spirae Nemelum 1615) p. 3G2 hat Hoc quando Alazon feceris, ceu credo tibi, Te suspiciam merilo quidem el decanlilem. Brülow erlaubt sich diese construclion und Interpunktion sogar im lateinischen: Elias II, 2 Rex ipse linquit Vera lovae numina? Et piorsus humana sequilur deliria? l'roceres suos habet imilalores stalim. Moscherosch Philander 2 (Strafsburg 1665), 361 Ist er sanfl'tmülig vud Freundlich? so bat er neben der Adelichen gehurt gevvifz auch Adeliche Tugenden an sich; Siehel er vnwürsch vnd mürrisch? so ist da nichts mehr als das blosse wilde Geblüt vnd der Name, bei ihm aber auch nach einem vordersalz mit wan, zb. 102 Wan es aber zum Danck-verdienen, zum Gescheuck-nehmen, zum Lehen-Beulen kompl? da will ein jeder der beste vnd Negsle daran sein; 112 Wan aber ein Kerl eben allzeit so gar still schweiget, vnd zu keiner sache etwas vor seinen Übern reden thul? so hat es das ansehen, als ob er gar nichts wisle oder verstünde. ienlie: Graff 1,514 kennt nur dies beispiel; mehr gewährt der Wiener Nolker ps. 108, 9. 19. 118, 164, Keiles spec. eccl. «.231, Germ. 23, 60, Lexer kämt. wb. 148, Weinhold alem. 242, baier. 250. ie enti ie heifsl nicht 'zuweilen, wie Schmeller 4, 57 erklärt, sondern 'immer', gerade das gegenleil von ellesucnne, wie die vorliegende stelle lehrt, im lal. lexl sind sich ebenso aliquando und seinper entgegengesetzt. 30 früme] vgl. C, 5 C , 3; II, 2, 20 uuinkarle; 28 vierde; 31 sehsli; 36 kiuuorhle; 67 uuäre. 2 Hoffmann nr. 1. bl. 232" sp. 2—234 1 ' sp. 1. 1 hüsherro] vgl. zu LXXIX B, 73. 5 huosherro] vgl. 23. 60 und si& 37. C, 1, 1. man kann diese Schreibung kaum anders erklären, als aus einer beginnenden einmischung von o und e in der ausspräche des u und i. vgl. litt, cenlralbl. 1868 s. 977 f. 23//". s. Kraus WSU. CXXIII, 4, 73 /: 36 phiegin] vgl. zu XVIII, 18. LXXX1I, 3, 11. 37 zi gunste] vgl. zu LXXX1V, 4. 42 friu] s. zu LXXXIII, 59. Graff 3, 656 will frui. 44 tugem 'iuvenlus', wie sich aus der unten im excurs und im allen Wessobrunner codex (Germ. 2, 94) ausgezogenen stelle Gregors d. gr. ergibt, dh. das mannesaller. Graff 5, 372; Leo Iieövulfs. 66; Grein ags. sprachsch. 1,210. 3 Hoffmann nr. 2. bl. 234 b sp. 1—235 1 ' sp. 1. 4 füohle] vgl. chuoscilhen z. 19. 15 uuerchun] über den schwachen genil. plur. starker wörler vgl. Lachmann zu Nib. 461, 2; Hahn mhd. gramm. 1, 93. das vorliegende dürfte das älteste beispiel sein, dann XXXIV, 1, 2. 17 furhtent unte miunent] vgl. zu XXXIV, 3,8. 29 uusera] vgl. LXXV1,1 3. 4 Hoffmann nr. 3. bl. 235 b sp. 1. 2. 687 Uic sämtlichen in die Wessobrunn-Ambras- Wiener hs. von Nolkers psalmen eingetragenen, hier als samlung 1! vereinigten predigten sind im LXXXVI li PREDIGTEN 423 wesentlichen den homilien des h. Gregor des grofsen 'in evangelia' entnommen, die erste aus l. I hom. xvn habita ad episcopos in fonles Laier anensium. z. 1—4 fassl den Inhalt des bei Gregor vollständig vorangehenden abschnilles aus dem evang. Luc. 10, 1—9 kurz zusammen. «.4—9: Greg. § 1 ... Eccc enim binos in praedicationem diseipulos miltit: quia duo suni praecepla caritatis, dei videlicet amor et proximi: ci minus quam inter duos carilas haberi non polest, nemo enim proprie ad semetipsum habere carilalem dicitur, sed dilectio in alterum tendit, ut carilas esse possil. binos ad praedicandum diseipulos dominus miltit qualenus hoc nobis tacilus innuat, quia qui carilalem erga alterum non habet, praedica- tionis officium suseipere nullatenus debet. *. 9—13: Greg. §2 Bene autem dicitur, quia 'misil cos ante faciem suam in omnem civitatem et locum, quo erat ipse venturus'. praedieatores enim suos dominus sequitur, quia praedicatio praevenil et lunc ad raentis noslrae habilaculum dominus venit, quando verba cxbortalionis praecurrunt atque per haec verilas in mente suseipitur. . . . z. 13—25: Greg. § 3 Missis autem praedicatoribus, quid dicat audiamus. 'Messis quidem inulla, operarii autem panci. ro"ate ergo dominum messis, ut mittat operarios in messem suam.' (diese worle des evangeliums schreibt der deutsche bearbeiter Gregor dem großen zu) . . . Ecce mundus sacerdotibus plenus esl, sed tanicn in messe dei rarus valde invenitur Operator: quia officium quidem sacerdotale suseepimus, sed opus officii non implemus. . . . Saepe enim pro sua nequitia prae- dicantium lingua restringilur: saepe vero ex subieclorum culpa agilur, ui eis qui praesunt praedicationis sermo sublrabalur. ex sua qnippe nequitia praedicantimn lingua reslringilur, sieiit psalmisla ait 'peccatori autem dixit deus: quare tu enarras iuslitias meas?' et rursum ex vitio subiectorum vox praedicanlium prohihetur sicut ad Ezechielem dominus dicil . . . (Ezech. 3, 26), ac si aperte dicat: ideirco tibi praedicationis sermo lollilur, quia dum me in suis actibus plebs exasperal, non esl digna cui exliortalio veri- latis fiat. ex cuius ergo vilio praedicatori sermo subtrahatur, non facile cognoscitur. quia vero pastoris lacilurnilas aliquando sibi, semper autem subieclis noceat, certissime scilur. z. 25 — 30: Greg. §4 [Sed utinam si ad praedicalionis virlutera non suffieimus, loci nostri officium in inno- centia vitae teneamus.] nani suhdilur 'ecce ego mitto vos sicut agnos inter lupos'. multi autem cum regiminis iura suseipiunt, ad lacerandos subditos inardeseunt: terrorem potestatis exhibenl et quibus prodesse debueranl nocent. alles im deutschen erhaltene umfassl kaum den fünften teil der gregorischen homitie. characleristisch z. 12 die einschiebung des brunnen dera zahire: die predigt jener zeit war hauptsächlich darauf gerichtet, das gefühl der reue und Zerknirschung in der brüst des hbrers zu wecken, auch z. 23 uuanle bis 25 kiebundit ist ein zusalz, worin eine lehrreiche aaf- fassung des geistlichen amles mit grofser schärfe hervortritt, das logische gefüge des Originals ist durch die Übertragung oft verdunkelt, die zweite predigt, die einzige vollständig auf uns gekommene dieser samlung schöpft aus l. 1 hom. xix dominica in septuagesima. die perikope des lages ist Malth. 20, 1 —16. Greg. § 1 . . . Regnum caelorum hoinini palrifainilias simile dicitur qui ad excolendam vineam suam operarios conducit. quis 424 LXXXVI B PREDIGTEN vero patris familias similiiudincm rcctius tcnct quam condilor nosler r[u regit (z. 4 rihlel) quos condidit et eleclos suos sie in hoc mundo possidet quasi subieclos dominus in domo? qui habet vineani, universalem scilicet eeclesiam, quae ab Abel iusto usque ad ultimum eleclum qui in fine mundi 58S nasciturus est, quot sanclos prolulit, quasi tot palmites misil (anders z. 10 bis 12). hie itaque palcrfamilias ad excolendam vineam siiam mane, liora tertia, sexla, nona et undeeima operarios conducit: quia a mundi buius initio usque in fineni ad erudiendam plehem fidelium praedicalores con- gregare non destitit. (z. 27 (f.) raane etenim mundi fuit ab Adam usque ad Noe. hora vero tertia a Noe usque ad Abraham, sexta quoque ab Abraham usque ad Moysen. nona aulem a Moyse usque ad adventum domini. undeeima vero ab adventu domini usque ad flnem mundi. in qua praedicatores saneli apostoli missi sunt, qui mercedem plenam et tarde venientes acceperunl (z. 8). ad erudiendam ergo dominus plehem suam, quasi ad excolendam vineani suam, nullo (empöre destilil operarios mitlere: quia et prius per patres et postmodum per legis doclores et prophetas, ad exlreniuui vero per aposlolos, dum plebis suac mores exeoluit, quasi per operarios in vincae cullura laboravit. quamvis in quolibet modulo vel men- sura quisquis cum fide reeta honae actionis extitit, huius vineae operarius fuit. operalor ergo mane, hora tertia, sexla et nona anliquus ille Hebraicus populus designalur, qui in eleclis suis ab ipso mundi exordio, dum recla fide deum studuit colere, quasi non destitit in vineae cullura laborare. ad undeeimam vero genliles vocautur quibus et dicilur 'quid hie statis tota die otiosi?' ... (z. 41 ff.) § 2 Possumus vero et easdem diversitales horarum eliani ad unumquemque hominem per aetatum momenta disiin- guere. mane quippe intellectus noslri puerilia est. hora autem tertia ado- lescentia intelligi potest: quia quasi iam sol in allum proficit, dum calor aetatis crescit. sexta vero iuventus esl, quia velul in eentro sol figitur, dum in ea pleniludo roboris solidalur. nona aulem seneclus intelligilur, in qua sol velut ab allo axe descendit, quia ca aelas a calore iuventulis deficit, undeeima vero hora ea esl aelas quae decrepita vel velerana dicilur. . . . quia ergo ad vilam bonam alius in pueritia, alius in adolescentia, alius in iuventute, alius in senec- tute, alius in decrepila aclale perducitur, quasi diversis horis operarii ad vineani vocantur. mores ergo vestros, fratres carissimi, aspicile, et si iam dei operarii estis videle. penset unusquisque quid agal et consideret si in domini vinea laboret. qui enim in hac vita ea quae sua sunt quaeril, adhuc ad dominicam vineam non venit. illi nainque domino laborant, qui non sua, sed lucra dominica cogitanl, qui zelo carilalis, studio pielatis inserviunt, animabus lucrandis invigilant, perducere et alios secum ad vilam festinant. nam qui.sibi vivit, qui carnis suae voluplalibus pascitur, rede oliosus red- arguilur, quia frucluni divini operis non seetatur. § 3 Qui vero et usque ad aelatem ullimam deo vivere neglexerit, quasi usque ad undeeimam oliosus stetit. unde recte usque ad undeeimam torpentihus dicilur 'quid hie statis tola die otiosi?' . . . quanli patres ante legem, quanti sub lege fuerunl, et tarnen bi qui in domini adventu vocati sunt, ad caelorum regnum sine aliqua tarditale pervenerunt. eumdem ergo Jenacillin aeeipiunt qui labo- raverunt ad undeeimam, quem expeelaverunt toto JesiJerio qui laboraverunt LXXXVI B PREDIGTEN 425 ad primain: quia aequalcm vitae aetemae relributionem sortiti sunt cum his, qui a mundi initio vocati fuerant, lii qui in mundi (ine ad dominum venerum. . . . § 4 Sed quaeri potest, quomodo murmurasse dicti sunt qui sakem sero ad regnum vocanlur? caeloruni etenim regnum nullus mur- murans accipit: nullus qui accipit murmurare potest. sed quia anliqui patres usque ad adventum domini, quantumlibet iuste vixerint, ducti ad regnum non sunt, nisi ille descenderel qui paradisi claustra hominibus inter- posilione suae mortis aperiret: corum boc ipsnm murmurasse est, quod et recle pro percipiendo regno vixerunt, et tarnen diu ad percipiendum regnum dilati sunt. ... § 5 Sed post bacc terribile est valde quod sequitur. 'multi enim sunt vocati, pauci vero elecli': quia et ad fidem plures veniunt, el5S9 ad caeleste regnum pauci perducunlur. . . . plerique deum vocibus se- quuntur, moribus fugiunt. . . . hinc Iacobus ait 'fules sine operibus mortua csl - • • • die drille predige ist von z. 1—18 nur eine wiedergäbe und weitere ausführung des evangeliums (Luc. 8,4 —15, Matlh. 13,3 — 23, Marc. 4, 3 — 20). z. 18—27 ist eine ohne alle Verbindung eingestreute Interpolation nach Bedae hom. dominica in seacagesima (opp., Colon. Agripp. 1688, VII, 216 = de loquela digilorum I, 131): Quod vero seeundum Mattbaeum dieitur 'et fruclum affert et facit aliud quidem cenlum, aliud autem sexaginta, porro aliud triginta': triginta referuntur ad nuptias, nam et ipsa digilorum coniunetio quasi molli osculo se complexans et foe- derans maritum pingil et coniugem. sexaginta ad viduas, eo quod in an- gustia et Iribulatione sint positae, unde et in superiore digito deprimuntur. quantoque maior est difficultas experlac quondam voluplatis illecebris abs- tinere, tanto niaius et praemium. porro centesimus numerus . . . a sini- slra transfertur ad dexleram et iisdem quidem digitis sed non eailem manu quibus in laeva manu nuptae significantur et viduae, circulum faciens ex- primit virginitatis coronam. der rest ist aus SGreg. in ev. I. I hom. xv dominica in sexagesima § 4: terra autem bona fruetum per palientiani reddit: quia videlicet nulla sunt bona quae agimus, si non aequanimiter etiam proximorum mala toleramus. . . . iuxta vocem domini fruclum per palienliam reddunt, quia cum humiliter flagella suseipiunt, post flagella ad requiem sublimiler suscipiunlur. sie uva calcibus lunditur et in vini saporem liqualur. sie oliva contusionibus expressa amurcam suam deserit et in olei liquorcm pinguescit. sie per trituram areae a paleis grana separantur, et ad borreum purgala perveniunt. quisquis ergo appetit plene vilia vincere, sludeal humiliter purgationis suae flagella lolerare, ut tanto post ad iudicem mundior veniat, quanto nunc eius rubiginem ignis tribulalionis purgat. zu der vierten der vorliegenden predigten, so weit sie erhallen ist, vgl. Greg, in evang. I. I hom. n dominica in quinquagesima über Luc. 18, 31—44. § 1 . . . Caecus quippe est geuus humanuni, quod in parente primo a paradisi gaudiis expulsum, clarilalem supernae lucis ignorans, dam- nationis suae tenebras patitur. sed tarnen per redemploris sui praesentiam illuminatur, ut internae lucis gaudia iam per desiderium videat alque in via vitae boni operis gressus pönal. § 2 Notandum vero csl, quod cum Iesus Iericho appropinquare dieitur, caecus illuminatur. Iericbo quippe luna inler- prelalur, luna autem in saero eloquio pro defectu carnis ponitur, quia 27** 426 I.XXXVI li I>HE1)IGTEN dum menstruis monienlis decrescil, defeclum noslrae mnrtalitalis designat. ... am genauesten an die vorläge schliefst sich die erste predigt an, das meiste eigne scheint die ziveilc zu enthalten. C. 1) cod. germ. 5248, 3 der li. bibliolhek in München, fragmente von fünf pergamenlblältern, deren zweites unmittelbar auf das erste, und deren viertes unmittelbar auf das drille folgte. 1 (!) cm. hoch, 19 breit, 5—6 Zeilen auf der spalte) und 2 (12 —13,8 cm. hoch, 18,5 breit, 11 bis 12 Zeilen auf der spalte) bilden die unleren hälflen je eines blattes: ihre zusammenhängenden stücke sind jedesmal die Überbleibsel einer spalte. 3 (27 cm. hoch, 3,5—4 breit) und 4 (16,9 cm. hoch, 3 bis 4,2 breit) sind die innersten längsstreifen eines blattes, und zwar 3 eines vollständigen, 4 der beiden oberen drittel. 5 (2,5—3,6 cm. hoch, 17,5 breit) ist ein quer streifen eines blattes. bruchslück 1 wurde im herbst 1848 durch cuslos Helldobler von dem einbände eines in neuer zeit gedruckten buches abgelöst, 5 durch WMeger 1881 von einer aus Wessobrunn stammenden incunabel (Nicolaus de Plove tractalus sacer- dolalis de sacramenlis, Argenlorali 1499) und 4 (bisher ungedruckt: es trägt auf der vorderseile quer am seitenrande den vermerk von einer hand des Xlll/XlVjft.: Auguslino Ome alai reptäs siip t s rä dissipans) von einem gleichfalls aus Wessobrunn herrührenden buche (A. de Rampegolis figure biblie, Paris 1510 = Panzer 7, 548, 409). JASchmeller zs. 8 (1851), 106—8. FKeinz in den Münchner Sitzungsberichten 1869 1,540 bis 42. derselbe zs. 26 (1882), 176/". PPiper die Schriften Nolkers 3 (1883), 400, 16—401, 17. 402, 21—403, 22. 410, 15—413, 29. 2) zwei pergamenlslreifen auf dem germanischen museum zu Nürnberg, früher im besitze des barons vHardenberg, welcher sie, so weil ihm erinnerlich, von einem Münchner anliquar erworben halle, beide sind fast 20 cm. hoch, der erste (6) 6 [ ji , der andere (7) 5 cm. breit. ü ist das auf der vorderseile durchlaufend, auf der rückseile zweispaltig beschriebene millelslück eines bialles, 7 der innerste längsslreifen eines oben vollständigen, unten um 3 Zeilen durch abschneiden gekürzten blattes. JZacher zs. f. d. phil. 11 (1880), 418—20. Dass A und C von verschiedenen Schreibern stammen, sah schon Schmeller. die beweise dafür lassen sich häufen, in A lautet die vor- salzparlikel resp. praeposilion ke und ze (zi nur 5 C , 4), in C ki und zi, die negalion in A nc, in C ni. dem unde und uuanda von A steht in C unle und uuande, uuanle gegenüber, in A wie in C sind zwar auf jeder seite die li7iken spalten vorn, die rechten hinten durch zwei senkrechte eingeritzte linien , welche 7—8 mm. von einander abstehen, begrenzt, aber der von diesen eingeschlossene räum beträgt in C fast einen cm. mehr als in A. mit solchen zwei eingeritzten, 8—9 mm. von einander entfernten senkrechten linien trennt A auch die spalten der seilen von einander; diese Scheidung mangelt C, 1. 2, so dass dort der dem augen- mafse des Schreibers überlassene räum starke verschiedenheilen aufweist, ist aber auf C, 5. 6 vorhanden, nur dass da das spalium zwischen beiden LXXXVI C PREDIGTEN 427 Linien bloß (i mm. beträgt, in A ist auf jeder seile die oberste und die unterste, unbeschriebene, zeile über die senkrechten hinaus von einem rande bis zum andern mit dem griffet geritzt, in C geschieht dasselbe mit den beiden obersten und den beiden untersten zeilen, von denen indes keine leer bleibt, doch all das spricht nur für verschiedene Schreiber, nicht für verschiedene hss. A und C. denn die höhe von C, 3 ist genau gleich der von A, 1.4, nemlich 27 cm., die cntfernung der obersten der 24 horizonlallinien von der untersten dieselbe in A, 1.4 und C, 3 (20,7 cm.), auch die breitenverhällnisse von A und C scheinen (denn die ränder wurden seitens der buchbinder nach bedürfnis beschnitten) durchweg übereinzustimmen, und gewis wäre es höchst auffällig, hätte man in Wesso- brunn zwei äufserlich ganz gleiche predigthss. zu derselben zeit für einbände verwendet, ich meine daher, dass A und C beslandleile einer hs. ausgemacht haben, und dass C, 5. 6, welche mit A die spallenlrennen- den mittellinien teilen, zwischen A und C, 1—4 (den platz von C, 7 vermag ich aus- mangel an anhaltspunklen nicht zu bestimmen) standen, da G, 1 — 4 predigten für 3 einander folgende fastensonnlage enthalten (s. u.), A hingegen homilien allgemeinerer nalur bringt, so kann man vermuten, dass A den schluss der samlung bildete, denn auf den umstand, dass C, 6 ab allein, trotz den vorgeritzten mittellinien, durchlaufend beschrieben ist, lässl sich schwerlich ein schluss bauen, unklar bleibt aber noch das Verhältnis dieser samlung AC, welche wahrscheinlich die jetzt fehlenden drei ersten qualernionen des ganz ähnlich eingerichteten Wiener Nolker (Heinzel-Scherer s. ix ff.) einnahm, zu den unter B vereinigten predigten, welche den gleichen sprachlichen characler tragen. Die Münchner bruchslücke gehörten vier predigten an. der lexlb% der ersten ist die Versuchung Jesu durch den teufel (Mallh. 4, 1 —11). zu gründe liegt l. I hom. xvi des h. Gregorius des großen, den z. 1, 1 — 3 entspricht es etwa, wenn da § l gesagt wird cerle iniquorum om- nium caput diabolus esl, et huius capitis nicmbra sunt oimics iniqui. nachher ist von den arten der Versuchung die rede, vgl. z. 4. mit einer dreifachen Versuchung habe der teufel unseren Stammvater Adam besiegt, mit denselben Versuchungen sei er an Christus herangetreten, das worl vincere kommt in diesem abschnitt mehrfach vor: stammt aus einer Verwechselung mit vineire '*. 4 pinten? Gregorius fährt fort (vgl. 1, 10—2, 4) § 3 sed est aliud, fralres carissimi, quod in hac lentatione dominica considerare debemus: quia tenlatus a diabolo dominus sacri cloquii prae- cepta respondit, et qui co verbo quod erat tenlatorem suuni mergere in abyssum polerat, virlutein suae polentiae non ostendit, sola divinae scripturae praecepta dedit: quatenus suae nobis palientiae praeberet exemplum, ut quolies a pravis hominibus aliquid patimur, ad doclrinam exciteinur polius quam ad vindictam. pensale, rogo, quanta est palienlia dei et quanla impatienlia nostra. nos si iniuriis aut aliqua laesione provocamur, furore permoli aut quam tum possumus nosmet ipsos ulciscimur aut quod non possumus facere minamur. und weiter, was im deutschen vorangehl (I, 7. 8) § 4 eogno- scamus igitur in eo nalurara noslram: quia nisi linm: diabolus hominem eer- 428 LXXXVI G PREDIGTEN neret, non lenlaiet. veneremur in illo divinilalem suam: (juia nisi super omnia tlcus exisleret, ci nullo modo angeli minislrarent. über die quelle der zweiten predigt, welche 2, 5 beginnt, können wir nicht mit gleicher Sicherheit urteilen, die homilie des heiligen Augustinus über dasselbe thema (Mallh. 15, 21—28; Marc, 7, 24—30) zb. bietet nichts verwanles. eher Ueda, dessen predigt zum zweiten sonnlag in der fasten (VII, 237 Col. Agr. 1688, Migne 94, 102) durch seine evangeliencommentare ergänzt wird, aber jene steht unserem stücke näher. In leclione saneli evangelii, beginnt er, quae modo leeta est, fralres earissimi, audivimus magnam mulieris fidem palicntiam conslantiam et liumililatem .... merito autem haec mulicr natura quidem gentilis, sed corde constans et credula, congregatae de gen- tibus ecclesiae fidem devotionemque significat .... filia daemoniosa pro qua poslulat, anima quaelibet est in ecclesia, malignorum spiriluum magis de- ceptionibus quam condüoris sui maneipala praeeeptis. zu 2, 10 und varr. vgl. non dominum ad eam venire precatur, constat apertissime, quod eum verho salutem posse dare confidit. zu 2, 13. 14 vgl. Heda hebraicorum nominum inlerpretalio (III, 473) Tyrus angustia vel tribulatio: seu plasmalio et forlitudo. aber für das drille fragmenl, zwischen welchem und dem zweiten ein ganzes blall verloren zu sein scheint (sonst müsle sich 3', 1 h'Jtunmitlelbar an das letzte worl von 2' 1 anschliefsen), finde ich bei lieda nichts recht entsprechendes, nur zu 3' 1 , 4 vgl. Beda: sane si ad exemplum Cananeae mulieris in orando perstamus fixique manemus, aderit gratia con- ditoris nostri quae euncla in nobis errala corrigat, immunda sauetifieet, tur- bulenla serenet. die drille predigt beginnt 3 d , 8 und erstreckt sich über das ganze vierte blall. sie schöpft aus Bedas homilie über Lucas 11, 14 ff. (Migne 94, 113 //".) und schliefst sich derselben ziemlich genau an. ich setze die übereinstimmenden parlien her: Virlutes quidem domini nostri lesu Christi faetas esse in plebe ludaeorum audivimus et credimus, sed mi- racula, quae nunc legebantur, requiramus. erat, inquil evangelista, lesus eiieiens daemoniuni, et illud erat mutum, et cum eiecisset daemonium, (4*) locutus est mutus, et admiratae sunt turbae. lionio iste muius et caecus iueredulos significat, omnesque malevolos, qui mandata domini, nee operibus facta, nolunt ad imitandum videre, nee aure cordis ad intelligendum audire, qui vineulo iufidclitatis et invidiae in lingua ligati, ut ipsa audita dei mandata aliis invident diecre, et annuntiare contemnunt . . . tria igitur signa simul in uuo bomine isto facta sunt: caecus illuminatur, et mutus loquitur, et possessus a daemone liberatur........(4 d ) ipse autem, ut vidit cogi- tationes eorum, dixit: omne regntim in sc ipso divisum desolabitur...... ostendit enim regnuni suum individuum esse, qui ubique regnat, cuius regni non eril finis. et iileo sc in bunc mundum venisse, ut diaboli regnum dcslrueret et portas regni coeleslis omnibus credentibus et per opera iustitiac inirare volentibus aperircl. den Inhalt der hl. 1—4 bildeten also predigten für drei auf einander folgende sonnlage (dominica I. II. III in quadra- gesima): man wird daher annehmen dürfen, dass die samlung nach dem kirchenjahr geordnet war. gröfsere sicherheil würde sich erreichen lassen, wenn es gelänge, die quelle der vierten, auf bl. 5 überlieferten predigt zu bestimmen. I.XXXV1 C PREDIGTEN 429 Auch über die Nürnberger fragmente kann ich völlige klarheil nicht verbreiten, nr. 6 gibt in verkürzter geslalt und so, dass mennisco für monachus eintritt, das siebente capilel der benediclinerregel, de humilitate, wieder: um eine blofse Übersetzung hat es sich also nicht gehandelt, vielmehr scheint der prediger den in jenem capilel gebotenen faden bei einer homilie über die demut verwertet zu haben, bildeten deren lexl die worte, mit welchen der abschnitt der regel anhebt: omnis qui se exaltai humiliabitur, et qui se humiliat exaltabilur, dh. Lucas 14, 11 oder 18, 14, so bezieht sie sich gemäfs Beda VII, 75 und 63 der Kölner ausgäbe möglicher weise auf den 11 oder 16 sonnlag nach Irinilalis. in Schönbachs alld. pred. 1, 312 wird dies bibelcüal freilich zu einem eooeurs für eine himmelfahrtspredigl verwendet, ich setze die entsprechenden stellen der regel her. aesliniet se homo de coelis a deo seniper respici omni hora, et facta sua omni loco ab aspectu divinilatis videri et ab angelis omni hora renuntiari.....Seeundns Immililalis gradus est, si propriam quis non amans voluntatem desideria sua non delectelur implere sed vocem illam domini factis imitetur dicentis: non veni facere voluntatem meam sed eins qui nie misit (Joh. 5, 30).....Tertius humililalis gradus est, ut quis pro dei amore omni obedientia sc sulidat maiori imitans dominum de quo dicit apostolus: factus obediens usque ad mortem (Philipp. 2, 8). Quartiis humilitatis gradus est, si in ipsa obedientia duris et contrariis rebus vel etiam quibuslibet irrogatis iniuriis tacita conscientia palientiam amplcctalur et sustinens non lassescat vel discedat dicente scriptum: qui perseveraverit usque in finem, hie salvus erit (Matth. 10, 22. 24, 13)...... Quintus humilitatis gradus est, si omnes cogitaliones malas.....per bumilem con- fessionem abbati non eclaverit suo, hortans nos de hac re scriptura dicens: revela ad dominum viam tuam et spera in eum (Dan. 3, 89); etilem dicit: confitemini domino, quoniam bonus, quoniam in saeculum misericordia eius (ps. 36, 5).....Sextus humilitatis gradus est, si omni vilitate vel extremi- tate contenlus sit monachus..... (das folgende bis zur zehnten stufe stand auf der fast völlig verlorenen spalte 6° in der arl, dass dort z. 6 die siebente, z. 11 die achte, z. 16 (?) die neunte und z. 22 die zehnte stufe begann) .......scriptum est: stultus iu risu exaltat vocem suam (eceli. 21, 23). Undecimus humilitatis gradus est, si, cum loquilur monachus, leniter et sine risu, bumiliter cum gravitate vel pauca verba et ra- tionabilia loquatur et non sit clamosus in voce, sicut scriptum est: sapiens verhis innotescit paucis. Duodecimus humilitatis gradus est, si non solum corde monaclius sed etiam ipso corpore humililatem videntibus se semper indicet, id est in opere dei, in oralorio, in monasterio, in horto, in via, in agro vel ubicumque sedens, ambulans vel stans inclinato sit semper ca- pite. bruchstück 7* enthält eine predigt über den haupltnann von Caper- naum, Mallh. 8, Luc. 7. da nemlich nirgends die homiliensamlung inlautendes p vor vocal kennt, so muss z. 8 pin = sum sein, dann aber ergibt sich leicht die ergänzung dieser und der nächsten zeile: pin des nielh iiueit (vgl. li, 1, 21) daz du unter min dah cliomest. dazu stimmt z. 18—21, wo etwa zu lesen sein dürfte: sina uile michela kilouba. do kiuuntorota unla sprah ü sinen folgerin (resp. jungirin). ziuuare. bl. 7'' 430 LXXXVI f, PREMGTKN endlich gehört einer predigt über Luc. 10, 1 — 9 an, dh. über dasselbe ihema, welches wir nach Gregor in B, l behandelt fanden, und mit Gregors resp. seines ausschreibers liedas (VII, 144 Col. Agripp.) Worten lässl sich wenigstens die untere hälfle der spalte z. 11 ff. vereinigen: aut si nullus audire voluerit, ipse praedicalor sine fruetu non crit ..... quoniam ci a domino pro labore sui operis merces recompensatur. Ecce aulem qui peram et saeculum porlare prohibuit, sumtus et alimenla ex (Meiern praedicatione concedit. auf der oberen hälfle der spalte scheint von denen die rede zu sein, welche das worl goltes hören und fruchl bringen. LXXXVII BENEDICTBEURER GLAUBE UND BEICHTE I. Cod. lal. 4636, Bened. 136 (179) der k. bibliothek in München, 133 bl. 8°, Xllj'ft., drei verschiedene hss. zusammengebunden, jede mit der auf- oder Unterschrift Iste über est raonasterii noslri Benedictenpeiren von einer band des XIV jh. (bl. l\ 77 b . 133 b ): die erste (bl. 1—76) und drille (bl. 109—133) enthalten lateinische predigten, die zieeite bl. 77"—I07 a ebenfalls lateinische predigten und 'exhorlaiiones sacer- dotis ad populum ; bl. 107*—107 1 ' eine berechnung der jähre von er- schaffung der well bis Christi geburt; bl. 107 b 'inierprelalio myslica veslimenlorum sacerdolis'; bl. 107 b —108° das vorliegende denkmal, z. 1 bis 4 Ich gloube, wie es scheint, von einer anderen hand als das übrige von ilaz die drl genernmede an; bl. 108*—1 OS 1 ' Tabula pro millentibus sanguinem, wie auf dem einband steht; bl. 108 b den anfang einer lateinischen predigt. BJDoeen miscellaneen (1807) 1, 8—10. EGGraff Diutiska 3 (1829), 210. UFMafsmann abschw. (1839) nr, 12. 25. PPiper die Schriften Notkers 3 (1883) s. iv. v. 2 luiftes] ui halle ich hier für bezeichnung eines unorganischen Umlauts, dergleichen Weinhold alem. § 31, baier. § 32 nachweist. 592 Über den cod. Sangall. 1394 und den cgm. 39, unsere nrn. LXXXIX und XCVI, die er beichlriluale nennt, handelt RvRaumer einwirkung des Christentums auf die ahd. spräche s. 261. 262, ohne, wie es scheint, zu sehen, dass eine ganze reihe von denkmälern, unsere nrn. LXXXVII—XCII, derselben beurteilung unterliegen, durch eine besondere einrichlung sei die stille beichte mit dem öffentlichen gollesdiensle verknüpft worden: nachdem die einzelnen ihre privalbeichle abgelegt, habe mit ihnen allen der priester einen gemeinsamen beichtgoltesdiensl gehalten: dessen for- mulare seien uns in jenen deutschen hss. aufbewahrt, dies behauptet er und nicht etwa als Vermutung, sondern wie aus bestimmter kennlnis, aber ohne beleg, hr. CAGcZezschwilz System der christlich kirchlichen catechetik bd. I (Leipzig 1863) wiederholt es s. 268 mit der anmerkung 's. die quellenbelege unten bei der darstellung der mittelalterlichen beichl- LXXXVI1 BENEDICTBEUBEB GLAUBE UNI) BEICHTE I 431 ersiehung', aber bei dieser darslellung, § xxm des buches, bespricht er den 'vollständigen beichlvollzug' im millelaller 'nach Alcuiri (dh. nach dem buche de divinis ofßciis, das von Proben, nach welchem hr. vZezsch- wilz doch cilierl, ausdrücklich unter den opusculis suppositiliis herausgegeben ist) — und von dem 'beichlgollesdiensl, der den abschluss der einzelbeichten und -bereilung bildet' kein wart, da war ich denn freilich nicht weiter begierig nach seiner 'populär gehaltenen darslellung dieser Vorgänge', die er s. 269 f. anführt, besonders da auch hierüber Marlene 1, 374. 375 die erwünschte belehrung gewährt, auf ihn und auf cardin. Bona rcrum lilurgicarum l. 1 c. IG. 17 (Col. Agripp. 1674 p. 214 — 24 5) gründet sich die im ersten, von vliaumer sonst bereits benutzten batide IJallemers s. 325 mitgeteilte bemerkung von IvArx. Nach dem evangelium fand die predigt stall. darnach forderte an sonn- und feierlagen der prieslcr die gläubigen auf ut omnes in commune pro diversis necessitalibus preces fundanl ad dominum pro rege el episcopis el reetoribus ecclesiarum, pro pace, pro pesle, pro infirmis qui in ipsa parochia lecto decumbunt, pro nuper defunclis. bei jeder dieser bitten soll das volk in der stille das palernosler beten, sacerdos vero orationes ad hoc pertinenles per singulas admoniiiones solemniier expleat. so lautet die Vorschrift eines concils von Orleans, das, in Ivos decrel aufgenommen, von Marlene l. c. angeführt wird, derselbe bringt ferner aus dem ponlißcale des Wilhelm Durand folgende stelle bei: praedicalione finita fil confessio generalis vel per diaconum vel per sacerdolem minislrum populo devote genua flecienle el eadem lache dicenle. confessionc facla concedil indulgeuliam el demum . . . facit absolulionem dicendo clara voce elevatis el super populum exlensis manibus 'Precibus el merilis b. Mariae semper virginis . . . el omnium sancloium miserealur veslri omnipoiens deus et dimissis peccalis vestris perducat vos ad vilam aelernam. Amen. In-593 dulgcnliam absolulionem el remissionem peccaloruin veslrorum Iribual vobis omnipoiens el misericors dominus. Amen.' darauf erteilt der priesler den segen, und dann folgt bekanntlich die hersagung des apostolischen symbolums: über diese s. Marlene 1, 375—378. wesentlich auf dieselbe weise stellt das ponlißcale romanum die Sache dar (Marlene 1,375). der ganze beschriebene teil der messlilurgie — das credo mit eingeschlossen — wurde nun, das dürfen wir aus unseren deutschen formein schliefsen, in Deutschtand deutsch gehallen, zunächst kommt nur die zweite der angeführten Vorschriften in belrachl. ihr entspricht genau LXXXV111: beichte absolution und glaube, in LXXXIX ist der glaube vorangestellt; ebenso mit weglassung des dann wahrscheinlich lateinisch gesprochenen 'ablasses' in dem vorliegenden denkmal und in XC—XCV. bei den übrigen ist nach der ersten Vorschrift eine oratio pro ecclesia hinzugefügt: so in XCV1 und in dem Wiener stück exe. zu XCV1I. und dazu tritt in anderen das palernosler, das dort als stilles gebet während der or. pro eccl. angeordnet wird, als selbständiges glied. bei Honorius (exe. zu XCV1) als erstes, welchem glaube, beichte, ablass, oratio pro ecclesia folgt; in dem Linzer stück (exe. zu XCVII) in anderer Ordnung oratio pro ecclesia, palernosler, glaube, beichte, ablass; endlich in XCV11 glaube, 432 LXXXVII HENEUICTIIEUKER KLAUBE UND «EICHTE 1 beichte, ablass, palernosler: man sieht nicht, ob auch oratio pro ecclesia. in einigen finden sich einleüungen und verbindende Zwischenstücke: so in LXXXIX. XCV—XCVII. aus dem umstände, dass diese denkmäler öfters am beginn von predigtsamlungen überliefert sind, ist nicht zu folgern, dass sie vor der predigt zur Verwendung kamen, ja es lässl sich für das gegenleil wenigstens der Wiener GB. anführen und eine äufserung des Honorius am Schlüsse des GB. si niinius »Igor hiemis aut magnus calor aeslatis impedit, vel aliquod impedimenlum obvenerit, lunc iam dieia omitte et finito sermone lianc (iclem eis praedica 'Credo in deum patrem' usw. vgl. was Gerhard von bischof Udalrich von Augsburg in seiner zwischen 983 und 993 verfassten vita desselben erzählt (SS. IV, 392) . . . sacrum mysterium agere devotissinie coepit. perlecloque evangelio et ammonitione facta ad populum, et confessione populi aeeepta, indulgen liam liumillime eis fecit, et tota synodo oblationem ofl'erente, seeundum ordinem cautissime implevit usque ad benedictioneni crismatis et olei; vita Bardonis mal. c. 16 (SS. XI, 335): nach dem euangelium predigt, welche mitgeteilt wird, multis ergo lalibus dispulans, postquam cos rore sanetaruni scripturarum perfudit, ad confessionem inducens, lavacro lacrimarum eos infudit maetansque illos in ara spirilalis contritionis, oplulit deo holocauslum suavissimi odoris. es ist nichts anderes gemeint, wenn das Annolied 605 ff. (35, 11 —15) von seinem helden meldet sini predigi unti sin abläz ni uiohti nichein bischof duon baz, vgl. vita Annonis c. 8 (SS. XI, 470). zweifelhafter klingt vita Godehardi c. 2S (SS. XI, 188) postque lectum evangelium ilocturus populum processit et sermone liabilo . . . deinde accepla circumstantium confessione impertitaque criminum remissione ad allare rediil duoque in odorem suavilatis acceplus missarum sollempnia celebre peregit. ich erwähne noch de rebus alsalicis ineunlis seculi XIII (SS. XVII, 233) sacerdotes in villis diebus dominicis oralionem dominicam cum symbolo theulonice hominibus predicabant, sed de sacra scriplura pauci sciebant vel poleranl predicare. wenn hierbei die offene schuld übergangen wird, so stimmt dazu merkwürdig, dass sie in den alemannischen denkmälern dieses Senkreises nahezu völlig verschwindet (excurs zu XCIII). doch erwähnt noch Wickram rollwagenbüchlein 92, 10 Kurz offen schuld und absolulion nach dem sermon. hr. p. Pius Schmieder teilte mir im sommer 1864 zu Lam- bach mit, die deutsche offene schuld werde in einigen gegenden Baierns auf dem lande noch heule nach der predigi gesprochen, vom priesler vorgesprochen, von der gemeinde nachgesprochen, über die Wirkung derselben äufserl sich Honorius Auguslod. p. 826: isla confessio tantum valel de bis peccatis quae saeerdolibus confessi estis vel quae ignoranles gessistis. ceterum qui gravia crimina commiserunt et poenilenliam inde non egerunt, ut sunt homieidia et adulteria pro quibus instituta est carrina, nihil valel isla confessio. dass die inslilulion aber gerade nach dieser seile hin, was die Sündenvergebung anlangt, grofsen misverständnissen ausgesetzt war, entnehmen wir der epislola A. civis Spirensis ad Heri- berlum Coloniensem archiepiscopum (999—1021) bei Marlene amplis- sima colleclio 1, 357 ff. novi quosdam vestri ordinis, et quidem satis probos alque eruditos, qui quotiens in ecclesiis suis populo dei triticum spirituale I.XXXVII BENEDICTBEUREB GLAUBE UND BEICHTE 1 433 distribuunt, expletis Omnibus quae ad fructum sanctae aediflcationis pertinere iuielliguni, manus sursuui levare ei peccata sua confiteri iubent, quo facio confesiim absolulionem et remissionem eorum omniuni illis tribuunt tania facililate quanla forsiian de pecunia propria obolos ires nollenl cuique re- laxare usw. er bülel den erzbischof sohltefslich, nascentcm et adhuc latentem istam haeresim mil dem Schwerte seines ansehens abzuhauen, war die sache für den bürger von Speier wirklich etwas neues, wie ausdrücklich dasteht, so folgt aus jener stelle der vila Udalrici, dass sie sich aus dem Süden nach dem norden verbreitet habe, nach dem Süden und zwar nach liaiern führen uns auch die allkaranlanischen monumenta Frisingensia {Kopilar Glagolila Clozianus p. xxxv-—xr.i; Mi- klosich chreslomalhia palaeoslovenica p. 51—55), welche Kopilar für eine aufzeichnung des bischofs Abraham von Freising (957—993), eines ge- bornen Karanlanen, hielt und welche jedes falls in diese seil gehören, sie bilden für uns die brücke zwischen den älteren baicrischen insbesondere SKmmeramer denkmälern und den hier beginnenden glauben und beichten. das erste slück A sieht für sich, das zweite B und drille C gehören zusammen, ich teile A und C in Kopilars an einer stelle von Mihlosich corrigierler Übersetzung mil. DIC1TE POST NOS IURA VERBA. Dens, domine misericors, pater deus, tibi confileor oinne nieum pec- catum. Et Sancto (Joanni) Baptistae et S. Mariae et S. Michaeli et omnibus alitibus (angelis alatis) dei. Et S. Petro et omnibus legatis (aposlolis) dei. Et omnibus niarlyribus dei. Et omnibus confessoribus dei. Et omnibus 5 virginibus iustis. Et omnibus iuslis. Et tibi, dei serve, volo esse con- fessus (de) omnibus meis peccalis. [Et eredo quod mihi est, in hoc mundo postquain fuero, eundum in illum mundum denuoque surgendum ad iudicii diem: babenda mihi est vila post hanc, habenda mihi est remissio meorum peecatorum.] Dens misericors, suseipe meam confessioneni meorum pecca- io torum, quod feci mali ex eo die, quando fui in hunc mundum nalus et fui baptizatus. Quod memini aul non memini, aul volunlate aul noluntate, aut sciens aul nesciens; aut in iniuslo iurciurando aut in mendacio aul furto aut invidia aul in intemperantia aul in impudicitia; aut si mihi id col-595 libuit quod mihi non decebat collibere. Aut in loqnendo (oblrectando) aut 15 dormiendo aut non dormiendo. Aul quod non servavi diem dominicam nee sacrum vesperum nee meum ieiunium. Et aliud multum quod contra deum et conlra meum baptismum. Tu unus deus scis, quantopere mihi illius necessilas magna. Deus, doniine misericors, tibi me humilin de his recen- sitis peccalis et de aliis imiRis, et maioribus el minoribus, quae feci. De 20 his me libi humilio et S. Mariae et omnibus sanclis. El nl in hoc mundo talis peccali punitionem aeeipiam quam tu mihi impones, prout tua miseri- cordia et libi placilum. Deus, tu venisli de coelo, imo te dedisti in supplicium pro omni populo, ut nos malefactori (dialiolo) eriperes. Eripe me omnibus male-25 DENKMÄLER II. 28 434 LXXXVII BENEIMCTBEUBER GLAUBE UND BEICHTE 1 factoribus. Misericors domine, tibi commendo nieiim corpus et meam animam et mea verba et meum opus et meam volunlatem et meam f'nlem et meara vitam. Et ul exaudiam in iudicii die tu am misericordiam magnam cum illis quos vocabis tuo ore 'Venite patris mei elecli, accipite aelernum gaudium so et aelernam vitam, quod vobis est ]taratum e seculo in seculuin'. Amen. C. Ego abrenuncio diabolo et omnibus eius operibus et omnibus cius porapis. Item credo in deum omnipotentem et in eius filium et in sanctum spirilum. Quod baec tria nomina unus deus sauclus, qui creavil coelum et terram. Item imploro eius misericordiam et S. Mariae et S. Michaelis et 5 S. l'etri et omniuin dei apostolorum et omnium dei martyrum et oranium dei fidelium et omnium sanctarum virginum et omnium dei virtulum (reli- quiaruni). Ut mihi dignemini auxilio esse ad deum de meis peccatis. Ut puram confessionem faciam et remissionem a deo accipiam. Deo omnipotenli confileor omnia mea peccata, et Mariae; omnia iniqua 10 opera et iniquas cogitaliones. Quod scicns feci aut inscius, coactus aut sponte, dormiens aut vigilans. In gratuitis iuramentis, in mendacibus verbis, in furtis, in luxuria, in avarilia, in nimis edendo, in nimis bibendo. In in- temperantia et omni immoderatione. Quod feci contra deum ex eo die posteaquam fui baptizatus usque ad bodiernum diem. Hoc oinne confileor 15 deo et S. Mariae et S. Laurentio, domine, et omnibus sanctis et tibi, dei serve. Poenitet me meorum peccatorum, et libenter agam poenitentiam quantum habeo menlis, si mihi deus peperceris. Da mihi, deus domine, luam graliam, ul sine pudore et rubore in iudicii die ante tuos oculos stem; quando venlurus es iudicatum vivos et 20 mortuos, quemque secundum suum opus. Tibi, deus misericors, commendo omnia mea verba et mea opera et meas cogitaliones et meum cor et meum corpus et meam vitam et meam animam. Cbriste, dei fili, qui dignalus es in hunc mundum venire, peccatores liberare a malefactoris poteslale, custodi me ab omni malo et salva me in omni bono. Amen. Ich habe aus A durch eckige klammern ausgeschieden, was offenbar einer glaubensformel angehörte, vergleicht man nun A mit C, so ist beiden gemein beichte und angehängtes gebet, und diese klärlich verwanl. aber, wie schon die Übersetzung andeutet und das original bestätigt, die verwanlschaft beruht keineswegs auf gegenseitiger benulzung, die gedanken sind gleich, der Wortlaut verschieden: A und C haben aus derselben quelle geschöpft, und diese quelle war eine deutsche, das halle Miklosich 596 schon längst aus dem germanismus in A geschlossen, den Kopitar durch volo esse confessus wiedergibt, die Übersetzung der unslavischen und nur hier vorkommenden wendüng ist nicht ganz richtig, das izpovueden des Originals ist nicht confessus, aber genau das deutsche pigibtik. und in z. 24 hat A offenbar das deutsche relative du verkannt, während C es z. 22 ganz richtig überträgt, dass wir überhaupt zwei verschiedene hände vor uns haben, scheint schon daraus hervorzugehen, dass A das sanclo sanclae vor den heiligennamen släls gewissenhaft durch zuetemu LXXXV1I BENEDICTUEUHER GLAUBE UND I1EIG11TE I 435 zuelei üb er seist, während C es ruhig als sancte beibehält, das deutsche original, das sie beide kannten, ob es nun ein und dieselbe formet oder zwei verwanle waren, ob sie unmittelbar darnach oder aus dem ge- dächlnis arbeiteten, leitet zunächst auf unsere nr. LXXV11I B (E): beichte und gebet hier wie dort, die formein A 13 CIO ziemlich übereinstimmend, die sündenaufzählung mit meineid und lüge beginnend wie A 13 C 11; hierauf A 18 tu unus deus seis quantopere mihi illius necessitas magna, E 19 du eino uueist uueo mino durfli sint; A 21 et ut in hoc mundo Ulis peccali punitionem accipiam quam tu mihi impones, prout tua miseri- cordia et tibi plaoilum, £8 enti daz ih in desaro uueralti miuero missa- täleo . . . harmscara hapan mözi, soliho so dino miltidä sin, vgl. 16 soso du uuelles enti dino canäda sin; C 18 da mihi luam gratiam, ut sine pudore et rubore . . . ante tuos oculos stem, E 7 mir . . . kanada farkip, [enti] daz ih fora dinen augön unscamanti si; A 26 C 20 misericors domine, tibi commendo usw., £ 19 enstigo enti milteo trohtin usw. der ganze charac- lerislische salz wesentlich gleich; C 22 A 24 Christo, dei fili, qui dignatus es in hunc mundum venire, peccatores liberare a malefactoris potestate, cuslodi ine ab omni malo et salva me in omni bono, E 14 trohtin (15 Christ, cotes sun) du in desa uueralt quämi suntige za ganerjenne, kauuerdo mih cahaltan enti kanerjen, 23 canerjen fona allemo upile. die Übereinstimmung geht so weil, dass in A und C nur ein geringer unvergleichbarer resl bleibt, aber wir wissen, dass E verwanl war mit einer ausführlichen beichte, die uns in LXXV11 nur mangelhaft erhallen, ziehen wir also auch diese herbei, so führt uns der salz de ili eo missiteta . . . vona mfnero toupha unzi in desiu bütigun lach gleich um einen schritt weiter: C 13 quod feci contra deum ex eo die poslenquam fui haptizalus usque ad hodiernum diem, -4 11. dürfen wir den weiteren Inhalt von AC benutzen zur re- conslruction der baierischen beichte? einiges klingt an andere formein an: sonnlag vesper und fasten nicht gehalten als vornehmste Unterlassungssünde; contra meum baptismum A 18 vgl. uuithar mineru crislin- hedi LXXII, 4; et lihenter agam poenitentiam quanlum habeo mentis, si mihi deus peperceris C 16 vgl. enti gerno buozzju frammort, so fram so mir got aluiahtigo niahti enti giuuizzi forgihil LXXIU, 20. die nennwig der heiligen im eingang geschieht nicht auf ganz regelmäßige weise, welche je einen namen als repraesenlanlen je einer beigefügten kalegorie verlangen würde, Michael und alle enget, Petrus und alle aposlel, Lau- renlius und alle märlyrer usw. auch die Reichenauer beichte LXXV nennt nur ein par repraesenlanlen. ganz durchgeführt aber ist die auf- zählungsmelhode in den jüngeren baierischen beichten, noch nicht in LXXXV1I, aber XCIV bis XCVII. Dies ist nun aber keineswegs das einzige momenl, wodurch die Freisinger denkmäler überleiten zu deutschen teilen der messe, sie sind selbst bereits solchen nachgebildet. A ist, wie aus den anfangsworten hervorgehl, eine offene schuld, bestimmt salz für salz vorgesagt und nachgesagt zu werden. C in seiner Vereinigung mit B aber enthält auch alle übrigen beslandleile des populären goliesdiensles. B ist, wie mich Miklosich 597 belehrt, nach einer predigt des Bulgarenbischofs Clemens gearbeitet (sie 28* 43ß LXXXVII BENEDICTBEDREB ULAUHIS UNI) BEICHTE 1 slelu bei Kopilar aao. p. xlv und bei Miklosich denkschriflen der Wiener akademie phil.-hisl. kl. 24 (1876), 3 ff., wo übrigens dieses gelehrten ansieht über das Verhältnis beider denkmäler modifiziert erscheint), der nach dem tode des Melhodius aus Pannonien nach Bulgarien zog und 916 starb. II legt insofern zeugnis ab für uralle religiöse Verbindung zwischen ka- rantanischen und pannonischen Slovenen. der schluss der predigt aber leitet zu C über; ergo, filioli, dei seivos advocate et eis peccala vestra enumerale et eis confitemini peccata vestra. U und C zusammengenommen sind ganz angelegt wie zb. LXXXIX: anrede, abrenuncialio, confessio fidei, offene schuld, also nachbildung eines deutschen gollesdiensles, älter als irgend eines der uns erhaltenen einheimischen denkmäler gleichen Inhalts und gleichen Zweckes. das glaubensbekennlnis beschränkt sich noch auf das nötigste, die Wendungen kehren übrigens in allen GB. wieder und entsprechen den ersten beiden glaubens fragen der ordines 111. IV. VI. X ad dandam poenitenliam bei Marlene 1 (1736), 774 ff., vgl. auch zu XXXI, 30, 9. 10. die drille lautet credis quia in ipsa carne, in qua modo es, resurgere habes et reeipere sive bonum sive raalum proul gessisli? man kann sie in dem eingeschobenen salze von A wiederfinden, genauer in LXXXVII, 14. LXXXVIH, 18. jedesfalls zeigt sich aber das sacrament der bufse als der alleinige Ursprung dieser deutschen formein, die einzelbeichle wird darin nachgebildet, abrenuncialio und confessio fidei sind eine emeuerung des laufgelöbnisses, wie sie dabei üblich, auch die glaubensfragen der beichte und bufse aber haben wir vielleicht in Baiern zuerst deutsch gefunden (LXXIT). ist wirkliclt die ganze inslitulion in Baiern zuerst aufgekommen? es wäre dann erklärlich, dass die weitere ausbreitung ungefähr in die zeit Heinrichs II fiel, der wichtige stellen des kirchlichen regimenls so viel als möglieli mit baierischen clerikern besetzte. die in dem hier besprochenen zusammenhange erhaltenen glaubensformeln und die dazu gehörige XCV1II teile ich in solche des allen (LXXXVII—LXXXIX), des erweiterten (XC. XCI), des gemeinen lexles (XC1I. XC1II. XCVII und die im excurs zu XCVII stehenden) und in den lexl des Ilonorius Auguslodunensis mit den daraus abgeleiteten formein (XCV. XCVI. XCV1II mit excurs). dieser einleilung entsprechen auch die beichten ganz wohl, nur dass ein strenger unterschied zwischen Ilonorius und der vulgata nicht zu machen ist. aber in den Sündenverzeichnissen ist überhaupt nur zwischen Ilonorius und der dritten Benediclbeurer beichte nähere verwantschaft bemerklich, die beichten des alten lexles, abgesehen von der ganz zusammengeschrumpften zweiten Sangaller, also LXXXVII und LXXXVIH, stimmen im cingang sehr genau, und darauf folgt in LXXXVIH nur noch ein salz, der offenbar auf LXXXVII, 31/". ruht, aber an die stelle von gewegede mite gedinge ein unrichtiges ablaz setzt, das die einschiebung den aleinaelegon gol s. 9 nach sich zieht, der eingang aber entstammt offenbar wieder der allen baierischen beichte LXXV11. dass sonst vielfach auch andere alle formein anklingen, wie zb. das so ili mit rehtu scolta (excurs zu LXX11), wird man leicht beobachten, die tradilion bricht in diesen dingen nie ab und geht beinahe von den ältesten zelten des deutschen Christentums bis auf die gegenwarl. [.XXXVII BKNED1CTBEUHEH GLAUBE UM) «EICHTE I 437 ich reihe darum noch ein stück an, das bei aller Verwilderung recht alle, dem XI jh. gemäfse sprachformen zeigt und die sonst nur in LXXlV b belegte wendung so ih mit relHeiuen seolta erhallen hat. es steht von späterer hand auf bl. 13 b des codex 5 saec. XIII der Zeilzer slifls- bibliolhek und wurde durch l'hWegener im Zeilzer programm von 1876 s. 22 herausgegeben, ich habe worllrennung und inlerpunktion eingeführt, die über den meisten deutschen worlen befindlichen accente forlgelassen und ein par fehlende buchslaben ergänzt. Ihc fersaho den liufel unie alliu sinn uuerc. credo in demn patrem omnipotentem unte den hcligcn sun unle den beugen keist. Ihc kelonho daz dio dri namen en got alemactih ist. ego confilcor dco omnipotenti et doniina sancta Maria el sancte Micliaele, s. Iohann(e) el s. Petre et Omnibus sanclis et tib(i), domini servus, oinniuui peccalorum liieormn, cui im- r> quam feci, so ez in cogilalione uuare, so ez in opere uuare, so ez in verbis uuare, so ez in luxuria so ez in luxuriae delectatione uuare, so ez in ho- micidio uuare, so ez in periuris iusiurandis, so ez in falso testimon(i)o fuisti, so ihc gratis kelaie ode ungratis. daz ihc dominicas dies so ne kefirohla so ihc met reetemon soulla, daz ihc in quadragesimis et in ahis lo. ieiuniis sie non ieinnavit so ihc met rectemen soulta. Omnium delictorum meoruin sie conßteor dominum omnipotentem, S. 51., S. 51., S. P., S. J., omnibus sanetis domini. ihc uuillo binnan ford en bozze sin so ferro so mihe omnipolens dominus confortare vult. ego dimilto omnibus qui contra nie perfecerunt, ut facio hoc, ut dominus dimitlal mihi mea peccala. ego is credo daz ilic in die iudicii resurgere deheo in (i)pso illo caro demo ihc heir gakenuuarlhic stan untihe ibi mercedem aeeipere deheo omnium operum meorum bonorum et malorum. zu gründe liegt ein deutscher glaube und beichte, den ein schwacher lateiner zu übersetzen versuchte, er misversland z. 9 das worl uuare als 2p. sg. ind. praet., indem er fuisti stall fuerit schrieb, sah z. 11 vasteta für die 3 p. an und gebrauchte z. 16 caro dem deutsehen Ifp oder lichamo entsprechend masculinisch. auch cui z. 5 gehl möglicher weise auf ein altrahierles deutsches dero zurück, im ganzen herschl gro/se Übereinstimmung mit Honorius (excurs zu XCVI), dh. dieser schöpfte aus der Schicht, welcher unsere formel angehörte; im einzelnen ist folgendes zu bemerken, z. 1—3 stehen dem allkaranlanischen lexl C am nächsten, z. 3—6 der nr. LXXXV1I, 20—22, LXXXVIII, 1 — 3. die Voranstellung von werken worlen und gedanken z. 6. 7 und die Verknüpfung der einzelnen aussagen durch sösez—uuare LXXXVIII, 5. die Versündigungen z.T.8 in huore, buorlusle, manslahte, meinen eidun, luckemo urchunde sind, freilich in anderer folge, LXXVII, 9—11 genannt, vgl. auch LXXXIX, 40. XCIV, 12/". danches oder undanebes *. 9=LXXXVII, 23. XCIV, 9. XCVI, 47. unten s. 618, 3hf. 619, 68. zu z. 9—11 vgl. XCIV, 17 ff. XCV, 39ff. und besonders XCVI, 54 ff., wo auch virel und hän gcvastel. begegnen. z. 11—13 haben ihre analogic XCIV, 38 ff. XCV, 46 ff. XCVI, 82 ff. t. 13. 14 vgl. XC1I, 19. XCVII, 52. unten s. 619, 70 und LXXXV1I, 30 so mich sin gnäda gesterchel. z. 14. 15 = XCII, 20/". zu z. 15//". vgl. LXXXVII, 13 ff. LXXXVIII, 18 ff. XCU.15/ - . XCIII, 27/. XCVIII, 24 ff. 438 LXXXVIl BENEDICTI1EURER ULAUUE UND REICHTE 1 Auf eine verlorene millelform gehl auch zurück die gereimte beichte, welche Kvliahder Germ. 31, 99//". aus einer Upsaler hs. des Xll jh. bekannt gemacht hal. 8 LXXXVIH SANGALLER GLAUBE UND BEICHTE I. Hs. 232 der sliflsbibliolhek zu SGallen, 331 s. 4°, IX jh., enthüll das elfte bis zwanzigste buch der elymologien des Isidorus. von einer hand des XI jh. auf der rückseile des ersten, früher zweiten blaltes vorliegendes denkmal, Co. 2 bei Graff. HHallemer denkmahle des millelallers I (1844), 328. 329. ESleinmeyer zs. 17 (1874), 449. I'Piper zs. f. d. phil. 11 (1880), 274. 1 alniactigin: über cl für In Weinhold § 208 s. 178. 4 mogla: Weinhold s. 182 anm. sio] so: oder sollte auch hier noch die zu LXXVI1I ß, 6 erwähnte pronominalform möglich sein'.' vermutlich liegt sie zu gründe und wurde als so 'ita' misverslanden. 10 an d(5n uuorteu 'unter der bedingung': vgl. mhd. tob. 3, 807 a , 32. 18 erloisle: Weinhold § 69. LXXXIX SANGALLER GLAUBE UND BEICHTE II. Us. 1394 der sliflsbibliolhek zu SGallen, s. 143. es ist eine samlung von bruchslücken: das vorliegende, der resl einer prediglhs., durch IvArx von einem buchdeckel abgelöst, gehört nach vArx s. 209 und Mafsmann s. 30 dem X jh., nach Haltemer 'wohl dem XI jh.' an: vgl. Graff s. 280 'der spräche nach scheint dieses denkmal aus dem XII jh. zu sein; nach der sehrifl sollte man es für 100 jähre älter halten. IvArx geschichlen des kantons SGallen 1 (1810), 204—209. EGGraff Diuliska 2 (1827), 280. 281. IvArx berichtigungen zu den geschickten usw. (1830) 1, 36. HFMafsmann abschw. (1839) nr. 41. 8. 23. HHallemer denkmahle des millelallers I (1844), 325—328. ESleinmeyer zs. 17 (1874), 448/'. PPiper zs. f. d. phil. 11 (1880), 274. z. 1—21 sind inlerlinearversion. die accente stehen in der hs., wo nicht das gegenleil bemerkt wird, die circumßexe über den diphlhongen habe ich wie bei Nolker weggelassen, zum lateinischen lext ist zu bemerken, dass die stelle z. 2. 3 aus apocal. 16, 15 entnommen und die aufforderung z. 21 dem sursum corda der messe {Marlene 1, 438) nachgebildet ist. 2 dir] dri: diese sonderbare melalhesis bei r und h (nibet udgl.), die anfügung von e an auslautendes n (und s? desse z. 7), die unorganische Verdoppelung von s (desse 7, irwahssenen 8, wass 26) und t (behiitlet 2, erwellten 19, trehttines 46: vgl. zu LXXV, 1), der abfall von u nicht blofs im infiniliv, sind nur zum teil und nicht in solcher LXXXIX SANGALLER GLAUBE UND BEICHTE II 439 ausdchnung der mundarl eigen (Weinhold § 20. 191 s. 158. 172. 202), also für unarlen dieses Schreibers zu hallen. 4 babalienusse] wegentm der assimitalion vgl. zu XXXVI, 3, 9. 10 siinlon] vgl. zu XIV, 3. 46 piert: Weinhold § 63. 47 darnach Audite, fratres carissimi, el intelligite qniil hodierna lectio saucli cvangelii nobis insinuet. Audistis quod dominus nosler non super equum, non super grande animal sedit. Et lioc fecit ipse, ut nobis exemplum bumililatis oslenderet. Ail discipulis suis 'ite in castellum quod contra . . '. also der anfang einer predigt. Das glaubensbekennlnis im vorliegenden und das im vorhergehenden denkmal (LXXXVIII) gehören notwendig zusammen, da sie die auslassung teilen, durch welche es den anschein gewinnt, als sollte von der trinitäl die menschwerdung ausgesagt werden, sie müssen, da man sie nicht von einander ableiten kann, aus einer gemeinschaftlichen quelle geflossen sein, die sich aus ihnen annäherungsweise herstellen lässl. sucht man nun zur ergänzung jener lücke einen verwanten lexl, so bietet sich nur der erste Benedictbeurer (LXXXVI1), der das geringe mafs des aus der lebens- und leidensgeschichle Christi aufgenommenen, insbesondere die nichlerwähnung des begräbnisses, dann die worle an demo selben übe da icb biute ane scbine (Uenediclb. BG. 1, 14. 15; SGall. 1, 18. 19; — vgl. XCV1II, 24. 25 mit exe.) mit ihnen gegenüber dem erweiterten glauben, den salz die er imo erwelel habela (Ben. 1, 10; SGall. 2, 29; — vgl. XC, 27) gegenüber dem Honorius und der vulgala teilt, diese drei hss. fasse ich daher als die des allen lexles zusammen, obgleich sie im einzelnen zu wenig mit einander stimmen, namentlich Uenediclb. 1, wie sich durch vergleichung mit dem erweiterten lexl feststellen lässl, zu viel individuelle Willkür zeigt, als dass man den versuch einer wirklichen herslellung des ältesten lexles ivagen könnte, das Verhältnis dieser freieren geslallung des glaubens zu älteren lateinischen formein bleibt noch des näheren zu untersuchen, doch werden dieser Untersuchung wesentliche vorteile durch neue pubticalionen aus hss. erwachsen, vorläufig sei hier, abgesehen von den im excurs zu LXXXV11 erwähnten kurzen glaubens- fragen, die in beiden hss. des Freisinger palernoster erhaltene (s. obentiüti s. 508), im wesentlichen bereits die anläge der freieren deutschen glau- bensbekennlnisse zeigende formel mitgeteilt. Confiteor nie credere deiini palrem omnipotentem, qui creavil omnia, et deum filium, qui ab eo genilus est ante secula, et deum spiritum sanclum, ab ambobus procedentem, id est sanctaui trinitatem unum verum naluraliter deum, non tres deos sed tres personas in una substanlia et divinitale ac magestate sine inilio semper esse, eundemque filium qui semper cum patre 5 fuit confiteor cooperante spiritu saneto niitum ex Maria virgine verum deum et verum bominem in duabus naturis, divina videlicet et Iiumana, sed in una persona carne, passum, mortuum, septikum, descendisse ad inferos, non corpore sed anima, non amissa divinitale, et terlia die resurrexisse in eadem carne qua mortuus est, et ascendisse in caelum el iterum venturum cum 10 gloria et iudicaturum et redditurum unieuique seeundum opera sua. faleor nie credere sanetam ecclesiam calholicam et remissionem peccatorum sive 440 LXXX1X SANGALLER GLAUBE UNI) 11EICIITE II per liaptisma sivc per penitentiam, cl me resurrccluriiin in eadem carne qua nunc vivo in vilani aeteruani. Haec esl fides vera quae paucis verbis 15 iidelibus nola est, ut credcudo subiugati rede vivant, rede vivendo cor mundent, corde nmndato quod credunt et intellegant, ut vitani aeteriiani habeant. 1 omnipotentem fehlt B 5 en undemquc A ö cooperantem spirilum sanctum A 7 fidelicet A in fehlt A 9 missa A eodem B lü est A, fuerat B 13 baptismä B penitententiä B 15 vitam A 16 mundendo B credant B et fehlt A ut fehlt B 17 habebant B den einschallungen aus der lebensgeschichle Jesu vergleicht sich in dem glaubensbekenntnis des Friauler concils a. 796 (SPaulini opp. ed. Madrisi p. 72) perfedus homo secundum luimanilalem, pcrfcctus deus secundum divinitatem. qui in eadem natura i. e. liumana, quam sumpsit ex virgine, liumanas pertulii inflrmitates, non fragilitatcin peccandi. sed in eadem dignatus est crescere per incrementa temporis, esurire, sitire, fatigari, con- lumelias et opprobria suslinere. dignatus est flagellari, crucis patibulum suliire, lanceam in lalere excipere, clavis transfigi, fei et aceluni gustare. XC WESSOBRUNNER GLAUBE UND BEICHTE I. Cod. 2681 der k. lt. hofbibliolhek in Wien bl. 103" spalte 2—107" sp. 2 (W). vgl. zu LXX1X B. JGabEckhart commentarii de rebus Franciae orientalis II (1729), 935—940. berichligungen dazu von EGGraff Diuliska 3 (1829), 123. 124. HFMafsmann abschw. (1839) nr. 7. 35, berichtigt von HHoffmann Verzeichnis der alld. hss. der hofbibliolhek (1841) s. 283 anm. PPiper die schriflen Notkers 3 (1883), 389—396 vgl. xlviii; an zweifelhaften stellen wurde die hs. für mich von JSeemüller eingesehen. die unter XCI folgende Bamberger hs. (B) gibt im glauben einen erweiterten, in der beichte wesentlich denselben, aber vollständigen und überall besseren lexl. daher sind ihre wichtigsten la. zum glauben hier beigefügt, in der beichte umgekehrt die la. von W dem texte B verglichen, über die angenommenen interpolalionen s. den excurs zu XCI. 601 XCI BAMBERGER GLAUBE UND BEICHTE. Cod. lat. 4460 der k. bibliolhek in München, bl. 103"—lll b . vgl. zu XXX. Reufs zs. 5 (1845), 453—461. berichtigt von AVollmer in KRoths kleinen beitragen (1853) 2, 199 #". PPiper die schriflen Notkers 3 (1883) s. xi—xix. mir hat KHofmann eine neue zu eigner ausgäbe gefertigte abschrifl bereitwilligst überlassen, die ich dann mit XCI BAMBKRGER «LAUBE UND BEICHTE 441 der hs. noch einmal verglich, die fälle anzugeben, in welchen die hs. organische länge des slammvocals unbezeichnel lässl, schien unnütz, die längenbeZeichnung der flexions-, ableilungs- und vorsilben, sowie der einsilbigen auf vocal auslautenden parlikeln dagegen isl ganz nach der hs. vorgenommen, und deren tonzeichen sämtlich eingetragen; unorganische längenbezeichnung wurde in folgenden fällen beseitigt und durch acut ersetzt: 50 dere, 69 geli;m, 70 ülielo, 166/! ungifrtdesami, 113 nir- brfichen, 117 michilhohi, 183 fipferes, 145 ünchüste, 154 ungiwlzzide, 162 rtnwizzii). auf eine vorhergehende silbe habe ich das längezeichentiö'2 gerückt in z. 128 virretiga. mithin isl die unorganische längenbezeichnung der hs. beibehalten, so weil sich regel zu zeigen schien, nemlich vor r 1 m n, deren geminationen und Verbindungen mit folgender mula, ferner bei u und o vor g (vgl. varr. zu XLI1I, 8, 8), vor h (imzühte z. 192) und vielleicht mit unrecht in in z. 38. wäre es erlaubt, in allen diesen fällen nur den irrlum oder die fahrlässigkeil eines Schreibers zu sehen? wenigstens die z. 134 des gedicktes 'himmel und halle würde ihr richtiges mafs erhalten, wenn der Verfasser nach wola z. 70, unw61awilligi z. 180, wolön z. 188 der vorliegenden stücke sprach: we anc wohin. den accent der diphthonge habe ich immer auf den ersten vocal gerückt; den circumflex als diphlhongzeichen weggelassen. 29 wäre = niwAre wie summa theol. XXXIV, 21, 6 und sonst. 64 ürteildäre] Nolker Haltern. 2, 214" (glosse). 68 urteila] vgl. gi- triuva 126, giwizza 219, bimeinida 228 und zu LXXXIII, 72. 74 toige für tuoje: vgl. Diem. 255, 13 ciaige. 94 giweret noli bihällen] vgl. z. 210. 115 giwizzidön (Graff 1, 1102. 1103) muss hier, anders als z. 154 ('kennlnis') und 241 ('gewissen'), aber ebenso wie z. 202 'mil- wissenschaft' bedeuten. givolgiddn] Graff 3, 513 kennt das wort nur aus unserer stelle, das simplex folgida nur in der bedeulung 'secla, seetalio'. mit jenem muss hier die zugänglichkeil für Verlockung zur Sünde gemeint und insofernc ein gegensalz zu givrumidon beabsichtigt sein, das auf solche Sünden gehl, zu denen man andere veranlasst [oder die man aus eigenem antriebe verübt] hat. 118 (W 90) iwerdunga = * twedunga (vgl. getwedic, twedige) 'willfährigmachung, zwang, den man ausübt, quälerei'? wie erdo hwerdar scerdar wirdar neben eilo hwedar scedar widar? vgl. gramm. 2, 795. 3, 260. 274; Kelle Olfrid 2, 511, 5. IPellers in der zs. für die öslerr. ggmn. 1867 s. 128 schlägt inlwer- dunga vor [was als synonymum von virsmAhide wohl das wahre trifft]. 123 in ubergivazzide] 'in übermäfsigem schmuck'? 124 f. giwirtaGOä natürlich nicht •bewirtete', wie Schade alld. wb. 1 216" meinte, sondern von wirdjan (varr. zu L1X, 3, 5). 134 g i me itlieil 'insolenlia Graff 2, 702. 135 sunderewa 'Privilegium' Graff 1,512. 136/'. ungiwoniheit 'abusio' Graff 1, 872. 137 in heilsitc (ana heilslililunga W); ersleres bedeutet wohl wie letzteres 'Schmeichelei', vgl. Graff 6, 791 [ich meine, dass die umgebenden begriffe zoubere, gouggile, gilriigide die änderung lieilside = augurio, auguriando nahe legen]. 142. 143 elliuunge 'aemu- lalio Graff 1, 203. 144 nifssiwemligi erklärt sich aus mänige mfs- seundiidara unde mänige Idsterara bei Nolker Hatlemer 2, 136 a d.i. die- 28** 442 XCI BAMBERGER GLAUBE UPiD BEICHTE jenigen, welche fremde handlangen zum übel auslegen, man kann 'ladel- sucht' übersetzen. incihtigi 'zelolypia Graff b, 588. 146 leilsauiunga ist ohne zweifei dasselbe, was leilsamida 'abominalio' Graff 2, 17 4. 149 virtriuwida kann natürlich nicht 'vertrauen, muss vielmehr den tnangel des Vertrauens bedeuten, also dasselbe was urlriuwiJa zurtriuwida 'suspicio' Graff 5, 468. 150 blandini (inblandini W): die etymologie führt nicht auf die übertragene bedeulung, welche hier gegolten haben muss; nur wird es nicht die des mhd. enblanden sein, vielmehr ist man neben weilimuotigi versucht, die 'mischung' als 'Wechsel' aufzufassen und demgemäfs die bedeulung 'wankelmul' anzunehmen. 157 unundirscei- dunge] vgl. 221. 222. über den begriff der mittelalterlichen discretio Vogel Ralherius s. 28. 2'J. 159 ungileret] vgl. Notker Haltemer 2, 74 b non fraudasti cum, unde habest fmo unbenömeu; 364" unde habe uner- gezzeti alles siues loncs; 444 a uuanda der habet sie ungelirnet der sie ne tuot. 161 gähünga 'Übereilung'? 162 unere 'iniuria' Graff 1, 444. 164 bliüwatun: vgl. weliselät marterät (gramm. 2, 252) zwivelät villat scellät screiät (Wiener Notker 143, 14; schraigal JHaupl hohes lied 39,13) geliehsät und andere bei Hahn mhd. gramm. 2, 31, Weinhold mhd. gramm. 2 § 265. im mhd. sämtlich starke feminina, aber ahd. lillala {Graf}' 3, 471) auch schwach, es ist wohl die romanische eudung -ata (Diez gramm. 2 3 , 358) ins deutsche übertragen und mit deutschen stammen verbunden wie später -ie. 168. (181) ungimeinsami 'ungeselligkeil'? 169. 170 was mit äbgötgöbide und heidinsceTle speciell gemeint ist, Cüi zeigt ihre aufzählung an dieser stelle. 171 harmilsame] wahrscheinlich 'Schädigung', denn die bedeulung 'calumniari', die Graff 4, 1033 für liairaison und harmjan belegt , würde hier nicht passen [mit Schade im wb. I 2 , 273 b ist härmisale zu lesen]. 172 virzAdilinne] die länge des slammvocals habe ich nach gl. Hrab. p. 962 a — ahd. gl. 1, 119, 29 cyenles, zaaillonle; Tnugdalus 53, 12 f. zadel: nadel [richtiger bietet jelzl A Wagner nach Sprengers eonjeclur v. 1033 /'. zagel : nagel]; kehr. 511, 7 wären : zädel; j. Tit. 6116, 3 zädel: tädel mit JGrimm gramm. 1, 389. 3, 508; Schmeller 4, 226; Graff 5, 639 angenommen, freilich ßnden sich auch für die kürze, die Lachmann im Parzival, JGrimm gramm. 2, 99, Jacobi bildung der nomina s. 38, das mhd. wb. 3, 833 ua. annehmen, beweisende reime: kröne 10512/'. zadel : tadel; Helmbrechl 847/'. zadele : euwadele. virzädelön heifsl ohne zweifei 'in mangel, in dürftig- keil bringen'; ähnlich wie bei Konrad von Ilaslau (jüngling 1132), wo das mhd. wb. mit recht erklärt 'vor mangel umkommen lassen. 174 pfräginüngo] offenbar synonym mit bitwungiuheit (vgl. über betwungen Haupt zu MSF. 16, 14), durch beide wird die Verstimmung, die be- drängnis des gemüles ausgedrückt, in welche den habsüchtigen seine 'sündhaften wünsche versetzen, vgl. diu belwungeniste phragina XXX, 132. über den rätselhaften, stamm pragn prang, dessen bedeülungen indes sämtlich auf den begriff der schranke zurückzugehen scheinen, s. Schmeller l\ 454. 812. urgebat, franeta ahd. gl. 2, 392, 39. 175 biscrenehida 'supplanlalio' Nolker Haltemer 2, 144''. 176 urdank 'commentum' Graff 5, 164. 165. 184 undes] vgl. zu XXX, 107; XLIII, 6, 9. 10, 9. XCI BAMBERGER GLAUBE UND BEICHTE 443 15,9. 18,9. undie«. 32, 52, 20. undur »6. 53,56. 59.54,94. 56,162. umhi ib. 53, 63. undes ib. 54, 79. under ib. 54, 96. 55, 123. 135. 136. unden ib. 54, 97. undiu ib. 54, 109 usw. 186 üngivägide 'Unersättlichkeit', vgl. Graff 3, 419. 420. 192 virchronide 'geschwätziglceit', vgl. Graff 4, 613. 200 üngelieliede wohl 'unenthaltsamkcil'. 214 Äclm- stönc] vgl. tugidöne z. 215; XXX, 53; moindalune z. 233: Hahn mhd. gramm. 1, 85. 215 vüreburtsami wird nichts anderes als das einfache vureburt (Graff 3, 146. 147) bedeuten; ebenso giliellesami z. 225 dasselbe was gihelli Graff 4, 858. 221 anizide] vgl. anazunga Grajf 1, 339. Die kriterien, nach welchen im Wessobrunner glauben (XC) Interpolationen angenommen worden, sind die folgenden: 1. anrede gottes in gebetsweise (z. 2. 4. 45. 63/'.) wie in der darauffolgenden beichte. 2. die formel ih gelouba l'asto im beginn eines neuen arlikels (z. 4. 33). inner- 605 halb des salzes und am ende des ganzen zusammenfassend steht sie im echten lexl z. 62. vgl. auch die beichte z. 68. 3. enllehnung der ausdrücke aus dem echten texte des glaubens (z. 33/". aus z. 14) oder aus der beichte (z. 45—47 aus z. 68—70) oder Wiederholung eigner bereits angebrachter salze (z. 64 aus z. 4 f.). 4. fehlen der betreffenden stellen im Bamberger und zugleich im ältesten lexl (z. 24 f. 33 f.). dieser letztere umstand kann jedoch nicht darauf beruhen, dass die interpolalionen in den Wessobrunn-Wiener lexl (W) später als in den Bamberger (B) gekommen wären: denn z. 33 f. wird auch von dem zweiten und dritten krilcrium betroffen und dadurch derselben band zugewiesen, von welcher alle übrigen zusälze herrühren, es ist ferner in B der zusatz z. 45—47 um einen neuen vermehrt, so dass jener irgendwie als solcher kenntlich geblieben sein muss [?]. man sieht sich mithin gezwungen, entweder anzunehmen, Wund B seien aus einer hs. geflossen, in welcher zusälze an den rand geschrieben waren, oder der Verfasser von W habe sein werk erst erweitert, dann einer vollständigen Umarbeitung unierzogen, gegen die zweite annähme ist der gemeinschaftliche fehler beider hss. (z. 49 W, z. 11 B) ein starkes aber kein entscheidendes argument. [B konnte sehr wohl das unpassende des Zusatzes z. 33 f. einsehen und ihn selbständig fortlassen, ebenso die Interpolation z. 24 f., falls es sie wirklich vorfand, da der umfängliche einschub B 6—36 über die zwei naturen in Christo sich genügend verbreitet halte. Scherers soeben mit einem fragezeichen versehenes argument ferner ist nicht slringenl. ich glaube daher, dass beide texte auf einem interpolierten exemplare beruhen.} der grofse in H hinzugekommene abschnitt über die triniläl und iucarnalion erhebt sich nicht wesentlich über den vorstellungskreis des athanasianischen symbolums. die aus W erkennbare grundlage des ganzen ist der alle lexl (s. zu LXXXIX) mit beträchtlichen erweilerungen in der lebens- und leidensgeschichte Christi (z. 14—33) und am schluss über die Sündenvergebung (s. 47—52) und die Vergeltung nach dem lode (z. 52—60), dann mit einem kurzen anhange (z. 60—63). der eingang wird aus einer hs. des allen lexles gelreu wiederholt sein, obgleich die 444 XCI BAMBERGER GLAUBE UNI) BEICHTE uns erhaltenen die worte unde allero geskepbidi (:. 7) nicht haben: doch vgl. Benedicib. GB. 1, 2 uute aller dero dingo. im folgenden ist dem symb. aposl. näher der salz 'empfangen vom heil, geiste' aufgenommen, dagegen die bezeichnung der Jungfrau Maria als 'ewiger' Jungfrau weggeblieben (doch vgl. B z. 33). ferner ergibt das ane sunlo des alten lextes (Benedictb. GB. 1, 7 f.) einen ganz richtigen, das hier z. 15 stehende unde er nio negesundoli (stall ane daz er ff.) einen falschen ge- danlten. die Höllenfahrt, deren zeit der alle lexl unentschieden liefs, fällt hier vor das begräbnis (vgl. zu XXXI, 19). nach der ersten grofsen einschallung ist der satz Ben. GB. 1,11 verloren gegangen, durch die zweite der salz ich gloube (after disme lib) den ewigen lib (Ben. 1, 19; SGall. 2,36/'.) entbehrlich gemacht, dieses glaubensbekennlnis muss sich vollständig oder in einzelnen phrasen, in der vorliegenden oder in nicht wesentlich verschiedenen fassungen noch lange nach dem XI jh. erhallen haben, wie die zahlreichen benulzungen desselben in späteren formein beweisen: vgl. die excurse zu XG1I. XC1II. XCV1I. XGV111. die beichte, welche sich an dasselbe anschliefst, in W für eine frau eingerichtet, zerfällt abgesehen von einleilung (z. 93—116) und schluss (z. 237—245) in ein Sündenverzeichnis (z. 117—209), ein Verzeichnis unerfüllter pflichten, nicht geübler lugenden (z. 210—230) und eine Sündenklage (z. 231—236). das Sündenverzeichnis ist nach den haupt- sünden geordnet, deren neun angenommen werden, dh. so viele als überhaupt dafür gellen, wovon man aber sonst eine oder zwei wegzulassen pflegte, um die zahl 8 oder 7 zu erhallen, so fehlt in einem Sünden- calalog des cod. Guelferb. Gudian. 148 (X jh. aus Weifsenburg) invidia als hauplsünde: sie ist der superbia zugerechnet, bei Theodulf cap. c. 31 iverden accidia sive trislitia nur als eine sünde gezählt. Aldhelm de oclo Wüprincipalibus viliis bei Canisius - Basnage lecl. ant. 1,755 hat gula, luxuria, avarilia, Iristitia seu desperatio, acedia, cenodoxia seu vana gloria, superbia. im correclor Burkhards von [Vorms c. 181 (Wasserschieben bufsordnungen s. 665; wie bei Hraban de inslil. der. 3, 38 ua.) lautet die reihe: superbia, vana gloria, invidia, ira, Iristitia, avaritia, venlris in- gluvies, luxuria, ebenso bei Hermannus Conlractus in dem opusculum diverso melro compositum (ed. EDümmler zs. 13, 385) z. 851 ff. fast dieselbe Ordnung hal auch unsere beichte befolgt, nur ira und Iristitia umgestellt und zwischen beide die fehlende acedia eingeschoben, im übrigen kenne ich keinen lateinischen sündencalalog von ähnlicher Vollständigkeit, die bei Hraban und Burkhard aao. und der erwähnte Weifsenburger sind unbedeutend dagegen, die darslellung bei Hermann bietet verwante molive, ohne dass wir unmittelbare benulzung behaupten dürften, am interessantesten in dem vorliegenden denkmal ist uns die superbia 117 ff., die vana gloria 133 ff. und ventris ingluvies 186/7". da finden wir beisammen, was die geistliche lebensanschauung von der der laien trennt, was der clerus an dem eben aufblühenden rillerlum bekämpft und was auch hier z. 198 als welliichkeil weiltliehi zusammen- gefasst wird: Selbstgefühl trotz Selbstliebe und lebensgenuss, streben nach vornehmheil macht ehre und rühm, nach glänz und schmuck in wachsender XCT BAMBERGER GLAUBE UND DEICHTE 445 Verfeinerung der sinne, freude an gaslerei poesie jagd und festlichkeilen, in adelcs giluste 118 scheint sieh das emporstreben der dienstmannschaft zu spiegeln, gimeitheit, welche hier 134 neben ubercierida und wÄttiu- rida als verwanter begriff steht, wird gleichzeitig oder nicht viel später in der genesis als schmückendes beiwort des ritterlichen gefolges der herscher gebraucht: Joseph reitet seinem valer entgegen mit ime manich riter gemeit 5068, Esau will Jacob begleiten mit sinen heliden gemeitcn 3158, und hundert jähre später im priesterleben 537 ist gemeitheit fast so viel als höfsclieit. was die poesie anlangt, so ist 192 mit der lügenhaften wohl die nationale oder spielmannsepik, mit den hurliedem und schandgesängen die lyrische, etwa lanzlieder, gemeint, vgl. was Schmeller l 2 , 811 (605) aus einem beichtspiegel anführt (tu confessor) quacrc de cantationibus in clioreis et quaestionibus lascivis. auch die weltliche con- versalion erregt den hass des Verfassers (192 virchrönide, 194 lurap- cliosen) und ein starkes element des scherzes und spolles (191 in huohc, in spotte, 193 in honreden mdnigen) tritt darin hervor, vgl. die zu XXVIII* angeführte stelle aus Nolker. man bemerkt, dass in dem System der sündenlehre dieselbe sache mehrere seilen hat. hönchose erscheint auch z. 161, aber als quelle von zorn und streit, und wiederum uppichose 155 (vgl. 194 tumpchösen) im Zusammenhang der trägheit. die anspruchsvolle Verfeinerung der sinne sowohl 195/7". »'* ouch 153 senftigerni, 156 in senflimo legere, die Verachtung des heiligen, des kirchlichen, des göttlichen, der priesler, die feindseligkeil des laienlums überhaupt gegen den stand und die Interessen des Verfassers erscheint unter superbia 125, vana gloria 137, avaritia 181. sogar gotlesverläugnung und Unglaube kommt vor 138, aber heidenlum und abgölterei nicht in derselben reihe, sondern nur als ein mittel, wie es scheint, des habsüchtigen Schatzgräbers 169. 170. doch hält es in dem ganzen denkmal schwer, zwischen dem traditionellen und dem, was für die zeit characlerislisch ist, zu scheiden, aus der 149 nicht eben reich ausgeführten traditionellen tri- stitia dürfen wir kaum auf gesteigerte Sentimentalität raten, jedesfalls ist der reichlum moralischer anschauungen selbst, den uns diese formet erschliefsl, für den geisl des Jahrhunderts bezeichnend, die beslimml- heit übertragenen sinnes, welche viele wörler hier erlangt haben, selzl&N eine lange auf besserung des lebens gerichtete beichl- oder vielmehr prediglpraxis voraus, vgl. Gervinus {•', 171. und selbst in der vorliegenden trockenen aufzählung empßndel man einen hauch von leiden- schafl, welche sich, ohne je genüge zu finden, in mafslosen häufungen ergeht und weniger begrifflich streng sondernd als synonyma an einander reihend die eigene anschauung der Sünde zu steigern sucht, dass wir einen geüblen redner vor ung haben, zeigt in glauben und beichte, die doch wohl von einem Verfasser herrühren, die bewundermigswürdige kühnheil und sicherheil des periodenbaues, die gelegentlich hervortritt, ja wo die rede sich höher erhebt, in der sündenklage, schlägt deutlich vier- taktiger rhylhmus durch, z. 233 wände bis z. 236 sind mit leichtigkeil darnach zu lesen, wenn man nur z. 233 die form meindätön wählt, diese reimlosen verszeilen sowie die verwanle Sinnesart, welche hier 446 XCI BAMBERGER GLAUBE UM) BEICHTE sündennamen, dort die verschiedensten ausdrücke für die Seligkeit des himmels, für die schrecken der holte heraussprudelt, machen die idenlilät unseres Verfassers mit dem von 'himmel und holte' XXX höchst wahrscheinlich, es kommt dazu Übereinstimmung im ausdruck (zu z. 174), in einzelheilen des Sprachgebrauchs (zu z. 214), insbesondere die auffallenden abweichungen von dem regelrechten genus der subslanliva: vgl. zu himmel und holte 170 und hier die masculina (kaum neulra) liuval- hcil 138, busheit 156 wie im angelsächsischen (daneben feminine com- posila mit heil z. 158. 168. 182. ebenso feminina auf -ida und neulra auf -idi neben einander), dann das masculinum (oder neutrum?) ächusi 118 (neben achuslune s. 214), die neulra niichilhohi 117 und sogar, wie es scheint, guotlal 230. dass diese dinge nicht dem Bamberger Schreiber angehören, ergibt sich aus der hs. W, welche, obwohl aus einem älteren lexl abgeleitet als IS, dieselben schon voraussetzt, indem sie ihnen ausweicht (varr. zu z. 118). XCII SANGALLER GLAUBE UND BEICHTE 111. Hs. 338 der stiftsbibliolhek in SGallen, 798 s. 4°, Xfli. (s. Scherrers Verzeichnis s. 118), enthält hinter einem graduale auf der ursprünglich leeren s. 304 das glaubensbekenntnis, welches erst im XII jh. eingetragen ist. Hllaltemer denkmahle des millelalters I (1844), 330. ESlein- meyer zs. 17 (1874), 449. PPiper zs. f. d. phil. 11 (1880), 274 (ohne jedes ergebnis). die acute und circumflexe der hs. über diphlhongen und einfachen vocalen lasse ich unberücksichtigt, ebenso mehrere grofse anfangsbuchslaben und die durch abbreviaturstrich bezeichneten gemi- nalionen des in, welche regelmässig im dal. sing. masc. deme sowie in uierzgosteme z. 11, gemainsämi z. 14 und säminl z. 19 stattfinden, für ou steht wiederholt 6. 1 tdifle: vgl. Weinhold alem. gramm. § 59. 2 ainin: über alem. ai für ei s. Weinhold § 49. 3 aininborn: vgl. KRolhs pred. s. 77 dö . . . der liimiliske vater sfnen einen hörn sun . . . sanle, Schönbach altd. pred. 3, 14, 15 dö sant ich zuo ziu minen einen born sun, 220, 32 daz er im siuen einen born sun ze opher prahle. 11 vvaire: über 3ai für ä Weinhold § 49. 12 ubir leibinde unde ubir tötin: zu dieser Verbindung starker und schwacher flexion vgl. XCVII, 38 mit anm. und die von OErdmann grundz. §80 beigebrachte Freidanks teile 156, 10 beide alle unde jungen. Den vorliegenden glauben, den Münchner (XCVII) und die im excurs dazu mitgeteilten Wiener, Linzer und Lambacher fasse ich als 'gemeinen lexl' zusammen, die unterscheidenden merkmale desselben, die freilich nicht bei jeder fassung insgesamt eintreffen, sind: die erwähnung der Verkündigung; der salz (die himmelfahrl sei geschehen in yegenwarl) 'aller, XCII SANGALLEH GLAUBE UND BEICHTE III 447 die dessen wert waren, seine auffahrt zu sehen ; ferner die Stellung der formet 'wahrer gott und wahrer mensch' nach der auf ersiehung; endlich der fehler gotelich für bolelieh (hier z. 13). bereits der ältere lexl, welcher dem gemeinen zu gründe liegt und aus welchem in diesen punkten auch Honorius Auguslodunensis geschöpft haben muss {cgi. sein sym- bolum zu XCVI1I), halle aus dem ersten Wessobrunner glauben den Zusatz 'an der menschheil, nicht an der gollheil' (XC, 24 f.) und nach dem ebenherc unte ebenewich des liened. Gli. 1,5, nur an anderer stelle ebenber und ebengewallech (XCV'll, 36) aufgenommen, aufserdem bei der hallenfahrl den zusalz 'die seinen willen hatten getan beigefügt, im übrigen zeigen der Münchner glaube sowohl als der vorliegende eine nähere verwanlschaft mit dem zweiten Sangaller: jener in dem salz (XGVII, 14. 15), der abrenuncialion und glauben verbindet, dieser am auffallendsten in z. 14 — 16, vgl. LXXX1X, 35 — 37. daran schliefst sich gleich die kurze, nur die notwendigsten formein beibehaltende beichte. XCII1 ALEMANNISCHER GLAUBE UND BEICHTE. A MHGoldasl alamannicarum rerum scriplores 2 (Francof. 1606), 173 'Chrg dir allen küchin. über die hs. macht Goldasl keine angaben. IS JSlumpf Schweizerchronik IV, 50 (Zürych 1548) bl. 325 11 mit folgender Vorbemerkung: 'zu den zeylen keyser Fridrichs des 2 und abl Berchlolds zu S. Gallen, geboren von Falckenslein, hat man inn Helvetischen landen, besonder im Turgow und Rhyngöw oder Rhyntal, die artickel des heiligen chrislenlichen glaubens auff nachgesetzte form und mit sölichen worleti gesprochen, wie dann des noch ellich abgschrifften bey den clöslerchronicken befunden werdend'. aus Stumpf Kirchhoff wend- unmul 4, 152. Stumpf erhielt nach Goldasl l. c. 2, 154 die formet von Vadian aus derselben hs., aus der sie nachher Goldasl entnahm, hat dieselbe aber modernisiert, wohl möglich, dass sie, wie Mafsmann abschw. s. 37 sagt, in SGallen lag. die abweichungen des Stumpfschen lexles, welcher in wenigen kleinigkeilen durch Vadians chronik der SGaller übte (JvWall deutsche historische Schriften hg. von EGölzinger 1, 339 f.) berichtigt wird, teilte ich nur so weit mit, als sie nicht auf modemisierung beruhen. Schiller thes. 1 mon. calech. 86. 87 veröffentlichte ein glaubens- 609 bekennlnis und ein valerunser unter dem lilel 'formulae quas Daniel Specklin architectus quondam civitatis Argenloralensis ex anliquis ecclesiae calhedralis Argenloralensis libris excerpsü et in collectaneis mss. (quae in archivo Argentinensi asservantur) tomo 1 exhibet'. darnach (oder nach der hs.?) Mafsmann abschw. s. 37. das palernosler ist eine Verunstaltung des notkerischen nach Vadians ausgäbe: es steht tagolicko, nii. leitest: vgl. varr. zu LXX1X A, 12. 19. aus dem glauben genügt es die 448 XCIII ALEMANNISCHER GLAUUE UND BEICHTE wichtigsten von unserem texte li abweichenden lesarlen aufzuführen: 1 /. zirden euiiige. 2 ain skefcn (vgl. zu N d. i. Nolkers calechismus z. 32) liümele (vgl. A). 3 gskcfdo gsichl und ongesicht. sin aine son. 5 benante. 6 /'. von dem haligo grosse goles hotte kabriel. 8 magende, wäre gott und wäre mensch (vgl. XC, 12/'.). 10 geduchelt. 11 von de Cromo Johanse. 11 —19 entrachten uuar van sine geminde jonger Judas. Ick keloue das ye (so immer für he) gehoiulen wahr von dii Juda gespote . gespuuen . gehalse sterckt (gehalseslekkt Mafsmann. vgl. XC, 23. XC1, 49. XCV111, 9). Ich keloue das ye kenolhafftalt uuart pi pontion pi- laten (N 38 mit varr.) unde hi imo gestachelt (aus gestillter: zu N 41) an das querholtt gehanck daran erslarue sein menscheitt unde niet de golt- heitt met wundening ye war von de querholtt genomen zu erde hegrauen. doin lacke dry dag und dry nacht. Ick keloue das ye nach de dry tag und nach von tolte erstanlte wäre gott und wäre mensch und erschinne sein gemeinde und freunte. 20 virgosten (vgl. A). 21 menge de sin uuar. 22 zeswüne gotes sins. 23 in dannan fehlt. an de leste dach: darnach fehlt ze wie in A. 24 f. göttlich alelichimi gesa- menunga ond zu hauen gemeine alle haiigen (vgl. N 54. hl f. mit varr.). 25 belassung. 26 /'. und noch de leben ein euuig leuen. 29 ond mit gedencke noch mehre. UelfT mir gott, das tuon ick keuuero (N 62) etc. das ganze zeigt sich als eine erweilerung unseres lexles B (die wenigen näheren Übereinstimmungen mit A sind zufällig oder durch mitlelglieder veranlasst), zu welcher nächst eignen schlechten erfindungen der vadianische lexl von Nolkers symb. aposl. und eine andere mit der alten Wessobrunner wesentlich übereinstimmende glaubensformel das malerial hergaben, die greuliche enlslellung der spräche beruht größtenteils auf rohester Elsässer mundarl, vielleicht mit besonderer Hinneigung zum niederdeutschen: wenigstens finde ich in Weinholds alemannischer grammalik kein he, vollends ye, für er. doch entspricht auch sonst nicht alles Weinholds angaben, zb. darsalbe harn (für hern herren) gegen alem. gramm. § 112 s. 92. einiges wie undlo gskcfdo mag aus einem streben nach vermeintlicher allerlümlichkeil hervorgegangen sein, ist dies viel- filOleichl 'allslra/sburgisches pfarrerde'itsch' (Alsatia 1862 — 64 s. 180)? von solchem streben ist auch das vorliegende alemannische, etwa aus dein XlVj'/t. stammende denkmal nicht frei, wenigstens teufall in 11 z. 1 und himelo z. 20, hilmelo z. 2 in A wird man so aufzufassen haben, die formet ist im wesentlichen hervorgegangen aus einer combinalion des dritten Sangaller glaubens (XCII) mit dem Ambraser (XC). daraus erklärt sich die auslassung der Höllenfahrt, die in beiden an verschiedenen stellen steht: vgl. zu XXXI, 19. dass ihm jener unmittelbar vorlag, ergibt sich schon aus hilmelo (vgl. hilmil XCII, 12) und dem seltenen geerndol (ahd. gl. 1, 725, 39 evangelizans, arintonte). fast wörtlich daraus ist die verkümmerte beichte, die sich an den glauben anschliefst, entnommen; mithin auch darnach der fehlende schluss zu ergänzen, die Vermutung, das vorliegende stück stamme aus SGallen, erhält hierdurch eine bedeutende stütze, da sich nun ein gewisser Zusammenhang sämtlicher SGaller glaubens formein (vgl. exe. zu XCII und LXXX1X) und darin XCII1 ALEMANNISCHER GLAUBE Hfl» BEICHTE 449 von anfang an auch das zurücktreten der beichte herausstellt, einiges muss hier doch aus ungefährer kennlnis anderer formein erklärt werden; so ebungewaltig unt ebunewig z. 22, vgl. Honorius (exe. zu XCVIII) co- aeternus el compotenlialis, und z. 26. 27, vgl. XCVI, 14—17. dazu kommt weniges eigne oder mir sonst unbekannte: s. 16 zer erde [vielleicht complicalion mit zer erden hevolhen, vgl. im excurs zu XCV11 die fässung der Linzer hs. Cc. II. 2 und nr. 8. 10 in Schönbachs alld. predigten 1]; i. 16 f. unt dar inne bis nacht; z. 19 unt sfnen guolen friundin; z. 21 unt bis uuärent. XCIV BENEDICTBEUBER GLAUBE UND BEICHTE II. Cod. lat. 4552, Den. 52 (255) der k. bibliolhek in München, 306 6/. fol., Xl/XU jh. auf bl. 1' abschrift einer Schenkungsurkunde des domnus Heinricus de Landisberc an SUenediclus über sein praedium in Lein- husin: schliefst llacc onmia facta sunt in praesenlia domni Adilberli abbatis usw. bl. I 1 ' —306 lateinische homilien für alle sonn- und festläge des Jahres, bl. 150 b , am ende einer läge, war ursprünglich freigeblieben und wurde zur auf Zeichnung unserer beichte benutzt, deren erste seile übrigens auch auf der leeren oberen hälfle des bl. l b rot eingetragen steht: Mit disinie globen | so gi ilic got und 6 ininer uröwen. JChvArelin beitrage 1 (1803), 5, 81—84. UJDocen einige denkmäler (1825) «.7.8. HFMafsmann abschw. (1839) nr. 24. KRolh denkmähler (1840) s. 34. 36. PPiper die Schriften Nolkers 3 (1883) ä. v —vir. auf die grofsen anfangsbuchslaben der hs. habe ich wenig rück- sichl genommen, auch nicht angegeben, wenn einzelne buchslaben übergeschrieben sind, uo ist bis auf bore z. 31 regelmäfsig durch ö bezeichnet. 1 das erste unde dürfte misversländnis eines lateinischen et sein, vgl. die beichte des Honorius im exe. zu XCVI. 8 gel'runieto: 25 ge- wfsoto; 17. 22 goto, 11 zorno. vgl. zu XVII, 1. 24, aber auch zu 4, der daliv koto wird durch die beiden hier vorliegenden beispiele geschützt, assimilalion der endung an den wurzelvocal scheint dabei im spiel, vgl. zu LXXI1 , 27. 16 so holt bis nie wart nob vermutlich inter- polalion, die conslruction setzt blofs geminnet voraus; die Verbindung von boll wart gerade mit ebenerisien hat auch die Upsaler beichte Germ. 31, 99, 25, vgl. den lexl des Honorius unten s. 614. 27 almabti- gole] Weinhold alem. gramm. s. 255 anm. Haupt zu Lachmanns Walther 78, 3. gen. 5313 Mafsmann abnable got = 75, 14 Hoffmann almaligot. vgl. armennesgen zu XXXIV, 12, 1. 2. als Übergangsform ist 32 almahti- 611 gegote anzusehen. 31 alniabliugen ist keine form der wirklichen spräche, sondern das wohl erklärliche almabtingote 29. XCV, 24 für al- mahting (vgl. Schilling für scbellign schelligen udgl. österr. weislümer 1, DENKMÄLER 11. 2 Des man dich suldich, des histu unsuldihc. 2 [) az jj r g 0 ( z ß ] ie ]fj der himel unde erdi giscüf unde loub unde gras [ 3 unde als dir ginäd Adonay unde sine ginßdiclü golheil] 4 unde als du di e niinmir müzis bihaldin, di gol gap Moizi üf dem hergi zu Sinay an der slenin tafilin. 5 op du nicht reht unde war habis, zo muizi dich ani gen daz vreisliche gisucli, daz Gezi ane ginch, dö her di gabi von Naaman unlphinc. ü op du nihl rechli unde war habis, zo müzi dich du erdi virslindin unde daz für vir- brennen, daz Datan unde Abiron verhranli und ir nami (?virslanl?). 7 daz swerstu üffe den fünf büchin Moizi [bl dem gote Abraham Ysaac unde Yacop]. 3 seiii 5 di] dv 6 wäre wirslindin d aus dem codex Valic. Pal. 288 f. 158 b mitgeteilt von KBarlsch die alld. hss. der Universitätsbibliothek in Heidelberg s. 186", der freilich im gegensalz zu dem römischen catalog «.73 (wo XIII jh. angegeben steht) und wenig wahrscheinlich den einlrag einer hand noch des XI jh. zuschreibt: [l'rimo monendus est el conjurandus pontifex judeorum lali modo: Moneo el conjuro vos — demonslrelis librum in quo judeus debeal jurare secundum legem veslram. ' Umbe solich guol da mich diser man umhe hal beclaget, daz enweiz ich noch enhÄn ez nihl noch nehein min gewall, in erden verborgen noch in müren vermüret noch mit sliizzelcn beslozzen.] 30* 468 ('. ERFURTER JUDENE1D 2 So dir gnade der got Abrahames, Ysaakes ondo Jäcöbes onde der seihe gol. der loub onde gras hat geschafTen daz e nihl enwas, fhede wäg onde luft,] himel ond erden, daz du unschuldek bist des dich dirre man zihel. 3 Onde so dir gnade Adonay onde sin geweldegiv godelieit. 4 Ondc so dir helfe diu ewa die got gab hören Moysi an den sleinenen davelen üffe mnnle Synai. 6 Ond ohe du her umbe scliuldik sist des dicli dirre man zihet, so müeze dich anegen diu selbe meselsuhl die Naaman an imo bäda onde Gezi anegienk, °onde so müeze dich verbrennen daz selbe himelsche viur daz Chore, Dalan ond Abyron ond die mit in verbrunnen verdarbda. [ 7 Onde s6 du iemer gnesesl in dem jungeslen urdeile dli cristenen onde Juden erslen solen, daz du nnscbuldik bist des dich dirre man zihet. 8 S6 du iemer grüene werdes, onde so diu griez iemer kume zuo anderme grieze, onde so din griez kume in den harn Abrabämes.] In quinque libris Moysi. barde. abraham. allegor. d's. israhel. (?) diese fassung teilt den salz 3 mit y, das verlassen der historischen folge (Sinai gleich nach der Schöpfung, Naaman vor Dalan) mit y und zum teil mit den lal. formein, weist aber in 7 und 8 neue zusätze auf, die wir in £ wiederfinden. s aus der hs., welche aC enthält, Land. misc. 741, XlVj'ft., bl. 35 1 ': Iuramenlum I u d e o r u m. [Diz ist daz gerichlc und der eil, da mile ein Jude gerichten sal deine eristen, daz gesehriehen ist in der keysere rechte. Her sal gekärt sin gegin uf gender sunnen, barvüz sal er slen uf eime stüle, stnen niantel sal er an haben, einen Juden huel uffe. wirt er vellic drlstunl, also dike ver- lüset er einen vierdunc. zu dem vierden male ist er bestanden. Ich mane dich bi den drin büchstaben und bi der e die got gap Moysi an der steinen 627laffelen uf dem berge zu Synay, daz diz buch gerecht si dar üffe du, Jude, diseme cristenen sweren sali umbe so getane schult, dar umbe he dich zu antwortene bracht hat.] 'Daz du der sache unschuldic sis, der dich dirre seihe cristene man scbuldeget, 2 daz dir gol so helfe, der gol der himel und erde geschaffen bat, luft [und low, berge und tal]; loub hlümen unde (■ras. *und ob du schuldic sis, daz dich die erde verslinde, die Datanne und Abyronne verslanl. 4 und ob du schuldic sis, daz dicli [die giecht und] die mieselsuchl beslee, die Niiamanne he.z und Iezi bestunt. [ fi und ob du schuldic sis, daz dich verhurne daz hiemelische vuer und daz vallende übel an kome und die blütsucht beste. 8 und ob t\u schuldic sis, daz du verlerbes an diner sele und an dime liebe unde an dime gule unde daz dir geschehe alse Lodes wibe die da (36 a ) gewandelt wart in eine sallzsule, dö Sodoma verlarp und Gomorra.] 'und oh du schuldic sis, daz du nimmer enkomes in Abrabämes schöz noch enkomes nimmer zu ufferslandunge, dö eristen Juden und beiden vor unseme sebeppfere irslen. 8 und ob du schuldic sis, daz dich die e vertilige, die gol Moysi gap uf dem berge zu Synay, die got selbe schreib mit sinen vingeren in der sieinen taffelen, »und daz dich vellen alle die schrift die geschriben sint an den viumf buchen Moysi. 10 und ob din eil nicht reine und recht si, daz dich velle Adonay und sine gewaldige gotheit. amen. Sprechet alle amen. es steht in der hs. ein par mal i°i für u und ü, immer sijs und viT. C KRFURTER JUDENEID 469 dieselbe fassung (nur salz 9 fehlt) aus der hs., die aü enthält, bei Wasserschieben aao. 1, 126 f., sodann mit Meinen kürzungen und Zusätzen (von denen wegen 6 8 bemerkenswert ist einer zwischen 6 und 7 : unde daz diu sant nimmer gemenget werde zu andirme sande, noch in- werdes grüne) aus dem. Löwenberger roten buche bei Slobbe die Juden in Deutschland s. 158/'. auch ßy setzen a voraus, e schliefst sich aber im Wortlaut genauer daran an. es ist augenscheinlich ein lexl aCD interpoliert worden, die stellende phrase und ob du tinrehte sweris durch und ob du schuldic sis wie in 6 5 ersetzt. Auf die freieren formein, wie sie in ßyds vorliegen, gehen aber auch zurück die judeneide mehrerer stadlrechle: so die in der haupl- sache identischen von Dortmund (hansische geschichlsquellen 3,38/7". vgl. 172/'.), Köln (Ennen quellen zur gesch. der sladt Köln 1, 188 — ein Miner judeneid von 1448 im Düsseldorfer Staatsarchiv, s. er- gänzungsheft 2 zur westd. zs. (1885) s. 146 — ) und der durch Ovlieine- mann (die Helmsiedler hss. 1, 306) aus der Wolfenbütlter hs. Heimst. 416 des XV jh. abgedruckte: 1. Schöpfung (mit dem reim von ß 2), 2. Sinai (in der positiven fassung von #4, £ 3), 3. Gomorra (ß 3), 4. Loths weib (s 6), 5. Naaman (y 5, ö 5, e 4), 6. sand zu sand (6 8, vgl. zu £ und £ 9), 7. Dalan (ß 4, y 6, 6 6, s 3), 8. erde zu erde (£ 9), 9. ewige Verdammnis (vgl. e 7). dazu treten die verkürzte Frankfurter fassung (Böhmer codex dipl. Moenofrancofurlanus s. 768: 1. 2. 6), die noch weiter verwässerten formein der sladtbücher von Landshut und Straubing (ERosenlhal beitrage zur deutschen stadlrechlsgeschichle 1. 2 ( Würzburg 1883) s. 198/. 318) sowie die Augsburger (ed. OuZallinger aus der Innsbrucker hs. 778 in den milleilungen des insliluls f. östcrr. geschichtsforschung 4, 03//". und AJeüieles Germ. 26, 376), die stark verwilderte Oppenheimer (Frankeis monalsschrift f. gesch. und Wissenschaft des Judentums 9, 2S9 /.), endlich die ganz dürftigen formein nach dem sladlrechl in Purgoldls rechtsbuch ed. Orlloff s. 247 und in den Goslarer Statuten ed. Göschen s. 78. deutliche verwanlschaft zeigen auch der Güdin eil einer hs. des XIV jh. aus Neustadt am Main, jetzt zu Bronnbach hei Wertheim, veröffentlicht durch Mone zs. f. d. gesch. des Oberrheins 1, 43 (damit berührt sich wieder der Juden Ayd, den cgm. 3903, eine miscellanhs. des XVI jh., bl. 251 1 ' enthält, sowie die erste der modernen formein, welche JCUlrich samlung jüdischer geschickten in der Schweiz (Basel 1768) s. 77 abdruckt), und die Nürnberger fassung bei A Würfel historische nachrichlen von der juden-gemeinde in der reichssladl Nürnberg (1755) s. 69. die ersten acht dieser eides- formeln verlangen ausdrücklich, und die neunte deutet es wenigstens an, dass der schwörende seine rechte hand bis zum gelenk (usque ad membrum bracliii, unz an die risle) in den geschlossenen levilicus legen solle, diese bestimmung findet sich sonst nur in dem judeneide des Schwabenspiegels £ (Lassberg 263, Wackernagel 215), der sich denn auch im übrigen als nächslverwanl erweist: \. vgl. d 1, /S 1 , 2. Schöpfung, vgl. ß 2, s 2, 3. Sinai, vgl. 6 4, 4. selbständig vorausgenommen und positiv gewendet, 6. Sodom und Gomorra, vgl. ß 3, 8. Dalan, vgl. ß 4, y 6, 6 6, e 3^ 470 C ERFURTER JUDENEID 9. 10. erde zu erde, schofs Abrahams, vgl. S 8, e 7, 11. Adonay, vgl. y 3, (13, £ 10, 12. Naaman, vgl. y 5, 6 5, £ 4, 16. jüngstes gerivhl, vgl. <$ 7, £ 7, 17. oa, uo 324 aostorscäla 356 Apiarms, Mathias 23. Samuel 22 apocalissis 265 apokalypse 162 unh xotvov 72 apooope: des tieftonigen e 215. im reim 271. uo?' nachfolgendem vocal (elision) 172. 317. de« n 192. 203/'. 215. 225. 227. 392. 422. 438. des l xxv. 210. 217 f. 235. 272. 392. 411. 452. s. Infinitiv und t Opposition 9 Aquile/a: symbolum 343. s. l'aulinus Arbon, caslrum 82 arcliely 225 ardaria 146 arg 15 Aribo von Freising 335 Arles s. Cacsarius armer Judas 34. 198 amen 272 Arno von Salzburg 39. 329 Arnold von der siebenzahl 269 Arnstein2i\. Marienieich xxxi.xxxvm. XL. 237 ff- 474 artikcl, getilgt 36. nach unde bei dem zweiten subst. erspart 412. fehlt in formein aller uuatare usw. 50. vora riehe 33. untar manne 3. 35. fehlt bei Satanäs 34. tiuvel 208. incliniert imo 246. undern = ander den 432. under s. unde. verschleift 205. unbestimmter fehlt 232. deu 203. ä& für dca, deo 16. te für tie 52. de für diu 87. theo, diu, thie acc. sg. f. 358. 359. s. de. des. di. diu. theo, thie assimilation: bm (gammi, gimmir) 208. pn zu mn 12. \\ für \b 213. uuasso für uuaz so 390 f. do für du 65. gi- bi- zi- und compositionsvocal an nachfolgende consonanlen oder vocal des Stammes 231. 381 f. 439. na mäht 407. ableilungsvocalan flexionsvocal 339. ableitungs- und flexionsvocal an wurzelvocal 382. 449. ad/ecliv- endung an artikel im dal. sg. m. n. 260 asyndeton 46 -ät, Substantivableitung 442 at ente 10 atlie für ode xxii Attas und l'rophilias xiv. 121 ff. Atto von Freising 328 Ätum s. wih au xvi. xxm. 322. 384. für ü und ou XXXII auferstehen 35. auferslehung 216 Augsburg: gebet xxv. 88 f. s. Udalricb Augustinus 33. 171. 420 /'. sermo lxxvi deutsch 348//: auh 336 ausfahrtsegen s. München Ave maris Stella 256. praeclara 252. 255 /: ävelli 141 baierische ahd. litleratur xxxvi. 1 /'. 5. 39. 272. 319. 328. 334 f. beichte 384. 395. 396. 435/: mundart 68. 86. 395? 422. 450. baieriseh-bsterr. voca- lismus xxxii //: baierische provinzial- synode (von 805) 323. 344 Baiwariorum regnum 100 Jialaam in der Vorauer hs. 248 hulder 47 baldez eilen 130 Damberg: denkmäler xvi. xxix. xxxi. glaube und beichte 440 ff. s. Ezzo. himmel und hülle, meregarto. Günther batik, sitzen am ende der 235 bar 239 liardo voti Mainz 432 Basel: reeepte xxiv f. xxxv. 356/'. s. Ilaito batasat 348 Baluricli von Regensburg 331. 344 be- assimiliert 231. 439 piduungan 34 bigähiu 235 177 biginnan 398 behalten 170 piheialt 343 bcliben W biliugan 362 pimidan 35 bimunigön 53 biscrenchida 442 bisspiächida udgl. 390 betrahte 208 pitrettan 53 bitwunginheit 442 biuuerjan 339 bewinden 166 becher als abgäbe 369 Beda de lemporum ratione 193. homi- lien 372. 425. 428/7! bedettlung, persönliche und sächliche 3 beichte 36. 376/7. 430/'. bruclistiicke einer 384 f. s. baierische. Fulda. Lorsch. Mainz. Pfälzer. Reichenau. Saclisen. Würahurg. glaube und beichte beispiel 57 Benedictbeurer glaube und beichte 430 ff. 449/: 451//: Benediclus Leuita 320 anm. 367 f. Bernhard von Clairvaux 258 anm. Berthold von Holle xxxll. 73. von Regensburg 419 berzel 277 best für bezzist 225. 240 Belhania 234. 237 beton, bitten 339 - betonung: andremö 129. sinemö 72. richtint) udgl. 203. erinin 231. stei- ninü 35. mit inän 6. unsich 203. abgeleiteter Wörter nach art zusammengesetzter 159/- tieftoniges e nicht über selbständiges wort erhöht 9. schwebende 235 liiba, biben 160 bibelglossar 341. 344. s. Kero biddju gibedas 377 bienensegen s. Lorsch piert 439 pilipi 332 Bilsener schlussvers 314/: bina 91 bischof, -oves 160 bita 68 , biügcsang an den h. Petrus 61 ff. blandini 442 SBlasier glossen xxvii bliuwät 442 bluostar 322 blutsegen s. Slra/sburger. Milstäter böhmische offene schuld 460. böhmisches hofdeutsch xxxin Boethius 408 Bonifatius 318. predigten 32. 67. 326 f. statuta 320. 368 anm. borlanc 74 bouch 199 Brandan 192 brechen 410 brechung xvi Bremen s. Adam breodvian 11 bretön 11 Brigantium 80 bringen 254 brödemi 164 ChrBrower 363 brunne st. ßecliert 225 buchstaben versetzt s. melathesis biieher Mosis der Vorauer lis. XII. 172. 183. 248. 258 anm. 267 buoze, ze 303 Purehard II von SGallen 406 Burger, Hans 22 Burgundio 268 bufsgebet 89 buzza 65. 68. 69 c für h, eil 332. c %%7. k für g xxli. xxx. nnverschoben XXVIII. xxix. 104. aspiriert xxxi. ch für g xxx. für gg 66. für alts. k xm. xxix. für ck xxix CaesaAus von Arles 33 caesuren 107. 114 kaiserchronik xxxi. xl. 269 Cambridger lieder 114. 121. 127 kamerwib 216 kämpf um die seele 37 canoncs, reeipiert im Frankenreich 326 cantare 337 capilulare {von 789. 794) 334. 339/: 342. 343. 344. (von 801. 802. 803. 805. 813) 320/: 325. 329. 343 f. 363. (von 817) 42. 367. (von 819) 364/: (über die Juden) 466. Trierer Übersetzung xxi. xxiv. xxv. xxviii. 363 ff. Karl der grofsew. 59/: seinegrammatik xv. hofschule xxm. 352. hofsprache xiv. xxvii—xxx. 78. monats- und windnamen xxvii. xxvm. encyclica de lüteris colendis 344. de baptismo 322. rechlspflege 39. visio Karoli xxvi Karlmann 75. 110. Charroman 109 Carmen ad deum xxxvi. 353 ff. carmina ad docendum theodiscam lin- guam 355 karte 217 Cassiodor: psalmencommenlar 373/7: eatapulta 354 catechismus s. Nolker. Weifsenburg 478 catonisehe dislicha 134/7". cheisuring 10 Koro: benediclinerregel 344. glossen xxiv. xxvii. 341. 344 Kerolt 60 kettenreim 305. 310 chi- xxx Cicero 408. in SGallen 132. 134 kindersegen guten abend gute nacht 306 Kinleson 371 kirehe schiff 180/". circumflex 409. 412. 441. 446 Kirst 91 cliius dir 87 f. Klingenmünster 388 clivön 56 Klosterneuburg:predigtentiiarm. gebet 416/". chludun 17 clügi UO Köln: bibliothek 352. s. Heribert. Hildebald commen 67 confessio 320 conjugation: .it. 1 sg. präs. -n 386. 3 pl. -n 409. schw. a für ö 392. prät. -to 96. 449. -ote 161. -tön, -ti 66. part. präs. -unta 395. prät, -un 199. s. imperativ. Infinitiv conjunetion unüberselzt 362. conjunc- lionsloser vordersalz 422 Konrad, erzbischof von Mainz 467. probst von Göttweioh 182/! von Fufsesbrunnen xxxii. von Hewa 133. von Würzburg xxxii. 306. *. Engelhard, s. Ruland Konstanz s. Johannes. Salomo chorunga 336 kösa 33 f. costunga 336 ciates 140 creticus für amphibraehys 205. 231 kreuz 180. symbolisch .209 /'. 211. nach- getragejilil. lignum vitae 180. mast- baum 180 f. kremfahrt des landgrafen Ludwig, gedieht XXXIII kriegsnot göttliche strafe 72 cristall 192 christanheit 238. 348. 376 christianus 259 Christus: golt.es Weisheit 205. 257. Schöpfer 172. lilius adoptivua 342 f. fels und manna 179. geisel 214. Iskiros 249. osterlamm 179. panis angelo- rum 260. vera pax 174. wigant 179. iler sunne 248. zweier leben vermit- telung2\Z. geburl 239. 246. menschheil köder, gollheil angel 176. 180. 198.209.246. seitenwunde 210. höllen- fahrtnüf.AU.Ul. auferslehungtU. löwe 176.265/'. wunden 36. 39. Christus haupt, wir die glieder 212. 214. Christi gebart, gedieht 401. 183 Chronologie der litteratur des Xl/XII j'h. XXXIX /'. kruken als abgäbe 369 crücidraht 382 Chrysostomus s. pseudo-Chrysostomus et für ht 438 Kudrun 191 Kürenberg 154 kürzung 215. s. apoeope. syncope cuniouuidi 44/1 ÄM?is hinterm ofen, Kunzcnspieler 311 chuoriche 463 cliuozal 463 curs 387 chwumft 343 eyne- 45 Kyrieleison 156/! 455/! d für th xm. xv/! WO. 62. 384. /«> t xvi. xxi. xxvi. xxvm. 384. 392. 411. s. auch tli d xm. xxiv/! xxvm. 2 daktylus 112. 127. daktylen 218. 241/'. 244. 249 daleheldc 240. 474 dan 229. dana s. ullilteration dansön, dansunga 395 dar an wesen 200 Darmstädter sumniarium Ileinrici s. summarium dat 3 daliv, absolut 200 daz, conjunetion 332. im schwur 369 dd für d 199 de relal. 392 declination (s. adjeetiv): f. auf -unga schw. 364. schw. von sunda, erda 89. 439. gen. sg. /'. auf o xxv. 48. 89. auf u xvm f. auf&n, ön, ün 333. tfa<. «g\ /! ««/' u xix. dat. auf i 376. auf e, i 395. auf o 449. acc. *#. m. auf an 65. /ein. -lieite 364. instr. auf o 94. 192. 235. 395. auf e 192. nom. pl. /! flexionslos 465 /! /. n. 199. 204 e 223. 357 ea xxm cbanlöt 349 ebenliellunge 272 eberjagd 131 //'. Ebernand von Erfurt xxxn Ebersberg 133 eebasis 153 Ekkehardl 109. IV 78/: 109 Eckhart, meisler 213. 221. 257 arc?«. edel freigeboren 216 edho 339 ee aus a verlesen 342 eheschliefsung 463 eAre = fcAerc 60 ei /&> e 43. /«;• i xxxn ei = etwas wertloses 145 ewfc s. Slrafsburger ein scAto, 12. einez 410 eingangsformel Ein stat beizet ?/(/g7. 230 Einhard xxvii/'. xxix eino avtwQ 202 einwurf, rhetorische figur 419 eins 43 eissci 410 f. Elias: belonung 34. j£/ütt ?/««" anft- christ 37 elision des endvocals 73. 174. 317. 392. ?iaeA abgefallenem n 224. 227. «, salli eilen taue 11 ellinunge 441 ellipse 16. 74. 91. 169 elsässischc mundart xxvii. 341. 448 emid, imid 207 SEmmeram xxxvi. 416. 433 /f. gebet 396. 397 /f. 435 Emnild 128 emnista 373 en für ne 231. 239. 450 endi 'auch' 336. s. enti endöst, endröst 56 enget aus /euer geschaffen 205. und teufel 37 Engelhard 121//. engrisch 56 enim 373 Ennius 129 Enoch 173 entheben 211 enphähen 459 intuuindan 92 entwinnen Ol/! enlecrist, reime 161 entco uuenteo 6 enli, ente 241. 392. 'vel' 324. s« an- fang ebies nachsalzes 6. *. endi. inte, unde eo xvii. xxm eo so 219 eouuist 338 f. epischer stil 36. erzählende eingänge der reden ausgelassen 69. epische Wendungen 9. 11. s. formein 480 er 410 -er- für -erer- 324 er enti siel 35 erberwen 239 erkennen 231 erhaben 267 erounen 239 ersetzen 156 ersprccchilen 194 erwette 443 erwinden 11 erziehen 395 erde verflucht, meer gesegnet 213/". erdbo 339. 341 ere 3 ere, an din 307 Erfurt, judeneid XIV. 465 ff. s. Ebernand er hina 9 eijan 388 erini für erni 231 Ermenrich von Passau 355 f. cro 3 Erpfeol xix ersehaffung des menschen 200. aus acht teilen 171. 207. 474 ertbibe 160 erzinen 195 Essen 370. heberolle 369 ff. ullerhei- ligenpredigt 371 f. est für ist 332 en für iu xxm. xxxn. 249 Eva 252 euuigo 332 euuin 75 exhorlatio 319. 323/T. 474 exodus 113/1 218 Ezzo 183. Ezzolied xxxix. 129. 168/71 v für b xxii. für g 239 fahen für enphähen 409. 422 fascis 141 fd xxvi. xxvn febitha 14 fehler durch verhören entstanden? 100 fehön 376 fehta 14 feil 'dolosus' 373 vellen 129/1 feminina auf -i und -a 89. auf -1 und -ida 381 vensterglas 239 virchrönide 443 forsahhan 320 versenden 265 farsenkan 34 virtriuwida 442 verwesen 200 ferzädelen 442 feiah 13 fern 347 vesch 271 vetherün 50 feuer, das heifse 33 fides catholica 340 fieg für fieng 101. 422 vient 295. viginscaft 395 fili 192 vinster äne lieht 32. daz vinster mer 191 vint 295 flfldr 50 vioie 226 firiho nnisön, fandön 34 firiuuiz 3 Fischart 122 ßedermaus 306 /'. fleisch magd 215 f. flexionsendungen geschwächt s. e fle-zi joh betti 390 flossfeder 50 folch 14 Volla 46 /l vollist 66 fons lacrimarum 246. 215. 423 vorbote 173 formein und formelhafter gebrauch: eingang xxxvm. 230. gifragn ic 3. h^rde ic 9. das grofsc meer 5. der helle stem 4. unerwachsenes kind 9. freundlos 9 f. SCÜr 16 f. eilen tätigt 11. baldez eilen 130. so he uuola conda 46. niuse de mölti 19. gode bancodon 73. 6star endi uuestar 60. er enti sid 35. mid mibilon erön 100/1 224. der mir ze lebene gebot 235/1 ze lobe «nde ze t'ren 455. formein im gebet 6 /'. formelhafte beschrci- bung des liimmclreiclies 32. s. allil- teration. renn fränkische ahd. lilteratur xxxvi. glossen xxxvi. mundarten xiv ff. taufgelbb- nis xv /'. xix. xx f. 319 ff. interlinear- version XVI. xxx. 42. gebet xxvi. xxix. 344//1 401. schreibschule 68. s. neufränkisch frag- und anlwortbiichlein 171. 172. 207. 222 fragmenta theolisca xxm. xxiv. 346 ff. Frankfurter glossen xv ff. xx. xxii. xxm. xxviii. xxix. xxxvi. 338 frano 74 französische theologie auf Deutschland einwirkend xi f. vrastmunt 158 frauenlieder 154 Fredthant 360 Freising xxxvi. 328. 335. auslegung des palernoslers 331^1 417. monu- 481 menta Frisingejisia 433 ff. s. Abraham. Aribo. Alto. Waldo freundscha ftssage 121 //: Freyja 47 fria 419 Frla, Frija 4(5 f. Friauler synode 326. 342. 440 fridön 353 Friedberger Christ xxv. 184. 197//: Friedrich von Hausen xxxii Fritherün sanctimonialis 128 Frilslar s. Herhört friu für fruoi 412. 422 friuntlös 9 /'■ Fro-cultus 52 frö min 73 fröt 13 Froumund 153 ft xxii. 364. für ht xxii. 373 fiin fand fünfzig enget 54 fünf Zeitalter 173/: fürchten und lieben 204. 212. 258. 259. 422 Fulda xv ff. 8. 3)8 f. beichte xv f. xix. xxix. xxx. 377 ff. 385 f. glossen xxii. Urkunde von 801 xv fuodermäze 130. 132 fuozscaniel 160 vureburtsami 443 furistentida 401 furiuuorhtoslü 87 fnrmetne 461 fürst- 158 fufs, erster überladen 199. 208. 230. 239. 258 fyr xxiii g im Maut verschleift xxx. 239. als j xxx. 417. für h xxix gähunga 442 SGallen xxxv/. 56. 57. 60. 79. 86. henc- diclinerregel 343 f. Boethius 405. 407 f. glaube und beichte 438 ff. 446 f. Marcianus Capeila 405. paternoster xxxv. 342//: rhetorik \2«« SViclor xii. 216. 221. 261. 262//. hulju 360 humel für himel 104 hundsegen s. Wiener huor 395 hnz xxvni. 91 hw xvil hwedar 'od' 19 Hymnen, inlerlinearversion 355 hymnengesang, lateinischer 70 hymnus s. sanete sator hyperbolische Schilderung 131 /. hypolaxis 6. 328 i Vorschlag? 101. 207. ///> schwaches e xxxii. /?» -ig 347. /«>■ ie xxxi. 249. 411. inmitten diphlhongs? 343 -i ,«///i.c neben -ida 381. ? d 133. n /■///■ II 13!>. ee /«;• a 342 leuchter, sieben 267 levialhan 180 lewer 477 /ea; saliea, ahd. xxv. xxvm. xxix. 361/71 lib 338. 341. äno (öd 32. 41. 159. libes leben 164 üben 417 über ausgelassen 169 libeiön 191 liebenäme 160. vgl. 72 -likio, -liceo 377 licinisc 332 lide des teufeis 259 lidiche.it 239 lidius 109 lieben 417 liebesgrufs 152 /f. Liebo 116 lieder: ihr wandern 2. liederbuch fahrender leule 310 liebten 158 libmo 332 lilahan xx Uottuhdllr 2. 7. 49 Hobt äno vinstri 32. 41. 159 Liudprand 102 lob Salomons s. Salomo Locke, Nicolaus 73 logik, hruchslück einer ahd. 407 f. Longinus 275 Lorsch xxm. xxx. 383 f. annalen 67. beichte 377. 380 ff'. 385. bienensegen 90 ff. namen 91 lösi 226 losön 244 16t 349 lotterholz 311. lotterspruch 310 louven 239 Lucifer 205 Ludwig der deutsche 30. 40. 62. 39S. rfer fromme xxvm. 91. der Stammler 75. der dritte Ib. Ludwig und Alexander 121 REGISTER 485 Ludwigslied xvin. xxiv. xxv. xxvi. xxvii. xxx. 70. 71 ff. 85. 99. 111. 384. 474 lügenmärchen 113. 305. 310 Lülticli s. Gerbald. Notker luift 430 lüthere 304 luttil 13 Lutzenburger hofdeutsch xxxm Lyrik, deutsche 154 lyuzil xxxvn m verdoppelt 446. zu n geschwächt xix. 330 mädchenlieder 154 Magdeburg: kloslergeschichte 128 magewurm 277 magnetberg 190 /! Mains,: beichte xxv. xxvi. xxix. 311/f. 386 //. glussen xxn. xxv. xxvi. xxix. xxx. synode 320. *. Albanus. Bardo. Benediclus Levita. Ileriger. Konrad. Marlin. Riculf. Siegfrid malannus 53 man von gotl und dem teufet 6 manacsam 349 manchunde 450 manec 192. maneger hande wise, leie 306 manewurm 277 mangön 193 f. manigeri 227 manna 179 mannirc 362 mannisenissa 2-Z2 mänötli xxvhi Mans s. Hildebert Marbodus xn Marcianus Capella 132. 191. s. SGallen mare morluum 190 SMargarctha 387 marha 34 roftri 5 Maria 245/: 249. 251//'. anger unge- bräcliöt 245 f. flamme des lebens ■u.dgl. 251 f. gralia plena 240. lilie unter dornen 246. aller magde wunne 251. Privilegium 249. semper virgo 342. Mariengebete , mitteldeutsche 314/. Marienieich s. Arnstein. Marienlied s. Melk. Marien lob 248 ff. Mariensequenz s. SLambrecht. Muri mariseo 5. 303 markbeschreibung s. Hamelburger, Würzburg marke verbrant 34 marsegen 302 f. SMartin 48. in Mainz 319 mate 308 Matthäusübersetzung, ahd. 350 /'. me für man 200 meer, das grofse 5. geronnenes 190/'. s. vinster. lebenneer. mare meine 199 Melk: Marienlied xxxix. 184. 244/71 s. Heinrich melodie 78. 84. variiert 110. 111. zum Melker Marienlied'/ 244. zum Marienieich von Muri 255 f. s. neumen memenlo niori 164 ff. mennisc 409. mennisgin 387. mennisc- nes 2i2 mensch pilede Mich 204 mensuration, musikalische 83/'. 112. 120 meregarto xxxix. 188// meregriezzon 158 meren 224 merhuara 338 merigarlo 195 Merseburg: segen xxx. 42 ff. 474. s. Thietmar mes- für missi- 393 messegesang 271/1 melalhcsis bei 1 338. 390. bei liquiden (brin) 211. bei r und h 91. 438 metrik s. betonung. creticus. daklylus. dreireim. fufs. musik. Senkung. Strophen. Verse michilhöhi n. 446 mid 3. mit c. acc. 6 Mieczislaw 118 milehsegen? 305 milda neben mildi udgl. 89 Milstäter blutsegen 272 ff. hs. xxxli minan willon 366. 369 mines für min 417 minig 190 minnelied, tat.-deutsches xiv. 104. 106 minnepoesie 154 min trelitin 180. 270 mischpoesie, lat.-deutscheXLV. 100.103 ff. missa 376. 381 missedädun 10i missivvendigi 441 /. mit s. mid ■mitteldeutsch xxxi. xxxvi. 254. mitteldeutscher teil der Vorauer hs. 217 mittelhochdeutsch xxxi f. mo -= imo 34 modus Carelmanninc 107 ff. 113. 118. forum 112//; Liebinc 78. 109. 110. 114//. 118. OKmc 109. 110. 117//: mogta 438 moll 52 Monsee 351. .5. Lantbert monlc Gibello 191 mord 304. 474 München: ausfahrtsegen 281 ff. glaube und beichte 455 ff. 486 SMünster 396 Münslerbilsen 314 muillcn xxxvii. 97 mundarten, Übertragung 50. s. alemannische, baierische. elsässische. fränkische, hessische, thüringische. Würzburg ze munde 223 munechan 187 miint 419 muptadele 463 Murbach 353. 355. Blossen xxiv. xxx Muri 168. hs. 253/'. 286/7'. Mariensequenz 253 ff. musik, einwirkung aufmetrum 84.120/'. 126 muspilli 30/7'. 38- 62. 65. 159. 474 musterpredigt 32. 67. 331 myrica 137 ii für nt, n d, ng 411. in 1 i'g 1 . praes. st. 386. .?. apocope. infinitiv namen, alid. 42. 91. 314. entstellt 233. 237 nand 220 nc 65. *. en neben binden für zen wenden 54 Neidhard 155 nemen 'heiraten' 235 neo 'nee' 347. 'ne' 364 nerjan dreisilbig 63 -nessi xvi nessia, nesso 50/1 neufränkische hofspräche xxxi neuhochdeutscher vocalismus xxxm /'. neunten 42. 57. 62/! 79. 83. 119. 157 Newlicr, Valentin 22 ni, negalion, proklitisch 258 niederdeutsch, zurückweichend XII. Wf'fl- derdeutscher glaube xxv. 461 /: niederfränkisch x xi—xxm niederrheinisch xxxi niliie 2SS nio s. neo -nissi 341 NUltard xxvii. 5. Strafsburger eide niusan 16. 19 niwiht, niowiht (i no statt nu 65 nobe 392 nb'sch 50 f. noh sär 195 noliwenno, iioliwennon 165 Noker 168 noles 392 nordhumbriscli. 357 Normannen 76 /". iYW>er Balbulus 70. 86. 1 11. 113. /,«Jeo xxx. xxxvi. 130. 134/'. 155. notkeri- scher kanon 188. catechismus 402 ff". 448. iw( Lattich 115. *. SGallen. Noker nötthruhte 461 nupe 87 o für u 67. 94. 411. ö /■//> no xvi. xxm. 411. 449. 455. 6 für ou 411.446.452. 455. o 2S8. 371 -o rfer adverbia und des gen. pl. 33 oa 341 ob- 342 obedienzeid der pries/er 367 ff. Oberaltaich 399 obinan 166 oboro 56 Odo de Ciringlonia 150 odor, o'Qeiv 194 oh 339 oi 412. 438 Olaf der heilige 132 Olivier und Artus 122 on für an infinitiv 52 onfliuscncss 339 oretta 12 Orleans 350 Ormulum 162 öst 347 öslaislnopha 11 ostfälisch 56 Olfrid xx/: 32. 61 /'. diff. 68 /: 72. 94. 129. 159/ 1 . 161. 199. 401 anm. Otloh 138. 139. 146. 166. 222/: 313. 407. gebet des 411 ff\ Olmar von SGallen 57. 393 (vgl. 380) Otto l \01 ff. 381 f. 11116.118. III 106. 118. 388 ou xvi. xxi. für 6 416. für uo 199. für a 411 ouven 239 overvaggen 304 Ovid 131. 144 p für b xm. xxii. 357. unterschoben xxviii/: j> 89. 398 paganus 321 palaeogruphie und allersbeslimmung 344 panis quotidianus 260 paradiesfiütse 172 paralaxis und hypotaxis 6 parenthetische salze 234 Pariser Firgilglossen xxii /: xxv. xxix. xxxi partieipium: abhängiger oder ergänzender casus nachgestellt 205. 214. parlicipiale substantivn im gen. pl. adjeetivisch fleciiert 16 487 Parzwal 309 pascha annolinnm 405 Passau s. Allmann. Ermenrieh paternoster xl. 70. 215. 256//'. s. Freising. SGallen. Notker palriarchrn Sterne 172/1 Paulinus von Aquüeja 325 f. Paulus Diaconus xxvm. 317. 351 Paulussequenz 108//! persona 403 SPetrus 50. Petruslied 61 ff. 84, />efcl« Lombardus 268. uore /%a, aurora 137 P/ift*er igicAfe 377 //. 38S /'. pferdsegen 302 ff. pf'orte bildlich 54 pfraginunga 442 Phüdrus 140. 142 phähen 409. 422 Pharao teufet 179/'. plilegen reflexiv 250. kündigt das ver- bum eines parallelsalzcs an 398 phSnix, ags. 104 /V/o/ 46 physiologus 408 ^ pinna /«i. 50 Pirmin 336. sem Wefa 327. 328 plattdeutscher, will hochdeutsch sprechen 73 pleonasmus mit maneger hande leie 306 PI in ins 191. 193 Pontius 338. 343 porce 240 präsens in der erzäldung 74. 131 predigt 188. 212. 340. 351. 432. 439. predigten XII. s. Bonifatius. homi- lien. Klosterneuburg. musterpredigt. Wessobrunn. predigtentwürfe 203 priast 382 priestereid 366 ff. pronomen im zweiten salze erspart 171. 297 prosen, unrhythmische 126 psalm CXXX'Vlll. CXXX1X 85//: 129. psalmen 86. niederdeutsche xxil. xxv. xxix. psalter in händen der f'rauen 404. psalmencommenlar xxiv. xxv. 372/7! psalmenversion, nordthüringi- sclic s. IViggert pseudo-Chrysoslonms 409 //". pseudo-Iluodperl 87. 406 pt /i» pht 88 pnzza, puzzi s. luizza Pylheas 191 quanlitäl, nachwirkend, im vers 33 r eingeschaltet 74. abgeworfen 392 rabbinische sage 225 rrehe 302/". rafee/ 58/: 130. 306/: 313. 474 rantbouc 353 Ralpert von SGallen 1% ff. ratschlage, geistliche 417/: rd für rt 411 reeepte s. Basel rede ergeben 165 reden 250 refrains, musik. 62. 107. 109. 112 refrainzeilen 98 /: flegenslnirg s. Baturich. Berthold. SEm- meram lieginbrecht 195 f. Reginperlus comes 331. 333 regula 158 bi rehtemen 388. 437 rehtwis 33 Reichenau: beichte xxiv. XXVI. xxix. 377 f. 383. 389//: carmina 355. glossen xxiv. .?. Hermann. H r alahfrid reiehsannalist xxvm. xxix reichsversamlungen (von 801.802)329/: reim xl. öfter 60. in der prosa 369. 465. drei und vier gleiche IM), lat. auf deutsch. 100. 105. in Sequenzen 109. 113. reimsilbe verschleift 129. 211. quanlität 160. genauigkeitlh'l. haben: werclian mn 301 sclud Ws/. 390 seofficen 134 scolda, seoldi 381 scrltan 16 scrutinien 266. 268 scür 16/: sd xxvii sedaläre xx Sedulius Scotus 153 ,s«e/e herrin 215/1 braut gotles 216. kämpf der enget und teufet um sie 37 sog ih guot 94 i«g-en 42^. g-egw« fallsuchl 300//. christliche 90 /7I 272 //l gegen Überbein 304/'. s. blutsegen. Iiirtensegcn. Lorsch,, marsegen. Merseburg, ■milch- segen. Münchner ausfahrlsegen.pferd- segen. Tobiassegen. Wiener hund- segen. Jfeingartner reisesegen. wuud- segen. wurmsegen seggen hörda 9 segildor 54 Scgremors xxxil selfkuri 236' senden ze munde 223 Senkung fehlt naeli einer tieflonigen silbe 33. 72 f. innerhalb eines Wortes 251. zweisilbig 167/1 199. 219. verschleift 404. 40li. 34. 87. letzte vor vocalanlaut 206 seo einsilbig 5. 10 eequentia 245. Sequenzen 64. 70. 218. 251 ff. zu weltlichen Stoffen gebraucht 211. wart- und versbelonung 118. unsymmetrische 113. 120. symmetrische 167. sequenzmelodien 113.255 f. eindringen des reims 109 Servatius: reime 161 sespilon 377 sg xvm. 392 Sibeche 308/; sieh suer 234 sichnre 66. 68 siebenzahl, von der XL. 70. 215. 265//. siebenzahl 464. sieben gaben s. geist Siegfrid von Mainz 182/: sigeringe 283 Sigihart, gebet des 90. vo/i Ebersberg 133 sigillis, de septem 262. 418 sihuer xx singen 337. singen unte lesen 261 sinigruues 155 Sinlhgunth 46 sinlun 336/". siu 'cos, eas' 419 sizan constr. 43 slahen in c. acc. 178. 474 Smaragdus xxvm so, pronominalform 398. 438 sol 360 Solin 191 sonntag persönlich 169 /'. soule 411 spähi, spähida 401 Specklin 447 speculum conscientiaeniederdeutsch 460. ecelesiae ed. Kelle xil. 180. 212 anm. 263. 451 Spervogcl 312 spiellcute 59/: 115. 123. 235. 237. 310/". 489 .ipielman?ispoc.iie 121. spielmanns- reim 59 ff. spottlieder 133. 155 ff. spräkha 101 sprangön 65 Sprichwörter 266.405. samlungen 133^. .i. schulsprichwort spriiche der väter 238. 315 spurihalz 50 staimbort 17 stamme 252 standan 11. slen pi 34 stapan, slapTen 11. 20 staph 285 Starzfidere 156 steim 17 Steinach, fluss 81 stern 4 stiga 362 Stillihere 44 storch 306/". Sirafsburger blutsegen 52 f. erde xxv. xxvi. xxvil. xxix. 365 /. streit der enget und, teufel 37 Stricker 160 Strophen: zehnseilige 85. 224. drei- zeilige der tat. hymnen 70. geleite 47. 49. ungleich 70. 103. 113. 133. 218. 270. Variation 111. Symmetrie 70. 78. 185. grnppen zu dreien 107. 115. 227. 248. 258. übersieht xxxvii/. 218. dreiteiligkeit 252. unslrophi- sche gedieh te 114 ströwip 357 struot 360 stüen 33 stuofa 11 Sturm 318/: 358 subbattere 362 südfränkisch xx f. xxvi sündenfall: Zweikampf 208 sündenklage, Vorauer 169 Suffixablösung, -Vertretung 381 suffonia 53 suigli 4 summa thcologiaexi. 70. 114. 129. 202/7: summarium Heinrioi 190. Darmslädter hs. xxm. xxix. xxxi. 200. SB basier hs. xxvil sunda schw. 89. 439 sunderewa 441 Sunna 46 f. sunnis 362 suntac 169/. suntar 336 sunufatarungo 13. 18 suonestac 419 supfen 194 süwl, süwel für söl 231 swellen 95 symbolum und Vaterunser 324 /. 333 /. 340. 342 f. 439. tat. symbolum 439/. s. Aquileja Syn 47 syncope 215. 219. 224. 229. 230. 239. 247. s. ge Synode s. Friauler t für d xm. xv. xxi. xxii. xxvi. xxxv. 53. 357. 384. 411. für z xm. xxi. xxii. XXVIII. unverschoben 3. aus- und abgefallen 06. 96. 165. 411. in 3 /)/. präs. 409. verdoppelt 438. für th xxvil. s. apocope. tt tägliche sünden 419 takteinteilung, musikalische 83 taklwechsel 124 Tatian xvi. xix /. xxv. xxix tauben, mystische deutung 261. tauben- opf'er 174 taufgelöbnis s. fränkisches. Sachsen taufritual 321 /. laufunga 322 td xxvi. 384. 390 Tegernsee: briefstellerin 140. 154 tertussus 362 Tetragramina 282 teufel: Urheber der finsternis 173. vater des neides 20fi. unwillig gott dienend 213. malleus universae terrae 261. sein recht an den menschen 209. s. Lucifer th xm. xv. xxiv. xxv. xxvii. xxxn. für d 200. 68. inlautend 340. für d, t in thralit 382. 384. für ht 199. 461. th: d *'. allitteration tharf 33 that xxi theo für thea 358 Theodulf 39. 325. 342. 350 Theodulus, der h. 387 /. ther für that 74. 96 thianust 371/. thid xiv. xxii thie für ther xx. für thia acc. sg. f. 358 Thietmar von Merseburg 116. 128 thoh 336. 339 thüringische mundart xn f. Urkunde von 704 und 716 xm Thule 193 tiorir 393 tir 20 Tilus und Gisippus 121 Tiu 20. 14 tiusa .«. desse liuvel ohne arlikel 208 Tobiassegen 290 ff. 31** 490 lud nhn<; tod 1,59. (Heb 165. vom tode zerstört 179. 210 tödinii 164 tödlichen 417 fodsünden 337 f. s. hauptsünden togalich 97 toi ge 441 tor bildlich 54 torcular calcavi 209 töthoupit 53 tougeiiche 454 tr xxvi. 384 tradere 340. 363 tralia 140 Irauf'ormel s. Schwaben Travgemundslied 305 ff. trehtin ». drathin. min trcse 464 Trier s. capiiulare trinität s. dreieinigkeit trof 87 tt für zz xiii. für lift, hl 00. 395. tili für ht 199. 461 lü = du 68 Tucconia 80 tugent 422. tugida? 158 tnlli 51 lump 53 tunker 195 tuon bi einan 398. tnon kündigt das verbum eines parallelsattes an 235. 398 twerdunga 441 tz xxviii. 73. 87. 91 u übergehend in o s. o. ü für iu xxxi. 411. für uo xxxi. 273. 249. 411. 412. für got. au 33 ua xvi f. xx. xxiv. xxviii. 384. 385 ubergivazzidi 441 uberhördi 502. überlioeren 254 uberligiri 395 Ubermuot diu alte 313 ubar tac 66 ubartrunchi 381 nbaruueliaii 333 ubaruuinnan, -uuintan 92 uberwortili 304 Udalrich von Augsburg 432. s. Uodal- rich uc für un 337. 381 üf, ahd. composita mit 4 ui für iu xxxi. 288. 411. für ile 412. für ü, u 97. 430 umbe gän 407 umbigebillich 159 umbra 178/1 vmlaut xxxvlf. 194. 225 229. 231. 245. 412. durch enclise 3. des a 324. des a xxxi. 79. 200. 225. 254. des u 97. 209. bezeichnung 97 un- statt einer negation 442 uneidin 387. 389 unde relativ 272. linder, undes, undaz für und der usw. 159. 442/1 mite 67. mit 169. nnti, enti 392. s. enti uneie 442 ungivagidi 443 ungehebede 443 ungelüppet 285 ungimeinsami 443 ungewaltig seiner selbst 211 ungiwonibeit 441 unholda 316. 320. 322 unmeina magad 349 unmezzon 387 unrliaben 207. 267 uns für unsih 89 unscöni n. 159 unsero für unserem udgl. 324 unsich oxylonon 203 unsipbi 'feindlich' 381 unstrophische deutsche gedickte 113 untar manne, mannum 3. 35 antarn 64 unte, unti s. unde unundiisceidunge 442 unwahsan 9 nnwunni n. 159 unzitllch 450 uo xvi. xx. xxiii/! für ü 422. für iu? 422. für u 289 Uodalrich 60. s. Udalrich ura-, uro-, uri- für ur- 91 Urkunde 199 urdank 442 urhettun 12. 18 urlonp 73 uilub 91 ursiaht 360 urslödali 343 urteil m. 34 urteildiire 441 üser 9 üver 201 üz geben 156 üzpulza 194 üz wallen 277 üzzan, üzzar 336. 341 üzzen von 171 valerunser s. si/ml/olum verbum — verbera, Wortspiel 146 Verlöbnis 463 verse von vier hebnngen klingend. 70. 126. 192. 200. 218. 226. 228. 230. 272. 295. überladener erster fnfs s. fufs. verlängerte Schlusszeilen 70.114. 224. 491 225. 230. verschluss 206. 271 f. ungleiche varse gereimt 258. ungleiche in correspondierenden Strophen 214. lateinische deutsch gemessen 100.105. s. rhythmische prosa verschleifi/ng 73. *. artikel. betonung. Senkung virga: gellung gegenüber funkt 63. doppelte gellung 83. 85 Virgil 130. 134. Virgilglossen s. Pariser visio Karoli s. Karl vix 151 vocalschwächiing in flexionsendungen 67. 395. s. auch e de voealione gentium 346//! Völnspa 2 volksgesang im XII j'h. 156 /'. Vorauer hs. xxxii. 168/'. 217. 248/1 genesis s. bü'cher Mosis w für hw 200. das ags. zeichen xxv. S wä 463 wähe, »sehe 98 f. anm. waif 356 f. waiz für was iz, waz iz 265 Walahfrid Strabo 79 ff. 359 waldes ode weges 48 Waldo von Freising 90. 335 wallöii 10 f. Walther von der Vogelweide IX. xxxii wambizig 304 wämn, wämbn 12 wan 373 war für wart 272 wäre = niwäre 441 wdrheil, gedieht der Vorauer hs. 183. 246. 248A warlen 356 wartil 34 wäzen 194 we, weo 324. 398 weol 44 wegan sein 66 wegewist 260 weiber in der schlacht 44 uueiehmuoti 395 JVeingariner reisesegen 54 weinleich 159 Weifsenburg: catechismus xv. xxiv. xxvn. xxix. 335/7: psalter 403. beichte? 383 ili weiz 71. 96. 225. wizzun lliaz 64 weizen 14/". welaga 16 weltaller, sechs 174 weltbrand 38 wenae 34 wende 6 Wenzels bibel xxxm so werde 246 werden, einem 235 Werdener besilzungcn in Friesland 371 weilet 239. weilt im reim 238. fünf weilt alle 173/: Wernhers Maria xr.. 161 werr 371 uues xxin Wessobrunn 417. gebet 1 ff. 345. 386. 401. glaube lind beichte 440. 450/: predigten HS ff. wetlii 14 weizen 194 Wikhelm, priestcr 331. 333 unidda 44 widern 464 /'. uuidar 349 widerwarliga (-i) 417 widerwinne 250 Widukind 103 Wiener hundsegen 48 /: uuieo 324 uuifla 357 uuig für nueg 360 wigant schiv. 442 WiggerU psahnen xxv. xxix wih 338. 399. wihi 343. uuihu älum 338 wil 73. wilit 338 Wilhelm von Conches 258 anm. willasam 349 willekome 305 Williram xxx /: 164. Leidener hs. xix. xxv. xxix. xxxi. 105 Willo 183 windeber 132 -wini in namen 155 vineleäs 9 winileod 155 wlp 357 wirdjan 242. 349. 441 wird'rja 362 Wirnt von Grnvenberg 114 wireist, wirst 234 wisen c. gen. und acc. 240 wiste, superl. 234 wistuom 186. 401 wilu 192. 301 wizet 'cucharislia' 260 wizzetaht 364 Wochentage personißeiert 170 wola, constr. 74/: wol dir 229 wolf 308. wolf oder diep 48 Wolfram s. Parzival wölili xx wolon 160. 441 Worms 353 wort: mit worton 61. an den Worten 438 492 wortbetonung verletzt 112. 118 Wortstellung 40. 205 Worttrennung durch punkte 353 wr anlautend xm. 56 wiilan für giwritan 56 Würzburg 197. beichte xv. xvi. XXXI. 392 ff. murkhesch.reibungen xv. xvm. xxv. xxix. 359 ff. mundart 392 iiulpa 48 wundliegen 282 wunue 251 wuo für wio xx Wuotan 48 wurmsegen 50/! 276//! 305 Xantener glossen xxn. xxv. xxvm. xxix. xxx. 105 ypapanti 405 /! z xxn. für t xxi. niederdeutsch fälsch lick für t ?/n<2 s 73. für s 66. 302. verlesen für m 53 zade], zädel 161 anm. 442 zali 228 ze mit ace. 64. bedeulung 87 Zeilberechnung 11 zh 342 ziehen 395 Ziehj von Beim 122 zöha 48 zoigen 199 zt 73. 87 zwei leben 213. 266. zwei lode 216. sjüe* nachte Christus im grab 214 zweiundsiebenzig sprachen 306 Druck von J. Ii. Hirschfeld in Leipzig,