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2 (1892) Anmerkungen
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406
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406 LXXX EINE SANGALLER SCHULARBEIT

196 und gesch. der deutschen lüteralur in der Schweiz s. 75 geäufserleVermutung, dass z. 13—15 aus Nolkers compulus stamme, bestätigt dessenvon GMeier im Jahresbericht über die lehr- und erziehungs-anslall desbenediclinerStiftes Maria-Einsiedeln im Studienjahre 1886/87 s. 31—34besorgter abdruck nicht. 16—23 vgl. Donali ars minor (gramm. lal.

4, 355, 1 —15), aus welcher dann zahlreiche mittelalterliche grammatiherschöpften, die einteilung der nomina in solche ter subslanüae aide desaccidentis z. 21 ist freilich nicht aus Donal, aber ib. Probus (gramm.lal. 4, 51) erklärt appellaliva als accideniia. gemeine 2.20/'. übersetztappellativum: vgl. gramm. lal. suppl. 67, 2 appellativa nomina inde vocan-tur, quod communia sunt.

Das stück bildet den schluss einer kleinen samlung von 7 latei-nischen briefen, welche ohne Überschrift oder gröfseren absatz unmittelbarhinler einer vila Cassiani s. 394 anheben, in dem zweiten bis fünftenwenden sich schüler mit danksagungen und bitten an ihre eitern undlehrer, im sechsten entschuldigt sich ein erwachsener seinem Wohltätergegenüber: überall sind briefsehreiber und adressal nur durch die anfangs-buchstaben bezeichnet, einzig im siebenten briefe nennt sich ein Ruodpert,welcher seiner earissinia neplis H. eine bitte ausspricht, abweichendencharacler zeigt der erste, auch in Warlmanns urkundenbuch der abteiSGallen III, 34 nr. 820 abgedruckte brief: an den abl P. (wohl PurchardII von SGallen, und zwar im j. 1022) von dem convent gerichtet meldeter die enldeckung eines kloslerraubes. er mag, wie er einen wirklichenVorfall mit allem detail schildert, auch wirklich abgesandt sein, alleübrigen dagegen sind nur zur Übung fingierte formelbriefe. indem nunGoldasl den im 7 briefe genannten Ruodpert mit dem adressalen R.der briefe 3. 4. 6 idenlißcierle, legte er nicht blofs dem am 16 juli1022 (sangaliische milleilungen 11, 105) verstorbenen SGaller magislerRuodpert die ganze samlung einschliefslich unseres Stückes bei, sondernerlaubte sich sogar, dem letzleren aus eigener fabrik die eingangsworlevorauszuschicken: P. dilecto suo salutem & profectum in doctrina. Verba,quae ad me misisli, vi tibi expouam, in Theodiscam linguam transtuli. sieenim sonare debeut. Goldasls fälschung bildete eine der stützen für dievon Wackernagel mehrfach, zuerst in der rede über die Verdienste derSchweizer um die deutsche lilleralur (1833) s. 26 vorgetragene hgpolhesevon der exislenz einer SGaller übersetzerschule, und veranlasste Schererin der zweiten aufläge dieses buches zu den weitreichendsten combina-tionen hinsichtlich der lilterarischen plane, mit welchen Nolker und seinegenossen sich trugen. das alles ist durch Raechlolds oben citiertenaufsalz und Keiles arbeilen (s. namentlich die SGaller deutschen Schriftenund Notker Labeo, München 1888, s. 58—63) endgillig widerlegt worden,man hat also unser stück nicht für die belehrende antwort eines meislersauf die fragen seines Jüngers, vielmehr für das fragmenl einer SGalleraufgäbe zu betrachten, welche an beliebig herausgegriffenen lesefrüchtendas überselzerlalent des schülers erproben sollte.