XLVIJ1 DAS TBAUGEMUNDSL1ED 311
weiter hin im XIII oder im XIV Jh., bedarf für niemand, der eine anschau-ung von der späteren rätsei- und verwanten poesie der fahrenden hat, 491eines beweises. übrigens ist wahrsagerei mit dem lolterholz (JGrimmmyth. 1063) bis jetzt nicht erwiesen, es war eine dem riemensiechen{s. Adelung u. d. w., Frisch 2, 119, Schmeller 3, 87) ähnliche gaukelei,Keysersbergs postill. p. \\ p. 74 bei Oberlin s. 954: die mit dem loller-liolz geben einem dasselh holtz zwischen beyde hend und machent ein hey-lant (Oberlin s. 63G heulende fascia, limhiis stall heilende, sonst auchseihende Schmeller 3, 233, ndd. seifegge, selfkant) dorumh und wellenlmit eim, oh es herab gang oder nilt; welches er den erwelel, so ist esverloren, dass man dazu spräche sprach oder sang, bestätigt BurkardWaldis im Esopus 4, 4 (Vom gardian und einem lotterbuben), 17 ff.
der wierl die gesl da frölich macht,
nach essens spielleut einher bracht;
da spielt ein jeder, macht das sein.
aufls lelst kam auch ein freiet nein,
der rhiimt sich einen buhen sloltz,
macht jm viel sprüch auffm lotterhollz,
all reimes weisz thels einher machen
und hielt sich prechtig in den saehen.Ulenspiegel hisl. 60 s. 96 Lappenb. zu Lunenburg wont ein pfeifentreier,vud der waz ein landfarer gewesen vnd was mit dem lotterholz vmbge-loufen, da sasz er zu hier. HSalats drama vom verlornen söhn ed. Baech-told (geschiehtfreund 30) v. 1245 darbi iclis ietzund lass beliben, minloHerholz mit friiuden trihen us disem in ein anders land, 2145 ich willnun fürer min lollerlioltz jagen. HcdLahr im glossar zum Schwabenspiegel(Senckenberg corpus juris germ. 2 anhang s. 87) sondern die geüeklerund so mit dem himmelreich (d. wb. 4, 2, 1348) und lolterholz umliziehen,und mit den hunden vor dem tisch tantzen. vgl. auch d. wb. 6, 1213.Haupt verdanke ich noch folgende stellen aus Meusebachs anmerkungen zumFischarl: vom eheslandt vnd hauszwesen, fünfflzehen hochzeylpredigleuM. Joh. Mallhesij, Nürnberg (1563) 4°, Cceij: Diss schöne wort der werdenmuler gotles (nemlich was er euch saget, das thul) bah ich hie auchmüssen anziehen, weil es auch zum rhum vnd preysz diser heyligen hoeh-zeyt gehöret, wie denn ein schöne vnd selige hochzeylrede wol zu merekenist, als Simsons vnd ander relzlein, so vor Zeiten die breutgam jhren einge-belnen gcslen aufl'gaben, vnd lauten freylich hesser denn aller pfeiffer vndpusauner blasen, vnd was das lotterhollz vnd Cuntz hinterm ofen weitermit bringen, vgl. Fischarl Gargantua cap. 10 s. 207 der ausg. von1590: Wollst darumh nicht Kuntz heisseu, weil man inn Sachssen denSchweinen also lockel, vnnd die gauckler Kuntz hindern! ofen ruflen, vnndbei den Franlzosen vnfletig ein beseborene mauss Conras (con ras ist ge-meint) heisset? und Frisch 1, 558 unter Kunzenspieler, d. wb. 5, 2751.2755, Wackernagel in der Germania 5, 335 (den Cuntzen iagen = laschen-spielerei treiben bei Nicolaus Manuel s. 371 Grüneisen = s. 7 5 Baech-lold, Cuonlzenjager laschenspieler bei Fischart praclik Uiij vw.), Haupl*», 15, 248. unter den breisgauischen bundschuhern waren spielleule