444 XCI BAMBERGER GLAUBE UNI) BEICHTE
uns erhaltenen die worte unde allero geskepbidi (:. 7) nicht haben: dochvgl. Benedicib. GB. 1, 2 uute aller dero dingo. im folgenden ist demsymb. aposl. näher der salz 'empfangen vom heil, geiste' aufgenommen,dagegen die bezeichnung der Jungfrau Maria als 'ewiger' Jungfrau weg-geblieben (doch vgl. B z. 33). ferner ergibt das ane sunlo des altenlextes (Benedictb. GB. 1, 7 f.) einen ganz richtigen, das hier z. 15stehende unde er nio negesundoli (stall ane daz er ff.) einen falschen ge-danlten. die Höllenfahrt, deren zeit der alle lexl unentschieden liefs,fällt hier vor das begräbnis (vgl. zu XXXI, 19). nach der ersten grofseneinschallung ist der satz Ben. GB. 1,11 verloren gegangen, durch diezweite der salz ich gloube (after disme lib) den ewigen lib (Ben. 1, 19;SGall. 2,36/'.) entbehrlich gemacht, dieses glaubensbekennlnis musssich vollständig oder in einzelnen phrasen, in der vorliegenden oder innicht wesentlich verschiedenen fassungen noch lange nach dem XI jh.erhallen haben, wie die zahlreichen benulzungen desselben in späterenformein beweisen: vgl. die excurse zu XG1I. XC1II. XCV1I. XGV111. diebeichte, welche sich an dasselbe anschliefst, in W für eine frau ein-gerichtet, zerfällt abgesehen von einleilung (z. 93—116) und schluss(z. 237—245) in ein Sündenverzeichnis (z. 117—209), ein Verzeichnisunerfüllter pflichten, nicht geübler lugenden (z. 210—230) und eineSündenklage (z. 231—236). das Sündenverzeichnis ist nach den haupt-sünden geordnet, deren neun angenommen werden, dh. so viele als über-haupt dafür gellen, wovon man aber sonst eine oder zwei wegzulassenpflegte, um die zahl 8 oder 7 zu erhallen, so fehlt in einem Sünden-calalog des cod. Guelferb. Gudian. 148 (X jh. aus Weifsenburg) invidiaals hauplsünde: sie ist der superbia zugerechnet, bei Theodulf cap. c. 31iverden accidia sive trislitia nur als eine sünde gezählt. Aldhelm de ocloWüprincipalibus viliis bei Canisius - Basnage lecl. ant. 1,755 hat gula,luxuria, avarilia, Iristitia seu desperatio, acedia, cenodoxia seu vana gloria,superbia. im correclor Burkhards von [Vorms c. 181 (Wasserschiebenbufsordnungen s. 665; wie bei Hraban de inslil. der. 3, 38 ua.) lautetdie reihe: superbia, vana gloria, invidia, ira, Iristitia, avaritia, venlris in-gluvies, luxuria, ebenso bei Hermannus Conlractus in dem opusculumdiverso melro compositum (ed. EDümmler zs. 13, 385) z. 851 ff. fastdieselbe Ordnung hal auch unsere beichte befolgt, nur ira und Iristitiaumgestellt und zwischen beide die fehlende acedia eingeschoben, imübrigen kenne ich keinen lateinischen sündencalalog von ähnlicher Voll-ständigkeit, die bei Hraban und Burkhard aao. und der erwähnteWeifsenburger sind unbedeutend dagegen, die darslellung bei Hermannbietet verwante molive, ohne dass wir unmittelbare benulzung behauptendürften, am interessantesten in dem vorliegenden denkmal ist uns diesuperbia 117 ff., die vana gloria 133 ff. und ventris ingluvies 186/7". dafinden wir beisammen, was die geistliche lebensanschauung von der derlaien trennt, was der clerus an dem eben aufblühenden rillerlum be-kämpft und was auch hier z. 198 als welliichkeil weiltliehi zusammen-gefasst wird: Selbstgefühl trotz Selbstliebe und lebensgenuss, streben nachvornehmheil macht ehre und rühm, nach glänz und schmuck in wachsender