328 LIV EXHORTATIO AD PLliBEM CHRISTIANAM
wenn — um dies letale noch zu erwähnen — auch der libellus s. Pir-miiiii das gebot, symbolum und palernosler zu lernen, enthält, so ändertdas in unserer uuffassung nichts, denn es steht nur in dem epiloyus,der nach seinem eingange eine kurze Wiederholung des bereits gesagtensein will und also, wohl von Vidite fralres an (Mabillon vet. anal. p. 71),späterer zusalz ist. [die gegen vorstehende ausführungen von Cruel inseiner gesch. der deutschen predigt im ma. 1878 s. 23—28 erhobeneneinwände hat HHahn forschungen zur deutschen gesch. 24, 585—625widerlegt, ohne dass es ANürnberger neues archiv 14, 111 —134 gelungenwäre, das gewicht seiner argumenle wesentlich zu entkräften, sind auchnicht alle von Scherer ins feld geführten gesichlspunkle richtig oder be-weisend, so dürfte doch sein resullal, dass die predigten dem Bonifaliusuntergeschoben seien, nunmehr feststehen.] steht es somit fest, dass derlateinische texl der exhorlalio erst der synode vom november 801 seineentstehung verdankt, und ist er bald darauf nach Freising gekommen,so wurde vielleicht schon zu anfang des jahres 802, wohl auf Veran-lassung des bischofs Allo (782—810), die deutsche Übersetzung ange-fertigt; aber nach dem oben bemerkten wahrscheinlich erst nach democlober 802 in die hss. A und B eingetragen, in der ersleren sonder-barer weise sogar zwischen die im cod. canonum unmittelbar aufeinander folgenden can. aposl. und conc. Niceni. nach Freising aberweisen sogar die Unarten des Schreibers von A (zu z. 17). und ichbegreife nicht, wie WGrimm s. 425 die von Eckhart Francia Orient.I, 441 für die baierische herkunft der hs. A angeführten gründe wenigbeweisend finden konnte. YVeinhold, der früher alem. gramm. s. xii dieexhorlalio für alemannisch Meli, schliefst sich jetzt hierin wie bezüglichder gl. Urab. unserer meinung an. beide uns erhaltene abschrifien desvorliegenden denkmals sind ohne zweifei aus dem original geflossen dh.in diesem falle aus demjenigen exemplare, in welches zuerst der latei-nische und deutsche text zusammen geschrieben waren, aus dieser an-nähme erklären sich alle A und V gemeinsamen fehler, einen derselbenfand im lat. texl schon der Übersetzer vor: dicit für dical z. 9. inz. 17 (s. die anm.) las der Übersetzer falsch, der abschreiber richtig,der ausgäbe musle die Orthographie einer hs. zu gründe gelegt werden.5QQnach WGrimms und Wackernagels vorgange wählte ich die altertümlichere,aber in Übergangszeilen ist das altertümlichere nicht immer das ursprüng-liche, für ursprünglich wird vielmehr in ziemlich gleich allen hss. undin denkmälern von geringem umfange das consequent durchgeführte zuhalten sein, also hier 6, 6, c, d, ja auh; nicht uo, ao, k, ih, jauli: vgl.WGrimm, s. 431—436. z. 9 stand wohl cahucli, z. 21 vielleicht redia.der Übersetzer entledigte sich seiner aufgäbe nicht ganz ungeschickt, indemer sich eng an die lateinische vorläge anschloss, zugleich aber durch Wieder-holungen wie z. 12 uueo mag er christäiii sin und z. 11 dei uuort der deut-schen spräche die ungewohnheit hypolaclischen salzbaues und auf größereentfernung festgehaltener beziehung bequemer machte, sehr unglücklich ister freilich mit z. 14—18 gewesen, denn aufser dem bereits erwähntenlesefehler hat er die conslruction nicht herausgebracht und exceperit z. 16