68 X CHRISTUS UND DIE SAMARITERIN
und wenn die reime mehrmals z. 4. 11. 17. 26 entschieden für diegeschwächten formen sprechen, so können diese hier gerade durch denreim hervorgerufen sein, wenn s. 28 richtig verbessert und ergänzt ist,wenn also der Schreiber uuigit für uuigic, uuigich verlas und von fora-sago sin auf Cor uns er giborana übersprang, so hat er das gedieht nichtzuerst aus dem gedächtnis niedergeschrieben, sondern ihm lag eii^e ältereaufzeichnung vor, deren herkunft ebenso schwer zu bestimmen ist, wiedie heimal des gedichles selbst. JGrimm gramm. 11, lix glaubte darineine mit dem Talian verwanle fränkische mundart zu erkennen; Lach-mann über Olfrid s. 280 a hielt den Verfasser für einen Baier. aberdie bemerkungen zu x. 12 über lmzza und zu z. 27 über siebüre sowiedas auffallende tu (11. 13) für Uni, du (vgl. LXXX11 und Nolker) scheinenuns auf Alemannien zu führen, und dabei können wir wohl stehenbleiben; denn wenn die häufigen, a der flexionen auch im IX — XI jh.oft als kennzeichen baierischer herkunft gelten dürfen, so sind sie dochnicht auf Baiern beschränkt, wie umgekehrt zb. die zunächst vergleich-bare Freisinger hs. des Olfrid nichts ähnliches wie berega 29, geba 7,296prunnan 14. 16 darbietet, s. Kelle Olfrid 2, 135; 35. 89; 242. 289.der bestimmt hochdeutsche characler des denkmals, in il für th, p (kec-prunnen 11. 14, pruston 20) für b, k (ki- kc-, kerost 7, commen 24. 25), für g, ch für k (Irinchit 19) und kk oder gg (lliicho 21) hinlänglichausgeprägt, wird durch mehrfaches fränkisches lli nur scheinbar modi-fiziert, die Übermacht fränkischer schreibschule zeigt sich während derersten häifte des IX jh. ganz ebenso auch in anderen hochdeutschen auf-zeichnungen: abgesehen von den gl. Ker. genügt es innerhalb Alemanniensauf einige beispiele der benediclinerregel und auf die hymnen22 —2C, inner-halb Baierns auf die hs. B der exhorlatio (L1V) zu verweisen (vgl. Weinholdalem. s. 134, baier. s. 148). es könnte mithin der Schreiber, den wirnirgends anders als in forsch und im anfange des X jh. zu suchenbrauchen, unter einmischung jüngerer sprachformen die ältere alemannischeaufzeichnung eines alemannischen gedichles im wesentlichen treu wieder-gegeben Itaben. vgl. ferner Iiögel in Pauls grundriss 2, 1, 220. dassdieses gedieht bis in die mitte des IX jh. hinaufreichte und Olfrid schonbekannt war, ist sehr wohl möglich und nach der Übereinstimmung derausdrücke namentlich in den letzten Strophen mit Olfrid 2, 14, 55/7'.sogar wahrscheinlich, zumal wegen bita, eines Wortes, das Olfrid nurhier an der z. 31 unseres gedichls entsprechenden stelle stall beta oderdes sonst bei ihm gewöhnlichen gibet (Graff 3, 56. 57) gebraucht unddas außerdem, wie es scheint, in der ganzen ahd. lilleralur nur nochin dem compositum uhtibila Schleust, gl. 6, 436 (zs. 5, 333 = ahd.gl. 2, 681, 53) wiederkehrt, dazu kommt, dass z. 12 dem Olfrid 2,14, 8 vorgeschwebt zu haben scheint und ihn zu der in der nole an-geführten, sonderbaren uemerkung veranlasste, dass man in seiner mund-art den brunnen auch puzzi nenne, wonach er dann den ausdruck indem stück wiederholt gebraucht, 2, 14, 29. 34. 45. auch die gedrängt-heil und simplicilät der darslellung in der Samariterin macht den ein-druck gröfserer alterlümlichlieil, obgleich Olfrids lehrhafte redseligkeil