LV FREISINGER AUSLEGUNG DES PATERNOSTER 333
Talian s. 46). ähnlich von den obliquen casus sing, der schwachenfeminina -an ? (ane der weslfränkischen Urkunden, d'Arbois de Jubainvillee'lude sur la dc'clinaison p. 27 f. 41) -ön (sunnon gl. Ker. 112 = ahd.gl. 1, 131, 17, sororis meae Gunzon Dronke cod. dipl. Fuld. nr. 166a. 801) und das gewöhnliche -ün.' ubaruucliao] vgl. Graff 1, 701;
mhd. wb. 3, 650 a .
RvRaumer einwirkung des Christentums s. 57. 58 ist der ansieht,es liege den beiden hss. des vorliegenden denkmals dasselbe lateinischeoriginal zu gründe, nicht dieselbe Übersetzung, allein wenn A, bis zurdrillen bitte und ebenso in der fünften lexl und auslegung trennend, inder letzteren von gott in der drillen person redet, dann in der drittenund siebenten bitte lexl und auslegung verwebt und wie dabei so beider vierten und sechsten bitte den lexl umschreibend goll in der zweitenperson anredet; wenn andererseits B hier gleichmäfsigkeit zeigt mit aus-nähme der drillen bitte und des besonders störenden dtneru im letztensalze: so muss man doch wohl in B eine bearbeilung von A und zwareine mislungene anerkennen; besonders da es deutlich ist, dass B inz. 9 und 30 die Verderbnisse von A voraussetzt, also, da man in einerwenig schreibenden zeit die anzahl der abschriflen nicht gröfser alsdurchaus nötig annehmen darf, geradezu aus A selbst geflossen ist. nurzu einem geringen teile beruhen die abweichungen von B auf jüngererSprachgewohnheit, zu einem weit gröfseren auf dem bestreben entwederzu kürzen oder conslruclion und Wortstellung der deutschen weise mehrzu nähern oder, wie bereits erwähnt, die auslegungen mehr nach einerSchablone einzurichten und gewisse lieblingsformeln (uuir sculun des piüenden almahtigun iruhtin oder des sculun uuir pilten ff.) anzubringen, diekürzung ist ohne sonderlichen verstand, die änderungen sind ohne con-sequenz gemacht, der bearbeiler will offenbar pillen durchführen, aberz. 7 lässl er dickem stehen. und was für traurige resullale sein strebennach kürzeren Satzgliedern und leichler übersehbaren salzen gelieferthat, liegt überall zu tage: vollends der eigene gedanke, den er s. 30durch die lücke in A zu haben genötigt ist, fiel so kläglich aus, dassman kaum erkennt, was er damit wollte, anders sind die abweichungenim texte des palernosler zu beurteilen: es muss dem bearbeiler eineandere deutsche fassung geläufig gewesen sein, die er aber wieder nichtconsequenl an die stelle der ihm vorliegenden setzt (vgl. das unten überpilipi und allem sunton bemerkte), diese fassung schloss sich enger alsA an das lateinische an und zeigt darin wie auch sonst Übereinstimmungmit dem Weifsenburger vaterunser: so wenn sie uuillo din, in himileenti iu erdu (vgl. zu LVI, 2. 12), ni verleiti und erlösi sagt, von an-derem, wie der ist in himilom, kaeuuihit uuerde, pilipi unsaraz kip unsemizigaz, in die chorunga findet sich einzelnes in der jüngeren baieri-schen formel LXXIX B wieder, wie alt aber die ganze in B vorliegende 511bearbeilung sei, darüber würde uns bei der beschaffenheil der hs. auchwer den comes Reginpertus oder seinen priesler Wikhelm in Urkundennachwiese nur geringe auskunft geben, dagegen ist sicher, dass die