Druckschrift 
2 (1892) Anmerkungen
Entstehung
Seite
358
Einzelbild herunterladen
 

358 I.XIII HAMELBURGER MARKBESCHREIBUNG

in den Münchner gel. ans. 1849 2, 62 anm. derselbe kleine beitrage

zur deutschen sprach-, geschichls- und orlsforschung 1 (1850), 82. 83.vgl. 2 (1853), 208. 3 (1854), 202. WAmdl, der so freundlich war,

das original für mich einzusehen, bemerkt darüber 'pergamenl glatt undstark, Milien nicht vorgerissen, geschrieben in 15 Zeilen, karolingischeurkundenminuskel mit angelsächsischen und langobardisch-benevenlani-schen dementen, berücksichtigt man, dass der ein/luss der letztgenanntenschrifl auf die urkundenschrift sehr stark war und schon in damaligerzeit eine grofse kalligraphische kunstbildung bestand, dass aber nun auchnoch unverkennbare angelsächsische elemente zu finden, so wird man533 annehmen können, das document sei in Fulda selbst geschrieben, aneine officielle ausferligung ist nicht zudenken: vielleicht aber an gleich-zeilige aufzeichnung seitens des interessierten teils, ligaluren kommennoch ziemlich viele vor.'

19 in theo teofün] theo steht hier offenbar durch eine art von assi-milation an das folgende teofün. von den beispielen, die Graff 5, 8für diese form gibt, ist 'lliio Ct. 72' falsch und dheo Is. 6 (bl. 16")sowie dio Virgilgl. (Sleinmeger IV, 1097 = ahd. gl. 2, G42, 82) acc.pluralis, an den pluralis kann auch der Schreiber von A der exhorl.UV, 14 gedacht haben: Graff 2, 72. doch die vergleichbaren formen diu(auch im Anno wiederholt) den Holzm. Isid. s. 141 kann man nichtanfechten.

In einer ebenfalls jetzt im Münchner reichsarchiv befindlichen Ur-kunde vom 7 Januar 777 (Dronke cod. dipl. nr. 57: Data septimo idusianuarias Anno nono et lerlio regni nostri actum llaristalio palacio publicaein dei nomine feliciter) schenkt Karl dem klosler Fulda res proprielatisnoslrae. Hamalumburcc silum in pago Salecgauio. super fluuio Sala cumomne integritale uel adieeeneiis seu apendieiis suis Achynebach ThyupfbachHarital hoc est quantumeumque in superius nominata loca habere videraini(d. i. videmur). darauf erfolgte am 8 oclober desselben jahres die ein-weisung des ables Slurmi in den besitz durch die grafen Nidhard undHeimo und die königlichen vassallen Finnold und Gunthramn. dabeiwurden die grenzen jenes besitzlums nach der aussage der vomelimslenin der gegend festgestellt und darüber das vorliegende aclenslück an-gefertigt, das in demselben enthaltene deutsch ist somit neben dem alts.taufgelöbnis das erweislich älteste unserer samlung. darum verdient derdreimal neben einmaligem theo erscheinende aecusaliv sg. fem. lhie ganzbesondere beachtung. denn es gehl daraus hervor, dass die spräche desgewöhnlichen lebens im gebrauche jüngerer formen viel weiter fort-geschritten war, als uns die mehrzahl der litterarischen denkmäler ahnenlässt, dass also in diesen eine künstliche conservierung des allen mussstattgefunden haben (vgl. jetzt auch Sievers Tatian s. 36), wie dennauch sonst vereinzelt gerade in den ältesten denkmälern auffallend jungeformen begegnen zb. in den gl. Ker. 36 = ahd. gl. 1, 47, 35 auetor,ortfrume; 73 = ahd. gl. I, 87, 17 viae, uuege (nom. plur.); 269 =ahd. gl. 1, 258, 11 triduum, lliri deege (/. dage); sicherer im lsid. 13', 7.